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Verfasst: Montag 29. September 2008, 12:11
von Malachai Schwarzmourne
Malachai lief durch den Wald. Wenig Eleganz behielt er von früher, wenig versuchte er, leise zu sein.
Stöcke knacksten und Blätter knisterten unter seinen schweren Füßen.
Doch er war schnell unterwegs.
Er schien bewusst auf ein Pferd zu verzichten und anfangs könnte man glauben, dass er Ziellos durch die dunklen Walden streifen würde.
Die Wolken bildeten einen Schleier über den Halbmond, liessen jenen auf und abblenden zu gegebenen Zeiten.
Nach einem langen Wege, schien er stehen zu bleiben.
Im Hintergrund ragten die Turmhohen Zinnen der Burg in die Wolken und als das Mondscheinlicht sich abermals den Weg durch die Wolken bahnte, erkennt man viele Grabsteine an jenen Ort, wo Malachai sich gerade aufhielt.
Er ging gezielt um jene herum, bis er vor einem kleinen Stand, seine Hand auf den Grabstein legte und etwas leises, kaum verständliches murmelte.
Dann erhebte er sich, griff in seinen Beutel und zog einige Blumen zu einen Strauß zusammen, welche er dann vor sich auf das Grab geworfen hat.
Er schaut sich kurz um, dann entschwindet er in den Wald.
Dieses mal aber leise, kaum hörbar und als er den ersten Streifen des dunklen Schattens, welcher von den Bäumen geworfen wird, berührt, scheint er auch gänzlichst in der Dunkelheit entschwunden.
Würde jemand nun an eben diesen Grabstein herantreten, würde er folgendes Lesen können:
"Hier ruht Malus. Geliebter Sohn von Inara Tiefenbach."
Die Nacht neigt sich dem Ende zu.
Menschen, die in Morgenstunden die Schlafkammern betreten, werden im Bette einen Vater mit seinen Sohn im Arme finden.
Nur auf den Schreibtisch von Selina liegt ein Umschlag mit einem Brief drin.

Verfasst: Samstag 4. Oktober 2008, 18:12
von Arsen Talmar
Zuhause, endlich! Nach langer Zeit haben wir endlich den Weg zurück gefunden in unsere kleine Zuflucht im Norden Lameriasts und den Anlass dazu gab Selinas Schmollen am Feuer auf dem Akademiegelände. Natürlich hatte sie recht, wenn sie sagte wir hätten kaum noch Zeit für uns, aber sie selbst hatte ja die Akademie wegen Malachais kleinem Sohn ungern verlassen. Aber der Ehemann war leider der einzige der bei ihrer Schmollerei in Reichweite war und so hatte ich ihren Unmut abbekommen. Nun ja, sie hatte ja schließlich aufgehört damit und der Abend zuhause … es gibt Dinge über die man einfach nicht redet oder nicht reden und prahlen sollte. Schmunzelnd lehne ich mich zurück an die Steine des Kamin und sehe von meinem Buch auf zu Selina, die ganz Hausmütterchen durch den Raum huscht und den Staub aufwischt. Darin unterscheidet sie sich nicht von dem Heer der anderen Frauen, ist sie auf Sauberkeit ebenso bedacht wie wahrscheinlich auch Melora Lax.

Melora Lax … meine Gedanken wandern zu dem, was die letzten Tage geschehen war. Wieso nur hatten wir Cyrions Angebot angenommen, sich die Frau anzusehen und anhand seiner zu erwartenden Kopfschmerzen zu sehen ob ihm die Frau bekannt war. Ich könnte mir jetzt noch in den Hintern beissen wenn ich daran denke, denn dieser verliebte Gockel hatte doch nur Augen für sein Rehlein gehabt und die Angelegenheit fast zum Scheitern gebracht. Schön, seine Absichten waren sicher nur die besten gewesen, aber er hatte es geschafft dass die Frau heulend und fast panisch den Heimweg angetreten hatte. Schöne Hilfe, danke Cyrion, hat ja dein Rabe mehr Verstand wie du! Wenigstens konnte er Selina die Halskette in die Hand drücken, die uns schon bei unserem Besuch aufgefallen war. Natürlich konnte jene nun Malachai unter die Nase halten, was uns weiterbringen könnte, dafür dürfte das Vertrauen der Frau in Fremde nun etwa so groß sein wie das eines Temorasüchtigen in einen Rahaler. ‚Wenn man nicht alles selbst macht passiert nur Mist!’ knurre ich in Gedanken und anscheinend nicht nur dort, denn Selina wirft mir einen missbilligenden Blick zu, widmet sich dann aber doch ohne Kommentar wieder ihrem Kampf mit dem Staub. Ich hoffe Melora Lax war inzwischen soweit wieder zur Ruhe gekommen und hatte Cyrions Auftritt soweit verdaut, dass die Rückgabe der Kette und einige ausgesuchte Kräuter gegen ihre Schlaflosigkeit genügen würden um neues Vertrauen aufzubauen, sonst trete ich diesem Ochsen mehr kräftig in den Hintern!

