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Verfasst: Freitag 26. Januar 2007, 13:55
von Rafael de Arganta
Es war noch immer nicht ausgestanden.
Immer wenn er dachte die Wogen glätteten sich etwas, kam die Nächste Katastrophe.
Feli und er hatten nach all den Probleme wieder zu einander gefunden und Rai'a sich anscheinend in einem
Gespräch mit ihr sehr gut geschlagen.
Rafael hatte furcht um die junge Stallmagd gehabt, aber war auch nicht da gewesen als die beiden Frauen
aufeinander getroffen waren.
Aber Feli schien mit dem Gespräch zufrieden gewesen zu sein und das zählte.
Rai'a ging es gut, er hatte sich vorher versichert.
Dann jedoch kam die nächste Welle
Er hatte Tari abgeholt gehabt um ein wenig Zeit mit ihm zu verbringen und als sie zurück kamen, und er
dem Kleinen noch beim Essen zusah kam Feli herein.
Es war nur natürlich das er sie begrüsste, aber Tari fegte gleich aus dem Raum und in Rafael wuchs Hilflose Wut, gleichsam mit Verzweifelung.
Hasste Tari ihn inzwischen so sehr das er sich nicht einmal von ihm verabschiedete?
Er hatte sein Leben verändert. Die Familie die Tari mal gehabt hatte gab es nicht mehr durch seine Schuld.
Und das Tari nicht zu ihm und Feli wollte war nur mehr als verständlich.
Er musste doch das Gefühl haben das Feli ihm alles genommen hatte. Wenn man ihn jetzt dazu zwingen wollte... er winkte ab.
Es hieß ihn zu verbiegen, zu brechen.
Genauso Feli.
Warum sollte sie ihn zu sich nehmen wollen. Rafael zum Gefallen ja, möglich, aber sie würde in ihm immer nur das Kind Angelinas sehen, da
es nicht mal Rafaels leiblicher Sohn war, und sie nun ein eigenes Kind bekam.
Nein, Rafael würde Tari deswegen nicht weniger Lieben, und das hatte er Feli auch gesagt gehabt. Das verlangte sie ja auch nicht.
Doch jetzt... jetzt saß er zwischen den Stühlen.
Tari war fortgelaufen. Es brach ihm fast das Herz sich vor zustellen das er bei Mitternacht, mutterseelenalleine aus dem Schloss, hinein in die Kälte gelaufen war. Voller Angst um den Jungen hatte er sich sofort auf die Suche begeben und die Gardisten die nachts Dienst getan hatten konnten
von Glück sagen das sie nicht mehr am Tor waren.
Den ganzen Morgen hatte er Tari gesucht, bis man einen Hinweis der Gefährtinnen bekam, das Tari in Berchgard gewesen und mit dem
Clan mitgegangen war.
Zeitgleich war ein Brief Falks angekommen, der ihn fast aufbrausen ließ. Gut ... Tari war in Sicherheit. Das war für ihn erleichternd gewesen.
Er hätte nicht gewusst was er gemacht hätte wenn dem Kleinen etwas zugestossen wäre.
Wie verzweifelt musste er gewesen sein. Welch Schicksal hielt die Zukunft für ihn bereit.
Rafael wollte das es ihm gut ging. Das er Glücklich war aber er wussste nicht wie er das alles Bewerkstelligen sollte ohne sich zu zerreissen.
So schnell er gekonnt hatte, hatte er sich auf den Weg zu den HInrahs gemacht, Hudgar mit sich nehmend.
Dort angekommen verlangte er sofort Tari zu sehen, doch der Junge schlief. Sefa stürzte sich fast sofort auf ihn eine Schimpftrieade auf ihn
ablassend und er zog die Schultern hoch, blaffte dagegen. Sie hatte doch keine Ahnung sie hatten doch alle keine Ahnung.
Als nun auch noch Falk hinzutrat und ihm Dinge erzählte die er wusste, die er aber nicht zu ändern vermochte, nahm das Gefühl zu einfach zu seinem Schwert zu greifen, und wild auf irgendetwas ein zu schlagen.
Sie drehte sich im Kreise, man wollte es das er für unmöglich hielt und doch verstand man seine Argumente nicht.
Natürlich wollte er das Tari glücklich war.
Als nun Feli noch dazu kam, vermochte er sie nicht einmal vernünftig zu begrüssen. Zu sehr kochte in ihm ein Gefühl das er nicht beschreiben
konnte.
Feli? Er liebte sie ....
Tari ... Er liebte ihn...
Und doch würde es kein Miteinander geben können. Er verstand beide Seiten. Feli wie auch Tari, und da beide in seinem Herzn Platz hatten,
versuchte er stets beiden gerecht zu werden, wobei beide zu kurz kamen ob seinen Aufgaben die er sehr ernst nahm.
Als Falk jetzt auf Feli einredete, sie gar einsperrte damit sie ihn anhörten, wusste er er hätte Feli jetzt verteidigen sollen.
Er hätte etwas sagen müssen. Er hätte Feli und Tari nehmen sollen und zurück nach Varuna kehren müssen....
Aber irgendetwas in ihm zerbrach.
Anteilslos mit an sich zweifelnd saß er dabei und als sie endlich heimritten versuchte er die Tränen vor Feli zu verbergen.
Musste er sich entscheiden?
Er konnte es nicht.
Musste er einen von Beiden zu etwas zwingen was sie nicht wollten?
Er würde es nicht....
Ich war zum laut rausbrüllen vor Hilflosigkeit
Feli... Tari... oder Tari... Feli.
Zwei Menschen die er liebte, und die doch so verschieden waren das er beides wohl nicht haben konnte.
Du musst dich entscheiden... Pochte es hinter seiner Stirn. Doch dazu war er nicht bereit.
Er hatte viel zu wenig Zeit für Tari...
Er hatte viel zu wenig Zeit für Feli ...
Die Hand die die Zügel führten schloss sich fester um diese und Rymis wieherte ärgerlich auf.
Felis Besorgte Blicke spürte er nicht einmal.
Sein Gesicht einer wächserne Maske. Blos keine Gefühle zeigen, blos nicht laus herausbrüllen.
Aber was dann ... er wollte seine Wut seine Hilflosigkeit hinaus lassen.
Nein... er musste sie hinauslassen.
Warum war Liebe nur so schwierig.
"Gehen wir noch in den Unheilsberg?" hörte er sich sagen, und er brauchte um zu begreifen das das seine Stimme gewesen war.
Feli hatte sich einverstanden erklärt ihn ein wenig zu begleiten, aber sie wollte heim.
Heim...
Heim wollte er auch, aber nich so.
Nicht mit dieser Hilflosen Wut die in ihm tobte.
Zum Ersten Mal seit einer sehr langen Zeit, griff er zu dem Zweihänder, ließ sein Ritterschwert in der Scheide und spätestens nach den
Ersten Kämpfen in denen er all seine verzweifelte Energie steckte, wusste Feli das etwas mit ihm nicht stimmte.
Nein... sie hatte es viel eher gespürt.
Aber sie verstand ihn.
Verstand das er sich jetzt ersteinmal auslassen musste, das er Zeit brauchte um zur Ruhe zu kommen und so ließ sie ihn
dann alleine.
Voller Vertrauen das es ihm gut tun würde.
Rafael brauchte sie noch hinaus, dann kehrte er zurück, nur um weiter hinein zu gehen und dann doch in einer der Höhlenecken sich auf
den Boden nieder zu lassen.
An den Felsen gelehnt das Schwert in den Händen, blickte er blicklos in die Dunkelheit, während ihm die Tränen fortwährend die
Wange herabliefen.
Erst einige Stunden später machte er sich auf und kehrte durchgefrohren heim.
Feli schlief oben.
Er versicherte sich das es ihr gut ging, bevor er hinabging, und sich mit einem Glas Wein vor den Kamin setzte.
Nicht einen Schluck nahm er zu sich, bis er im Morgengrauen hinauf ging um sich schlafen zu legen.
Verfasst: Sonntag 4. Februar 2007, 12:45
von Rafael de Arganta
Mit dem Glas Wein in der Hand lag er unten in dem kleinen Bad.
Das Wasser plätscherte dahin und er hatte die Augen geschlossen, während ihm so einiges durch den Kopf ging.
Das Duell mit Darna war gut ausgegangen. Rafael dankte Temora dafür.
Es war schon ein etwas komisches Gefühl gewesen ihr gegenüber zu stehen, und am liebsten hätte er das Duell
abgebrochen. Das hier war kein Rahaler, kein Monster, kein wirklicher Gegner... es war Darna.
Er wollte alles andere als sie verletzen, und als das Duell freigegeben wurde...es begann, umrundeten sie einander, als hätte jeder Furcht den Anfang zu machen.
Halbherzig schlug er den ersten Angriff, den jedes Kind hätte abwehren können, er hatte als Ziel direkt ihren Schild gewählt, und Funken sprühend prallte die
Klinge davon ab.
Der Anfang war gemacht, aber wieviele Stundne wollte man so umeinander kreisen.
Wie Paradox es doch war. Ein Duell und niemand war bereit den anderem Weh zu tun.
Demut ... schoss es ihm durch den Kopf....
Sie ist deine Freundin... deine Vertraute, warum hast du ihr diese Beleidigungen nicht verziehen....
Ehre...
Sie hatte seine Ehre in zweifel gestellt...
Aber es war Darna! Warum all das? Weil sie Angst um ihn hatte... Furcht das genau das wieder geschehen konnte, an dem er zerbrechen würde...
seine Ehre verlieren.
Dennoch waren sie beide in Rage geraten und hatten Dinge gesagt die unter Freunden verzeihbar gewesen sein sollten.
Er war zu weit gegangen... sie war zu weit gegangen...
Beide hatten mehr gesagt als gut gewesen war.
