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Verfasst: Mittwoch 1. Juli 2015, 09:39
von Giselle Thronis
Seit 2 Tagen waren sie nun auf der Suche...In jedem Wald, in jeder Höhle hatten sie gesucht und nicht einen Letharen gefunden. Ob Ihnen wohl etwas passiert war, nachdem die Höhle fast zerfiel? Die Menschen stürmten aus dem Axorn als die ersten Steinbrocken von der Decke fielen…Von den Letharen keine Spur…

So schickten sie nun einige Boten durch das Land um ebenfalls Ausschau zu halten oder auch um andere zu fragen ob vielleicht welche gesichtet wurden.

Außerdem würden die Boten, Menschen die Interesse hätten mit zu helfen - sie im guten Willen zu finden - ausrichten das sich jeder der sich bereit erklären würde eine Nachricht in der Bajarder Bank abgeben kann…

Verfasst: Mittwoch 1. Juli 2015, 17:02
von Der Erzähler
Es war ruhig dieser Tage, zu ruhig. Den ersten Menschen im Westen Gerimors war es bereits aufgefallen, dass etwas, nein, jemand fehlte. Seit dem Beben, das sich an der Oberfläche nur leicht abzeichnete, suchte man vergeblich nach den nachtblauen Kreaturen. Seit dem Beben fehlte auch jede Spur vom Knurren, das die Tage davor noch über das Land donnerte.
Wo waren sie geblieben, die Kinder des Einen? Was war geschehen?


Währenddessen tat sich in den tief gelegenen Höhlen des Leth'axorn ein anderes Bild auf. Der Bereich, der als Treffpunkt der Verbündeten galt, betretbar auch von Menschen, war beinahe unversehrt. Nur wenige kleine Brocken Gesteins deuteten darauf hin, wie es im Inneren des Axorn aussah. Der Weg dorthin, einst gut gehütetes Geheimnis und nur passierbar mit dem Geschick und dem Dasein eines Letharen, war aufgerissen und gab den Weg frei für jene, die sich trauten, weiter in die Dunkelheit vorzudringen.
Seit je her war das Leth'axorn kein gemütlicher Ort, beherrschten doch zähe, widerwärtige Gerüche die stickige Luft. Es war nie ein Ort, an dem ein Mensch hätte lange verweilen wollen oder können. Die meisten hätten schon nach wenigen Stunden das Weite gesucht. So lag es auch jetzt dort, wenig einladend, ein Gemisch aus Hitze und süßlich-verwesendem Giftgeruch in der Luft.
Und weit im Inneren der verworrenen Gänge lagen die meterdicken Felsbrocken, die ein ganzes Volk von der Außenwelt abschnitten, gestapelt, gesplittert und doch scheinbar kaum durchdringbar bauten sie sich vor denjenigen auf, die so weit kamen, sie zu sehen.

Verfasst: Donnerstag 2. Juli 2015, 18:05
von Jaryan'dolor
Da steht er, der Lethrixor. Bewaffnet mit einem Hammer und Kräfte entzogen, als wären Blutegel an Jaryan'dolor, welche förmlich seine Kräfte entziehen.

Natürlich weiß niemand was Alatar will, was er denkt, wie er handelt oder ob es Alatar überhaupt war... dennoch hat der Lethrixor selbst seine eigenen Vermutungen. Seinen ungebrochenen Willen. Das Verlangen zur Perfektion, bevor er zugrunde gehen soll.


Vater, ich verstehe deine weitere Prüfung und werde nicht aufgeben. Ich werde dich stolz machen. Nie wird mein Glaube an dir zweifeln! Es gibt nur dich, den Einen. Den einzig Echten.

Die Aufschläge des Hammers hallen durch die Höhlengänge - innerhalb der verschlossenen und wahrscheinlich auch verdammten - immer wieder und wieder. Auch seine Kraftreserven lassen ihn hier nicht im Stich, denn schließlich bezieht ein Lethrixor seine Stärke aus dem Schmerz.

Der Schmerz... er weckt in mir den Hass, ebenso den Zorn. Er ist in mir allgegenwärtig und bleibt stets erhalten. Bis ich es kanalisiere zur Stärke, für den Weg der Perfektion!

Er wird nicht aufgeben. Er wird weiter hämmern und hämmern, bis er sich erschöpft niederlässt in die Hocke für eine Verschnaufpause. Wenig Essen und Trinken hält Jaryan'dolors Leib noch am Leben.

Auch wenn es meinen Körper nimmt, wird es niemals mir meinen Willen nehmen können! Xrul Qual Xu Atar, Leth'Axorn!

Es ist wie ein Kampfschrei - eine Art Selbstmotivation - die das Kind des Panthergottes antreibt zum weiteren Versuch die Schläge gegen diese massiven Felsbrocken zu tun.

Und vielleicht... aber auch nur vielleicht... hört man das leise Gepolter auf der anderen Seite... wissend...

Es gibt hier hinter Leben! Es besteht die weitere Hoffnung für die Existenz der Letharen! Sie sind bestimmt noch am Leben! Vielleicht auch nicht viele, aber mit Sicherheit einer, dessen Geist noch lange nicht aufgegeben hat!