Dann war da auch noch Malachais nächtlicher Ausflug mit seinem mütterlichen Schatten Selina im Schlepptau. Ungewollt grinse ich kurz vor mich hin und schiele schnell zu ihr, aber zum Glück bemerkt sie es nicht, sonst dürfte ich mich auf einen langen Meinungsaustausch gefasst machen. Dass ich beiden aus purer Neugier gefolgt war schienen weder er noch sie bemerkt zu haben, was mich bei ihm doch verwunderte, denn seine Fähigkeiten was unbemerkt bleiben betrifft schätzte ich doch um einiges höher ein als die meinen. Aber meine Ehefrau hatte er wohl bemerkt, denn er führte sie direkt zu einem Grab nahe der Burg Eisenwart in dem der verstorbene Sohn seiner Frau Inara lag … Malus. Eine weiter Spur die uns bei Melora Lax helfen konnte, nur wann und wie wir sie damit konfrontieren konnte, dass war jetzt noch nicht abzusehen. Erst einmal wieder ihr Vertrauen gewinnen, der Rest würde sich zeigen. Zumindest scheint Malachai sich wieder besonnen und aufgerappelt zu haben, denn er beginnt wieder mit seinen Schwertern zu üben und das ist die Hauptsache. Es gibt und die Zeit zu handeln, ohne etwas zu überstürzen und genau das war es was wir nun brauchten: Zeit … Zeit um den Freund Malachai wieder wirklich ins Leben zurückzuholen, denn schon lange ging es uns nicht mehr um die schemenhafte Figur eines Schattenlords. Das hier war, so seltsam es klang, eine „Familienahngelegenheit“, denn ob er sich nun Schattenlord nannte, nennen würde oder eben nicht, in unseren Adern war etwas, dass uns verband und in einer Familie half man sich in solchen Dingen, oder nicht?

An dieser Stelle holt mich Selina aus meinen Gedanken zurück, denn sie hat es sich in den Kopf gesetzt spazieren zu gehen. Irgendwo hat sie recht, wer weiß wann uns wieder die Zeit für uns selbst bleibt, außerdem ihr zu widersprechen würde nur zu Missstimmung führen bei ihr, und auf Gezanke und Gefauche hatte ich nicht wirklich Lust, wer hat das schon, neh? Also Buch beiseite gelegt und mit der Gattin raus an die frische Luft, dann wird das Kuscheln später vor dem Kamin nur umso schöner…

Verfasst: Montag 6. Oktober 2008, 14:35
von Inara Schwarzmourne
Mit einem lauten Knall fiel die Tür hinter Melora ins Schloss!
Seit dem Besuch dieses Cyrions hatte sie fast ständig schlechte Laune und ihre Gedanken kreißten immer und immer wieder um seinen Besuch. Stetig stellte sie sich dieselben Fragen, fand aber trotz allen Grübelns keine Antwort.

Was erlaubten diese Kerle sich eigentlich? Was für ein komisches Spiel wurde hier mit ihr gespielt? In ihrem Kopf drehte sich alles.
Erst tauchten dieser seltsame Mann und seine Begleiterin auf und fragten Sie aus, dann kam ein zweiter und hatte sie ganz offensichtlich nur zum Vorwand zu sich nach Hause gelockt. Und auch er bedrängte sie die ganze Zeit über mit komischen Fragen. Eine Bäuerin aus Bajard sollte sie sein, verheiratet… und als Krönung noch ein Kind haben!! Pah!!
Was dachten die sich eigentlich dabei? War das eine Art makaberer Humor?
Ja, natürlich konnte sie sich nicht an alles erinnern und die Fragen der Männer hatten in ihr nur noch mehr Fragen aufgeworfen, statt beantwortet, aber einen Mann und ein Kind…
Selbst wenn… nun waren sie Fremde für sie und vor allem, wieso sollte sie sich an einen Mann binden, der sie offenbar aufgegeben hatte? Dieser Cyrion meinte, er hätte fast ein halbes Jahr nach seiner Frau gesucht, sie aber nicht gefunden. Sie KONNTE gar nicht diese Frau sein… wo wäre sie denn sonst gewesen dieses halbe Jahr? Und wenn es wirklich Liebe war…warum hatte er nach nur 6 Monaten bereits aufgegeben und wollte nichts mehr von seiner Frau wissen? Konnte man denn überhaupt seinen Mann und vor allem ein Kind vergessen? Sein Kind? So viele Fragen….

Aber sie wollte keine weiteren Fragen mehr hören! Sie hatte genug! Nur glücklich leben wollte sie hier, aber es scheint mehr und mehr zum Alptraum zu werden. Sie seufzte. Wenigstens waren die dank der Kräuter des Verhüllten langsam weniger geworden und sie schlief manchmal schon wie ein Stein.
Trotzdem wollte sie am liebsten niemanden mehr von diesen feinen Herren sehen. Sie schmunzelte. Am besten, sie stellte sich eine Heugabel ans Tor … nur um sicher zu gehen! Dem nächsten, der ihr komische Fragen stellte würde sie schon zeigen, was sie damit anstellen konnte!

