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Verfasst: Dienstag 10. Februar 2015, 00:10
von Gast
Wer im Leben etwas erreichen möchte, der muss nicht nur einen langen Atem haben sondern auch genug Wissen und Kraft um alle Hürden die einem auf dem Weg zum Ziel gestellt werde, mit einer gewissen Leichtigkeit zu überwinden. Es ist nicht einfach nur mit ein bisschen von dem und ein bisschen von dem anderen getan, nein es muss das Gesamtpaket sein welches eine gewisse Vollständigkeit besitzt und somit zu etwas Vollkommenem reifen kann. Halbe Sachen verlieren sich meist im Nichts, nur wer etwas bis zum Schluss erledigt der kann von sich selbst behaupten das er etwas erreicht hat.
Die Augen wandern über die Wasseroberfläche welche sich in sanften Wogen hin und her bewegt, sich dem Treiben des Wasserstromes hergebend, jenem Wasserstrom welcher aus der Quelle unter der Stadt stammt. Die Beine sind in einen Schneidersitz geschlungen, die Hände liegen, die Handinnenflächen nach oben deutend, auf ihren Knien. Die Augen bleiben starr auf einen Fleck gerichtet, wer genauer in jene Blickt wird sehen das eine leicht glasige trübe in jenen verweilt, so als wäre sie nicht anwesend, als wäre ihre Aufmerksamkeit weit weg...nicht greifbar. Der Atem geht tief und ruhig...vor allem aber, gleichmäßig. Während sie immer tiefer in sich hinein horcht, das rauschen des Pulses wahrnimmt, begleitend von dem Herzschlag welcher immer im selbigen Rhythmus schlägt, wird sie immer mehr in Trance verfallen, sich jenem Gefühl hingebend....dem Gefühl der Ruhe. Sie spürt die Energie in sich welche sanft durch den Körper fließt, jene welche sie versucht mit der inneren Energie zu verwurzeln so das sie sich dem gleichmäßigen Strom anpasst. Allmählich wird jenes geschehen, langsam....die Energie bindet sich in den Fluss mit ein und wird eins.
So wird sie noch einige Zeit verharren um ihren Geist zu stärken und ihn erholen zu lassen....sich das Quäntchen Ruhe gönnend ehe die Studien wieder aufgenommen werden würden.
Erst nach einer Weile lässt sie die Außenwelt wieder in die ihre eindringen, Stück für Stück, so das die Ruhe welche geschöpft wurde nicht gleich wieder zu Nichte gemacht wird. Zuerst das Wasser, dann das Feuer, dann das Rauschen der Luft...nach und nach folgte alles bis die gesamte Symphonie wieder in den Vordergrund rückt. Die Hand hebt sich an und sie blickt auf jenen Wollbüschel welcher vor ihr verweilt, eine Hand löst sich von der anderen und sie wird jenes bauschige Etwas in ihren Schoß legen. Die Handinnenflächen werden nun nach innen zeigen und sie wird ihre gänzliche Konzentration dem Lied widmen um eine kleine Stelle zu erwischen in welcher ungeübt an jener Fassade kratzt. Nach und nach wird die Luft sich aus anderen Ebenen in dem Raum zurückziehen, nur minimal kaum merkbar und dennoch zu spüren wenn man genau darauf achtete. Das flackern des Feuers wird in jenem Moment ebenso zunehmen ehe es weniger wird, als würde man jenem für einen Moment etwas Luft zum Atmen nehmen, doch nur ein Bruchteil eines Augenblickes. Nach und nach wird sie die Luftzirkulation unter dem Wattebausch umstrukturieren so das jener seichte Wind in einer gleichmäßigen Bewegung zu wehen beginnt, im Kreis wird er hin und her wehen und so jenes Wattebausches fast schon sanft empor tragen, hier und da wird es etwas zu sehr nach links oder nach rechts schwanken ehe es wieder eine gewisse Festigkeit erhält. Für einige Augenblicke wird das Wattebausches genau in jener Art und weiße innehalten, doch nur kurz ehe es ihr wieder entgleitet und in den Schoß zurück plumpst.
