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Verfasst: Mittwoch 27. September 2006, 05:42
von Felicitas de Arganta
Feli erwachte. Es war Dunkel im Raum und sie wusste kurz nicht wo überhaupt sie war. Aber das Bett war immernoch das gleiche.
Immernoch war sie benommen von den Drogen und hatte Mühe ihre Gedanken und Erinnerungen zu ordnen. Wie kam sie ins Bett?
Was war geschehen?
Mit unglaublicher Erleichterung stellte sie fest das sie frei war. Zumindest hatte man sie nicht gefesselt. Sie ertrug es nicht mehr länger. Es machte ihre Hilflosigkeit zu einer perversen Folter.
Sie war wieder in ihrem Zimmer gewesen. Lanaya und Sarog waren herrein gekommen. Sie wusste nicht wieso aber Sarog bedrohte sie. Hatte sie in die Enge getrieben. Mit dem Rücken am Fenster, ja fast im Fenster stand sie ihm gegenüber. Seine Faust erhoben. Dann dieser Schmerz. Magie! Qualen als würde jemand ihre Eigeweide zusammen drücken und wieder auseinander ziehen. Sie wollte sich wehren. Musste sich wehren. Sie tat es!
Als Sarog ihr die Luft aus den Lungen presste nahm sie all ihre Kraft zusammen um jene Gewalt zu ihrem Vorteil zu nutzen und daraus einen schrillen, ohrenbetäubenden Schrei durch das Zimmer zu senden. Wie ein Donner knallte er an die Wände, die Fenster barsten, bekamen Risse und Glas rieselte hinab die Schlosswand hinunter. Doch der Griff der Magie hielt sie fest und sie hatte keine Kraft mehr sich zu wehren.
Ein Schlag auf die Schläfe nahm ihr für einen Moment das Bewusstsein und sie war wieder ans Bett gefesselt. Nicht sehr gut diesemal, wie sie später feststellte.
Daher diese Kopfschmerzen.. registrierte sie und resümierte weiter:
Was war dann geschehen? Die Dritte im Bunde war hinein gekommen.
Langsam kannte sie sie alle. Man sprach ein paar Worte miteinander. Sie fragte Feli ob sie ihre Liebe berreue. Ob sie berreue in welche Lage sie sie gebracht hatte.
Daran war nicht ihre Liebe zu Rafael schuld.
Das Gespräch hatte wenig mehr Tiefgang und das einzige das davon blieb waren zwei Hiebe ins Gesicht und eine aufgeplatzte Lippe, die jedoch wieder gesäubert wurde.
Sie solle gut aussehen wenn der falsche Adrian zu ihr käme. Welch Spott und Hohn!
Langsam richtete sie sich im Bett auf. Der Mond stand hoch am Himmel und warf ein gespenstisches Licht in den Raum, gebrochen durch die Risse im Glas.
[img]http://img208.imageshack.us/img208/5499/mondwk5.png[/img]
Kalt. Es war kalt.
Der Wind kroch durch die Ritzen in den Fenstern. Das Zimmer hatte keinen Kamin.
Immernoch benommen stand sie auf. Der Boden war eisig. Ihr Blick ging auf die Südwand. Rafael musste dort sein. Das wusste sie.
Wie sehr sie sich danach sehnte ihn zu sehen. Ihn spühren zu lassen das sie da war.
Kurzerhand griff sie sich die Unterdecke des Bettes, die mit weichen Daunen gefüllt war und ging auf die Wand zu, setzte sich dort nieder und hüllte die Decke um sich herrum.
Es war so trostlos.
Das Schloss war still. Es musste spät sein. Dem Mond nach zu folge schon einige Zeit nach Mitternacht. Nichts anderes tun könnend begann sie erst leise zu summen, bevor sie die Stimme lauter werden lies.
Sanft wie eine Rosenblüte auf nackter Haut hallte sie durch den Raum. Erfüllte ihn mit süsser Melankolie und trauriger Sehnsucht.
Würdest du in mein Ohr wispern
Die Dinge die ich fühlen möchte.
Ich gäbe alles
um es fühlen zu können.
Wachst du von selbst auf?
Ich frage mich wo du bist?
Es ist nicht deine Schuld.
Ich möchte da aufwachen wo du bist!
Ich würde nichts, garnichts sagen.
Lass es passieren.
Wir sollten es geschehen lassen.
Liebst du nicht das Leben das sie töten wollen?
Der Priester vor der Tür.
Dein Vater schlägt gegen die Wand.
Denk nicht ich liese sie wissen...
Ich weiss was es heißt eine Frau zu sein.
Etwas das ich nicht ändern kann.
Um das ich nicht herrum komme..
Ich möchte aufwachen wo du bist.
Würde nichts, garnichts sagen.
Lass es passieren!
Und ich würde alles tun
Damit du dich vollständig fühlst
All die Kleinen Stückchen
Aus dem Nichts...
Aus dem Fall..
Ich bin da!
Schliess die Arme um mich!
Was du fühlst , ist was du bist
und was du bist ist wunderschön!
Lauf davon!
Und ich würde alles geben
Damit du dich vollständig fühlst
All die kleinen Stückchen
Aus dem Nichts..
Aus dem Fall..
Ich bin da!
Schliess die Arme um mich!
Was du fühlst, ist was du bist
und was du bist ist wunderschön!
Ich bin da!
Willst du mich heiraten?
Lauf davon!
Ich möchte aufwachen wo du bist...
Schleich in meinen Traum...
Schleich..
Schleich..
Lass uns davon laufen.
Einfach davon...
Ich will aufwachen wo du bist...
Schliess die Arme um mich..
Was wir fühlen ist was wir sind
und was wir sind ist wunderschön..
Lauf davon...
Ich bin hier...
Lauf davon...
Längst rannen ihr Tränen über das Gesicht, lange bevor ihr Gesang erstarb und den Flügel des Schlosses in dunkle Stille tauchte.
Vielleicht hatte Rafael sie gehört.
Vielleicht hatte er gespührt das sie da war.
Vielleicht hatte sie ihm Kraft geben können.
Vielleicht hatte sie sich auch einfach selbst trösten wollen.
An der Wand verharrend, lauschen und sich ihren Tränen hingebend schlief sie irgendwann, eingehüllt in die dicke Daunendecke ein.
Ein traumloser, tiefer Schlaf der sie wie süsse Erlösung überkam und sie für den Moment einfach in Frieden hüllte. Sie brauchte Kraft....sie wollte zu Rafael. Dieser Gedanke hallte so oft in den Stunden der Gefangenschaft durch ihren Kopf, das er allgegenwärtig war...
Verfasst: Mittwoch 27. September 2006, 15:54
von Rafael de Arganta
Ein Wispern drang an sein Ohr.
Nein... nicht schon wieder. Sie sollten ihn schlafen lassen... Schlafen.
Er war so müde. Sein Körper brannte und die Kopfschmerzen ließen kaum nach, sobald er auch nur halbwegs zu sich kam. Dazu lag er auf der Wunde am Rücken was ihm einige Schmerzen bereitete.
Er wollte gerade wieder hinabtauchen ins Dunkel als erneut einige Wortfetzen an sein Ohr drangen und ihn hielten.
Ich gäbe alles
um es fühlen zu können.
Wachst du von selbst auf?
Ich frage mich wo du bist?
Es ist nicht deine Schuld.
„Nicht meine Schuld... nicht meine Schuld...“ wisperte er und öffnete mühsam die Augen, hörte das Lied nun ganz, die Stimme die er unter so vielen erkannt hatte.
„Feli.“ wisperte er erstickt und lauschte ihrem Gesang dem Lied das solch Sehnsucht in ihm weckte.
Warum ließ man sie nicht gehen... warum war er hier? Warum gefesselt?
Er erinnert sich...
Er erinnerte sich das er ... das er versucht hatte Adrian zu töten...
Ein fahler Geschmack bildete sich in seinem Mund. Hatte er?
Er wusste es, aber er erinnerte sich nicht daran.
Die Schmach auch noch kein Ratsmitglied mehr zu sein, war zu viel für ihn gewesen...
War es? Es musste so gewesen, sein. Doch warum konnte er sich nicht mehr genau erinnern. Die Kopfschmerzen nahmen zu, und er spürte wie er wieder begann hinweg zu dämmern, doch hielt er sich nun verbissen an dem Fest was er hörte, versuchte bei Bewusstsein zu bleiben.
Er vergaß alle andere Gedanken sank wieder hinein in einen Dämmerzustand, und merkte nicht einmal wie ihm die Tränen über die heiße Wange liefen.
Lange nachdem die Stimme geendet hatte lag er noch wach da, aber er hatte mühe sich an die Worte zu erinnern die gesungen wurden, nur an die Stimme.
Er wollte bei ihr sein. Einfach alles andere vergessen... was vergessen?
Er wusste es nicht mehr, und bei dem Versuch an die Erinnerung heran zu kommen, schlief er wieder ein.
Verfasst: Mittwoch 27. September 2006, 18:36
von Felicitas de Arganta
Feli wachte langsam, ganz langsam auf. Wie als wenn man erst noch Träume abschütteln muss, an die man sich nicht mehr erinnert.
Sie lag an der kalten, dicken Mauer die sie von Rafael trennte, eingehüllt in die dicke Decke die sie angenehm wärmte.
Ein leises Pfeifen drang durch die Ritzen der gesplitterten Fenster.
Sie fühlte sich furchtbar. Das Gesicht brannte ihr und immernoch klopfte etwas dumpf in ihrem Schädel.
Langsam stand sie auf und ging zum Schrank. Es war ihr egal das es Eileens Kleider waren. Sie würde sie wohl kaum dafür rügen, dass sie sich umziehen wollte und zog das rote Kleid aus und griff nach einem Goldenen.
Sie fühlte sich ein wenig besser als sie frische Kleider anhatte. Ein kurzer Blick auf ihre alten Kleider verriet ihr etwas, dass ihr die Tränen sofort in die Augen schiessen liess.
Ich bin nicht schwanger.... Donnerte es durch ihr Konstrukt aus Emotionen.
Sie konnte nicht sagen ob sie sich darüber freute oder endlos traurig darüber war. Jetzt hatte sie Gewissheit.
Mit undeutbaren Gefühlen tapste sie zurück zu der Decke, hatte sich noch ein paar Tücher aus dem Schrank genommen, sie wollte Eileen`s Kleid nun wirklich nicht ruinieren, und setzte sich wieder an die Wand.
Die Decke umgeschlungen weinte sie haltlos. Einfach all den Schmerz der in ihr Tobte, all die Verzweiflung.
Und als selbst die Tränen nicht mehr halfen benutze sie das Ventil das ihr noch geblieben war. Sie war so verzweifelt. So einsam. Und jetzt die Gewissheit. Es ware ein Albtraum gewesen, hätten ihre Peiniger gewusst, das sie von Rafael schwanger gewesen währe...aber sie hatte es sich tief im inneren gewünscht.
Die Tränen einfach ihr Gesicht hinab rinnen lassend, erhob sie die samtige Stimme der Reichsbekannten Harfnerin...
Wie eine Erklärung an die Hoffnung, an ihre Verzweiflung, an die Gefühle die in ihr tobten schallte das Lied durch den Flügel des Schlosses und durch die Fenster bis nach draussen.
Immer suche ich, einen anderen Weg
Und ich kann es nicht mehr ändern
Es ist schon zu spät
Das was ich dir schon so lang verschwieg
Tut mir so unendlich Leid
Und ich hoffe nur das dich jemand befreit!
Kein Weg führt aus
Der Dunkelheit
Keine Zukunft
Ich kann mich nicht befreien
Und alles ist so hoffnunglos
Alles...scheint mir hoffnungslos
Wohin führt der Weg
Jeder den ich liebte, Ging
Ich tat alles so anders
Aber ich kann die Zeit nicht zurückdrehen
Es gibt keine Zuflucht
Vor dem Sturm in mir
Kein Weg führt aus
Der Dunkelheit
Keine Zukunft
Ich kann mich nicht befreien
Und alles ist so hoffnungslos
Alles..schein mir hoffnungslos
Ich nicht glauben
Die Worte die ich höre
Es ist als würden meine Gebete erhörte
Wenn ich mich umbliche, sehe ich
Diesen Ort, Diese Zeit
Diesen , meinen Geliebten
Nein es ist schwer
Aber ich fühle es irgendwie
Sehe in dein Herz
Und vergebe dir
Du hast mir die Stärke gegeben
um mir zu zeigen wo meine Reise endet
Hast mir die Kraft gegeben
Weiter zu machen
Ich seh den Weg
Raus aus dieser Finsterniss
Ich sehe meine Zukunft
Und nun vergeben
Setzt mein Herz frei
Und alles was ich sehe ist ein anderer Weg
Ich kann den neuen Tag begrüssen
Ich seh den Weg
Ich kann ihn sehen!!
Ich seh die Zukunft
Ich seh den Weg
aus dieser Finsterniss
Ich seh unsere Zukunft
Ich seh..
Ich seh..
Ich kann ihn sehen..
Den Weg...
In unsere Zukunft!
Das Lied schwang durch ihr Herz und erfüllte sie mit soviel Wehmut, Hoffnung, Trauer und Verzweiflung das es sie fast besinnungslos in die Tränen trieb, solange bis nichts mehr da war..was sie noch weinen konnte.
Und wie zum Omen öffneten sich für einen Moment die Wolken am Himmel und warfen ein sanftes Licht in das Zimmer.
[img]http://img57.imageshack.us/img57/3585/wolkenir5.png[/img]
Verfasst: Donnerstag 28. September 2006, 08:16
von Felicitas de Arganta
Feli stand wieder am Fenster. Sie konnte nurnoch durch die Fenster sehen wenn sie direkt davor stand. Wie Spinnenweben zogen sich die Risse die Fenster entlang. Teilweise fehlten kleine Stückchen.
Sie hatte fast aufgegeben. Das spührte sie. Der Tod währe fast eine süsse Erlösung von all der Qual, aber...der Gedanke an Rafael, an ihre Familie, an ihre Baronie hielt sie davon ab.
Einige Stunden starrte sie einfach auf die Straße hinab. Das Rathaus rechts von ihr, die Schlossmauer links.
Bis sie jemanden auf der Straße stehen sah. Eigendlich zwei Personen.
Flo! Ihre geliebte Schwester! Was tat sie hier?! Es war viel zu gefährlich! Wussten sie nicht was vor sich ging?...Nein vermutlich nicht.
Da war jemand bei ihr. Sie musste kurz sinnieren. Quarius de Lore. Ja so hiess er. Was war er? Ritter?...Einer von Rafael`s Mannen vielleicht?
Sie hatten sie ganz sicher gesehen. Die kaputten Fenster bemerkt.
Kurz entschlossen ging Feli zum Fenster rechts vom Bett wo ein kleines Loch war. Nahm eine ihrer hübschen Creolen ab, die sie von Rafael geschenkt bekommen hatte, und warf sie hinunter.
Flo würde wissen.
Der Ohrring war unverkennbar. Eine Goldene Creole mit fein angeordneten Stäbchen. Sie fanden ihn auch. Feli konnte Flo dabei zusehen wie sie ihn aus dem Gras aufnahm.
Kurz darauf verschwanden die Zwei...
Ein wenig Hoffnung machte sich in ihr breit. Das sie vielleicht verstehen würden, was diese Geste zu bedeuten hatte. Das sie verstanden, das etwas nicht in Ordnung war. Sie würden kommen...sie würden kommen.
Wieder geschah einige Stunden nichts. Garnichts. Es war so still. Sie war so einsam. Sie wollte zu Rafael. Sie wollte ihn sehen. Ihn Halten.
Wollte endlich aus diesem Gefängnis. Sie konnte nicht mehr. Die Tränen zehrten die letzte Kraft aus ihr. Die Gewissheit, sie bekam kein Kind von Rafael.
Wie dumm das war. Sie nahm doch absichtlich Kräuter um nicht zu empfangen. Warum schmerzte sie das jetzt so sehr?...
Mitten in ihren Gedanken geschah etwas äusserst seltsames.
Rufen auf dem Gang. Sie huschte sofort dorthin.
Hörte wie Namen gerufen wurden. Sarog war kurz bei ihr herreingekommen um sofort die Tür wieder zu zu knallen und abzuschliessen. Sie hörte ihn noch sagen:
Lassen wir die Gefangenen einfach da oben verrotten!
Was hatte das zu bedeuten? War etwas passiert? Darna vielleicht? Flo?
Es war viel zu wenig Zeit vergangen. Unmöglich....was war nur los?
Dann...
fiel Stille über das Schloss. Seltsame..gespenstische Stille. Keine Stimmen mehr. Nur das monotone Stapfen der Wachen. Sonst nichts.
Es war fast noch schlimmer als zuvor. Wollte man sie jetzt auf eine Probe stellen?..
Einfach um sich abzulenken begann Feli wie schon viele Male zuvor das Zimmer zu durchstöbern. Natürlich fand sie nichts neues....
Glaubte sie zumindest!
Sie lehnte sich an die Wand neben dem Bett und wollte einen Moment einfach abspannen als die Wand nachgab und zur Seite öffnete.
Völlig überrascht fiel sie nach hinten in einen kleinen Berg aus Asche.
Etwas orientierungslos sammelte sie sich erstmal auf. Sie hatte in einen Schacht gesehen.
Wo war sie? Was war das?
Dann stand sie plötzlich im Nebenzimmer.
Ein geheimer Durchgang! Der Fluchtweg des Grafen!
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Ihr Herz begann wie wild zu hämmern als sie sich umsah. Bis ihr Blick tatsächlich auf Rafael fiel.
Er war am Bett gefesselt und hatte die Augen geschlossen. Aber er lebte.
Rafael!!
rief sie und stütze zu ihm hin um seinen Leib erstmal unter ihrem zu begraben. Er realiesierte scheinbar garnicht wie ihm geschah. Unter einem Schleier aus Tränen löste sie seine Fesseln und er verstand immernnoch nicht. Glaubte nicht daran das sie es war.
Doch dann..als er sie in den Armen hielt, sie sich an ihn drückte, ihn küsste, da wusste er das es keine Halluzination war.
Was haben sie dir nur angetan? Was wollten sie von dir?
Er konnte ihr nicht antworten. Er wusste es nicht. Sagte ihr er hätte Adrian getötet. Was für ein Unsinn.
Hör nicht auf ihre Lügen! Glaub ihnen kein Wort! Das ist unmöglich!
beschwor sie ihn.
Er wollte aufstehen. Sie half ihm, doch er war noch viel zu schwach. Fiebrig noch und verletzt. So sanken sie beide vor dem Bett wieder nieder.
Sie nahm ihn in die Arme. Er nahm sie in die Arme.
Wie sehnlichst sie sich jenen Moment herbei gesehnt hatte!
Es war wie die Erfüllung, das Wahrwerden eines innigen Traumes. Es raubte ihr jede Fassung.
Er hatte sie gefragt ob man ihr etwas getan hatte. Sie konnte es nicht leugnen. Ihr geschundenes Gesicht sprach bände. Dennoch bittete sie ihn ruhig zu bleiben. Er würde Kraft für ihre Flucht brauchen.
Er durfte sich jetzt nicht aufregen.
Dann fragte er sie noch etwas...ob man sie angefasst hätte. Er hätte Visionen gehabt. Er könne es nicht ertragen würde sie ein fremdes Kind...
Sie brach ungebremst in Tränen aus. Es war so absurd. Warum weinte sie so?...Dennoch...sie hatte sich ein Kind von ihm gewünscht.
Und jetzt..jetzt wusste sie das sie keines bekommen würde. Vorerst zumindest wie er ihr behutsam versprach.
Er sagte ihr sie müsse hier fort. Sie weigerte sich. Sie wollte bei ihm bleiben. Musste bei ihm bleiben. Sie konnte ihn nicht verlassen. Unmöglich. Undenkbar. Unvermeidbar.
Er gab wohl auf. Genoss einfach ihre Nähe so wie sie seine genoss.
Sein Körper, geschwächt von Fieber und Wunden, forderte seinen Tribut und er schlief in ihren Armen ein, ans Bett gelehnt.
Sie hielt ihn weiter im Arm. Immer lauschend ob sie verräterische Schritte vernahm. Doch da war nichts. Die ganze Nacht nicht die sie über ihren Geliebten wachte.
Und in seinem Schlaf summte sie ihm die ihm bekannten Lieder. Ihre Lieder. Die Lieder die sie für ihn gesungen hatte. Seinen Schlaf das erste mal seid ihrer Gefangenschaft nicht mehr einsam erscheinen lassend. Keine Hoffnungslosigkeit mehr. Keine Lügen. Keine Schädnung.
Nur sie, ihre Stimme, Ihre Lieder und ihre grenzenlose Liebe.
Irgendwann, der Morgen graute fast, schlief sie übermüdet und am Ende all ihrer Kräfte bei ihm ein. Sie konnte nicht mehr.
