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Verfasst: Mittwoch 29. Januar 2014, 19:57
von Hazar Sevinc Bashir
Ich lag wach im Bett.
Kadir lag neben mir und schlief. Er hatte einen anstrengenden Tag, er schlief den Schlaf der gerechten.
Zu viel ging mir durch den Kopf. Die letzten Tage waren aufregend gewesen, viele neue Gesichter für mich.
Viele, die in den Schoß der Familie zurückgekehrt waren und sich wieder im Familienhaus eingefunden hatten.
Unter anderen Hasim.
Ich mochte ihn, seine basslastige Stimme war angenehm im Klang und er schien, zumindest was ich so sehen und hören konnte, ein Vernünftiger Mann zu sein, mit dem man durchaus reden konnte.
Tamina hingegen schien ein eher gespanntes Verhältnis zu ihm zu haben.
Sie mochte es nicht, das er eine gewisse Konsequenz und Strenge an den Tag legte.
Er war anders als Kadir, keine Frage.
Unsere kleine, süße Prinzessin…
Natürlich musste ich selbstkritisch hinterfragen, warum es so war, wie es war.
Waren wir zu nachlässig, hatten ihr zu viel durch gehen lassen?
War etwas passiert, von dem wir nichts wussten?
Was war geschehen, das ich, jedes Mal wenn ich Tamina abseits vom ‚Ins-Bett-Bring-Ritual‘ sah, es wieder irgendeine Art von Ärger.
Ich wollte, nein, wir wollten doch nur das Beste für sie.
Und nichts destotrotz mussten wir daran denken, dass sie eine gute, anständige Natifah werden musste.
Wohlerzogen und höflich.
Dieses kleine Mädchen war intelligent keine Frage, aber sie war stur… naja, sie war eine Bashir, das wunderte mich also nicht, aber sie musste die Grenzen lernen.
Man konnte einen Omar nicht treten, einem Mann, der ihr etwas erklären wollte, hässlich den Rücken kehren, oder wenn man nach 2 Minuten keine Antwort erhielt, beleidigt Türen knallen.
Einen Omar treten…
Herrjeh, wenn Imraan ihr oder uns das übel genommen hätte.
Ja, sicher, es war schwierig zu verstehen, warum Imraan zwar einerseits ein guter Freund war, aber andererseits war er eben auch Sajneen und Kalif.
Und eben ein Omar.
Er war nicht irgendwer, auch wenn wir alle ein gutes Verhältnis hatten.
Ich konnte mir vorstellen, dass auch die Situation mit Hasim noch nicht gänzlich überstanden war.
Wie würde es werden, wenn Eluive uns unser eigenes erstes Kind auf den Weg schickte?
Würde sich alles relativieren?
Oder würde es noch schlimmer machen?
Ich erhob mich und schlich mich aus dem Schlafzimmer, herab zu Taminas Zimmer.
Vorsichtig, um die kleine nicht zu wecken, schob ich den Vorhang beiseite und beobachte das Mädchen beim Schlafen.
Unwillkürlich legte ich die freie Hand auf den Bauch.
Irgendwann würde es soweit sein, dass ich meinem geliebten Ranim eigene Kinder schenken würde.
Bis dahin musste sich das alles gelegt haben.
Sah sie krank aus?
Bildete ich mir das nur ein?
Wecken würde ich sie nicht, aber ich würde ihr morgen einen Kräutertee mit Honig machen.
Jedenfalls wenn sich morgen früh der Verdacht bestätigte….
Verfasst: Montag 3. Februar 2014, 06:21
von Hazar Sevinc Bashir
Ein krankes Kind ist schlimmer, als jeder Schmerz!
Nicht, weil ich Tamina für anstrengend erachteten, sondern weil es mir im Herzen weh tat, Sie leiden zu sehen.
Aiwa, Sie entstammte nicht meinem Leib, aber Sie war eine Tochter für mich.
Ich saß oft dieser Tage an ihrem Bett, sah ihr beim schlafen zu.
Sie war von Issam und Anisah untersucht worden, und Sie hatte Medizin bekommen.
Strenge Bettruhe und Suppe, sowie viel Tee und Wasser sollte sie zu sich nehmen.
Sie war still, ganz im gegensatz zu sonst.
Wenn sie ihre Suppe gegessen und ihren Tee und die Medizin genommen hatte, machte ich ihr eine Tasse Kakao, der Sie doch zuweilen schon mal lächeln ließ.
Im Haupthaus ging es in dieser Zeit immer belebter her.
Sedat, Hasim und Aqila schenkten dem Haus wieder neues Leben, und ich war froh, das Nahlah nicht mehr alleine war.
Aqila war eine Grosse Hilfe für meinen Ranim.
Eine Tränensucherin, die offensichtlich ein gutes Herz hatte.
Mit ihr zusammen hatte ich anfegangen, ein Familienkochbuch zu schreiben, das Hasim natürlich dazu brachte, zu glauben, das er. Bestimmen konnte, was gekocht wird.
Er konnte sich etwas wünschen, gar keine Frage. Aber bestimmen?
Ich musste unweigerlich lächeln.
Ein Bashir! Dickkoepfig, aber herzlich.
Kadir hatte im Moment wieder viel zu tun, er war meist sehr erschöpft, wenn er Abends nach Hause kam.
So möchte ich ihm noch etwas, und setze ihn über den Tag in Kentnis.
Alles lief seine gewohnten Wege.
Verfasst: Montag 17. Februar 2014, 06:38
von Hazar Sevinc Bashir
Ich hatte die Nacht nicht zu Hause verbracht.
Kaum das die Aufmerksamkeit nicht mehr auf meiner Person lag, brachte ich das Sandlaeuferweibchen zum Bashirstall, wo der Stallmeister mich ein wenig verständnislos ansah.
Mit Lamas, Pferden, Mustangs kannte er sich aus, aber eine Echse....
Kurze Worte wurden gewechselt ehe er das Tier dann doch schlussendlich unter seine Fittiche nahm.
Ich eilte heim, hof mich um und packte eine Decke ein, ehe ich mich auf den Weg in die Durrah machte.
Ich brauchte Ruhe und vor allem ein wenig Abstand.
Ich wollte nicht, wütend wie ich war, irgendwas tun, was ich bereuhen konnte.
Meine Seele retten....
Tradition und das was mir lieb und teuer war mit Füssen treten....
Ungehorsam und ignorant.....
Auf dunklen Wegen wandeln.....
Lügen.....
Verstecken hinter mächtigeren....
Gesprächsfetzen die in meinem Kopf rumorten.
Warum hasste er mich so?
Ich hatte gefordert. Naturlich... Bis zu einem gewissen Grad musste ich das.
Aber mich ganzheitlich als schlecht und abseits von dem weg der Mara zu betrachten, hatte ich das verdient?
Könnte er differenzieren zwischen der Shoka und der Natifah?
Ich hatte das Gefühl, er wollte meine Worte und den Sinn dahinter nicht verstehen.
Er hatte ein Problem damit, das ich eine Natifah bin.
Die Macht und das Vertrauen anderer seien mitr zu Kopf gestiegen.....
Als mir alles nicht ehe hilfreich erschien, hatte ich ihm vorgeschlagen meine Bestrafung bei Kadir oder Imraan zu fördern.
Es ginge ihm um meine Seele....Kind!
Ein leises schnaufen meinerseits erklang und verklang in der nächtlichen Durrah.
Abstand....
Ich würde erstmal nicht mehr ins Ifreyhaus gehen.
Was für ein Abend....
Widersprüchlicher wie er nicht mehr hätte sein können!
Verfasst: Montag 17. Februar 2014, 17:20
von Kadir Bashir
Wieder einmal hatte es sich bewiesen, dass sein Vater Recht gehabt hatte. Eine gute Organisation von einer Karawane oder einem Basar, war das A und O. Ohne dies, würde sie sich im Sand verlaufen und das war das letzte was Kadir an diesem Abend noch gebrauchen konnte.
Was so schön angefangen hatte, endete in einem Gefühlschaos, dass Größer kaum sein konnte.
Gemeinsam mit seiner Familie saß er auf Imraans Feier. Sein Blick zur Seite gerichtet, schwankte jener zwischen seiner Frau und Imraan hin und her. Das mit Hazar etwas nicht stimmte konnte er fühlen und auch sehen, doch hatte es mit dem zu tun, was Imraan hier vor hatte? Die Worte verschwammen, sie klangen immer weiter entfernt, obwohl sich an der Nähe nichts geändert hatte... Der Dschinn, das Ritual, ein Dank an Nahlah, ihn (Kadir), Hazar und Jala... Die Erinnerungen an jene Zeit waren noch recht präsent in Kadirs Kopf, auch die Dinge die der Dschin veranstaltet hatte oder gar Imraan als er von ihm in Besitz genommen war.
Tamina sah die Echse wohl zu erst, denn als Kadir realisiert hatte was genau Imraan vor hatte, war es längst zu spät gewesen um dem noch aus dem Weg zu gehen. "Du hast mir mein Leben gerettet"... Die Zügel wechselten ihren Besitzer und seine Frau besaß nun, als Anerkennung, als Dank für ihre Arbeit einen Sandläufer... Tamina zappelte erfreut in seinen Armen, doch konnte er in diesem Moment die Freude nicht teilen. Ihn überkamen ganz andere Gefühle und er merkte wie sich alles in ihm anstaute, alles was sich in den letzten Wochen zusammen gesammelt hatte verschnürte ihm nun die Brust. Er musste hier weg, schnell weg... sonst... nein, nicht auf der Feier, soviel Anstand besaß er.
Kadir drückte der kleinen einen Kuss auf den Kopf, löste seinen Arm von ihr und verabschiedete sich, mit kaum mehr als 3 Worten.
Die Karawane war bereit. Die Tiere alle samt beladen, Vorräte, Decken, Werkzeug, Kleidung zum wechseln, warme Kleidung für den Norden. 2 Wachen und sein Bote würden ihn begleiten, ansonsten würde er alleine reisen. Er brauchte keine Gesellschaft und war im Moment froh, wenn er niemanden zu sehen bekam.
Wie ein Sandsturm wirbelte er die Treppe hinauf, entledigte sich seiner feinen Kleidung die irgendwo im Raum ihren Platz wieder fand und zog sich für den Norden wärmer an. Derzeit übermannte das Gefühl der Wut und der Enttäuschung, welches davon stärker war, konnte er nicht genau sagen. Die beiden Wachen und auch sein Bote warteten bereits, es war eh gepalnt nach dem Fest los zu reisen, dass dies nun so abrupt von statten ging... nun ja...
In der Nacht war das reisen durch die Durrah für Kadir wesentlich angenehmer als am Tag. Viel zu heiß brannte die Sonne über der Wüstenstadt und er wollte sich, seine Leute und die Tiere so lange schützen wie es ging. Der Weg durch den Norden würde beschwerlich genug werden.