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 15:28
von Selina Talmar
Sie hatte lange gezögert, doch nachdem sie nun schon einige Zeit die Pferdesucht beobachtet hatte, wusste sie nicht, ob sie noch einmal in Erscheinung treten sollte, oder ob sie ihr noch Zeit geben sollte.
Immerhin hatte sie Malachai die Kette noch nicht geben können, irgendwie verpassten sie sich in letzter Zeit immer. Doch sie gab nicht auf. Warum auch?
Er bekam seine Fragen beantwortet, sie die ihren. Nur wann das war die Frage. Sie musste Geduld haben. Geduld mit Malachai, Geduld mit Melora Lax. Aber eines wusste sie, sie würde das Ganze nun mit Arsen weiter in die Handnehmen, wobei sie sich vorgenommen hatte, alles erst einmal ruhen zu lassen. Sie hatte die Frau nun lange beobachtet und war sich sicher, sie war nach wie vor aufgewühlt und verwirrt. Sie konnte ihr nicht noch mehr zumuten, denn sonst würde sie die Frau gänzlich verschrecken.
Leise verfluchte sie Cyrion, aber es war nun nicht zu ändern, sie brauchten einfach nur mehr Zeit jetzt um näher an Melora heranzukommen. Und sie mussten nun mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen, lieber einen Schritt zurück, als Zwei vor.
Fest schloss sich ihre Hand um den Beutel mit den Kräutern, die Arsen zusammen gestellt hatte. Sicher sie halfen Alpträume zu verhindern, in der Hinsicht hatte sie nicht gelogen, doch hatte sie auch nicht die ganze Wahrheit gesagt. Leicht regten sich Gewissensbisse in ihr, doch nicht Stark genug, als dass sie großartig Beachtung bekommen hätten.
Halbwahrheiten waren manchmal dienlicher, als die volle Wahrheit. Und es war auch nicht gesagt, dass die Kräuter bei ihr so anschlugen. Allerdings würden sie helfen, wenn sie so wirkten, wie sie
es beabsichtigt hatten.
Denn dann würde sie sich in ihren Träumen erinnern, nicht stark, aber sie würde mit Glück von ihrem früheren Leben träumen. Selina wusste, dass Seher oder Kräuterfrauen solche Kräuter einsetzen um ihren Geist zu erweitern, von den Praktiken der Druiden und Priester wusste sie nichts, das war ihr hier in den landen fremd. Aber in ihrer Heimat, wurde damit oft der Geist aufreisen geschickt, um Dinge zusehen, die verborgen sind oder wovon der Zusammenhang nicht direkt deutlich wurde. Doch die Gabe war selten zufinden und es hatte sie und Arsen viel Zeit gekostet, Einblick in diese Bräuche zu bekommen. Den größten Teil hatte Arsen dazu beigetragen, er hatte viele Schriften in diesem ominösem Kloster darüber gefunden und sich dort viel Wissen angeeignet.
Auch wenn sie beide es nie benutzt haben, waren sie sich einig. Malachai würde sie umbringen, wenn er das wusste, aber was er nicht wusste, ärgerte ihn auch nicht, also warum ihm etwas sagen?
Arsen hatte diese Kräuter nur ganz schwach dosiert, so dass Melora mit Glück Träume hatte und keine Visionen, doch wenn nicht hatte sie zumindest keine Alpträume mehr und das würde ihr auch helfen und ihnen ebenso, zumindest hoffte Selina es.
Ansonsten hatten sie ihr einfach etwas Gutes getan.
Doch sie wusste immer noch nicht, ob sie klingeln sollte, oder ob sie ihr die Kräuter einfach in den Briefkasten legen sollte. Langsam ging sie auf den Hof zu.
Doch noch während sie sich näherte, hörte sie das laute knallen der Tür. Der Knall war ausschlaggebend für ihre Entscheidung. Schnell zog sie Papier und einen Stift hervor und schrieb ein paar Zeilen darauf. Danach band sie das Papier an den Beutel und warf beides in den Briefkasten. Sie vergewisserte sich, dass sie nicht gesehen wurde und verschwand wieder.

So Melora in ihren Briefkasten schaut und das Papier entfaltet wird sie lesen können:

Zum Gruße Frau Lax,

Ich möchte mich aus ganzen Herzen entschuldigen, dass unser Besuch sie verunsichert hat und wir wohl Dinge aufgewühlt haben, die ihr lieber verborgen gewusst hättet.
Wir werden euch nicht mehr behelligen.
Eure Kette schicke ich euch zurück, sobald dies möglich ist.
Anbei findet ihr weitere Kräuter gegen eure Alpträume. Ich hoffe sie bringen die erhoffte Linderung.
Ich dachte die letzten sind mittlerweile verbraucht und da ich nicht weiß, ob eure Träume aufgehört haben, wollte ich euch neue hier lassen in der Hoffnung, dass ihr unsere Entschuldigung annehmt.

*gez*


Selina Talmar

*unter der Unterschrift steht noch ein Satz*
So euch die Kräuter helfen und ihr weitere braucht besucht uns einfach auf Lameriast in der Akademie zu Schwert und Kunst, oder auch wenn ihr euch einmal etwas von eurer Arbeit erholen wollt.