Ihr zierlicher Körper und ihr Geist hatten keine Kraft, keine Reserven mehr übrig. Da war nichts mehr.
Tränen.
Leid.
Kümmer.
Schmerzen.
Qual.
Verzweiflung.
Hoffnungslosigkeit.
Einsamkeit.
All das hatte ihre Kräfte gezehrt. Aufgezehrt.
Felicitas war ausgebrannt und nur ihre Liebe zu Rafael hielt sie noch am arbeiten.
Gab ihr noch die Kraft auch die nächsten Tage zu überstehen.
Gab ihr die Hoffnung das alles wieder gut würde.
Traumlos, tief und fest schlief sie.
Verfasst: Donnerstag 28. September 2006, 18:42
von Rafael de Arganta
Als er ein Geräusch hörte, öffnete er nur apathisch die Augen. Sah nicht mal hin wer oder was das Geräusch verursachte
Mattigkeit hatte sich in seinem Körper ausgebreitet und übertünchte den pochenden Schmerz in seinem Rücken.
Er fror und schwitzte gleichzeitig und wünschte sich nichts weiter als zurück in die Dunkelheit zu sinken.
„Rafael!“ es war als hörte er seinen Namen... ob ihm Traum oder hier .... als sich dann noch jemand an seinen Fesseln zu schaffen machte, wollte wehrte er ab.
Nein keinen Trank mehr, keine Schmerzen mehr.... „Weg... geht weg...“ keuchte er angestrengt, doch die Versuche ihn zu befreien blieben.
„Ich bin es...ich...“ vernahm er dann eine Stimme die er schon gar nicht mehr glaubte hören zu dürfen und fast irritiert wendete er den Kopf in ihre Richtung, mühsam darum bemüht die Augen auf zu bekommen. „Feli?“ wisperte er leise, fast als hätte er Angst, wäre er zu laut, ihre Erscheinung würde wie eine Seifenblase zerplatzen . Noch immer nicht glaubend das sie wirklich hier war.
„Ich seh den Weg... Raus aus der Finsternis... Ich seh unsere Zukunft...“ hörte er sie summen, und als sie im selben Moment die Fesseln gelöst und schluchzend auf seine Brust sank konnte er nur erleichtert den Arm um sie legen. Tränen der Erleichterung glitzerten in seinen Augen.
Sie war hier... hier bei ihm. Wie ... das wusste er nicht. Es war ihm auch egal. Wichtig war das sie lebte, man ihr nichts getan hatte....
Nichts getan? Ihre Wange war blau und die Lippe verkrustet.
Zorn stieg in ihm hoch. Hilfloser Zorn.
Warum hatten sie sie mit hineingezogen? „Sie... sie haben dich... geschlagen?“ wisperte er leise, und sie sah ihn aus tränenreichen Augen an. „Das ist nicht wichtig.“ Schluchzte sie und für einen Moment küssten sie sich verzweifelt.
Und Rafael konnte spüren das sie zitterte.
Wie gerne würde er ihr helfen. Wie gerne hier heraus gehen mit ihr ... aber er wusste nicht einmal ob er die Kraft hatte auf zu stehen.
Als sie sich an ihn drückte, schrie er doch leise auf vor Schmerzen. Die Dolchwunde auf der er so lange gelegen hatte, war mehr als Schmerzhaft und pochte vor sich hin.
„Was haben sie dir nur angetan,“ schluchzte sie und die Tränen die ihren Wangen hinabliefen rührten ihn tief.
Sie weinte nicht um ihretwillen, sondern wegen ihm. Dabei hätte sie nichts darauf vorbereiten können was ihr hier geschehen war.
„Es tut mir leid... es tut mir so leid was man dir angetan hat.“ Entgegnete er statt auf ihre Frage zu antworten. Er hielt sie nur fest, streichelte ihren Rücken, so gut er es konnte.
„Komm erst einmal wieder zu Kräften, Geliebter.“ Entgegnete sie. „Adrian....“ Weiter hörte er nicht zu.
Wie flüssiges Eisen schoss der Schmerz der Erinnerung durch seinen Kopf und er stöhnte auf.
„Adrian. Ich habe Adrian angegriffen, vielleicht sogar getötet.“ Sie schüttelte schnell den Kopf. „Nein... nein... nein.. Das war nicht Adrian. Glaub doch ihren Lügen nicht.“
Er schluchzte auf, weil jenes Bild sich in ihm festgesetzt hatte.
„Doch draußen im Garten...ich war so ... ich weiß nicht. Ich habe ihn angegriffen.“
„Sie haben dir weh getan...Adrian...das war nicht Adrian.....allesamt...“ meine sie eisern und Rafael schwieg.
Die Erinnerungen waren verschwommen lagen im Nebel. Er wusste nicht einmal mehr wie er ins Schloss gekommen war, nur diese eine feste Erinnerung und das Feli nun bei ihm war in seinen Armen half ihm.
„Hilf mir auf. Sie werden bald wiederkommen. “ Keuchte er und Feli half ihm auf, doch mit dem Stehen, spürte er seine Beine versagen.
Er brach in die Knie und auch Feli vermochte ihm nicht zu halten.
Kraftlos und Müde ließ er sich gegen das Bett sinken, Feli in die Arme nehmend.
Es gab ihm Kraft sie zu spüren, ihre Nähe und dennoch nagten diese Visionen an ihm.
Er sprach sie darauf an, erzählte sie ihr und sie begann haltlos zu weinen...
Nein, man hatte sie nicht angefasst, aber sie erklärte ihm das sie mit Bestimmtheit wüsste das sie kein Kind von ihm bekäme.
Beruhigend strich er ihr über den Rücken. Wer weiß wozu es gut war, außerdem hatten sie noch Zeit, in der jetzigen Gesamtsituation wäre es eh nicht sonderlich förderlich gewesen.
So sehr sich Rafael auch Kinder wünschte.
Er beruhigte Feli liebevoll, wenn auch es ihm selber Kraft kostete.
Er wollte nicht das sie weiter mit litt, das sie weiter in Gefahr war, wollte sie fortschicken, doch sie weigerte sich.
Weigerte sich standhaft zu gehen und er hatte auch nicht die Kraft sie zu überzeugen.
So blieb sie... einander im Arm haltend, einfach sich selber zu genügen um auf die Rückkehr der Männer zu warten.
Rafael versuchte die Erinnerungen an die Visionen zu verscheuchen und langsam aber sicher, schlief er darüber ein.
Verfasst: Sonntag 1. Oktober 2006, 05:21
von Felicitas de Arganta
Feli lag in dem weichen Bett und dachte über die letzten zwei Tage nach.
Es war soviel geschehen.
Soviel das sie schon fast aufgehört hatte zu glauben. Doch die Hoffnung starb sprichwörtlich zuletzt.
Als sie am nächsten Morgen im Schloss aufgewacht waren, lag sie bei Rafael am Bett. Sie war irgendwann dort eingeschlafen und offensichtlich hatte sie niemand "gestört".
Es war ruhig im Schloss. Gespenstisch ruhig. Rafael war immernoch im Fieber. Sie mussten hier raus. Schnell und bald. Nur wie?
Ein Summen erklang über den Gang draussen. Ein Rumoren.
Feli fiel ein Blitzen ins Auge, unterm Bett. Ihr Rapier!
Hastig griff sie danach und warf es sich über, dann stand sie auf.
Sie mussten hier herraus! Rafael konnte sich kaum auf den Beinen halten.
Dann hörten sie eine Stimme.
Serina! hörte sie Rafael.
Sie konnte mit dem Namen nichts anfangen, schaltete jedoch schnell und lief zur Tür.
Durch einen Trick brachte sie die Dienerin dazu die Tür zu öffnen, das arme Mädchen hatte keine Chance. Schon hatte sie das Diamant des Rapiers im Gesicht.
Keinen Ton.
Serina hatte garnicht mehr zugehört und kreischte wie am Spieß ehe sie ohnmächtig zuboden fiel. Feli trat herraus.
Da war noch wer auf dem Gang. Viola. Mit der Armbrust in der Hand.
Die Waffe runter! Sofort!
Da Feli die Bedienstete immernoch mit dem Rapier bedrohte gurtete das die junge Frau die Armbrust. Dann fiel ihr Rafael ein und sie hetzte wieder hinein. Er stand an der Wand neben der Tür. Konnte sich kaum aufrecht halten.
Sie mussten fliehen. Sofort.
Ich hole hilfe!! hörte sie Viola und sie lief davon.
Der...Gehei..mgang.. keuchte Rafael.
Feli hatte keine Ahnung wovon er sprach, stützte ihn jedoch mit aller Kraft die sie noch hatte und so gingen sie den Gang entlang.
Ins Arbeitszimmer....bring mich..dorthin...
Sie kamen nur bis zur Tür des Arbeitszimmers. Denn Falk, Hudgarr und einige andere stürmten herrein.
Wie bei der Gütigen waren sie hinein gelangt? Viola vielleicht?
Sie nahmen ihr Rafael an und brachten ihn hinaus vor`s Schloss in den Garten.
Die Wachen beäugten sie kritisch und argwöhnisch. Trugen schwarze Umhänge. Feli hatte diese Umhänge schon gesehen. Ihre Peiniger.
Sie drohte sogar damit die Gardisten einzusperren, sollten sie ihnen in die Quere kommen.
Doch scheinbar hatten die Männer ein Einsehen.
Das was danach passierte war mehr in einen weißen Schleier gehüllt, alsdas sie noch hätte genau sagen können, was passiert war.
Sie wusste nur das sie keine Kraft mehr hatte. Sie war völlig ausgelaugt.
Und ihr Körper und ihr Geist forderten seinen bitteren Tribut.
Das nächste an das sie sich erinnern kann, ist das sie im Heilerhaus zu Varuna lag. Rafael neben ihr. Der Heiler hatte ihn bereits versorgt.
Zeron war da, und Falk, und Hudgarr.
Und dann...dann kam Darna!
Endlich! dachte sie. Sie war so froh die Ritterin endlich zu sehen.
Ihre sachliche und pflichtbewusste Art würde endlich etwas Klarheit und Ordnung in die Sache bringen. Ihnen Ruhe schenken.
Benommen nahm sie wahr wie einige Dinge besprochen wurden. Befehle.
Darna ging zurück zum Schloss. Es mussten Vorkehrungen getroffen werden. Der Graf gefunden.
Als Flo durch die Tür kam konnte sie die Tränen kaum halten. Sie war so überglücklich ihre Schwester wieder zu sehen.
Dankbar liesen sie sich frische Kleider bringen, Flo half ihnen sogar sich zu Waschen. Brachte ihnen etwas Zuessen.
Sie war ein gutes Kind. Sie liebte ihre Schwester.
Ich liebe dich auch Schwesterherz. hallten die Worte in Feli`s Bewusstsein und erfüllten sie mit Wärme.
Sie bat Flo zu Darna zu gehen. Rafael brauchte Ruhe und Schlaf. Den würde er hier trotz der Wachen nicht finden. Sie wollten Heim. Auf Heimischen Grund. Die Residenz war nicht weit. Rafael würde es wohl bis dahin schaffen.
So hatte man nachdem Darna dem wohl zugestimmt hatte die Straßen freigemacht, es brauchte niemand wissen wo Rafael war, und sie waren in die Residenz umgezogen.
Endlich Ruhe.
Endlich waren sie wieder zusammen.
Endlich konnten sie sich erholen.
Flo brachte ihnen noch Essen, schob die Betten zusammen, damit sie einander Wärme und Halt geben konnten und liess sie alleine.
Rafael war schwach, immernoch fiebrig heiß. Morgen musste er zu einem Heiler. Erschöpft waren beide eingeschlafen, sich einfach im Arm haltend.
Der nächste Morgen.
Feli war aufgewacht, hatte sich umgezogen und frisch gemacht. Ein Bad genommen. Sie fühlte sich schon viel besser danach.
Rafael schlief noch.
Die Wache hatte ihr mitgeteilt das nach einem Heiler geschickt worden sei. Sie sollten zum Schloss kommen.
Behutsam weckte sie ihren Liebsten und brachte ihn mit Hilfe der vier Gardisten die die Residenz bewacht hatten, zum Schloss.
Dort bettete sie ihn in sein Quartier. Die Gardisten bewachten die Eingänge.
Angelina war gekommen. Sicherlich fachlich die beste Entscheidung. Sie war eine der besten Heiler die die Grafschaft herbestellen konnte.
Feli hatte sich weit weg gewünscht und auch wieder nicht. Wollte sie schliesslich an Rafael`s Seite bleiben.
Die beiden Frauen sprachen sachlich miteinander. Sicher mit der nötigen Distanz.
Angelina kümmerte sich bestens um Rafael. Sie wusste welche Mittel er brauchte und versorgte seine Wunden. Feli war sehr froh das ihm so gut geholfen wurde.
Der Dank den sie Angelina aussprach war ehrlich, auch wenn sie sicherlich nicht in der Position war eine positive Reaktion darauf zu ernten.
Stattdessen wollte Angelina dann gehen, als Quarius herrein kam.
Er hatte eine Nachricht die er nur an Rafael geben solle.
Feli war stuzig. Sie traute niemandem mehr. Jeder konnte der Feind sein.
Doch Rafael wollte ihn sehen und die Aura des Paladins überzeugte sie dann doch.
Ich soll euch mitteilen das das alte Eheweib bald hier sein wird.
Sagte er ungefähr. Feli verstand sofort. Rafael auch, ebenso Angelina.
Adrian war irgendwo hier!
Nur er konnte davon wissen.
Die Blicke die Quarius Angelina, Rafael und ihr zuwarf bekam sie nur am Rande mit. Sie wusste nicht genau was sie davon halten hatte sollen und hatte auch nicht weiter darüber nachgedacht.
Rafael war jetzt am wichtigsten.
Adrian ist da. hallte es immer wieder durch ihren Kopf.
Endlich! Endlich!
Jetzt würde sich alles aufklären und Adrian würde dafür sorgen, dass Rafael jene Lügen nicht länger glauben würde. Niemals hatte er Adrian angegriffen. Das bestätigte auch der Paladin de Lore.
Dann waren beide gegangen.
Angelina und Quarius.
Sie war alleine mit Rafael. Er schlief schon wieder. Sie weilte einfach an seinem Bett, seine Hand haltend und über ihn wachend.
Sie wusste nicht wielange sie einfach auf ihn nieder gesehen hatte, ihm über den Arm gestreichelt, die Stirn.
Als sie ihm einen Kuss auf die Wange setzte bewegte er die Augenlider und öffnete sie langsam.
Feli..
Er sagte ihren Namen oft in den letzten Stunden. Als währen seine Gedanken voll davon. Erfüllt von ihr.
Es gab ihr ein unglaublich warmes Gefühl. So geliebt zu werden. Das er an sie dachte. Selbst in seiner Situation.
Dann der nächste Schicksalsschlag.
Adrian kam durch den Vorhang.
Sofort hatte Feli das Rapier in der Hand, ungeachtet der Rufe die von hinten zu ihr drangen. Die Klinge ruhte vor seiner Brust. Sie hätte zugestochen, das wusste sie genau.
Entweder hole ich gleich die Rosanen oder ich muss mein Schwert ziehen, Baronin. war seine Antwort auf die Klinge.
Feli liess sie sofort fallen.
Es war Adrian!
Sie fiel ihm gleich um den Hals ihn umarmend. Er erwiederte jenes.
Es war so gut ihn zu sehen. Einen Freund.
Rafael schien verwirrt. Verwirrt und beschämt ob seiner Erinnerungen, die Adrian ihm ebenso versuchte auszureden. Rafael konnte ihm noch nicht so recht glauben, doch was Feli hörte lies ihre Brust vor Stolz auf ihren Geliebten anschwellen.
Er war ein Held. Er hatte Adrian das Leben gerettet und seines dabei Riskiert. Egal wieviel Schmerz und Qual sie beide das gekostet hatte. Sie war stolz.
Man traf sich dann im Konferenzraum. Es waren viele Leute da.
Hudgarr, Darna, Cyrion, Leute von der AdL, sogar Angelina kam später.
Man unterhielt sich. Adrian hatte seinen Zynismus nicht verloren, doch Feli verstand ihn heute nicht.
Er hatte sie hinaus gebeten. Wollte wissen was geschehen war.
Es hatte sie Kraft gekostet über die Geschehnisse zu sprechen. Warum die Fenster in seinem Schlafzimmer zerstört waren. Was überhaupt passiert war.
Adrian hatte sie abermals in den Arm genommen. Ihr gesagt es würde jetzt alles gut und er würde dafür Sorge tragen wollen, das jene Schäden die die Besatzer angerichtet hatten, beseitigt würden.
Doch einige Witze die am Tisch durch den Raum schwangen trafen sie hart. Sie konnte über jene Dinge nicht lachen.
Zu sehr hatte sie das alles mitgenommen. Zu sehr war es präsent in ihren Gedanken. Sie musste raus. An die frische Luft.
Hastig kippte sie das Glas Wein hinunter das noch in ihrer Hand ruhte als sie im Schlossgarten stand und warf es auf den Boden. Dort zersprang es in tausend Scherben.
Rafael stand schon hinter ihr. Er war ihr gefolgt. Natürlich.
Es folgte ein Gespräch mit ihm im Irrgarten. Sie verband viel mit diesem Ort.
Hier hatte sie sein Herz das erste mal gewonnen. Hier hatte sie seinem Vater gegenüber gestanden. Hier sagte Rafael ihr etwas, dass sie niemals hören wollte.
Ich habe Angst um dich. Furchtbare Angst. Vielleicht ist es besser du suchst dir einen anderen. Einen besseren. Einen bei dem du nicht solche Dinge erleben musst.
Es traf sie wie ein Schlag als sie fragte ob er wirklich wolle, dass sie ihn verlässt.
Ja...Nein... er wusste es nicht.
Er wusste es nicht!
Sie taumelte zurück. Wollte er wirklich das sie ging? Sie waren doch so glücklich miteinander! Verstand er denn nicht, dass sie das alles nur überlebt hatte, weil er da war. Weil er der Preis war den sie erwartet und herbei gesehnt hatte?
Es folgte eine Diskussion die kaum Klarheit schaffte.
Er liebte sie. Das sagte er ihr oft. Mehr als gut sei.
Er würde sich um sie sorgen.
Das tat sie doch auch! Sie sorgte sich doch auch um ihn!
Sie konnte ihn nicht verlassen. Unmöglich! Undenkbar!
Gleichsam hätte er ihr das Rapier in die Brust rammen können. Es wäre aufs Gleiche hinausgelaufen.
Doch statt weiter zu argumentieren, knieten sie voreinander und sie versuchte ihm zu erklären was sie in ihrem Inneren spührte.
So wie eine Harfnerin nunmal erklärte wenn es um Gefühle ging. Um Liebe. Um das was sie Zwei teilten.
So erklang ihre Stimme nur wie ein Wispern, nur für ihn bestimmt durch die Finsterniss der herrein gebrochenen Nacht, in der Hoffnung er würde verstehen, das das was er da sagte unmöglich war.
Ja ich weiss es schmerzt
Ja ich weiss du hast angst
Wandelst auf verwelkten Blättern
Auf einer Straße, wer weiss wohin
Lass den Kopf nicht hängen
Gib nicht auf!
Wenn der Mut dich zu verlassen scheint
Dann bin ich hier.
Wenn deine Welt zusammen bricht
Und die Stimmen dir sagen:
Dreh um!
Wenn deine Träume enden
Werde ich dich tragen!
Wenn die Sterne verblassen
Und die Finsterniss deinen Blick verdunkelt
Wenn du zurück bleibst
Dann trage ich dich!
Jeder weint.
Jeder blutet.
Niemand hier,
Nur lügen vom einfachen Leben
Das ist die Schönheit
Wenn man seinen Weg verliert
Schliess die Augen
Geh schlafen
Und erwarte den neuen Tag
Wenn deine Welt zusammen bricht
Und die Stimmen dir sagen:
Dreh um!
Wenn deine Träume dich verlassen
Dann trage ich dich!
Trage ich dich!
Wenn die Sterne verblassen
Und die Finsterniss deinen Blick verdunkelt
Wenn du zurück bleibst
Werde ich dich tragen!
Du solltest wissen,
dass du nicht alleine bist
Nimm mein Herz
Und du wirst finden
Finden
Den rechten Weg!
Wenn die Sterne verblassen
Und die Finsterniss deinen Blick verdunkelt
Wenn du zurück bleibst
Dann trage ich dich
Trage dich!
Trägst du mich!
Wir uns!
Feli wusste nicht ob er verstanden hatte, aber er gab sich wohl erstmal geschlagen und sie gingen wieder herrein.
Sie hatte Adrian etwas zu sagen. Er hatte heute eine Grenze überschritten.
Sein Zynismus tat ihr weh. Und das sollte er wissen.
Doch vielleicht war sie das falsch angegangen. Oder die Leute um sie herrum missverstanden ihre Intention.