Einen Sandläufer... was er auch versuchte, er wurde diesen Gedanken nicht los. Die Schmach... es war nicht so, dass er seiner Frau dieses Geschenk nicht gönnte. Er liebte sie, er hatte sie stets dazu gedrängt ihre Grenzen zu überschreiten, zu wachsen. Er wusste, von dem Tag an, als er sie wirklich kennengelernt hatte, dass sie zu größerem bestimmt war und unterstützte sie wo er nur konnte aber diese Enttäuschung...
Kaum das er vor fast 2 Jahren zurück in die Heimat gereist war, hatte er den Posten des Hajinedar übernommen. Seit 1 1/2 Jahren betreute er jenes Amt, er hatte schnell bewiesen das er dem gewachsen war, so dass die Probezeit dahingehend aufgehoben wurde. Er war ein Wesir... Handelsverträge mit Gemeinschaften, die nicht nur den Handel florieren liesen sondern auch Beziehungen schufen. beziehungen die gerade in schweren Zeiten von enormer Wichtigkeit waren. Märkte, in der wunderschönen Sonnenstadt, die nicht nur seine Kassen klingeln liesen. Die Stadt bekam die Besucher, die so lange vermisst geblieben waren. Er hatte sich für den Bau des Hafens mit eingesetzt. Märkte in feindlichen Gebieten abgehalten um den Wunsch des Emirs zu erfüllen.
Seine Beziehungen spielen lassen um günstig an schwarze Mustangs für die Kaserne zu kommen und auch sonst schlug er nie einen Wunsch aus.
Welcher andere Wesir war auch nur annähernd so lange in seinem Amt gewesen wie er? Der Sanjak, hatte seit seiner Ankunft bereits 3 mal gewechselt... Er war Oberhaupt seiner Familie, die er mit einem Sprung ins kalte Wasser, von heute auf morgen versorgen musste. Und gleich was das Haus Omar benötigte, wurde es möglich gemacht. Nahlah und er hatten die ganze Nacht in Jala's Turm gesessen. Das Pentagramm in den Boden geritzt und es mit dem Hexenstahlgemisch ausgegossen... Ohne auch nur eine Stunde Schlaf... Bedeutet dies alles nichts?
Nein, wie konnte es... Hazar, Liedweberin, von Eluive erwählt rettete immerhin sein Leben. Kadir war es leid, dass niemand all das zu schätzen wusste. Er konnte die Vorwürfe nicht mehr hören, die ihm erst Suraya und später auch Yasmeen gemacht hatten. War dies der Preis dafür? Er hatte so viel Arbeit, sich nie überfordert gefühlt und stets Freude an dem was er tat. Er war zum Handeln geboren... doch nun, hier und jetzt nagten die Zweifel an ihm. War es all das wert? Das er seine Familie vertrösten musste, wenn ein Markt anstand den es vorzubereiten galt, oder ein Handelsgespräch das mal wieder bis tief in die Nacht hinein ging. Wofür? Für ein wenig mehr Respekt, weil man ein Wesir war? Wen interessierte das schon? Wertschätzung...
Er konnte sich gut an die Worte des Emirs erinnern, als er an jenem Tag in der Küche des Familienhauses saß. "Wenn du deine Arbeit weiter so gut machst..." ja tut er, doch wie lange? Ein leben lang? War es dann angemessen mehr als ein Danke zu erhalten? Er erinnerte sich an die Worte als er Ghadir das letzte mal sah, dass es derzeit niemanden gab, der diesen Posten besser erfüllen könnte als Kadir es tat...
Worte... es waren immer nur Worte... Im nächsten Leben würde er einfach ebenso ein Liedweber werden, damit er Leben retten kann, wo ein Händler wie er es war nur dann angesehen war, wenn man etwas von ihm brauchte.
Wessen Rüstungen schützen den Kalifen in Kriegszeiten? Welche Waffen führt er? Aber Kadir war nicht Hazar, Kadir war kein Liedweber und er hatte seinem Freund nicht das Leben geschützt...
Das Gefühl in seinem Bauch änderte sich... wo Wut war, war nun Trauer, die Enttäuschung übermannte jegliches Gefühl. Vielleicht sollte er Djadji sein Amt wirklich überlassen, wo er doch so scharf darauf gewesen war. Doch nun, wo er kein Teil der Yazir mehr war, war fraglich ob er diesen Posten überhaupt wahr nehmen konnte. War dies sein Problem? Wohl kaum...
Völlig in seine Gedanken versunken, merkte Kadir gar nicht wie die Zeit verschritt und das sich bereits die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Pass auftaten. Sie hatten die Grenze erreicht... nur noch wenige Schritte und diese weiße Pracht würde sie umgeben. Schnee, mit dem sie sich besser schnell anfreunden sollten, denn er würde die nächsten Tage ihr Begleiter sein... gut das sie an warme Kleidung gedacht hatten...
Verfasst: Mittwoch 19. Februar 2014, 14:20
von Kadir Bashir
Der Pass lag hinter uns. Die Welt hier im Norden schien so friedlich als wir sie passierten. Alles schlief noch, nur die ersten Sonnenstrahlen hatten sich durch die Wolkendecke hindurch, ihren Weg auf den Boden gebahnt. Es war kalt hier... Die Luft war so kalt, dass ich das Gefühl hatte meine Nasenhaare würden gefrieren und so zogen wir die Schals etwas höher um unser Gesicht vor der Kälte zu schützen. Wir waren dies einfach nicht gewohnt.
Die anderen unterhielten sich, ich hingegen war noch immer mit meinen Gedanken und Gefühlen beschäftigt... Das schöne an einer Karawane... man hatte im Grunde seine Ruhe. Hier und da hörte man einen kleinen Vogel fiepsen. Ein Überbleibsel, da die meisten sich gen Süden aufgemacht hatten um der Kälte zu entfliehen.
Je weiter die Sonne aufging, desto mehr konnte man von dieser weißen Pracht sehen. Zugegeben, es war bewundernswert dies zu sehen. Die Bäume auf denen der Schnee sich abgelegt hatte. Die kleinen Eiszapfen, die hier und da die Zäune und Dächer zirrten... aber ich war dennoch froh, nur Gast zu sein und dem jederzeit wieder entfliehen zu können. Doch noch waren wir längst nicht an unserem Ziel angekommen. Unser Weg sollte uns weit in den Norden führen und ich ahnte schon jetzt, dass es dort noch kälter und sicher auch stürmischer werden würde.
Die Stimmen der anderen nahm ich kaum war. Ich hörte das sie sprachen aber war mit meinen Gedanken soweit fort, dass ich ihnen nicht folgen konnte. Das Knirschen unserer Schritte im Schnee... dieses monotone Geräusch... ich versuchte mich darauf zu konzentrieren, versuchte mich irgendwie abzulenken aber es fiel mir alles andere als leicht.
Vielleicht hatte ich mir in den letzten Wochen und Monaten zu viel aufgehalsen, zu viel geschluckt und abgewunken. Heute, hier und jetzt merkte ich, dass all dies noch immer an mir nagte und längst nicht Abschied genommen hatte. Verdrängen... eine gute Lösung... vorrübergehend... durch die Sache auf dem Fest, diese Echse... es war, als wäre es der letzte Tropfen gewesen, der, der alles auslösen und zurück holen würde. Ich fühlte mich wie in einem Albtraum gefangen, nur das es kein Traum war, es war mein eigenes Leben.
Es war zu viel gewesen... Naadja die gemeinsam mit Haroun fort ging, Suraya, Sharif, der noch immer nicht von seiner Expedition heim gekehrt war, der Streit um den Posten als Oberhaupt, Pazia, der Tod meines Fadrims und damit Tamina, die seither bei uns lebte und Yasmeen...
Ich war so in meine Gedanken versunken, dass ich nicht merkte, dass die Sonne längst am Zenit stand. Wir waren bereits seit 12 Stunden unterwegs... die Füße schmerzten, die Tiere brauchten eine Rast. Wir wollten uns einen der Gasthöfe suchen, damit die Tiere geschützt standen. Sie waren dieses nass kalte Wetter nicht gewohnt und wir mussten uns gut um sie kümmern um keines zurück lassen zu müssen.
Etwas Abseits von einem Weg, fanden wir eine kleine Herberge. Sie war mir noch nie vorher aufgefallen aber sie würde unseren Ansprüchen genügen. Wir mussten uns mit der Zeit und den Temperaturen hier im Norden anpassen und so hatte ich beschlossen, dass wir für den heutigen Tage nicht weiter reisen würden. Wir würden hier etwas essen, uns um die Tiere kümmern und übernachten. Erst am nächsten morgen wollten wir weiter ziehen. Hier im Lande war es unklug bei Nacht zu reisen, zu viele ungebetene Gäste... das konnten wir nun wirklich nicht gebrauchen.
Das warme Essen tat gut... es brachte Müdigkeit mit sich und erst jetzt fiel mir auf, dass auch meine Füße, diese weiten Strecken kaum mehr gewohnt waren. Ich lies die drei anderen noch in der Schenke sitzen. Sie hatten Spaß und unterhielten sich. Wieso sie mit meiner Laune anstecken? Das Zimmer war spärlich ausgestattet aber es genügte. Der Raum war recht klein, das Bett nahm wohl den meisten Platz ein. Unter dem Fenster stand ein kleiner Tisch mit einer Waschschüssel, die ich direkt in Anspruch nahm. Was Wasser war angenehm war... es musste erst kurz vorher aufgefüllt worden sein...
Fein säuberlich legte ich meine Sachen, auf einen Stuhl, der neben dem Bett stand... Im Kamin loderten die Flammen des Feuers, die den Raum in eine angenehme Wärme tauchten. Ich merkte, wie die Lider schwer wurden und jedes meiner Gliedmaßen fühlte sich um viele Gramm schwerer an. Seufzend setzte ich mich auf das Bett und lehnte mich zurück. Nicht so bequem wie zu Hause aber es würde genügen und es war besser als die Zelte in denen sie, zur warmen Jahreszeit, schliefen.
Schlaf... wohltuened, erholend, entspannend... weit gefehlt... Schweiß gebadet wurde ich noch mitten in der Nacht wieder wach. Es war finster draussen, wie lange hatte ich wohl geschlafen? Konnte man überhaupt von Schlaf sprechen, so wie ich aussah? Nicht einmal des Nachts hatte ich also Ruhe von diese Gedanken die mich quälten.. Würde ich sie bis zum Ende unserer Reise abschütteln können?
Verfasst: Donnerstag 6. März 2014, 22:04
von Hazar Sevinc Bashir
Ein Tag gleicht nie dem anderen.
Viele Dinge, die mir im Kopf herum schwirren, begleitet von dem schlechten Gefühl im Bauch, das einfach nicht weg gehen will.
Nichts ist schlimmer als erzwungener Stillstand.
