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Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 08:20
von Chalys Sangares
Der Schatten war zurückgekehrt. Gut verborgen durchwanderte sie die Wälder, die Varuna umgaben. Sie brauchte nur in die Stille zu lauschen, zu fühlen. Der Tod hinter jenen Mauern war allgegenwärtig. Ihre Arbeit, ihr Anteil, an diesem Spiel, trug Früchte. Die Gelehrte hatte großes geschaffen. Und ohne Zweifel blickte der Seelenrichter mit Stolz auf diese Frau herab. Einzig dies, mochte ihr das Leben retten, trotz deren Ideen einer Heilung. Noch immer war Chalys überzeugt, dass es diese nicht geben dürfe, doch letztlich würde der Richter selbst hierüber entscheiden.
Das Wispern des Herrn wurde lauter, er rief und befahl. Die Stunde seiner Macht rückte näher und würde Erkennen sowie Erschrecken in die Herzen der Narren tragen. Wenngleich möglicherweise genug Narren dieser Insel überleben würden, sollte der Herr eine Heilung gestatten, sie würden seine Wahrheit erkennen. So manch Herz mochte sich hierdurch vielleicht endlich seiner absoluten Wahrheit öffnen. Letztlich war auch damit viel gewonnen.
Es gierte sie nach mehr Wissen, als nur das Erfühlen der Toten. Möglicherweise wurde es Zeit für einen Auftritt Marisha's. Das Vertrauen der Narren hatte sie. Eine Fremde könnte es vielleicht nicht so gut erhaschen, doch andererseits war eine Unbekannte vielleicht die sichere Wahl. Es galt die Risiken abzuwägen. Sie entschied sich schliesslich erneut für eine Tarnung. Keine Spur sollte zu ihr führen. Die Tarnung war ihr Gefährte und Schutz...
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 10:16
von Nevyn Silberhand
Mit einem leichten Stirnrunzeln blickte Nevyn der Gruppe hinterher, die sich dem stadttor Varunas näherte.
Es behagte ihm nicht sonderlich, dass sich nun fast alle Würdenträger der Kirche absichtlich in Gefahr brachten.
Schlimm genug, dass ihre Heiligkeit und ein Jungpriester der Bruderschaft innerhalb der Stadtmauern waren.
Nicht, dass er Zweifel am Schutze Temoras hatte, den diese ihren Anhängern gewährte...
Aber so wie ein dem Brudermörder geweihtes Schwert einen Priester verletzen oder töten konnte, so vermochte
es vielleicht auch eine solche Krankheit, die nach Aussage des Hauptmanns von Stolzenfels durchaus nicht
natürlichen Ursprungs schien.
Nun begaben sich auch noch seine Eminenz, die drei Adlerritter, eine weitere Priesterin und die vielleicht
letzten beiden Heiler ausserhalb der Stadt in selbige hinein, ohne anscheinend weiter darüber nachzudenken
was geschehen mochte, sollte kein Heilmittel gefunden werden.
Oder irgendetwas anderes geschah.
Was, wenn Rahal...?
Oder aber...?
Nein, es war nicht die Zeit für solche Gedanken.
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 10:25
von Richard Tarid
Nach 2 Tagen überkam ihm wieder dieses unwohle Gefühl, als dieser mit einer Fackel bewaffnet von Haus zu Haus schritt. Er kannte die Befehle des Hauptmanns nur zu genau und er wusste, dass er diese auch ausführen musste. Angekommen im Armenviertel unter den strengen Blicken des Hauptmannes macht er sich dann daran das eine Haus von den vielen anzuzünden. Nachdem die ersten Bodendielen, einige Möbelstücke und das Dach angezündet wurden, lief dieser raus um sich das Spektakel von außen anzuschauen. Immer mit dem prüfenden Blick das sich die Flammen nicht auf ein weiteres Haus ausbreiten würde. Es verging eine halbe Stunde, als sich das Dach unter den Lasten verzog und später unter dem Druck einstürzte. Mit einem nicken betrachtete der Hauptmann das ganze Schauspiel als sein er zu einer Vorstellung eingeladen gewesen. Nachdem das Haus so weit abgebrannt war und die Flammen sich nicht weiter ausbreiten konnten. Machte sich der Trupp auf den Weg zu einem weiterem Haus was in der nähe des Kastell stand. Dort angekommen, sah man deutlich das es wohl eine Art Ausbildungsstätte sei. Nach dem eine kurzen Einweisung statt fand, begab er sich wieder in das innere des Hauses wobei er beim aufreizen der Türen, eine von ihnen aus den Angeln riss. Blickte sich kurz um, stapfte darauf mit schnellen Schritten die Treppe hinauf um dort die ersten Feuer zu legen. Nachdem er dort fertig war, lief er wieder runter um den Rest anzuzünden, bevor dieser dann das Haus voll und ganz den Flammen überließ.
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 11:17
von Rafael de Arganta
Darna war da...
Ob als Hilfe oder einfach nur so war, war unerheblich.
In jenem Moment da der Orden vor der Brücke stand wo er eigentlich hätte agieren müssen, ließ er die Schwäche zu.
Unendliche Müdigkeit!
Die müden Augen hatten die einstiege Schwertschwester erblickt und wohl entschieden das es nun gut genug war.
Viele Tote gab es nun schon in der Stadt, und die Sorge um die Menschen die dort drinnen waren, hatte ihm keine Ruhe gelassen.
Genauso die Berichte darüber das wohl ein übereifriger Gardist, in der Zeit als er selber sich einmal Ruhe gegönnt hatte, die Heilerin des Ordens nicht eingelassen hatte.