Verfasst: Montag 20. Oktober 2008, 22:28
von Malachai Schwarzmourne
Langsam liess er das Schwert sinken. Schweiß rann seiner Stirn hinab und er atmete schwer.
Sein Blick schweifte über die Trainingspuppen, die mehr nur noch einen Haufen Gehölz und Stroh glichen zu einem kleinen Kind, das fröhlich lächelnd mit einer Drachstatue spielte.
Er legte die Waffen hin, es waren 4 Schwerter an der Zahl und kniete sich zu dem Kleinen und nahm ihn hoch.
Er lächelte, er war so froh, dass er lächelte.
Wie schön war es, in die unbeschwerten Augen eines unschuldigen Kindes zu schauen.
Ein Kind, voll fröhlichkeit, voll Lebensfreude, voll Kraft und Mut.
Ja, es tat gut, für ihn da zu sein, fern ab vom Kriege, von den Gefahren dieser Welt und er würde diesen Weg weitergehen.
Er würde es verhindern, dass sein Sohn so törricht sei wie er einst und sich dem Schatten zuwenden würden.
Nein, dieser Weg war nicht für Marick...und er sollte es auch nie werden.
Der Kleine griff nach den Haaren seines Vaters, er mochte wohl diese nähe, es gab Marick das Gefühl, nicht alleine zu sein.
Es war merkwürdig und Malachai fragte sich, wie er wohl als Baby gewesen war.
War er lustig, war er vielleicht quängelig...hat er Nachts seine Eltern um den Verstand geweint?
Er seufzte leicht, diese Lücken seines Lebens...es war schwer für ihn, doch gab es ihm mehr die Kraft, sich auf seinen Sohn zu konzentrieren.
Niemals würde er zulassen, dass dem Kleinen etwas geschieht, noch das Sie sich trennen müssten.
Er setzte ihn wieder auf den Boden und er krabbelte zu dieser Drachenstatue, nahm Sie in die Hand und haute damit auf den Boden.
Er lachte fröhlich, während Malachai sich erhob und seine Waffen zusammen sammelte.
Dann nahm er den Kleinen auf den Arm und ging wieder ins Haus.
"Zeit fürs Essen."
Der Tag verging und die Nacht brach herein.
Er hatte gerade Marick ins Bett gelegt, als Selina kam.
Sie wollte reden, wie so oft.
Es war ihr nicht zu verübeln, bestanden doch wohl mehr fragen als antworten.
Sie gingen hinaus, zum Feuer. Die frische Luft tat ihm ganz gut, selbst wenn es ihm etwas unangenehm war, wieder mit irgendetwas konfrontiert zu werden.
Er wusste, Sie haben wieder diese Frau aufgesucht in Varuna und er wusste auch, dass Sie sicherlich wieder mit neuen Fakten kommen würden.
Fakten, die ihm beweisen sollten, dass Inara leben sollte. Unter einem Schein, einen anderen Namen fern ab von ihrer Heimat, ihrem Manne und ihrem Sohne in Varuna.
Die Vorstellung alleine war schon so lächerlich für ihn, dass er dem keinen Glauben mehr schenken wollte.
Sie griff in die Tasche und überreichte ihm etwas wortlos. Er nahm es entgegen.
Sie war es, es war die Saphierkette.
Gedanken schossen ihm durch den Kopf, Erinnerungen.
Ja, er sah Sie, als würde die Zeit still stehen und ein Schauspiel für ihn alleine vor ihm spielen.
Wie er vor ihr saß, wie er die Kette hervor holte und Sie ihr gab.
Wie sie strahlte und wie sie ihn ansah.
Die Augen, gerührt, den Tränen nahe vor Glück. Es rührte ihn ebenso, er hätte am liebsten auch geweint und das Glück so intensiv mit ihr geteilt.
Er band ihr die Kette um den Hals und sie liebten sich, die Nacht lang.
Es war eines der schönsten Momente und Inara versprach, Sie niemals abzulegen. Es war ein Beweis für ihre Liebe, ihren Verbund bis ins Leben und den Tot hinein.
Er hielt seine Gefühle für sich, er starrte nur auf diese Kette, dann gab er Sie wortlos zurück.
Er war sich sicher, dass Selina nichts von all dem Mitbekam, nicht sah, dass diese Kette etwas in ihm auswirken liess.
War es doch wahr?
Sicher, es gibt Ketten wie diese, doch langsam...der Zufall...ja...es schien doch...nein...
Er schüttelte die Gedanken ab.
Er besann sich wieder auf seinen Sohne, auf das kleine Gescöpf, dass heute gelacht und gespielt hatte.
Er wollte nicht wieder den Weg der Hoffnung gehen, nein, er würde nicht zulassen, dass sein Sohn an seiner Hoffnung verzweifeln würde.
Er schwor sich, reinen Tisch zu machen.
Lieber solle das Kind glauben, dass Sie tot seie, als dass es stetig Tag für Tag sich in Hoffnung tränkt, die vielleicht niemals vergeht und Malachai weiß, wie sehr einen die Hoffnung zerreissen kann.
Sie lässt einen die Realität entschwinden, lässt einen vernachlässigen und lässt einen keinen Raum für die Dinge, die ebenso wichtig sind.
Arsen kam hinzu, und Merrik.
Sie unterhielten sich über belanglose Dinge, die Burg, Bajard und dergleichen.
Merrik zeigte ein großes Interesse an der Burg, etwas, das Malachai ein wenig Merkwürdig vorkam...aber vielleicht wollte er auch nur reden.
Als Selina und Arsen gingen, schaute Malachai ihnen nach.
Er ging dann auch, hoch in das Zimmer zu seinen Sohne.
Er schlief Seelenruhig, in seiner Hand hatte er gebundenes Schwarzes Haar. Es war welches von Malachai, er schnitt sich einiges ab und gab es ihm, an einen Stoffbären gebunden.
Es sollte ihn Frieden und Geborgenheit geben.
Er beugte sich hervor, gab seinen Sohn einen Kuss und deckte ihn richtig zu.
Lange schon verschwand Marick nicht in der Dunkelheit, seine Schattenkräfte liessen nach. Ein Segen, wie sein Vater empfand.
Er wandte sich ab und ging zur Kommode, öffnete die mittlere Schublade und nahm einen Dolch hervor.
Dann ging er zu seinem Bette, kniete sich davor nieder und ritzte mit dem Dolch in eine Holzspalte, die eine Diele löste.
Dann nahm er etwas hervor, was in schwarzen Stoff gebunden war, entpackte es und blickte auf jenes Schwarze Buch der Schatten.
Ein seufzer, dann packte er es wieder ein.
Es würde Arsen und Selina sicherlich helfen, vielleicht mehr, als er ahnen würde.