*Xrul Qual Xu Atar = Der Zorn des Vaters*

Verfasst: Freitag 3. Juli 2015, 09:41
von Giselle Thronis
Noch immer fand sie keine Anzeichen dass die Letharen an die Oberfläche geflohen sind…die Boten brachten keine Neuigkeiten, hörten nichts von den Kindern Alatars…langsam machte sich die Vermutung in Ihr breit, dass sie wohl noch irgendwo im LethAxorn verweilen.

Nachdenklich saß Sie nun am Tisch im Axorn und überlegte wo sie noch suchen könnte bis sie plötzlich ein seltsames Geräusch in den Höhlen wahrgenommen hatte. Es war nie still hier unten…aber dieses Geräusch war Ihr nicht vertraut. So ging sie durch Ihren gewohnten Aufenthaltsbereich und lauscht diesem Seltsamen klopfen. Kam es von draußen? Mit der Armbrust bewaffnet machte sie sich rasch auf den Weg nach oben, doch dort war nichts zu hören bis auf einige Tiere in den Wäldern…


Schnell ging sie wieder nach unten und lauschte erneut an dem Platz an dem die Wachen vor kurzer Zeit noch standen…Wieder dieses Klopfen...Kam es aus dem Norden? Leise schlich sie sich nun die Stufen hoch achtete auf jedes Geräusch. Es wurde ein weniger Lauter, immer wieder „Klopf,klopf“ Hastig rannte sie nun vor, bis sie ungläubig vor dem Einst verschlossenen Weg stand. Schon hier kam Ihr der beißende Geruch entgegen. Nie war sie hier gewesen…der Weg zum inneren der Höhle.
Das erneute Klopfen riss sie aus Ihren Gedanken und schon ging sie einige Schritte vor...Dieser Geruch…diese Luft…Nach etwa 3 Schritten wurde sie fast Ohnmächtig und erneut horchte sie auf. „Klopf…Klopf“…Sie musste an die Luft…Sie musste die anderen finden

Verfasst: Freitag 3. Juli 2015, 10:29
von Gast
Vhil'raja, die in ihrer Höhle eingeschlossen war vernahm jene Klopfzeichen. Ihre langen und spitzen Ohren lauschten und zuckten immer wieder auf um jenem Ruf zu folgen. Sie war schon eine ganze Weile damit beschäftigt, ihren Höhleneingang frei zu räumen sowie die instabilen Mauern und Felsbrocken mit langen Holzstämmen zu stabilisieren. Eine Art Gerüst baute sie, damit es zu keinen weiteren Einstürzen kommen konnte. Mit ihrer Axt begann sie auf den großen Felsen vor sich einzuschlagen und laut krächzend zurückzurufen....

"Lehtrixor... Jaryan´dolor .. ?? Mein Letharf??"

Immer wieder hallten ihre Rufe und Klopfzeichen durch das Axorn

Weiterhin wird sie geschickt wie sie ist, versuchen sich einen Weg aus der Höhle zu bahnen.

Verfasst: Freitag 3. Juli 2015, 11:01
von Gast
Wie eine starre Puppe saß er regungslos in der Gemeinschaftshöhle, die Steine, Trümmer und den ganzen Schutt dabei nicht wirklich beachtet. So blieb er die ganzen letzten Tage an seinem Platz. Welche Gedanken und ob überhaupt welche durch seinen Kopf gehen, vermag keiner deuten zu können.

„Klopf…Klopf“


Der Blick hebt sich an, sein Gesichtsausdruck durch die Maske und seiner Kaputze ganz verdeckt und nicht zu erkennen, sieht man nur die roten Augen im Schatten seiner Verdeckung, welche den Blick aufmerksam durch das Axorn streifen lassen.


„Klopf…Klopf“


Nochmal, wo kommt das her? Sind denn schon Gerüste gebaut worden?
Viele Geschwister sind weiterhin verschollen oder zu sehr geschwächt um sich überhaupt auf den Beinen halten zu können...


Träge und langsam erhebt er sich dann. Sein Blick währendessen nach wie vor die Umgebung analysierend verharrt er noch eine Weile in seiner Position.


„Klopf…Klopf“


Ein leichtes Nicken mag dann von ihm ausgehen ehe er sich schleppend in Bewegung setzt. Die Füße bekommt er dabei nicht ganz angehoben weshalb diese den Boden schleifen und jenes Schleifen seiner Panzerstiefel und das klackern seiner Rüstung mag durch das Axorn hallen, wenn auch nur ganz leise.

Verfasst: Montag 6. Juli 2015, 20:54
von Jaryan'dolor
Ganze vier Tage schon, es pocht und pocht immer wieder und wieder.
Natürlich zieht die Erschöpfung auch an seinem Körper... es ist schrecklich welche Qualen ihn dort widerfahren - die zerrenden Nerven seines Körpers, der Hunger und Durst, die Einsamkeit ohne die Gemeinschaft seiner Geschwister, ohne Familie, Ohne Verbündete.