Zu zweiten Male seit dem ein Gardist einem Kranken den Gnadenstoss hatte geben wollen, war er schier ausgerastet.
Er hatte sofort Marlan befohlen nach dem Mann zu forschen, aber dieser ließ sich nicht auftreiben...
Zu dessem Glück wohl.
Diese Pest...
Nicht einmal seinen Feinden wünschte er diese. Grausam und Gnadenlos war sie.
Feli, Rehya... Antares, Rai’A, Adrian... und all seine anderen Freunde.
Er konnte nur hoffen das sie wohl auf waren.
Wie er selber. Thelor würde bald wieder eine Schicht übernehmen, nachdem er ihm Schlaf befohlen hatte.
Nur er selber, ließ ich nicht befehlen... bis jetzt.
Darna.
Alleine ihre Anwesenheit, ließ ihn wie erlöst aufatmen.
Ließ zu das sein Körper die Oberhand gewann und all seine Schwäche zuließ.
Vor ihm verschwammen die Konturen der Menschen und er hörte sich eine Entschuldigung murmeln und das er nun etwas schlafen gehen würde.
Wie er zum Zelt und auf das Lager kam vermochte er nicht einmal mehr zu sagen.
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 13:45
von Liliana van Drachenfels
Lili sank nach einem langen Tag erschöpft auf ihr Lager und schlief sofort ein. Nur wenige Stunden Schlaf waren ihr gegönnt und als sie aufwachte verspürte sie ein Brennen im Hals. Sie wußte natürlich sofort was geschehen war. Beim ersten verstorbene Patient hatte sie kurz vor seinem Tod bei einem seiner Hustananfälle, etwas von dem blutigen Auswurf direkt ins Auge bekommen. Natuerlich hatte sie sich das sofort fort gewischt, hatte mit dem Essigwasser geduscht und hatte ein Kräuterbad genommen. Auch trank sie ihmmer wieder von dem Kräuterelixier das sie nach dem neuen Rezept herstellten. Doch alles hatte nichts genutzt und nun war sie auch krank. Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen, ging wenn sie den Hustenreiz verspürte fort, damit es niemand hörte und arbeitete weiter bis zur Erschöpfung. Doch sie spürte wie ihre Kräfte nachliessen und am Abend des nächsten Tages brach sie dann selber zusammen und wurde von einer Pflegerin erneut geduscht, gebadet und in eins der Betten gebracht.
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 14:09
von Wijay Loreen
Sie blickte auf die Schlafende herab. In ihrer Lage war es besser, wenn sie auf Dauer ruhig gestellt war. Zum Ritual würde sie allerdings wach sein müssen. Doch dann war es auch egal. Ihre Schreie würden in der Stille verklingen. Denn nicht hier würde sie dem Seelenherren Anheim fallen.
Sie wirkte im Schlaf beinahe wie ein Kind. Sie war auch noch fast eines. Wijay erinnerte sich, dass sie etwa in dem Alter war als sie in die Ferne auszug, eine Flucht vor den Missetaten ihres Vaters, der Schande über ihr Leib und ihre Seele gebracht hatte und sie die Wahrheit noch nicht erkannt hatte. Dieses Mädchen hatte wahrlich ein besseres Los gezogen. Das Leben an sich war doch nur eine Illusion.
Viel hatte Loreen die Tage, im Angesicht des Todes selbst über den Tod nachgedacht. Sie begann sich mehr und mehr wie eine Soldatin zu sehen, die für ihren Herren auf Erden die Stellung hielt und ihm so auf ihre Weise dienlich war. Und das war sie mit bestem Gewissen. Das was in Varuna vor sich ging war mehrals ein einzelner Mord. Es war eine große Tat, nicht von ihr, sondern von der Dienerschaft. Sie pflegte ihren Teil nie als ihr Werk zu sehen, sondern vielmehr als ein Werk der Dienerschaft.
Schließlich und endlich rückte die Stunde näher.
Loreen war inzwischen wieder bei voller Gesundheit. Ein gutes Zeichen, dass ihre Krankheit wirkte und auch das Gegenmittel. Sie vernahm am Rande, dass die Heiler emsig auf der Suche nach einem Gegenmittel waren. Das war erfreulich, denn so ersparte sie sich viel unnütze Arbeit. Vielmehr war es nun von Nöten den letzten großen Akt einzuleiten. Heute Abend würde es so weit sein.
Die Frage die sie sich stellte war, ob es vernünftig war nochmals nach Varuna zurückzukehren. Ein Zwiespalt, denn sobald die Garde anfing, ihre Bibliothek zu durchkämmen war es kritisch... Aber für jedes Problem gab es Lösungen, Man musste die Kellerklappe beschlagen und verstärken. Vorerst. Dafür war handwerkliches Geschick von Nöten, aber wozu hatte sie denn Vikko?
Und Hudgarr war ihr noch etwas schuldig.
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 15:33
von Zoe de Velgy
Heute war einer der schwersten Tage für Zoe. Der Zusammenbruch Lilianas machte ihr schwer zu schaffen. Sie hatte es nicht bemerkt, das ihre Mentorin und gute Freundin erkrankt war und fühlte sich noch hilfloser als zuvor, als sie an ihrem Bett saß ihr eine Strähne aus der Stirn strich und sie beim schlafen beobachtete. Nichtmal mehr Kraft zum weinen verspürte sie.. am liebsten hätte Zoe sich einfach neben sie gelegt um ebenfalls zu schlafen und um endlich Ruhe zu finden. Sie konnte es kaum ertragen soviele Menschen sterben zu sehen. Doch noch weniger konnte sie es aushalten, einen Menschen den sie so sehr mochte, an dieser Krankheit leiden zu sehen. Und es gab noch immer kein Heilmittel.