Verfasst: Sonntag 26. Oktober 2008, 23:55
von Malachai Schwarzmourne
Noch immer sammelte Malachai seine Gedanken, als er auf dem Baume saß und in den Sternenhimmel blickte.
Schattenhuf stand unten am Stamme und genoss fröhlich das taufrische Gras.
Er hatte es sich verdient, ein wirklich Cleveres Pferd dachte sich Malachai.
Ja, es spielte sich krank, seine Nummer mit dem Zusammenbrechen und dem Ausspucken von Schleim hatte definitiv Staralüren, selbst wenn Schattenhuf es Malachai wohl übel nahm.
Tiere, so dache er, sind in vielen Dingen den Menschen weit vorraus. Sie lassen sich nicht täuschen, von nichts abbringen.
Er erkannte Sie sofort, als er seinen Kopf an sie lehnte.
Malachai vergrub sein Gesicht in seine Hände.
Wie konnte er bloss, wie konnte er die Suche beenden.
Sie war da, so nahe...und doch so fern.
Er unterhielt sich mit ihr, er hörte ihr zu.
Er war sauer, als er die Vorgehensweise von Selina, Arsen und Cyrion hörte. Als er hörte, dass Sie Alpträume besass, Angst hatte, die Tür zu öffnen.
Dennoch...er war auch dankbar, wie so oft, schuldete er ihnen so viel.
Sie gaben die Hoffnung nicht auf, wo er es schon tat.
Ja, sie hatten recht.
Er bemerkte es, als er ihr in die Augen sah, er wollte es nicht wahr haben, diese strahlenden, grünen Augen, sie faszinierten ihn immer noch, zogen ihn förmlich in ihren Bann.
Dann, als er ihre Hand hielt, oh welch wunderschönes Gefühl, diese einfache berührung, die er so sehr misste.
Sie ging hinaus, eine Kundin war da und Malachai nutzte die Chance, sich umzusehen.
Nichts, es war nichts zu finden. Alles nur Gegenstände, die er nicht kannte. Doch dann, in ihrem Schmuckschränken, 2 Ohrringe, ganz alleine. Er nahm sie hoch, begutachtete Sie.
Es war wie ein Blitzschlag direkt in seinen Kopf.
Konnten Sie es sein?
Die Kette, die Ohrenringen?
Schritte, Sie kam wieder, er legte Sie schnell weg und setzte sich wieder, seine Hand unwissentlich gegen den Kopf halten.
Er gab dem Alkohol die Schuld, der Schnaps war wirklich stark.
Sie starrte ihn an, wieder diese Gefühle.
Doch nein, konnte Sie es sein?
Sie redeten weiter, Sie bemerkte den Abdruck seines Eheringes, den er vor einigen Tagen abnahm.
Sie war schlau, scharfsinnig...so...ja...so wie sie ist...es immer war.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis Sie herausfand, wer er war.
Ihr Atem stockte, ihr Blick wurde zornig...und er...er stritt es nicht ab...nein...er gestand, dass er derjenige, war, dessen Frau so spurlos verschwand.
Doch anstatt ihn hinauszuwerfen, vom Hofe zu jagen, nein, hörte Sie zu.
Er war den Tränen nahe, er gestand nun alles, wie ein Angeklagter auf der Richterbank.
Ihr Gemüt beruhigte sich, sie sprachen weiter, sie erzählte von ihrem Traum, davon, dass Sie gefesselt war, davon, dass eine schwarze Gestalt höhnisch lachen würde...und von einem Vermummten...der kommt und die schwarze Gestalt erschlägt.
Sie schaut in dessen Gesicht...und sieht nur ein Spiegelbild ihres Gesicht.
Malachai wurde Neugierig, er fragte, was er trug, was er für Waffen bei sich hatte.
Sie schien verwundert, doch machte Sie keine Anstalten, seiner Frage auszuweichen.
"...mehrere Schwerter am Rücken..."
Malachais Atem stockte, er fühlte innerlich seinen Körper rebellieren. Er wäre am liebsten umgefallen.
Er sagte nichts, er hob nur seinen Umhang, wo 4 Schwerter aufblitzten.
Sie...ja Sie erkannte Sie...es waren jene Waffen und Sie wusste, dass es sicherlich nicht viele gab, die so kämpfen würden...
Sie weinten, sie traten aufeinander zu.
Malachai sah Sie noch einmal an...ja...sie war es...oh Götter mit eurem grausigen Spiel...Sie lebte und stand wahrhaft vor ihm.
Er wollte Sie drücken, wollte Sie nie mehr los lassen und Sie...ja...Sie wusste es...Sie wusste es, seit Er ihre Hand berührte.
Es war Instinkt, das unsichtbare Band, was die beiden seit ihrer ersten Begegnung miteinander verbunden hat.
Sein Herz, dass Sie ihm schenkte.
Sie redeten lange...Sie erinnere sich trotzdem nicht...sie machte sich vorwürfte, dass Sie vergessen konnte.
Doch Sie traf keine Schuld....Malachai wusste....Sie wollte es nicht.
Wolken zogen sich über den Sternenhimmel.
Schattenhuf schnaubte und schaute empor in den Baum.
Malachai erwiederte seinen Blick und verstand.
Marick, er wartete zuhause, er sollte nicht so lange alleine bleiben.
Malachai kletterte hinab, auf Schattenhuf und Sie ritten los.
Doch seine Gedanken, Sie kreisten weiter und weiter nur um diese Frau...Inara...seine Frau...die er nun Melora nennen musste...nur solange, bis Sie sich erinnern würde.
Und das würde Sie, sie will es und er wird ihr dabei helfen.
Er muss es langsam angehen, er wird es langsam angehen...denn es bleibt der Gedanke bestehen, dass Sie lebt...das Sie da ist...bei ihm und er wird Sie hüten wie einen Schatz...seinen Schatz...den wertvollsten, den er besitzt und jemals besitzen wird.
Er liebte Sie, wie gern hätte er es ihr gesagt, sie zärtlich geküsst. Doch er musste mit dem Leben, was er hat...und es ist weitaus mehr, als er sich jemals hätte erträumen lassen.
Jetzt kann er seinem Sohne erzählen, dass seine Mutter lebt und es ihr gut geht.
Das Schiff setzt an den Hafen Lameriast an, Schattenhuf ritt im Gallopp und als Malachai vor der Tür der Akademie stand, warf er noch einmal einen letzten Blick gen Himmel.
Denn eines liess seine Gedanken nicht ruhen: "Diese 3 Männer, die Inara sagten, sie wäre Melora Lax."
Er will ihr keine Angst machen...doch er ist sich sicher, dass dies alles kein Zufall seie und er wird Sie finden, diese 3 Männer...diese schwarze Gestalt und Inaras Traum wahr werden lassen, wenn er Sie für ihre Taten niederstreckt.
Er ist nicht der Schattenlord, nein, er ist Malachai Schwarzmourne, geliebter Ehemann und Vater und solch eine Person kann schlimmer sein als der schlimmste Alptraum.
Für die Sicherheit und die Liebe seines Lebens, die er so lange missen musste.