-Verdammt, wieso kann ich mich nicht länger konzentrieren? Warum kann ich diese Gedanken welche sich immer wieder in mein Hirn schleichen nicht einfach ausgrenzen, sie in eine Schublade schieben und jene für unbestimmte Zeit verschließen? Alles drehte sich stetig im Kreis und an allen Ecken und Enden schien etwas angefangen und nicht vollendet worden zu sein, sie hasste unperfektion und es machte ihr das ganze nur noch schwieriger. Der Umzug, der Streit, der Unmut, die Auszehrung, diese Fragen, das warten....und warten...und warten und ganz zum Schluss war da noch dieses stetige trietzen welches einen Hauch von Sadismus zu erkennen ließ. Alles zog sich wie eine klebrige Hartz Masse, widerlich und kaum entfernbar. -
Genauso wenig konnte sie aber ihn aus ihren Gedanken entfernen, ihr war vollkommen klar das diese Angelegenheit keinerlei Bestand während ihres Studiums haben wird. Einfacher würde das alles nicht sein zumal sie eh unter enormen Erwartungsdruck steht, nicht nur der, der anderen...nein auch ihr eigener.
Sie wollte es sich selbst beweisen und wenn nicht jetzt, wann dann?
-Noch immer hatte ich ein Gespräch offen aber ich würde nicht wissen wie ich es anfangen sollte. Ich weiß nicht einmal ob ich es möchte...möchte ich mich wieder Streit aussetzen? Das letzte mal war ich kurz davor ihm tatsächlich jenes Geschenk wieder zu geben und zu sagen das es sich erledigt hat. Alleine schon das er die Beständigkeit der Freundschaft anzweifelt bedeutet soviel...und dennoch, so wenig. Ja ab und an laufe ich lieber hinfort um die Maske aufrecht zu halten und vor allem um den Streitsituationen aus dem Weg zu gehen. Ich bin dankbar Rilytia zu haben, dankbar das sie das Ohr für alles ist und vor allem, ich einfach Stunden mit ihr zusammen sitzen kann und das bereden kann was ich mit sonst keiner Menschenseele bespreche. Eine Wegbegleiterin welche ich nicht missen möchte und eine welche in ihren Aufgaben gänzlich auf geht.
Sie schaffte es den Sturm zu zähmen und ihn langsam zu lenken....langsam....aber man merkte wie er ruhiger wurde und an Mut zurück gewann. In etwas so, wie ich ihn kennenlernte in Berchgard und da war es auch wieder dieses leicht drückende Gefühl.-
Die Finger gleiten durch das Gesicht, ein tiefes Einatmen vermag erklingen. Langsam, in einer weichen, gar filigranen Bewegung, erhebt sie sich und wird kurz darauf das Augenpaar durch den Raum schweifen lassen.
Er war noch immer nicht Zuhause....sie vermisste ihn so schrecklich.....und sie machte sich sorgen, natürlich war ihr klar das es um Macht und Stärke geht, darum jene zu erlangen und damit umgehen zu lernen. Dennoch, es war ihr Bruder, ihr eigen Fleisch und Blut....kein x-Beliebiger Gläubiger welcher sich solch einer Farce hingab...nein es war ihr Bruder der danach strebte und sie sah wie es an ihm zehrte und das, war dass was sie nachdenklich werden ließ und was jenes Gefühl hervorrief, jenes nur all zu Menschliche Gefühl.
Also verkroch sie sich in den Büchern, in ihren Übungen....in allem was sie irgendwie ablenkte von all dem was noch außerhalb passierte, um sich auf ihre Studien zu konzentrieren. Sie alleine zählten...und meist schlief sie vor Müdigkeit im Konvent ein, wenn einmal mehr der Schlaf sie während des Lesens übermannte....angekuschelt an den dicken Kater, vermischt sich der leise, gleichbleibend ruhige Atem mit dem knistern des Feuers....umhüllt von der wärme des Raumes.....Schlaf Kindchen....Schlaf...
