Der Hut fällt, wer fängt ihn auf?
Verfasst: Dienstag 31. Juli 2018, 17:53
In den tieferen Ebenen der weit unter der bewohnten Oberfläche Gerimors liegenden Welt, wo nur Stille und Dunkelheit ein ständiger Begleiter sind, erstrecken sich die Bruthöhlen der Letharen in einem ausgedehnten Höhlenkomplex. Ein ständiger Strom aus neuen frischen jungen Letharen verlässt die Höhlen um in einem der höher gelegenen Axorn ausgebildet zu werden oder ein schreckliches Ende in der Lava und dem Vergessen zu finden um erneut zurück zu dem allgegenwärtigen schwarzen Panther zu gelangen und den Aufstieg in der erbarmungslosen Hierarchie des letharischen Volkes von neuem zu beginnen.
Im Zwielicht natürlicher Flechten beobachtet das eine lavendelfarbene Auge unter dem ausladenden Federhut hervor, wie die letzten Vorbereitungen abgeschlossen wurden. Bald würde diese neue Unternehmung beginnen, für die er extra an diesen verhassten Ort persönlicher Fehlschläge zurückgekehrt war. Man hatte ihn mal wieder angefordert, seine Expertise bei der Erkundung eines mit reichen Kristallvorkommen lockenden Höhlenkomplexes angefordert. Er möge den jüngeren Letherix ein Beispiel sein, er sollte sie lehren und unterrichten auf das sich ihre Perfektion mehren würde. Nur ein leichtes Lächeln spiegelte sich im Schein der Flechten als die Kiste mit der Minenausrüstung zum wiederholten Male von der Echse abgeworfen wurde. Es würde ihn viel Zeit und Arbeit kosten, diese Edelsteine zu schleifen… wenn sie sich nicht doch noch als grober Kiesel beweisen würden.
Erfahrene Kundschafter hatten den Komplex bereits für ungefährlich eingestuft, so verließt schließlich eine Prozession den unterirdischen Komplex mit einem guten Duzend voll angehenden Lethrixoren und einer Hand voll angehender Letherix des Metalls. Zentrum der Expedition war Xen’draxol, der als einziger in der Mitte der Gruppe auf einer wohl trainierten Echse ritt. Es würde zehn Tage dauern bis sie den entsprechenden Höhlenabschnitt erreichen würden, was vor allem am mangelnden Training der anderen Letharfen lag, natürlich. Aber schließlich konnte man auch keine unerfahrenen Letharen auf trainierte Echsen setzen, die Verluste an nützlichem Material der einen oder anderen Seite wären erheblich.
Als sie nach zehn Tagen in dem Höhlenkomplex angekommen waren, staunte der Einäugige nicht schlecht, tatsächlich hatten die Kundschafter nicht zu viel versprochen. Sofort erteilte er die nötigen Befehle um das Lager zu errichten und teilte die Lethrixoren auf den Komplex zu sichern. Emsig verteilten sich alle, den Befehlen folgend als sich Xen von seiner Echse schwang und einem besonders großen leicht blau schimmernden Kristall näherte. Interessant, da war dieser Schatten, ein Einschluss dieser Größe? Mit gemütlichen Schritten um schlenderte er den Kristall, als ein lauter Schrei aus einer anderen Ecke der Höhle seine Aufmerksamkeit einforderte. Welcher dieser unfähigen Anfänger hatte sich den nun schon wieder vor seinem eigenen Schatten erschrocken? Noch als der Einäugige diesen Gedanken formte, hörte er ein Echo in seinen eigenen Gedanken…“ein… äußerst interessanter Verstand, so vielschichtig… allein? Nein nicht allein? Vielschichtig…. Ein Leckerbissen….“ Weitere Schreie überall aus der Höhle drangen an das Ohr des Einäugigen, die verdorbene Mithrilklinge in der Hand stürmte er zu seiner Echse zurück. Wenn das ein Überfall war, hatte er nicht vor mit den anderen wertlosen Runenlosen zu sterben.
Auf dem Weg zu der Echse stellte sich plötzlich einer der Lethrixoren ihm in den Weg und griff ohne ein Wort mit seiner Pantherklaue an. Für einen empörten Moment blieb Xen’draxol nur der Sprung zurück aus der Reichweite der Klinge, von der er feststellen musste das er sie selbst geschmiedet hatte. Was für eine Frechheit, wie konnte es diesem Letharfen einfallen. Für einen kurzen Moment musterte er den Angreifer bevor dieser die nächste Angriffsreihe begründete. Er war bei weitem kein guter Kämpfer, aber die Angriffe seines Gegenübers waren stumpft, als würden Puppenfäden seine Bewegungen führen, die übliche Eleganz die selbst ein in der Ausbildung befindlicher Lethrixor hätte fehlte gänzlich. Eine Finte, der hoch gezogene Säbel, leicht zu durchschauen traf unverhofft sein Ziel und brachte den Lethrixor ins Straucheln. Ein zweiter hackender Hieb der edlen Pantherklaue beendete den kurzen Tanz. Als der Einäugige den abgetrennten Schädel betrachtete, fiel ihm das Blut unter der Nase auf, dabei war er sich sicher gewesen den Hals sauber erwischt zu haben. Doch ihm blieb keine Zeit seine Entdeckung zu würdigen, als er den Weg zu seiner Echse fortsetzte.