Die Hände in den Schoß legen, und warten.
Warten auf das, was da noch kommen mag. Auf das, was vielleicht ausbleibt und vor allem auf das, was noch nachkommen würde.
Der Tag verläuft, die Zeit rennt dahin. Wie der Sand in der Uhr rinnt sie davon.
Und nichts ändert sich.
Im Moment jedenfalls.
Nachts, wenn die Sonne über der Durrah untergegangen ist, nahm ich mir oftmals die Zeit, für mich alleine zu sein.
Schlendern durch den langsam kälter werdenden Wüstensand, am Wasser entlang.
Den Gezeiten dabei zusehen, wie sie das Meer zurück zogen und wieder weiter ans Land schoben.
Die vielen Sterne am Firmament betrachten, reine Besinnung auf die ursprüngliche Melodie des Liedes.
Die Reinheit, die man sonst so gerne mal einfach hinnimmt, ohne sie zu würdigen.
Viel zu oft greifen wir ins Lied ein, biegen es, leiten es um, und formen es, temporär zu dem, was wir wollen.
Aber wie oft zeigen wir Dankbarkeit für den Nutzen?
Für das Geschenk?
Besinne dich auf deine Wurzeln…
Viele Dinge, die mir durch den Kopf gehen, fasse ich abends oder Nachts in klare Gedanken.
Wo will ich hin?
Was habe ich vor?
Wie kann ich ansetzen?
Wo muss ich intervenieren?
Und was kann ich so laufen lassen?
- Aus großer Macht folgt große Verantwortung…
[Spiderman]
Natürlich, wie konnte es anders sein, kreisten meine Gedanken um Imraan.
Fern der Heimat…
Wer weiss, was sie mit ihm anstellen.
Der Gedanke brachte schon wieder ein Gefühl des zusammenziehens in der Magengegend mit sich.
Ich sollte mit Khalida reden…
Machtlosigkeit…
Auch der Streit mit Alarash lag mir noch schwer im Magen.
Seine Worte hatten mich tief getroffen, einer der Gründe, warum ich das Ifreyhaus im Moment mied.
Warum war kein Vernünftiges Gespräch möglich?
Warum musste es immer so ausarten?
„Ich will deine Seele retten…“
Meine Seele…
War ich doch noch lange nicht am Punkt, an dem ich hätte sein können, wenn es mir lediglich, wie vorgeworfen, um meine Macht gehen würde.
Noch immer, trotz des Shoka-Ranges, lag ein weiter Weg vor mir.
Aiwa, Mächtig wie der Shanun… ein Ziel…
„Die einzige Grenze der Macht, ist unser eigener Verstand…“, die Worte des Shanuns hallten in meinen Ohren wieder.
Recht hatte er, keine Frage.
Die Frage alleine, die sich aus diesem Satz ergibt ist auch eher die:
Was muss ich dafür tun?
Ich war nie Rücksichtslos gewesen. Ich hatte viele eigene Blockaden, auch wenn diese immer mehr zurück gingen.
Immer mehr, die ich überwand.
Ich lies mich gedankenverloren in den Sand plumpsen, streckte die Füsse aus und sah aufs Meer.
Leicht beugte ich mich nach vorne und begann, Linien in den Sand zu malen, dieses Mal auch tatsächlich mit dem Finger.
Als ich von dem Sand abließ, sah ich auf mein Kunstgebilde hinab.
Ein kurzes Lächeln huschte über meine Züge.
Ein Pentakel… naja, jedenfalls fast.
Gedankenverloren gezeichnet, ohne eine Bindung, ohne Magie.
Das reine Zeichen, ohne Bedeutung außer dem Symbol als solches.
Mein nächster Schritt.
Aiwa, das sollte er sein.
Ich erhob mich und schlenderte gemächlich zurück nach Hause.
Morgen…!
Verfasst: Dienstag 1. April 2014, 22:10
von Kadir Bashir
Die Reise in den Norden war schon lange geplant. Dort lagerten einige der Vorräte die Kadir gerne ins Familienhaus holen wollte. Gerade jetzt, wo mit Salar ein weiterer Sohn der Familie und Tränensucher, zurück gekehrt war. Er hatte alles nötige Organisiert. Die Lamas und Pferde waren mit Satteltaschen ausgestattet worden. Frisch gefüttert und im Trockenen. Dieser Regen setze derzeit nicht nur seinem Volk zu, nein, auch den Tieren, die es nicht gewöhnt waren, dass es hier über eine so lange Zeit regnete.
Der Regen war auch ein Punkt der ihm Sorgen machte. Eigentlich wollte er mit dem Schiff bis in den höchsten Norden reisen und ab dort zu Fuß weiter gehen. Eigentlich… Durch den Regen war die Strömung viel stärker wie sonst. Meter hohe Wellen schlugen immer wieder gegen die, im Hafen liegenden, Schiffe. Er konnte dies weder den Tieren noch den anderen zumuten, die mit der Karawane mitreisen würden. Die Gefahr war viel zu groß und so beschloss er an jenem Abend, den Weg komplett zu Fuß zu gehen. Erst auf den Wegen durch die Durrah, über den Pass nach Norden, über das kleine Fischerdorf die Wege hinauf. Dort war es wenigstens trocken und dieser kalte Schnee war inzwischen völlig dahingeschmolzen. Er hatte die Strecke auf der Karte eingezeichnet, die er sorgfältig zusammen rollte und bei seinen Sachen verstaute. Hazar hatte dafür gesorgt, dass er ja genügend Proviant mit nahm und so war eines der Pferde schon jetzt voll beladen. Nicht etwa mit Gütern oder Handelsgut, sondern mit Essen und Trinken für eine ganze Mannschaft. Dabei zogen sie nur zu 5. Los…
Wachen würden sie diesmal keine Begleiten. Wozu auch? Zum einen war Kadir überall gerne gesehen, zum anderen war es ruhig. Die Streitigkeiten mit Rahal wurden niedergelegt und man arbeitete mal wieder an den Verträgen für einen Waffenstillstand. Würde er diesmal länger halten? Kadir hoffte es... sein Handel, sein ganzes Tun, war dadurch eingeschränkt und als Wesir hatte er stets nur den Vorteil seines Volkes und den des Emirs im Hinterkopf. Händler durch und durch…
Er löschte die Kerzen im Basar der edlen Künste und machte sich auf den Weg nach Hause. Seit Tamina wieder bei ihrer Oma angekommen war, waren die Abende ruhig geworden. Er hatte sich oft gefragt ob er Hazar damit zu viel zu gemutet hatte aber es kam nie ein Klagen von ihr. Sie war die perfekte Frau und er konnte sich keine bessere vorstellen. Die Schritte wurden schneller, er wollte den Abend unbedingt gemeinsam mit ihr verbringen.. wie Hasim schon sagte, vielleicht würde ihnen Eluive nun ein kleines Geschenk machen… eine kleine Wüstenprinzessin oder einen frechen Fennek… der Gedanke gefiel ihm, doch bisher, war die Zeit dafür wohl noch nicht die richtige gewesen. Eluive würde wissen wann der Zeitpunkt gekommen war und wann sie den beiden einen kleinen Anaan oder eine kleine Abla schenken würde.
Hazar hatte gekocht... und sie kochte wahrlich gut. Ein großer Vorteil der Blüten der Ifrey, sie waren bekannt für ihren großartigen Mocca und ihre hervorragenden Kochkünste. Nazeeya stammte ja ebenfalls aus dieser Familie und auch sie zauberte der Familie oft, schöne Abende mit ihrem köstlichen Essen. Sie redeten… es gab so vieles zu bereden, so vieles musste die letzten Wochen zurück stecken und unausgesprochenes lag in der Luft. Er kannte seine Frau, er wusste das er sie an jenem Abend im Haus verletzt hatte. Aber auch wenn es seine Frau war, konnte er keine Rücksicht nehmen, auf Traditionen die schon seit hunderten von Jahren bestand in ihrem Volk hatten. Es hatte ihn geärgert das sie vorher nicht mit ihm gesprochen hatte. Wieso ging sie damit zu Imraan? Die Frage hatte Tage lang an ihm genagt aber er verdrängt sie. Er wollte sich neda den schönen Abend mit ihr ruinieren lassen. Wer wusste schon wie viele Wochen er sie nicht mehr sehen würde. Wie schön sie doch wahr… In Momenten wie diesen wurde es ihm immer wieder bewusst. Er dankte Eluive, dass sie ihm gnädig gestimmt war und er ihr Herz erobern konnte. Seine Rani…
Früh am Morgen, noch ehe die Sonne wirklich aufgegangen war, schlich er sich leise aus ihrem gemeinsamen Bett. Sie sah so friedlich aus, wenn sie schlief. Dieses Geschöpf konnte nur von Eluive geschaffen worden sein. Er beobachtete sie, während er sich leise anzog. Ein sanfter Kuss auf ihre Stirn, ehe er sich leise hinaus schlich. Er trank noch einen kleinen Mocca ehe er sich zum Stall auf machte um die Tiere zu holen. Sie waren alle satt, noch einmal gestriegelt worden und Kadir kontrollierte ob die Taschen auch wirklich fest saßen. Alles war bereit, fehlten nur noch die 4 jungen Tränensucher aus dem Basar. Er wäre gerne alleine los gezogen aber die Wüstensöhne wollten ihn gerne begleiten. Einige von ihnen waren noch nie an der Mine hoch oben bei den Thyren gewesen. So war es in der Tat sehr gut, dass sie mit gingen, er könnte sie dem Volk der Thyren gleich vorstellen und ihre Kisten dort aufstellen lassen.
Der Regen brachte einen Vorteil, sie Sonne brannte nicht so fürchterlich heiß auf ihren Körpern. Der Nachteil? Bereits nach kurzer Strecke waren sie komplett durchnässt. Es machte den Weg nicht leichter sondern eher beschwerlich. Durch die nasse Kleidung hatte mal mehr Gewicht zu tragen und mehr Gewicht, brachte kleinere Schritte mit sich und eine viel zu früh einsetzende Erschöpfung. Die Durrah hatte nichts mehr von ihrer Schönheit. Dunkle Wolken, die einfach nicht mehr schwinden wollten, es wurde nicht mehr richtig hell. Der Regen war so stark, dass auch die Sicht eingeschränkt war. Wenn Eluive doch endlich aufhören würde zu weinen. Was stimmte sie nur so traurig?
Der erste Tag verging wie im Flug aber weit kamen sie leider nicht. Kadir hoffte inständig, dass sie bald den Pass erreichen würden. Ab dort würde die Reise wesentlich leichter werden, doch dies konnte noch gut 3 Tage dauern. Sie suchten nach einem passenden Unterschlupf. In der Durrah ein Zelt aufzubauen, erwies sich als schwierig. Der Sand hatte sich aufgeweicht. Hier und da war mit Treibsand zu rechnen und so gingen sie äußerst vorsichtig vor, bei der Suche nach einem Platz. Die Nacht war unruhig und nicht wirklich trocken und auch das umziehen am nächsten Morgen brachte nichts. Innerhalb kürzester Zeit waren die Kleider wieder genauso durchnässt wie am Tag zuvor. Es war ein endlos scheinender Kreislauf.