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Verfasst: Sonntag 14. Juni 2015, 00:53
von Gast

Da war es wieder, dieses Gefühl das die Zeit inne halten sollte, das Gefühl dass einfach alles um sie herum verschwimmen sollte um nur den jetzigen Moment, für diesen einen Augenblick festzuhalten. Ein wunderschönes Gefühl so gänzlich fernab von all dem was sonst ihrer beider Alltag betrifft, sorgenfrei auf eine ganz bestimmte Art und Weiße, ganz weit weg von dem was gerade ist und was noch kommen wird. Nur Er und Sie.....nur du und ich...
Doch irgendwann kam sie wieder, holte sie ein in immer schnelleren Schritten, dass was ist rückt in die Ferne um der Realität wieder ihren Platz zurück zu geben. Die Augen haften noch immer in den Seinen, gefangen für einen Atemzug, ihn nicht freigeben wollend, sich nicht von den seinen lösen wollend, doch sie musste.....nichts verweilt ewig, man konnte die Zeit einfach nicht anhalten, sie nicht zurück oder vor spulen. Nein die Zeit hatte ihren ganz eigenen Rhythmus, einmal zog sie sich, ein andermal raste sie hinfort und jegliches hinterher eilen versank im Sand der Zeit.
Sie hatte Zeit gehabt ihre Gedanken schweifen zu lassen, sie hatte Zeit genug für sich in Anspruch genommen über all das was geschehen war und in der Zukunft folgen würde, nachzudenken. Eine Entscheidung vermag nicht immer leicht zu fallen und meist folgen auf Entscheidungen Gedanken welche bahnbrechende Eventualitäten aufzeigen, Dinge die geschehen könnten, Dinge die nicht zu ändern wären wenn sie falsch handeln würde. Ihr war bewusst als sie damals den Pakt schloss, dass es einer war welcher ihr Leben grundsätzlich verändern würde, dass es ein Eingriff in all ihre Lebenswege sein würde und von jenem Zeitpunkt ab ihr Handeln durch Herz und Verstand immer zugute des Ordens ausfallen würde.
Es war somit keine angenehme Nachricht als der tot der Elegida an ihr Ohr drang denn es war der Deut dahin das all die Bemühungen welche sie zuvor getätigt hatten, einer totalen Sinnlosigkeit gleichkamen, gänzlich egal von welcher Seite aus das Geschehen herausgefordert wurde. Wichtiger war hierbei die Sachlage zu sehen, sie hatten den Orden angegriffen, sie hatten das Herzstück des Ordens niedergestochen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken und ohne auch nur die Bemühung zu zeigen ihr Leben, welches in jenem Moment am goldenen Faden hing, zu schützen. Gänzlich relativ war hierbei das impulsive Handeln eines jeden Menschen wenn er in den Krieg zieht und das Adrenalin in die Adern pumpt, das Wissen darum was es bewirkt jenes Handeln auszuführen war weitaus schlimmer.
Nun dennoch, es war geschehen und eine Änderung schien nicht in Sicht, einzig und alleine das Licht am Ende des ach so dunklen Tunnels war das sie lebte, sie hatte den goldenen Faden verkrampft gehalten, ihn nicht losgelassen, sie hatte entschieden weiter zu leben. So wurden die Figuren auf dem Schachspiel erneut in Bewegung gesetzt und ein jeder wartete darauf in Bewegung gesetzt zu werden, zum Schutze des Ordens, zum Schutze des heiligen Reiches, zum Schutze des Glaubens selbst.
Egal was geschah, egal welche Richtungen eingeschlagen werden würden, egal wie viel Blut danach an ihren Händen kleben würde und egal von wem jenes Blut wäre, sie würde dem Ruf des Orden folgen, dem Ruf der Elegida als auch jenem des Maestro. Der Bund war gefestigt, ihre Zukunft bestimmt, weshalb also sollte sie auf den Gedanken kommen an jenen Grundpfeilern zu rütteln? Weshalb sollte sie beginnen etwas in Frage zu stellen? Weshalb sollte ihr Herz nicht den gleichen Rhythmus schlagen wie jene die ihn vorgaben?
