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Verfasst: Donnerstag 6. Oktober 2016, 20:00
von Lu'araiel
Ruhig stand der alte Lindil auf einem der hohen Äste seines Wohnbaums. Sein Blick aus den tief dunklen grünen Augen über den Nebelwald gerichtet, während der kühle Wind durch die dünne Robe wehte und sie um seinen Körper zappeln ließ. Seine Zehen bewegten sich immer wieder um den Ast während sich sein Körper im Wind wog als wär er ein Teil des Baumes auf dem er stand, nur ein weiterer Ast im Wind. Tief in Konzentration war er ein Teil des Nuya'tan. Als würde der ruhige Schlag seines Herzens nicht bei ihm Enden floss er einem Impuls gleich durch den Ast, den Stamm die Wurzeln hinaus in das Netzwerk aus Bäumen, die alle miteinander verbunden waren. Der Wald spürte es auch, es war noch nicht die Zeit des Winters, es war zu früh und doch, die Vorboten waren da. Vorboten, Vorboten dessen was kommen würde? Winter... Vorbote für viele oder für Einen? Jede Wurzel jede Faser, alles kribbelte von der Erwartung dessen was kommen sollte. Dieses Gefühl, das sich etwas Schreckliches nähern würde, er hatte es schon früher gehabt. Aber diesmal war es anders, er wusste zu was er fähig war, mehr als er es vor Jahrhunderten war. Er würde nicht zulassen das all die Opfer die sein Volk in den vergangenen Jahrhunderten erbracht hat umsonst waren. Er würde den Nuya'tan verteidigen auch wenn es sein Weg zu den Sternen wäre.
Nur langsam kroch sein Geist aus den unzähligen Verstrebungen des Nuya'tan zurück, sammelte sich in dem Körper, seinem Körper. Einen letzten Windstoß abwartend schärfte sich der Blick des alten Lindil wieder und mit einem Satz in die Tiefe verschwand er von seinem Ast. Im fallen griffen Äste nach ihm bremsten gezielt seinen Sturz bis er schließlich sanft auf dem Waldboden aufsetzt. Zielstrebig führte sein Pfad ihn in sein Baumhaus, die Treppen hinauf entlang der Bücherregale.
Ein Sturm zieht auf.
Es wird Zeit den Ingrimm der Natur zu entfachen.....
Verfasst: Sonntag 9. Oktober 2016, 12:49
von Shalaryl Di'naru
An die Völker der Kaluren, Menekaner und Thyren sowie die Druiden, Schwestern-
schaft, das Kloster, KLLH und Berchgarder Hospital wird jeweils ein Alarmkristall
von einem Boten der Eledehrim übergeben. Der klaurische ist zudem mit einigen,
von Ranken festgezurrten zusätzlichen Speichersteinen umgeben, alle acht sind
zur Übergabe vollstens geladen.
Zusätzlich wird noch informiert, dass das Handelshaus am Waldrand als pro-
visorischer Sammelpunkt dienen soll und mit dem Reich Lichtenthal vereinbart
wurde, dass verbündete Truppen nicht behindert werden.
Verfasst: Sonntag 9. Oktober 2016, 22:26
von Johanna Hohenhain
- Als das Volk der Elfen Heilkundige aus dem gesamten Umland eingeladen hatte, hatte es auch die Geweihten der Lichtherrin Temora zu eben diesen gezählt. Diese Vorstellung mochte nicht zur Gänze so zustimmen, doch hatten die Diakone des Klosters der Lichteinigkeit an der Ortseinweisung teilgenommen. Eine große Halle war ihnen präsentiert worden, die Wege derer, die verletzt ins Innere des Stützpunktes kommen würden, die Tore und Türen, welche zur Flucht dienen sollten, wenn man Ered Luin nicht bis zu eben dieser Grenze hätte halten können.
Danach war es vergleichsweise lange still gewesen, bis die Boten des Nebelwaldes einen Kristall zum Kloster trugen. Ein erstes Zeichen, das auch nicht aus den Augen gelassen wurde.
Johanna verspürte seit der Ankunft des Kristalls ein unruhiges Gefühl, eine Ahnung. Vermutlich das erstere, würde sie später am Abend noch feststellen. Seit den Abendstunden hatte sie warm angezogen und mit den nötigen Materialien ausgestattet am Klosterplatz verweilt und gewartet, ob man wirklich nach Hilfe rufen würde. Aber die Zeit zog sich dahin... still, unbewegt und - aus der Mitte des Landes heraus betrachtet - ereignislos, bis die Sterne schon hoch am Himmel standen.
Ein gutes Zeichen.
Verfasst: Montag 10. Oktober 2016, 00:22
von Gast
Jenes gute Zeichen wurde wohl mit Einbruch der Nacht dann doch zunichte gemacht. Die Kristalle hatten Alarm geschlagen, über ganz Ost-Gerimor hinweg und die Verbündeten eiligst nach Ered Luin gerufen. Von Weitem konnte man nicht nur den altbekannten Sturm zunehmen sehen, sondern auch kurz darauf dicke Rauchschwaden über dem Nebelwald aufsteigen sehen. Nicht jene des waldeigenen Nebels, sondern jene von Flammen. Ered Luin brannte für Stunden, bis ins Morgengrauen hinein. Einige hatten ihr Leben gelassen, viele waren verletzt und von dem einst so strahlenden Tal war jenseits des Palastes nichts mehr übrig gewesen, als verkohlte Ruinen. Der komplette Hafen- und Wohnbereich war zerstört und hielt die Eledhrim, die noch stehen konnten, bis in frühe Stunden auf den Beinen, um weitere Schäden zu vermeiden. ER hatte einen größeren Vorboten geschickt. Einen Dämonenfürst, welcher aus den Sturmwolken herausgestiegen war.