In jedemfall resultierte es dazu, dass sie sich mit Darna stritt. Nicht sehr nett. Die pflichtbewusste Ritterin hatte sich vor ihren Grafen gestellt.
Natürlich. dachte Feli im nachhinein.
Sie wusste nicht wer sich bei wem entschuldigen musste. Aber sie wusste das sie das nicht wollte.
Adrian musste gesagt werden, wann er Grenzen übertrat. Graf oder nicht.
Er war auch ihr Freund. Er hatte sicherlich ihre Abstrafung verdient.
Das war nicht die Freundin, das war die Baronin die da gemaßregelt hat. sagte ihr Rafael.
Sie war verwirrt. War es wirklich so? War sie einfach zu empfindlich im Moment.
Ihr tat es jetzt schon leid.
Sie würde sich bei Darna entschuldigen müssen. Rafael und sie gingen Heim.
Endlich! Endlich Heim! Zu ihrer kleinen Festung. Dort wo ihnen niemand mehr etwas anhaben konnte.
Sie war so froh...so froh als sie endlich in dem Häuschen stand und sich umsah.
Es war alles so wie sie es vor Tagen verlassen hatte und es strömte immernoch jene Sicherheit aus. Hier konnten sie sie selbst sein.
Hier konnte ihnen niemand etwas anhaben.
Trotz Rafaels Schwäche verbrachten sie eine wunderschöne Nacht zusammen. Sie wollte einfach vergessen. Alles was geschehen war, sollten die Gefühle wegspühlen. Er verstand es gut genau das mit ihr zu tun.
Vielleicht war es nicht gut, dass er sich so verausgabte...aber auch er brauchte jene Nähe. Diese Nähe die nur sie Zwei teilen konnten.
Ja..sie brauchten beide einfach nur sich selbst um sich zu helfen.
Um über all das hinwegsehen zu können und weiter zu machen wo sie aufgehört hatten.
Sich zu lieben.
Verfasst: Sonntag 1. Oktober 2006, 14:24
von Rafael de Arganta
Die Wende kam mit Angelina,
Hatte Felicitas ihn auch immer wieder aus dem Dunkel holen können, so vermochte sie doch nichts gegen das Fieber zu wirken.
Rafael ahnte wie schwer es der Geliebten wohl gefallen war, einen Gardisten zu seiner Frau zu schicken, doch wussten beide das es wohl keine bessere Heilerin gab von der sie wussten.
Felicitas half ihm sich an zu ziehen, schickte dann einen der Gardisten die vor dem Haus standen los und half ihm dann zum Schloss hinüber.
Angelina kam auch schon sehr bald, und Rafael vermochte nicht zu sagen was bei hm überwog. Die Freude das sie gekommen war, Oder diese Mattigkeit.
und nur die Angst, die beiden Frauen könnten einander in Streit geraten ließen ihn versucht die Augen offen zu lassen.
Doch kein unfreundlicher Ton fiel.
Angelina routiniert wie immer nahm ihn sofort in Augenschein, untersuchte die Blessuren die er davon getragen hatte, verband ihn neu und entschied das das Fieber unnatürlich sei.
Sie stellte fachkundig eine Mixtour aus verschiedenen Tränken her, die sie ihm dann verabreichte. Stärkende Mittel, Zauberlösendes, sowie etwas gegen alle Bekannte Gifte.
Dazu verordnete sie ihm noch eine große Portion Schlaf, eine Anordnung die er dieses Mal nur zu gerne befolgen würde.
Was noch gesprochen wurde bekam er nur im Halbschlaf, wurde aber daraus gerissen als er laute Stimmen hörte.
Verwirrt wollte er sich aufrichten, wurde aber sofort von Beiden Frauen wieder ins Bett gedrückt.
In dieser Situation schienen sie sich einig, auch ohne Worte.
Feli ging direkt hinaus, um irgendwann mit Quarius zurück zu kommen.
Er hätte doch keine Ruhe gegeben eher er nicht wusste was los war.
Angelina mahnte Quarius zur Vorsicht, er solle Rafael nicht aufregen, und so kam der einstiege Bruder nur langsam an sein Bett, begrüßte ihn mit Handschlag.
Lange war es her gewesen das sie sich gesehen hatten. „Wie geht es dir.“ Fragte Quarius sich herabbeugend und dann meinend. „Nun...sorge dich nicht altes Eheweib.. der alte Mann kehrt bald zurück..“
Rafael fühlte mehr als das er sah das er Aschfahl wurde. Quarius fast fassungslos anblickend.
Adrian war da... Adrian war wieder da.... War das einzigst was er nur noch denken konnte.
Dann reagierte er, fuhr hoch Quarius versuchend am Kragen zu halten. „Woher ... was... wie... Verdammt WO IST ER!!!!“ Er wollte ihn sehen musste ihn sehen.
Er wollte aufstehen, wollte direkt zu seinem Freund, sehen wie es ihm ging. „Ist er unverletzt?“
„Behaltet Stillschweigen. Ihr alle.“ Kam es sofort von Quarius.
Felicitas legte ihm die Hand auf die Schulter. „Beruhige dich.“ Meinte sie leise, doch er schüttelte kaum merklich den Kopf. „Ich muss zu ihm.“ Meinte er verbissen!
Doch Angelina schüttelte den Kopf. „Jetzt musst du erst einmal schlafen.“ Meinte sie keine Widerrede duldend und Rafael gab nach.
Quarius hätte ihn eh nicht mitgenommen noch etwas gesagt. Er schien es Adrian versprochen zu haben.
Er legte sich zurück.
Dieses Mal ein wohliges Gefühl im Körper, ausgelöst durch die Tränke und den Gedanken das alles Gut werden würde. Adrian war zurück... ihm ging es gut.
Über diesen Gedanken hin, schlief er wieder ein.
Als er das nächste Mal aufwachte fühlte er sich besser, ausgeruht, doch war das was ihn erwachen ließ eher Besorgniserregend.
Ein Aufmarsch, viele Schritte.. die Näher kamen, und schon wurde der Vorhang zur Seite gerissen und Adrian stand im Raum.
Adrian ...
Unendliche Erleichterung ergriff ihn, während Felicitas schon ihr Rapier zog und es gegen den Freund hielt.
Rafael verstand sofort. Man vermutete den Falschen.
„Zwingt mich nicht die Rosanen zu holen Baronin oder das Schwert zu ziehen,“ Ließ sich der Graf vernehmen und Rafael atmete im selben Moment auf da Felicitas ihre Waffe fallen ließ und Adrian um den Hals fiel. “Es tut so gut euch zu sehen.“ Meinte sie, und Adrian nickte. „Das kann ich nur zurückgeben. Besonders im Bezug auf ihn... Himmel ich dachte er sei tot.“
Rafael hielt es nicht mehr im Bett, wenn auch noch etwas schwankend, doch sichtlich gestärkt seit dem Morgen war er aufgestanden, und noch immer etwas ungläubig auf den Freund zu getreten. Um ihn dann ebenso fast unvermittelt zu umarmen, der Erleichterung kaum Herr werdend. „Es... geht dir gut... du bist nicht verletzt... ich habe dich nicht verletzt.“ Meinte er wie befreit und erntete einen ernsten Blick seines Freundes dafür, der ihm nun vorsichtig die Hand auf die Schulter legte. „Von Bruder zu Bruder.“ Meinte er nun leise, und Rafael verstand sofort ... und vollendete ernst. „Der Deine, bis in den Tod!“
Nun lächelte Adrian ihn an. „Nein ich bin nicht verletzt , das heißt ein wenig doch... was muss ich da hören , du glaubst du hättest mich angegriffen?“ meinte er nun und Rafael wurde Unsicher. „Das ist da woran ich mich erinnere.“ Entgegnete er leise und Adrian schüttelte den Kopf. „Die müssen dich ganz ordentlich verdreht haben, ich wäre nicht mehr am Leben wärest du nicht. Wie ein wirbelwind kamst du über sie als sie mich schon am Boden hatten.“
Er klopfte nun leicht gegen Rafaels Wange. „Das muss doch noch irgendwo in deinem Wirrkopf vorhanden sein.“ Adrian erzählte ihm Haarklein was passiert war, und endete mit „Das ist wahr und nur das.“ doch hatte Rafael keine Erinnerung daran, so sehr er es auch versuchte.
Noch einmal umarmten sie sich dann ging Adrian um sich um zu ziehen und Rafael zog sich an.
Gemeinsam mit Felicitas ging er hinüber in den Rittersaal, wo schon andere Freunde saßen.
Als auch noch Quarius kam und Angelina freute sich Rafael darüber seine Frau zu sehen.
Noch einmal bedankte er sich bei ihr, und aß dann hungrig das was sie ihm mitgebracht hatte, ungeachtet der neugierigen Blicke der Anderen. Er hatte nun mal Hunger.
Als Adrian zurückkehrte versuchte er die Stimmung mit seinem Zynismus ein wenig auf zu hellen, doch Felicitas die die letzten Tage genug gelitten hatte, verstand seine Art von Humor dieses mal wohl nicht.
Rafael vermochte nicht einmal zu sagen was es war das sie rausgehen ließ, er verstand nur das sie die Gefahr der letzten Tage wohl zu sehr mitgenommen hatte.
Er verstand Angelina nun zu gut das sie damals als das alles zuviel wurde gegangen war.
Kurz entschuldigte er sich, stand auf und ging ihr nach.
Er hoffte das es ihr gut ging, und als er hinaus trat, sie da stehen sah verfluchte er sich das er sie nicht einmal berühren durfte.
Kaum merklich doch deutlich für sie, warf er einen Blick gen Irrgarten und Felicitas verstand sofort.
Gemeinsam traten sie hinein, und damit hinaus aus den Blicken der Gardisten.
Felicitas ließ sich auf die Bank fallen und Rafael trat zu ihr. „Was ist? Was hast du?“ fragte er sofort doch sie schüttelte den Kopf. „ich habe Angst... ich kann darüber nicht lachen, vielleicht später einmal“
Was Felicitas meinte verstand Rafael nicht, er verstand nur das sie solch Gefahr noch nie erlebt hat, solch Emotionalen Druck und er verstand noch etwas anderes. Er wollte das ihr das nie wieder passierte. Wollte nicht das sie zusammenbrach wie einst Angelina.
„Was haben sie dir nur getan. Feli.“ Wisperte er leise, die Visionen in seinem Kopf zu verscheuchen suchend. Was wenn sie jemals wahr werden würden? Könnten sie? Er konnte es nicht verneinen. „Du wirst an meiner Seite niemals sicher sein das weißt du hm?“ meinte er vorsichtig aber auch resigniert.
„Angelina ist schon einmal fast an dem Ganzen zerbrochen... ich will dir nicht weh tun Vielleicht ...“ er sprach seine Gedanken nicht aus, bemerkte nur das sie begriff, als sie ihm ihre Hände entzog das Rapier zog und es ihm vor die Füsse warf.
Ja, natürlich tat es weh. Ihr wie ihm, aber verstand sie denn nicht das er es aus Sorge, aus Angst um sie wollte?
Nicht weil er sie nicht liebte. Es zerriss ihn fast vor Furcht ihr könnte das geschehen was man ihm als Vision gegeben hatte.
Sie würde daran zerbrechen.
Er würde daran zerbrechen sie so leiden zu sehen.
Ihre Reaktionen schwankten von Wut zur Trauer zur Verzweifelung und er hatte Mühe sie nicht einfach wieder in seine Arme zu reißen, zu küssen und all das zu vergessen.
Sie würde sich immer wie eine wilder Tigerin auf alles stürzen was ihn an zu greifen bereit war, sie musste vernünftig werden einsehen das es seine Berufung war, so wie ihre die Musik.
Sie stritten noch einige zeit, und irgendwann griff Feli zu ihrer gefährlichsten Waffe... ihrer Musik.
Sie begann ein Lied, das er kannte, das ihn ergriff und schwanken ließ.
Sie liebten sich, das war nicht das Thema, sondern nur die Angst umeinander.
Als sie geendet hatte schaute Rafael unschlüssig zu Boden, und Felicitas sprach leise.
„Du hast mein herz und beschützt es...mit all Deiner kraft die du hast... ich liebe dich...
ich will bei dir sein...mit dir glücklich sein...mit dir leben... eine Familie.“
Langsam erwachte er aus der Starr, legte ihr die Hand an die Wange. „Ich liebe dich doch auch.“ Meinte er schwach, ihre Worte machen ihn betroffen, trafen ihn, vor allem als er an Familie dachte, an Tari den er so vermisste. Er suchte ihren Blick, als sie nickte und meinte. „Willst du das selber wie ich will?“ Als er nur nickte, nicht fähig zu antworten meinte sie sanft. „Dann bitte, bitte...denke nie wieder daran...“ als er den Mund aufmachte, noch etwas sagen wollte, legte sie ihm den Finger auf die Lippen. „Keinen Mucks jetzt mehr..“ meinte sie fast neckend. „Ich liebe dich.. Basta punkt aus.“
Er konnte nicht anders, er musste lächeln doch fragte er trotzdem nach. „Versprichst ud mir jeder Gefahr aus dem Weg zu gehen“ fragte er nun doch nach und sie nickte. „Solange ich es vermeiden kann“
Am liebsten hätte er geseufzt, aber er gab sich zufrieden, es war ein Anfang.
Sanft küsste er sie und sie gingen gemeinsam zurück ins Schloss.
Doch als Felicitas sich dort mit Adrian ... anlegte und mit Darna stritt, verzweifelte er.
Sie war wieder Baronin.
All diese Demütigungen der letzten Zeit, ließ sie wohl wieder, ihr Schutzschild errichten.
Adrian klärte die Lage, Darna ging davon und Adrian bat ihn Felicitas nach Hause zu begleiten.
Als hätte er ihn bitten müssen.
Gemeinsam mit ihr ging er zur Kutsche. Rafael war zu müde zum Reiten oder zum laufen.
Schon unterwegs sprach er sie auf den Eklat an.
Waren sie alle nicht Freunde? Die Worte zu scharf gewählt? Sie erklärte das sie einfach nur fertig war, und Rafael nahm sie einfach nur in den Arm.
Die ganze Fahrt über hielt er sie fest und sie schwieg, schwer in Gedanken.
Sichtlich aufseufzend, Beide, betraten sie ihr Haus, schlossen die Tür hinter sich.
Sicherheit, Ruhe, Einsamkeit, Zweisamkeit.
Dies hier war ihre Festung die sie vor allem abschottete.
Felicitas setzte sich einfach aufs Bett.
Ihre Gesichtszüge zeigten ihm das sie wirklich, einfach fertig war.
„Es ist vorbei. Alles wieder gut!“
Erklärte er ihr leise, zu ihr tretend, und sie nickte nur fast wie automatisch.
„Lass uns schlafen gehen.“ Meinte er leise, dann zog er sie einfach aus, und sie kuschelte sich ins Bett.
Als er sich hinzulegte nahm sie ihn sofort in die Arme.
Leise sprachen sie noch miteinander, und schnell brachte Felicitas ihn dazu wirklich alle Sorgen zu vergessen und die Müdigkeit.
Verfasst: Mittwoch 4. Oktober 2006, 04:07
von Felicitas de Arganta
Die Tage waren jetzt wieder ruhiger geworden.
Rafael erholte sich mit jedem Tag zusehens. Felicitas ging es auch wieder besser. Sie konnte wieder befreiter durchs Leben gehen und liess langsam, ganz allmählich jenen Albtraum wie einen düsteren Schatten hinter sich.
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Ihr Leben ging wieder geregeltere Bahnen und sie konnte sich den Dingen wieder hingeben die ihr Freude bereiteten. Allem vorran natürlich ihrer Liebe, die sie in jenen Tagen intensiver genoss als sonst.
Es schien als wolle ihr Herz all das nachholen, das sie so sehr vermisst hatte.
Ihr Geburtstag rückte auch näher. 4. Goldblatt des Jahres 228. Da war sie geboren. Sie wusste nicht genau was sie mit dem herranrückenden Tag anfangen sollte.
Sollte sie sich darauf freuen? Oder lieber daran denken, dass sie nicht jünger wurde? Sie wusste es nicht so genau.
Ihre Schwester, Rafael würden sicherlich an sie denken. Adrian hatte wohl auch davon Wind bekommen. Nicht ganz zufällig, obwohl es mehr an Rafael gewand gewesen war. Er konnte nicht wissen wann sie Geburtstag hatte und so musste sie ihm einen Winkt geben.
Ein Zaunpfahl hätte es auch getan. dachte sie kurz amüsiert.
Die Arbeiten um das kleine Häuschen gingen auch wieder vorran und sie freute sich darauf ihr erstes ausgibiges Bad zu nehmen.
Lange arbeitete sie dafür.
Rafael unterdess hatte wohl endlich einen Hof gefunden wie er sagte.
Feli wusste nicht genau wo, aber die Tatsache das ihn drei Frauen betrieben, stimmten sie nicht gerade euphorisch. Im Gegenteil, sie schürten ihr Gefühl von Eifersucht.
Wie unsinnig das du daran denkst. Als würde er dich betrügen. Als könne er eine Andere ansehen. hallte es durch ihr Bewusstsein.
Was aber nicht wirklich half jene Emotionen abzulegen. Es hiess aber auch das es vorran ging. Rafael würde seinen Teil seiner Schuld abarbeiten können und so seinem Vater beweisen das er Wort hielt.
Der Nächste Schritt würde wohl das Gespräch mit ihrer Heilligkeit sein, dass Rafael wunderbar vor sich her schob.
Es schien ihm sehr schwer zu fallen und Feli verstand seine Scheu.
Sollte er gehen, wenn er dafür bereit war. Sie würde ihn nicht drängen.
Natürlich schwang immer wieder in ihrem Kopf der Gedanke, dass er sie heiraten würde, Kinder mit ihr bekommen. Es war ihr ein sehnlicher Wunsch. Es währe ihr egal wenn er ein Knecht währe, was würde sie es kümmern?
Sie hatte die Macht ihm Titel zu verleihen. Wurde er eben Edler von Stolzenfels. Es reichte vollkommen um aus ihm gesellschaftlich eine adequate Partie zu machen. Natürlich hofften sie auch das Adrian ihm die Ritterwürde wieder anerkennen könnte.
Dies würde jene Schritte völlig unnötig machen.
Eines Abends in Häuschen tat Feli etwas das sie eigendlich nie vorgehabt hatte.
Wieso hatte sie das getan? Sie sinnierte kurz. Sie hatten über alte Zeiten gesprochen. Über Feli`s Vergangenheit vor allen Dingen. Von der Zeit als sie sich das erste Mal näher gekommen waren. Jene Probleme , jene Empfindungen.
Damals war er nicht bereit für sie gewesen. Konnte es nicht. Heute...war das anders. Heute war er in ihrem Bett. In ihrem Leben. An ihrer Seite.
Eine Entscheidung die ihn viel gekostet und viel geschenkt hatte, wie sie glaubte. Vor allem sein Lächeln zurück auf seine Lippen gebracht hatte.
Es machte ihn jünger und attraktiver.
Feli erzählte ihm von der Zeit als er sie verlassen hatte. Sie alleine gewesen war. Jene Gefühle waren plötzlich so präsent gewesen, sie hatte gehofft sie hätte sie überwunden. Dem war nicht so. Jene eisige Einsamkeit die sie damals ergriffen hatte. Und sie erinnerte sich an noch etwas.
Ein Lied das sie damals geschrieben hatte. Etwas um ihrer Seele einfach Luft zu verschaffen. Ihrem Kummer Ausdruck zu verleihen.
Willst du es hören?
Er nickte. Nicht wissend was auf ihn zukommen würde. Feli wusste es genau, wenngleich sie die Noten und Texte nie zuvor gesungen hatte, kannte sie doch die meisten Zeilen auswendig.
Ein trauriges Lied. Erfüllt von leiser Verzweiflung, Sehnsucht, süsser Erinnerung und Schwermut. Einsamkeit.
Es klang so berauschend mit wie der Moment in dem sie es geschrieben hatte.
Das war die Gabe die eine Harfnerin ihr Eigen nennt.
In dieser Welt, verlierst du dich
Lässt mich alleine zurück
Da ist kein anderer Weg
Ich bete zu den Göttern:
Lass ihn bleiben!
Die Erinnerungen machen den Schmerz leichter
Tief im inneren, auch wenn ich nicht will
All meine Erinnerungen
Halten dich bei mir
In diesen Momenten
Wie Magie, magische Heilung
All meine Erinnerungen
Halten dich nah
In meinen Träumen
In meinen Tränen
Jedes Versprechen
Ich versuche meinen Weg
zurück ins Leben zu finden
Ich hoffe da ist ein Weg
Um mir die Erlösung zu schenken
Ich will dich wiedersehen
Ich kann den Weg nicht sehen
Ich kann nicht Heim finden
All meine Erinnerungen
Halten dich bei mir
All meine Erinnerungen
Halten dich zärtlich
Stille Gedanken
Stille Tränen
Zusammen in all diesen Erinnerungen
Sehe ich dein Lächeln
All diese Erinnerungen
Die ich liebevoll halte
Liebster du weisst
Ich liebe dich bis zum Ende aller Zeit
All meine Erinnerungen
Halten dich bei mir
Wie Magie, magische Heilung
All meine Erinnerungen
Halten dich bei mir
Stille Gedanken
Stille Tränen
All meine Erinnerungen
All meine Erinnerungen
All diese Erinnerungen...