Ich werde jetzt nicht fallen, dafür bin ich nicht bestimmt worden.
Auch wenn der Weg am Ende zu dir führen wird, Vater. Nun wird meine Zeit nicht gekommen sein um den Atem anzuhalten und meine Seele dir zu geben. Mein Weg wird durchaus weiter sein!


Er lässt sich mit dem Rücken an den Stalagmiten runter rutschen. Die Verschnaufpause ist im Einklang mit der schweren Atmung seiner kratzenden Lungen die sich förmlich mit dem Sauerstoff befüllen.

Einst der doch so starke Lethrixor und heute weggesperrt wie ein Häufchen Elend, ohne Hilfe, Unterstützung und Gesellschaft.
Deprimierende Gedanken, über die gefallenen Geschwister in der Lavagrube, die gefühlt unendlich lange brodelt. Die verschwundenen Geschwister, welche seit Wochen nicht mehr zu sehen sind im gesamten Leth'Axorn.


Es bleibt Jaryan'dolor auch nichts weiteres übrig als zu schlafen. Seine müden Knochen und Muskeln zu entspannen. Was bleibt einem auch anderes übrig?
So folgte der lange Traum... ein Traum von den Tagen der Vergangenheit. Die Kriege die er sah, nochmals erlebt in einem milchigen Schleier, wie eine Geschichte die sich hinter einem Milchwasserfall befindet.
Man sieht die Kanonen vor den Palisaden von den Piraten die mit Jaryan'dolor Seite an Seite kämpften gegen das Bündnis der Ungläubigen und der Ketzer.
Die Rabendiener am Lagerfeuer, die ihm zeigten wie man das Gift auf Waffen effektiver aufträgt. Seine eigenen Schüler unter den Menschenkindern des Konvent des Wissens... Wo waren Sie alle?
Plötzlich bröckelt es an einer Stelle... hinaufgesehen zur Decke, als ein sehr kleiner Lichtstrahl durchscheint und Jaryan'dolor aus seinem Schlaf reisst.
Es ist zu hoch um oben ran zu kommen, aber es ist deutlich die Oberfläche.

Ist einiges wieder herabgestürzt? Vielleicht kann man nun etwas hören, wenn etwas lautes geschieht hier unten. Das wäre die Idee vielleicht??

Sofort wird eine Nachricht für Tin'veraxa beim Bankturm aufgehangen.


Der unendliche Zorn Vaters Tin'veraxa!
Ich habe ein ganz winziges Loch gefunden welches zur Oberfläche führt. Allerdings kommen wir weder ran, noch können wir anderweitig dort hinaus.
Wenn du dies liest, schnapp dir ein Instrument welches du nutzt und lass es so laut wie möglich ertönen. Vielleicht hört uns dann jemand dort oben.

Möge Ihm gefallen was er sieht!

Jaryan'dolor

Als er damit auch fertig wurde, schnappte er sich wieder den Zweihandhammer. Die Motivation wurde in dem müden Körper des Lethrixors geweckt und er wird stets nicht aufgeben. Er scheint sich sicher zu sein, dass entweder einer der Schüler, oder auch andere Verbündete oder vielleicht sogar Fremde es pochen hören. Ob es durch dieses minimal kleine Loch geschieht an der Decke, oder aber auf der anderen Seite der riesigen Felsen, die Jaryan'dolor und die Außenwelt voneinander trennt.

Ich werde keine Schwäche zeigen, denn nur die Starken überleben!

Während es kontinuierlich pocht und hämmert. Auch wenn es ab und an auch Pausen für die Reserven gibt, die er sich so angespart hat von schimmligen Brot oder faulen Fleisch, wird er nach kurzer Verdauung wieder beginnen. Schließlich stirbt die Hoffnung zuletzt und wenn Sie sterben wird, muss Sie auch Jaryan'dolor mit sich nehmen.

Verfasst: Mittwoch 8. Juli 2015, 23:44
von Giselle Thronis
Gleich nachdem Sie die Nachricht von Durion erhalten hatte überlegte sie sich, wie sie es anstellen sollte diesem Alchemisten eine Nachricht zukommen zu lassen. Da Ihr nicht einfiel wie sie das hinkriegen sollte, machte sie sich selbst auf den Weg um einen Heiler zu finden. So war sie nach langer Suche bis nach MenekUr gereist…

Zu Ihrem Glück traf sie dort direkt einen Heiler der Ihr helfen konnte. Einige Tinkturen die Gifte neutralisierten…So einfach war das gar nicht welche zu finden…

Sicherlich war dieser Heiler neugierig für was sie jene braucht, sie erzählte Ihm was von Jagen in den Sumpfkavernen, dass es dort stinkt und sicherlich nicht Gesund sei dort den ganzen Tag zu verbringen. Was sollte sie auch sonst sagen? Die Dämpfe im Axorn waren für Menschliche Nasen unerträglich, umso tiefer sie hinein gingen verstärke sich der Geruch von Schwefel und Giften. Zu Ihrem Glück glaubte er es und gab Ihr einige Phiolen. Einige Tropfen würden Tage reichen sagte er, sie hoffte es.