Erschöpft sank Nandôth in den frühen Morgenstunden auf seine Knie und blickte sich fassungslos um. Das war schnell gewesen. Noch immer konnte er, wie viele andere, nicht begreifen, was da in der letzten Nacht wirklich geschehen war. Zwischendurch waren ihm gar sprichwörtlich die Lichter ausgegangen, als er sich in alter Kämpfermanier zwischen einen schwerverletzten Menekaner und die Meereswesen gestellt hatte. Es waren zu viele Angreifer auf einmal gewesen. Er musste sich daran gewöhnen, nicht mehr blind zu kämpfen. Als Nestor durfte sein Bewusstsein nicht fehlen. Das war tödlich für alle, die auf seine Unterstützung vertrauten. Diesen Morgen würde er zur Ruhe nutzen müssen, um baldmöglichst wieder auf den Beinen und mit wachem Geist dabei sein zu können. Runde 1 ging an die Eledhrim mit ihren Verbündeten. Diese Schlacht hatten sie gewonnen. Aber noch nicht den Krieg...
Verfasst: Montag 10. Oktober 2016, 12:16
von Lamentinu Celebren
Den Großteil der Nacht verbrachte die Elfe auf Shalaryls Wohnbaum und starrte ins Leere. Ihr Haus war eines der ersten gewesen, dass in Flammen stand und jene hatten so viele Kulturschätze mit sich gerissen... Vor ihren Augen sah sie die brennenden Bücher, hörte das Knallen der Harfensaiten, die vom brennenden Rahmen sprangen - und als dann auch noch das Theater in Flammen stand, hatte ihr das absolut den Rest gegeben. Ein schwarzer Tag für das Volk der Elfen und ein schwarzer Tag für die Kultur. Wieviele Erinnerungen, wieviel Wissen hatten die Flammen wohl mit sich genommen? Sie hatte bis zur Erschöpfung Helm für Helm die Flammen bekämpft, ehe sie sich und ihre Rüstung gewaschen hatte und dann splitterfasernackt vor ihrem Haus stand und realisierte, dass sich nichtmal mehr ein Wechselkleid hatte. Die Gemeinschaft war intakt und das Lager unversehrt, so dass diesem Zustand schnell Abhilfe geschaffen werden konnte - dennoch fühlte sich dies sehr, sehr seltsam an. So leer. So unvollständig. Und es war noch nicht vorbei... sie würden sich schnell neu sortieren müssen.
Verfasst: Montag 10. Oktober 2016, 13:41
von Caraphinnor Dringol
Mit stoischen Gesichtsausdruck und einem Feuer der Wut in den Augen humpelt der junge Rhaudan am Morgen nach dem Angriff in den Keller des Palastes. In der Nacht hatte er noch geholfen Feuer zu löschen, Leichen von langen Bekannten und Freunden zu bergen. Er hatte aufgehört die vielen Verwundeten zu zählen, die er in das Lazarett gebracht hatte, oder die Körper der Angreifer, welche in einer Grube aufgeschichtet worden waren. Später hatte er noch lange zugesehen wie die Überreste der Feinde im Feuer vergingen und trug seitdem ein neues Feuer in den Augen.
Seine Wunden hatte er mit der Hilfe seiner Geschwister soweit versorgt, nur die Beinwunde war wieder aufgebrochen und er würde wohl zu Gwathel Eona oder Gwador Nandoth gehen müssen um diese behandeln zu lassen.
Außer der Kleidung die er auf dem Markt getragen hatte, den Waffen und der zerschlagenen Rüstung hatten er und Sirdhemeth alles in den Flammen des Hauses verloren. Auch dafür würde der Feind bezahlen.
Als er den Keller wieder verließ trug er ein Bündel Zeichnungen, welche den Angriff zum Glück überstanden hatten, sowie sein Bergwerkszeug mit sich. Stundenlang verschwand er in der Mine, schleppte Steine heraus und bearbeitete sie gemäß den Berechnungen und Zeichnungen welche er Tage zuvor im Handwerkshaus angestellt hatte. Als er am Abend wieder aufblickte starrte er einige Minuten in hilflosen Zorn auf die teilweise immer noch schwelenden Ruinen im Osten und ballte die Fäuste.
Schließlich riss er sich los und ging in Richtung des Handelshauses, wo er einen Brief an die Bauhütte und Tambar Donnerfaust aufsetzte. Es galt einige Überraschungen für die Feinde vorzubereiten. Sie würden den Tag bereuen an welchem sie ihre schuppigen Häupter gen Ered Luin gerichtet hatten.
Verfasst: Montag 10. Oktober 2016, 14:47
von Eona´sala´a´tan
Als sie sich am Morgen erhob, war es endlich dunkel im Nebelwald.
Solange hatte der flammende Schatten, dem Wald die erholende Dunkelheit geraubt.
Die schmerzenden Beine über den Rand der Hängematte geschwungen, betrachtete sie ihren Verband, der wie es schien, erneut ausgewechselt werden musste.
Die Stirn in Falten gelegt verbarg sie ihr Gesicht in den grünen Händen.
Die halbe Stadt zerstört,.. verletzte Geschwister deren ganzes Hab und Gut verbrannt war.., ging es durch ihren Kopf,
ehe sie durch die Finger hindurch, in den unfair ruhigen Raum sah.
Bei Eluive, bei Phanodain..
zum Glück waren die Geschwister, die sie mit in ihr Baumhaus genommen hatten, soweit wohlbehalten.
So viele der Verbündeten hatten geholfen die Unwesen zu bekämpfen.
So vielen hatte sie mit Elixieren zur Schmerzlinderung und einigen Bandagen und Verbänden geholfen.
Die Lindil selbst hatte Hoffnung geschöpft, als die Viecher aus dem Wasser langsam weniger zu werden schienen.
Keiner konnte ahnen, dass dieses riesige schwarze Geschöpf aus den dichten, unheilvollen Wolken hinausbrechen würde.
Zwar hatte sie versucht allen irgendwie zu helfen, doch schnell wurde klar,
dass sie sich auf eine kleinere Gruppe beschränken musste, und so wohl am effektivsten sein würde.
Natürlich hatte sie versucht auf einige bestimmte ein genaueres Auge zu haben, doch zu ihrem diesmaligen Vorteil, konnte sie zumindest einen von ihnen etwas genauer in ihrer Warnehmung spüren, und ihn so, dass ein oder andere Mal aus dem Blickfeld freigeben.