Und jetzt?
Jetzt verletzten sie einander nicht nur mit Worten.
Bis zum Ersten Blut ...
Bis zum ersten Blut ... er wollte ihr nicht weh tun... doch es würd weh tun, ihr oder ihm und so versuchte er vorsichtig zu sein.
Dieser ... Kampf war schwerer als jeder Kampf den er je geführt hatte.
Jedes Untier, oder Monster war einfacher, aber hier? Treffen ohne zu verletzen. Verletzen ohne groß weh zu tun.
Doch es musste beendet werden.
Von mal zu mal wurde man sicherer.
Schwert auf Schwert, Schwert auf Schild... sie spielten sich ein.
Ja das war das rechte Wort.
Es war kein Kampf im eigentlichen Sinne gewesen, sondern eher ... ja was eher... ein gemeinsames Spiel? Eine Übung?
Nein auch das nicht.
Der gewisse Ernst war gegeben aber beide waren Vorsichtig.
Attacken und Paraden wechselten sich ab. Bald schon waren beide außer Atem und irgendwann würde sie beide wohl aufgeben müssen.
Was dann? Einen weiteren Kampf?
Vielleicht reichte es auch zu versuchen ihr das Schwert aus der Hand zu schlagen.
Er machte einen weitern Ausfall, tauchte unter ihrem Schild hinweg und schlug, die Worte "Temora hilf" auf den Lippen nach ihrer Schwerthand.
Die Silberklinge traf die Ihre, fuhr einmal kreisend um die Ihre um dann mit macht auf das Silber ihrer Handschuhe zu treffen.
Das Material gab nach, splitterte und die Klinge traf auf Fleisch.
Rafael sah das Blut und ließ augenblicklich das eigene Schwert sinken, besorgt zu ihr tretend. "Darna?!"
Sie hielt sich die Hand, nahm ihren Helm ab und ...
Sie Grinste!
Bei allem was ihm heilig war sie grinste tatsächlich.
Fassungslos blickte er sie einfach nur an, während sie ihm ihre rechte Hand hinstreckte.
Ihre Worte erreichten ihn nicht wirklich so perplex war er ob ihrer Reaktion. Ihrgendetwas davon das sie froh war nicht Recht behalten zu haben.
Er ergriff vorsichtig ihre Hand besorgt ob ihrer Verwundung doch die interessierte sie kaum.
Es war getan. Vorbei....diese Wogen geglättet, nun stand ihrer Freundschaft nichts mehr im Wege.
Doch wo andere Wogen sich glätteten taten sich erneut neue auf.
Tari war fortgelaufen.
Vor ihm? Vor allem? Vor der Situation? Vor Feli?
Er vermisste ihn, und doch musste er ihn jetzt lassen. Er hatte keine Handlungsbefugnis über ihn und die Zwei mal die er jetzt
bei den Hinrahs war, schlief Tari und man wollte ihn nicht wecken.
Er war so wütend so voller Hilflosen Zornes gewesen, als er unverrichteter Dinge wieder heimreisen musste
Feli kannte ihn, konnte seine Reaktion sehen, doch sah sie die Tränen nicht die seinen Wangen herab rannen.
Sie wollte mit dem Jungen reden. Wollte versuchen ihm zu zeigen was Rafael und andere Vertraute in ihr sahen.
Vielleicht vermochte sie das Wunder zu vollbringen um das er so inständig hoffte.
Ihm lag so viel an Tari. Er war ein fantastischer kleiner Junge... er war sein Sohn. Wenn auch nicht leiblich, doch hätten die
Gefühle nicht anders sein können.
Es würde... nein es musste einfach alles wieder gut werden.
Sie hatten so viel überstanden bis hier her ... es würde weitegehen... irgendwie irgendwann.
Er schaute auf, als er Schritte hörte und Feli die Treppe herabkam. Seinen Gesichtsausdruck deutete sie richtig und sie hockte sich vor ihm,
den Arm um ihn legend schmiegte sie sich an ihn, küsste ihn. "Alles in Ordnung mein Löwe?" fragte sie ihn leise, und er nickte."Jetzt wo
du bei mir bist? Komm zu mir, ich will dich im Arm haben... euch imi Arm haben." meinte er dem Glücksgefühl nach gehend bei dem
Gedanken an das wachsende Leben in ihr.
Ihr Kind...sein Kind.
Wie lange hatte er darauf gewartet, gehofft jemals eigene Kinder zu haben.
Und endlich entspannte er sich als sie zu ihm ins Wasser kam.
Sie würden bald eine Familie sein. Sanft strich er über ihren noch flachen Bauch. So viele Stürme die hinter ihnen lagen..
so viele die noch kommen würden, da war er sich leider sicher.
Sie mussten sie einfach überstehen.
Verfasst: Samstag 3. März 2007, 22:18
von Rafael de Arganta
Der Streit mit Feli hatte ihn ziemlich belastet, um so mehr war er erleichtert als man sich wieder aussöhnte.
Schließlich sollte in drei Tagen geheiratet werden.
Sie liebten sich doch und doch flogen wahrlich die Fetzen. Er hatte sie zu sehr aus seinem Leben herausgehalten.
Sie wusste nicht was er tat, wo er war und das er sich in Gefahr begab .. das hatte schon Angelina kaum ertragen.
Er hatte sie lange nicht spüren lassen das er sie liebte, wahrscheinlich hatte sie Recht damit gehabt.
Er hatte immer nur seine Aufgaben im Kopf. Wollte sie 110 % machen um dem Reich und Adrian zu dienen.
Vor allem Adrian ...
Die Angst das dem Truchsess und Freund etwas geschehen konnte saß tief in ihm.
Warum? Er wusste es nicht wirklich.
Vielleicht weil der Mann ihm mehr Bruder als Freund war. Mehr Familie als es seine je gewesen war.
Oder aber... weil er ihn damals fast getötet hatte.
Schuld oder Pflichtbewusstein?
Lag Feli wirklich so schief mit ihrer Anschuldigung das er sofort zu ihm reiten würde wenn er ein Problem hätte, selbst wenn sie in den Wehen liegen würde?
Ritterkrankheit, hatten Darna es einmal bezeichnet.
Ihre Verantwortung mehr als ernst nehmen.
Aber er hatte Feli wirklich in letzter Zeit vernachlässigt, sie hatte ja recht.
Aufseufzend zog er sie näher an sich, und sie kuschelte sich schlafend an ihn.
Sie sah so verletzlich aus, so zart wenn sie schlief.
Oftmals vergass er das.
Vergass es weil sie sich alleine zu wehren wusste, weil sie als Baronin eh niemanden an sich heranließ. Aber ... sie war nicht die Baronin.
Wie hatte er immer zu Angelina gesagt. Ritter mögen Frauen die sie retten dürfen.
Sachte küsste er sie auf die Wange bevor er sich on ihr löste, aufstand, sich anzog und hinüber ins andere Haus ging um das
Frühstück vor zu bereiten.
Tee, Brot, Käse, Milch, Marmelade... hatte er noch etwas vergessen? Obst... natürlich.
Feli war Schwanger. Schwangere Frauen brauchen viel Obst, oder?
Fruchtsaft!!!
Genau er hatte den Fruchtsaft vergessen.
Noch etwas Birnensaft auf das Tablett stellen und dann ging er wieder hinüber isn andere Haus wo Feli noch schlief.
Vielleicht hätte er noch eine Blume besorgen sollen aber die waren im Moment rar genug.
Sobald er eine am Wegesrand fand nahm er sie eh schon immer für Feli mit.
Symbolisch stellt er die Leere Vase hinauf, und setzte sich dann mit dem Tablett auf den Knien zu ihr ans Bett.
"Frühstück Schatz." wisperter er leise, ihr sanft das wilde Haar aus dem Gesicht streichelnd und ihr fasziniert zusehend wie sie langsam erwachte,
ihn anlächelte ob des Frühstückes. "Ich hoffe du magst etwas essen." fragte er und begrüsste sie sachte mit einem Kuss.
Am Abend zuvor hatte sie ihm ein Geschenk gemacht das ihn wohl glücklicher machte als alles andere.
Sie hatten Besuch gehabt.
Erst Rai'a dann Rolosin.
Rafael hatte sich Sorgen gemacht Rai'a mit Feli alleine zu lassen, doch Feli zeigte die Feli die sie war.
Freundlich, Herzlich und ließ sich sogar bitten ein Lied zu singen. Rai'a dürfte verwirt gewesen sein als sie heim ging, und Rafael tat es leid.
Auch Rolosin lernte Feli als aufgeschlossene Frau kenen und gestand ihm am Schluss seine kurzzeitige Verwirrung, hatte er sie doch auch
bislang nur als Harte Baronin kennengelernt.
"So hältst du mein Herz, so machst du mich Glücklich, Liebes." hatte er ihr Glücklich gestanden, das er einen Moment lang kaum selber fassen konnte.
Er hielt die atemberaubenste Frau in den Armen und sie hatte sich so gezeigt wie er sie kennen und lieben gelernt hatte.
Bald schon waren sie Mann und Frau... bald schon würde sie ihm ein Kind schenken. Ein Kind ihrer Liebe. Egal ob Junge oder Mädchen. Er hoffte nur das er Tari beweisen durfte das sich nichts ändern würde, das er den kleinen noch immer so lieben würde wie vorher. Es konnte nur alles gut werden.
Verfasst: Montag 7. Mai 2007, 09:05
von Felicitas de Arganta
Der Morgen dämmerte bereits und Feli saß im Kinderzimmer und starrte hinaus auf den Hof und hinab auf die Straße.
Die Nacht war lange gewesen...sehr lange sogar. Rafael war noch nicht zurück und sie hatte ihn die letzten Tage sowieso nur sehr sporadisch gesehen. All der Stress...Sie seufzte.