Einige ihr unbekannte Menschen und Heiler kamen gestern und wollten von ihr die Unterlagen sehen und das sie sie zu den Patienten führte. Sie wies den Leuten den Weg, erklärte wo die Unterlagen waren doch Kraft alles nochmal genauestens zu erklären hatte sie nicht mehr. Sie wollte dies nicht sagen, wollte keine Schwäche zeigen und wirkte somit kühl ihren Gegenübern. Doch es war ihr egal. Warum kamen sie erst jetzt? Wo die Hilfe doch schon so lange nötig gewesen wäre. Jetzt kamen sie wie Ameisen und wollten alles auseinander pflücken und erfahren. Jetzt, wo sie kaum noch Kraft hatte, sich selbst auf ihre Unterlagen zu konzentrieren, wurden Antworten verlangt.
Zoe hatte ihre Unterlagen im oberen Stockwerk des Theaters liegen und teilte dies lediglich als einzige Antwort mit. Mehr wollte sie einfach nicht tun. Sie wollte nicht mal darüber nachdenken was sie in den letzten Tagen und Nächten alles gesehen und erlebt hatte. Sollten sie sich selbst ein Bild machen. Zoe wollte ihre ganze letzte Kraft nur noch der Forschung und den kranken Patienten widmen. Und nicht irgendwelchen Erklärungen zu denen sie sich einfach nicht mehr in der Lage fühlte.
Liliana .. sie war krank obwohl Zoe sie gerade jetzt so sehr brauchte. Die Last auf ihren Schultern wurde doppelt so schwer und die Angst wurde ruckartig vervielfacht. Ein Heilmittel musste gefunden werden und wenn es das Letzte wäre was sie täte. Sie würde nicht aufgeben zu forschen bis sie gefunden hatte, wonach sie seit dieser ganzen geraumen Zeit suchte.
Langsam erhob sich Zoe, blickte Liliana erneut seufzend an, ehe sie sich wieder aus dem Krankenzelt begab. Dann begegnete sie Elnesta der Hochelfe. Die einzige Person die Zoe noch etwas Kraft und Hoffnung geben konnte mit ihrer Sanftheit und ihrem Wissen. Doch die Elfe glaubte nun nicht mehr gebraucht zu werden, jetzt wo soviele Menschen da waren und halfen. Zoe versuchte sie davon abzubringen, mehr aus Egoismus als um der Kranken willen, doch vergebens. Die Elfe machte sich auf den Weg zum Schloss um sich ihre nächsten Schritte nochmal zu überlegen und Zoe blickte ihr mit Tränen in den Augen nach. Wer war sie schon, das sie sie aufhalten konnte..
Sie wünschte sich so sehr das wenigstens Elnesta blieb.. jetzt wo Liliana krank war .. und begann dort wo sie stand laut zu beten .. unwissend ob ihr jemand zuhörte oder nicht, begann sie halb klagend halb weinend Eluive um Hilfe und bat sie um weitere Kraft, für sich und alle anderen, um all dies weiter durchstehen zu können und bald eine Lösung zu finden..
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 20:47
von Zoe de Velgy
12 Kräuter hatte sie nun.
Wieviele waren es noch? Nach ihrem Gebet hatte Zoe sich wieder an ihre Forschungen gesetzt und auch den von Elnesta vorgeschlagenen Rat nachgeprüft. Der Tau des Frauenmantels. Sie schlug in ihren Büchern nach und erfuhr, das der Tau eine positve Wirkung für Frauenleiden hatte und zudem auch ein wahres Wundermittel in der Medizin war. Einige Seiten zuvor wurde auch die Pflanze Eibisch erwähnt.
Eibisch wirkte reizlindernd, half bei Halsentzündungen, war ein gutes Mittel gegen Reizhusten und wurde daher gern in Hustentees verwendet.
Zoe bereitete wieder einige Tränke mit allen zwölf Kräutern zu und testete sie an der kranken Ratte sowie an den Patienten. Eine gänzliche Heilung trat auch dieses Mal nicht ein, doch war es höchstwahrscheinlich möglich, das es als Impfstoff wirkte. Zoe liess die Medizin an die Bürger verteilen und hoffte, das die Medizin zumindest als Impfstoff seine Wirkung zeigte, doch dies könne erst in den nächsten Tagen genauer festgestellt werden.
Sie liess auch Taralea und den anderen Heilern wieder eine Nachricht zukommen, in dem sie von ihren Forschungen berichtete.
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 21:08
von Sanyarin Ar´states
Die Wendungen des Schicksals, vorgegeben von der göttlichen Mutter und voraus gesehen durch ihre Tochter, ziehen oft seltsame Wege... und heute war wieder einer der Tage, an denen mir diese Begebenheit klar gemacht wurde.
Bruder Ian, seines Zeichens Ritter des Adlers, suchte das Gelände des Ordens auf, um uns zu unterrichten, dass seine Eminenz, Bruder Lucenius, sich dazu entschlossen hatte, die Brücke nach Varuna in Begleitung der Ritter des Adlerordens zu überschreiten, um der von der Krankheit heimgesuchten Stadt Hoffnung zu geben und den Erkrankten den Beistand der Götter vor Augen zu führen.