Verfasst: Dienstag 28. Oktober 2008, 14:50
von Inara Schwarzmourne
Als sie aufwachte war etwas anders als sonst. Zum ersten Mal seit langem wachte sie nicht mehr auf und hatte Angst…

Zuerst hatten sie die Alpträume Nacht für Nacht wach gehalten. Immer träumte sie, sie säße gefesselt auf diesem Stuhl, vor ihr dieser rießige schwarz gekleidete Mann ohne Gesicht, der sie hämisch auslachte. Dieses beklemmende Gefühl, sich nicht rühren zu können…dass er etwas schreckliches mit ihr vor hat.. Sie versuchte den Gedanken energisch zur Seite zu schieben. Was hatte Marick .. ach nein, er hiess ja Malachai…gesagt? „Er nahm sich von dem wenigen, dass sie zu bieten hatte.“ Hies das etwa… Nein! Darüber wollte sie nicht nachdenken! Manchmal empfand sie es als ein Segen, sich nicht an alles erinnern zu können.

Aber dieser Mann, Malachai. Gestern noch schien alles so einfach, aber nun nagten wieder Zweifel an ihr. Warum hatte er sich nicht gleich zu erkennen gegeben? Er spielte ihr auch etwas vor... so wie all die anderen. War denn alles, was ihn betraf, auf Lügen aufgebaut? Er, seine Freunde, ihre Handlungen.. vielleicht sollte sie ihm doch nicht trauen?
Er kam auf ihren Hof, weil sein Pferd krank sei und bei ihr Hilfe suchte. Da schon, hätte sie misstrauisch sein sollen. Hatte dieser andere, Cyrion, nicht den selben Trick angewandt? Sein Pferd erschien ihr gesund, bis es plötzlich anfieng zu röcheln und Schleim erbrach...halb verdautes Futter. Sie hatte noch nie von einem Pferd gehört, das sich erbrach. Aber der Rappe war sicher auch alles andere als ein normales Pferd. Er bewegte sich mit einer Art natürlichem Stolz, als wäre er ein Prinz seines Geblütes und dann das wunderschöne schwarz glänzende Fell. Sie seufzte. Nie hatte sie so ein schönes Schwarz gesehen, so unendlich, so erschreckend und doch zugleich so schön wie die Schwärze der Nacht. Das bemerkenswerteste waren jedoch die Augen des Rappens. Es waren nicht die Augen eines Tieres. Man sah sofort, dass er einen verstehen konnte und wissen die Götter, welches Band den Rappen an seinen Herren band. Aber gezähmt war er keineswegs, das wusste sie sofort. Er folgte ihm freiwillig. Doch wenn ein so aussergewöhnliches Tier Malachai folgte, konnte er da wirklich schlecht sein? Tiere haben in der Regel eine gute Nase, wem sie vertrauen können, oder nicht. Wieder seufzte sie. So viele Fragen...