Als der ungewisse Morgen dämmerte, konnte sie durch eines der Fenster den nebeligen Wald kaum erkennen.
Kein Tau dieser Welt vermochte einen solchen Nebel zu erschaffen.
Dunkel grau und stickig zog er sich durch die Blätter und Sträucher, nahm der Waldelfe die Gelegenheit den sauberen und reinen Klang des Waldes einzuatmen.
Es war der Qualm des Feuers, der Zerstörung, des Todes...
Der Rauch der Erinnerungen, an die glänzend, makellose, für sie kalte Stadt, welche nun trauernd mit den Fenvar in den Wald gezogen waren.
Die kleine, fast unkenntliche Träne, die die Wange hinab lief, sollte das Unglück wohl nur als solches besiegeln, denn was würden die Tränen schon helfen.
Die schlanken Finger zur Faust geballt, verspannte auch der Kiefer sich.
Üben musste sie! Üben!!
Niemand sollte ihren Geschwistern schaden, solange sie sich noch auf zwei Beinen halten konnte!
Und zumindest hatten sie gesiegt...
Mit diesen Gedanken, machte sie sich auf den Weg in die Trümmerstadt.
Keinen Meter sollte man die auffällige Haut der Lindil erkennen können, ehe sie in der dichten Nebelwand verschwand, so schnell, wie das Monster hinaus gekommen war...
Verfasst: Dienstag 11. Oktober 2016, 16:13
von Eona´sala´a´tan
- Zwei Tage waren seit dem Angriff vergangen.
Noch immer schien die Marmorstadt den wilden Qualm der flammenden Überreste in den Himmel zu pusten.
Natürlich könnten sie alle trauern, sich bemittleiden und im Nuya`tan auf das dicke Ende hoffe, doch... wer würde die Stadt absichern,
die restlichen Feuer löschen, und die Trümmer zur Seite räumen?
Sollte der nächste Angriff wieder so unverhofft kommen,
so sollten sämtliche Kämpfer, Liedkundige und Verbündete Platz finden um sich selbst zu verteidigen, und vielleicht sogar auf den Nebenmann zu achten.
Bestimmte Schritte erklangen auf dem Holzboden, als sie ihre Handschuhe und eine Maske nahm, um sich auf den Weg in das Tal zu machen.
Der Qualm stieß ihr recht früh entgegen, doch hatte sie vergessen wie verlassen und zerstört diese Ecke Ered Luin's mittlerweile aussah, und so entwich ihr ein leises Keuchen als sie das Ergebnis erneut zu sehen bekam.
Mit einem seichten Kopfschütteln kam sie ins hier und jetzt zurück, und ebenso zielstrebig griff sie sich einen der herumliegenden Eimer.
Jener wurde an diesem Mittag unzählige Male gefüllt, und auf eine der emporzüngelnden Flammen entleert.
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[URL=http://www.directupload.net][img]http://fs5.directupload.net/images/161011/tsc7fl2f.png[/img][/URL]
Sie hatte das Gefühl, dass einige der Flammen auf ewig brennen sollten, denn kaum löschte sie eine aus, so entflammte an einer anderen Stelle eine andere Hauswand.., oder das was davon übrig geblieben war.
Nach einigen Stunden, konnte man allerdings den Eindruck haben, dass die Hitze langsam nach ließ.
So konnte auch die Lindil sich einen Krug mit Wasser füllen und die nächsten Schritte überlegen...
Die Marmorbrocken müssten weggeräumt werden.
Auch die Brücken bräuchten eine Verstärkung.. oder vielleicht besser eine Absperrung?
Hm,.. allein würde sie die Trümmer nie bewegen können.
Sicher würden noch ein paar Geschwister eintrudeln, früher oder später.
Sie würde einfach solange weiter nach restlichem Feuer ausschau halten.
Sie hoffte so, dass sich die Situation ebenfalls abkühlen würde...
Verfasst: Dienstag 11. Oktober 2016, 22:08
von Fuinor Mirdan
Ered Luin
Aufgeregt rannte das Eichhörnchen auf dem Ast auf und ab, der Kopf schnellte nach links, dann rechts, wieder nach links. Es hatte Hunger. Zum Abend hin tauchten immer mehr von den großen Geschöpfen auf, die um seinen Baum herum wohnten. So konnte es erst an die angelegten Futtervorräte, als die spitzohrigen Gestalten endlich fort waren, über das Wasser hinaus, wo es doch gar nichts gab. Eine Weile noch wartete es, sondierte die Umgebung. Hin und wieder lungerte ein kräftig gebautes Wolfsweibchen nahe des Hafens herum. Bisher hat er nicht sehen können, dass sie jemanden gefressen hat, aber vielleicht war sie nur eine schlechte Jägerin? Kein Risiko, immerhin konnte sie nicht klettern. Mit schnellen Sprüngen begab es sich zu einer Mulde an einem anderen Baum nahe des Ufers und grub. Es war ungewöhnlich kalt geworden, so hatte es in all seiner Weisheit ordentliche Versteckte angelegt. Mit der Nuss im Maul drehte es sich herum und flitzte wieder den Baum hoch auf einen der unteren Äste. In einer schnellen Bewegung ruckte der Kopf zum unruhigen Wasser, aus dem sich merkwürdige Gestalten erhoben. Einen Moment lang versuchte es das Gesehene mit Allem abzugleichen was es kennt, erfolglos. Geschwind machte es ein paar Sprünge in die höheren Äste, vielleicht konnten die Kreaturen ja klettern? Sicher ist sicher. Die Nuss konnte es nicht lange genießen, dauerte es doch nur wenige Momente, bis das Chaos ausbrach.