Jenes spornte die Entscheidung meines Vaters... es ward die Gelegenheit weitere Heilkundige in die Stadt zu schicken, welche in dem Falle gewissentlich nicht von der Garde abgewiesen werden würden, so denn ein solch mächtiges Aufgebot jener Vertreter des lichten Pantheons hiernach verlangten. So ward den entschlossen, dass Bruder Mark und ich uns dem Zug in die Stadt anschließen sollten. Schnell brachen wir auf, Ian in Richtung des Klosters, um sich dem Zuge der Ritter an zu schließen und mein Vater und wir gen der Pforte von Varuna, um dort mit eben jenem Zuge zusammen zu treffen...
Wir eilten uns und trafen kurze Zeit später schon vor den Toren ein, liegt der Orden doch deutlich näher als das Kloster der göttlichen Schwester. Doch dort angekommen, konnte die Garde nicht umhin, wohl von der Präsenz der Gläubigkeit überfordert, ihre Stimmen zu erheben... erst nach einigen scharfen und doch von Weisheit geprägten Worten meines Vaters und dem Eintreffen des Hohepriesters, sowie der übrigen Ritter, verstummten sie vollendst.
Kurz warf ich einen wissend Blick gen meines Vaters... so ward seine Art seit ich mich entsinne kann... stets Worte der Weisheit und der Ruhe...
Wie dem auch sei... nach einem kurzen Gespräche ward sich denn entschieden, dass mein Vater selbst als Repräsentant des Glaubens vor den Toren der Stadt weilen sollte um die Ritterschaft des Reiches und die Garde zu unterstützen und gar in Dingen des Glaubens als Mentor zu dienen und zu leiten.
Ein letzter Blick wanderte gen meines Vaters... Ich wusste... seine Seelensmaragde konnten in mein tiefstes Inneres sehen... Im Herzen war er bei mir... Mein geliebter Vater.
Ich muss gestehen... ein mulmiges Gefühl braute sich in meinem Magen zusammen... eine Kälte... man könnte beinahe sagen eine Form der Angst... schon oft hatte ich das theoretische Wissen über die Pest vernommen, doch zwischen Theorie, sowie der Praxis an Einzelfällen und dieser extremen Form der Praxis, wie es in Varuna der Fall sei, liegen oft Welten...
Man musste mir meine Unsicherheit wohl angesehen haben, denn eine Ritterin kam zu mir und überreichte mir mit freundlichen Worten ein Mundtuch... gewisslich würde die Göttin mich schützen und dennoch war es weise der Bevölkerung mit guten Beispiele voran zu gehen, wie ihre Heiligkeit Alyssa Arnis wohl befohlen.
Während mich so die Gedanken durch wanderten entsann ich mich an die kleinen Fläschchen in meinem Kräuterbeutelchen... hatte ich jenen Sud doch extra gemischt, um den Schutz der Masken zu erhöhen und so bat ich denn um die Mundtücher und Masken der kleinen Gruppe, um sie mit dem Sud zu benetzen...
Daraufhin, nach jener Prozedur, formten meine Lippen die rituellen Worte, welche die Göttermutter um Schutz vor Krankheit und Siechtum ersuchten... mein Vertrauen ward es, dass sie die meinigen Worte erhören würde und dennoch plagte mich weiterhin das Gefühl unbeholfener Natur... nicht weil ich fürchtete die Göttermutter könnte mich verlassen... sondern aus jenem Grunde, dass es mir einfach an Erfahrungen fehlte... niemals zuvor ward ich mit einer Seuche solcherlei Ausmaßes konfrontiert worden und jetzt, wo es so weit ward, verspürte ich wahrliche Unsicherheit... Ich erblickte Ians Sorge... Es schien ihn doch weitaus mehr zu beunruhigen, dass wir das Larzarett betreten wüden, als ich dachte... Doch jenes machte ihn so menschlich... ich danke dir, göttliche Mutter, für diese Seiten deiner Schöpfung...
Nun, so ward es in ihrem Falle wohl die Nähe zur göttlichen Schwester, denn sowohl der Bruder Lucenius, als auch Bruder Ian sprachen mir Mut zu und wahrlich erfüllte erneut entfachte Hoffnung mein Herz... Sodann noch Bruder Mark erneut an meine Seite trat, wurden auch meine Schritte leichter.
In der Stadt angekommen spaltete sich die Prozession... der Weg von Mark und mir sollte in das Lazarett führen, während jene anderen wohl weiter gen der Kirche zogen. Mein erster Eindruck vom Lazarett ward, dass wohl alles gut organisiert war... ein Feuer zum Verbrennen der Kleidung glühte noch immer und wurde durch neue Stoffe immer wieder entfacht, Nahrung und Kräutersud stand bereit...
Doch schon beim ersten Betreten des Gebäudes ward klar, dass der Eindruck täuschte... der Gestank von Siechtum und Tod schwamm im Inneren, das Ausmaß der Krankheit wurde klar ersichtlich... Sterbende Menschen auf Liegen umsorgt von fleißigen Händen und doch viel zu wenigen...
Die Auswirkung dieses schrecklichen Zeugnisses war schrecklich... So ward beschlossen, jene eingespielte Gruppierung der hiesigen Heilkundigen ihrer Arbeit zu belassen und jeweils jene Aufgaben zu übernehmen, die ebenso von Wichtigkeit waren. Merkte ich doch schon des öfteren, dass auch Mark und ich eine eingespielte Einheit bildeten.