Es müsste etwa zur Mitte des Tages gewesen sein, als sie eine Rast machten um etwas zu essen und zu trinken. Der heiße Mocca tat gut, wie er sich langsam seinen Weg die Kehle hinab brannte und den Magen von innen erwärmte. Durch den Regen war an ein Feuer nicht zu denken und so setzte sich nach und nach die Kälte in ihren Gliedern fest. Kaum einer sprach ein Wort, die Stimmung war gedrückt, der Regen hatte sich schon seit Tagen auf die Gemüter der Wüstenkinder gelegt. Wie ertrugen die im Norden nur solch ein Wetter?
Immer wieder tranken sie Schluckweise Kaktusschnaps. Der Alkohol war die einzig wohlige Wärme die sie zur Zeit verspürten. Diesmal fanden sie keinen so guten Platz zum Übernachten. Viel zu nah an der Durrah, zu nah an den Tieren, die zur Zeit mehr als verrücktspielten. Skorpione, Skarabäen, alle waren sie viel aufgeweckter und bei weitem gefährlicher als sonst. Jemand musste Wache halten. Sie beschlossen sie würden sich abwechseln. Kadir wollte mit der Wache beginnen, die jungen sollten erst einmal schlafen, sich ausruhen. Er kannte diese Strapazen, war dies nicht seine erste Karawane gewesen aber die anderen mussten sich an all das erst noch gewöhnen und dann gleich unter solchen Voraussetzungen. Kadir saß unter dem Vordach eines der Zelte. Kein besonders großer Schutz aber besser als keiner. Er hielt den Blick die meiste Zeit gesenkt, um den Regen in seinem Gesicht zu vermeiden. Kein schönes Gefühl... Die Tropfen wurden fester, dichter und er konnte kaum die Hand vor seinen Augen sehen. Es war also kein Wunder und keines falls verwerflich das er die Gefahr nicht kommen sah… Sie waren leise, sie waren viele und sie schlichen sich an die Zeltlager heran. Als Kadir das rascheln eines der Gestrüppe hörte war es im Grunde schon fast zu spät. Er hob seinen Blick und konnte im Schleier des Regens funkelnde Augen sehen, eine Laterne etwas weiter hinten. „LAAAAAAAAUUUUUUUUFT“ rief er so laut er konnte, um die anderen zu wecken. Die dunkle, klare Stimme zerschnitt die Stille und das prasseln des Regens, so dass es nicht lange dauerte bis die anderen die Köpfe aus den Zelten streckten. Wieder rief er… „LAAAAAAAAAAAUUUUUUUFFT, schnell“… Unsicher sahen sie sich an, sie konnten ihn doch nicht zurück lassen aber er war der Wesir.. er war im Basar der edlen Künste das Oberhaupt… was er sagte hatten sie zu tun und so liesen sie alles stehen und liegen und rannten, so schnell ihre Füße sie tragen konnten, in Richtung Menek’Ur. Die Tiere spürten das etwas nicht stimmte, trabten umher, wirten… Kadirs Herz schlug ihm bis zum Hals. Wie oft hatte Marek zu ihm gesagt, er solle mit ihm üben. Er schmiedete die besten Rüstungen und Waffen und konnte jene nicht führen…
Es waren viele, viel zu viele… sie blieben stehen und nur einer trat näher an ihn heran. Ein fieses, finsteres Grinsen… „Na wen haben wir denn hier…“ Karawanenräuber… Selten und doch gab es sie. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie bei so einem Wetter in der Durrah lauern würden. Mit einem Kopf neig deutet er zu einem seiner Begleiter, um ihn in Richtung der beladenen Pferde zu schicken. Er öffnete die erste Tasche und fand die Vorräte die sie mit genommen hatten. Jene weckten nicht gerade sein Interesse und so machte er sich an das nächste und das danach… überall nur leere Taschen.. „Sie sind leer…“ raunte er brummig zu seinem Anführer zurück. Leer… Kadir wusste, dass mit ihnen nicht zu spaßen war… Er löste seinen Ehering aus Mithril und streckte ihn ihnen zu… sie mussten den Wert des Kalurischen Stahls doch erkennen aber zufrieden waren sie nicht. Auch nicht als er sein Armband und die Kette ablegte… er hatte nichts was ihr Interesse weckte. Noch immer keimte die Hoffnung in ihm auf, dass er all dem irgendwie entkommen konnte. Nur wie? Eluive… Hazar… Seine Gedanken kreisten, der Regen, die Angst die sich langsam auftat… kein klarer Gedanke… Aus ihren Reihen trat einer hervor. Er war schwarz gekleidet, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen… „Etwas gibt es, was von Nutzen wäre“ raunte er in einer Art und Weise, die Kadir erschauern lies. „Opfern wir seine Seele Krathor, auf das er uns gnädig gestimmt ist“… Kadirs Augen weiteten sich… Kaum das die Worte ausgesprochen waren zogen sie ihre Waffen. So sollte es also enden? Eluive, immer wieder rief er in seinen Gedanken ihren Namen, doch der Regen erlosch seine Worte… „Hazar…“ dies war das letzte Wort das über seine Lippen kam… Die Truppe lachte, scheuchte die Pferde auf und liesen Kadir dort liegen wo er war, tot und ohne jeglichen Hauch von Leben in sich...
Verfasst: Mittwoch 2. April 2014, 21:14
von Hazar Sevinc Bashir
Laufen….
Weg von hier….
Nichts anders als Laufen…
Tränen rinnen mir über die Wangen, lassen die Umgebung verschwimmen, ich sehe nicht, wo ich hin trete.
Meine Füße fühlen trockenen, warmen Sand, hier und da streife ich eine Kaktee, die sich kratzend an meiner Haut vorbei schabt.
Ob die Haut aufreißt, ob ich Blute, ob meine Füße spuren im Sand hinterlassen, das alles interessiert mich nicht.
Erst als ich, spät in der Nacht, mit heftigen Seitenstichen und kaum richtig Atem bekommend, inne halte, sacke ich auf die Knie herab.
Der Lauf ist vorbei.
Meine Kraft ist vorbei.
Meine Selbstbeherrschung ist vorbei.
Die Tränen sind versiegt, schon vor einiger Zeit, das Schluchzten kann ich nicht abstellen.
Es schüttelt meinen Körper, und ist der einzige Ausdruck meiner Verzweiflung.
Was genau um mich herum passiert, ist mir auch egal.
Der Sand wirbelt um mich herum, ein scharfer Wind zieht ihn mit sich, lässt die Körner kaum zu Boden kommen.
Eine gewisse Wärme trägt der Wind mit sich. Unnatürlich warm, für diese Tageszeit.
Die Magie… Ich kann sie nicht kontrollieren im Moment, ich will sie nicht kontrollieren.
Mir wäre alles egal, wirklich alles.
Wie lange ich da gehockt habe, weiß ich nicht, interessiert mich auch nicht.
Nur dieser Schmerz.
Alles in mir dreht sich, ich fühle das Herz schlagen und doch ist es, als wäre ein Teil meiner Selbst heute mit gestorben.
Leere….
Nichts als leere, in Kopf und Herz. Er hat einen Teil meines Herzens mit sich genommen.
Nichts wird mehr so sein, wie es einmal war.
Warum straft mich Eluive so?
Alle die ich Liebe…
Eine schlechte Ehefrau, eine schlechte Schwester.
Es dröhnt in meinem Kopf, ich kann weder Sehen noch richtig Atmen.
Ein beklemmendes Gefühl.
Selbst, als ich den Schleier fortgerissen habe, selbst als ich meine Bluse geweitet habe, nichts hilft.
Nichts lässt mich atmen.
Irgendwo in der Durrah liegt ein Schleier, irgendwo hinter blutigen Fußspuren.
Irgendwann, am frühen Morgen, als die Sonne schon die ersten Strahlen auf die kalt gewordene Wüste warf, erhob ich mich.
Mechanisch.
Als würde ich es nicht selber steuern können.
Mit leerem Blick, kraftlos und erschöpft (wann hatte eigentlich dieser Wind aufgehört?), trugen mich meine Füsse wieder gen Menek’Ur.
Nicht nach Hause… Zu Hause…
War zu Hause nicht, wo das Herz wohnt?
‚Du bist mein Heim‘
‚Wo du bist, bin ich auch‘
‚Wo du gehst, da gehe ich‘
Nirgendwo. Tod.
Am Ifreyvirtel angekommen, schloß ich die Türe auf, ich machte keine Anstalten leise zu sein.
Würde sich mit wer in den Weg stellen, wüsste ich schon, wie ich mein Ziel erreichen würde.
Als wäre es nie anders gewesen, trugen mich meine Füße zu dem Zimmer.
Ich öffnete es, trat hinein und legte mich einfach neben sie, den Ring noch immer in der Hand haltend.
Aaminah. Meine Cousine.
Die einzige, die ich gerade ertragen konnte.
Einige Stunden früher…
Die Nachricht hatte mich getroffen wie ein Schlag ins Gesicht.
Ich wollte es nicht glauben, ich konnte es nicht glauben.
Auch als Hasim mir den Ring auf den Tisch legte.
„Er wird nicht mehr nach Hause kommen… Er ist im Tempel. Ich habe ihn selbst dorthin getragen“
Nein…
Nein, das konnte nicht sein. Nicht mein Ranim. Nicht mein Herz, nicht meine Liebe.
Ich sah auf den Ring und es dauerte eine ganze Weile, bis die Worte, die mein Ohr erreicht hatten, auch mein Herz und meinen Verstand fanden.
Tod…
Mein Ranim…
Die Tränen kamen, und mit ihnen eine Welle der Übelkeit.
Ich rupfte mir den Schleier vom Gesicht, versuchte tief durch zu atmen. Nazeeya meinte es gut, als sie versuchte mir die Hand auf den Arm zu legen, aber jeder Berührung fühlte sich an, als würde mich etwas verbrennen.
Ich lehnte mich an den Küchenthresen, um das Zittern und die weichen Knie, die drohten nachzugeben, zu kaschieren.
Ungläubig starrte ich auf den Ring.
Das Gegenstück zu dem, den ich an meinem Finger trug.
Das Gegenstück..
Mein Gegenstück..
Meine Liebe…
Die Übelkeit drohte, überhand zu nehmen und mein Mageninhalt rebellierte.
Das Zittern wurde stärker, und als Suraya sich erhob, kam Bewegung in meine Beine.
Nicht geplant, nicht gewollt, nicht in der Lage zu denken geschweige denn, irgendwas zu sagen.