Schon als er den letzten Kristall, einen hübschen violetten, von dem er noch ein Bruchstück für sein Weibchen hatte mitnehmen wollen, umrundete kam er ins Stocken. Seine Echse lag sterbend in ihrem Blut, über ihr kniete ein seltsames Geschöpf. Der Kopf wirkte wie eine sich windende Masse die wie ein Hund den Kopf der Echse abzuschnüffeln schein. Sein eines Auge suchte hastig nach einem Ausweg, doch zwischen den anderen Kristallen traten nun nach und nach seine Expeditionsmitglieder hervor. Ein leerer Blick aus den Augen, mit denen er vor Stunden noch gewetteifert hatte, ob sie wohl auf dem Weg ein paar Zwerge finden würden, die sich in den Tunneln verlaufen haben könnten. Oder etwas ähnlich Stinkendes wie einen Troll. Nun aber waren ihre Augen starr auf ihn gerichtet, im Schatten jedes seiner Geschwister tauche ein Wesen auf, wie das über seiner Echse. Als sich der Einäugige schließlich aus seiner Starre löste und zu seiner Augenklappe griff um sie abzunehmen und fallen zu lassen erhob er die Stimme in der Sprache seines Volkes, wenn es sich um primitive Wesen handeln würde, würde es für ausreichend Schrecken sorgen. Gerade in der Stille unter Gerimor waren die Worte eines Letharfen der Garant für den Tod. „Na los, traut ihr euch auch einen ausgebildeten Kämpfer anzugreifen?“ Wie ein fernes Echo hallte es aus allen Ecken seines Verstandes zurück, die Antwort der Wesen, die keine Mine verzogen, ja nicht einmal gezuckt hatten unter seinen Worten.
„Du gehörst jetzt uns Letherix, Xen’draxol… ein Interessanter Verstand….wir weren es genießen ihn zu erforschen“ Mit einem Mal wurde es schummerig um den Letharfen, als würde sich ein Nebel in seinen Gedanken ausbreiten. Er stemmte sich mit aller Macht, Wut, Zorn und Hass gegen die drohende Ohnmacht und schon als er das Gefühl für diese bekam und sein Verstand sich wieder schärfte, zischte es erneut in seinem Verstand. „Willensstark… das macht es nur interessanter“ Ein wuchtiger Hieb traf den Hinterkopf und sein rotes Auge blinzelte, während das lavendelfarbene nur noch verschwommen aufblickte und einen der anderen Letharen sah wie dessen Schwertknauf auf die Stirn zuraste.
Stunden später stapfen zwei Kundschafter durch dieselben Gänge, ein seltsamer Geruch von Ozon liegt in der Luft. Einer der Letharfen setzt seinen Fuß auf den Boden und das leise Knirschen der Augenklappe lässt seinen Blick zu seinem Fuß wandern. Als auch schon sein Gefährte das Signal für einen Kampf in der Zeichensprache der Letharen formt. Hastig werden die Kundschafter den Ort untersuchen, eine tote Echse, eine Augenklappe, ein toter Lethrixor und keine Spur der Expedition. Eine vage Ahnung eines geöffneten Spherenrisses, lässt die Kundschafter zurück in das Axorn und hinauf an die Oberfläche zum Meister der Letharen eilen. „Die Expedition ist verschwunden.“ Mit diesen Worten werden sie die Augenklappe des Letherix überreichen.
Wenig später wird sich ein Bote der Stadtverwaltung auf den Weg in den Palast machen, seine Uniform zurechtrücken und den Kragen etwas weiten. Pflichtschuldig wird er darum ersuchen zu seiner Heiligkeit durchgelassen zu werden und ein versiegeltes Schreiben überreichen:
Eure Heiligkeit,
wenn euch diese Nachricht überbracht wird, werde ich vermutlich tot oder verloren sein.
Für diesen Fall habe ich alles nötige im Rathaus vorbereitet. Mein Nachfolger wird alle nötigen Unterlagen erhalten und sich in alles Erhebliche einlesen können. Zudem habe ich seit meiner Entführung ein Paar wichtige Details in versiegelter Form hinterlassen.