"Ich brauche das, Feli! Du weisst wie ich bin!" hatte er ihr immer und immer wieder gesagt. Sie seufzte wieder. Was brauche ich denn? Natürlich die Situation war mal wieder so, dass Rafael unabkömmlich gewesen war. Aber auch das kannte Feli bereits zu genüge. Rafael war nunmal ein Ritter des Reiches.
Es hatte keinen Sinn sich weiter darüber Gedanken zu machen. Es würde sich nichts daran ändern und sie hatte diesen Mann geheiratet. Nicht weil er die best mögliche Partie auf Gerimor gewesen war. Naja, zumindest nach Adrian. Nein..desshalb hatte sie ihn nicht geheiratet. Sie liebte Rafael, sehr sogar.
Die langen Nächte setzen ihr sehr zu. Unter ihrem Herzen trat ein kleines Kind fröhlich in ihren Bauch sobald sie auch nur daran dachte ins Bett gehen zu wollen. Ja, das tat es wirklich mit vorliebe.
Es war ja auch wirklich nicht möglich, dass die Mama einmal schlafen ging. Nein das ging nicht.
Generell machte Feli die Schwangerschaft sehr zu schaffen. Ihr Babybauch war mittlerweile mehr als gut zu sehen und sie erinnerte sich an Flo und ihren Umfang. Ja, da kam sie fast herran mittlerweile. Die Rückenschmerzen waren wirklich das schlimmste. Die Brüste zogen ebenso ständig. Es war keine einfache Zeit für sie.
Langsam und behäbig stand Feli auf und ging durch das Zimmer.
"Rollen ist der bessere Ausdruck..."dachte sie bei dem Gedanken und drückte die Hand ins Kreuz. Die weite Hose und die lockere Weste halfen, dass zumindest Kleidung nicht noch ein zusätzlicher Störfaktor wurde.
Auch wenn Feli das dringende Bedürfniss hatte sich endlich einmal wieder in Schale zu werfen. Sie war es so gewöhnt hübsche Kleider zu tragen, sich zu pflegen und herrauszuputzen. Aber das hatte jetzt im Moment einfach keinen Sinn.
Fast jeden Tag ging sie in das große Bad. Der Marmor wirkte immernoch so edel wie am Tag wo das Bad endlich fertig gestellt worden war.
Das heiße Wasser tat ihr gut und liess sie für einige Stunden die Last vergessen die sie unter ihrem Busen mit sich herrum schleppte.
Und Rafael? Ob er überhaupt verstand was Feli durchmachte? Irgendwie hatte Feli ihre Zweifel daran. Natürlich freute er sich auf das Kind. Es war ihm ein Herzenswunsch gewesen und sie war sich sicher, er würde ein guter Vater sein. Dennoch...ein wenig mehr Aufmerksamkeit seinerseits in diesen Tagen hätte ihr wahrlich gut getan.
Aber das ging im Moment einfach nicht. Feli musste mal wieder alleine stark sein. Von Flo hatte sie in den letzten Wochen auch nicht viel gehört.
Feli wunderte sich nicht sonderlich darüber. Immerhin hatte ihre Schwester mit der eigenen Tochter genug zu tun und musste sich vermutlich genau wie Feli um ihren Ehemann sorgen. Hudgarr war in der Hinsicht Rafael unheimlich ähnlich. Wenngleich er nicht ganz so verbissen und versessen auf Abenteuer war.
Die beiden Schwestern hatten sicherlich gute Ehegatten bekommen und ihre Eltern waren stolz auf ihre beiden Sprößlinge, aber in diesen Zeiten wünschte sich Feli manchmal es währe anders.
Ganz besonders beunruhigte Feli der Gedanke an die Geburt selbst. Sie war dabei gewesen als Flo ihr Kind bekommen hatte und es hatte sich als schlimmster Fehler herrausgestellt den sie hätte machen können.
Immernoch beschlich sie eine unauslöschbare Panik wenn sie daran dachte wie sie ihr Kind durch die Lenden pressen musste. Auch das Lesen half da herzlich wenig. Sie hätte die Finger von der Fachliteratur lassen sollen, aber so war sie nunmal. Komplikationen, Auswirkungen, Methodik...sie wusste viel über das was auf sie zu kam. Und es war wahrlich kein Segen was sie da wusste.
Sie hatte einfach furchtbare Angst davor und irgendwie hatte Rafael das noch nicht ganz begreifen können. Aber wie hätte sie ihm das auch begreiflich machen können? Sie wusste es nicht.
Er würde ja niemals ein Kind bekommen. Er war ein Mann. Er hatte es leicht.
Wieder musste sie seufzen. Wann würde ihr Geliebter endlich nachhause kommen?...
Es klingelte. Rafael!...Nein moment. Rafael würde nicht klingeln. Sie schleppte ihren Leib auf den Hof der gerade in ein Rot getaucht wurde von der aufgehenden Sonne.
Ein Gardist stand am Tor. Feli ging behäbig auf den Mann zu, während dieser mit seltsamer Mimik und scheinbar nicht unglücklich darüber war dass Feli so lange brauchte um bei ihm anzukommen. Erst als Feli nurnoch einige Meter von dem Tor entfernt war, straffte sich der Mann und die Rüstung schepperte kurz.
"Euer Erlaucht De Arganta von Stolzenfels..ich bringe Kunde von Varuna."
Feli wurde für einen kurzen Moment blass. In ihrem Kopf machten viele Horrorszenarien die Runde, doch das was sie zu hören bekommen sollte hätte sie sich wirklich nicht ausmalen können.
"Die Schlacht vor Eisenwart ist verloren worden, euer Erlaucht. Seine Hoheit, der Graf ist in Feindeshand. Es gehen Gerüchte um der Jarl der Hinrah, Falk und die Anführerin der Gefährtinen des Waldes, Frau Ronya Sortan sollen ebenso Gefangene der Rahaler sein." schloss der Mann mit sehr unwohler Mimik.
Ein Bote mit schlechter Kunde ist ein ungern gesehener Gast. Feli brauchte einen Moment um sich zu sammeln. Das waren wahrlich fruchtbare Nachrichten. Adrian hatte sicher nicht die erste Schlacht geschlagen. Auch nicht an forderster Front. In der Hinsicht war er wie Rafael, ein Dummkopf. Dann aber schossen ihre Gedanken zu Rafael.
"Was ist mit meinem Gatten, dem Grafen?" Sie versuchte ruhig zu klingen, doch kaum hatte sie das erste Wort ausgesprochen, wusste sie das es ihr gänzlich misslungen war und sie schwer besorgt klang.
"Die Restlichen Truppen haben den Rückzug angetreten, Gräfin. Wo genau Sir de Arganta von Stolzenfels ist, kann ich euch nicht sagen. Aber soweit ich weiss soll er wohlauf sein."
Ein lautes Krachen hätte es wohl gegeben hätte der Stein der Feli vom Herzen gefallen war ein Geräusch machen können. Sie straffte sich mühsam wieder und nickte dem Gardisten zu.
"Bitte geht und unterrichtet auch meine Schwester, die Baroness. Und so ihr meinen Gatten seht, entsendet ihm Nachricht seine Frau würde auf seine Rückkehr warten." Diesmal gelang es ihr beherrschter zu klingen.
Was ein Glück.
"Jawohl, euer Erlaucht. Möge Temora uns gewogen sein in dieser schweren Zeit. Gehabt euch wohl." verabschiedete sich der Gardist und ging, ganz offensichtlich erleichtert jene Aufgabe hinter sich gebracht zu haben, von dannen.
Feli unterdess wankte ihren Leib wieder ins Haus und ging hinab ins Kaminzimmer. Die bequemen Ledersessel waren jetzt genau das Richtige um ihren geschundenen Körper ein wenig Bequemlichkeit und Entspannung zu gönnen. Doch in ihrem Kopf machten immernoch düstere Gedanken die Runde...
Verfasst: Donnerstag 10. Mai 2007, 07:24
von Rafael de Arganta
„Du wirst auch noch zum Grafen gehen wenn er hustet und ich hier in den wehen liege!“
hatte Feli ihm vor Wochen noch prophezeit und er hatte abgewinkt. „Ach komm hör auf....“
Und nun?
„Eluive gib das das Kind noch auf sich warten lässt.“ Betete er inständig und verfluchte wie so oft das er in diesen Tagen Felicitas nicht beistehen konnte.
Doch lastete viel zu viel auf seinen Schultern das er nicht ignorieren konnte.
Eluive verzeih... Feli verzeih.
Er machte sich so schon genug Vorwürfe wegen Adrian.
Warum hatte er selber diese Aktion nur so unterschätzen können. Warum den Freund nicht abgehalten.
Das mit dem Scharfrichter durfte er Felicitas gar nicht erst erzählen.
Er raufte sich die Haare.
Die Bedrohung mit dem Drachen war so nah ... das Schwert dazu, der Seelenstein ... und jetzt Adrians Gefangennahme ... was war da schon im Vergleich ... er schnaufte hilflos und fast verachtend für sich... die Geburt seines Kindes!
Er hasste sich fast.
Hasste sich dafür seinem Freund nicht helfen zu können.
Und dafür seine Frau so alleine zu lassen.
Zwei Tage war er schon nun nicht bei ihr gewesen. Das einzigste war ein Bote der ihr versicherte das er wohlauf sei.
Jetzt nahm er sich die Zeit.
Wie hätte er auch anders gekonnt. Er hatte seit zwei Tagen nicht geschlafen.
Der Kopf brummte seit der netten Begegnung mit der gegnerischen Axt.
Er würde schlafen ...
Wenigstens für einige Stunden. Er war so müde.
Und er musste Felicitas ins Schloss holen. Sie musste verstehen das er nun zu tun hatte, das er dort nicht fort konnte. Vielleicht würde Flo sie begleiten.