Halten dich
Halten dich bei mir
Halten dich hier
Halten mich...
Sie hatte sehen können wie sehr ihn jene Klänge ergriffen hatten und zögerte keinen Moment als er sie zu sich bat. Sie wollte ihm nah sein. So nah sie konnte.
Am Abend vor ihrem Geburtstag hatte sie viel zu tun. Das Bad war fast fertig gestellt und mit viel Hingabe dekorierte sie den edlen Raum.
Er währe sicherlich für so manchen Grafen oder Herzog gut genug gewesen. Sie hatte weder Kosten noch Mühen gescheut und Rafael verboten sich das Werk vor Vollendung anzusehen.
Blank blitze der weiße Marmor auf dem Boden und in schönen Konturen zogen sich dunklere Streifen durch den Marmor des Beckens.
Kerzen erleuchteten den Raum, sowie die Laternen die sanftes Licht in den Raum warfen und das Wasser in einen leichten Goldton tauchten.
Eine Landschaft aus weichen Kissen erwartete den Badenden am Ende des Beckens. Gesäumt von Blumen und geschmückt mit kleinen Details.
Ein Duft von süssem Badeöl durchzog den Raum als Feli das Wasser aufheizte und einiges des Öles hinein gab.
Es würde nicht nur den Körper pflegen, sondern auch noch für angenehmen Duft sorgen. Während sich die Dunstschwaden an der Decke sammelten und den ganzen Raum angenehm wärmten.
Rafael würde es bestimmt gefallen und er war spät dran. Es dämmerte schon.
Ungeduldig hatte sie auf ihn gewartet und die Nacht war herrein gebrochen.
4. Goldblatt des Jahres 249.
Trotz das die Sonne noch nicht aufgeangen war hatte ihr eigener Tag schon begonnen. Ein Tag an dem ihr wohl eigendlich ihre Eltern danken würden, das sie sie hatten. Jedoch waren ihre Eltern weit entfernt. Sie würden sicherlich einen Boten senden.
Dann trat Rafael endlich durch die Türe. Er sah aus als hätte er sich irgendwo gewälzt...
Der Körper schweißnaß, die Kleidung und das Gesicht voller Sand. Ebenso das Haar.
Wieder schossen einige Gedanken durch ihren Kopf. Als er auch noch erklärte, er würde erst Morgen mit der Arbeit auf dem Hof anfangen, ging es dann gänzlich mit ihr durch.
Wo er gewesein sei?
Am Strand.
Mit wem?
Alleine...dann mit Cyrion.
Mit Cyrion?!....
Was hatte er mit Cyrion am Stand verloren? Warum sah er dann so aus, wenn er mit einem Freund da war?
Kurz entschlossen hatte er sie sich über die Schulter geworfen und zum Bett getragen wo er sie niederliess.
Sie blinzelte. Verstand nicht.
Dann war er auf die Knie gegangen und hatte für sie gesungen.
Jeder Groll und jede Eifersucht waren einfach verpufft.
Tief ergriffen hörte sie ihm zu. Lauschte seinen Klängen. Es war ihr völlig egal das er nicht zu den besten Sängern Gerimors gehören würde, für sie war es der schönste Gesang den sie je gehört hatte.
Als er geendet hatte, überreichte er ihr ein Kästchen.
Herzlichen Glückwünsch, Wildkätzchen.
Sie war zu Tränen gerührt. Er hatte sich solche Mühe gegeben. Sie küsste ihn erst lange, bevor sie sich dem Geschenk zuwand.
Darin lagen Juwelen, wunderschön zu einem Herz angeordnet. Inmitten eine Halskette aus Muscheln. Sicher war sie nicht so prunkvoll wie die Diamantgeschmückte die ihr Rafael vor einiger Zeit geschenkt hatte.
Aber die Tatsache das er dafür stundenlang im Sand gegraben hatte um nur die Schönsten Muscheln für sie zu finden, ergriff sie tief und lies jenes Geschenk zu dem Kostbarsten werden, das sie am Leibe tragen konnte.
Nur zu bereitwillig schob sie das Gold beiseite um die Muscheln um den Hals zu legen.
Es ist wunderschön... hörte sie sich sagen.
Was hälst du davon...ich mache uns ein heißes Bad und du ziehst dich schonmal aus? schlug sie gleich darauf vor.
Er schien begeistert.
Jetzt konnte sie ihm auch endlich ihr Werk präsentieren. Er war sprachlos.
Natürlich hatte der Marmor seinen ganz eigenen Charm. Edel und teuer, aber auch anmutig und geschmeidig.
Der süsse Duft von Vanillie hing im Raum und das Wasser dampfte verlockend.
Sie zögerten nicht lange um es sich im heißen Wasser gemütlich zu machen.
Jenes Erlebniss sollte etwas besonders werden und so empfing sie ihr zweites Geschenk von ihm. Ein Geschenk das ihr fast noch besser gefiel...
Verfasst: Donnerstag 5. Oktober 2006, 08:25
von Felicitas de Arganta
Feli saß am Morgen nach ihren Geburtstag auf der Veranda und nahm ihr Frühstück. Rafael war schon zum Morgengrauen zum Hof aufgebrochen.
Er nahm jene Aufgabe sehr ernst und das war vielleicht auch gut so.
Er brauchte eine Aufgabe, etwas dem er sicht witmen konnte. Feli reichte da einfach nicht aus und sie wusste das auch. Rafael war jemand der Arbeiten wollte.
In ihrem Kopf machten die Geschehnisse des gestrigen Tages die Runde.
Alles in allem war es ein schöner Tag gewesen. Sehr viel Herzlichkeit und Freunde.
Am Morgen war Adrian zu ihr gekommen. Sie hatte sich sehr gewundert auf der einen Seite das er kam, auf der anderen Seite hatte es sie sehr gefreut. Es zeigte ihr, das sie in dem Grafen und Truchsess einen guten Freund gewonnen hatte. Natürlich konnte er seine Scherze nicht lassen. Es war bei ihm wie eine schlechte Angewohnheit. Feli nahm es mit Humor.
Kurzerhand lud sie ihn auf Kuchen und Wein ein.
Er hatte ihr auch ein Kistchen mitgebracht. Es sah edel aus. Ihr Geburtstagsgeschenk wie er erklärte. Sie rätzelte eine Weile was darin sein könnte.
Irgendwann hielt sie es nicht mehr aus und öffnete das Kistchen.
Darin lagen einige Flaschen. Darunter auch zwei wunderschön verzierte Flakons mit rötlichem Inhalt. Duftwasser und feinste Seife.
Feli war sehr gerührt. Er wusste das sie sich gerne der Körperpflege hingab und wie sehr sie gute Gerüche mochte.
Das was er ihr dort schenkte war etwas ganz besonders. Der Duft war einmalig. Wildblumen, ein Hauch Apfel und Kirschblüte untersetzt mit einer feinen erdigen Note. Wundervoll, ein Gedicht für die Sinne.
Feli verstand nichts vom Düftemischen aber sie verstand sehr wohl wenn etwas sehr gut roch und das war wirklich einmalig.
Herzlich hatte sie sich bei ihm bedankt. Auch für die Weinflaschen die er mitgebracht hatte.
Weisswein, bester Jahrgang aus der Grafschaft. Sie liebte Weisswein.
Auch das hatte er natürlich gewusst, der Schuft.
Gemütlich hatten sie eine Weile dort gesessen und in aller freundlichster Atmosphäre miteinander gesprochen.
Dabei fiel auch die Frage warum Eileen noch nicht schwanger sei. Ob er denn keine Kinder wolle.
Natürlich wollte er Kinder, nur Eileen schien zu beschäftigt mit ihrem Hof.
Ob ihr Bett des öfteren Kühl blieb? ging es Feli kurz durch den Kopf.
Adrian erklärte ihr, sie wolle erst den Hof vergrößeren ehe sie an Familienplanung denken konnte.
Kurz entschlossen bot Feli an, einige Dinge aus Stolzenfels einfahren zu lassen. Ihre Baronie war für Material und Versorgungsgüter berühmt.
Schon seid Jahrhunderten belieferten sie die Marken des Reiches.
Wenn das Adrians und Eileens Eheglück im Wege stand, dann schaffte sie es einfach aus dem Weg. So einfach war das.
Das Zweite was sie an dem Tag besann war Flo.
Sie hatte die junge Schwester in der Residenz angetroffen. Schon früh am Morgen war Feli in der Residenz gewesen, aber hatte Flo nicht angetroffen.
Jedoch das Choas im Bad. Überall hatten leere Bierflaschen herrum gelegen und es stank wie in einer Hafenkascheme.
Als sie Flo dann sah, wusste sie sofort das etwas nicht stimmte.
Das junge Mädchen sah furchtbar aus und Schwestern konnten einander nicht belügen. Egal was Flo zu ihr sagte.
Es hatte natürlich mit Valion zu tun.
Wie hätte es anders sein können..?
Ich mache dir das beste Geschenk das ich dir machen konnte...
Es wird kein Verbrecher in unsere Famillie kommen.. hörte sie Flo sagen.
Feli wollte wissen was passiert war. Im Nachhinein wusste sie nicht ob sie besser nicht gefragt hätte.
Valion hatte Flo betrogen. War mit einer anderen ins Bett gegangen.
Weil er sie liebte!...Es war so bittere Ironie.
Er habe ihr gesagt, er sei desshalb mit dieser Dirne ins Bett gegangen, weil Flo ihm nicht gab was er brauche.
Wie konnte er nur?!
Feli kochte. Es war merkwürdig. Eine Mischung aus Wut, Zorn und Mittleid für ihre geliebte Schwester.
Sie hatte nicht Recht behalten wollen, nicht so. Flo hatte das sehr mitgenommen und sie hatte getan was jede vernünftige Frau getan hatte. Ihm gesagt das er zur Hölle fahren soll.
In Feli`s Zorn mischte sich nach und nach noch etwas anderes. Kühle Berechnung. Sie hatte Valion gewarnt.
Mehr als einmal.
Mehr als Deutlich!
Ich werde mich um alles kümmern, Liebes.hörte sie sich zu Flo sagen und wusste nicht genau ob ihre Schwester verstand was sie damit ausgedrückt hatte.
Jetzt würde sich zeigen ob Feli ihre Macht als Baronin wirklich ausspielen konnte. Valion hatte das Haus Stolzenfels hintergangen, belogen, betrogen und getäuscht.
Ihrer Schwester Florence liebe geheuchelt und sie eiskalt betrogen und ihr das auch noch ins Gesicht gesagt. Zu lange war sie nun still gewesen.
Zu lange hatte sie seine Eskapaden gebilligt. Jetzt wurde es Zeit abzurechnen.
Und gleich Morgen würde sie damit anfangen!
Kurz entschlossen hatte sie Flo mit zu sich und Rafael genommen.
Er war schon zuhause wie sie feststellen mussten, als Feli ihr das Bad zeigen wollte.
Ohje..nochmal so eine peinliche Situation, arme Flo.
Kurz hatte sie Rafael erklärt was geschehen war. Er fügte an, dass es mit ihnen damals ja kaum anders gewesen sei. Sie wiedersprach.
Das war etwas völlig anderes gewesen. Er hatte ihr nie etwas versprochen. Ihr immer wieder gesagt, dass sie sich keine Hoffnungen machen soll. Er ihr nicht weh tun wolle. Das es gekommen war wie es nunmal gekommen ist, daran trug er wenig Schuld.
Valion indess hatte Flo seine "Liebe" beteuert. Hatte Feli um ihren Segen gebeten. Ihr Heirat versprochen! Heirat! Und ging dann eiskalt mit einer anderen ins Bett?!
Als sie Oben ankamen traf Rafael dann auf Flo...und Yuni.
Die junge Pumadame brauchte ein neues Zuhause. In der Residenz konnte sie nicht bleiben. Also hatte Flo sie gebeten sie bei Feli lassen zu können. Natürlich hatte Feli nichts dagegen, solang die Raubkatze sich benehmen würde. Rafael musste auch zustimmen.
Als hätte er eine Wahl gehabt.. sann sie schmunzeln.
Eine Weile beobachtete Feli wie Rafael mit Flo umging. Sie wollte das Flo sich mit ihm anfreundete. Das sie Rafael trotz dem was ihr gerade wiederfahren wahr trauen konnte.
Ihr Liebster ging sehr zutraurlich mit ihr um. Feli stimmte das sehr glücklich.
So fand man sich bald am Lagerfeuer zusammen.
[img]http://www.wlrv.org/wrv_img_galleries/2004/wrv_img_gallery_2004_Caribou/images/30_Campfire.jpg[/img]
Feli hatte Fleisch auf Spießen um das Feuer gestellt...und sie waren natürlich angebrannt. Sie war eine so mieserable Köchin.
Rafael hatte das Fleisch trotzdem verputzt. Er hatte mal wieder Hunger für Vier. Sie schmunzelte.
Dann hatte sie Flo gebeten etwas "essbares" zu kochen. Flo hatte schon auf ihrer Reise von Wiesenau nach Hohenfels immer für sie beide gekocht und war ganz gut darin.
Bald schon hatte man tatsächlich ein gutes Mahl zu sich genommen.
Adrian stieß am späten Abend noch zu ihnen. Es war eine sehr heitere Runde. Es wurde viel gelacht.
Ein Gedanke blieb Feli im Gedächniss: Was war mit Rafael los gewesen. Sie hatten über ihre Familie gesprochen, Flo und sie. Über ihre Großmutter und ihren Vater.
Rafael hatte nie seine eigene Mutter erwähnt und auch sonst niemand hatte das. Wo war sie? War sie tod? War sie fort? Oder erwähnte er sie einfach nicht?
Sie wollte Rafael bald einmal dazu befragen. Überhaupt über seine Familienverhältnisse. Seinen Vater kannte sie ja bereits und seinen Segen würde sie höchstwahrscheinlich nicht bekommen, fürchtete sie.
Am Ende fragte sie Flo ob sie nicht hier nächtigen wolle. Sie lehnte ab. Wollte zurück in die Residenz. Feli gefiel das nicht so wirklich. Sie hätte ihr gerne ein Schlaflager im Bad gemacht. Dort war es warm und sie hätte in der Nähe ihrer Schwester ruhen können.
Doch sie wollte Heim.
Feli liess sie gehen.
Den Abend hatten Rafael und sie dann gebührend abgeschlossen, obwohl er durch den Bau des Hühnerstalls recht mitgenommen war.
Sie fragte sich, was nun weiter geschehen würde. Ob sein Vater registierte das er tat wonach er verlangt hatte und er irgendwann ein Einsehen haben würde.
Es würde sich alles zeigen. Erstmal stand Valion ganz oben auf der Tagesordnung.
Verfasst: Samstag 7. Oktober 2006, 10:14
von Rafael de Arganta
Er erwachte weil ihm kalt wurde.
Feli deckte ihn zwar zu wie eine Decke, aber ihr war sicherlich genauso kalt wie ich, obwohl sie noch fest schlief.
Der Keller hatte sich über die Stunden ausgekühlt, und so nahm Rafael sie kurzerhand auf seine Arme als er aufstand, und trug sie die Treppen hinauf.
Sie kuschelte sich nur enger an ihn, ohne wirklich wach zu werden, und murmelte etwas als er sie auf das Bett niederlegte.
Als er sich jedoch aufrichten wollte, schlang sie ihre Arm um seinen Nacken.
„Nicht gehen.“ Nuschelte sie schlaftrunken, und Rafael schüttelte den Kopf.
Er schlüpfte ins neben ihr ins Bett zog die Decke über sie, Beide und sie in die Arme.
Sie kuschelte sich an ihn und schlief sofort weiter.
Rafael blickte auf sie, beobachtete ihren Schlaf ruhig.
Er zeichnete einen Moment die Konturen ihres Gesichtes mit dem Finger nach, blickte dabei auf das Armband das sie ihm geschenkt hatte.
Die Gravur hatte sie mit Bedacht gewählt und ihn erfreut damit.
Genauso mit der Idee überhaupt.
Neugierig hatte er das Kästchen entgegen genommen das sie ihm geschenkt hatte, es aufgemacht und doch erst einmal gestutzt, als er darin einige Kirschen und vor allem Seerosen fand.
„Ähm... Seerosen? Was macht man damit?“ hatte er etwas überrascht gefragt und sie angesehen als sie gekichert hatte.
„Schau doch mal genauer nach.“ Hatte sie gemeint und sich mit glitzernden Augen zurück gelehnt, als er die Seerosen langsam zur Seite räumte.
Ein Lächeln hatte sein Züge überzogen, als er endlich den Armreif freigelegt hatte.
Das Gold blitzte ihm entgegen und er hatte es herausgenommen, war mit dem Finger der Gravur entlang gefahren.
Das Bild einer Wildkatze war darauf gezeichnet, und in Worte „Deine Felja.“
Rafael hatte gelächelt, Felicitas, voller Freude sie in die Arme geschlossen.
Er freute sich ehrlich über dieses Geschenk. Genauso wie darüber wie heimelig sie das kleine Haus hatte eingerichtet.
Dazu der Garten und erst der Keller. Er schüttelte kaum merklich, mit einem stillem Lächeln den Kopf als er daran dachte.
Er fühlte sich wohl, wie schon lange nicht mehr. Sie verbrachten so viel Zeit miteinander, und das war was er brauchte.
Aber er wusste auch das es nicht immer so bleiben konnte.
Er legte sich nun lang, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und lächelte Stumm aber auch wehmütig als Feli ihm sofort folgte sich halb auf ihn legte und weiterschlief.
Er vermisste Tari, Er vermisste seine Aufgaben.
Gestern hatte er einen Gardisten zurechtgewiesen, einem andren Rekruten Beine gemacht und beide hatten ohne zu zögern auf ihn gehört....
Obwohl er sicherlich nicht in der Lage war ihnen Befehle zu geben.
Aber es war einfach noch so drin in ihm.
Es juckte ihm in den Fingern, es... fehlte ihm.
Sein Leben Lang, schon als kleiner Junge hatte er Ritter werden wollen.
Da war es erst Michael der den Weg beschreiten sollte, während er, Rafael die Pferdezucht hatte übernehmen sollen.
Es war anders gelaufen.
Er WAR Ritter geworden... hatte die Würde durch Schuld anderer Verloren.
Sie Wiedererhalten... war Paladin geworden und hatte am Ende diese Würde abgelegt um seinem Herzen weiter zu folgen.
Die Ritterschaft.
Fürs Reich fürs Land, für den Grafen und für den Kronprinzen.
Das war das was er wollte, und nun...
Es fehlte ihm. Es fehlte ihm so sehr.
Wie hatte Darna gesagt. „Ein Ritter ist man durch sich selber heraus.“ Ja, sie hatte Recht.
Aber was nutzte das wenn man nicht die Möglichkeiten hatte.
Sein Vater hätte ihn sicherlich einsperren lassen, hätte er mitbekommen das er Gardisten befahl.
Er seufzte leise.
Er musste etwas unternehmen. Irgend etwas.
Für einen Moment dachte er an sein Heim, seine Familie. Vielleicht konnte seine Mutter Einfluss auf seinen Vater nehmen.
Er glaubte es nicht, er konnte es hoffen.
Es musste doch eine Lösung geben.
Er schloss wieder die Augen, schloss die Arme um Feli und schlief langsam wieder ein.
Verfasst: Sonntag 8. Oktober 2006, 14:30
von Felicitas de Arganta
Feli brütete wieder über den Büchern.
Sie waren heute Morgen mit der Post aus Stolzenfels gekommen. Die Erträge der Baronie, Staatskasse und viele andere Posten. Feli selbst hatte den Vogt angewiesen sie über alles zu unterrichten. Aber heute konnte sie sich nicht konzentieren.
Sie saß vor dem Kamin auf dem Bärenfell, vor sich die ganzen Notizbücher, Pergamente, zerkauten Schreibfedern und Rechenschieber.
[img]http://img220.imageshack.us/img220/210/bcherte0.png[/img]
Es gehörte natürlich auch zu ihren Aufgaben als Baronin, sich über all diese Dinge zu informieren. Diese Dinge zu wissen und sie war sicher nicht schlecht im Rechnen, doch sie war keine Buchhalterin.
Es währe ihr leichter gefallen, würden sie nicht alle die schweren Gedanken plagen.
Die Zahlen verschwommen vor ihren Augen und sie dachte an die letzten Tage zurück.