Vielleicht war es unrecht, schlecht über ihn zu denken. Schliesslich war sie es, die ihn herein gebeten hatte, während sein Rappe sich erholte. Aber hätte sie gewusst wer er war, hätte sie ihm wahrscheinlich gezeigt, wozu sie eine Mistgabel neben dem Tor stehen hatte. Sie schmunzelte. Ja, wahrscheinlich hatte er nur vorgegeben ein anderer zu sein, damit genau das nicht geschah.
Vielleicht war es tatsächlich so, wie er sagte, dass er ebenso verletzt war, zerrissen von seinem Schmerz. Aber statt in seiner Qual zu ertrinken, war es ihm nicht einmal gestattet gewesen zu trauern, da er sich ja noch um seinen Sohn Marick kümmern musste. Und seine Freunde um ihn herum haben ihn sicherlich auch immer wieder aufs neue verletzt, wenn sie davon sprachen, dass seine Frau noch lebte.
Er musste sie wirklich sehr geliebt haben.

Sie hatten sich unterhalten, während er wartete. Eigentlich wollte sie nicht davon sprechen, aber wie von selbst entschlüpften die Worte ihrem Mund, von ihren Träumen, den ständigen Besuchen, den bohrenden Fragen und die schmerzenden Fragen, die in ihrer Brust zurückblieben, nach jedem dieser Besuche und die ihr Herz langsam zerquetschten. Sie hatte das Gefühl, als könne sie ihm alles erzählen, als wäre er ein langjähriger Vertrauter und er drückte ihre Hand um sie zu trösten. Er schien sie zu verstehen, erzählte von seinem Leben, seiner Frau, die vor einem halben Jahr verschwand. Und dann, ganz plötzlich, traf sie die Erkenntnis wie ein Blitz aus heiterem Himmel. ER war es... er war der Mann, dessen Frau die Fremden suchten, ER war es, mit dem sie verheiratet sein sollte! Und er hatte sich auch in ihr Haus geschlichen mit einer List, hatte sich ihr Vertrauen erschlichen, hatte sie dazu gebracht, ihr innerstes frei zu legen und ihm alles zu sagen!! Unbändiger Zorn erfasste sie und am liebsten hätte sie sich auf ihn gestürzt um ihn in tausend Stücke zu zerreisen, oder ihn zumindest mit lauten deftigen Flüchen und einem Tritt in den Hintern hinaus befördert. Er hatte sie verraten! Sie hintergangen! Hatte sie in Sicherheit gewiegt um ihr dann ein Messer in die Brust zu rammen. Wem konnte sie eigentlich noch trauen? Niemandem mehr, wie es aussah...sie war ganz allein!

Doch gerade als sie ansetzen wollte um ihm mit verbalen Ohrfeigen nachdrücklich zu zeigen, was sie von ihm hielt, sah sie sein Gesicht. So viel Leid hatte sie noch nie bei einem Menschen gesehen!! Er sah aus, als würde die Last der ganzen Welt auf seinen Schultern lasten, alt eingefallen und nun gänzlich ohne Hoffnung. Tränen rannen ihm sogar über die Wangen, als er ihr gestand, dass ER tatsächlich derjenige sei, mit dem sie einst verheiratet war. Er machte sich Vorwürfe, schwere Vorwürfe, weil er sie nicht beschützen konnte und sie letztenendes sogar aufgab, nicht mehr daran glauben wollte, dass sie noch lebte. Aber er sah auch, dass sie nicht mehr Inara war. Sie war Melora, Melora Lax. Eine einfache Pferdezüchterin und nicht mehr die Bäuerin, die er einst geliebt hatte. Sie konnte das starke Band, dass sie einst verband zwar spüren, aber erinnern konnte sie sich trotzdem nicht. Es war wie eine grosse schwere Eisentür, die mit mehreren Riegeln und Schlössern versperrt wurde um das, was dahinter lag, vor ihr zu schützen, sie absichtlich auszusperren.
Cyrion, Malachais Blutsbruder wie sich rausstellte, konnte sich wenigstens langsam erinnern, er hatte Kopfschmerzen, wenn er etwas vertrautes sah und erkannte mit der Zeit wohl immer mehr wieder. Warum war das bei ihr nicht so? Das Gefühl, dass irgend etwas nicht stimmte, dass sie etwas wusste, dass Malachai erfahren musste, wurde immer stärker und stärker. Aber sie wusste einfach nicht, was es war. Die Sperre in Ihrem Kopf war wie verhext. Vielleicht konnte ihr ja die Heilerin, Frau Tjorven, helfen... besonders bei dem, was Malachai vielleicht vor ihr verbergen wollte.