Als er am Haus ankam war alles Stockdunkel.
Natürlich, es war mitten in der Nacht.
Wohl eher ein Glück für ihn. Wenn Feli ihn so sehen würde... die lange Risswunde von seiner Stirn über die Wange hinab bis zum Kinn, war verschorft, aber ließ ihn nicht besser aussehen.
Vorsichtig und leise tappte er ins Haus.
In der Küche machte er ein Tablett fertig mit allerlei Obst, Salaten, Brot, Käse, Milch.
Bestückte dieses Tablett mit einigen Rosenblättern und ging hinauf zu Felicitas die im Bett lag und schlief.
Lange betrachtete er sie in ihrem Schlaf. Dann stellte er das Tablette neben ihr ab legte sich vorsichtig neben sie, sie in seinen Arm nehmend.
Sachte schmiegte sie sich an ihn, und er streichelte sanft über ihren Bauch.
„Hörst du mein Kleines? Bleib da bitte noch ein wenig drin ja? Ich bitte dich!! Wenigstens bis sich hier alles ein wenig gelegt hat.“
Er überlegte noch ob er Feli wecken sollte dann schlief er jedoch vor Übermüdung neben ihr ein.
Verfasst: Donnerstag 10. Mai 2007, 11:14
von Felicitas de Arganta
In der Nacht wurde Feli durch irgendetwas kurz wach. Sie tat es als weiteres Treten ihres Kindes ab und schlief schnell wieder ein.
Sie hatte sich in den letzten Tagen abgeschottet. Blieb im Anwesen um den Geschehnissen rund um Gerimor zu entgehen. Das war vielleicht nicht das Beste das sie machen konnte, aber sie musste einfach an sich und ihr Kind denken und jeden weiteren Stress vermeiden.
Sie ahnte schon was sich in Gerimor tat und sie hatte auch so einige leise Ahnungen wo Rafael sich in diesen Tagen aufhielt.
Natürlich hätte sie zu ihm gehen können um ihm zu zeigen das sie ihn unterstützte. Doch sie glaubte nicht, dass sie von sonderlich großer Hilfe währe in diesen Tagen.
Was die Kriegsführung betraf wurde Feli noch nie eingebunden und ihre Abitionen sich einzubringen waren im Moment auf einem Nullpunkt.
Das Wissen der Harfner schien für die Führung Gerimors nicht wirklich von Belang zu sein. Das machte nichts. Wenige wussten um die Alten Zeiten und die Fehler der Vergangenheit und noch weniger interessierten sich wirklich dafür.
"Der Mensch ist verdammt dazu seine Fehler zu wiederholen" hatte ihr einmal ihr Lehrer gesagt. Es lag viel Wahrheit darin und Feli ließ den Dingen einfach ihren Lauf.
Der nächste Morgen kam schnell. Viel zu schnell. Ihr geliebtes Kind drückte schon sehr früh am Morgen auf ihre Blase was sie wach werden liess. Rafael lag zu ihrer großen Überraschung neben ihr im Bett.
Das hatte er schon seid zwei Tagen nicht. Er sah schlimm aus. Ein wenig blass in der Röte der Morgensonne die durch die Fenster herrein schien.
Sein Gesicht war auch nicht viel besser. "Wohl auf...natürlich..." seufzte sie sehr leise als sie sich die Wunde betrachtete die sein hübsches Gesicht verschandelte. Sie hoffte er würde keine allzuschlimme Narbe davon tragen.
Sicher würde er seinen Schlaf brauchen und sie stahl sich erstmal aus dem Bett um einem sehr dringlichen Geschäft nachzugehen. Das Tablett das nahe des Bettes stand hatte sie garnicht bemerkt als sie schwerfällig gen Bad hetzte.
Mit deutlicher Erleichterung hiefte sie ihren Körper wieder die Treppen hinauf und überlegte was sie nun tun sollte. Rafael würde sicher seinen Schlaf brauchen und es hatte keinen Sinn ihn zu wecken auch wenn sie ein dringendes Bedrüfniss hatte sich an ihn zu schmiegen und Halt zu suchen. Doch sie kannte ihren Mann zu gut. Sicher würde er in den letzten Tagen wenig geschlafen haben.
"Soll er schlafen...wir kommen schon zurecht nicht wahr liebes?" sprach sie zu ihrem dicken Bauch und wankte gen Küchenzeile um Frühstück zu machen.
Es verging eine halbe Stunde ehe sie am Tisch, in einem der bequemen Sessel, saß und ihr Frühstück zu sich nahm. Ihre Gelüste nach wirklich Unausstehlichem hatte sich gelegt und sie aß wieder normal.
Brot, Aufschnitt, Käse, ein Apfel, ein Ei, Kirschsaft, Marmelade, Schinken.
Den Tag über versuchte Feli die Gedanken an die Geburt zu verdrängen. Es war regnerisch in den letzten Tagen gewesen und so hatte sie sich im Garten nicht ablenken können. Das Rosenbeet brauchte viel Pflege aber im Moment war da nichts zu machen. An die Harfe konnte sie sich schon seid einigen Wochen nicht mehr setzen. Sie kam kaum an die Saiten herran.
Ab und an hatte sie ihre Handharfe in der Hand und spielte ein paar Akkorde aber auch das befriedigte sie nicht wirklich.
Also nutze sie die meiste Zeit dazu zu komponieren und sich ihren Lektüren hinzugeben. Jede Ablenkung die sie bekommen konnte war ihr so willkommen!...
Das Frühstück beendet stützte sie die Ellenbogen auf den Tisch und legte das Gesicht in die Hände.
"Ich habe solche Angst...."
Verfasst: Donnerstag 10. Mai 2007, 16:00
von Rafael de Arganta
Er wusste nicht wie lang er geschlafen hatte.
Zu lange! Schoss es ihm sofort durch den Kopf, und mit diesem Gedanken, kamen all jene die er am liebsten davon schiebenwürde...
All das was geschehen war.. all das was er noch tun musste...
Aber nicht hier nicht jetzt.
Er war zu Hause. Er lag in seinem Bett, doch war zuvor Feli noch an seiner Seite, war das Bett nun leer.
Langsam schwang er die Füsse aus dem Bett.
Das Essen auf dem Tablett war unberührt.
Er zog sich eines der sauberen Hemden über, tappte dann auf blosen Füßen, das Hemd offen die Treppe hinab um beim Anblick seiner Frau inne zu halten.
Ein Stich fuhr ihm durch sein Herz als er sie so sitzen sah, und lange Zeit vermochte er sich nicht zu rühren.
Einfach das Bild in sich aufnehmend, nicht wissend welches Gefühl überwog... das der Liebe oder der Verzweifelung darüber was er ihr antat.
Ihr schwarzes Haar floss in Wellen an ihrem Körper hinab.
Rafael liebte diesen Anblick.
Auch wenn sie jetzt ein wenig fülliger war, so wusste er doch warum, und liebte sie darum um so mehr.
Ob sie es schon bereute?
Bereute das sie ihn erwählt hatte?
Er war kaum da für sie. vor allem nicht in dieser Zeit wo sie ihn sicher mehr brauchte als alles andere.
Er musste sie einfach überreden mit ihm ins Schloss zu kommen.
Egal wie. Er wollte wenigstens so oft es ging bei ihr sein, da sein können wenn sie ihn benötigte.
Hier bleiben jedoch konnte er nicht.
Nicht um Adrians noch um seines Willen. Jedem noch so kleinem Hinweis musste nachgegangen werden.
Jeder Brief sofort beantwortet .
So tappte er leise zu ihr, trat hinter sie um sie mit den Worten "Guten Morgen Schönheit." zu umarmen. Sanft die Wange an die ihre Schmiegend. "Ich hab dich vermisst, vergib mir." murmelte er wissend das er komme was wolle nun doch die nächsten Stunden nicht würde fortreiten können.
Er wollte bei ihr bleiben, und sei es nur für kurze Zeit, einfach für sie da sein.
In der Hoffnung das sie dann mit ihm kam.
Verfasst: Donnerstag 17. Mai 2007, 08:32
von Felicitas de Arganta
Rafael hatte gebittet und gebettelt. Er hatte unbedingt gewollt das sie ins Schloss kommt doch...sie wollte nicht ins Schloss.
Zuviele böse Erinnerungen rief jener Ort in ihr wach. Soviel war dort geschehen und vieles davon wollte sie einfach am liebsten vergessen.
Aber Feli vergass natürlich nichts. Das währe auch eine schlechte Angewohnheit gewesen als Harfnerin.
Ihre Gefangennahme, der Sturm der über ihnen getobt hatte, nicht zuletzt Rafael`s Krankheit. Nein, sie wollte da nicht hin.
Sie hätte dort auch überhaupt keine Ruhe gefunden. Ständig hätte irgendjemand etwas von Rafael gewollt.
Also war sie Zuhause geblieben. Dort wo sie sich sicher fühlte, auch wenn Rafael jene Tatsache garnicht gefiel. Er wollte sie um sich haben.
Natürlich wollte er das. Er sorgte sich ja offensichtlich um sie.
Aber diesmal ging es nicht um ihn. Diesmal war es nicht sie, die zurück stecken musste. Nein, diesmal ging es um sie, nur um sie.
Feli glaubte bald das Horrorszenario würde seinen Lauf nehmen. Flo war die letzten Wochen garnicht zu besuch gekommen. Von Hudgarr hatte sie noch länger nichts mehr gehört.
Rafael hatte sich um das Reich zu kümmern, gerade wo Adrian verschwunden war. Sie war viel alleine. Natürlich hätte sie das nicht sagen dürfen. Immerhin war es ihre Entscheidung gewesen im Anwesen zu bleiben. Aber sie brauchte jetzt einen Ort an dem sie sich absolut sicher fühlte.