Ich stürzte zur Küchentüre, riss sie auf und stolperte hinaus und die Treppen hinunter.
Luft… Atmen…
Das Gefühl, das irgendwas unsichtbares meinen Hals zuschnürte, blieb.
Ohne den Schleier wieder hoch zu binden, ohne an irgendwas zu denken, rannte ich zum Tempel. Einmal quer durch die Stadt.
Wie seltsam mir die Wachhabenden Soldaten hinterher sahen, nahm ich nicht wahr.
Erst kurz vor dem Tempel wurden meine Schritte langsamer.
Da lag er.
Aufgebahrt. Bleich. Leblos.
Mein Herz zog sich zusammen, als ich vorsichtige Schritte auf ihn zu machte.
Ich streckte die Finger aus, berührte seine kalte Haut, stich ihm über die Wange.
Da wo immer ein Lächeln gelebt hatte.
Da wo sein liebevoller Blick immer noch einen Moment länger auf mir gelegen hatte.
Er würde nicht wieder kommen.
Ich hatte verloren, was ich vor nicht all zu langer Zeit geschworen hatte, bis an unser Lebensende zu lieben, unter den Augen Eluives.
Ihm Kinder zu gebären, ihm eine gute Rani zu sein.
Wo ich mein Glück gefunden hatte.
Meine Knie gaben endgültig nach, und ich sackte zu Boden.
Tod…
Er würde nie wieder kehren.
Ich würde ihm nie wieder in die Augen sehen können und ihm sagen können, wie sehr ich ihn liebe.
Nie wieder in seinen starken Armen einschlafen, und nie mehr mit einem Mann neben mir aufwachen, der mich schelmisch angrinste.
Nie wieder…
Ich habe ihm nicht einmal einen Erben schenken können.
Nie wieder…
Zwei Worte, die eine Endlichkeit beschreiben, die für mich nie greifbar war.
Nie wieder…
Ein Anfang und ein Ende.
Nie wieder…
Nie wieder…
Laufen….
Weg von hier….
Nichts anders als Laufen…
Verfasst: Freitag 18. April 2014, 14:23
von Hazar Sevinc Bashir
Die Bestellung kam mir sehr gelegen.
Ein Grund mehr, mich im Keller einzugraben, nicht wieder heraus zu kommen und keinen großen Kontakt zur Außenwelt zu pflegen.
Auch wenn ich wusste, das Imraan auf gewisse Art und Weise Recht hatte, war es mir immer noch lieber, mich zu verstecken, als in die Öffentlichkeit zu treten.
Gerade, wenn ich bedenke, dass die Familie in der nahen Zukunft zwei Hochzeiten zu feiern hat.
Feiern… Die Liebe beschwören…
Ich schüttelte bei dem Gedanken den Kopf.
Blieb nur zu hoffen, das keine der Bräute diesen Verlust ertragen musste. Oder erneut ertragen musste.
Wie sich Nazeeya gefühlt haben musste, konnte ich heute erst nachvollziehen.
Damals, als wir uns kennen lernten, hatten wir arge Probleme, ich war verletzt von der Härte, die sie mir entgegen brachte.
Heute war ich in der Position, die Härte zu zeigen.
Wie sich das Leben doch ändern kann.
Ein einziger Schicksalsschlag und man erlebt Dinge völlig anders.
Das Leben musste weiter gehen.
Irgendwie…
Also beschloss ich erst einmal, das Haus auf zu räumen.
Kisten unmsortieren, Dinge, die Kadir an Material für seine Arbeit gebraucht hatte, brachte ich nach und nach rüber zum Familienhaus, legte sie Aqila in die Kiste.
Sie war seine Nachfolgerin was die Arbeit anging, also gebührte es ihr, die Sachen zu nutzen.
In den Kisten würden sie höchstens vergammeln.
So hätte er das sicher auch nicht gewollt.
Vielleicht war es gut. Es befreite auf der einen Seite, sortieren, ausräumen, herüber bringen.
Auf der anderen Seite, tat es weh, seine Sachen zu durchwühlen.
Sand, Salz, Alles Mögliche an verschiedenem Material, kleine Schmuckstücke fanden sich dazwischen.
Die würde ich behalten, wenngleich sie offenkundig zum Teil von Pazia hergestellt worden waren.
Pazia…
Ich hatte damals ein wenig Angst vor ihr gehabt. Und jetzt?
Sollte ich ihr schreiben?
Sollte ich ihr sagen, das Kadir gestorben war?
Ich schüttelte leicht den Kopf.
Vielleicht hatte sie schon einen neuen Ranim, vielleicht war sie glücklich. War es das wert, alles noch mal auf zu wühlen?
Ich entschied mich dagegen.
Pazia sollte glücklich werden, vielleicht bleiben.
Was macht man mit einem so großen Haus, in dem einstmals drei Personen gelebt hatten, von denen nur noch ich übrig war?
Ich hatte ein Kinderzimmer zu viel. Und dabei hatten wir uns überlegt, wo wir ein zweites anbauen sollten, und ob wir das Haus gegenüber noch mieten sollten, wenn ich schwanger werden würde.
Aber das hatte sich nun auch erledigt.
Keine Schwangerschaft, kein Kind. Kein Mann.
Ich musste mein Leben umkrempeln. Aus dem Kinderzimmer konnte ich ein Magiezimmer machen. Vielleicht ein Pentagramm auf den Boden?
Platz genug hätte ich dann.
Das Schlafzimmer würde ich unberührt lassen, auch wenn ich neuerdings lieber auf dem Teppich im Keller schlief.
Dort roch nicht alles nach Kadir.
Mitten beim Räumen traf ich Aqila im Haus. Es tat gut mit ihr zu reden, auch wenn das Thema für uns beide der Tod der Männer war, die wir geliebt hatten.
Gemeinsames Leid verbindet.
Und doch hatte es mich wieder auf andere Gedanken gebracht.
Letztlich saß ich mit Imraan in der Küche, der mich besuchen wollte. Und er hatte es durchaus geschafft, meine Gedanken völlig von meinem Alltäglichen weg zu lenken, und er hatte es sogar geschafft, mich wieder zum lächeln zu bringen.
Ein kleines Stück Freiheit, ein kleines Stück Gewohnheit.
Ich mochte ihn. Es tat gut mit ihm zu reden. Es tat gut, wieder andere Informationen und andere Gedanken zu bekommen.
Und ich würde ihn wirklich auf seine Gastgeberqualitäten testen.
Aber vielleicht würde ich doch einen Kuchen mitbringen, einfach, weil ich es konnte, und er sich freuen würde.
Vielleicht liess ich mir noch was einfallen.
Die andere Überlegung, der ich durchaus unterlag war, wieder zurück in den Schoß meiner Familie zu kehren.
Aaminah würde sicher glücklich sein. Meine kleine, geliebte Cousine, der Sonnenschein der Familie.
Vor allem aber hieß es, nichts zu überstürzten.
Eines war jedoch für mich klar.
Die Hochzeit wollte ich nicht mit meiner Stimmung vermiesen.
Heute Abend würde ich zu Hause sitzen und vielleicht noch ein bisschen herum räumen.
Ich würde sie alle schön feiern lassen.
Verfasst: Montag 21. April 2014, 15:56
von Hazar Sevinc Bashir
Der Abend sollte eine ganz andere Wendung bekommen, als ich es vorher gesehen hatte.
Meine Lieblings Cousine. Die Natifah, die von uns allen die stärkste war.
Aaminah hatte das unbändige Talent, immer wieder auf zu stehen, und ihr Kinn immer wieder voran zu recken, wo andere aufgaben.
Empathie, Mitgefühl, Herzlichkeit, Ehrlichkeit, gepaart mit einem wunderschönen Äußeren und gesegneten Schneiderinnen-Fingern.
Ich werde nie vergessen, wie Aaminah und ich in der Küche standen an einem Sonntagmorgen, und das Mittagessen für die Familie vorbereiteten. Zafer und Gassur kamen hinzu und –auch wenn sie es nie zugegeben hätten – ich glaube sie waren uns dankbar.
Damals war die Welt noch in Ordnung gewesen. Für Aaminah genauso wie für mich.
Allerdings bringt es nichts, in der Vergangenheit zu schwelgen, und sich nur an die Erinnerungen an das vergangene zu klammern.
Aiwa, das wird immer alles zu uns gehören, und uns unser Leben lang begleiten, und das ist auch gut so. Aber es gibt Konstanten, Personen, die trotz allen Geschehnissen weiterhin da sind, die einem beistehen und für einen da sind. Ich habe alle von mir geschoben, und das musste sich jetzt wieder ändern.
Ich hatte Tatkräftige Unterstützung beim Umräumen des Hauses, er hatte Schränke gerückt, Kisten geschleppt und dabei noch immer gelächelt.
Alles das bot ein ungewohntes Bild. Keines, das negativ wäre, einfach nur ungewohnt.
Das ich dankbar war, wusste er.
Auf der einen Seite war ich froh um jeden Moment, auf der anderen Seite quälte mich auch ein wenig das schlechte Gewissen.
Als Aaminah am Abend vor meiner Türe stand, war es eine Erleichterung. Das Haus, den Eingangsbereich, oben das Schlafzimmer, alles das war von meiner Räum-Aktion verschont geblieben.
Das Schlafzimmer betrat ich nur wenn ich mich umziehen wollte und die Küche und der Essbereich musste bleiben, irgendwo musste man ja sitzen.
Alles andere war im Aufruhr.
Ich liebte dieses Haus mit seinen kleinen Feinheiten und Macken. Aber in jeder einzelnen Ecke strahlte mir alles entgegen, was ich verloren hatte.
So brachte mich Aaminah auf eine Idee.
„Lass uns alles verbrennen was dir weh tut“
Die beiden Frauen waren sich recht schnell einig. Aus dem Wahnwitzigen Plan, einfach im Haus alles an zu zünden wurde dann doch ein vernünftiges Konzept.
Kusco wurde geholt und viele viele Kleinigkeiten und auch größere Dinge musste das arme kleine Lama tragen. Teppiche, Möbel, alles Mögliche.
Die Cousinen warfen alles auf einen Haufen und gossen ein wenig Alkohollösung darüber. Eine kleine Flamme, mehr brauchte es nicht, um den ganzen Haufen zu entzünden.
Beide hatten darauf geachtet, dass die Palmen weit genug weg waren, und das der Wind nichts so weit tragen konnte, das Gebäude oder Tiere in Gefahr waren.
Man würde das Feuer sicher gut und weit sehen, aber das war mir herzlich egal.
Ich genoss die Wärme auf der Haut, auch wenn der Wind schon nächtlich kühl war.
Die Tränen standen mir in den Augen, aber Aaminah hatte den Arm um mich gelegt und so standen wir, eng aneinander geschmiegt da, und beobachteten wie alles von den Flammen vernichtet wurde.