Dennoch wollte sie erst selbst testen wie weit sie in das Axorn eindringen konnte…7 Tropfen waren es gewesen. Es hielt nicht sehr lange und eine Maske musste sie trotzdem tragen, erträglich war es dennoch. Vielleicht sollten sie doch lieber 10 Tropfen nehmen, zur Vorsicht das auch nichts schief gehen kann…

Bald ist es soweit, das Klopfen machte sie mittlerweile Nervös und auch die seltsam schrecklich klingenden Töne machten es nicht leichter sich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren.
Bald…sprach sie im Stillen…Bald

Verfasst: Samstag 11. Juli 2015, 11:31
von Der Erzähler
Das nur durch wenige Pausen unterbrochene Hämmern und Klopfen, das einsame Geräusch von Metall auf massiven Stein, hielt bereits Tage an. Nur mühsam lösten sich aus den herabgestürzten Felsen und Steinen kleinere Stücke, hier und da entstand ein Riss.
Die ersten Tage schienen die Mühen kaum eine Wirkung zu zeigen und auch nach den vielen Stunden des Einschlagens auf den Fels, war kaum ein Erfolg sichtbar, doch war die Mühe nicht unbemerkt.

Mehr als zehn Tage waren vergangen. Beinahe zwei Wochenläufe hatten sich wenige dazu aufgerafft, etwas zu unternehmen, um dem Gefängnis zu entkommen. Andere wiederum hatten aufgegeben, blieben untätig, die Schwachen hatten ihrem Leben ein Ende gesetzt.

Es war nicht nur eine Strafe, es war ebenso eine Prüfung. Mit Glauben allein konnte man sehr wenig tun, aber ohne ihn gar nichts. Und so fanden die Mühen des Lethrixor und der anderen wenigen Kinder, die sich ihm angeschlossen hatten, wie der Hammer den Stein, der an einigen Stellen barst, Splitter in alle Richtungen verteilte und schlussendlich einen kleinen Weg frei gab, den Wert, den sie verdient hatten.

Als der erste Fuß der nachtblauen Wesen aus dem heimatlichen Gefängnis den Boden berührte, der hinter dem massiven Fels lag, durchzuckte ein neuerlicher Schmerz die Gedanken der Kinder des Einen wie ein Blitzschlag. Wenige, vor allem diejenigen, die Ihm vor dem Einsturz näher standen im Glauben, konnten zu dem Schmerz wieder das leise, warnende Knurren vernehmen.
Der seidene Faden, an dem die Verbindung noch baumelte, kurz vor dem Riss, wurde umwoben, um eine weitere Faser verdickt, so dass sie spürbar war, aber noch lange nicht erneuert.


Und Er beobachtete weiter.

Verfasst: Samstag 11. Juli 2015, 16:45
von Jaryan'dolor
So bröckelte es vor den Füßen des Lethrixors. Der schwere Kampf ums Überleben gegen die massiven Gesteine und Felsen, welche den Eingang zur Oberfläche abtrennten vom Leth'Axorn. Selbst er konnte es kaum fassen...

Bin ich noch am Leben? Ich spüre meine Arme und Beine kaum noch. Dieser Schmerz... er tut mir gut. Es ist nicht wie vorher, aber ich merke wie es mehr und mehr wird... Harrr......

Ohne den Blick nach hinten zu machen, zu den Geschwistern Tin'veraxa und Szurath'xeral welche ihm doch noch beistanden, in einem Moment wo er sich wirklich verlassen vom Gott, vom Vater... von den Geschwistern... fast vor dem Vertrauen zu sich selbst... Einsam und Alleine, in einem inneren Dilemma was unbeschreiblich zu sein scheint.

Ich schaffte diese schwere Hürde mit meinen Geschwistern, auch die nächste werden wir bewältigen Vater. Bis zu dem Zeitpunkt, wo du nicht mehr deine Kinder von dir abstoßen wirst voller Enttäuschung, sondern uns wieder nehmen wirst als deine besten Werkzeuge. Diejenigen die deinen Weg konsequent und ohne Frage gehen werden.

Die ersten Lichtstrahlen aus dem Eingang strahlten Jaryan'dolor ins Gesicht und es brannte höllisch. Zu viele Tage sind vergangen in diesen engen Wegen und Höhlengängen ohne Licht und wirkliche Gesellschaft. Es fehlte der Gedankenaustausch mit den Menschenkindern und den Geschwistern. Das Bewusstsein: Ich lebe wirklich. - All dies soll in Zukunft wieder aufgebaut werden... langsam... aber sicher.

Ich werde die Anderen Geschwister suchen und wenn ich Sie gefunden habe, werden wir unseren Geist wieder stärken. Es muss darüber gesprochen werden, bevor Vater wieder erbost sein wird und es schlimmere Prüfungen auf uns hagelt...

So zieht der Lethrixor seinen Weg... hinaus aus der Höhle, damit die Erkundung Alathairs und seine Veränderungen von vorne nochmals beginnt.