Die Geburt, die schon bald anstehen würde, machte ihr schwer zu schaffen. Besonders seelisch.
Sie wusste aber auch nicht mehr was sie noch tun konnte um sich die Angst irgendwie zu nehmen. Es gab keine Möglichkeiten mehr das alleine zu schaffen.
Sie musste einfach hoffen, dass sich die Zeiten schnell wieder beruhigten und Rafael wieder weniger stark von seinen Pflichten eingebunden wurde.
Behäbig stand Feli an diesem Morgen auf und rollte sich mehr aus dem Bett alsdass sie wirklich aufstand.
Die weichen Pantoffeln waren ihr heute Morgen auch zubieder und so ging sie barfuss hinab. Das Treppengeländer ächtze als sie sich darauf stütze um die Treppe hinab zu kommen.
Das Haus war still. Draussen wieherten die Pferde, sie hörte das leise Brummen von Yuni die vermutlich noch döste.
Sie ging erstmal hinaus um ins Nebenhaus zu kommen. Sie wollte Feli füttern.
Der Weg stellte sich als deutlich länger herraus,als sie ihn in Erinnerung hatte. Das war aber auch nichts Neues mehr. Yuni schlief tatsächlich noch. Die Pumadame lag im Pavillion mitten auf dem Tisch und döste vor sich hin. Ein Anblick der Feli schmunzeln liess.
"Ganz schön dreist für so eine große Portion Katze." murmelte sie amüsiert und ging weiter gen Nebenhaus.
Es war wieder kühl geworden. Aber das machte Feli wenig. Sie hatte eh kaum ein Gefühl von warm oder kalt im Moment. In einem Moment war ihr kalt und sie wollte sich am liebsten in den Kamin setzen und dann im anderen war ihr viel zu heiss das sie auch eigendlich gleich Nackt im Haus sitzen konnte.
Gemütlich öffnete sie die Tür und betrat das große Haus. Auch hier war alles still. Das leise Tapsen von Pfoten auf der Treppe verriet das Kommen ihrer kleinen Katze, Feli. Die Katze maunzte als sie Feli kommen sah und striff ihr um die Beine.
"Ja, ja. Ist gut Süsse. Du bekommst ja etwas." Feli lächelte und ging in die Küche um dort das Futter fertig zu machen. Nach dem Napf zu angeln war in ihren Zustand schon eine Sportliche Meisterleistung. Es war wirklich zum verrückt werden.
Kurz verharrte Feli als ihr Kind ihr mal wieder in den Bauch trat.
"Uff..zumindest weiss ich das du bei besten Kräften bist.." murmelte sie leise und strich sich über den dicken Bauch. "Aber kannst du denn nicht zumindest ein paar Stunden ruhe geben? Ich füttere dich gleich auch..."
Kaum gesagt überkam Feli der Heisshunger auf alles Mögliche schon.
Hätte sie alles gegessen was ihr gerade in den Sinn gekommen war, hätte sie den ganzen Tag in der Küche stehen können.
Überhaupt hatte Feli einiges über das Kochen gelernt. Natürlich auch gezwungenermaßen. Früher hatte sie kaum kochen können, doch seitdem sie mit Rafael zusammen lebte wurde das immer mehr zur Häuslichen Pflicht. Ihr war nicht viel anderes übrig geblieben. Dienerschaft wollte sie hier im Anwesen nicht. Das war ihre Festung. Ihr Heim. Ihre Zuflucht.
Man konnte essen was Feli in der Küche kochte und Feli zumindest schmeckte es. Rafael aß ja sowieso alles was nicht giftig war, wenn er dann endlich mal aß.
Ob er mal wieder einige Mahlzeiten "vergessen" hatte? Ihre Gedanken schiffen zu ihm. Sie hoffte wirklich, dass er da sein würde, wenn das Kind zur Welt kam. Das war ihre allergrößte Angst.
Aber vielleicht machte sie sich auch einfach nur zuviele Sorgen...
Verfasst: Samstag 26. Mai 2007, 09:04
von Rafael de Arganta
Er hatte den Tisch zum Frühstück gedeckt gehabt, wollte Felicitas nicht wecken.
Sie brauchte ihren Schlaf dringend, denn das Kleine ließ immer öfter nicht zu das sie welchen fand. Wahrscheinlich würde es nicht viel anders werden wenn es erst einmal da wäre.
Er selber verbrachte jetzt, wo die Gefahren gebannt waren sehr viel Zeit zu Hause bei ihr.
Und wenn er nur da war las oder versuchte die Laute zu spielen, was sie ihm dann irgendwann mit den Händen auf den Ohren verboten hatte.
Ja, er war ein lausiger Musikant und er hoffte das Ihr Kind etwas von ihnen gemeinsam hatte.
Felicitas Schönheit... ihre Leidenschaft, ihre Musik und Rafaels... hm... Stärke .. ein schöner...eben leidenschaftlicher Krieger, der dazu noch die Musik beherrschte.
Jawohl!
Genau da würde er werden.
Er..
Für ihn kam irgendwie gar nicht der Gedanke das es eine Tochter werden könnte.
Warum auch ....
Aber selbst wenn.
Nein es würde natürlich keinen Unterschied machen.
Dann würde es eben eine schöne Leidenschaftliche Kriegerin werden.
Er liebte Felicitas Leidenschaft.
In allem was sie tat.
Das war was ihn von ihr eingenommen hatte.
Womit sie ihn immer wieder überraschte.
Eine kleine Felicitas... oder ein kleiner... Was machte das schon aus.
Es war ein Kind ihrer Liebe und würde genauso aufwachsen.
Obwohl ...
Er fasste an das Amulett unter seinem Hemd...
Das Amulett des Kronritters.
Würde er jetzt vielleicht sogar noch weniger Zeit für seine Familie haben?
Was würde Feli überhaupt dazu sagen?
Er hatte die Rüstung längst abgelegt, und nichts außer das Amulett erinnerte ihn an das gestrige Geschehen.. Das ... und das königliche Schlachtross das dort draußen stand.
Er nahm nachdenklich die Blumen die er mitgebracht hatte.
Die eine legte er auf den Tisch vor ihr ihrem Teller, die andre zupfte er nachdenklich auseinander, die Blätter auf dem Tisch verteilend.
Dann blickte er darüber.
Milch, Käse, Wurst, Erdbeermarmelade, frisches Brot, Obst...
Nein er hatte nichts vergessen.
Zufrieden mit dem Tisch tappte er wieder hinauf in ihr Schlafgemach, wo Felicitas noch tief und fest schlief.
Einen letzten Schluck des Weines nehmend, legte er sich neben sie, das Hemd, die Hose anlassend, sie einfach an sich ziehend.
Er wollte den Moment ihres Erwachens nicht verpassen.
Verfasst: Mittwoch 30. Mai 2007, 10:05
von Felicitas de Arganta
Wie schnell die Zeit verging....
Stunden wurden Tage, Tage wurden Wochen, Wochen wurden Monde.
Feli glaubte bald platzen zu müssen. Sie fühlte sich einfach fett. Sicher machte sie auf so manchen auch zumindest die Ähnlichkeit dieses Eindrucks.
Sie hatte zwar größtenteils ihre schlanke Statur beibehalten, aber der gewaltige Bauch den sie vor sich her schob war schon etwas, grotesk.
Schwierig war besonders das Anziehen und Treppen. Gott, sie hasste Treppen.
Ihre Füsse taten ihr auch eigendlich ununterbrochen weh, von ihrem Rücken ganz zu schweigen. Auch das Bad half da nurnoch wenig. Sie konnte ja auch nicht den ganzen Tag im Badezimmer verbringen.
Rafael hatte sie ein paar Tage nicht gesehen gehabt. Es wunderte sie nicht. In und um Varuna war die Hölle losgebrochen wie sie gehört hatte.
Viele Händler und Handwerker hatten sich hinter Berchgard zurück gezogen und so war es nicht mehr so ruhig hier, wie einst.
Aber ein Gutes hatte das. Sie konnte sich ab und an mit dem ein oder anderen Händler unterhalten.
Zumindest in diesen Tagen. Dadurch hatte sie grob erfahren was denn nun vor sich ging und die Händler hatten wohl kein Problem damit sich der Baronin zu nähern. Im Moment machte sie eh keinen sonderlich "furchteinflößenden" Eindruck und wie es schien war ihre Schwangerschaft ein wirklich exzellentes Gesprächsthema um eine Konversation zu beginnen.
Aber auch diese Tage endeten irgendwann wieder. Es wurde wieder ruhiger hinter Berchgard und das letzte das Feli erfahren hatte war der Ritterschlag gewesen. Es hatte sich weit rumgesprochen. Nicht nur weil die Allianz des Lichtes nahe an Berchgard lag.
Nein das nicht nur. Die Ernennung eines Kronritters war eine sehr große Sache in den Adelskreisen und würde sicher weitläufig bekannt geworden sein.
Jener Kronritter...wie hätte es anders sein können. Es war natürlich Rafael.
Sie wusste nicht genau was sie davon zu halten hatte. Würde er jetzt nun mehr oder noch weniger Zeit haben? Sein Status erhob ihn über so ziemlich alles hier. Nur Adrian als Truchsess war ihm noch direkt Weisungsbefugt. Feli wusste, Rafael würde sogar auf ihn hören, währe er der Ärmste Bauer.
Seltsamerweise, bedrückte Feli jene Tatsache, was da an Intrige vor sich ging, weniger als sonst.
Vermutlich lag es einfach daran, dass sie selbst große Zweifel und Ängste plagten. Auch jetzt...so kurz vor der Geburt liessen sie die Bilder von Florence nicht los und erzeugten immernoch die gleiche betäubende Panik wie schon vor Wochen.
Achja...es wurde Zeit für`s Frühstück...