Derweil in Menek'Ur
Mit langen Schritten bewegte Fuinor sich zum Stand seiner Geschwister zurück. Es herrschte bereits eine Weile reges Treiben, alle Bundvölker waren vertreten und dazu eine gute Menge an Edain. Eine kurze Weile hatte er sich als Ausrufer für die Waren seiner schaffenden Geschwister vergnügt, nun aber war bereits eine Traube aus Frauen und vereinzelten auch Männern um Sirdhemeth versammelt. Sie schienen alle wild auf die Kleider aus Seide zu sein. Auch Eona war bereits all ihre Seifen los und Lamentinu stand vor einer ganzen Reihe an Speisen für die hungrigen Marktbesucher. Es war eine angenehme Abwechslung zu den letzten Monaten, denn die Kriegsvorbereitungen, all die Übungen und Ertüchtigungen hatten sich bereits wie ein Schleier über sein Lied gelegt. Celeg'glin bezeichnete seine Ausbildung als abgeschlossen, nichts könnte sie ihn mehr lehren. Nun lag es an ihm das Gelernte bis zur Perfektion zu meistern. Vielleicht würden sie ihn irgendwann auch in die Reihen der Maemagyr aufnehmen, den erfahrensten Kriegern seines Volkes. Abgesehen von den legendären Klingentänzern natürlich. Er war sich nicht sicher ob er darauf stolz sein sollte, als er so über die Waren seiner Geschwister blickte. War es nicht wertvoller hunderte von Methoden zu kennen wie man Edelmetalle zu Schmuck formt, statt dutzende Wege Etwas oder Jemanden zu töten? Die Lichtblicke zwischen den martialischen Vorbereitungen teilte er mit einigen Geschwistern, gleich ob es ein Rätselabend oder ein gemeinsames Mahl war, und natürlich Eona, ein ganz eigener Lichtblick. Verstohlen warf er einen eingehenden Blick auf ihr Profil, wie sie da am Stand wartete und sich unterhielt. Bevor er jedoch in sinnliche Tagträume abdriften und sich in dunkelgrünen Rundungen verlieren konnte sah er, wie zwei weitere Eledhrim sich den Weg durch die Besuchermengen bahnten. Beide gerüstet und, für sein Volk untypisch, gehetzt.
Gwanion in einer Rüstung zu sehen war ungewohnt. Zwar verstand der Schmied sich darauf, meisterliches Rüstwerk und Waffen zu fertigen aber Fuinor kannte ihn für gewöhnlich nur in seiner Arbeitskleidung. In kurzen Sätzen berichtete er vom Notstand, dass Ered Luin unter Angriff stehen würde. Mit schnellen Schritten ging er zum anderen Ende des Markts, wo Caraphinnor einen Stand mit Esse und Amboss hatte, um ihm zu berichten, während die Geschwister eilig alles einräumten. Auch der Älteste der Lindel, Lu'araiel, war mit Gwanion gekommen. Hastig bewegte die Gruppe der Eledhrim sich aus Menek'Ur, wo der Älteste eine Tor in den Nebelwald öffnete.
Ered Luin
Der Alarm den die Klangsteine Ered Luins weitergaben, eine Art Hilferuf im Lied, war hier deutlich zu spüren. Der Feind schien vom Hafen aus anzugreifen, denn Wald und Haupttor schienen frei. Den Handelsposten nutzt er, um sich vorzubereiten. Es dauerte nicht lange bis er seine Rüstung anhatte und die letzten Riemen prüfte. Mit der linken Hand zog er seinen Megil aus Mithrill und wog den Elfensäbel in der Hand. Es war das erste Mal dass er El'druil in einer Schlacht führte und das erst Mal dass sie genutzt wurde, nachdem man sie durch Kalurenhand neugeschmiedet hat. Mit schnellen Schritten hastete er in die Stadt, seinen Geschwistern zur Verstärkung.
In der Stadt musste er mit Schrecken feststellen, dass die untere Ebene des Palasts bereits eingenommen war und chaotische Kämpfe drumherum, bis in den östlichen Teil Ered Luins tobten.
Der Gestank der Meereswesen hatte sich wie ein Dunst über die Stadt gelegt, ein saurer Geschmack stieg ihm in den Mund und der Schreck wich einem kalten Zorn. Einige der Geschwister hatten sich ihm bereits angeschlossen und sie drangen den Kämpfern im Palast zur Hilfe. El'druil wurde in einem hohen Bogen über den Kopf geführt um den Schädel einer der abgelenkten Kreaturen zu spalten. Als die restlichen Kreaturen merkten dass sie von beiden Seiten bekämpft wurden, war es für sie bereits zu spät und die Verteidiger umschlossen nach und nach die Meereswesen.
Der Kampf um den Palast tobte kurz aber heftig. Selbst die Verstärkungen der Wesen die durch die Portale kamen ließen sie aber nicht mehr so recht Fuß fassen. Nachdem Shalaryl ihr Werk an den magischen Toren vollendet hatten, verebbte der Strom an Feinden und der Palast war für den Moment gesichert. Mit knappen Befehlen versammelte Fuinor die Geschwister und Verbündeten, mit dem Ziel in den Ostteil der Stadt vorzudringen. Auf einer der Hauptbrücken nicht unweit des Palasts entbrannte dann ein weiterer Kampf. Die Wesen versuchten sie vom Ostteil abzuhalten, kurz sah er über seine Mitstreiter und war erleichtert. Viele der Geschwister die ihm in den Kampf gefolgt waren gehörten zu jenen, mit denen er bereits unzählige Male Seite an Seite stand. Auch Eona hatte trotz des Chaos in der umkämpften Stadt zu ihm gefunden, begleitet von Elu'beth, Yalhaniir, Eludin, Lamentinu Parth und einigen, die er so gerüstet auf die Schnelle nicht erkannte. Der Anblick war Balsam für seine Moral. Die Kreaturen waren zwar körperlich stark und mit brutalen Zweihandwaffen ausgestattet aber sie hatten keine Disziplin, ihre Körper und Waffen waren sich auf der engen Brücke gegenseitig im Weg. Zusammen mit seinem Bruder Parth versperrte er den Übergang, hiebend und duckend bewegte er sich zwischen ihnen, darauf bedacht nicht auf dem ergossenen Inneren der Erschlagenen auszurutschen. Die Kreaturen die versuchten an seinem Säbel vorbeizukommen fielen unter Parths Speer und den Pfeilen der Geschwister und nach einer Weile brach auch hier der Widerstand und er konnte an der anderen Brücke ausmachen, wie weitere Geschwister und eine große Anzahl an Menekanern, Thyren und sogar ein Kalure sich ihre Wege über den Fluss bahnten. Einen Moment lang erlaubte er sich Stolz zu sein, besonders auf seine Geschwister. Die ganzen Übungen und Manöver der letzten Monate hatten sich ausgezahlt. Keiner war gefallen, Parth hatte eine Wunde davongetragen, war aber noch kampffähig. Er hatte Elu'beth einst im Spaß angedroht aus ihm einen Maethor zu machen und tatsächlich hatte der Liedwirker ein großes Talent für die Kampfkünste. Kurz kehrte Stille ein, bis die beiden Gruppen an Verteidigern aufeinander trafen und zu einer verschmolzen. Am Horizont über dem Wasser hatte sich bereits vor einer Weile etwas Großes angekündigt. Ob der Drache selbst gekommen war?