Als alles heruntergebrannt war, schippten wir Sand auf die Glut, damit auch alles erlischen konnte.
Nur kurz gab ich dem wachhabenden bescheid, und ging mit meiner Cousine ins Ifreyhaus.
Im Schoß der Familie.
Die Nacht verbrachte ich mit Aaminah in ihrem Zimmer.
Eine von beschlossenen mehreren. So waren wir beide nicht alleine, sondern hatten jemanden, der uns halt gab.
Wir brauchten keine Worte. Ein Blick reichte.
Verfasst: Donnerstag 24. April 2014, 23:05
von Gast
Hab keine Angst, ich bin da
für dich, halte deine Hand, und erinner mich.
Wohin sind die Jahre und die Tage des Glücks,
Sie flogen vorbei, ich halt dich fest, und schau zurück.
Gedanken ziehn an mir vorbei, ich bin stolz auf unsere Zeit
Ich kann den Schmerz in ihren Augen sehen, kann sehen wie verletzt sie ist....kann spüren wie ihr jede Kraft zum Atmen genommen wird. Der Schmerz sitzt so tief das nichteinmal ein Schrei diesen befreien kann. Es ist als würde man ihr die Kehle zudrücken und ihr einfach alle Kraft zum Leben nehmen. Ihr Herz schürrt sich zu, verkrampft sich, es fühlt sich an als würde ein Stein um dieses herumwuchern und es zu einem Glotz werden lassen. Ich weiß genau wie sie sich fühlt, kann ihr es mit jeder einzelnen Vene meines Körpers nachfühlen und es tut mir so weh meine Cousine genau so zu sehen.
So wie du warst, bleibst du hier
so wie du warst, bist du immer bei mir
so wie du warst, erzählt die Zeit
so wie du warst, bleibt so viel von dir hier.
Lass los mein Freund
und sorge dich nicht,
ich werde da sein, für die du liebst.
Jeder kurze moment und Augendbick.
ich halte ihn in Ehren
ganz egal, wo du bist
ein ganzes Leben zieht vorbei ich bin stolz auf unsere Zeit.
Ich nehme sie bei der Hand, führe sie weg von der Trauer, versuche ihre Gedanken auf andere wunderschöne Dinge im Leben zu lenken. Ich weiß das es ihr schwerfällt, ich weiß das der Sprung über diese eine Linie schwerer ist als alles andere, ich weiß das man immer wieder dieses Schuldgefühl hat einmal nicht an ihn zu denken....einmal nicht mit all den Gedanken bei ihm zu sein...sich nur einmal frei zu fühlen, frei von dem Schmerz...frei von dem erdrückenden Gefühl.
So wie du warst, bleibst du hier,
so wie du warst, bist du immer bei mir,
so wie du warst, erzählt die Zeit,
so wie du warst, bleibt so viel von dir hier.
Lass los mein Freund und sorge dich nicht,
ich werde da sein für die die du liebst
Der Gedanke all jenes an Erinnerungen von einem zu schieben, es zu verbrennen um neues zu beginnen, ja es klingt für manche böse...doch für mich und für sie war es befreiend. Alle Erinnerungen welche einen Tag für Tag an die Zeit zurückerinnern, welche einem selbst wieder das Gefühl der Schwäche, Angst und Trauer geben, alles weg......
Flammen sind nicht nur Zerstörend, nein sie stehen stets auch für einen Neuanfang, für Kraft, für Energie! Manchmal muss man erst etwas loslassen um neues beginnen zu können. Das taten wir, ich half ihr, ich nahm sie bei der Hand...ich führte sie den harten Weg entlang.
So wie du warst, so wie du
so wie du warst, so wie du
So wie du warst, bleibst du hier,
so wie du warst, bist du immer bei mir.
So wie du warst, so wie du
so wie du warst, so wie du
So wie du warst, so wie du
so wie du warst, so wie du
Lass los mein Freund und sorge dich nicht.
Ich werde da sein für die die du liebst
[img]http://www.3cons.de/images/flamme.gif[/img]
Verfasst: Sonntag 18. Mai 2014, 00:28
von Gast
Ich lag mit dem Rücken an der Wand.
Die Dunkelheit des Kellers, nur unterbrochen durch einzelne Kerzen, war flackernd und wob schemenhafte Bilder an die Wand.
Der Raum war klein, aber seid ich eine Duftschale aufgestellt hatte, war der Raum, der einstmals ein Lagerort gewesen war, nicht mehr ganz so unbehaglich.
Immerhin roch es nach Pinienzapfen und anderen Walddüften.
Ich war einen Tag nicht aus dem Haus gekommen, wollte keinen sehen.
Der Stein an meiner Haut war kühl, die kühle des Raumes war am Tag sehr angenehm, Nachts hingegen oftmals ein Fluch.
Ich hatte mich schon fast daran gewöhnt, ich schlief ausschließlich hier unten. Auch wenn es Kühl und eher ungemütlich, im Gegensatz zu meinem warmen, großen Bett oben war.
Der Streit mit Hasim lag mir noch immer im Magen.
Erst diese Lethra und dann das….
Allerdings hatte ich eine Feststellung an dem Abend machen müssen.
Rahaler – egal welchen man nimmt- sind gut im Umgang mit feinen, wohl klingenden Worten.
Giftiger Honig, süss, klebrig und tödlich.
Letharen hingegen sind echt.
Der Hass der einem entgegen sprüht ist echt und deutlich spürbar.
Wenigstens das konnte man wissen, und erkennen.
Wenn ich nicht ebenso einen Nutzen aus dieser… Art von…. Tauschgeschäft hätte, wäre ich beim Anblick der Lethry wieder gegangen.
Kysira hingegen, war ein wenig vergleichbar mit Althan.
Man musste wirklich verdammt gut auf alles aufpassen. Jede Bewegung, jedes zucken in der Mimik, jedes Wort musste gut überdacht werden.
Und genauso musste man jedes Wort auf die Goldwaage legen, was aus ihren Mündern kam.
Letztlich waren ihre Herzen alle vergiftet.
Ich glaube, sie könnten, im richtigen Glauben erzogen, sogar nette Menschen sein, aber wer nur Hass und Zorn in seinem Inneren trägt, kann weder schön, noch nett sein.
Und Letharen? Ausgeburten des All-Einen…. Mehr bleibt mir dazu nicht mehr zu sagen.
Ich war so oder so schon angespannt, als ich mit der Magistra im Schlepptau zu Hause ankam.
Warum musste sie ausgerechnet bei Nahlah bestellen?
Und dann noch solche Kleider.
Naja, wie dem auch sei, meine Reaktion war sicher nicht die beste, keine Frage.
Aber im Grunde brodelte es schon länger zwischen ihm und mir.
Dumm dazu war noch, dass Abbas anwesend war.
Welchen schlechten Eindruck ich hinterlassen hatte, war mir letztlich auch klar, und alleine diese Tatsache brannte sich wie ein Makel in mein Gewissen.
Aber die Worte waren nicht nur ein Schlag ins Gesicht, sie waren vielmehr ein Dolchstoß ins Herz.
„Denk dran was Kadir dir gesagt hat, du bist nur eine Natifah“
Ja, unser einziger wirklicher Streit und Hasim verwendete diese Worte gegen mich.
Na vielen Dank auch.
Auf der einen Seite sollte ich immer perfekt sein, brav, keine Widerworte geben, vorzeigbar und anmutig, und manchmal glaubte ich auch ein wenig naiv sein zu müssen. Auf der anderen Seite erwartete man von mir, mich wie die Shoka zu benehmen, mitdenken, stark sein, Reich und Familie unterstützend.
Aber das das manchmal nicht immer gut vereinbar war, sah keiner.
Vorzeigbar und nett, aber ich musste alles wissen.
Was hatte Kadir für Arbeit gehabt?
Wie oft war er auf Reisen gewesen, um Verträge aus zu handeln, oder die Beziehungen zu stärken.
Wieviel Arbeit hatte das gemacht?
Wie viele Entbehrungen hatte es gekostet?
Welchen Ruf hatte er der Familie Bashir gebracht?
Und nun?
Die Sorge, die sich in mir breit machte, wurde offenkundig zum Problem.
Jedenfalls kam es mir nicht so vor, als würde es verstanden werden, was ich wollte, oder was mir wichtig war.
Auf der anderen Seite, hielt ich nicht den Kopf dafür hin, sondern tat, was mir anerzogen wurde.
Verfasst: Samstag 16. August 2014, 16:46
von Gast
Eigentlich wollte ich nur meine Möbel abholen….!
Der Besuch bei Othis und der Handwerkszunft war dieses Mal kein angenehmer.
Kaum das ich geklopft hatte und mir die Türe geöffnet wurde, sah ich dieses Wesen.
Letharen waren mir von Grund auf ein Graus.
Er zeigte mir, als er mich erblickte, seine offene Abscheu, ein stummes Versprechen des Schmerzes, und seine Hand zuckte schon beim ersten Blickkontakt zu seiner Waffe.
Und auch wenn er sich irgendwann herumwendete, wieder Othis zu, und ich mich als stille Siegerin unseres „Anstarrens“ sah, war die Situation noch nicht erledigt.
Hinter mir streunte Razyr herum, warum genau, wusste ich nicht, aber er schien mich bemerkt zu haben, genauso wie ich ihn. Also gesellte er sich zu mir.
Kaum das ich ihn warnen wollte, kam der Lethar schon aus dem Gebäude. Und ich stand natürlich noch mitten im Eingang.
So knurrte er mich an, zog aber weiter seiner Wege, und verlies den Eingangsbereich der Handwerkszunft.
„Haaaalt“, brüllte Razyr ihm nach, was mich innerlich zum seufzten brachte.
„Denk an den Vertrag“, raunte ich meinem Cousin zu, noch gewarnt von der letzten Begegnung mit einem Letharen, wo Aalissay und Hasim bei waren.
„Wenn du noch einmal einer Natifah so nah kommst und sie bedrohst….“, die Worte des Menekaners waren deutlich. Er wollte mich beschützen. Ein edles Ziel, aber in diesem Falle wäre es besser gewesen, es nicht zu tun.
Ein Wort gab das andere, und diese schwarzhäutige Kreatur lies sich von mir ungerne etwas sagen, fast wie unsere Männer.
Allerdings hatte ich wenig Interesse dran, einem Letharen den gleichen Respekt entgegen zu bringen, wie einem der unseren.
Also unterstützte ich Razyr’s Worte was ihn dazu brachte, sich auf mich zu fokussieren.
Er kam näher…
Zu nahe….
Als er so vor mir stand, wie es kein Menekanischer Mann einfach so wagen würde bei einer Natifah, konzentrierte ich mich auf das Lied, sammelte die Feuerenergien und ließ Flammen um meine Hand entstehen.