Vorgestern war sie zu Alliestra gegangen. Sie wollte etwas Besonderes für Rafael kaufen. Etwas persönliches. Das ihn an sie erinnern sollte. Wo immer er auch gerade war.
Das Schmuckstück das die fähige Feinschmiedin geschaffen hatte, war wirklich hübsch. Ohne viel Verzierung, in der Breite genau passend für das Gelenk eines Mannes. Feli hatte Alliestra eine Zeichung übergeben, eine Raubkatze. Jene sollte auf das Armband graviert werden. Alliestra hatte sich Mühe damit gegeben, die Gravur dem Original so ähnlich wie möglich zu machen.
Darunter war in schönen Lettern zu lesen:

In ein hübsches Kästchen gebettet hatte sie das Schmuckstück mitgenommen. Es war eine nette Idee gewesen, das Kästchen mit Seerosen und Kirschblüten auszulegen.
Dafür war sie extra vor Varuna geritten. Dort fand man oft hübsche Seerosen. Und Flo...
Sie hatte Flo und Halungar am See angetroffen. Es schien als sei etwas passiert und natürlich hatte es sich um Valion gedreht. Sie war es langsam leid von diesem Mann zu hören. Er sollte endlich aus dem Leben ihrer Schwester verschwinden. Doch es währe Illusorisch gewesen zu glauben, dass das so einfach sein würde.
Scheinbar unterhielten sich Halungar und Flo über etwas in der Art. Feli hatte nicht wirklich mitbekommen worum es ging.
Stattdessen hatte sie die Seerosen gesammelt. Ihre Schwester brauchte Zeit.
Damit bewaffnet war sie zurück zu Rafael`s und Ihrem Haus geritten. Sie konnte es kaum erwarten ihm das Präsent zu überreichen.
Sie hatte sich umgezogen, ein luftiges Kleidchen, nichts das sie tragen würde wenn sie in der Öffentlichkeit währe, nicht so. Aber es war herrlich bequem zu den edlen Gewandungen die sie sonst trug.
Hatte sich an ihre große Harfe gesetzt und gewartet.
Sanfte Klänge hallten durch das kleine Haus. Luden zum träumen und entspannen ein. Wie liebliches Wispern erklang die Harfe und zart wie ein jungfräulicher Morgen, fügte sich ihr Summen in die Klänge und Akkorde der Harfe ein.
Natürlich hatte sie bemerkt wie Rafael zur Tür herrein gekommen war. Auch wenn er versucht hatte leise zu sein und an der Tür verharrte um ihr zu lauschen.
Komm her.. hatte sie ihn mit sanftem Lächeln gebeten.
Das Kästchen das auf ihrem Schoss ruhte hatte er garnicht wahrgenommen, denn er zog sie hoch um sie zu küssen. Schnell hatte sie das Kästchen hinter sich abgesetzt um ihn erstmal zu begrüssen.
Ich habe ein Geschenk für dich... erklärte sie ihm und nahm das Kästchen wieder auf um es ihm vor dem Busen zu präsentieren.
Sein verwunderter Blick trieb ein Schmunzeln auf ihre Lippen, wenngleich sie voller ungeduld darauf gewartet hatte, dass er es öffnen würde.
Was er jedoch zuerst erblickt hatte, war sicher nicht was er erwartet hatte.
Ein Kästchen voller Seerosen.
[img]http://www.guntherkrauss.de/bilder/botanischergarten/bilder/seerosen.jpg[/img]
Ähm...Seerosen?, hatte er verwundert gefragt.
Sie genauer nach...
Dann endlich hatte er wohl das Armband gefunden, das eingebettet in die weichen Blüten und Blätter in dem verzierten Kästchen ruhte. Er hatte es sich gleich umgelegt, die Gravur betrachtet und sie liebevoll geküsst als Dank.
Sie war froh das es ihm gefallen hatte.
Im Anschluss hatte sie ihm noch die Massagebank im Bad präsentiert. Sie war gerade Heute eingetroffen und ein paar Blumen rundeten das Bad, zusammen mit den vielen Kerzenleuchtern, das edle Zimmer ab.
Die Nacht war erfüllend gewesen und ihr Erwachen eher verwunderlich, weil sie im Bett neben ihm lag. Waren sie doch auf dem Lager aus vielen Kissen eingeschlafen.
Bücher, Bücher...Zahlen, Zahlen... Feli fand kurz ihren Weg zurück in die Realität. Immernoch vor den Büchern der Baronie. Das Feuer knisterte leise. Ab und an stoben ein paar Funken gegen das Gitter, das zum Schutz vor dem Kamin stand.
Erzbestände...wieviel war das im Vergleich zur letzten Prüfung..?...
Sie kaute schon wieder auf der Schreibfeder herrum. Sie konnte sich nicht konzentieren. Dabei war es nicht das erste mal das sie die Bestände prüfte.
Ihre Gedanken gingen zum Vortag... ... ...
Sie hatte sich mit Florence getroffen. Sie wollte einmal in Ruhe mit ihrer Schwester sprechen, nach all den Dingen die ihr wiederfahren waren.
Das Bad würde ihr sicher gut tun, hatte Feli sich gedacht.
So hatte Feli das Bad fertig gemacht, das Wasser beheizt, etwas von der teuren Seife hinzugegeben und auf Flo gewartet, die bald kam.
Sicher würde ihrem Körper das Bad gut tun. Auch ihrer Seele?
Sie hatten eine Weile gesprochen. Besonders über Liebe. Flo hatte für den Moment den Glauben an die Liebe verloren. Es klang soviel Verbitterung in ihren Worten und Feli hatte versucht ihr zu erklären, das es Zeit brauchen würde.
Flo konnte das nicht verstehen. Valion hatte sie sehr verletzt.
Niemals wieder würde sie sich verlieben. Hatte sie gesagt
Niemals wieder einen Mann an sich herran lassen. Feli hätte darüber schmunzeln können, wenn ihre Schwester sich nicht so sehr verändert hätte.
Sie war verbittert geworden, kühl und unnahbar. Das passte garnicht zu Flo.
Wie nur würde sie ihrer Schwester helfen können? Was war der richtige Weg? Und würde Flo einsehen, das Liebe nicht gleich Liebe war? Das sie vorsichtiger sein musste wem sie ihr Herz schenkte?
Ohja sie würde vorsichtiger sein. Da war sich Feli sicher. Aber sie hoffte auch inständig, dass Flo nicht die falsche Lehre aus dem ganzen ziehen würde.
Florence sollte Valion nicht dem Triumph lassen sie verdorben zu haben.
Feli kannte die Geschichten von jenen armen Mädchen die an einer vergangenen Liebe zerbrochen waren. Das sollte ihrer Schwester nicht passieren.
Vielleicht würde ja ein anständiger Jüngling des Weges kommen und die junge Frau wieder in die Welt zurück holen. Feli und Rafael jedenfalls konnten Florence kein Vorbild sein. Sie hatte den Glauben für den Moment verloren.
Immernoch Zahlen..., ging es durch ihren Kopf.
Sie war noch nicht weit gekommen. Immernoch stand sie vor der Aufgabe die Erträge der Mine zu vergleichen. Reichte es nicht zu wissen, dass es der Baronie gut ging? Brummt sie und machte sich wieder an die Arbeit. Krampfhaft versuchte sie ihre Gedanken auf der Aufgabe zu behalten, doch alsbald sah sie wieder in die Flammen des Kamins.
Rafael hatte ihr gestern verkündet, dass er Nachhause zu seiner Mutter reisen würde.
Sie lebte also.
Er wollte mit ihr sprechen. Ihr selbst sagen was sich in seinem Leben getan habe. Vielleicht könne sie Einfluss auf Rafael`s Vater haben.
Die Hoffnung darauf erstarb in Feli, als sie hörte, das seine Mutter dem Grafen fast hörig war. Etwas das Feli nicht begreifen konnte.
Eine Arrangierte Hochzeit war die Ehe seiner Eltern gewesen. Auch aus sowas konnte Liebe entstehen. Aber niemals eine solche wie aus freien Stücken. Aus Leidenschaft und Zuneigung.
Sowas war immer ein Stück platonischer als echte Liebe.
Ein..zwei Wochen würde er weg sein. Es traf Feli wie der Hieb eines Hammes.
Zwei Wochen?!
Es kam ihr vor wie die Ewigkeit. Sie würde ihn so vermissen. Alleien im Bett liegen. Das war ihr jetzt schon ein Graus. Das Haus war nicht groß aber es würde dennoch Leer wirken für die Zeit.
Natürlich könnte sie zurück nach Varuna gehen. Vielleicht sollte sie das auch um ihrer Schwester gesellschaft zu leisten, die sehr unter der Leere in ihrem Inneren litt. Jene Leere die Feli nur allzugut kannte.
Sie wusste es noch nicht.
Schwer hatte sie akzeptiert das er gehen würde. Ihm versichert, sie würde auf ihn warten. Und er ihr versprochen an sie zu denken und ihr Armband niemals abzunehmen.
Ein kleiner Trost.
Barsch klappte sie das Buch zu. Genug von der Mine!
Zog eines der Pergamente hervor.
Ausgaben der Baronie. Stand als Überschrift oben drüber.
Damit konnte sie schon mehr anfangen. Das kannte sie schon.
Für den Moment war sie abgelenkt und ging die Ausgaben durch. Es hatte sich nicht allzuviel geändert.
Die Garde war aufgestockt worden, seiddem Adrian geheiratet hatte. Feli wollte Stolzenfels geschützt wissen. Ihr Leutnant müsste wohl bald einen höheren Rang erhalten um platz zu machen für einen neuen Leutnant der einige Aufgaben übernehmen könnte.
Gerade war sie ganz in den Aufgaben aufgegangen als ihr Blick vorraus ging und sie auf die Spiegelkomode sah.
Der Stuhl fehlte.
Das beendete ihre Arbeit wieder und sie hing wieder ihren schweren Gedanken nach.
Rafael und sie hatten sich gestritten. Nicht ernsthaft. Zumindest nicht auf persönlicher Ebene. Das Thema jedoch war ein sehr ernstes.
Feli wollte Kinder. Rafael wollte Kinder. Feli wollte Heiraten. Rafael wollte Heiraten. Sie wollte doch einfach glücklich mit ihm sein.
Aber so einfach war das nicht. Rafael war verheiratet. Sie konnte es nichtmal ihren Eltern sagen. Und was wenn sie doch schwanger würde?
Was dann? Sie wusste es nicht. Er auch nicht.
Das Kind nicht bekommen?
Das hatte Rafael fast zur Weissglut getrieben. Er hatte seiner Hilflosigkeit Luft gemacht indem er den Stuhl zu Feuerholz verarbeitet hatte.
Neuen Stuhl kaufen. Notierte sie Gedanklich.
Die Zeit arbeitete für sie. Noch.
Rafael hatte sich viel Zeit gelassen. Vielleicht brauchte er die auch. Vielleicht brauchten sie sie alle. Aber er durfte nicht vergessen was er tun musste.
Natürlich: Was währe wenn Angelina niemals einer Scheidung einwilligen würde? Konnte man sie zwingen? Was wenn nicht? Wer würde sie dazu bringen? Ihre Heilligkeit?
Zu der musste Rafael auch noch. Bald. Feli hoffte wenn er von Zuhause zurück kam.
Kurz dachte sie darüber nach, selbst einmal das Kloster der Temora aufzusuchen. Vielleicht konnte man ihr ja auch etwas sagen. Aber andererseits...sollte sie lieber warten bis Rafael selbst diesen Schritt tat.
Graf de Arganta war sehr still diese Tage. Sie hatte seid ihrer Befreiung nichts von ihm gehört.
Auf der einen Seite war das gut, denn sie hatten ihre Ruhe. Auf der anderen Seite erwartete sie jeden Moment den nächsten Hieb.
Rafael tat was sein Vater von ihm verlangt hatte. Zum Teil zumindest.
Er war jetzt Knecht auf einem Hof. Arbeitete dort früh Morgens.
Es schien als währe er nichtmal wirklich gut darin. Er war sicher ein viel besserer Ritter als das er ein Knecht war.
Wie ging das nur weiter? Das es Rafael nicht wirklich gut ging, das wusste Feli jetzt schon etwas länger und langsam machte sie sich ernsthaft sorgen.
Die Menschen die sie liebte waren nicht in der besten Verfassung. Weder Florence noch Rafael. Sie musste irgendwas unternehmen. Aber was?..
Sein Schicksal suchen...Die Rettung
Verfasst: Montag 9. Oktober 2006, 15:17
von Felicitas de Arganta
Er fühlte sich warm glücklich wenn er bei ihr war, und kalt verlassen wenn er seine Arbeit am Hof machte.
Wo war die Hoffnung?
Fort.
Er vermisste seinen Vater ... es war zum schreien Komisch.
Er vermisste die Anerkennung von ihm. Er vermisste sein Ritterdasein und seine Ehre.
Wo war sie wenn Felicitas schwanger war und er sie nicht heiraten konnte.
Sein Kind ... ein Bastard!!!
Sie brauchte einen Erben für Stolzenfels.
Würde sie wen anderen heiraten und sein Kind mit ihm großziehen?
Vor Wut alleine über diesen Gedanken hätte er beinahe den nächsten Stuhl gegen die Wand geschmissen.
Er konnte sie nirgends vorstellen, sich nicht wirklich offen mit ihr zeigen. Wie lange würde sie das noch mit ihm aushalten?
Er seufzte, sehr lange. Sie liebte ihn. Liebte ihn auch wenn er nur Knecht wäre und hätte ihn geheiratet. All das über das er sich Gedanken machte, machte ihr nicht wirklich etwas aus.
Ihr Kind würde bei ihren Eltern aufwachsen können, ihr Bruder gerade selber mal ein Jahr alt.
Sie hatte für alles eine Lösung... Hatte sie?
Er lächelte gequält.
Aber er nicht.
Er wollte eine Familie... Tari.. er vermisste auch ihn, und er war so enttäuscht von ihm, mied ihn.
Er fühlte sich hin und her gerissen. Zwischen den Welten, zwischen seiner Liebe und seiner Familie.
Einfach zu Angelina zurückkehren und alles wieder erhalten? Für welchen Preis...
Es würde Felicitas das Herz brechen und ihm? Es würde ihm aus seiner Sicht wirklich alle Ehre nehmen.
Das war nicht wirklich was er wollte. Falschheit... war nicht sein Weg. Er war immer ehrlich gewesen.
Was wollte er also.
Er wollte Felicitas Glücklich sehen... er wollte seine Ritterschaft zurück...
Beides... unmöglich.
Eine Familie gründen ... im Moment undenkbar.
Was erwartete ihn.
Ihn selber wohl nichts. Ein Kind das nicht seinen Namen tragen würde ... vielleicht. Das Kind eines Knechtes... oder vielleicht eines Edlen und er dürfte zusehen wie dieser ... Nichts sein Kind großziehen würde.
Nein er durfte Felicitas nicht weiter mit seinen Sorgen belasten.
Einfach weggehen? Weiter kämpfen?
Jetzt erst Recht ! Hatte er gedacht und sich einen Bauernhof gesucht ... was schwerer war als gedacht.
Viele lehnten ihn ab, weil sie ihn kannte, aus Respekt vor dem was er war, oder gewesen war.
Der Andere Hof lag zu nah an Rahal, der andere in Bajard war auch nicht zu wählen da zu viele Rahaler dort wahren.
Wie froh war er mit dem Rotenbachhof gewesen und wie sehr musste er erkennen das ihm die Arbeit nicht wirklich lag.
Dennoch hatte er sie getan, Tag für Tag.
Um irgendwann zu erkennen das alles ins Nichts führte.
Gab es eine Lösung?
Gab es einen Weg?
Eine Entscheidung musste getroffen werden. Aber welche.
Er wusste nur das er nicht weiter so in den Tag hineinleben wollte. Geheim, wie ein Tagedieb, ohne Hoffnung das es sich bessern würde.
Angelina, glaubt ihn verzaubert, würde nicht in eine Scheidung einlenken.
Sein Schicksal suchen... Kämpfen oder ... verlieren....
Wie oft hatte er eine Entscheidung so gefällt.
Seine Ehre wiederherstellen.
Was war ehrharter als in einem Kampf gegen einen Drachen zu stehen, ob zu siegen oder zu sterben.
Während Felicitas sich noch anzog begann er einen Brief zu schreiben.
Geliebte,
Es ist schwer für mich im Leben stehen mit dem Wissen das mein Sohn oder meine Tochter ein Bastard sein würde.
Ich wünschte, ich könnte meine Gefühle gedanklich erfassen und würde dann noch
die passenden Worte dafür finden, in denen ich dir vieles erklären könnte.
Möge kommen was wolle, magst du denken von mir, was immer du möchtest... ich möchte dir einfach nur sagen, dass du etwas ganz Besonderes für mich bist und das meine Liebe zu dir immer bestehen bleibt.
Ich muss mich mir selber beweisen, ich werde mein Schicksal suchen gehen und vielleicht sehen wir uns morgen wieder, und ich weiß das alles einen guten Weg nehmen wird.
Dein
Rafael
Er ging.. er war gegangen und nicht mal sicher ob Felicitas nicht doch etwas bemerkt haben würde.
Wenn... es war zu spät.
Er hatte seine Entscheidung getroffen.
Noch bevor er am alten Tunnel angekommen war, hatte er seine Rüstung angezogen. Den Wappenrock der Ritterschaft übergestreift, ein letztes Mal, dann war er hinabgestiegen.
Er kannte den Weg genau, und so ließ er sich kaum aufhalten.
Wie gut es doch tat das Schwert wirbeln zu lassen, statt mit dem Hammer einen Nagel in das Holz zu treiben.
Er hatte nichts verlernt, es tat ihm gut.
Das Adrenalin in sich zu spüren, den Rausch und weiter und weiter ein zu dringen.
Sicherlich hatte er schon die ein oder andere Blessur als er bis zum Drachen vorgedrungen war, und hier hielt er zum ersten Male inne.
Er erinnerte sich an seinen ersten Drachenkampf.
Damals waren sie zu sechst gewesen und hatten fast vier Stunden gebraucht.
Er lächelte versonnen. Die Schuppe hatte er extra für Tari aufgehoben gehabt.
Doch jetzt hier das war sein Kampf, und es ging nicht um eine Drachenschuppe.
Zum Ersten mal seid langer Zeit, betete er still zu Temora, öffnete sich wieder, dem Gefühl des Glaubens, dann nahm er sein Schwert in die Hand, und stellte sich dem Ungetüm.
Es war wohl kein großer Drache, wie damals, doch für Rafael sicherlich genügend.
Er hatte eine Chance. Glück und Können jedoch mussten auf seiner Seite sein.
Den ersten Hieb in die riesige Tatze des Drachen ließen diesen aufbrüllen, jedoch um so gefährlicher machend.
Irrsinnig vor Wut schlug er um sich, und als Rafael nicht richtig auswich schlugen die Zähne des Ungetüms in sein Linkes Bein ein. Die Rüstung zerbarst wie Spielzeug unter den Zähnen.
Rafael schrie seinen Schmerz und seine Wut heraus, hieb nach dem Drachen, der ihn losließ aber sofort nachsetze.
„Welch irrsinnige Idee sich alleine mit so einem Monster an zu legen.“ Schoss es Rafael durch den Kopf. Dieses mal würde es keine Dalana geben die ihn nach Hause schleppte.. .er vermisste sie, vermisste ihre Freundschaft.
Er vermisste Tari... er würde Feli vermissen.. und er hoffte das Angelina ihr Glück finden würde.
Feli ... er stand auf, das Blut lief ihm am Bein hinab. Er musste gewinnen um ihretwillen. Er wollte zurück. Wollte jene wiedersehen die ihm was bedeuteten.
Mit dem Gedanken konnte er gerade noch einem Hieb des Drachen ausweichen,
Mit hilfloser Wut eines Mannes der wusste das er nicht gewinnen konnte, versuchte er ein letztes Mal den Drachen weh zu tun.
Er schlug einen Angriff, sein Schwert sank tief ein in die Seite des Ungetüms, im selben Moment sah er jedoch den Hornigen schwanz auf sich zukommen. Er spürte wie er davon erfasst, und gen Höhlenwand geschleudert wurde. Den Aufprall nahm er nur noch unbewusst wahr, ebenso wie das Gebrüll des Drachen, dann wurde es dunkel um ihn.
Feli hatte die Bücher ruhen lassen. Sie fand heute eh keine Konzentration um die Arbeit bewältigt zu bekommen.
Kurz entschlossen war sie hinab gegangen ins Bad.
Ein heißes Bad würde ihr jetzt gut tun. Bewaffnet mit einem Weinkelch und einer Flasche Wein, einer von jenen die Adrian ihr geschenkt hatte, stieg sie in das dampfend heiße Wasser.
Wohlig seufzte sie, als der Dampf und der wohlige Geruch von Wildblumen ihre Sinne klärten.