Bedingungslos folgsam ist man dann, wenn man folgt, weil Herz und Verstand auf einer Ebene miteinander fungieren.
Verfasst: Dienstag 23. Juni 2015, 10:24
von Althan Vylen
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Sie hatte es getan, schon wieder.... wenn er ehrlich war war er innerlich am Kochen auch wenn er nach außen hin vollkommen ruhig wirkte. In ihrer Nähe begann langsam die Mauer die er um sich selbst errichtet hatte zu bröckeln. In ihrer Nähe gab es seltene kostbare Momente wo er einfach Althan sein konnte, jenen Mann den nur die Wenigsten kennen lernten. Langsam hatte sie sich in sein Herz geschlichen, in seine Seele. Eine Verbindung vor die er immer zurückgeschreckt hatte einzugehen, da sie ein gewisses Maß an Verpflichtung mit sich führte. Das Bett neben ihm noch warm, als er die Augen öffnete, doch ein kurzes Horchen in die Klangstrukturen seines Heimes, ließen ihn die Gewissheit erlangen, dass sie nicht da war.
Was ihn nicht beruhigte, anfangs.
Inzwischen hatte er seine 'Regeln' gelockert und ihr mehr Freiheiten als Gefährtin zugestanden. Wenn er ehrlich war so war es ein recht amüsantes Treiben, wie sie jedes mal versuchte seine Regeln zu umgehen, ihre Kreativität und Argumente waren legendär.
Er genoss jene Wortgefechte, noch nie hatte er sich so lebendig gefühlt.
Dann sah er den Brief, welchen sie ihm hinterlassen hatte und auch wenn seine Mimik beim Studieren der Zeilen doch regungslos blieb, zuckte ein Muskel auf seiner Wange und ein leises unwilliger Brummlaut kroch über seine Lippen, einem Knurren nicht unähnlich.
Wieder war sie aufgebrochen, ohne ihn mitzunehmen geschweige dann ihm vorher etwas zu sagen, dass sie auf eine Reise ging, gehen musste anscheinend.
Was ihn störte war, dass sie ihn wieder aus ihrem Leben damit ausschloss, dass sie allein ging... wohin auch immer... und ja, dass machte ihn wütend.
Er trat hinaus in die kalte Morgenluft, einer sanften Berührung gleich und erfrischend für seinen Geist. So absolvierte er sein morgendliches Ritual, der Lauf und das Kampftraining... meist allein, da scheinbar niemand den Biss hatte es mit ihm gemeinsam länger durchzuziehen, außer ihr. Selbst wenn sie zusammen brach gab sie nicht auf, sie kroch weiter und als es nicht mehr ging hatte Benjamin sie getragen, damals.
Die kalte Morgenluft kroch in seine Lungen während er rannte und rannte, die übliche Route durch die nahen Wälder nehmend. Immer noch jagten ihre Worte durch seinen Geist...
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Verzeih mir...
Sei nicht wütend...
Vertraue mir...
Ich komme wieder...
Wie sollte man etwas beschützen, dass sich einem entzog? Sein Instinkt riet ihm dazu sie aufzuspüren, zurückzuholen und ihr ordentlich den Arsch zu versohlen, wie einem ungezogenen Kind. Über die Reihenfolge der letzten beiden Dinge die er mit ihr anstellen würde war er sich noch nicht ganz im Klarem. Wie zumeist würde er es wieder gut machen, aber erst nachdem er mit ihr fertig war.
Der zweite Brief erreichte ihn dann einige Tage später durch einen Boten. Die kleine Gabe welche in jenem Pergament eingewickelt war.. an ihr haftete ihr Geruch. Ein tiefes Einatmen, als er das Kleinod in einen kleinen Beutel legte um es sicher zu verwahren, erst dann studierte er ihre Zeilen...