Verfasst: Donnerstag 31. Mai 2007, 02:25
von Felicitas de Arganta
Feli`s Schlaf war tief und traumlos. Die Erschöpfung und der Schrecken des vergangen Abends stecken ihr so tief in den Gliedern, dass sie kaum einen Muskel hatte rühren können und kaum, das Liliana ihr sagte sie solle schlafen, auch schon entschlummert war.
Wie hatte das alles nur passieren können? Wie hatte Feli sich so täuschen können? Sie...die Menschenkennerin. Die Harfnerin. Die die Menschen eigendlich verstehen sollte. Sie hätte es besser wissen müssen. Aber sie hatte diese Gefahr nicht kommen sehen. War sie nachlässig geworden?
Hatte sie ihr Vertrauen leichtfertig gegeben?
Eines stand fest: Sie hatte einen fürchterlichen Fehler begangen. Einen Fehler der ihrer Tochter fast das Leben gekostet hätte.
Das würde sie sich niemals verzeihen können. Wie konnte sie damit umgehen?
Das alles..hatte so einfach angefangen....
Feli war neben Rafael aufgewacht. Ein Tritt oder etwas ähnliches hatte sie geweckt. Es war schön Rafael neben sich zu spühren. Zu sehen das er bei ihr war. Es tat ihr gut nach den Strapazen der letzten Wochen und Monden. Schön das er Zeit für sie fand und bei ihr sein wollte.
Sie hatte eigendlich nur ins Bad gehen wollen, doch sie war nur bis in den Wohnraum des Haupthauses gekommen.
Mitten im Raum war sie stehen geblieben...ihre Hose war nass. Das konnte doch garnicht sein?! Sie wäre vor Scham am liebsten im Erdboden versunken als sie nach Rafael geschrien hatte.
Aber innerlich hatte sie bereits eine Ahnung, das das nicht daher kam das sie so dringend ins Bad gemusst hatte.
Auch der Schmerz der sie überkam als Rafael hinabgestürmt kam, war ein weiteres Anzeichen dafür, was Feli nicht wahr haben wollte.
Im Kinderzimmer hatte Rafael sie auf dem Bett niedergelegt und wie als hätte man nach ihm gerufen war Rodirian aufgetaucht.
In jenem Moment war es fast ein Segen gewesen, wie sehr sie sich getäuscht hatte.
Rodirian hatte Hudgarr und Liliana mitgebracht. Auf Geheiss Adrians, wie Lili erklärte. Adrian wusste also das irgendwas im Anwesen vor sich ging.
Was dort noch alles passieren würde, das hätte er sich sicherlich nichtmal in seinen schlimmsten Albträumen ausmalen können.
Die Geburt selbst war ein Horror gewesen. Die Schmerzen waren fast betäubend und auch die Worte von Rafael und Liliana halfen nur wenig.
Atmen solle sie. Was glaubten die Zwei eigendlich was sie da tat?!
Ihr innigster Wunsch war es, dass es einfach vorbei war. Die Anstregung jenes kleine Wesen aus ihrem Körper zu pressen, die starken Wehen es war furchtbar gewesen. Dazu das Blut und die anderen Dinge...
Aber als Feli ihre Tochter in den Armen hielt...jenes kleine, zerbrechliche Wesen das gerade das Licht der Welt erblickt hatte...da war das alles vergessen.
Flaumiges, schwarzes Haar auf dem kleinen Köpfchen, klare, blaue Augen die sie neugierig ansahen. Zumindest nachdem sie nicht mehr schrie.
Doch jenes Schreien war in dem Moment für Feli die schönste Melodie gewesen die sie je in ihrem Leben gehört hatte. Nichts würde das jemals übertreffen können und nur eine Mutter konnte diesen Grund verstehen.
Rafael hatte sich zu ihr gesetzt und sah auf seine neugeborene Tochter.
"Meine kleine Rehya..." wisperte Feli und Rafael`s Blick wurde noch sanfter. Der Stolz in seinem Gesicht war nicht zu übersehen und die Freude ebenso wenig. Für ihn, und auch für Feli, war ein Herzenswunsch in erfüllung gegangen.
Ihr eigen Fleisch und Blut. Sie war wunderschön. Das schönste Wesen das Feli je gesehen hatte. Die Augen einer Mutter sahen das völlig anders.
Auch die Schmerzen und die Pein, die ganze Qual der Geburt waren weggewischt und nurnoch ein Schatten in Feli`s Erinnerung. Alleine dieses unbeschreibliche Gefühl ihr eigenes Kind in den Armen zu halten strömte durch ihren Körper und füllte sie gänzlich aus.
Rehya de Arganta - Zukünftige Gräfin de Arganta und Baronin von Stolzenfels.
Sie würde ein großes Leben vor sich haben und es würde ihr an nichts mangeln. Hudi und Rodirian kamen dazu. Hudgarr, Rehya`s Onkel, sah auf das kleine Bündel nieder und Feli kannte jenen sanften Blick des großen Bären sehr genau.
Erst durfte der stolze Vater sein Kind halten, dann Hudgarr.
Es wurde Schnaps und Likör zur Feier der Geburt getrunken...
Dann...
Dann nahm das perverse Spiel seinen Lauf.
Rodirian bat die Kleine auch einmal halten zu dürfen. Es gab ansich nichts das dagegen sprach und Rafael erlaubte es ihm, doch...
Einen Moment nachdem sich der Leibwächter das Kind angesehen hatte zog er einen Dolch und presste ihn an den Rücken des wehrlosen Bündels.
Feli war gelähmt.
Sie konnte nichtmal mehr sagen was ihr durch den Kopf gegangen war. Das Entsetzen war so gewaltig das es einfach alles betäubte. Sie hatte jenes kleine Wesen vor kaum einer Stunde aus ihrem Leib gepresst und nun...nun trachte jemand nach seinem Leben.
Hudgarr hatte plötzlich seine Axt in der Hand, Rafael seine Rüstung an und Rodirian erklärte er würde jetzt gehen und sich in ein paar Tagen melden um seine Forderungen zu stellen.
Liliana, Rafael, Hudgarr und sogar Feli die ihre Worte wiederfand redeten auf den Mann ein. Es war sinnlos was er da tat. Sein Leben war jetzt schon sogut wie verwirkt, egal was noch kommen würde.
"Euer Leben ist verwirkt..." hörte sie sich ihm entgegen hauchen.
Auch Rafael und Hudgarr versuchten dies dem Mann klarzumachen doch er kam nicht zur Vernunft. Es wurde gebrüllt, geschrien und hämisch gelächelt.
Es kam Feli vor wie ein schlimmer Albtraum aus dem man einfach nicht erwachen wollte.
Rodirian floh durch die Tür in den Garten, Rafael und Hudgarr hinterher.
Ab da bekam Feli nurnoch wenig von dem mit was draussen Geschah.
Bis sie sich mit Lili`s Hilfe rausschleppte. Es war eine grausame Qual gewesen sich hochzuhiefen nach jenen Strapazen aber irgendwoher nahm sie diese Reserven. Die Armbrust nutzlos in ihrer Rechten trat sie hinaus.
Dort fand sie nicht nur Rafael, Hudgarr und Rodirian..Nein, auch Darna und Selissa. Thelor und einige andere.
Offenbar hatte jemand das Brüllen und Schreien gehört. Das war nicht weiter verwunderlich. Die Festung Llastobahr war nur einen Steinwurf entfernt vom Anwesen. Ein Grund warum sie hier eigendlich so sicher waren. Leider nicht vor solch niederträchtigem Verrat.
Sie hatte in ihrer Betäubung kaum etwas mitbekommen, nur das man sich auf irgendeinen Handel mit dem Verräter eingelassen hatte. Und so zogen Rafael, Hudgarr, Darna und all die anderen ab und liessen Feli mit Lili alleine.
Sie hatte folgen wollen, aber es ging nicht. Lili rat ihr auch dringlichst davon ab. Sie musste sich schonen wenn sie sich nicht selbst auch noch in Gefahr bringen wollte. Feli gehorchte auch wenn ihre Gedanken nurnoch um eines Kreisten: Ihr geliebtes Kind.
Was konnte einen Menschen zu so einer Tat veranlassen? Was rechtfertigte sowas?
Die Antwort war so klar wie offensichtlich: Nichts.
Nichts könnte je das wieder gut machen, das Rodirian an jenem Tage getan hatte. Er hatte Feli verraten, betrogen und belogen. Er hatte ihr ihr neugeborenes Kind geraubt, es bedroht und mit seinem Tod gedroht.
Nichts..absolut garnichts..würde diesen Mann noch vor seiner Gerechten Strafe schützen.
Und wenn Feli selbst dafür sorgen würde.
Es verging einige Zeit. Liliana kümmerte sich um Feli die durch die Geburt und den Horror sehr angeschlagen war. Gab ihr Wasser und half ihr ins Bett, sprach ihr gut zu.
Bislang hatte Feli nicht viel mit der Heilerin zu tun gehabt und gut verstanden hatten sie sich eigendlich auch nicht, aber das hier würde sie ihr niemals vergessen. Wenn sie ihr irgendwie helfen konnte, dann würde sie das tun.
Rafael kam wieder zurück ins Haus. Rehya auf dem Arm. Auf der Decke in die sie gewickelt war, klebte ein wenig Blut. Feli wurde bleich.
"Nur eine kleine Schnittwunde, nichts ernstes." erklärte Rafael und gab Liliana das Kind damit sie es versorgte.
Was hatte dieses kleine Wesen schon über sich ergehen lassen müssen in der kurzen Zeit in der es auf der Welt war?...Feli war für jenen Moment gebrochen. Sie wollte einfach nurnoch ihr Kind. Ihr Kind und schlafen...
Und das tat sie auch Nachdem Rafael nochmal hinab gegangen war um aufzuräumen und vermutlich um sich selbst Luft zu machen.