Verfasst: Samstag 11. Juli 2015, 18:48
von Gast
Langsam öffnete ich die Augen und streckte die rechte Hand durch das Geröll hindurch. Schürfwunden zogen sich über meine blaue Haut und mit der letzten Kräften zog ich meinen abgemagert, ausgetrockneten Leib durch die Steine hindurch. Meine Augen legten sich auf die Steine, welche sich vor dem Tempel aufbäumten. Meine Wangen waren eingefallen und meine Augen rot umrandet. Ich konnte kaum atmen und meine Kehle zog sich bei jedem Atemzug etwas mehr zusammen. Die Lider zuckten ein wenig und für einen kurzen Moment nahm ich doch tatsächlich an, etwas zu empfinden, etwas zu fühlen. Ich schnappte nach Luft, riss meinen Leib aus dem Geröll und dem Staub heraus und robbte über den Boden in Richtung Tempel. Bis mein Kopf gegen die Blockade stieß.

Wenn man seine Kraft verliert,
dann ist jeder Atemzug wie ein Stich.
Meine eigene Seele vollkommen uninformiert,
fern von jeglicher Hoffnung und Sicht.

Was Prüfung ist und als Strafe den Kopf erreicht,
hindert den Leib daran zu streben.
So bleibt die eigentliche Intuition unerreicht,
und hindert uns am weiterem Leben.

So lagen wir auf dem Boden kurz vor dem Ende,
konnten kaum noch atmen und etwas sehen.
Doch wichtig war zum Schluss das Folgende:
Wir sollten unseren Weg weiter gehen.

Verfasst: Samstag 11. Juli 2015, 23:32
von Yxul'lerlatox
Ein kümmerliches Dasein:

..."der Alatar lobpreist und ihn bittet die Seele des Lethrixors zu verschlingen, nach seinem Ermessen wiederzugeben oder für immer zu vernichten."...

..."wird er fortan den anhaltenden Willen des Panthers spüren, die Kontrolle über den geteilten Körper zu übernehmen und dagegen ankämpfen müssen."...

Irgendwo tief im Axorn lag es danieder. Schon seit etlichen Tagen. Nicht das Beben war die Ursache für dessen Lage, denn da die Verbindung vollends erst nicht spürbar war, war es viel zu schwach. Der Organismus war seit Jahrzehnten schon abgehärtet und ein Mensch hätte vermutlich nicht überlebt. Dieser Organismus lebte, gerade so. Doch es bestand keine Kontrolle über Körper und Geist. Es war nur ein dahinvegetieren. Es nahm nichts mehr wahr, zumindest nicht dass, was sich für andere vielleicht als Realität darstellte. Es lag und vegetierte vor sich hin, denn es war nur eine Hülle. Ihre einzige Existenz war die umgekrempelte Seele aufzunehmen und wirken zu lassen.
Es wußte nichts mehr. Es wollte nichts wissen. Es konnte nichts wissen.

Die andere Seite steuert es auch nicht, ganz offensichtlich war sie nicht gewillt und versagte der Hülle den Zugang...


"Der seidene Faden, an dem die Verbindung noch baumelte, kurz vor dem Riss, wurde umwoben, um eine weitere Faser verdickt, so dass sie spürbar war, aber noch lange nicht erneuert.

Ein tragischer Held:

"Ihr vom Rücken zum Bauch hin abgeplatteter Körper ist in neun Glieder geteilt. Sie besitzen sowohl Lungen wie auch Kiemenanhänge, können allerdings nicht schwimmen. Mit ihren sieben Beinpaaren krabbeln sie auf glatten Oberflächen herum und widerstehen starker Strömung. Das Weibchen legt bis zu 100 Eier in einen Brutsack, und nach einigen Wochen schlüpft der Nachwuchs, der rasch wächst. Trocknen die Tümpel, Pfützen oder Bäche aus, gräbt sich die Assel in den Schlamm ein und kann dort sogar monatelange Frostphasen überleben."

Wir wissen nicht, wie genau es kam, dass neben der Hülle etliche Eier schlüpften und die kleinen Asseln über den scheinbar leblosen Körper wanderten. Es war wohl dem Zufall geschuldet, einer schicksalshaften Fügung, dass einige davon in den leicht geöffneten Mund der Hülle plumpsten...

Verfasst: Sonntag 12. Juli 2015, 12:19
von Gast
"Was habt Ihr, Jexxe?"
Du bist Nichts.
"Was führt dich hierher, Je'yuxalae?"
Niemand.
"Hat der All-Eine zu dir gesprochen, Jexxe?"
Allein.
Die Tage, Wochen, (Monate?) verstrichen und Je’yualae blieb in ihrer Höhle, versteckte und verkroch sich dort, nach dem Beben und nachdem alles eingestürzt war. Nein, nicht alles, ein kleiner Teil des Axorns blieb intakt. Wie viele Geschwister unter dem Geröll begraben lagen, ob überhaupt noch welche lebten, wo sie waren, das wusste die Lethra nicht. Sie blieb in ihrer Höhe, zusammen gekauert in einer Ecke oder die Wand anstarrend und versuchend sich das Unbegreifliche, begreifbar zu machen.