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… ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie es vor all dem war.
… als ich euch das erste Mal sah, wusste ich nicht ob ich euch hassen oder hassen sollte.
… ich vertraue euch.
Er war unruhig, als nach einigen Tagen kein Brief kam, noch nicht beunruhigt. Er machte lange Spaziergange am Meer, spürte den salzigen Wind auf seiner Haut und versuchte sich einzureden, dass er sie nicht vermisste, doch er wusste er belog sich selbst. Sie war zu einem festen Teil in seinem Leben geworden, eine Konstante die ihn nach all den Jahren zeigte, was es bedeutete seinem Gefährten zu vertrauen, ihn zu schätzen und zu lieben.
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Er hatte jene Gefühle tunlichst vermieden, doch auch wenn er es nie aussprach, nie über seine Lippen brachte... so zeigte er ihr doch wie sehr er sie liebte.
So wartete er auf ein Zeichen von ihr, einem Boten der den dritten Brief zu ihm brachte...
Tage später...
Vielleicht hatte sie ihrem Bruder erzählt, wohin sie reisen wollte und so führte ihn sein Weg in die Oberstadt Rahals. Im Orden fand er keinen Hinweis über ihren Aufenthalt, doch auch das beunruhigte noch nicht sonderlich, vermutlich eine Studienreise... vermutlich.
Verfasst: Mittwoch 24. Juni 2015, 00:02
von Gast
Während sie mit ihren Brüdern aufwuchs lernte sie auf eine Gewisse Art und Weiße sich durchzusetzen, auch wenn ihr dies bei drei geliebten Brüdern nicht immer gelang. Sie lernte sich zu wehren, mit ihren Ellenbogen zu kämpfen. Nachdem sie am Hof war, lernte sie mit Worten zu jonglieren, sich gewählt auszudrücken, sich auf neutralem Boden zu bewegen, Haltung zu wahren und auf eine gewisse Art dennoch den Blick auf das Ganze im Auge zu behalten. Sie mordete, floh, versteckte sich.....und kam Zuhause an.
Dann war sie dort, in Rahal, ihr Glaube noch ungefestigt, frisch, völlig ohne etwas in den Händen. Sie lernte die Menschen dort kennen, lernte Freundschaften zu hegen, den Wille Alatars durchzusetzen und mit den Geboten zu leben. Sie ordnete sich ein, bildete aus, half wo sie konnte und wurde irgendwann in den Orden aufgenommen. Eine Familie auf ihre ganz eigene Weiße. Sie begann sich zu entwickeln, sie wurde zu einer Frau das jugendliche Wesen gänzlich hinter sich lassend. Sie war Zuhause angekommen, sie war glücklich das erste mal seit langer Zeit wieder unter Menschen zu sein, welchen sie Vertrauen schenkte, welche eine Familie darstellten. Ob es nun das Konvent war mit all seinen Mitgliedern oder aber der Orden selbst. Ihre Dankbarkeit äußerte sie mit Engagement.
Doch irgendwann holt die Vergangenheit uns immer ein.....irgendwann ist es so das der große Schatten sich wieder über das eigene Wesen legt und beginnt ihn nach und nach innerlich aufzufressen. Sie hatte sich lange dagegen gewehrt, lange verdrängte sie die Erinnerungen, die Geschehnisse...und das was noch vor ihr liegen sollte.