Genüsslich goß sie sich ein Glas Wein ein und trank davon. Natürlich wusste sie, das der Wein ihrem Kopf in dem heißen Wasser nicht gut tun würde, aber was sollte es schon groß ausmachen. Es erwartete sie keiner.
Nachdem sie das Glas fast leer hatte, kam Rafael hinab. Er vergewissterte sich tatsächlich ob sonst niemand im Bad war bevor er zu ihr kam.
Er hatte sich hinter sie gesetzt und ihr den Nacken massiert...das war garnicht schlecht. Sie konnte etwas Entspannung gebrauchen.
In ihrem Kopf jedoch machten immernoch jene schwere Gedanken die Runde. Rafael ging es nicht gut und heute benahm er sich besonders seltsam.
Was war nur mit ihm los?
Ich will das du mir sagst was in dir vorgeht...wie soll ich dir sonst helfen?, hatte sie ihm gesagt.
Ich will nicht das du dich mit meinen Sorgen belastest....
Ich will nicht das du dir dein Köpfchen desswegen zerbrichst...
Sie seufzte. Vertraute er ihr nicht? Meinte er wirklich was er da sagte?
Wie sollte sie denn an seinem Leben teilhaben, ihm beistehen, wenn er ihr nicht sagen wollte was ihm fehlte.
Ich fühle mich geschlagen... sagte er dann irgendwann.
Es war klar was er meinte. Sein Vater hatte ihm jede Hoffnung auf sein Leben genommen.
Das einzige das ihm geblieben war, war Feli gewesen. Würde sie reichen?..
Wenn ich nicht mehr weiter weiss...werde ich mein Schicksal suchen.
Feli verstand nicht. Er erklärte nicht. Stattdessen sagte er das sie langsam aufstehen sollten. Er müsse bald los.
Er wollte ja verreisen. Zumindest hatte Feli das geglaubt.
Er war vorgegangen. Sie hatte sich abgetrocknet und angezogen.
Dann war sie ihm gefolgt.
Er hatte einen seltsamen Blick. Er lächelte nicht mehr. Was war los? Er wirkte seltsam, unheilsvoll entschlossen. Feli entging das nicht. Sie kannte ihn viel zu gut.
Aber sie kam nicht dazu zu fragen. Er hatte sie geküsst. Lange, sehr lange und innig. Als währe es das Erste mal...oder das Letzte.
Egal was passiert, du hast meine Liebe.
Möge Temora dich Segnen, Feli., waren seine letzten Worte gewesen und er war gegangen. Ohne das sie etwas erwiedern konnte.
Die Türen hatten sich geschlossen und sie hörte sich noch sagen:
Ich...liebe dich...
Dann war er fort. Das Haus seltsam leer lassend.
Feli wollte sich den Büchern wieder zuwenden, als ihr der Brief auffiel.
Sie runzelte die Stirn. Sie hatte kein Pergament da liegen lassen.
Von Rafael?
Vielleicht wieder eins seiner Gedichte! Kurz stieg ein Lächeln in ihrem Gesicht auf.
Doch es starb plötzlich als sie die Zeilen las.
Vielleicht sehen wir uns Morgen wieder....mein Schicksal suchen...
Was hieß das?...Sie hatte ein seltsames Gefühl im Magen. Als würde jemand lustig darin rumrühren. Adrian würde vielleicht wissen...sie hatte einfach ein so schlechtes Gefühl.
Sie nahm ihre Rüstung und schnallte sie an den Körper. Das Diamant-Rapier an die Hüfte legend. Dann befüllte sie ihren Köcher. Jener kam unter den Umhang. Den Schellenkranz befästigte sie an der anderen Seite der Hüfte. Aus einem Schublad nahm sie Phiolen herraus.
Heiltränke, Erfrischung, Nachtsicht....sie nickte. Auf den Rücken schnallte sie noch das Schild.
Sie sah aus als wolle sie gleich in den Krieg ziehen. Aber wer wusste was auf sie zukommen würde. Und so ungewohnt war es auch nicht. Es war die Ausrüstung die sie auf die großen Jagten mitnahm.
So bewaffnet schwang sie sich auf Angeloi und preschte Richtung Varuna.
Die Wachen in Berchgard sahen kaum mehr als eine Reiterin in Eile.
Sicherlich musste sie einige Verwirrung hinterlassen, als sie durch das Bergmannsdorf gepeitscht war.
An den bläulichen Nieten ihrer Rüstung klirrten ab und an die Goldringe im Zopf.
Die Torwachen hatten kaum Zeit sie zu beäugen als sie am Östtor Varuna`s ankam, nur kurz ihren Rang entgegen bracht und das Tor sofort geöffnet wurde.
Adrian würde im Schloss sein. Ihr Weg führte sie ohne Umschweife dorthin.
Am Schlosstor angekommen verlangte sie auch hier sofort Einlass.
Die Wachen kannten Feli bereits. Wussten das sie ein und aus ging wie die Ritter oder der Graf selbst.
Was sie nur stutzig werden lies war die volle Bewaffnung der eigendlich anmutigen Harfnerin.
Sie wirkte wohl nicht mehr wie die edle Baronin die sie sonst darstellte.
An den Stallungen sprang sie von dem Wallach, gab einem Stallburschen die Zügel in die Hand und war schon in zügigen Schritten auf dem Weg ins Schloss. Allerdings ohne zu laufen.
Wenn sie sich täuschte und ihr Gefühl sie trügen würde, wollte sie sich nicht zum Gespött machen.
Im großen Korridor des Schlossen angekommen , erklang schon ihre Stimme durchs Schloss: Adrian!
Die Wachen schauten kurz etwas verwundert, kümmerten sich dann aber nicht weiter um sie.
Ein wohl irritierter Adrian kam nach kurzen Momenten auf sie zu. Er kam aus seinem Arbeitszimmer. Das hätte sie auch ahnen können.
Dem Kronprinz und Reich zur Ehr, Baronin., erbot er ihr seinen Gruss.
Feli ging sofort auf ihn zu.
Hast du meinen Brief bekommen? Wir müssen reden. Jetzt!
So gingen die Zwei wieder ins Arbeitszimmer zurück. Adrian war sicherlich Feli`s Aufmachung aufgefallen aber er sagte natürlich noch nichts dazu. Hätte er das getan währe er ja nicht Adrian gewesen.
Hat mein Doppelgänger doch noch irgendwo einen Krieg angezettelt?
Hörte Feli seinen üblichen Humor.
Sie war nicht wirklich zu scherzen aufgelegt, immernoch jenes Bohren im Magen.
Rafael ist fort gegangen. Ich dachte eigendlich er wolle nachhause fahren zu seiner Mutter...aber er hat sich heute ziemlich komisch benommen. Und..er hat das hier da gelassen.
Sie gab ihm den Brief.
Erst wirkte Adrian ruhig als er die ersten Zeilen gelesen hatte, doch schnell erkannte Feli Sorge in seinem Blick.
Er hat nicht..er wird nicht.. hörte sie ihn sinnen.
Dieses sture alte Eheweib!entfuhr es ihm dann und schon war er an Feli vorbei und öffnete die Türen des Arbeitszimmers.
Bringt mir meine beste Rüstung, mein Schwert und mein Schild! Sofort! Hörte sie ihn einen Diener anweisen.
Feli rannte ihm hinterher.
Adrian! Was hat das zu bedeuten?!
Adrian wirkte ernst. Sehr ernst.
Sein Schicksal suchen. Das macht er nicht zum ersten Mal. Ich fürchte nur diesmal wird es kein Ettin sein. erklang es besorgt, während die Dienerschaft schonwieder zurück eilte, die Rüstung in den Händen.
Der Drache... Sann er laut. Feli wurde kreide bleich. Rafael hatte davon gesprochen als er seinem Vater begegnet war.
Was dachte er sich nur dabei?!
Was würde das beweisen?!
Sie bangte um sein Leben. Er alleine gegen einen Drachen?
Wir müssen ihm hinterher! fuhr sie Adrian an, der längst in die strahlende Rüstung gekleidet wurde.
Adrian nickte nur, liess sich sein Schwert umbinden, den Schild reichen und ging schon vor.
Die Wachen die protestierten völlig ignorierend.
Von Bruder zu Bruder, der Deine, Bis in den Tod. hörte Feli ihn sprechen und dann waren sie schon im Schlossgarten.
Der alte Tunnel? Meinst du er ist dahin? fragte sie ihn, während sie schnellen Schrittes den Stallungen entgegen gingen.
Adrian nickte wieder und liess sich vom Stallburschen seinen Mustang geben.
Feli schwang sich auf Angeloi. So verliessen die Beiden das Schloss um sich auf den Weg zum Alten Tunnel zu machen.
Den Weg über waren sie beide Still. Gingen ihren eigenen Gedanken nach.
Wie konnte er nur? Er liebte sie doch! Wie konnte er sein Leben nur so aufs Spiel setzen? Würden sie noch rechtzeitig sein ihn aufzuhalten?
Sie betete...betete inständig zu Temora sie möge ihren Geliebten beschützen.
Etwas abseits der Katakomben die sie passieren mussten, banden die beiden die Pferde an und gingen los.
Die Untoten der Katakomben waren keine Gegner für den schwertgeübten Grafen. Sie fielen als währen sie einfach nur lästiges Gestrüpp im Dickicht.
Und bald schon standen sie beide vor dem Eingang zum Alten Tunnel.
Feli hatte ihr Rapier in der Hand, das Schild in der anderen. Doch ihre Mächtigste Waffe ruhte immernoch am Gurt. Der Schellenkranz den sie im Kampf benutze um ihre Musik zu wirken. Gesang und Klang würden ab nun ihre Waffe sein....
Seine beste Rüstung... dies würde wohl gewiss ihr erster Einsatz werden. War es klug, sie im alten Tunnel zu verwenden? Das hervorprangende edel gearbeitete Wappen würde selbst einem kurzsichtigen eröffnen, wen er vor sich hatte. Indess es würde gegen einen Drachen selbst gehen. Allein schon dieser Gedanke schmerzte ihn wieder. Jene Schuppe eines verstorbenen Silberdrachen, welche einst sein Herz durchstossen hatte um dort zu verweilen und sein Schicksal nun bestimmte, durchzog seine Gedanken. Keinen Drachen hatte er mehr getötet seit diesem Erlebnis. Es war keine Feigheit, kein sich wirklich zurückziehen. Bewunderung war es die seit diesem denkwürdigen Tage seine Gedanken durchstriff. Er konnte nur hoffen, dass es kein Silberdrache sein würde, dem sich dieser... NARR !! stellen wollte.
Ohnehin war es schwer genug, doch letztlich stand die Wahl klar für den Waffenbruder. Wie hätte er Rafael.. *erneut schrie er das Wort NARR in seinem Geist* jetzt einfach sich selbst überlassen können. Von Bruder zu Bruder der deine bis in den Tod. Es war zu hoffen, dass er nicht zu spät kam. Nicht nach allem was Rafael so oft geleistet hatte, ihn in letzter Sekunde aus der Gefahr herauszuholen. Endlich, die Rüstung angelegt. Gut saß sie, nein perfekt, ebenso wie sie gearbeitet war. "Grim heut wird dein Name wirklich geehrt! Wenn uns etwas rettet dann diese Rüstung!" hauchte er leise, den fragenden Blick Felicitas übergehend.
Garvagh sprühte vor Energie, Himmel schlief dieses Pferd auch einmal oder war sein Feuer so dauerhaft? Hatte er gar doch gespürt, dass es um wichtiges ging. Um das wichtigste überhaupt? Das Retten eines Freundes!
Hastig aufgesessen den schnaubenden Wildfang unter sich bändigend und vorantreibend. Es war deutlich, jedesmal wenn er aufstieg. Es gab ein alles verglühendes Feuer selbst auf Fuachtero.. Das Temperament der Mustangs hatte es in sich. Wieder einmal konnte er sich dieses Feuers erfreuen. Schnell war er, selten überhaupt, dass irgendein Tier auf Gerimor ihm mithalten konnte. Und zumeist ohnehin nur weil Herr und Tier den ewigen Kampf fochten, wer hier eigentlich mit wem ausritt.
Schnaufend waren die Tiere zum Stehen gekommen nahe des Zugangs zu den alten Tunneln. Behutsam klopfte Adrian noch Garvaghs Hals, wissend er würde hier sicher sein, band er ihn an und eilte mit Felicitas im Gefolge durch die Gänge. Es mochte noch nicht lang her sein, dass jemand .. Rafael? ... hier durchgekommen war. Horden des Widerstandes formierten sich zwar erneut, doch deutlich noch zu sehen die Überreste jener die ihren Widerstand nicht überlebt hatten.
Wenige Ettins, waren es noch die ihnen entgegenstanden, hier und dort einige Raubkatzen der Düsternis. Kiefer und Krallen die an der Rüstung förmlich abprallten, besiegt durch die glänzend diamantene Klinge derer von Hohenfels, Erbstück der Familie seit jeher und stets von bester Pflege geprägt. Stolz der Familie .. es brachte sie voran. Das Gebrüll eines wütenden Drachen, brach durch die Gänge und trieb sie noch schneller voran. Sie spürten sie waren richtig. Er... "NARR" war hier, hatte sich dem Drachen gestellt.
So eilten sie hinein in die Kammer. Erschrecken in ihrer beider Blicke, erkennend wie Rafael in diesem Moment hart gegen die Wand geschleudert wurde, der Drache zum sicherlich finalen Schlag ausholte. Laut schlug Adrian das Schwert gegen das Schild. Das Gehör des Drachen, der Drache selbst, er reagierte und wandte sich glühend wütenden Blickes um, wohl wissend, dass jener verletze an der Höhlenwand ihm ohnehin sicher war, jene dort in schimmernder Rüstung und leichtem Leder eher zur erneuten Bedrohung erwachsen mochten. Das riesige Haupt des dunkelhäutigen Drachens wurde ebenso gehoben wie Schild und Schwert Adrians. Kurzzeitiges Stutzen und Mustern Adrians seitens des Drachens. Er sah es, er spürte es gewiss. Die ursprüngliche die starke Magie der Drachen selbst, wenn auch nur eines kleinen Teils, durchdrang Adrians Herz und hatte ihn verändert. Auch Adrian hielt inne. Sollte es Kampf geben, musste es ihn geben oder gab es über das Zeichen des Silberdrachengeschlechtes hier einen anderen Weg? Zögern.....
Dann veränderte sich alles. Veränderte sich durch eine feine liebliche Melodie die ihrer beider Ohren striff... Sein Blick wanderte gen Felicitas, ebenso jener des Drachens... Lauschen...
Adrian`s Klinge durchfuhr Gegner nach Gegner. Felicitas leises Summen in den Ohren, das ihm Kraft zu geben vermochte. Ihn Mutigte und Stärke.
Sie erinnerte sich an die Alten Lieder.
Kurz aber präzise stach sie mit der diamantenen Klinge des Wappengezierten Rapiers zu und brachte eine der Raubkatzen zufall die aus einem Schatten gesprungen war, der Schild in ihrer Hand war ihr fast weggerissen worden als die Katze mit voller Wucht dagegen gesprungen war und nur der Wand hinter sich verdankte sie, nicht den Stand verloren zu haben.
Adrian vorraus in einen kurzen Kampf mit einem Ettin verwickelt.
Krachend ging der Ettin zuboden und sie passierten schon die Brücke.
Nicht mehr weit! Halte durch! Mein Geliebter! Hallte es in ihren Gedanken und ihr Summen erstarb als sie das donnernde Brüllen durch den Gang hämmert hörte.
Ohrenbetäubend. Eine Qual für das feine Gehör der Harfnerin.
Adrian und sie beschleunigten ihre Schritte. Fast nebensächlich traf Adrians Klinge den Höllenhund der vor der Tür gewartet hatte und ein schneller Pfeil von Feli`s Bogen brachte ihn entgültig zuboden.
Das Rapier hatte sie gescheidet und den Schild umgebunden.
Hier würde ihr das nicht mehr helfen!
Wieder das Brüllen. Adrian stiess die Tür auf und sie zwei rannten hinein.
Ihr Magen war in aufruhe, Adrenalin kochte in ihren Adern, zusammen mit der grausigen Gewissheit, dass Adrian Recht behalten sollte.
Als sie endlich etwas sehen konnten, krachte Rafael gerade gegen die Wand. Ihr Herz blieb für einen Moment stehen. Sie hätte schreien wollen, doch es ging nicht.
Blutend lag er an der Wand und rührte sich nicht mehr. Die Rüstung am Bein nurnoch zerborstenes Altmetall.
Der Drache wand den Kopf Adrian zu. Der gefähliche Schwanz peitschte über den Höhlenboden, zermahlmte ein paar Steine und wirbelte Staub auf.
Doch für den Moment passierte...nichts.
Adrian und der Drache sahen einander einfach in die Augen. Feli verstand nicht doch ihre Gedanken überschlugen sich eh und sie hätte am liebsten Schreien, Weinen wollen so groß war ihr Zorn, ihre Sorge, ihre Verzweiflung ob jener Situation.
Dann jedoch besann sie sich, gerade als Adrian den Schild anhob, das Schwert hinter dem Kopf zum Schlag bereit. Der Drache blickte weiter zu ihnen, Rauch qualm aus seinen Nüstern. Er würde sie beide einfach zerschmettern. Dieses Ungetüm war sicher nicht einfach zu bezwingen. Selbst nicht für den geübten Ritter, Adrian von Hohenfels und die kampferprobte Harfnerin.
Sammeln....Beruhigen...höre auf die Stimme in dir Felicitas. Nutze das was ihn immer erreicht hat. Nutze die mächtige Waffe die du dein eigen nennst. Verzag jetzt nicht. Sein Leben und eures mag davon abhängen.
Gingen die Gedanken durch ihren Kopf ehe sie tief Luft holte und zu singen begann. Der Schellenkranz in ihrer Hand, der leises Plingen und Klirren im Takt der Musik durch die gewaltige Höhle klingen liess.
Sanft und langsam erklang ihr Gesang durch die Gemäuer.
Der Drache kam zur Ruhe. Ganz langsam.
Das Peitschen seines Schwanzes wurde ruhiger, während Feli einfach da stand, konzentiert auf die Verse und Noten des Alten Liedes der Sänftigung.
Adrian brauchte wohl einen Moment. Er hatte Felicitas noch niemals im Kampf gesehen und vermutlich auch noch nie sonst eine ihrer Zunft. Vermutlich wusste er nichtmal, dass die Harfnerin jene Fähigkeiten besass.
Dann jedoch kam endlich wieder Leben in den Körper des Grafen und er eilte zu seinem Waffenbruder.
Rafael lag ohnmächtig am Boden. Vielleicht lebte er noch. Das Bein war durch einen Biss ziemlich zugerichtet und das viele Blut liess es sehr schlimm aussehen, zusammen mit der gesplitterten Rüstung.
Der Schwanzhieb des Drachens musste ihm die Sinne geraubt habten.
Schnell verschwand Schwert und Schild um seinen Freund aufzunehmen.
Sie würden jetzt Wehrlos sein.
Feli unterdess stand wenige Meter von dem Drachen entfernt und sang.
Sie war völlig ungeschützt. Das nietenbeschlagene Leder würde einen Witz für die Klauen und die Kiefer des Drachen darstellen. Doch die Wirkung des Liedes liess ihn besänftigt und so verharrte er einfach dort.
Wir sollten gehen. Sofort!, befahl Adrian und war schon auf dem Rückweg.
Feli rannte kurz zu der Wand an der Adrian Rafael aufgehoben hatte, griff das Schwert das er durch den Sturz hatte fallen lassen, drückte es an sich und begann sich in bewegung zu setzen, immernoch den Gesang aufrecht erhaltend. Das Schwert fand seinen Weg an ihren Gurt. Sie spührte wie das Lied an ihren Kräften zog.
Die Alten Lieder zu singen kostete starke Konzentration und allzulange würde sie das nicht können. Zumal sie nichtmal eine Waffe führen konnte währenddessen.
Verfasst: Dienstag 10. Oktober 2006, 13:43
von Felicitas de Arganta
Das Ende...? Worte und Bilder gingen ihm durch den Kopf als er erhobenen Schwertes vor dem Drachen stand, den Freund hinter sich zu schützen suchend und doch erahnend möglicherweise gleich neben ihm zu liegen. Drachen! Würdevoll, mächtig, einnehmend schön... Seit er vor Slain getreten war, den Wandel im Herzen vollzogen hatte, ihm die Aufgabe auferlegt war, sah er sie anders. Dieser war nicht silbern, wäre er es, würde sein Schaffen keine Frage sein. Vor Gefahr zu bewahren, nicht zur Gefahr zu werden, war ihm auferlegt. Dieser war dunkelhäutig, doch deshalb von geringerer Würde? Nein er brauchte ihn nur anzusehen. Einige Drachen hatte er bereits kennenlernen dürfen, doch niemals war er seit der Veränderung einem wütenden so nah. Wie sollte er entscheiden? Der Freund, sie alle drei, mussten hier heraus! Aber einen Drachen bekämpfen?
