Verfasst: Mittwoch 30. April 2025, 01:02
Es war Abend, als Gustav Grann durch das Tor des Glaubenshauses in Adoran trat.
Der Himmel war schwer von Gold und Violett, als wolle er das Licht festhalten, das längst im Sinken begriffen war. Kein Glanz begleitete Gustavs Schritte, kein Lied, kein Lächeln - nur ein gefalteter Streifen goldenen Brokat in seiner Hand, zitternd wie eine letzte Erinnerung.
Dann verschwand er im Inneren, wo - Sie - auf ihn wartete. Früher Leandra, jetzt Hochwürden.
Viele Stunden vergingen.
Und als sich die Pforten des Hauses erneut öffneten, trat er wieder hinaus - nicht gebrochen, nicht gefasst. Nein.
Er trat auf wie ein Pfau.
Das Haupt erhoben, die Brust nach vorn, der Umhang - nun wieder auf den Schultern - schillerte bestickt mit dem Gefieder des Herren - im Licht der Straßenlaternen. Jede Naht, jedes eingestickte Federkleid wirkte wie neu aufgeladen. Ein Lied erklang auf seinen Lippen, eine Melodie aus alten Tagen, heiter, leicht, sorglos. Er schnipste mit den Fingern, begrüßte Passanten mit einem Nicken, als sei nichts gewesen.
Gustav Grann war zurück.
Oder besser gesagt: Er spielte wieder Gustav Grann.
Denn wer genau hinsah, erkannte es. Im Blick, der manchmal zu lange am Boden haftete. In der Stimme, die einen winzigen Hauch zu laut lachte. In der Geste, mit der er den Mantel zurechtrückte - zu fest, zu betont.
Etwas hatte sich verändert. Nicht sichtbar. Aber spürbar.
Man sah ihn später am Hafen.
Wie er mit Seemännern sprach, die Stirn in Falten, das Lächeln ein wenig zu breit. Immer wieder dieselbe Frage:
„Ein Schiff mit grauen Segeln. Keine Flagge, keine Farben. Wie aus Nebel geschnitten.“
Dann wieder ging er. Von Kai zu Kai. Von Strand zu Klippe. Blicke tief in die See.
Und immer wieder - suchte er.
In Tavernen hörte man ihn scherzen, auf Märkten sah man ihn mit jungen Dingern tändeln, die es nicht besser wussten.
Doch zwischen den Worten - Pausen.
Zwischen den Blicken - Leere.
Der Pfau tanzte weiter.
Doch seine Federn glänzten wie Gold kurz vor der Dämmerung.
Der Himmel war schwer von Gold und Violett, als wolle er das Licht festhalten, das längst im Sinken begriffen war. Kein Glanz begleitete Gustavs Schritte, kein Lied, kein Lächeln - nur ein gefalteter Streifen goldenen Brokat in seiner Hand, zitternd wie eine letzte Erinnerung.
Dann verschwand er im Inneren, wo - Sie - auf ihn wartete. Früher Leandra, jetzt Hochwürden.
Viele Stunden vergingen.
Und als sich die Pforten des Hauses erneut öffneten, trat er wieder hinaus - nicht gebrochen, nicht gefasst. Nein.
Er trat auf wie ein Pfau.
Das Haupt erhoben, die Brust nach vorn, der Umhang - nun wieder auf den Schultern - schillerte bestickt mit dem Gefieder des Herren - im Licht der Straßenlaternen. Jede Naht, jedes eingestickte Federkleid wirkte wie neu aufgeladen. Ein Lied erklang auf seinen Lippen, eine Melodie aus alten Tagen, heiter, leicht, sorglos. Er schnipste mit den Fingern, begrüßte Passanten mit einem Nicken, als sei nichts gewesen.
Gustav Grann war zurück.
Oder besser gesagt: Er spielte wieder Gustav Grann.
Denn wer genau hinsah, erkannte es. Im Blick, der manchmal zu lange am Boden haftete. In der Stimme, die einen winzigen Hauch zu laut lachte. In der Geste, mit der er den Mantel zurechtrückte - zu fest, zu betont.
Etwas hatte sich verändert. Nicht sichtbar. Aber spürbar.
Man sah ihn später am Hafen.
Wie er mit Seemännern sprach, die Stirn in Falten, das Lächeln ein wenig zu breit. Immer wieder dieselbe Frage:
„Ein Schiff mit grauen Segeln. Keine Flagge, keine Farben. Wie aus Nebel geschnitten.“
Dann wieder ging er. Von Kai zu Kai. Von Strand zu Klippe. Blicke tief in die See.
Und immer wieder - suchte er.
In Tavernen hörte man ihn scherzen, auf Märkten sah man ihn mit jungen Dingern tändeln, die es nicht besser wussten.
Doch zwischen den Worten - Pausen.
Zwischen den Blicken - Leere.
Der Pfau tanzte weiter.
Doch seine Federn glänzten wie Gold kurz vor der Dämmerung.