Vater war fort.
Zumindest sie konnte ihn nicht mehr spüren. Nicht, dass sie seine Präsenz je aktiv wahrnehmen konnte, dazu war sie viel zu unbedeutend. Aber nun war da ein großes, schmerzhaftes Loch in ihrer Brust, sinnbildlich gesprochen. Furcht und Einsamkeit sollten das Loch nun füllen, sich so tief in sie graben, dass der Wahnsinn beinahe Überhand nahm.
Irgendwann, vielleicht weil sie Geräusche vor ihrer Höhle vernahm oder leises Flüstern in ihrem Kopf (nein, nicht Vater – Vater ist fort) ihr befahlen, sich zu bewegen, verließ sie ihre Höhle. Jeder Schritt kostete unendliche Mühe, jeder Gedanke musste sich erst seinen Weg durch einen dichten, wabbernden Nebel in ihrem Geist verschaffen. Aus dem Augenwinkel glaubte sie, einen ihrer Brüder zu sehen, doch dann war auch er wieder fort und Je’yuxalae plötzlich an der Oberfläche.
Nein, die Welt war noch nicht vernichtet worden.
Nein, Vater hatte sie nicht unter seinem Zorn zerschmettert. Nur das Axorn, seine Kinder.
Warum war sie noch am Leben?
Es war zu schmerzhaft, zu anstrengend länger über diese Frage nachzudenken. Der Nebel umwob ihren Geist und spülte jeden klaren Gedanken fort. Mechanische Schritte führten vor die tiefen Risse, die Vater vor Rahal in den Boden zeichnete und wie eine Marionette, deren Fäden man abrupt durchschnitt, ließ sie sich vor dem tiefsten Riss zu Boden fallen.

Vater war fort.
Und sie war..frei?
Freiheit existierte nicht. Wem also folgen? Folge den Höheren.
Das wurde ihr – allen Geschwistern – stets eingehämmert.
Sie haben die Weitsicht, die Verbindung zu Vater. Er spricht zu ihnen, erteilt seine Befehle. Du musst nur folgen. Es ist einfach. Hinterfrage nicht, gehorche.
Vater war fort.
Die Höheren auch.
Lagen sie begraben unter dem Felsen? Oder sprach Vater noch zu ihnen? Nein, ihre Handlungen mussten falsch gewesen sein. Warum regnete sonst Vaters Zorn auf die nieder, die nur Befehle befolgten?
Folge dem Vater. Folge den Höheren. Folge ihren Worten.
Gehorche, gehorche, gehorche!
Aber wem?

Plötzlich war da eine Hand in ihrem Sichtfeld. Wie war sie hier her gekommen? Worte drangen an ihre Ohren und doch fiel es ihr schwer, Sinn daraus zu entnehmen. Als würde jemand unter Wasser sprechen, drangen die Worte verwaschen an ihre Ohren. Es machte alles keinen Sinn.
Das mytherilfarbene Kleinod in dieser Hand, das machte Sinn. Langsam streckte sie die Hand nach dem ihr wohlbekannten Schmuckstück aus, wagte aber kaum es zu berühren. Nur mit den Fingerspitzen strich sie über das Amulett und endlich, endlich..

"Je'yuxalae.. begleite uns."

Die Worte sickerten zwar zeitverzögert an ihre Ohren, aber ja – es war ein Befehl. Endlich, jemand der ihr sagte was sie tun musste. Begleiten – das erforderte Bewegung – das schaffte sie. Also erhob sie sich, ließ ihre Handgelenke auf den Rücken führen, so dass metallene Handschellen ihre Hände auf dem Rücken fixierten.

Später dann, im Haus der Prätorianer, das Je’yuxalae erst nach einer geraumen Weile überhaupt erkannte, schlug ihr nicht- wie vielleicht erwartet Abneigung und Hass entgegen. Ja, eine gewisser Argwohn, von manchen Schroffheit oder Misstrauen, aber keine direkte Ablehnung.
Allmählich klärte sich der Nebel in ihrem Verstand und sie war zumindest eingeschränkt, zu Worten wieder fähig. Entsetzen und Angst herrschten immer noch in ihr vor und jede Bewegung, jedes Wort kostete so viel Mühe und Anstrengung. Aber sie lebte…noch.

"Ich kann nichts ändern, ich bin nur eine unbedeutende Lethra.
"

"Jeder bestimmt über sein Schicksal.
Begangene Fehler kannst du revidieren. So wie es jeder kann der lebt, um das zu tun.
Nur so lernen wir."
"Ich weiß nicht welche Fehler.
War es falsch den Höheren zu folgen?"


Wie eine Ertrinkende, klammerte sie sich an die Worte.
Und wie eine Ertrinkende, klammerte sie sich an seine Hand.

"Ich folge dir."