Schlaf...einfach nur schlaf...
Verfasst: Donnerstag 31. Mai 2007, 10:25
von Liliana van Drachenfels
Lili schlief bereits, als es unten an der Tür pochte. Schlaftrunken wankte sie zur Tür und sah dort Hauptmann Stolzenfels. Sie solle sofort mitkommen. "Feli.. das Kind" Lili war sehr überascht, zwar wußte sie daß die Baronin ein Kind erwartete, doch nahm sie an daß sie eine Heilerin und Hebamme hätten. Sie hatte bisher kaum Kontakt mit ihr gehabt und kannte sie nur flüchtig. Doch sie zögerte natürlich nicht und packte sogleich ihr Köfferchen und eilte dem Hauptmann hinterher. Im Haus der Stolzenfels angekommen machte sie sich sogleich an die Arbeit. Sie war sehr nervös und aufgeregt. Sie hatte zwar oft ihrer Mutter geholfen aber dies hier das war etwas anderes. Ihre erste Geburtshilfe ganz allein und dann auch noch die Baronin. Sie versuchte jedoch sich diese nicht anmerken zu lassen und im Gegenteil ruhig und besänftigend auf die Baronin einzuwirken. Diese war selber hochgradig aufgeregt ihr Puls ging sehr schnell und sie atmete sehr hektisch und flach. "Tief ein und ausatmen" Sie überprüfte permanent ihre Atmung und ihren Puls. Kurz danach kam die nächste Wehe. Die Baronin litt sehr unter den Schmerzen aber Lili's Vorschlag daß sie ihr etwas gegen die Schmerzen geben könnte, lehnte sie tapfer ab. Lili war dies auch lieber so, denn sie war sich nicht ganz sicher wie das Mittel auf das Kind wirken würde. Sie wußte nur von ihrer Mutter,daß diese in einigen wenigen Fällen ein Schmerzmittel verabreicht hatte. Nach einiger Zeit war es dann so weit, daß sie das Köpfchen sehen konnte und kurz darauf hielt sie die Kleine in ihren Armen. Sie gab dem Mädchen einen sanften Klaps auf das Hinterteil, woaruf diese anfing zu schreien. Lili lächelte erleichtert und betrachtete das Kind. Es ist ein Mädchen sagte sie und es ist alles dran, fügte sie auf Rafaels Nachfrage, hinzu. Sie säuberte das Kind, wickelte es in saubere Tücher und durchtrennte die Nabelschnur. Anschließend versorgte sie noch die Wunde und legte der jungen Mutter das bündel mit dem Kind in die Arme. Kurz darauf überschlugen sich die Ereignisse als der Leibwächter der Baronin versuchte das Kind zu entführen. Als dieser mit den Gardisten abzog blieben Lili und Feli zurück. Diese wollte ihr Kind nicht aus den Augen lassen, doch war es schon fast unverantwortlich gewesen daß sie es ihr gestattet hatte aufzustehen. Und so drängte sie darauf daß sie sich wieder ins Haus und ins Bett begab. Feli stimmte wiederwillig und wohl auch kraftlos zu und so half ihr Lilli nach Oben. Sie deckte sie gut zu und holte ihr etwas zu trinken. Sie blieb bei Feli, kümmerte sich um sie und bat in Gedanken Eluive, daß dem Kind nichts zustoßen möge. Nach einiger Zeit kam dann Rafael mit dem Kind und alle waren sehr erleichtert. Lili versorgte die kleine Schnittwunde. Da sie eine Infektion fürchtete mußte sie die Wunde entsprechend behandeln. Dazu träufelte sie etwas von ihrer inzwischen wohl schon gefürchteten Wundtinktur auf ein Tuch und betupfte damit die Wunde. Das Kind schrie naütrlich sogleich auf. Die Schmerzen die diese Tinktur bei offenen Wunden verursachten waren auch wirklich arg und es tat Lilli in der Seele weh, der Kleinen das anzutuen. Doch es mußte sein. Daß Feli ihr dabei fast eine runtergehauen hätte, als das Kind aufschrie, bemerkte sie nicht einmal. Zusehr war sie auf das Kind fixiert und gab auch sogleich eine dunkelgrüne Paste auf die Wunde. Diese wirkte kühlend und schmerzstillend, so daß das Geschrei des Babys nachliess und sie nur noch leise wimerte. Rasch verband Lili die Wunde und legte Feli ihre Tochter in die Arme. Diese nahm sie überglücklich in Empfang. Kurz darauf befragte sie Lili nach ihren Wünschen, doch sie winkte ab. Daß sie hatte helfen können, war ihr schon Lohn genug. Sie hatte alles was sie brauchte und das was ihr fehlte, würde auch eine Baronin und Frau eines Grafen ihr nicht geben können.
Feli bot ihr dan noch an, daß sie im Gästezimmer schlafen könne, Lili nahm dankend an und sagte ihr, sie solle sie rufen, wenn etwas sein sollte.
Dann schlief sie erschöpft ein und Lili ging runter ins Gästezimmer, wo sie das Laken vom Bett abnahm, dann legte sie eine Decke auf das Bett, legte sich hin und fiel in einen leichten Schlaf.
Verfasst: Freitag 1. Juni 2007, 18:38
von Felicitas de Arganta
Angst
Feli war mit ihrer Eskorte wieder am Anwesen angekommen und sah kurz auf die vier berittenen Gardisten die sie geleitet hatten.
"Das Ost- und Nordtor sichern." gab sie knappen Befehl und ging ins Haupthaus. Dank der Unterstützung von Hudgarr und Adrian hatten die Gardisten nichts gegen die Befehle der Baronin einzuwenden.
Warum sollten sie auch? Es war ja immerhin ihre Pflicht.
Die kleine Rehya schlief zum Glück wieder in der samtenen Tragehalterung die Feli um die Brust trug. Jenes Geschirr war mit teuren Fellen und Leder ausgelegt, sodass ihr geliebtes Kind bestens geschützt und sicher und weich gehalten wurde.
Die meiste Zeit jedoch hatte sie die kleine unter ihrem Umhang versteckt gehalten. Es musst niemand das Kind auf Anhieb sehen können.
Rodirian war entkommen.
Und Lynette de Burgo hatte ihm geholfen.
Eine gewisse Angst machte sich in ihr breit. Das hatte sie schon, als sie den Brief erhalten hatte. Welch Frechheit musste man besitzen.
Er würde noch lernen das man sich nicht mit dem Reich anfeindete. Ohja...
Und mit den Gedanken wandelten sich auch ihre Gefühle.
Zorn
Die Tatsache das dieser eldende Verräter hatte entkommen können, weckte in Feli eine tobende Wut. Eine Woge des Zorns die durch ihren Körper peitschte und nur durch das bildschöne Antliz ihres Kindes gemildert werden konnte.
Wie hatte das passieren können? Wer war dafür verantwortlich?
Egal wer dafür verantwortlich war, dafür würde er den Rest seines Lebens Latrinen schrubben, wenn nicht schlimmeres!
Sie spührte soviel Verachtung für jenen Mann und jedem der ihm geholfen hatte, nur Adrian schien ihren Zorn noch im Ansatz zu teilen.
Wenngleich sie Rafael im Moment nicht gut einschätzen konnte.
Die Gesamte Familie de Burgo hatte sich auf Befehl des Grafen im Schloss einzufinden. Beim kleinsten Zweifel sofort inhaftieren, hatte es geheissen und Feli wusste wie Ernst Adrian jene Worte meinte.
Vorsicht
Aber Feli musste jetzt Vorkehrungen treffen. Rodirian kannte das Anwesen gut auch wenn es bestens zu Verteidigen war. Ganz sicher war sie hier ohne ausreichende Bewachung nicht und bis jene aus Stolzenfels angerückt war musste sie irgendwohin wo ihr Kind sicher war.
Nur wohin sollte sie gehen?
Adrian hatte ihr das Schloss oder die Festung Llastobhar geraten.
Das Schloss kam nicht in Frage. Zuviele Personen die Feli fremd waren. Zu leicht für einen Verräter in das Schloss zu gelangen und zuviel Rummel und Hektig. Grad in diesen Zeiten.
Die Festung Llastobhar...sie kannte die Llastobhar kaum. Cathal war sicher ein guter Mann, aber in diesen Tagen konnte sie niemandem mehr vertrauen. Shanna war auch eine feine Seele. Aber Feli hatte gesehen wie sehr man sich in den Menschen täuschen konnte.
Sie wusste zuwenig über die Llastobhar um sich dort sicher zu fühlen.
Würde etwas sein, währe sie dort hilflos allem ausgeliefert.
Falk...Grimwould.
Eine Option die ihr noch am ehesten zusagte. Falk hatte ihr den Schutz des Clans gestern noch versichert. Gestern wo er mit seinem Sohn bei ihr gewesen war. Ein hübscher, aufgeweckter Junge. Falk konnte stolz auf ihn sein.
Aber in einem hatte Adrian recht: Die Reise bis nach Grimwould war lang.
Lang und sehr gefährlich. Ohne den nötigen Geleitschutz war es einfach verantwortungslos überhaupt daran zu denken.
Also blieb sie erstmal hier. Hier im Anwesen.
Die Gardisten hatten die Tore abgeriegelt und Kiara und Yuni würden den Rest tun um es sogut wie unmöglich zu machen, unbemerkt in das Anwesen zu kommen.
Auch hatte sie sämtliche Schlösser austauschen lassen und ihre Armbrust stand stets griffbereit und geladen neben der Tür.
Ebenso fühlte sie sich in ihrem Drachenpanzer wieder deutlich sicherer, auch wenn das Tragen der Rüstung die Schmerzen noch schlimmer machte, die sie dank der Geburt immernoch hatte.