Sollten weitere Opfer eintreffen, würde man sich um jene sorgen, die schon daniederlagen und mit diesem Zeugnis um jeden Atemzug rangen... die Unsicherheit in mir wallte erneut auf ob jener Gedanken, doch mit der Hilfe von Mark gelang es mir sie zu bezwingen... Ja es beruhigte mich doch ungemein einen so erfahrenen und sicheren Heilkundigen an meiner Seite zu wissen...
Ich weiß nicht, ob Mark es weiß... doch für mich ist er in Sachen Heilkunde mein Mentor, schon damals und seit ich wieder in dieses Land zurück kehrte...
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 22:59
von Sanyarin Ar´states
*So soll dann von Mund zu Mund eine Nachricht in Varuna umhergehen... Am Tage des Donners dieser Woche, so die hoffnungstragenden Glocken des lichten Pantheons die achte Stunde des Abends einleuten, sollen sich all jene versammeln in jenem geweihten Gebäude, zu vernehmen die Worte der Hoffnung...*
Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 01:33
von Zoe de Velgy
Der Tag wurde noch schwerer als Zoe es sich hätte vorstellen können. Die Freude über den Impfstoff währte nicht lange. Die Gardisten brachten einen Mann zum Lazarett den Zoe genau kannte.. Es war jener, der zu ihr in die Heilerstube kam, sich zwar behandeln liess aber nicht bleiben wollte. Der Mann, der sich gierig auf die ihm gereichte Suppe gestürzt hatte und sich erst gar nicht in die Heilerstube trauen wollte.
Julie hatte ihn, als sie Laternen kaufen wollte, an einem Abend anfang letzten Wochenlaufes aufgelesen, hörte seinen Husten und brachte ihn zu Zoe.
Zoe behandelte ihn , dachte damals noch es wäre die einfache Lungenpest, welche schon gefährlich genug war und wollte ihn zum Bleiben bewegen. Doch der Mann, Josef war sein Name, zog es vor, seinen Schlafplatz selbst zu wählen und auch ein wohltuend heisses Bad lehnte er ab. Alle Worte von Zoe und Julie konnten ihn nicht dazu bringen das er blieb.
Einige Tage später, als die Seuche sich wie ein Nebel über die Stadt ausgebreitet hatte, erinnerte sich Zoe an Josef und berichtete Liliana davon. Zoe machte sich Sorgen das sie ihn hatte gehen lassen und das er etliche andere Bürger anstecken würde.. oder das er tot in einem der leeren Häuser liegen würde. Liliana beruhigte Zoe, sagte ihr, sie hätte schon alles richtig gemacht und das sie ja niemanden zwingen konnte sich helfen zu lassen. Sie war der Meinung das Josef sicher auch bald im Lazarett auftauchen würde um sich helfen zu lassen. Doch es war anders. Gardisten kamen am heutigen Tage ins Lazarett und schleppten den halb bewusstlosen und röchelnden Josef ins Lazarett.
Zoe liess ihn auf einen der Betten legen und versuchte ihm sein klägliches Leben zu retten. Es war vergebens. Sie brauchte nicht mal mehr das Bambusröhrchen welches ihm durch den Luftröhrenschnitt beim atmen hätte helfen sollen. Er war schon vorher gestorben. Josef war alt und gebrechlich .. es war ein Wunder das er überhaupt solange überlebt hatte. Doch Zoe machte sich bittere Vorwürfe. Ihre ganzen unterdrückten Emotionen über die Geschehnisse der letzten Tage, die sie in der ganzen Zeit hatte verdrängen können, kamen wie ein Wasserfall auf sie zugeströmt. Es tat ihr unendlich leid das sie ihm nicht mehr hatte helfen können und es fiel ihr schwer die Fassung zu wahren.Doch sie musste sich beherrschen. Leute standen um sie herum, eine Dame dessen Namen sie nicht kannte und ein Herr der Zoe bei der Behandlung von Josef unterstützt hatte, standen in ihrer unmittelbaren Nähe. Auch seinen Namen kannte sie nicht. Die Gardisten wurden zuvor alle an die Stadttore gerufen, Zoe wusste nicht genau warum und der Mann der bei ihr war, fragte Zoe, ob sie ihn.. Josef verbrennen könne. Die Frage allein war ihr zuviel und sie stammelte nur, das sie das gewiss nicht könne.. und so brachte der Mann selbst und die Frau die die ganze Zeit bei ihnen war, Josef zum Berg um ihn zu verbrennen.
Zoe fühlte sich als wäre es um sie herum nebelig. Sie ging durch das Tor und verliess das Lazarett. Ein Mann sprach sie an , auch jenen kannte sie nicht und er hielt sie für Savea. Sie sagte ihm sie sei aber Zoe .. und es täte ihr leid das der Mann gestorben sei.. sie sprach einfach weiter und der Mann versuchte sie mit leisen Worten zu beruhigen. Wurde dann aber wegen den Aufständen an den Toren abgelenkt und musste fort.
Man brachte einen weiteren Patienten und Zoe blieb keine Zeit sich zu beruhigen und durchzuatmen. Sie kannte den Herrn den sie brachten ebenfalls. Er war eigentlich jemand der schon länger im Lazarett verweilte und Zoe hatte nicht bemerkt das er sich heimlich davon geschlichen hatte. Er spuckte Blut, röchelte und bekam kaum Luft. Zoe wollte ihn gleich behandeln doch der Mann weigerte sich und wollte, wie es sich später herausstellte zum Südtor um dort zu kämpfen. Die Frau die Josef zum Berg brachte um ihn zu verbrennen war wieder da und half Zoe erneut. Zoe wollte immer nach ihrem Namen fragen doch sie kam einfach nicht dazu. Sie begann gerade mit der Behandlung des Patienten als Elnesta auftauchte und Zoe unterstützte. Zoe's Magen fühlte sich an wie ein Schraubstock der sich immer mehr zu zog und sie musste das Zelt verlassen um sich zu übergeben. Es war zuviel Aufregung für sie an einem Tag gewesen und das war ihre Reaktion darauf.