Egal wie viele Rückschläge man im Leben mit sich trägt, sie stand immer wieder auf, stellte sich gegen den Sturm, wurde stärker, wuchs bei alle dem. Sie ließ sich nicht in die Kniee zwingen, nein sie stand fest auf ihren Beinen und tanzte im Regen. Jene Personen welche ihr dabei den Rücken stärkten, welche sie auffingen und sie aufrichteten wenn sie einmal schwankte, jene waren es welche ihr Leben zeichneten. Sie würde jede einzelne dieser Personen vermissen, vor allem aber jene welche ihr Herz berührt hatten und einer davon hatte es an einer Stelle berührt wie noch keiner zuvor jenes getan hatte. Es wäre also tatsächlich nicht so, dass ein Kampf um das Leben selbst nicht alleine deshalb schon lohnenswert wäre, aber blieb das was vor ihr stand, was die Zeichnung vollendete, verweilend stehen. Die Liebe selbst stirbt nicht, sie hält inne an Ort und Stelle, verfestigt sich, sie ist das was uns Kraft gibt weiter zu machen, sie überwindet den Tod.
Nun lag sie da, der Dolch hatte wohl nur knapp ihre Leber verfehlt, die Finger tasten blutüberströmt nach der viel zu tiefen Wunde, der Angreifer beugt sich mit einem hämischen Grinsen über sie, noch ein nachtreten, ein weiterer Schlag ins Gesicht ehe sie gänzlich das Bewusstsein verliert.
Wenn du weißt was du wert bist, dann geh hin und hol es dir, aber nur wenn du bereit bist Schläge einzustecken! Sie war zu schwach, vielleicht auch zu schwach in Alatars Augen.
Erst nach einer Weile erwacht sie keuchend und blutüberströmt, im Dreck liegend, wieder. Sie rappelt sich nach oben und taumelt schwankend zurück zu ihrem Zufluchtsort. Der Blick ihres Mitbewohners legt sich auf sie. Die Wunde hatte nicht nur viel Blut gekostet...nein, es schien als würde jener Dolch mit einer Substanz getränkt gewesen sein, welche nach und nach ihr Leben durch und durch auszulöschen drohte. Krampfhaft versuchte sie sich auf das Lied zu konzentrieren, versuchte sich zu sammeln, den Schmerz zu ignorieren, die Schwäche zu überwinden...doch vergebens. Wieder taumelt sie hin und her ehe sie abermals auf dem Boden niedergeht, die Luft wird aus den Lungen gepresst und von einem abermaligen Keuchen untermalt. Zittrig wird sie wieder in einen dämmernden Schlaf fallen und als sie erwacht ist ihr nicht gänzlich klar ob es Halluzinationen sind welche vom Fieber kommen oder ob tatsächlich Schritte von Mensch und Pferd draußen zu vernehmen sind. Mit aller letzter Kraft zieht sie ein beschmutztes Pergament zu sich und beginnt mit einem Kohlestift einige Worte darauf zu kritzeln.
Die Finger greifen zu ihrem Haar, die violette Schleife herausziehend, die dunkle – leicht gewellte Mähne löst sich nach und nach und fällt den Rücken hinab. Die zittrigen Finger rollen das Pergament und binden es mit einer Schleife an den Hals des Hermelin...er kennt seinen Weg...weiß wohin jener Brief soll zu ihrem Bruder.
Das war es also, das sollte es gewesen sein...das sollte das Leben darstellen welches sie sich keinesfalls so erdacht hatte, doch meist kam es anders als man denkt, das Leben steckt nun eben voller Überraschungen und Tal und Bergfahrten.
Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens, Nun könntet ihr sagen das es auf jeden Tag zutrifft, außer auf einen – auf den Tag an dem ich sterbe. Seid glücklich, strebt nach dem Ziel, haltet das Gesicht in den Regen, wenn ich es nicht tun kann, dann ihr.
Mein Herz ist Euch,
Langsam sackt sie auf dem Boden zusammen, ein letzter Atemzug füllt die Lungen ehe jener samt der Seele die Lippen hinaus verlässt und in Richtung Krathors Heim kehrt. Tot oder Lebendig...viel miteinander zu tun haben beide nicht, denn ist er nicht hier, bin ich da. Bin ich nicht hier, ist er da.
Tot, dahingerafft von dem Gift was ihren Körper zerfraß und ihr die Stärke nahm sich gegen das zu wehren was sie hätte retten können, das Leben selbst.
