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Ein Hürde, die zu überwinden galt

Verfasst: Mittwoch 31. Mai 2006, 11:16
von Andiara Aylen
Es war endlich Ruhe eingekehrt, im kleinen idyllischen Städtchen Bajard. Vor allem aber im Haus der Bürgermeisterin, die ja bekanntlich im Laufe der Woche viel Besuch hatte. Gerade heute waren wieder mancherlei Fremde eingetroffen und hatten mit Leanne diskutiert. Andiara und ihre Mutter kümmerten die Geschäfte wenig, wobei die Älteren gerne Ana als „Geschäftsfrau“ bezeichneten. Das Kind mochte den Ausdruck jedoch nicht wirklich. Sie hatte ja kein eigenes Geschäft und irgendwas im Bereich des Handwerks wollte sie auch nicht lernen. Einfach nur ihrer Mutter im Haushalt helfen, den Bauernhof pflegen und die Tiere behüten. So einfach wie es klang, war es teilweise auch. Es gab nur eine Sache, die es für sie unbedingt noch zu erfüllen gab. Lesen und Schreiben wollte sie lernen und das sollte sich auch gar nicht als so leicht herausstellen. Vor allem konnte sie es sich nicht selbst beibringen. Sie dachte zuerst an Lairja, welche sich so liebevoll und geduldig um Andiara kümmerte, aber die konnte es ja selbst nicht. Leanne hatte selbst mit anderen Angelegenheiten zuviel zutun, so musste sich Ana wohl an Julia wenden, die ebenfalls geduldig war und ein herausragendes Sprachgefühl besaß, wie man von ihr behauptete.

Als allein die Kerzen noch den Bauernhof und die Stube erhellten, stapfte Ana dann endlich mit neuem Mut, in ihrem Nachthemdchen an die Tür zu Julias Zimmer. Die blauen Augen wanderten über das helle Holz und das Mädchen füllte ihre Lungen mit frischer Luft, als wolle sie damit Kraft sammeln. Klopfte dann aber in überschwänglich, hoher Lautstärke gegen die Tür…

Verfasst: Mittwoch 31. Mai 2006, 16:44
von Julia Famrock
Über einem Berg voll Schreiben sitzend machte sie sich Brot und Schinken zurecht, die sie aus der Küche geholt hatte. Spät war es geworden, wie so oft in den letzten Tagen und ihr Blick wanderte zum Fenster hinaus um nach den Sternen zu sehen. Jedoch regnete es zu dieser Jahreszeit fast ununterbrochen, so dass dunkle Wolken den Sternenhimmel bedeckten. Einen Moment verweilte sie so in Gedanken, als ihre Aufmerksamkeit durch ein recht lautes Klopfen zur Tür gelenkt wurde. Der Holzstuhl knarrte über die Dielen und sie schritt zur Tür um nachzusehen, wer zu so später Stund noch zu ihr fand.

Verwundert blickte sie durch die geöffene Tür und kniete sich zu Ana lächelnd hinab. "Ana, du bist noch auf? Kannst Du nicht einschlafen?" Fragend schaute sie sie an, nachdem sie sie umarmt und in den Raum hinein geführt hatte.

Erst lächelnd aber nach und nach mit immer mehr aufsteigender Begeisterung lauschte sie Anas Plänen. Sie war ein sehr aufgewecktes und gewitztes Kind, was mit einer oftmals sehr erfrischenden und erheiternden Portion Selbstbewusstsein, natürlicher auf Personen und Dinge zuging, als man es im allgemeinen gewoht war. Es wäre sicher möglich ihr das Lesen und Schreiben zu vermitteln.

So blickte sie in ihre großen Augen und versprach ihr sie dabei zu unterstützen, es ihr beizubringen. Nachdem sie Ana wieder in Bett gebracht hatte, ging sie zu Blanche herüber, die gerade ihren Stand zusammenräumte. Einige Kohlestifte und ein paar Bücher waren aber noch zu erwerben und so ging sie zufrieden in ihren Raum zurück und legte alles im Regal für den morgigen Tag bereit. Sie würden mit Kohlestiften beginnen, bis sie genug Übung haben würde, eine Feder nutzen zu können aber auch soweit würde sie eines Tages kommen. Da war sie sich sicher.