Das ganze Becken tat ihr weh. Die Muskeln, die Knochen, die Haut, einfach alles.
Das Mittel das Liliana ihr gegeben hatte half ein wenig, aber wie die Heilerin es gesagt hatte, war es nur ein leichtes Mittel um das Kind nicht unnötig zu belasten.
Immerhin gab Feli jene Mittel durch ihre Milch an Rehya weiter und da wollte sie kein Riskio eingehen.
Liebe
In dieser Zeit, jener schweren Zeit für Feli, war ihr das kleine Bündel das sie fast ständig mit sich trug ein willkommener Trost.
Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist nahezu grenzenlos. Sie hatte oft davon singen können oder Geschichten darüber hören, aber jetzt erst verstand sie jene Worte wirklich.
Rafael hatte viel zu tun. Er fehlte ihr ein wenig auch wenn er sehr viel mehr Zeit mit ihr verbrachte als in den letzten Wochen.
Sie brauchte einfach eine Schulter an die sie sich stützen konnte und jene konnte nur ihr geliebter Ehemann ihr geben.
Auch wusste sie nicht wie es ihm so wirklich ging...
Er sagte zwar, dass sein Gefühl, sein Glück über die kleine Rehya unbeschreiblich sei und das war sicher auch so, aber da war ganz sicher noch mehr. Dinge die Rafael ihr verschwieg. Vielleicht auch um Feli nicht unnötig zu belasten oder zu verunsichern.
Sie wusste es nicht genau....
"Zeit das wir dich wickeln mein Schatz...und dann bekommst du was zu essen" erklärte sie dem kleinen Säugling und ging ins Kinderzimmer.
Verfasst: Sonntag 3. Juni 2007, 08:30
von Rafael de Arganta
Feli war gerade wieder eingeschlafen und Rafael brachte die Kleine Rehya hinab ins Bett.
Legte das kleine nun zufrieden schlafende Bündel vorsichtig hin, als könnte es zerbrechen und deckte es zu, um sich dann direkt daneben zu hocken.
Genau so hatte er die erste Nacht bei ihr verbracht, das Schwert daneben liegend.
Es war schon ein kleines Wunder was da vor ihm lag.
Seine Tochter.
Das Herz schien ihm gar über zu quellen vor Glück... und vor Trauer.
So Jung war sie. Gerade erst Geboren musste sie schon die Härte des Lebens kennen lernen.
Rodirian würde seines Lebens nicht mehr froh werden.
Ein jeder jagte ihn nun und wenn er Rafael begegnen würde ... Nein! Noch mal würde er ihn nicht der Gerichtsbarkeit überstellen. Er hatte jegliches Recht ihn zu fordern!
Vorsichtig streckte er seine Hand nach ihr aus, streichelte über das kleine Köpfchen mit dem Schwarzen Flaum, und bemerkte nicht einmal wie ihm eine Träne aus den Augenwinkeln lief.
„Hörst du Rahya... irgendwann lernst du deinen ... großen Bruder kennen ja? Er heißt Antares.
Er ist zwar ein wenig Schwierig und sturr, aber du wirst ihn lieben, wenn du ersteinmal sein Herz erreichst und er dich nicht fortstößt.“ Er seufzte.
Antares... er war am Ende seiner Ideen angekommen. Aber er wollte konnte nicht aufgeben.
Irgendwie musste der Junge doch begreifen das er ihn noch immer genauso lieb hatte.
„Du musst mich halt Teilen Rehya. Mit deiner Mamma deinem Bruder.
Aber ich verspreche dir, ich werde so gut es geht auf dich aufpassen, und niemand wird es mehr wagen dir weh zu tun.“
Er lächelte wehmütig als er an ihre Geburt dachte.
Wie hatte Tari wohl ausgesehen?
Für ihn war Rehya das schönste gewesen was er je gesehen hatte in dem Moment wo sie geboren war. Obwohl so runzelig und blau ... war sie sicherlich keine Schönheit gewesen.
Aber das war wohl der Vaterstolz in ihm.
Seine Hand, sein Arm war übersäht gewesen mit blauen Flecken... überall wo Feli ihn gekniffen, sich festgehalten hatte.
„Ich hasse dich!“ Hatte sie ihn angeschrieen, und nach der Geburt gleich wieder ein „Ich liebe dich.“
Er hätte ihr so gerne die Schmerzen der Geburt abgenommen, so er gekonnt hätte.
Aber da musste sie selber durch.
Was danach geschah ... Rodirian und die Entführung war vor ihm abgelaufen, als gehörte sein Körper gar nicht mehr zu ihm.
Er hatte Zorn gespürt.
Unaufhaltsamen tiefen Zorn.
Und wäre Rehya nicht gewesen hätte er in diesem Moment wohl einen Mord begangen.
Aber Temora.. Eluive konnten doch nicht zulassen das einem kleinen, gerade mal geborenem Wesen etwas geschah?
Er hatte den unbändigen Wunsch große hohe Mauern um sein Anwesen zu ziehen.
Feli mit der Kleinen darin ein zu sperren und keinen mehr zu ihnen zu lassen.
Feli würde ihm was erzählen!
Er jedoch hatte Angst um sie.
Feli konnte sich wehren aber die Kleine?
Er seufzte stand auf und ging hinaus in den Garten.
Alles war im Moment für ihn irgendwie noch schöner geworden, wären da nicht die Dunklen Wolken über Varuna, Tari und die Geburt, könnte er das Leben im Moment so richtig genießen.
Er sah auf den RIESEN Haufen Kaminholz das an der Mauer lehnte ...
Seine Wut hatte er irgendwie Luft machen müssen und so hatte das Holz dafür herhalten müssen.
Er ging hinüber ins Nebenhaus, bereitete das Frühstück, um dann einen ihrer Rosensträucher leer zu pflücken.
Die würden schon wieder wachsen.
Mit einem Tablett so voller Liebe gedeckt, ging er dann wieder hinüber die Treppe hinauf.
Feli brauchte zwar ihren Schlaf...
Aber sie sollte heute einfach mal den ganzen Tag im Bett bleiben. Verwöhnt von Mann und hm... Tochter.
Fern von alle Sorgen.
Einfach nur eine Familie.
Und so weckte er sie zärtlich mitten in der Nacht.
„Frühstück.“
Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 10:14
von Felicitas de Arganta
Dunkelheit...Stille..bedrückende Stille...seltsame Gerüche in der Luft.
Wo war sie hier nur? Irgendein Versteck der Krathories...
Alleine der Anblick dessen war abscheulich und brachte in Feli das Verlangen hoch sich zu übergeben um dann alles kurz und klein zu schlagen, wenn sie gekonnt hätte.
Aber Rehya in ihren Armen, gehüllt in das weiche, weisse Fell und die anderen warmen Sachen, liess die tobende Wildkatze zahm werden.
Ihr durfte nichts passieren. Diese Verrückte, diese Krathorie, war sicher zu allem fähig. Es war genau jene die Rafa das damals angetan hatte und sie wusste wie sehr er gelitten hatte. Selbst heute noch machte im Dunkelheit zu schaffen.
Was nur hatte dieses Weibsbild vor?...
Feli wusste es nicht. Es war erschreckend wie leicht diese Dämonenpaktierer selbst sie täuschen konnten. Es gab nichts das man dagegen tun konnte wenn man selbst eigenen Augen und Ohren kaum trauen konnte. Langsam wunderte es sie nicht mehr, dass die Krathorie so lange ungefasst geblieben waren.
Diese Frau schien besessen von Rafael...denn politische Gründe hatte sie sicher nicht auch wenn eine Gräfin des Reiches und ihre Komtess sicher ein herrliches Druckmittel für Adrian und das gesamte Reich dargestellt hätten. Aber zum Glück dachte die Krathorie nicht in diesen Bahnen...
War das Glück?...Feli wusste es nicht. Das einzige das sie wusste war, dass sie in irgendeinem seltsamen Ort war. Ein Ort der irgendwas mit den finsteren Machenschaften dieser Verrückten zu tun hatte.
Kaum das sie sich wieder hatte bewegen können, war sie aus dem wiederwärtigen Raum herraus und hatte sich in den hintersten Gang zurück gezogen, die kleine Rehya weiter im Arm haltend.
Sie hoffte inständig die Kleine würde von alledem nicht viel mitbekommen und das die Anwesenheit ihrer Mama ihr helfen würde.
Im Moment schrie Rehya immernoch wie am Spiess und auch Feli gab sich ihren Tränen hin.
Irgendwie musste sie doch hier herrauskommen können...
Sie überprüfte ihre Verstecke. Nichts. Selbst die Dietriche waren weg.
Ob man hier irgendetwas zu einem Dietrich umfunktionieren konnte?
Gab es denn überhaupt ein Schloss das man öffnen konnte?
Und was waren die Worte jener Verrückten gewesen?
"Egal wohin du gehen willst, jeder Weg führt nur in den Tod. Nur hier bist du sicher."
Es war zwecklos.
Nach einer langen Zeit in der Feli sich einfach ihrer Verzweiflung hingab, schaffte sie es sich endlich ein wenig zu straffen. Die Anwesenheit ihrer geliebten Tochter liess die Dunkelheit und den bedrückenden Ort nicht ganz so schrecklich wirken wie er war.
Und die Dunkelheit wusste Feli noch zu bezwingen...wozu hatte sie die Alten Lieder gelernt.
Ein sanftes Lied auf den Lippen, das sie leise für Rehya summte liess zumindest einen kleinen Teil der Finsterniss um sie herrum schwinden und erhellte die Gänge etwas mehr.
Zumindest war sie nicht völlig hilflos denn ihre mächtigste Waffe konnte man ihr nicht nehmen.
Rafael würde kommen...
Er würde kommen und sie retten...
Ganz bestimmt würde er kommen...