Elnesta kam zu Zoe reichte ihr eine Phiole und fragte sanft nach Zoes Befinden. Zoe erzählte Elnesta alles und als die beiden etwas weiter entfernt vorm Zelt standen und sich unterhielten, riss der soeben behandelte Patient aus und flüchtete aus dem Lazarett. Zoe bekam den Schrei der Frau mit, welche der Patient wohl zu Boden geworfen haben musste und lief dem Patienten nach. Sie bekam ihn fast zu fassen, doch da er so verschwitzte Arme hatte, rutschte sie ab und er entkam.
Sie gab den Gardisten die noch vor der Stadt weilten bescheid doch die hatten derzeit wahrlch andere Sorgen, wovon Zoe allerdings noch nichts ahnte. Sie wusste nur von irgendwelchen Kreaturen am Ost und Südtor aber mehr war ihr nicht bekannt.
Als Zoe später allein mit Elnesta war und sich erneut mit ihr unterhalten wollte, kam Savea mit einem Mann auf sie zu und jener wollte seine Hilfe anbieten. Kylian war sein Name und er wollte wissen was ihn genau erwarten würde. Elnesta antwortete das Zoe ihm das erklären sollte, sprach dann verärgert etwas über eine Gifthexe und verschwand wütenden Schrittes im Gebäude des Theaters.
Zoe folgte ihr und hakte nach .. was Elnesta denn verärgert hätte und warum sie so aufgebracht war. Als Elnesta gerade erzählte das eine Magd vom Hause Elbenau sie gekränkte hatte, rief jemand lauthals nach Zoe. Zoe entschuldigte sich bei Elnesta, ging eilig die Stufen hinab und lief zu der Person die sie rief.
Man brachte den flüchtigen Patienten wieder. Nur dieses Mal war auch er bewusstlos und röchelte noch stärker als zuvor. Elnesta kam ebenfalls und nach einem erfolgreichen Luftröhrenschnitt ging es dem Mann wesentlich besser. Elnesta sagte Zoe noch während sie den Mann behandelte und Zoe ihr zur Hand ging, das sie wohl ein Heilmittel gegen die Seuche hätte. Das lediglich nur noch die wilde Minze zu den anderen zwölf Kräutern dosiert werden musste und das dies die Seuche bekämpfen würde. Sie hatte auch einige Phiolen wohl schon zubereitet und in Kisten bereit zur Verteilung stehen. Die erste Phiole .. die verabreichte Elnesta Liliana und machte sich dann auf den Weg um die Medizin an die anderen Kranken verteilen zu lassen.
Zoe, immer noch völlig erschöpft von den Strapazen des gesamten Tages, blieb bei Liliana. Sie setzte sich zu ihr ans Bett und erzählte Liliana von den Aufständen vor der Stadt. Liliana und Kylian, der seine Hilfe anbot, sprachen von Untoten und Krathor .. Zoe verstand nicht genau und hakte nach... Ihr wurde von den anderen beiden erklärt das die Menschen die an der Pest starben nun wieder als Untote umher wandeln würden..
Das war für Zoe zuviel. Jede weitere Erklärung über die Geschehnisse vor den Stadttoren wollte sie nicht mehr hören.. Sie dachte sie könne einiges verkraften, doch wie sollte sie es ertragen, jene die sie für tot erklärt hatte, plötzlich vor sich zu sehen .. Zoe hoffte sehr, das die Gardisten alles taten was in ihrer Macht stand und das jene Tote nie wieder die Stadt betreten würden..
Zoe erhob sich, verabschiedete sich mit wenigen Worten und ging heim. Sie verliess das Lazarett zum ersten Mal, seit alles begann um heim zu gehen. Sie ging mit gesenktem Blick den Weg entlang, schloss die Türen auf und legte sich in eines der Betten, welche für Kranke gedacht waren.
Sie war zu müde und ausgelaugt um die wenigen Stufen hinauf in ihre Wohnstube gehen zu müssen. Und es war ihr egal ob man sie suchen oder vermissen würde, sie wollte Ruhe und sie war am Ende ihrer Kräfte. Sie legte sich so wie sie war in eines der Betten ihrer eigenen Heilerstube und es dauerte nicht lange bis sie erschöpft eingeschlafen war.
Ein Heilmittel war also gefunden worden. Dank Elnesta und allen anderen Heilern die zusammen geforscht hatten und ihre Zeit und ihre Kraft opferten, um alles menschenmögliche zutun um die Seuche aufzuhalten.
Es würde 2 bis 3 Tage dauern, bis alle gänzlich geheilt waren. Doch das alles würde Zoe erst am nächsten Tage so wirklich realisieren.
Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 01:40
von Wijay Loreen
Es war soweit - das Ritual war durchgeplant und nun musste Laura, die schlafende junge Frau, die als Opfer vorgesehen war nur noch geweckt werden. Das war keine Schwierigkeit. Drogen hatten eine interessante Wirkung. Manche vermochten es, den Körper zu betäuben und in einen tiefen, meist Tagelang währenden Schlaf zu versetzen, andere hingegen konnten den Körper in einen Wchheitszustand versetzen der müde menschen zu Berserkern wandeln lassen konnte. Zweiteres wurde ihr in geringen Dosen verabreicht um sie rasch aus der Welt des Traumes in die Wirklichkeit zu befördern. Das geschah für Laura äußerst unsanft, doch schließlich und endlich war sie wach.