Entschlossen den Feind aus der weißen Stadt zu treiben, gab er den Befehl das Hafentor zu befreien. Die große Gruppe an Verteidigern konnte sich unter Mühen bis zum Ufer durchkämpfen und das Tor als Engpass nutzen. Eine Weile lang herrschte ein blutiges Hin und Her, bis das Unwesen aus dem Meer sich schlussendlich zu erkennen gab. Kein Drache war es, sondern ein riesiger Dämon der sich mit ausgebreiteten Schwingen zur Landung hinter dem Tor begab. Wirr folgten Angriffsbefehle aus allen Reihen als der Dämon begann seine Höllenhunde zu rufen. Mittlerweile fühlte Fuinor seine Haut kribbeln, als würden kalte Ameisen vom Scheitel bis Sohle wandern. Ein Nebeneffekt der alchemistischen Tränke die Eona ihm gab und kein gutes Zeichen. Er kannte das Gefühl und wusste, dass sie ihm die Erschöpfung und Schmerzen nahmen aber irgendwann würden auch sie nichts mehr nützen und sein Körper wurde Tribut fordern. Der Dämon hingegen, ließ sich von den Angriffen nicht beeindrucken und brachte Chaos in die Verteidiger. Bevor sie begannen zu brachen, rief er den Rückzug zum Pass aus. Sie mussten versuchen Ordnung zu schaffen und wieder einen Überblick zu gewinnen.
Nach und nach strömten die Verteidiger rückwärts den Berg hinauf in den erhobenen Teil der Stadt um sich vor der Drachenhöhle zu sammeln und Wunden zu versorgen. Fuinor war erleichtert, der Großteil der Geschwister schien nicht ernster verletzt, der tapfere Kalure schien aber zu fehlen. Ein paar der Eledhrim machten sich auf den Weg nach ihm zu suchen, während er selbst einen Trupp auf der anderen Seite zum Markt runterführte. Sie wollten sichergehen, dass der Feind in der Zwischenzeit nicht wieder in die Stadtmitte vorgedrungen ist und am Hafen wieder mit der anderen Gruppe zusammen von beiden Seiten angreifen.
Der Weg durch die Stadt selbst war frei, nur im Lager hatte sich ein Dutzend der Untiere gesammelt, die den erzürnten Elfen jedoch kein Hindernis waren. Als sie das Lager verließen, sahen sie jedoch wieder den Dämon sich über die Stadt erheben und da erkannten sie auch, was für ein Ausmaß der Zerstörung er anrichtete. Seine mächtigen Schwingen trugen ihn zwischen den Gebäuden, wo er Flammen über die Häuser seiner Geschwister ergoss und den Marmor schleuderte. Mit hektischen Gesten trieb er die Anderen weiter an in Richtung des Hafen. Der Widerstand der Meereswesen begann spürbar zu bröckeln, scheinbar sah sich der Dämon gezwungen wieder einzugreifen. Die Verteidiger sammelten sich ein weiteres Mal am Pass und wieder wurde der Befehl zum Angriff gegeben, diesesmal koordinierter. Der Kampf verlief eine gefühlte Ewigkeit, immer wieder rief das Wesen seine dämonischen Helfer. Der Macht der verbündeten Völker konnte er jedoch nichts entgegen setzen und unter Jubeln ging die Kreatur zu Fall.
Erschöpft senkte er die Klinge und sah sich um als das Jubeln verstummte, viele der Gebäude brannten aus, von einigen waren nur noch Marmorbrocken und Reste des Inventars übrig. Dann wanderte sein Blick über die Geschwister, einige von ihnen standen mit ausdrucks- oder fassungslosen Gesichtern über den Trümmern ihrer Häuser und eine tiefe Trauer schien ihm die Brust zu zuschnüren. Die weiße Stadt sah sich in ihrer Geschichte solch verheerenden Angriffen selten ausgesetzt, in vielen Gebäuden lagen Jahrhunderte an Geschichte und Werken. Von Gwanions Werkstatt war kaum noch etwas übrig. Bevor die Trauer und der Schock über den Verlust alle gänzlich in die Starre zwang, eilte er zwischen den Eledhrim hin und her, gab Anweisungen die Feuer zu löschen. Die Menekaner erklärten sich bereit durch die Stadt zu ziehen und mögliche Widerstandsnester auszulöschen, er selbst zog auch mit Eona und seiner ehemaligen Mentorin Celeg'glin los um den anderen Teil der Stadt zu durchkämmen.
Später in der Nacht
Nach einem Bad ging er schweren Schrittes die Stufen des Baumhaus hoch. Die Tränke hatten ihre Wirkung längst verloren, Wunden hatte er, wie ein Wunder, nicht davongetragen. Oben schenkte er Eona ein schwaches Lächeln, sie hatte zu dem Wunder einiges beigetragen. Dennoch spürte er nach der Anstrengung jeden Muskel im Körper, jeder Knochen schien zu schmerzen. Ohne große Worte oder Zärtlichkeiten zogen sie sich in die Schlafstätte zurück, zu einer bleiernen Meditation. Es war nur der Anfang, das wusste er, morgen würden weitere Vorbereitungen nötig werden, Taktiken besprochen, die Trümmer beseitigt. Auch wenn jeder Stein Ered Luins brechen würde, die Eledhrim werden überdauern.
Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2016, 00:13
von Gast
Hektisch wanderte sein azurblauer Blick umher und versuchte angestrengt alles aufzunehmen, was nun von Relevanz war. Währenddessen trugen ihn seine Beine im bereits gerüsteten Zustand schnellen Schrittes über die Marmorbrücken seiner Heimat. Noch bevor er sich der Situation wirklich gewahrwerden konnte, sah er die ersten seiner Geschwister im verzweifelten Verteidigungsversuch vorm Palast fallen. Atemlos ob des Zustandes und nicht ob der Anstrengungen, warf er sich unbedacht in den Kampf und konnte diesen wohl nur überstehen, weil er sich hatte instinktiv darauf verlassen können, dass seine Geschwister von hinten aufgeholt hatten. Im Palast brach kurz darauf ein 3 Fronten Kampf aus. Die Meereswesen hatten schnell den Hafen überrannt und umzingelten die Eledhrim von allen erdenklichen Seiten. "Daro!" "Haltet die Stellung!" "Godolo Maethry!" "Sammelt euch Kämpfer!" Immer wieder hatte er in dieser Nacht solche Sätze gerufen. Als ehemaliger Maethor war er sich sehrwohl der nötigen Vorgehensweisen bewusst, doch es war allen Kämpfern inmitten von so viel Überrumpelung, Angst, Wut und Ratlosigkeit kaum möglich, die Befehle direkt umzusetzen. Erst spät erinnerte Nandôth sich daran, dass er nun Nestor und nicht mehr Maethor war. Sein Platz war nicht in der ersten Reihe. Er musste hinten stehen und den Überblick behalten. Schauen, dass niemand sich übernahm und nirgendwo Lücken entstanden, die ihm oder Eona zur Gefahr werden könnten.
Nachdem der Palast zurückerobert, die Portale in ihm gesichert und die Verbündeten aus Menek'Ur und Umgebung dazugestoßen waren, ging es unter endlich erkanntem Kommando Fuinors in Richtung Hafen weiter. Der Trupp teilte sich mehrere Male auf und so wurden die wenigen Nestyr, von denen Nandôth überhaupt wusste, gnadenlos auseinandergerissen. Jeder für sich musste nun versuchen, so viele Kameraden wie möglich im Kampf zu behalten. Leichter gesagt, als getan. Ered Luin wurde mit seinen engen Gassen und schmalen Brücken, wie befürchtet, zu einem ernstzunehmenden Hindernis. Mitten im Kampfgeschehen, mit dem Kopf schon gar nicht mehr irgendwo anders, war Nandôth schließlich dazu gezwungen aus dem Häuserschatten zu treten und somit einem Trio des Feindes den Weg zum strauchelnden Sahid abzuschneiden. Vermutlich war es nur seiner jahrhundertelangen Ausbildung im Kampf zu verdanken, dass dieses Unterfangen nicht direkt in seinen Tod ausuferte. Instinktiv hatte er den Schild in seiner rechten Hand hochgerissen und sich mit einer flinken Drehung seitwärts zur Lanze gewendet, den Schildarm nun zwischen sich und die rostige Waffe haltend. Doch noch während sein linkes Bein verzweifelt Halt im durchnässten Boden suchte, wurde er gleichsam nach hinten und in einen unfreiwilligen Spagat gedrückt, ehe er nur noch wahrnahm, wie Thalion mit großen Schritten an ihm vorbei und auf den Feind zulief. Nicht einmal mehr in der Lage zu vermuten, was der Rassenbruder in diesem Moment leistete, sah er sich auch schon während eines Abdrückens mit dem rechten Arm auf dem matschigen Boden einem schwarzen Schleier gegenüber. Er sackte in sich zusammen.
Mit der nächsten Erinnerung, welche ihm blinzelnd die Gestalt seines Bruders neben ihm offenbarte, erwachte er schließlich wieder aus seiner viel zu kurzen Meditation. Er hatte sich zurückerinnert, in einer nicht abnehmenden Hoffnung, so sein Kampfverhalten für die nächste Schlacht optimieren zu können. Fuinor hatte zu bald ein Treffen einberufen, auf dem alle ihre Erfahrungen der letzten Schlacht miteinander teilen und darauf weitere Vorgehensweisen entwickeln sollten. Dafür würde er noch mit sich selbst auf einen grünen Zweig kommen müssen. Während einige seiner Geschwister weiter mit Lösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt waren, kümmerte er sich in den letzten zwei Tagen wieder vermehrt darum, die Handwerker seines Volkes mit Aufgaben vom Rat zu versehen, Rücksprachen und Informationsgespräche mit Helfern zu halten und sich um die Verletzungen seiner Geschwister zu kümmern. Caraphinnor, Parth und noch einige mehr waren zwar nicht ernst verletzt, doch ihre Wunden sollten heilen, bevor es weitergehen würde. Sein eigener Arm erholte sich glücklicherweise gut. Entweder, weil er es einfach zu tun hatte oder weil der Schmerz während des Kampfes nur durch sein überraschendes Aufkommen für solch einen Aussetzer gesorgt hatte. In Gesprächen mit den anderen Eledhrim und vor allem auch mit Ranulph von den Kaluren kristallisierte sich zunehmenst heraus, dass Nandôth als einer der älteren Eledhrim darum bemüht war, die Hoffnung und den Eifer innerhalb der Reihen zu wahren. Durch vergangene Schlachten gegen verschiedenste Feinde wusste er, dass die Zeit der Trauer noch lange nicht eingetreten war. Es gab bereits Tote, doch im Moment würden sie in den Gedanken aller nur stören. Es galt fokussierter zu werden. Egal auf welche Weise.
Phanodain, anno an daur ammen!
Phanodain, gib uns Halt!
Das ist nicht das Ende
Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2016, 17:18
von Faeniel en Giliath
Zart umspielte ihr mellon en gwaer die Gestalt der Elfe, als sie zum Himmel auf sah und diesem dunklen schattenhafte Wesen, dessen Klangmuster von Disharmonie und Verderben erfüllt waren, nach blickte. Nicht die Sorge, um wertlosen Besitz oder Häusern erfühlte Faen in jenem Augenblick, es war eher die Sorge, dass es noch nicht vorbei wäre.