Felicitas Melodie brachte die Wendung. Ruhe... feiner Gesang der die Stille durchbrach, sein Herz berührte.. Adrian wurde ruhiger. Die Aufwallung der Sorge, das klopfende Herz, das Adrenalin, es legte sich. Ein Blick genügte zu erkennen, dass dies offenbar nicht nur bei ihm der Fall war. Der Drache beruhigte sich? Ein Trugschluss oder wirkliche Beobachtung? Adrian blinzelte, senkte langsam die Klinge, das riesenhafte Geschöpf im Auge behaltend. Tatsächlich schien auch der Drache zu lauschen, ruhiger zu werden. Ein kurzes Stirnrunzeln, ein Blick gen Felicitas. Rafael hatte es einmal erwähnt, es selbst zu erleben war weit mehr. Beeindruckend ohne jede Frage, doch sie hatten jetzt mehr Probleme, mussten hier heraus!
Ein leises Stoßgebet gen Temora sendend, scheidete er die Klinge und hängte das Schild über. Vertrauen, wenn etwas sie hier herausbrachte dann nur dies, der Kampf würde sie umbringen. Er hastete gen Rafael. Ein kurzer Blick brachte eine Übersicht seiner Wunden. Notdürftig versorgte er die Wunden soweit es möglich war und nahm ihn auf, um ihn hinauszutragen. "Wir sollten gehen. Sofort!" Sein Befehl war klar und er eilte gen Tür. Fatal... Felicitas beendete ihre Melodie, mühte sich hinauszukommen und der Drache reagierte. Ein Satz allein war es wohl und er versperrte die Tür. Der riesige Kopf senkte sich ihnen entgegen. Rauchwolken aus den Nüstern. Nur ein Gedanke durchstriff Adrians Geist..."Vorbei, kein Weg hinaus. Du hast dein Schicksal gesucht Rafael und es für uns alle drei gefunden!"
Behutsam legte er Rafael hinter sich ab. Machte es noch Sinn was er hier tat, sich vor ihm aufzubauen ihn als lang als möglich zu bewahren? Felicitas schob sich hinter ihn, ein langsamer Griff zu ihrem Schellenkranz. Nicht nur Adrian war es aufgefallen, selbst der Drache hatte es bemerkt und... er sprach... ! "Wage es nicht erneut Menschenweib, deine Melodie hat euch das Leben bis zu diesem Moment gerettet, doch heraushelfen wird es euch nicht!" Er sah wie Felicitas zögerte. Doch sie beliess es dabei, sich wohl gewiss, ein beherzterer Griff zum Schellenkranz würde die Wut des Drachens eher über sie bringen als beruhigen.
Adrians Gedanken rotierten, was tun? Der Griff zum Schwert? Dies wäre sicher das Ende, doch war es nicht ohnehin gekommen und einzig eine Frage wie teuer das Ende verkauft würde? Er bemerkte wohl, wie der Drache sich ihm zuwandt. Erneut donnerte die gewaltige Stimme des Drachen ihnen entgegen, dieses mal deutlich Adrian gewidmet. "Wahr ist es, zieh das Schwert und euer aller Schicksal ist geschrieben!" Adrian runzelte die Stirn. Hatte er unbewusst die Hand dem Schwert genähert oder war hier grössere Macht am Werk? Er wusste es nicht einmal zu sagen, stand abwartend und hinaufblickend einfach vor dem Geschöpf, das sowohl bewundernswert als auch gefahrbringend war. Erneut senkte sich der Kopf des Wesens. Drachenaugen blickten in Menschenaugen, Blicke die sich trafen. Adrian fühlte sich durchdrungen. Als würde dieses Wesen bis tief in seine Seele blicken.
Der warme Atem der Kreatur striff ihn als die Stimme erneut ansetzte. Gewaltig wohl doch gedämpft, offenbar wissend, wieviel ein Menschenohr ertragen konnte. "In dir fühle ich, fühlte ich schon vorhin, etwas altes. Vergangen und doch stark, winzig und doch erfüllend. Wer bist du Mensch? Viele kamen zu mir doch bist du der erste, bei dem ich dieses fühle. Lausche besser dem was in dir ist und antworte mir klug Menschensohn. Adrian besann sich, es war als wäre ein klares Licht ein sanftes weisendes Hauchen ihm in diesem Moment inne, erkennen lassend welch Weg sie hier herausbrachte. Unter Felicitas Verwunderung kniete Adrian in diesem Moment nieder und sprach für alle vernehmlich. "Auferlegt ist mir die Aufgabe des Schutzes der Silberdrachen. Drei waren wir, ehrwürdiges Wesen. Strafe für Verfehlung und Pflicht für das Leben. Es ist mir Ehre und Aufgabe, diese würdige Pflicht mein Lebtag auf mich zu nehmen. Seit jenem Tage behaupte ich gewiss nicht zu verstehen doch spüre Bewunderung und Demut vor dem Geschlecht der Drachen, gewiss im besonderen vor den Silberdrachen, doch tötete ich nicht einen Drachen mehr seit jener Stunde und erhoffe zu dieser mein Schwert nicht zu unser aller Ableben erheben zu müssen." Er verstummte unter dem durchdringenden Blick des Drachen.
"Dein Herz weisst dich recht, vor uns zu sprechen Menschensohn und eine Trägerin alter Melodien will ich ebenso gehen lassen, doch warum wagte es jener sich mir zu stellen und welch Grund soll es geben ihn gehen zu lassen?" Adrian hob den Blick vorsichtig. "Einzig mein Bitten um Vergebung, so es genügt vor deinem Willen Ehrwürdiger. Er fand Leid durch Taten der Menschen und glaubte sein Schicksal suchen zu müssen. Er fand es gewiss, doch ist er uns Freund, Partner im Leben und unersetzlich. Zeige Gnade mit ihm und er wird erkennen, wie dumm sein Streben war, hierfür verbürge ich mich durch Ehre und durch die Kraft die mein Herz verändert hat."
Adrian konnte es kaum fassen, als der Drache tatsächlich ein Nicken aufzeigte. "Wisse Menschensohn, dass du den Silberdrachen viel verdankst, vor allem Weisheit und am heutigen Tage euer aller Leben. Lernt alle drei hieraus!" Der Drache, er zog sich tatsächlich zurück, offenbarte ihnen den Ausgang. Adrian entrang ein deutlich angefasstes "Danke Ehrwürdiger!" Beinah hastig nahm er Rafael auf die Schultern. Raus, nur hinaus, er würde einen Heiler brauchen, hier gab es nur eine Wahl, eine Heilerin vielmehr. Eiligst durchstriffen sie die Gänge, endlich zu den Pferden gelangen und einfach nur endlich heimreiten. Die Zeit drängte!
Flucht!
Felicitas verstand immernoch nicht, wie Adrian den wütenden Drache dazu gebracht hatte sie gehen zu lassen, doch es war auch erstmal egal.
Sie hatten ihrem Tod so deutlich in die Augen sehen, wie es sich die wenigsten wünschten.
Schnell fanden sie ihren Weg zurück zu den Pferden. Adrian schnaufte unter dem Gewicht das er zu tragen hatte. Rafael, seine Plattenrüstung und Adrian`s eigene Rüstung.
Der Verletzte fand seinen Weg auf Angeloi`s Rücken. Auf Adrian`s Mustang war es einfach zu gefährlich für Rafael. Das Temperament des Mustangs war im Vergleich zu dem ausgeglichenen Gemüt des Wallachs der Vergleich zwischen Tag und Nacht.
Feli fand hinter Rafael platz um ihn zu halten. Das Bein blutete immernoch und was unter dem Plattenharnisch sein würde, vermochten sie noch nicht zu sagen.
Er war ziemlich hart gegen die Wand geprallt und seine Rüstung zeugte davon.
Mit gemässigterem Tempo traten sie den Rückzug an.
Ich werde nach Angelina schicken lassen. Sie muss sich Rafael ansehen., hörte sie Adrian sagen.
Kurz zuckte etwas in Felicitas, doch sie wusste: Angelina de Arganta war eine der besten Heilerinen der Grafschaft. Wollte sie das Rafael die bestmögliche Behandlung bekam, war das unausweichlich, völlig ungeachtet der Verbindung der beiden Frauen mit jenem Mann.
Als Antwort nickte sie Adrian zu. Die Kämpfe, die Lieder hatten sie ausgelaugt und die Angst um ihren Geliebten half nicht minder.
Wie hatte er das nur tun können?
Wieso hatte er denn nicht einen anderen Weg gesucht?
Warum verlor er so seinen Glauben?
Wie konnte ein Vater, Arthur de Arganta, seinen Sohn in den Tod treiben?
Sie verstand es nicht! Sie konnte es nicht begreifen.
Rafael hatte gesagt, sein Vater habe ihn gebrochen. Er fühle sich bezwungen.
Die Arbeit auf dem Hof war für ihn eine Qual. Er mochte sie nicht, war nicht gut darin. Und er vermisste seine Aufgaben im Reich. Jene Verantwortung. Nicht das Ansehen. Nein Feli glaubte nicht das es darum ging. Denn das besaß er nach wie vor. Das war keine Prestigefrage.
Es war eine Frage von Handlungsmöglichkeiten. Von Pflichterfüllung.
Den Weg über zurück zum Schloss waren sie beide Still.
Erst als sie am Westtor ankamen waren sie dazu gezwungen, sprechen zu müssen.
Die Gardisten am Tor hatten sie schon von Weitem kommen sehen und zwei waren auf sie zugestürmt, fragten ob sie helfen konnten.
Adrian gab seine knappen Befehle und flankiert von den Gardisten ritten sie durch Varuna und ins Gräfliche Schloss.
Bringt mir Freiin Angelina de Arganta her! Sagt ihr es ist Dringend!, hatte er einem der Gardisten befohlen, jener war sofort dem Auftrag nachgegangen.
Am Schloss kamen ihnen gleich einige Diener zur Hilfe um den schwer verletzten Rafael in die Mauern des Schlosses zu bringen.
Die Rüstung musste ihm, so gut es ging, abgelegt werden, seine Wunden vorsorglich versorgt und die Kampfblessuren des Grafen und der Baronin verbunden.
Feli war nicht wirklich verletzt. Ein paar Kratzer die geblutet hatten, aber sie war dank ihrem glänzenden Schild namens Adrian von weiterem Schaden bewahrt worden.
Und Adrian hatte seine prunkvolle Rüstung gehabt um ihn zu schützen.
Eine meisterliche Fertigung. Egal wer der Schmied war, ihm gebührte ebenso ihr Dank wie Adrian für das schnelle Handeln.
Kurze Zeit später standen Felicitas und Adrian in Rafael`s Quartier.
Die Rüstung hatte man ihm soweit entfernt. Nur am Bein hielten es die Diener für besser, das ein Heiler zuerst darauf sah.
Kraftlos lehnte sich Feli an den Grafen, ihren Freund.
Rafael rührte sich nicht, wenngleich er atmete.
Er lebt! - Schoss es durch ihre Gedanken.
Doch würde er auch überleben? Hilflosigkeit machte sich in ihrem Inneren breit. Gepaart mit der Fassungslosigkeit jener Ereignisse.
Sich jenem hingebet, nutze sie die Schulter des Freundes um sich endlich der Schwäche zu ergeben, die sie so eisern unterdrückt hatte und weinte bitterlich....
Sein Schicksal Suchen - Das Schloss - Das Warten
Verfasst: Donnerstag 12. Oktober 2006, 11:49
von Felicitas de Arganta
Ein aufgeregter Gardist passte Angelina gerade ab, als sie dabei war, ihr Pferd durchs Tor zu führen. Sie wollte das Kloster aufsuchen und mit Hochwürden Sanjana Valeth sprechen, um dann mit der Einrichtung des Krankenzimmers beginnen zu können.
Doch stattdessen spornte sie dann ihren Aris an und galoppierte durch die Stadt.
„Der Graf schickt mich… Ihr sollt sofort kommen!“ hatte der Mann die Heilerin informiert. Sie hatte nichts nachgefragt, die Stimme des Mannes hatte so alarmiert geklungen, dass sie unverzüglich ihre Tasche an den Sattel gebunden hatte und aufgesessen war.
Was mochte geschehen sein? War Adrian verletzt? Oder wieder Rafael?
In Gedanken ging sie den Inhalt ihrer Arzneitasche durch.
Sie musste alles dabei haben.
Hoffentlich war es nicht so schlimm, wie es geklungen hatte!
Außer Atem betrat sie das Schloss und sofort wurde sie von einer der Wachen, die sie offenbar schon gut kannten, zu Adrian geführt.
Dieser ging mit auf dem Rücken zusammengelegten Händen im Besprechungssaal, von dem es zu den Ritterunterkünften abging, unruhig auf und ab. Die junge Baronin saß auf einem Stuhl und sah verweint aus.
„Ich grüße die Herrschaften“ ließ sich Angelina vernehmen.
Als der Graf sie erblickte, kam er sofort mit ernster Miene auf sie zu.
Also.. Adrian ist es nicht, der meine Hilfe benötigt, ging es ihr durch den Sinn.
„Wie gut, dass Ihr sofort kommen konntet, Frau de Arganta. Bitte hier entlang… Rafael liegt hier.“
Angelina folgte ihm in Rafael’s Unterkunft.
Sie hatte das Gefühl, dass sich ihr der Hals zuschnürte. Der Graf hatte so ernst geklungen.
Rafael! Wieder war er verletzt… oder krank!
Während Graf Adrian kurz erklärte, was geschehen war, trat Angelina an das Bett.
„Der Narr hat sein Schicksal gesucht…“
Ein Aufstöhnen entrang sich der Kehle der Heilerin. Sie wusste nur zu genau, was das bedeutete.
Felicitas hatte sich still dazu gestellt.
„Ich brauche warmes Wasser, saubere Tücher und Handtücher“ sagte Angelina leise, aber im bestimmten Ton und sah zu Felicitas. Diese wandte sich sofort zum Gehen und verschwand hinter dem Vorhang.
Rafe… war er dem Tode nahe?
Angelinas Herz schlug so laut, dass sie meinte, der Graf müsse es hören. Angst um ihren Gatten schnürte ihr die Brust zusammen, als sie seine kühle, etwas feuchte Stirn unter ihrer Hand fühlte.
Doch das durfte nicht sein. Sie wehrte sich gegen die Gefühle, die übermächtig zu werden drohten.
Bleib ruhig… du musst jetzt ganz ruhig bleiben, redete sie sich zu. Angst macht dich schwach… Du kannst ihm helfen.
Sein Gesicht war fahl, seine Atmung flach.
Bewusstlosigkeit hielt ihn gefangen… und ersparte ihm große Schmerzen.
Sie untersuchte ihren Gemahl vorsichtig und professionell. Die provisorisch angelegten Verbände schnitt sie auf, um die darunter liegenden Wunden zu inspizieren.
Das Bein sah grausig aus. Dünne Blutrinnsale sickerten immer noch aus der großen Fleischwunde.
„Hoffentlich kann ich die Muskeln wieder zusammenführen und es sind keine Sehnen durchtrennt“ wisperte sie wie zu sich selbst.
Mindestens zwei Rippen waren gebrochen, das konnte sie ertasten.
Als die junge Baronin mit der Schüssel warmen Wassers und den Tüchern zurückkehrte, bat Angelina Adrian und die junge Frau, den Raum zu verlassen.
Sie musste sich konzentrieren und das fiel ihr schwer, wenn sie die Gegenwart Felicitas’ hinnehmen musste. Das sagte sie zwar nicht, aber sie wusste es vom letzten Mal.
„Bitte lasst eine Magd vor dem Vorhang warten, damit sie mir holen kann, was ich brauche, Graf Adrian. Ich werde dann auch noch kochendes Wasser benötigen… “
Sie sah den Grafen Hilfe suchend an.
Doch er schien sofort zu verstehen und nickte ihr zu. „Das veranlasse ich. Und wenn ihr Hilfe braucht…“ Er deutete auf den still auf dem Bett liegenden Freund. „ Dann ruft einfach.. ich bleibe in der Nähe.“
Er geleitete Felicitas durch den Vorhang hinaus.
Angelina nickte nur und wandte sich der Waschschüssel zu, um sie auf dem Bett abzustellen. Dann legte sie Tücher unter das verletzte Bein. Wenn sie es abwaschen würde, sollte nicht zuviel von dem blutigen Wasser auf die Laken und die Matratze fließen.
Nachdem Angelina nun mit Rafael allein war, setzte sie ihre Untersuchung fort.
Einen fast faustgroßen Bluterguss fand sie verdeckt durch sein Haar an seinem Hinterkopf. Sie stieß hörbar die Luft aus…
Oh Himmel! Hoffentlich war sein Dickschädel heil geblieben.
Rührte seine Ohnmacht daher?
Sie sah in das bleiche Gesicht ihres Gatten und spürte einen Stich in ihrem Herzen.
Wie oft hatte sie ihn nun schon zusammengeflickt?
Wie viele Narben waren ihm nun schon von all den Kämpfen geblieben?
Und dann ging er aus freien Stücken zu dem Drachen… um sein Schicksal zu suchen!?
Wollte er denn wirklich sterben?
Hatte er nicht gesagt, er liebe Felicitas? Warum hatte er das dann getan?
Angelina seufzte tief durch und schüttelte die Gedanken ab.
Sie war hier als Heilerin, rief sie sich zur Ordnung.
Sie durfte ihre Gefühle nicht zulassen.
Sie sollte sich nicht um das Glück ihres Gatten sorgen, sondern um ihres.. so hatte die Heiligkeit zu ihr gesagt.
Und jetzt ging es nicht um sein Glück.. jetzt ging es um sein Leben.
Nachdem sie die Wunden und die blutverschmierten Körperregionen gereinigt hatte, wusch die ihre Nadeln, Scheren und Zangen in dem kochenden Wasser, das inzwischen gebracht worden war.
Einige Tropfen einer Lösung, die den Wundbrand verhindern sollten, brachte sie in die Wunden ein. Wie gut, dass Rafe nicht bei Bewusstsein war… es sollte höllisch brennen.
Dann arbeitete Angelina konzentriert an der schrecklichen Bisswunde, entfernte mit einer kleinen Schere zerfetzte Haut und brachte mit einer Tinktur die Blutung zum Stillstand. Sehnen schienen nicht durchtrennt, doch die Muskeln waren durch die starken Zähne des Drachen schon arg in Mitleidenschaft gezogen. Sie versuchte zu richten, was möglich war und nähte dann mit präzisen Stichen die lange Wunde am Bein zu.
Angelina legte sterile Verbände am Bein und Kopf an, doch für den Stützverband um den Corpus anzulegen, damit die Rippen sich möglichst wenig bewegen konnten, brauchte sie dann doch Hilfe. Der Graf hielt den schlaffen Körper Rafaels in Sitzposition und Angelina hatte sich dazu hinter Rafael gekniet. Schnell und fest wickelte sie die Bandagen um seinen Köper, nachdem sie die Blutergüsse mit einer Salbe vorsichtig dick bestrichen hatte.
Zu guter Letzt wechselte sie zusammen mit Graf Adrian noch das Laken unter dem Bewusstlosen, das doch deutliche Spuren seiner Verwundung trug. Geduldig ließ sich der Graf von Angelina Anweisungen geben, wie er Rafael rollen sollte, wo er das Laken ziehen musste, bis es faltenlos unter dem Patienten lag. Obwohl sie sehr vorsichtig mit Rafe waren, stöhnte er leise. Er hatte sicher große Schmerzen.
Ganz sacht zog Angelina eine weiche Decke über den nackten Körper ihres Gatten und strich ihm sanft das verklebte Haar aus der Stirn.
Nach all den Anstrengungen für den Patienten und die Heilerin, flößte Angelina Rafael dann eine Mixtur aus ihren Tränken ein, die sie immer in ihrer Medizintasche dabei hatte.
Heilung, Stärkung und ein starkes Schmerzmittel mussten vorerst genügen.
Angelina wollte ihren Gatten beobachten und pflegen…
Sie würde bis zum Abend bei ihm bleiben, denn dann würde sie auch schon wissen, ob er Fieber bekommt. Falls es ausbliebe, konnte Felicitas einen Teil der Nachtwache übernehmen.
Angelina setzte voraus, dass die junge Baronin das sicher übernehmen würde.
Adrian hatte sie aus dem Raum geführt, als Angelina um Ruhe gebeten hatte. Alles in ihr hatte geschrien bei ihm bleiben zu wollen, doch sie ergab sich ihrem Schicksal. Adrian führte sie sanft aber sehr bestimmt wieder hinaus. Sie konnte sich nicht dagegen wehren.
Er wird wieder oder...?, hatte sie Adrian gefragt.
Kurz hatte der Freund geschwiegen. Er war sich wohl ob der schwere der Wunden selbst nicht sicher.
Bestimmt. Er kann sein altes Eheweib doch nicht ungeschützt lassen.
