An Helisande von Alsted
Es war äußerst schwierig und gefährlich Berchgard dieser Tage zu verlassen.
Mehr dem Zufall war es zu verdanken, dass ich auf den Wegen Herrn Garvin
Stahl traf und in ihm eine schützende Begleitung nach Adoran fand. Uns war
nur noch der Weg über Wulfgard und das Meer geblieben.
Mit der Vogtin von Adoran konnte ich mich noch nicht austauschen. Aber sie
ist mir im letzten Jahr eine gute Bekannte geworden und ich bin mir sicher,
dass ihr Schreiben nur in bester Absicht und unüberlegtem Eifer geschah.
Ihr fehlt es noch an Erfahrung. Es wird aber sicherlich noch einmal zur
Sprache kommen.
In Adoran traf ich Esther Sternlied im Regimentskastell an und kann Euch
zumindest Eure anderen Fragen beantworten: Rekrutin Falkenglanz geht
es gut. Dies zum Ersten.
Zum Zweiten: Sophie Rhens stand sturzbetrunken vor dem Stadttor Adorans
und hat sich ins Handgelenk geschnitten, in der Absicht, sich selbst das
Leben zu nehmen. Dort wurde sie von Thorlav Hinrah gefunden. Warum die
Frau dies machte, darüber weiß Esther Sternlied nichts. Sie wurde von ihr
aber versorgt und überlebte dadurch den Vorfall. Der starke Alkoholkonsum
allein hätte Sophie Rhens schon fast umbringen können. Am nächsten Tag
aber verhielt sich Fräulein Rhens, als wäre am Vortag nie etwas gewesen
oder geschehen.
Esther Sternlied hat alle wichtigen Informationen an das Kloster
weitergeleitet und äußerte die Vermutung, dass geforscht wird, ob die
Frau einfach den Verstand verloren habe oder einem Fluch unterliege.
Das Oberste Schwert der Thyren, Thorlav Hinrah, begleitete mich über den
Seeweg von Adoran nach Sturmouve. Ich schilderte ihm die Lage unserer
Einkesselung und erhielt sogleich das Angebot, dass wir - Berchgarder und
Junkersteyner - zur Not Unterschlupf in Wulfgard finden könnten und auch
die Wege durch das Dorf zu ihrem Hafen nutzen dürfen.
So hoffe ich Euch die Antworten zu Eurer Zufriedenheit eingeholt haben
zu können.