ER, der Schrecken, das Verderben würde zurückkehren, dessen war sich nun Faen gewiss. Im Schein der brennenden Häuser ruhte ihr Blick noch lange am Himmel, der von Sternen nun überzogen war. Im beißenden Rauch der Hausruinen zuckten die Ohrspitzen bei jenem Anblick und Tränen wie Perlen benetzen ihre Wangen.
In jenem Augenblick war sie ihrem Schöpfer dankbar dafür, dass weder ihre naneth noch ihr Seelenpartner noch einer ihres Volks in den Klangmustern des Lieds aufgegangen war. Das erfüllte sie mit Zuversicht und der Hoffnung zusammen mit den Verbündeten, die Seite an Seite mit den eledhrim tapfer kämpften, immer wieder dieser Gefahr zu trotzen wie lange es auch immer dauern mochte.
N'i lû tôl, haucht sie leise noch den Sternen zu, danach verschwamm ihre Gestalt im Feuerschein der Häuser und die kleine Schwalbe hob sich hoch in die Lüfte und flog mit einem lautem Tschiepen in den Nebelwald, um da auf einem Ast auszuruhen.
Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2016, 23:20
von Shalaryl Di'naru
Langsam liess sie sich ins Wasser gleiten, tappste noch etwas vom Ufer weg,
bis der grüne Körper bis zur Taille unter der Oberfläche weilte. Der Nebel im
Nuya'tan hatte viele Quellen, eine davon der See mitten im Wald. Zudem war
es hier, am Ufer, wo Eluives Präsenz erschien als die Welt bebte.
Mit zarten Fingern zupfte sie die goldene Blume aus ihren Haaren, senkte die
Arme ab, bis die Blütenblätter kleine Kreise in den schimmernden Wasser-
spiegel malten. Dann atmete sie tief durch. Und dann...
Ihr Geistklang driftet durch den tiefen Puls des Nuya'tan, lässt sich in jeden
Winkel tragen, fährt über die höchsten Blätter ebenso wie die tiefste Wurzel.
Die Lindil sind der Wald, nicht einfach nur ein Teil davon. Es gibt keine Teile.
Es gibt nur den Wald in unterschiedlichen Aspekten. Einer davon sind die
Lindil, einer der Nebel. Von dem sich nun sachte, schleichend, langsam,
immer mehr aufbauscht, aufsteigt, wabert, den Weg nach Ered Luin findet.
Feuchte. Keine, die wieder versickert, wie Regen. Bleibende. Umhüllende.
Schützende vor flammenden Zungen. Das neblige Herz des Waldes lässt
immer mehr seines Blutes die marmorne Stadt einhüllen, nicht so dicht,
nicht so verdeckend - aber doch genug, dass weitere Feuer es eine Spur
schwerer haben dürften, sich auszubreiten.
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Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2016, 10:19
von Caraphinnor Dringol
Als der Nebel die Stadt einhüllte betrachtete der junge Rhaudan prüfend seine Zeichnungen und die Korrespondenz mit den Kaluren. Anschließend trug er die bereitgelegten Tiegel mit Bienenwachs hinüber zum restlichen Baumaterial und schlug das unbearbeitete Holz in ein geöltes Tuch ein. Gleiches tat er mit dem schmiede-eisernen Drehlager welches er vor kurzem fertiggestellt hatte.
Auf diese Weise sollten die Baumaterialien vor der Feuchtigkeit geschützt sein und die Waffen später voll funktionsfähig bleiben. Das geölte und später gewachste Holz sollte der Feuchtigkeit bei guter Pflege standhalten können. Um den kalurischen Federstahl und die von den Hamdan hergestellten Torsionsseile machte er sich auch keine großen Sorgen solange man sie vor dem Kampf nachspannte und danach wieder entspannte wenn der Nebel gewichen war.
Zufrieden schichtete er die Zeichnungen wieder zusammen und verstaute sie in einer schützenden Lederhülle. Diese legte er für seine Geschwister an gewohntem Ort neben einer neu hinzugekommen Steintafel bereit. Anschließend widmete er sich wieder den Reparaturen und übte sich weiter in der Kunst der Rüstungsschmiede.
Verfasst: Montag 17. Oktober 2016, 22:29
von Lu'araiel
Lange hatte der alte Lindil in seinem Baumhaus darüber nachgedacht, wie er am besten die Hebeplattform zum Hafen hin deaktivieren sollte. Natürlich wäre der einfachste Weg gewesen, das Gebäude zu zerstören, es dem Erdboden gleich zu machen und so eine Nutzung der Hebeanlage zu verhindern. Aber das würde es auch dann irgendwann wenn die Gefahr gebannt wäre, der Hafen vielleicht schlecht passierbar zurück bliebe, unmöglich machen die Plattform erneut in Betrieb zu nehmen. Zudem war in die Plattform ein wirklich altes Liedgewebe gewirkt worden, dass zu zerstören tatsächlich ein Verlust gewesen wäre. Was also tun? Er wollte den Zauber erhalten und trotzdem die Vorrichtung deaktivieren. Es blieb im Grunde nur eine Möglichkeit diese beiden Ziele zu erreichen. Er müsste das alte Liedgewebe von der Hebevorrichtung auf ein anderes Speichermedium übertragen. In der Vergangenheit haben sich für solche Vorgänge Kristalle als recht nützlich erwiesen, nicht zuletzt waren die Klangsteine dafür ein geeignetes Beispiel. Eine Weile lang durchstöberte Lu sein Baumhaus auf der Suche nach anderen möglichen Speichermedien. Sand aus einer andere Sphere? Ungeeignet. Ein Blutkristall? Gewiss Blut war ein mächtiges Medium, aber für diesen Zweck doch etwas drastisch. Die Träne eines Drachen? Von sich aus viel zu angereichert mit Liedstrukturen, es wäre wie ein volles Glas zu füllen. Für die Übertragung dieses Liedmusters würde es also einen besonders reinen Kristall als Speicher benötigen, schließlich wollte er das Liedmuster konservieren und nicht zerstören.