Artig leistete Laura Vikkos Anweisungen Folge, sie stellte sich gegenüber von ihm ans andere Ende des Pentagrammes - der innere Kreis. Wijay war fleißig gewesen, denn dank des Wächters, einem Toten Körper, der schon lange inmitten des blutigen Pentagrammes lag konnte sie eine Verbindung zum Chaos aufbauen - das wäre ihr einmal bereits zum Verhängnis geworden, doch so konnte sie eine Verbindung zu ihrem Herren aufbauen. Loreen stellte sich genau in die Mitte und nahm eben jenen Kontakt auf.
Die allseits bekannten schwarzen Schleier zogen durch ihre Pupillen. Die Kraft in ihr bündelte sich - und so begann sie wie aus Weiter Ferne ihre Gebetsformel während sich die Dunkelheit um sie herum erahnbar manifestierte: "Erhöre mich, Fürst der Seelen, Herr über Leben und Tod. Gepriesen seist du, denn du bist Leben und Tod, und alles was tod ist wird leben obgleich es tot ist." - Die Umgebung um sie begann zu wabern, es lief alles nach Plan. Das Pentagramm begann rot zu fluoriszieren - und die Formen verblassten für einen Moment, um sich wieder zu manifestieren. doch es war nicht mehr ihr Keller in Varuna - es waren die geheiligten hallen. Und genau hier wollte sie hin.
Laura wirkte verängstigt - mit Grund. Sie war an einem völlig fremden Ort, und der mochte ihr mit Fug und Recht angst einjagen.
"Fürchte dich nicht, bald bist du freier als du es dir je erträumt hast", sprach Wijay in honigsüßer Stimme zu ihr, beinahe wie eine Mutter mit ihrem kleinen verängstigten Kind sprach. "Umarme die Statue, zolle IHM Respekt." - Doch sie war zu erstarrt. Sie schien sich zu weigern.
"Bitte - ich will doch nur nach Hause, man braucht mich hier."
Loreen schritt auf sie zu. Sie standen alle an eben jenen Stellen des Pentagrammes an der sie sich im Keller fur den unbeteiligten Zuschauer hätten in Staub aufgelöst. Ihre Hand ergriff die zittrigen jungen Hände Lauras.
Sofort lähmte sie die Frau. Das war notwendig, denn die zeit drängte. Das musste so sein, und nur deshalb war sie hier - für jenen einen Augenblick, für das Blutopfer, welches sie Kra'thor darboten.
Vikko ergriff inzwischen den Ritualdolch. Die Ehre, Laura zu opfern, sollte ihm zuteil werden. Er war es würdig, ein Diener des Raben zu sein, und so sollte er auch seine Ehre bekommen.
Doch bevor es so weit war wurden die steifen Gelenke der gelähmten Frau um die Statue gelegt. Sie sollte die Statue umarmen, das war für jenes Ritual zwingend notwendig. Ein silbriger kalter Glanz ging von ihr aus, dem Zentrum SEINER Macht - und das Opfer schien Kra'thor nur all zu gefällig zu sein.
Loreen und Vikko schnitten sich zuerst in die Hand und ließen das Blut zu Boden tropfen als Zeichen ihrer unendlichen Loyalität. Schließlich ging Vikko mit dem Opferdolch zu Laura und setzte am linken Oberarm an, bis das Blut einem Wasserfall gleich zu Boden tropfte und ihr das Leben langsam entzog.
Erneut wurden Gebetsformeln gesprochen - Erneut wurde Krathor um Gehör gebeten. Diesmal wurde er erhört - denn die Kerzen gingen aus - es wurde SCHWARZ - Schwärzer als die tiefste Nacht. Und ein kalter Wind bließ herein.
Das Geschrei Lauras erstarb beinahe in der bedrückenden Totenstille - und schließlich manifestierte sich ein Geist, den Loreen und Vikko höchstens erahnen konnten.
"Was willst du?" dröhnte die ihr bereits vertraute Stimme des Schnitters in ihre Ohren. Er war es, der ihr vor Einiger Zeit Dreizehn Lebensjahre entzog. Und Er war es, das Sprachrohr des Einen.
"Höre, Wir die Diener des Seelenfürsten ehrerbieten Euch unseren Respekt und unsere tiefste Demut." (Lauras Gewimmer erstarb inzwischen) "Wir haben ein mächtiges Geschenk für IHN, es gibt in den Pestgruben nördlich Varunas, im Gebirge reichlich Seelen zu ernten. Es sei unser Geschenk an IHN!"
Die Seele der jungen Frau verließ sichtlich den Körper, ein ferner Entsetzensschrei ertönte als sie sich ihres Todes gewahr wurde. Und noch ehe sie sich versah wurde sie von des Schnitters Armen gefangen und verlor sich ins Nichts. Das Opfer war angenommen.
"Einst mag ER es Euch vergelten, Diener des Richters. Ihr habt gute Arbeit getan." - Mit diesen Worten entschwand schließlich auch der Schnitter während der leblose Körper Lauras zu Boden ging und im Blute ihrer Selbst liegen blieb.
"Es ist vollbracht" sprach Vikko. Er war zufrieden, Loreen war zufrieden, Geschwächt zwar aber - es war getan. Ihre Arbeit war erfüllt.