Versuchte er sie wohl aufzumuntern.
Es trieb ein kurzes Schmunzeln auf ihre Lippen, das sehr schnell wieder starb.
Sie selbst hatten dem Tod heute ins Auge gesehen.
Der Schrecken darüber saß ihr immernoch genauso präsent in den Gliedern wie die Tatsache das Rafael einen Raum weiter schwer verletzt verarztet wurde.
Angelina würde sicherlich ihr Bestes tun. Es beruhigte sie zumindest ein bisschen, auch wenn die Unruhe und Ungewissheit sie dazu trieb,
Wie eine gefange Raubkatze im Raum auf und ab zu laufen.
Als Angelina nach Adrian rief wollte sie schon durch den Vorhang stürzen, doch er hielt sie zurück, schüttelte sachte den Kopf.
Lass dir etwas zutrinken bringen, Felicitas. Du brauchst selbst etwas ruhe. , sprach er besonnen und ging hindurch, Feli alleine lassend.
Er hatte Recht. Sie hatte Durst, ja Brand schon.
Kurzerhand rief sie einen Diener ihr reichlich Wasser, Wein und etwas zum Abendbrot zu bringen. Auch für den Grafen und Angelina.
Jenes wurde umgehend gebracht und im Konferenzsaal aufgetafelt.
Sie aß mit wenig Appetiet aber trank mit großem Durst.
Nach einer Kanne Wasser und einer halben Flasche Wein ging es ihr etwas besser. Sie hatte die Flüssigkeit einfach in sich hinein gekippt, in der Hoffnung der Alkohol würde ein wenig Ruhe bringen.
Noch immer, nein viel stärker noch als vorher, spührte sie die Nachwirkungen der Alten Lieder. Sie hatte sich extrem Konzentrieren müssen um selbst einen Drachen besänftigen zu können.
Hatte sie sich übernommen?
Adrian kam wieder. Kurz ging sein müder Blick skeptisch über die Dinge die Feli vor sich stehen hatte.
Sie jedoch war aufgesprungen um sich gleich am Stuhl festzuhalten. Ihr Kreislauf versagte langsam mit ihren Beinen den Dienst.
Setz dich bitte. Er ist versorgt. Angelina wird bis zur Nacht bei ihm bleiben um zu sehen ob er Fieber bekommt. Dann kannst du zu ihm.
Seine Worte hallten in ihrem Kopf und sie liess sich wieder auf den steinernen Stuhl sinken. Sie war selbst müde. Aber sie wollte bei Rafael sein.
DER NARR!! grollte es in Adrian`s Stimme durch ihre Gedanken.
Wie...wie konnte er nur?, fragte sie ihren Freund fassungslos.
Adrian schwieg eine ganze weile. Vielleicht kannte er die Antwort, vielleicht auch nicht..
Minuten.. Stunden.. sie zogen sich dahin. Er mußte Ruhe ausstrahlen, sorgten sich nun schon zwei Frauen um das Leben Rafael's. Er nicht minder, er wünschte er hätte mehr tun können, als hier und dort Angelina in ihren Bemühungen um Rafael's Leben zur Hand zu gehen. Einzig sonst blieb wohl gewiss noch das beten.
"Vielleicht erkennst du jetzt, dass Temora mit dir ist. Sie muss es sein, wenn du das hier überstehst alter Wirrkopf!" leise sprach er dies seinem Freund zu, als er eine Patientenwache übernahm. Es war schwer genug die Frauen deren Herzen beide für Rafael schlugen, einmal von seinem Bette fortzubringen. Auch sie brauchten Ruhe, grad jetzt da die Sorge sie zusätzlich schwächte. Konnte er es verdenken? Fand er doch selbst nicht wirklich die Ruhe und den möglicherweise nötigen Schlaf. Zu tief die Vermischung aus Sorge und Nachwirken der Geschehnisse und Erinnerungen an die Momente beim Drachen selbst. Sollte er je vor Slain treten, würde er wohl einen Dank ausdrücken müssen und diesen deutlich erklären.
Nachrichten an den Hof auf dem Rafael sich als Knecht verdingte sowie an die Allianz des Lichts hatte er bereits aufgesetzt und auf den Weg gebracht, in einer der wenigen Augenblicke, da er sich zu sammeln vermochte. Trost spenden hier und dort war zudem nötig. Trost... er konnte es nur versuchen, doch ein Blick in Rafaels bleiches Gesicht, vermochte kaum wirklich Hoffnung zu verbreiten. Noch immer war er deutlich geschwächt. Angelinas Fähigkeiten und Rafael' Sturheit sollte man dennoch nicht übersehen. Ein sorgenvoller Gedanke durchzog ihn über dieses Vertrauen in Rafael's Sturheit. Er hatte das Schicksal suchen wollen. Durchaus war er diesem sehr nah gekommen. Wollte er denn Leben oder würde der Kampf um dieses möglicherweise an Rafael's Unwillen hieran scheitern?
Entschlossen schüttelte er den Kopf. Unmöglich, er würde wissen, was er zurückliess, vor allem wen. Er würde kämpfen, ganz gewiss. Dies war nicht sein Schicksal, weder wirklich durch ihn gewollt noch durch Temora. An diesem Glauben musste man festhalten! Weiterhin blickte er aufmerksam auf jede mögliche Regung Rafael's. Doch einzig wahrzunehmen war hin und wieder ein Verziehen des Gesichts unter den offensichtlichen Schmerzen. Man konnte nur hoffen, dass das Bein wieder völlig gesunden würde. Von den zahlreichen anderen Verletzungen garnicht erst zu sprechen. Angelina hatte von einem heftigen Stoß des Kopfes gesprochen. Welche Folgen dies haben mochte, würde man sicher auch erst finden, sobald Rafael zu sich kam.
Nachdenkend über die Geschehnisse um diese neue Verwundung, über die erneute Sorge erst so kurz nach der glücklichen Fügung, dass Rafael den Überfall auf das Schloss überlebt hatte, erwuchs eine Entscheidung in Adrian. Sollte Rafael genesen und baldig wieder zu sich kommen, so würde es letztlich doch zu alten Problemen führen, er sich weiterhin verrennen in seine Sorgen, die überhaupt zu allem geführt hatten. Seine Entscheidung festigte sich. Es musste es würde einen Weg geben. Man musste ihn nur endlich beschreiten.
Viele Gespräche würden gewiss nötig. So ging es jedenfalls nicht weiter und das letzte, das er zulassen würde war, zuzusehen wie sein Freund sich weiter zerfleischte. Behutsam legte er die Hand auf die seines Freundes. "Wage ja nicht, etwas anderes zu tun als bald aufzuwachen, es warten Pflichten auf dich altes Eheweib! Du wirst doch kaum wollen, dass ich sie einzig Darna auferleg?" Kurz huschte doch ein Schmunzeln trotz aller Sorge über seine Lippen. Wenn es Hoffnung für Rafael geben mochte, er würde sie schon finden.
Die Zeit schlich dahin.
Mehrmals flößte Angelina im Laufe des Tages Rafael ein Schmerzmittel ein. Sie war froh und dankbar dafür, dass seine Reflexe funktionierten und er schluckte.
Mit einem kühlen, feuchten Tuch erfrischte sie ihn immer wieder und überwachte seinen Puls und seine Temperatur. Leise sprach sie dann mit ihm. Rief ihn, er möge aufwachen… die Augen öffnen. Streichelte über sein Gesicht und seine Hände.
Manchmal hatte sie das Gefühl, dass sich seine Augen unter den geschlossenen Lidern bewegten, wenn sie ihn ansprach. Doch dann war es wieder vorbei. Wenn er leise stöhnte, gab sie ihm erneut von dem Schmerzmittel.
Ansonsten blieb ihr viel Zeit zum Nachdenken, während Rafael still und bleich in seinem Bett lag.
Hatte er wirklich sterben wollen?
War er doch nicht so glücklich, wie er ihr gegenüber behauptet hatte?
Oder war er nicht so stark, wie sie immer gedacht hatte?
Es wollte sein Schicksal zwingen. Zwingen… ob Tod oder Leben.
Warum nur wandte er sich nicht wieder an Temora… die Göttin, die ihn segnete… die über ihn so offensichtlich wachte?
Wusste er, dass sein Leben, so… wie er es jetzt lebte, vor ihr nicht bestehen konnte?
Er hatte seine Familie ins Unglück gestürzt und würde auch die junge Frau, die er nun liebte nicht wirklich glücklich machen können.
Wen wollte er zwingen?
Wollte er seiner Gattin, seinem Vater Schuld an seinem Handeln aufzwingen?
Sollten sie ein schlechtes Gewissen haben, wenn er sterben würde, weil sie nicht so dachten und handelten, wie er es wollte?
Angelina seufzte unter solchen Gedanken schwer auf.
Sie betete still für das Leben ihres Mannes.
Von ganzem Herzen wünschte sie, dass er aufwachte und wieder gesund werden würde.
Am Abend überließ sie die Krankenwache Felicitas. Rafael hatte kein Fieber bekommen. Sie erklärte der jungen Frau, dass sie Rafael von den Tropfen gegen die Schmerzen mit etwas Wasser geben müsse, wenn er unruhig werden sollte. Er dürfe sein Bein nicht bewegen.
Sie selber wollte dann in der Morgendämmerung zurückkehren.
Die Stunden schlichen und sie war wohl eine Weile auf dem Steinstuhl eingeschlafen als Adrian sie weckte.
Angelina geht jetzt. Du kannst zu ihm., erklärte er in ruhigem Tonfall.
Sie nickte müde und erhob sich. Die Knochen taten ihr weh und sie spührte noch immer jene Mattheit die die Kämpfe und der Horror der vergangenen Stunden in ihr hinterlassen hatten.
Langsam trat sie in Rafael`s Quartier. Er lag immernoch reglos dar. Angelina hatte ihn versorgt. Er sah nicht mehr so schlimm aus, wie zu dem Zeitpunkt als sie ihn gefunden hatten.
Angelina war aufgestanden und hatte ihr erklärt was sie tun sollte.
Es schien als wenn die Sorge um den Mann die beiden Frauen zumindest für den Augenblick befriedete.
Sie wollten beide das gleiche: Das Rafael wach würde. Lebte. Gesundete.
Die Medikamente am Bett lassend, verschwanden Adrian und Angelina aus dem Raum und sie sank am Bett neben ihn.
Zärtlich strich sie ihm eine Strähne aus der Stirn und sah ihn besorgt an.
Kurz fiel ihr Blick auf das Armband an seinem Handgelenk.
Er trug es immernoch. Er hatte ihr versprochen es nie abzulegen.
"Deine Felja."
Sie las die Inschrift viele Male während sie an seinem Bett saß.
Warme Tränen rannen ihr die Wangen hinab während sie ihn beobachtete.
Immer wieder glaubte er würde sich bewegen.
Sein Schicksal suchen. Suchen...sie dachte darüber nach.
Wusste er denn nicht mehr wo er hin gehörte?..
Er sagte, das einzige an dem er nicht zweifelte war ihre Liebe. Doch was sagten seine Taten aus? Hatte er nicht alles aufs Spiel gesetzt?
Sich selbst.
Adrian.
Felicitas.
Ihre Liebe.
Ihr neues Leben?
Das Rascheln des Vorhangs brachte sie wieder in die Realität zurück.
Adrian war wiedergekommen. Er hatte Angelina zum Schlosstor gebracht.
Geh ein wenig schlafen, Adrian., schlug sie ihm vor und wante den Blick nicht von ihrem Geliebten.
Mit ruhigen Schritten trat er zu ihr und bettete die Hand auf ihrer Schulter.
Sie trug noch immer die Rüstung. Ihre Waffen lagen im Konferenzraum. Sie waren nebensächlich, ja nichtig. Doch die Rüstung wurde nach all der Zeit unangenehm. Sie war es zwar gewohnt das Leder zu tragen, doch sie fühlte sich einfach schlecht.
Ich lasse dir etwas zum umziehen bringen, Felicitas., meinte er nach einem Moment als hätte er ihre Gedanken gelesen.
Sie nickte nur.
Wenn etwas sein sollte, er aufwacht, rufst du mich, bitte.
Sie nickte wieder und er verschwand. Ein wenig Ruhen wie sie hoffte.
Ein paar Minuten später brachte ihr ein Diener ein Kleid und etwas zu trinken. Sie bedankte sich nur knapp und zog sich um. Stets in Rafael`s Nähe.
Er hatte ihre Nähe in Gefangenschaft gespührt, er würde sie auch jetzt spühren.
Viele Stunden saß sie an seinem Bett, fast bis der Morgen graute.
Temora hilf.
Hilf ihm.
So darf es doch nicht enden.
Das kann doch nicht dein Wille sein.
Bitte, bitte bring ihn zurück zu mir.
Betete sie lautlos immer wieder und hielt Rafael`s Hand.
Ein paar mal verabreichte sie ihm die Tropfen die Angelina da gelassen hatte. Sie wollte alles tun damit es ihm besser ging.
Als die Tiere aus der Nacht erwachten und die Sonne langsam das schwarz der Nacht durchbrach, saß Feli halb sitzend, halb liegend an Rafael`s Bett, hielt seine Hand. Der Schlaf und die Müdigkeit hatten sie über die langen Stunden fortgerissen und es würde wohl den Anschein gemacht haben, als habe sie sich ihm nicht freiwillig ergeben.
Doch Adrian und Angelina sollten sie schlafend vorfinden...
Verfasst: Samstag 14. Oktober 2006, 14:33
von Florence Stolzenfels
Am vergangenen Tage suchte sie einen Holzarbeiter auf, einen, den sie einst im Wald einmal getroffen hatte und mit dem sie ins Gespräch gekommen ward. Verabredet waren sie für den heutigen Morgen, er versprach, ihr bei ihrer Aufgabe zu helfen.
Ihre Aufgabe, sie nahm sie sehr ernst. Feli hatte sie gebeten, etwas für sie zu besorgen, weilte sie die letzten Tage doch fast ausschließlich an Rafaels Seite. Und die beiden hatten dem Grafen viel zu verdanken – ihr Leben.
Ihrer Schwester schwebte da etwas ganz Bestimmtes vor und Flo setzte nun alles daran, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Es sollte etwas sein, das Adrian nicht jeden Tag bekam, etwas, was man für Gold nicht kaufen konnte, denn es kam von Herzen, von Herzen der beiden ungleichen Schwestern. Denn auch Flo ward sich der Tragweite der Geschehnisse durchaus bewusst. So zog sie früh am Morgen los, ihre erste Aufgabe zu erfüllen.
Stunde um Stunde saß sie da, die ruhige und gelehrige Stimme des Holzarbeiters stets um sie, ihr zur Hand gehend, ihr die nächsten Schritte erklärend. So entstand nach und nach ein Weidenkorb, hier etwas schief, dort etwas eingedellt. An mancher Seite etwas zu grob geflochten, an anderer etwas zu eng. Alles in allem würde es aber seinen Zweck erfüllen. Flo betrachtete ihr Werk voller Stolz. War es doch das erste Mal, dass sie so etwas versuchte. Sie hoffte, dass der Graf nicht lachen würde, oder gar pikiert über dieses „einzigartige“ Körbchen. Aber es war etwas, dass man nicht mit Gold erstehen konnte. Der erste Schritt zur Erfüllung ihrer Aufgabe. Sie dankte ihrem geduldigen Helfer, wollte ihn entlohnen, doch lehnte er ab. So einer Herausforderung stellte er sich gern und er verlange dafür nichts, so waren seine Worte. Mit einem Lächeln auf den Lippen, den Korb unterm Arm machte sie sich auf den Weg zum zweiten Schritt.
Früchte des Waldes und Wildblumen hatte Feli gesagt. Gut, sie würde sehen, was sich machen ließe. So striff sie im Wald umher, der Blick aus den haselnussbraunen Augen stets Busch um Busch, Baum um Baum absuchend. Und wie es so kommen wollte, kam sie an einem Haselnussstrauch vorbei. Sie lächelte still und flink pflückte sie eine handvoll davon und ließ sie in das Körbchen purzeln. Und schon lenkten sie ihre Schritte weiter, was sie fand, war allerhand und am Ende ein recht ansehnliches Sammelsurium verschiedener Früchte, Nüsse und anderer Leckereien, die der Wald zu bieten hatte. Sie deckte die wild durcheinander liegenden Schätze des Waldes mit einem Tuch zu und widmete sich der nächsten Aufgabe. Nun hieß es, Blumen zu finden. Wie von selbst trugen ihre Beine sie zu einer kleinen Lichtung, kannte sie den Wald doch mittlerweile fast besser als ihr eigenes Haus. Sie setzte das Weidenkörbchen ab und machte sich daran, einige der wilden Blumen zu pflücken. Blume um Blume legte sie in ihre Armbeuge, bis sie endlich zufrieden ward. Ja, daraus könnte man etwas machen. Die Blumen auf dem Tuch des Körbchens gebettet, machte sie sich auf den Weg zurück in die Stadt. An einem Farn blieb sie noch einmal stehen. Ihr Blickt streifte den Korb, wieder den Farn und sie nickte. Ja, das könne man gebrauchen. So schnitt sie noch zwei der großen Farnzweige ab und schlug nun vollends den Heimweg an.
Dort angekommen, breitete sie die Blumen auf dem Tisch aus, das Körbchen beiseite gestellt. Zögerlich griff sie nach der ersten Blume, um ihr weitere folgen zu lassen, bis sie einen Strauß in der Hand hielt. Nein, auch diesmal konnte er sich nicht mit dem eines Floristikkundigen messen, weit gefehlt. Aber er war selbst gemacht, mit keinem Gold zu erstehen.
Sie stellte den Strauß in eine mit Wasser gefüllte Vase und griff nach dem Körbchen. So purzelte der Inhalt nun vor ihr auf den Tisch und sie schnitt die Farnzweige zurecht, um das Körbchen damit auszulegen. Sie arrangierte Frucht um Frucht, Nuss um Nuss. Die Blaubeeren fanden als Nachbarn die Walnüsse, die Brombeeren fanden ihren Platz neben den Haselnüssen. Wildwachsende Erdbeeren und Johannisbeeren lugten dazwischen hervor, die Seiten rundeten einige Traubenreben ab. Und in der Mitte stand ein kleiner Topf Honig. Honig, den sie am Vortag selbst von den Bienen des Dunkelhofes ergattern konnte. Sie betrachtete ihr Werk und wieder nickte sie zufrieden. Nichts außergewöhnliches, aber wieder etwas was man nicht kaufen konnte, der Wald nahm kein Gold an.
So lief sie nach oben und holte ihre dick gepolsterten Falknerhandschuhe, diese im Gehen überstreifend, bahnte sie sich ihren Weg zu ihrer Falkenzucht. Mit liebevollem Blicke bedachte sie ihre Falken und wählte einen ihrer Liebsten aus. Ungewöhnlich war seine Färbung, braune Tupfer sprenkelten das weiße Gefieder und er war gut zur Jagd ausgebildet und mit den wenigen Zeichen, auf die er trainiert war, konnte man problemlos mit ihm umgehen. Er wusste, was er zu jagen hatte und kam auf einen Pfiff zurück zur Hand geflogen. Ein temperamentvolles Tier, doch gut darauf abgerichtet, still zu halten, wenn man ihm die kleine lederne Kappe überstriff. Er fraß aus der Hand, doch wusste er sich auch selbst zu versorgen, wenn man ihn frei fliegen ließ.
[img]http://img88.imageshack.us/img88/2209/falkeuz1.png[/img]
Ja, dieses Tier sollte ihr Geschenk an den Grafen werden. Und wieder war es etwas, dass man nicht kaufen konnte. Der Falke entsprang ihrer eigenen Zucht und schon als er noch federlos, gänzlich mit Flaum bedeckt und unglaublich hässlich war, begleitete er ihr Leben.
Sie fütterte den Falken und setzte ihm dann das Häubchen auf. Wurde er dabei in Zaum gehalten, wenn sie durch die Straßen Varunas ging.
Sie eilte noch einmal hinein und holte die Falknerhandschuhe, die sie vor einigen Tagen extra für den Grafen hatte anfertigen lassen. Für Männerhände gedacht, war alles, was sie ihrer Schneiderin sagen konnte. So nahm sie dickes, durch Öle geschmeidig gemachtes Leder und nähte an den Handgelenken noch Riemchen ein, um einen guten Sitz zu gewährleisten. Die Handschuhe waren länger als sie es normalerweise zu tun pflegten, fast gänzlich den kompletten Unterarm schützend, um zu verhindern, dass die Haut des Grafen von den scharfen Krallen des Falken geritzt wurde.
So sammelte Flo ihre kleinen Aufmerksamkeiten zusammen, nahm den Falken auf ihre Faust und machte sich auf den Weg zum Schloss. Etwas bangend, dem Grafen erneut gegenüberzutreten und nicht ahnend, wie er auf ihre „Geschenke“ reagieren mochte.