Es sollte ihn warnen, ihm zeigen, das Nähe tödlich sein kann.
Ein geübter Säbler war er anscheinend, die Waffe war schnell gezogen und er schlug nach meiner Hand.
Eine grüne, schimmernde Klinge, die alleine vom Aussehen her schon Unheil verkündete.
Ich zog meine Hand zurück, verlor meine Konzentration und die Flammen verkümmerten.
Allerdings stellte sich heraus, dass ich nicht schnell genug war, und die Spitze der Klinge meine Haut erwischte und mir einen schönen Schnitt auf der Hand bescherte.
Ich war noch in der ‚Schockstarre‘, als mich eine starke Hand am Arm packte und mich ins Hausinnere zog.
„Razyr“, rief ich meinem Cousin hinterher, als ich hinter Othis her stolperte.
„ Es ist sicherer für dich“, brummelte der Schreiner, und sein Griff war unerbittlich.
Irgendwann lies er mich los und mein Cousin folgte ins Innere.
Was mit dem Letharen war, wusste ich nicht, aber Razyr war unverletzt.
Eluive sei Dank!
Ich hielt meine verletzte Hand fest und es brannte, der Schmerz war anders, als habe man sich mit einem Küchenmesser geschnitten.
Es war nicht einzig der Schmerz, der verletzten Haut, es war viel mehr.
Das Gift kroch aus dem Schnitt weiter zog sich durch das Umliegende Gewebe.
Und auch wenn ich drückte und versuchte alles los zu werden (und dabei eine schöne Blutspur im Haus der Handwerkszunft hinterließ), hörte es nicht auf.
Starkes Gift.
Was auch immer das Gift bewirken sollte, noch zog es sich durch mein Blut, durch meine Hand.
Als wir alleine waren, Othis sich um den Rest seiner Kundschaft kümmerte, und immer mal wieder Mitarbeiter der Handwerkszunft hin und her wuselten, war es Zeit für Razyr, klare Worte zu sprechen:
„Du wirst dich vor der Familie Omar verantworten dafür“.
Und der einzige Gedankengang der mir durch den Kopf schoss war: ‚Und das gerade jetzt‘
Meine Hand wurde von einem der Mitarbeiter verbunden, was das Gift nicht daran hinderte, sich weiter auszubreiten.
Still stand ich einfach da und ließ alles über mich ergehen und betete schon mal, das man mir gnädig gestimmt sein würde.
Imraan hatte besseres zu tun, als sich um so kleine Geplänkel zu kümmern, und Sahid würde sicher diesen Part übernehmen. Auch wenn ich mir selber keine Schuld gab, was die Situation für mich noch kritischer machte.
Irgendwann belegte Schweiß meine Stirn und ich begann leicht zu zittern.
Das war der Moment, in dem Razyr offensichtlich die Panik ergriff.
Das Gift hatte sich durch meine Blutbahn gezogen, und natürlich hatte ich es nicht verhindert, weil ich einfach viel zu sehr damit beschäftigt war, meine Gedanken zu ordnen und meinen Plan für mein Schuldeingeständnis entwickelte.
Der Menekaner packte mich und brachte mich herunter, wo er, ohne dass ich mich auf irgendeine Art und Weise wehrte oder wehren wollte, auf die Küchenbank setzte und benötigte Dinge forderte.
Tücher, Wasser, Feuer…
Ich schloß die Augen, und das einzige, an das ich denken konnte war, das ich keine Narbe an der Hand wollte.
Nicht so eine offenkundige Stelle.
Meine eine reichte mir, voll und ganz.
Ich spürte die Hand nicht mehr, es war ein dumpfes pochen, das Gift zog seinen Weg mein Handgelenk hinauf und der Schnitt, den Razyr über meine Ader zog, um das Gift und das Blut aus dieser zu saugen, war kaum mehr als ein weiteres pochen in der Unendlichkeit des Schwindels, der sich über mich legte.
Letharengift… Eluive bewahre…
Er spuckte alles aus, Othis und Aryn gingen ihm zur Hand, so wie er es forderte.
Ohne seine Handlung wäre das Gift sicher weiter gegangen, und wie er so schön sagte, wer weiß, was es angestellt hätte.
Vielleicht wäre das wirklich mein Ende gewesen?
Dann wäre ich immerhin bei Kadir in Eluives Schoß….
Es gab schlimmeres.
Als alles erledigt war, und mein Cousin offensichtlich zufrieden war, sammelte ich meine letzten Kraftreserven, um uns nach Hause zu bringen.
Ich versuchte, einfach nur die Fassung zu wahren und konzentrierte mich auf meine Schritte.
Schritt…. Schritt….Schritt….
Und, wie konnte es anders sein?
Natürlich war Menek’Ur voll.
Ausgerechnet jetzt mussten alle auf den Strassen herum laufen.
Wir liefen direkt erstmal Sahid in die Arme, und auch wenn Razyr angeboten hatte, er würde schweigen, wenn ich es wollte, so mussten zumindest die wichtigen Personen wissen, was geschehen war, sollten die Letharen sich zusammen rotten und versuchen einen neuen Schlag gegen uns auszurichten.
Das ich vermutlich eine Strafe erhalten würde, wog weniger schwer, als eine solche mögliche Zukunft.
Ich wollte auch nur noch nach Hause.
Und auch hier hatte ich kein Glück. Ich wollte mich an Hasim und Aalissay vorbei schleichen, was allerdings den geübten Augen des Säblers nicht entging.
Oh, ich würde leiden… Noch mehr als so schon.
Ich wusste es genau.
Und es kam wie es kommen musste. Ich hatte Dinge verschwiegen, nicht erwähnt das Razyr die Konfrontation provoziert hatte, sondern mir selber die Schuld gegeben.
Hasim tobte. Ich wusste wie wütend er war.
Jedes verschwiegene Wort brachte mich dazu, auf meiner Unterlippe herum zu beissen und selbst der metallische Geschmack des Blutes lies mich nicht aufhören.
Mein Gerechtigkeitsempfinden schrie in mir, wollte die Wahrheit sagen, alles erzählen, so wie es geschehen war. Und doch gab ich nicht nach.
Böse Natifah..
Es war besser, würde ich mein Gesicht verlieren, als er.
Und letztlich sollte es ihm nicht schaden, dass er mir das Leben gerettet hatte.
Mein Blut, meine Familie, auch wenn ich Hasim damit belügen musste.
Und an diesem Abend nicht das einzige mal.
Ich blieb bei meiner Geschichte, auch Sahid gegenüber.
Aalissay hatte Latifa und Shaymaa geholt, das Bashirhaus war wieder voll.
Und ich?
Ich lehnte, völlig kraftlos an der Säule, schaffte es nicht, mich eigenständig gerade zu halten, wie es üblicherweise meine Haltung war.
Ich war allen Dankbar.
Selbst dem Omar, der gekommen war, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen.
Aber irgendwann war meine Konzentration aufgebraucht und das einzige, was ich wollte, war ins Bett.
Ich konnte nicht allen Gesprächen folgen, konnte mich nur darauf besinnen, nicht in der Küche einzuschlafen.
Die Natifahs waren allerdings Geistesgegenwärtig genug, den Besuch heraus zu komplimentieren und Shaymaa brachte mich nach oben in den Natifah Schlafsaal.
Kaum das ich lag, war ich eingeschlafen.
Ich träumte von wirren Dingen, die Fratze des Letharen, die Klinge, fühlte mich gleichzeitig völlig schwerelos und gefangen.
Irgendwann erwachte ich schweißgebadet….
Und das nur, weil ich meine Möbel holen wollte…
Verfasst: Sonntag 17. August 2014, 00:32
von Gast
Was wohl die Bashir-Töchter heute morgen dachten, als sie aufwachten und mich hier sahen?
Ich saß immer noch in dem Schneidersitz, mein Blick nimmt am Fenster die Dunkelheit wahr. Es ist schon Abends? Es kommt mir wie viel kürzer vor. Meine Gedanken wandern zum gestrigen Abend, außer der Klangstruktur Hazars blende ich alles aus, um alles zu wiederholen.
Der Abend fing schon seltsam an, Latifa und ich vertrauen uns nach dem Streit wieder etwas mehr, sie lies mich etwas Probieren um mein Wissen und meine Künste zu erweitern. Zumindest solange, bis sie sich daran Erinnerte, das sie mit ihren Ranim einen Termin hat. Wir verabschiedeten uns und ich suchte mir die Trauerkleidung für den Verstorbenen Emir raus.
Bedauerlich, dass es schon wieder nötig ist, so kurz nach dem Tod von Nazeeya und Ramin. Oh Mutter, warum nur? Dein Volk bekommt wohl keine Ruhe um die Trauer zu bewältigen? Welche Prüfung kommt noch auf dein Volk zu?
Ich weiß noch, das ich selber leise seufzte und mich in die Akademie begab, in der Hoffnung Hazar zu treffen und mit ihr wegen dieser Elfe zu sprechen.
Bedauerlicherweiße … war die Akademie wie immer leer, keine Tranams, keine Jala, keine Hazar, also machte ich mich auf den Rückweg zu meiner Familie. Vielleicht ist Sahid da für ein kleines Gespräch? Ich Schulde ihm schließlich noch eine Begründung.
An der Kaserne blieb ich stehen, als ich Latifa und Nabil sah, begrüßte beide wie es sich gehört und sah dann irritiert den ganzen Festländern nach, die aus der Taverne kamen. Als auch Sahid kam und sich danach erkundigte, ob wir etwas wollten, zögerte ich erneut, überdachte meinen Plan ein weiteres mal und bat nach Nabil seiner bitte um ein Gespräch. Hat er es überhaupt mitbekommen? Ich weiß es neda. Er schickte mich und Latifa nur nach Hause, wir sollten Mocca und kleine Nasschereien für den ehrenwerten Omar und ihn vorbereiten. Ich folgte Latifa gehorsam und wir bereiteten zusammen alles für den Besuch und das Männer-Gespräch vor, als es klingelte. Latifa wollte sich weiter vorbereiten, da sie Nabil etwas besser kennt als ich, also ging ich nachschauen.
Ich begrüßte Aalissay an unserem Tor, wunderte mich über ihre Angst, ihre Sorge und auch ihre Erleichterung als sie mich sah. Sie bat um Hilfe, sie suchte einen Hakim. Ich fragte sie für wen und was vorgefallen wäre, während ich schon wieder hinein ging, um Latifa zu holen. Mein Herz setzte einen Moment lang aus, als sie Hazar's Namen aussprach und ich glaube, ich sollte froh sein, das keine Cousine da war. Denn diesmal hätten sie ausnahmsweise auch mich einmal unbeherrscht und Laut erlebt, als ich schon nach Latifa rief und zu ihr eilte. Ich bin Stolz darauf, wie schnell sie reagierte, als ich bei ihr war und sagte, das Hazar dringend einen Hakim brauchen würde. Sie holte ihre Tasche und ich ging schon zu Aalissay zurück, meine Ruhe war wie weggeblasen, das Wasser in mir glich einem reisendem Strom. Schnell machten wir drei uns auf dem Weg zu Hazar, als ich Sahid an der Kaserne sah blieb ich stehen.