Verfasst: Montag 13. Juli 2015, 15:18
von Dazen Wolfseiche
  • Mut findet Hilfe.
    Alter Spruch

Ich war überrascht, als mich der Landsknecht holte. Überrascht mehr ob des Grundes, als der Tatsache an sich geholt zu werden, weil es was zu entscheiden gab. Also ließ ich mich von ihm zum Ort des Geschehens bringen und staunte nicht schlecht, dass dort tatsächlich eine völlig verstörte und apathische Lethrusae saß, die ich glaubte sehr gut zu kennen. Bei ihr hielten sich noch Aschengardt und der Wachtmeister auf. Ich bemühte mich einen Überblick zu gewinnen, so rasch als möglich. Das was mir der, wie ich immer dachte, starke Geist der Lethra da zeigte, war erschreckend. Sie sah ausgemergelt und völlig zerlumpt aus, und wirkte mehr als verloren.
Ich hatte meine liebe Mühe eine neutrale Miene zu waren und gefasst zu bleiben. Wo ich mir bei den Krallenspuren, auf die die Lethra nun starrte, schon Sorgen machte, fand ich diese nun begründet, und ich fragte mich, was noch folgen würde.
Nach einer kurzen Besprechung mit Korlay brachen wir sie dann ins Gemeinschaftshaus der Prätorianer, als Gefangene. Wie gut würde sie das verkraften? Einerlei. Es war erst einmal eine Lösung, die gangbar war. Alles Weitere musste sich noch finden. Es brauchte eine Weile, bis sie ihre Sprache soweit wiederfand und ich erfuhr, was vorgefallen war. Und das was ich hörte, sorgte für einen äußerst dicken Klumpen in der Magengegend. Der Bericht war nur lückenhaft, klang genauso verstörend, wie die Lethrusae wirkte. Teilweise schien sie sich an gewisse Dinge auch nicht zu erinnern, aber das Gravierendste war die Tatsache, dass sie behauptete, der All-Eine wäre von ihr gegangen und dass der Axorn eingestürzt war.
Sie schien darüber hinaus verwirrt, unsicher, ängstlich, hielt es für einen Fehler den eigenen Höheren zu folgen, hielt das Verhalten des Allmächtigen für eine Strafe für die Führung in eine falsche Richtung, und beschloss im gleichen Augenblick mir zu folgen. Alatar, ich hoffte, ich machte es besser, aber irgendwo ganz hinten meldeten sich die verbannten Zweifel wieder, ganz leise und hartnäckig. Einerlei, ich würde sie nicht äußern, oder gar nach außen tragen. So schloss ich sie wieder ein und gab mich zuversichtlich. Weit zuversichtlicher, als ich mich fühlte.

Für mich stellten sich daraus zwei Fragen, die es zügig zu beantworten galt. Wir hatten Hilfe zugesichert, wenn es notwendig war. Hier war es eine Notwendigkeit, die sich für mich nicht von der Hand weisen ließ. Es galt zweifelsfrei zu schauen, ob weitere Letharen überlebt hatten und wie ihnen geholfen werden konnte. Dabei war das derzeitige politische Desaster als zweitrangig einzustufen. Darüber konnte sich danach unterhalten werden, und damit meinte ich reden und  nicht angreifen, denn wenn ich die Strafe des All-Einen recht verstand (und das hoffte ich inständig, dass ich mich nicht irrte), war es bitterlich erforderlich, dass wir wenigstens wieder zu einer Art Bündnis fanden, zumindest aber zunächst einmal zu einem Waffenstillstand, der Verhandlungen für Weiteres ermöglichte.

Die zweite Frage, die ich mir stellte und auf die ich keineswegs so schnell eine Antwort fand: Wann folgte die Strafe für uns? Immerhin hatten wir uns der Zusammenarbeit ebenso verweigert. Die Provokationen, die zu der gewaltvollen Auseinandersetzung führten, waren meinem Erachten nach von beiden Seiten gekommen, ungeachtet dessen, wer nun mehr dafür geleistet hatte, dass es eskalierte.
Es schmerzte allein die Tatsache, dass das Zeichen vor der Stadt, das der All-Eine hinterlassen hatte, zumindest von mir erst so spät eine brauchbare Deutung fand, aber offensichtlich war es nicht nur mir so ergangen. Seit mehr als zwei Wochen warnten die Gräben, die die Krallen des Allmächtigen hinterlassen hatten, vor weiteren Fehltritten. Mir war erst kürzlich aufgefallen, dass ich nichts mehr von den Letharen gehört oder gesehen hatte in all der Zeit. So lange waren sie schon eingeschlossen gewesen? Verschüttet. Es musste so sein.
Einmal mehr flackerte das Bild vor meinen Augen auf, als Er Tiarnarch vor unseren Augen regelrecht zerschlagen hatte. Ich schmeckte fast im gleichen Augenblick bittere Galle, während sich mir alles zuschnürte.
Es war Zeit zu handeln, die Hand zu reichen, mochte es auch als Schuldeingeständnis von der Gegenseite gesehen werden. Das spielte augenblicklich zumindest für mich eine geringfügige Rolle. Den Einzigen, denen dabei wohl nicht so einfach vergeben würde, waren die unter den Menschen, die all zu laut die Trommeln des Verrats schlugen. Ohne Sühne, kein Erlass. Manch lästiges Geschmeiß wollte selbst ich trotz aller drohenden Konsequenz nicht zurück haben.