Laura erhob sich - als Schatten ihrer selbst. Künftig würde sie als untoter Wächter ihren Dienst in den geheiligten hallen tun. Und nun mussten sie über das Pentagramm nur wieder zurück in den Keller befördert werden, so als wären sie nie weg gewesen.
Auch dies gelang - diesmal weit weniger aufwändig. Zufrieden ließ Loreen sich zu Boden sinken. Das Ritual hatte sie arg geschwächt. Sie war körperlich und Geistig noch nicht so weit, dies unbeschadet zu überstehen, auch wenn sie explizit daran forschen würde.
Was sie nicht mitbekam war, dass in diesem Augenblick der Schnitter an die 170 Seelen einsammelte - Untote erstanden aus den pestgruben - und Varuna würde erneut eine Prüfung bestehen müssen - nämlich die, Kra'thors macht zu widerstehen.
Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 02:15
von Shalaryl Di'naru
Varuna...steinerne, kalte und harte Stadt der Menschen. Vergänglich wie eine
Blume im Nordwind, der nach und nach die welkenden Blütenblätter aus der
Krone zupfte, bis ins Mark erfüllt von Hektik und Hast...und doch...immer
wieder Hort des verwobenen Leids.
Leise klang die Harfe in der sternenbehangenen Nacht, Ton um Ton sich von
den Saiten stehlend, um sanft durch die Wipfel getragen zu werden. Eine
Melodie, das Angesicht der Stille im klingenden Chaos zu beruhigen. Was ins
Lied der Mutter zurückkehrte sollte dort bleiben...keinen größeren Frevel
gab es als die Klänge gewaltsam wieder zu entreissen und erneut, verzerrt
und mit Dissonanzen durchwoben erklingen zu lassen. Doch war es genau
dies, was geschehen war. Auch wenn die Wellen der Untoten den Stein der
Stadt nicht zu überspülen vermochten, einmal mehr legte sich das Augen-
merk von etwas auf Varuna, das so völlig gegen die Harmonien des Liedes
verstoss, dass selbst dessen verborgenste Wächter nicht jediglich beobachten
konnten... .
Was wohl der nächste Schritt, der nächste Ton dieser Schalmei sein würde,
das Ziel sollte zumindest klar sein. Sie würde weiter lauschen...warten...
und dann entscheiden, ob das Lied selbst in Gefahr war und geschützt wer-
den musste oder alles nur eine kleine, von selbst verebbende Welle im
Fluß der Zeit war. Entscheidungen...Verantwortung...keine Zweifel mehr.
Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 08:48
von Michael Deliza
Raus ! Er wollte nur raus.
Er war doch Gesund warum also hielt man ihn hier fest? Bis er selber erkrankte?
Sein Bruder war gestorben, und man hatte sein Haus angezündet.
Jetzt hatte er nicht einmal eine Bleibe.
Und sollte warten bis der Tod ihn erreichte?
Nein das wollte er nicht.
Vorsichtig schlich er umher, sprach andere an.
Revolte das Wort, Freihei und Panik im Blick.
Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 09:08
von Josef Kerr
Es war einfach zuviel für den Alten.
Humpelnd bewegte er sich gen Stadttor, alle paar Meter forderte die Pest ihren Tribut und liess ihn sich
hustend zusammenkrümmen.
Der Auswurf war nun durchgehend blutig, die letzten zwei Tage hatte er in einem Dämmerzustand in einer der
leerstehenden Hütten im armenviertel gelegen, bis die Garde begonnen hatte, ein Haus nach dem anderen
abzubrennen.
Mühsam hatte er sich aufgerafft und hinausgeschleppt.
Fast hatte er das Stadttor erreicht, als ihn auf einmal ein Priester ansprach.
Verdammte Pfaffen! Wenn man sie nicht brauchen konnte, kamen sie...
Wie die Geier!
Röchelnd versuchte Josef seine Krankheit herunterzuspielen, doch alsbald tauchten Gardisten an der
Seite des Priesters auf und der persönliche Alptraum des Alten begann.
Er versuchte wegzuhumpeln, doch die Bewaffneten versperrten ihm den Weg.
Er bettelte um Verschonung, doch seine Worte prallten wirkungslos ab.
Mit Gewalt zerrten sie den sich aufgrund der Krankheit nur schwach wehrenden gen Lazarett, wobei es eher
an ein Gefängnis erinnerte.
"Neeeeeey! Ück wull nich ins Siechenhus! Zu Hülf'!" zeterte, weinte und schrie er, was die zersetzten Lungen
noch hergaben.
Doch alle sahen bloß zu.
Manch einer mochte einen Kloß im Halse spüren, doch eingreifen tat niemand.
Vielleicht war es der zusätzliche Stress, der den Kollaps bewirkte, vielleicht war aber auch einfach die
Krankheit schon zu weit fortgeschritten, aber als die Gardisten Josef im Lazarett auf eine Liege hieften, war
dessen Atem schon deutlich schwächer geworden.
Die Heilerin de Velgy versuchte noch, mit einem Luftröhrenschnitt und einem Bambusröhrchen zumindest die Luftzufuhr
in die Lunge zu verbessern, doch der blutige Schaum auf den Lippen des Alten und der kurze Zeit später endgültig
aussetzende Atem sprachen ihrer Bemühungen Hohn.
Kurze Zeit später wurde der leblose Körper durch die Stadt getragen und zum Unheilsberg gebracht, wo ein Feuer lodernd
auf ihn wartet.
Zischend und fauchend verzehrten die Flammen den Leib, der einmal die Seele von Josef Kerr beherbergt hatte.