Ich bat ihn uns zu Entschuldigen, weil ein Notfall der Bashir's eine Hakim dorthin rief und ich Latifa noch unterstützen wollte und er akzeptierte und trieb uns zur Eile an. Wenn ich es recht bedenke, erinnerte er mich in solchen Momenten am ehesten an Raakin.
Ich seufzte erneut leise, meine Gedanken schweifen weiter in die Vergangenheit hinein.
Wir kamen bei den Bashir's an und ich sah Hazar direkt bleich und Schwach am Boden, mit dem Rücken an der Säule hinter ihr. Ohne diese Stütze wäre sie sicherlich aus Schwäche auf dem Rücken gelegen. Ich stockte und mein Herz krampfte sich erneut in Sorge um sie zusammen, sah sie jemals so Schwach aus? Zum Glück überspült mich mein Element gerne, so das ich direkt schon bei ihr kniete und ihre Klangstrukturen prüfte und das Gift in ihrem Arm direkt bemerke. Zum Glück bekam ich früher einige Gifte zum experimentieren, so das ich ein wenig davon raus ziehen konnte. Den Rest lies ich Latifa machen, sie handelte Schnell und geschickt, das Wissen war offensichtlich greifbar, wenn sie es brauchte. Diesmal kippte sie auch nicht um als sie die Wunde betrachtete und mit Aalissays und meiner Hilfe behandelte.
Sie hat sich gut entwickelt, sie wird irgendwann ihre Eltern Stolz machen, das weiß ich.
Als wir Hazar die Maske runter genommen haben, die ihr Gesicht verbarg, krampfte mein Herz erneut zusammen. Ich war Entsetzt, es war soviel Blut.. wieso hat sie sich ihre Lippen selbst so Blutig gebissen? Warum? Sie tut so etwas nicht einfach so, ich werde die Wahrheit heraus finden, ganz sicher, nur nicht heute. Latifa muss mir die Verzweiflung angesehen haben, als sie der Verwundeten den Trank einflöste. Wieder versorgten wir Hazar, wuschen das Blut weg und trugen eine Salbe auf.
Da Besuch kam, verbarg ich ihr Gesicht hinter ihrem Schleier, das es Sahid war nahm ich erst gar nicht Wahr, so sehr konzentrierte ich mich auf Hazar. Ihre gesunde Hand zu halten, ihr Halt zu geben. Ich zuckte wohl für alle sichtbar zusammen, als sie sich auf die Lippen biss und meine Leise Ermahnung das zu unterlassen hat sie mir sicher übel genommen. Ich werde mich Entschuldigen, wenn sie wieder Wach ist, Latifa war da besser, sie legte ihre Finger auf die Lippen, damit sie nicht weiter kauen konnte.
Ich bekam auch nicht wirklich mit, wie die anderen Besucher kamen, ich wollte sie bloß noch in ihr Bett schaffen, damit sie endlich ihre Ruhe hatte. Zum Glück erlaubte mir Sahid, die Nacht bei ihr zu verbringen, schließlich war ich die einzige, die das Gift und Veränderungen in ihr direkt bemerken würde.
Razyr Entschuldigte sich immer wieder und gab sich die Schuld, obwohl er ihr Leben gerettet hat? Ich glaube, ich sollte mal ein ernstes Gespräch mit ihm führen, sobald ich Hazar alleine lassen kann. Das würde vielleicht Tage dauern, doch das war mir egal, ich würde es nicht vergessen.
Als die Männer gegangen sind und es für sie nicht mehr so entwürdigend war, half ich ihr so gut ich kannte und ohne ihren Stolz zu verletzen, nach Oben in ihr Bett. Sie schlief ziemlich schnell ein und ich hielt immer noch ihre Hand. Ich setzte mich im Schneidersitz zu ihr und bemühte mich, meine Gedanken zu sortieren, zur Ruhe zu kommen, damit ich den Grad der Meditation erreichen kann, welche mir einst ein Lehrer beibrachte.
Als ich Aalissay unten bemerkte, bat ich sie in ihren Gedanken mir eine Bürste mitzunehmen, als sie kam bat ich sie darum, mir meine Haare zu bürsten, vielleicht würde dies helfen, meine Gedanken zu beruhigen. Und tatsächlich halt mir die sanfte Berührung der Bürste und ihrer Hand, als sie mein Haar pflegte, einige Gedanken zu verdrängen, sie wegzuschließen. Das leise Gespräch und die gemeinsame Sorge um Hazar sorgte für weitere Ansätze, meine Ruhe zurück zu gewinnen.
Als Hasim kam und sie wegen mir runter ging, brachte sie mir noch einen Mocca, ich saß im Schneidersitz, betrachtete meine verletzte Freundin, wusch ihr Gesicht, hielt ihre Hand und trank langsam meinen Mocca. Ich wusste, mein Entschluss, sie zu bewachen, bis es ihr besser ging, würde Schwer und sehr lang werden. Und ich behielt recht damit, aber ich bereute keine Sekunde davon, ich hielt durch, ich gönnte durch die Meditation meinem Körper ruhe, eine Art kleiner Schlaf.
Meinen Geist trennte ich größtenteils von meinem Körper, nur soweit, das die Muskeln sich nicht bewegen und ich weiter verbunden bin, aber mein Körper doch ruhen konnte. Meine Gedanken wirbelten weiter umher, ich konzentrierte mich auf ihre Hand, um meine Gedanken zu fokussieren und mich auf das Lied der Mutter konzentrieren zu können. Ich lauschte über die Verbindung unserer Hände ihrer Melodie im Lied.
Zweifellos würde ich ihre Melodie ebenso auswendig kennen, wie die meine, bis sie wieder Gesund ist.
Ich wusch ihr gelegentlich den Schweiß ab, drückte ihre Hand und sprach leise, beruhigend mit ihr, wann immer die Fieberträume sie aus dem Schlaf schrecken liesen. Immer wieder versank ich erneut in der Wachsamen Meditation. Selten nur entzog ich vorsichtig ein wenig mehr des Gift's und lies die einzelnen Klänge im Lied frei.
So verbrachte ich die Ganze Nacht, Wach und doch Schlafend. Während mein Körper schlief, drehten sich meine Gedanken um sie, um das Gift, um die Geschichte die sie erzählte und ihre Melodie im Lied der Schöpfung.
Aalissay versorgte mich mit einem kleinen Frühstück, mit weiterem Mocca, die anderen Blüten der Bashir erwachten langsam. Was sie wohl dachten, das ich als Blüte einer anderen Bashir in ihrem Schlafraum bin und scheinbar schlief und meine Anwesenheit doch deutlich zu spüren war? Ich die Hand ihrer Cousine hielt? Es war mir egal … im Moment zählte nur ihre Genesung und ich konnte mich nur von meinen Gedanken ablenken und mich ausreichend konzentrieren, indem ich sie berührte.
Mein Blick schweift hinab zu der Menekanerin, deren gesunde Hand ich noch immer halte. Ich betrachte sie und mein Herz krampft wieder in Sorge zusammen, sie kämpft noch immer mit dem Tückischen Letharengift. Mit meiner freien Hand wasche ich ihr wieder einmal das Gesicht, reinige es von dem Schweiß und lasse danach wieder ein kühles Tuch auf ihrer Stirn zurück. Ein weiterer Blick lässt mich die Tube mit der Salbe öffnen und vorsichtig ihre offenen Lippen einkremen. Es steht eine weitere, Schwere Nacht bevor, doch ich weiß, ich werde es dank Aalissay durchhalten, sie hilft mir so sehr hier drin, ebenso wie die Klänge des Hammers aus der Schmiede, welche Aqila verursachte und dem Haus dadurch endlich wieder mehr Leben schenkte.
Wie lange es wohl dauern wird, bis sie das Gift bekämpft hat und ihr Körper sich erholt hat? Ich sollte Aalissay bitten, Latifa wieder rufen zu lassen, um sie zu bitten, Hazar erneut zu untersuchen. Wer wusste schon mehr als eine Hakim, wenn es um den Körper und seinen Heilungskräften ging?
Verfasst: Sonntag 9. November 2014, 14:48
von Gast
Mein Herz machte einen kleinen Hüpfer, als ich Talib im Eingang der Akademie stehen sah.
Sie waren wieder da.
So lange hatten wir suchen lassen, Boten über Boten geschickt, hatten irgendwann die Hoffnung aufgegeben.
Aber wie es mir in der letzten Zeit immer wieder bewiesen wurde:
Die Wege der Mara sind unergründlich!
Er war derjenige gewesen, der mich begrüßt hatte, derjenige, der mir viel beigebracht hatte.
Rija war die Natifah gewesen, die mit Liebe, Zuwendung und Herzlichkeit die Horde an verrückten, jungen Frauen hatte in Zaum gehalten und gelehrt.
Zu Hause!
Wir hatten gestritten, wir hatten Diskutiert, wir hatten gelacht und geweint.
Schöne Zeiten, an die mich alleine der Anblick des Mannes erinnerte.
Wie unterschiedlich waren unsere Wege gewesen. Meine Ehe hatte kaum Bestand gehabt, durch die kurze Dauer, dafür hatte ich mich immer wieder in die Forschungen vergraben, hatte mein Wissen gemehrt und hatte in der Akademie eine gute Position eingenommen.
Rija hingegen war für die Familie da gewesen, war mit ihrem Ranim durch die Gegend gereist, genau das Gegenteil von mir.
Nach all den chaotischen Zeiten, nach all dem auf und ab meines Lebens, durch all die Verschmähung und die Brüche..
Nun wieder eine konstante.
Fraglich wie lange, aber für den Moment tat es gut.
Wir redeten die ganze Nacht durch. Erst mit Talib, der, wie ich es erwartet hatte, grummelig und streng reagierte, dann mit Rija, die nichts von ihrer Herzlichkeit verloren hatte.
Ich bekam die Auflage, jeden Tag mindestens ein Stück Fleisch oder Fisch zu essen, dass die Größe von Talibs Hand hatte, dazu Gemüse und Obst.
Und ich zweifelte nicht daran, dass er das auf irgendeine Art und Weise kontrollieren würde.
Wie sehr sich alles verändert hatte, seit sie weg waren, fiel mir erst wieder auf, als ich die letzten Geschehnisse erzählte.
Der Ausklang des Abends war der schönste seit langem.
Rija und ich teilten uns eine Dattel, und vergruben den Kern in der Oase.
Vielleicht würde aus ihm einmal ein Baum mit vielen Früchten werden, der seiner Aufgabe nachkam, das Volk zu ernähren.
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