So schrieb der alte Lindil einen Brief an die beiden geschicktesten Rhoedain, die er kannte Caraphinnor und Gwanion. Es würde einen etwa Faustgroßen Kristall benötigen, ohne jegliche Einschlüsse und Verunreinigungen. Schon wenig später erhielt er Antwort von Caraphinnor. Er hatte zwar einen solchen Stein doch nur einen, doch wäre ihm ein Talari bekannt, der diese Steine veräußern würde. Da es an Gold für die Verteidigung der weißen Stadt nicht mangeln sollte, wurde wenig später dem Talari ein stattliches Sümmchen geboten, für einen dieser Speicherkristalle. Zurück in Ered Luin, wurde das Stück Caraphinnor präsentiert und zur Überprüfung überreicht. Genauestens musterte der Rhoedain den Kristall, immer wieder wurde er gen Licht aus unterschiedlichen Quellen gehalten und fokussiert. Auf Einschlüsse geprüft und erneut auf seine Reinheit getestet. Erst als jeglicher Zweifel ausgeschlossen werden konnte gab Caraphinnor Lu den Kristall zurück und entließ ihn mit einem zufriedenen Nicken.
Die Aufgabe sollte nun rasch erledigt werden, schließlich konnte niemand ahnen wann der Feind den nächsten Angriff wagen würde. So eilte der alte Lindil in Richtung des Hochweges, um der Plattform ihre einzigartige Liedstruktur zu nehmen und in einem Kristall zu konservieren. Auf dem Marktplatz der weißen Stadt herrschte noch reges Treiben, Verkündete unterhielten sich mit der Wachmannschaft. Vorbereitungen wurden getroffen, Barrikaden verstärkt, Geschützstandorte überprüft. Irgendwo in dem Gedränge und Gewühl traf der alte Lindil auf Aerandir Der junge Fey war schon seit einer Weile interessiert in das Tun und Wirken der Liedweber, so war es sicher sinnvoll ihn auf diesen Weg mitzunehmen. Er würde zwar kaum etwas wahrnehmen können, aber er würde zusehen und lernen.
Der frische Wind ließ die Kleidung der beiden Lindil im Wind zappeln als sie oben an der Hebeplattform standen. In wilden Böen peitschte die Meeresluft an diesem Abend über die Hände der weißen Berge. Es war eigentlich nicht Lu’s Art zu weben, sein Weben war eigentlich der Natur nachempfunden, stetig im Wandel und nicht fixiert wie es die Talari mochten. Aber in diesem Fall musste er anders vorgehen, koordinierter, fixierend und statischer. Wie gut das er Jahrhunderte an der Seite von seinem Freund Edraith gewirkt und studiert hatte. Es könnte nicht schaden ein wenig wie die goldenen Geschwister zu wirken. So ließ er zunächst Aerandir die elfischen Runen der Elemente zu einem Muster in den Marmor der Aufzugsplatten zeichnen. Natürlich konnte er sich dabei nicht ganz von seiner Auffassung trennen, dass Holz und Metall ebenfalls zu den Elementen gehören und ließ auch diese Symbole in den Stein prägen. Als das Muster soweit vorbeireit war wurde der Speicherkristall im Zentrum der Zeichnungen platziert.
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Nun wäre es an der Zeit sich dem verschieben das Klangmusters zu widmen. Keine leichte Aufgabe, schließlich war das Klangmuster wie ein großes Netz über die Plattform gelegt worden und sollte nun in einem winzigen Speicherstein Platz finden. Fast schon schematisch begann sich der Geist des alten Lindil an die Strukturen heran zu tasten, erfühlte die Ausmaße der Klangmuster und ihre Ankerpunkte im Lied. Erst als er das Gewebe völlig zu ertasten im Stande war, begann er vorsichtig eine Verbindung aufzubauen zu dem Gefäß das der Speicherstein bieten sollte. Die Elemente wurden hierzu in sein Weben als Konzentrationsvermögen erhöhende Gleichpole eingebunden, Orientierungspunkte sozusagen um nicht stets auf neue die Pfade die das Gewebe nehmen sollte zu ertasten. Trotz all dieser Vorkehrungen war es ein langwieriger Prozess, der den alten Lindil nach und nach an den Rand seines Konzentrationsvermögens brachte. Nur langsam konnte er die Ankerpunkte der Struktur lösen, mächtige Anstrengungen hatten dafür gesorgt, dass sie für die Ewigkeit geschaffen sein sollten. Ein Konstrukt dieses Ausmaßes auseinander zu bauen und an einem anderen Ort, dem Speicherkristall, zu verankern war nicht einfach.
Stunden später und am Rande seiner mentalen Leistungsfähigkeit, war es vollbracht. Mittlerweile hatte sich das Tuch der Nacht über Ered Luin gelegt. Die wilde See war zur Ruhe gekommen und auch die Arbeiten in der Stadt legten eine kleine Atempause über die Nacht hinweg ein. Dankbar um die Begleitung verließen die beiden Lindil mit einem wehmütigen Blick über das zerstörte und für einen neuen Kampf vorbereitete Ered Luin. Noch nie hatte der alte Lindil seine Heimat so verwüstet gesehen, nicht einmal die Letharen waren zu so etwas im Stande gewesen, als sie damals mit den Dienern des niederen Dämonen Ered Luin überfielen.
Die weiße Stadt würde auch diesen Kampf überdauern,
solange das Lied existierte musste es schließlich auch Eledhrim geben, die es bewahren.
Verfasst: Dienstag 18. Oktober 2016, 15:01
von Aerandir Elinlith
Zwei Tage nachdem er Lu beim Deaktivieren der Plattform geholfen hatte, traf er Glin und Amae. Sie bauten am östlichen Ende des Bergpasses eine hölzerne Barrikade, die mit einigen Eisenstangen im Fels verankert wurde. Jedoch so daß sie leicht entfernt werden konnte. Hinter einer ersten Schicht aus Baumstämmen, die die Gegner zu Boden reißen sollte, wurden Felsbrocken platziert, die die Gegner unter sich begraben sollten. Auch mit ihrem geringen Handwerklichen Geschick, gelang es ihnen eine tödliche Falle aufzubauen.
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