Möge sein Zorn auf unsere Feinde niedergehen.
Euer ergebener Diener.

Statthalter der heiligen Stadt Rahal, des Weilers Schattenwinkel sowie der Verwaltungsbezirke Alatarien und Wetterau
- Goldblatt 258 bis Cirmiasum 261 -
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Im Zwielicht natürlicher Flechten beobachtet das eine lavendelfarbene Auge unter dem ausladenden Federhut hervor, wie die letzten Vorbereitungen abgeschlossen wurden. Bald würde diese neue Unternehmung beginnen, für die er extra an diesen verhassten Ort persönlicher Fehlschläge zurückgekehrt war. Man hatte ihn mal wieder angefordert, seine Expertise bei der Erkundung eines mit reichen Kristallvorkommen lockenden Höhlenkomplexes angefordert. Er möge den jüngeren Letherix ein Beispiel sein, er sollte sie lehren und unterrichten auf das sich ihre Perfektion mehren würde. Nur ein leichtes Lächeln spiegelte sich im Schein der Flechten als die Kiste mit der Minenausrüstung zum wiederholten Male von der Echse abgeworfen wurde. Es würde ihn viel Zeit und Arbeit kosten, diese Edelsteine zu schleifen… wenn sie sich nicht doch noch als grober Kiesel beweisen würden.
Erfahrene Kundschafter hatten den Komplex bereits für ungefährlich eingestuft, so verließt schließlich eine Prozession den unterirdischen Komplex mit einem guten Duzend voll angehenden Lethrixoren und einer Hand voll angehender Letherix des Metalls. Zentrum der Expedition war Xen’draxol, der als einziger in der Mitte der Gruppe auf einer wohl trainierten Echse ritt. Es würde zehn Tage dauern bis sie den entsprechenden Höhlenabschnitt erreichen würden, was vor allem am mangelnden Training der anderen Letharfen lag, natürlich. Aber schließlich konnte man auch keine unerfahrenen Letharen auf trainierte Echsen setzen, die Verluste an nützlichem Material der einen oder anderen Seite wären erheblich.
Als sie nach zehn Tagen in dem Höhlenkomplex angekommen waren, staunte der Einäugige nicht schlecht, tatsächlich hatten die Kundschafter nicht zu viel versprochen. Sofort erteilte er die nötigen Befehle um das Lager zu errichten und teilte die Lethrixoren auf den Komplex zu sichern. Emsig verteilten sich alle, den Befehlen folgend als sich Xen von seiner Echse schwang und einem besonders großen leicht blau schimmernden Kristall näherte. Interessant, da war dieser Schatten, ein Einschluss dieser Größe? Mit gemütlichen Schritten um schlenderte er den Kristall, als ein lauter Schrei aus einer anderen Ecke der Höhle seine Aufmerksamkeit einforderte. Welcher dieser unfähigen Anfänger hatte sich den nun schon wieder vor seinem eigenen Schatten erschrocken? Noch als der Einäugige diesen Gedanken formte, hörte er ein Echo in seinen eigenen Gedanken…“ein… äußerst interessanter Verstand, so vielschichtig… allein? Nein nicht allein? Vielschichtig…. Ein Leckerbissen….“ Weitere Schreie überall aus der Höhle drangen an das Ohr des Einäugigen, die verdorbene Mithrilklinge in der Hand stürmte er zu seiner Echse zurück. Wenn das ein Überfall war, hatte er nicht vor mit den anderen wertlosen Runenlosen zu sterben.
Auf dem Weg zu der Echse stellte sich plötzlich einer der Lethrixoren ihm in den Weg und griff ohne ein Wort mit seiner Pantherklaue an. Für einen empörten Moment blieb Xen’draxol nur der Sprung zurück aus der Reichweite der Klinge, von der er feststellen musste das er sie selbst geschmiedet hatte. Was für eine Frechheit, wie konnte es diesem Letharfen einfallen. Für einen kurzen Moment musterte er den Angreifer bevor dieser die nächste Angriffsreihe begründete. Er war bei weitem kein guter Kämpfer, aber die Angriffe seines Gegenübers waren stumpft, als würden Puppenfäden seine Bewegungen führen, die übliche Eleganz die selbst ein in der Ausbildung befindlicher Lethrixor hätte fehlte gänzlich. Eine Finte, der hoch gezogene Säbel, leicht zu durchschauen traf unverhofft sein Ziel und brachte den Lethrixor ins Straucheln. Ein zweiter hackender Hieb der edlen Pantherklaue beendete den kurzen Tanz. Als der Einäugige den abgetrennten Schädel betrachtete, fiel ihm das Blut unter der Nase auf, dabei war er sich sicher gewesen den Hals sauber erwischt zu haben. Doch ihm blieb keine Zeit seine Entdeckung zu würdigen, als er den Weg zu seiner Echse fortsetzte.