Ich fragte mich, was mit den Höheren der Letharen war. Konnten sie Ihn ebenfalls nicht mehr wahrnehmen? Wenn es die kleine unbedeutende Heilerin schon derart niederriss, wie mochte es ihnen ergangen sein? Ließ Er sie weiter führen? Besaß er doch so etwas wie Gnade und ließ ihnen eine Gelegenheit sich erneut zu beweisen? Ließ Er sie uns?

So versuchte ich Antwort zu finden, indem ich den Tempel aufsuchte, schon früh am nächsten Morgen, die Stunden bevor die Sonne über den Horizont hinauf zog. Ich ging in einer einfachen Robe und Sandalen, auch wenn ich diese Klamotten unglaublich furchtbar fand, nach wie vor. Vor dem Altar ließ ich mich zunächst auf die Knie sinken, beugte mich vorn über bis die Stirn den kalten Marmor am Boden berührte und verharrte so, Stunde über Stunde.

Allmächtiger, in Ehrfurcht knie ich vor Dir nieder.
Erhöre Deinen Diener, ich bitte Dich.
Strafe mich, wenn es in Deinem Sinne ist,
denn ich weiß, ich habe versagt.
Leite mich, denn ich benötige deine weisende Pranke,
um den weiteren Weg zu erkennen.

Eines Deiner Kinder hat zu mir gefunden,
ließ mich Zeuge dessen sein, was für eine Strafe Du für sie ersonnen hast.
Unsere Aufgabe ist es Dein Reich zu stärken,
uns gelang es nur es zu schwächen.
Darin haben wir alle gefehlt.
Schenke uns Einsicht in Deinen Plan,
um unser aller Versagen in einen gemeinsamen Weg zu wandeln.

Führe mich, Allmächtiger,
führe uns,
leite mich, Allmächtiger,
leite uns,
Deine Vision, mein Ziel,
Deine Vision, unser aller Ziel.

Allmächtiger, in Ehrfurcht knie ich vor Dir nieder,
und erwarte deinen Befehl.


So harrte ich vor dem Altar in der Hoffnung eine Eingebung, Leitung und Führung zu erhalten, nahm die Schmerzen, die irgendwann die Glieder hinaufkrochen in Kauf und wagte es nicht einmal annähernd mich zu rühren.
Ich fürchtete mich noch immer vor der Strafe, die da kommen mochte, und in dem Wissen ihr sowieso nicht entgehen zu können, nahm ich all meinen kümmerlichen Mut zusammen und stellte mich Ihm in Seinem Tempel, im Gebet und stiller Zwiesprache. Ich hoffte inbrünstig, er gab mir Anleitung, irgendein Zeichen, irgendeine Weisung, einen Befehl, irgendetwas.
Den Blick zu Boden gerichtet, zusammengekauert vor dem Altar, liefen mir die Tränen vor Schmerzen, vor Furcht und Ehrfurcht, der Hoffnung und dem Bangen wegen, und der Einsicht selbst versagt zu haben. Hier, wo ich nur den Blick des All-Einen auf mich wähnte, brauchte ich keine Geheimnisse zu wahren und ließ mich gehen, solange ich nur sicher war, dass nur Er es sah.
Zweifellos, ich wusste, in dem Moment war ich schwach, doch ich begann im gleichen Augenblick diese in Stärke zu wandeln, indem ich mich all dem stellte in aller Konsequenz.
  • Leg an die Hand, so ruhet Gottes Hand auf dir.
    Jeremias Gotthelf

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2015, 16:23
von Der Erzähler
Jeder Tag, der verging, brachte neue Fortschritte, nicht nur, dass einige der nachtblauen Kinder des Einen die heimatlichen Höhlen verlassen hatten, sondern auch im Bewusstsein, im Glauben. Das Band wurde stärker mit jedem Sonnenaufgang, wenngleich es an die alte Verbindung noch lange nicht anknüpfen konnte.
Was die Höheren seit wenigen Tagen schon gespürt hatten, erreichte nach und nach auch diejenigen Letharen, die Seine Gunst weniger zu nutzen wussten. Das leise Knurren einer Raubkatze kratzte hier und dort an ihren Gedanken, der Schmerz verebbte aber schon mit dem Abklingen des ersten Grollens.


Und während die Kinder des Einen langsam an Erholung denken konnten und das Band wieder seicht spüren konnten, machte sich bei den Menschen, die in der Gunst des Einen standen, ein anderes Gefühl breit. Auch sie würden eine Veränderung spüren, nicht so einschneidend wie die Seiner Kinder, bedingt durch die andere Art der Bindung und doch war sie da. Die Gebete, die dem All-Einen galten und eine Gunst von ihm abverlangten, fühlten sich mühsamer an, je größer die Bitte zerrten sie sogar schmerzhaft an Konzentration und Geist. Auch die Templer würden in den lauen Nächten des Knurren aus weiter Ferne vernehmen können, die Ritter es nur mehr wie ein kaum auszumachendes Geräusch beschreiben.