Schon als er den letzten Kristall, einen hübschen violetten, von dem er noch ein Bruchstück für sein Weibchen hatte mitnehmen wollen, umrundete kam er ins Stocken. Seine Echse lag sterbend in ihrem Blut, über ihr kniete ein seltsames Geschöpf. Der Kopf wirkte wie eine sich windende Masse die wie ein Hund den Kopf der Echse abzuschnüffeln schein. Sein eines Auge suchte hastig nach einem Ausweg, doch zwischen den anderen Kristallen traten nun nach und nach seine Expeditionsmitglieder hervor. Ein leerer Blick aus den Augen, mit denen er vor Stunden noch gewetteifert hatte, ob sie wohl auf dem Weg ein paar Zwerge finden würden, die sich in den Tunneln verlaufen haben könnten. Oder etwas ähnlich Stinkendes wie einen Troll. Nun aber waren ihre Augen starr auf ihn gerichtet, im Schatten jedes seiner Geschwister tauche ein Wesen auf, wie das über seiner Echse. Als sich der Einäugige schließlich aus seiner Starre löste und zu seiner Augenklappe griff um sie abzunehmen und fallen zu lassen erhob er die Stimme in der Sprache seines Volkes, wenn es sich um primitive Wesen handeln würde, würde es für ausreichend Schrecken sorgen. Gerade in der Stille unter Gerimor waren die Worte eines Letharfen der Garant für den Tod. „Na los, traut ihr euch auch einen ausgebildeten Kämpfer anzugreifen?“ Wie ein fernes Echo hallte es aus allen Ecken seines Verstandes zurück, die Antwort der Wesen, die keine Mine verzogen, ja nicht einmal gezuckt hatten unter seinen Worten.
„Du gehörst jetzt uns Letherix, Xen’draxol… ein Interessanter Verstand….wir weren es genießen ihn zu erforschen“ Mit einem Mal wurde es schummerig um den Letharfen, als würde sich ein Nebel in seinen Gedanken ausbreiten. Er stemmte sich mit aller Macht, Wut, Zorn und Hass gegen die drohende Ohnmacht und schon als er das Gefühl für diese bekam und sein Verstand sich wieder schärfte, zischte es erneut in seinem Verstand. „Willensstark… das macht es nur interessanter“ Ein wuchtiger Hieb traf den Hinterkopf und sein rotes Auge blinzelte, während das lavendelfarbene nur noch verschwommen aufblickte und einen der anderen Letharen sah wie dessen Schwertknauf auf die Stirn zuraste.
Stunden später stapfen zwei Kundschafter durch dieselben Gänge, ein seltsamer Geruch von Ozon liegt in der Luft. Einer der Letharfen setzt seinen Fuß auf den Boden und das leise Knirschen der Augenklappe lässt seinen Blick zu seinem Fuß wandern. Als auch schon sein Gefährte das Signal für einen Kampf in der Zeichensprache der Letharen formt. Hastig werden die Kundschafter den Ort untersuchen, eine tote Echse, eine Augenklappe, ein toter Lethrixor und keine Spur der Expedition. Eine vage Ahnung eines geöffneten Spherenrisses, lässt die Kundschafter zurück in das Axorn und hinauf an die Oberfläche zum Meister der Letharen eilen. „Die Expedition ist verschwunden.“ Mit diesen Worten werden sie die Augenklappe des Letherix überreichen.
Wenig später wird sich ein Bote der Stadtverwaltung auf den Weg in den Palast machen, seine Uniform zurechtrücken und den Kragen etwas weiten. Pflichtschuldig wird er darum ersuchen zu seiner Heiligkeit durchgelassen zu werden und ein versiegeltes Schreiben überreichen:
Eure Heiligkeit,
wenn euch diese Nachricht überbracht wird, werde ich vermutlich tot oder verloren sein.
Für diesen Fall habe ich alles nötige im Rathaus vorbereitet. Mein Nachfolger wird alle nötigen Unterlagen erhalten und sich in alles Erhebliche einlesen können. Zudem habe ich seit meiner Entführung ein Paar wichtige Details in versiegelter Form hinterlassen.
Möge sein Zorn auf unsere Feinde niedergehen.
Euer ergebener Diener.
Statthalter der heiligen Stadt Rahal, des Weilers Schattenwinkel sowie der Verwaltungsbezirke Alatarien und Wetterau
- Goldblatt 258 bis Cirmiasum 261 -
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