Aber auch wenn die Angst nun gewichen war, die Unsicherheit blieb und die Fragen nagten sich weiter unerbittlich durch ihr Herz wie Würmer durch einen Apfel. Wer war sie wirklich? Was wurde von ihr erwartet? Was kam jetzt auf sie zu? Und bei allen Göttern ... was ist nun tatsächlich passiert, wer ist dafür verantwortlich?

Eines stand jedoch fest. Egal, was noch kommen würde, nun war sie in ihrem schlimmsten Alptraum gefangen! Alles, was sie versucht hatte zu verhindern und zu verdrängen, war nun Wirklichkeit. Sie war nicht Inara Schwarzmourne, aber Melora Lax war sie nun auch nicht mehr ganz. Ob es gut enden würde, oder ob es sie zerreissen würde, daran versuchte sie nicht zu denken. Nur die Zeit würde dies zeigen...

Verfasst: Mittwoch 5. November 2008, 22:29
von Malachai Schwarzmourne
Lange betrachtete er noch die Kette, die er in der Hand hielt, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte.
Er verbrachte die letzten Tage damit, das Chaos, das Cyrion in seinen Hause nahe Bajard veranstaltet hatte, aufzuräumen, alle Fallen zu deaktivieren und zu entfernen.
Es sollte so sein, würde Sie, in Zukunft, sich entscheiden, ihr altes Haus zu besuchen, so sollte es nicht nach Tot und Zerstörung wirken. Es sollte ihr inneren Frieden geben, sollte ihre Ruhe geben. Sie sollte nicht glauben, dass ihr altes Leben immer mit dem Kampf um das Leben zu tun hatte.
Sein Blick schweifte ab, er starrte durch den Raum, ja, es sah gut aus...soweit zumindest. Er müsse zwar einige neue Möbel bestellen, doch es lag der klang der Harmonie in der Luft.
Er schloss die Augen, Erinnerungen kamen hoch.
Erinnerungen, wie Inara das erste mal bei ihm übernachtete, wie Sie dann, später, gemeinsam das Bett in der bittersten und kältesten Stunde teilten, weil er vergaß, Feuer für den Kamin zu holen.
Wie Sie mit ihrem Sohne durch die Schwelle traten...ja, wie glücklich sie waren.
Eine Träne rinnt ihm hinab.
Glücklich...war er Glücklich im Moment?
Sie lebte, Ja, doch war Sie es? Wird Sie es jemals wieder sein?
Und Marick?
Wie würde Sie auf ihren Sohn reagieren?
Soviele Gedanken...ja, sie lebte...doch war es ein Segen für Sie, dass er nun in ihr Leben kam?
Hatte er sich nicht immer ein Leben, fern ab von den Schatten, von Kriegen, von Mord und Tot gewünscht?
Hatte Sie es nicht nun gehabt?
Vielleicht wollte Sie es, vielleicht wollte Sie vergessen. Ja, sie war doch glücklich...oder nicht?
Und nun...er wieder, der Schattenlord, jener, der soviel Blut an seinen Händen trug, wie oft stand Sie Nachts am Fenster, mit Marick im Arme, wohl um Sorge, ob ihr Geliebte gesund wiederkommen würde?
Er seufzte, wieder die Kette betrachtend.
Ja, ihre Liebe war stark, doch stark genug, all dies auszuhalten?
Schliesslich hat er selten ihre Seite betrachtet, sicher, er hat Sie angesprochen, gefragt, doch hat er sich jemals wirklich mit ihren Sorgen beschäftigt? Hat er versucht, ihr jene abzunehmen, gar es zu verhindern?
Nein.
Dieser Schmerz, diese Sehnsucht zu ihr. Sie in den Armen zu halten, Sie zu küssen...er wollte zu ihr, ihr alles sagen...sagen, dass er kein Schattenlord mehr war, sagen, dass er eine ruhige, friedliche Zukunft anstrebt...doch gibt es diese Überhaupt?
Er ist nur wenige Zeit bei der Akademie...und schon jetzt musste einer sterben...etwas, dass es nie vorher gab.
Vielleicht ist es doch jener Fluch...der Fluch, dass Menschen um ihn herum unweigerlich sterben müssen, selbst wenn er es nicht ist, der die Waffe erhebt, noch jenen Tot herbei sehnt.
Vielleicht spürte Inara diesen Fluch...ja...aber warum riss Sie Marick nicht mit?
Vielleicht, weil er auch ein Schatten war.
Doch...nein...
Malachai haute sich selber für diesen Gedanken.
Sie würde niemals ihr Kind verstoßen, nein...dennoch...Inara war weit fort...vielleicht war Sie doch tot...und zurück blieb eine verwirrte, in Angst gehüllte Frau namens Melora.
Und er war nicht unschuldig an dieser Angst.
Er erhebte sich, legte die Kette auf seinen Tisch.
Soviele Fragen, qualvolle Fragen und Sehnsüchte.
Er hatte Angst, wie schon lange nicht mehr.
Seine Sehnsüchte...vielleicht würden Sie nie mehr gestillt werden.
Die Qual, dass die Frau, die er über alles liebte, nicht die Liebe erwiedern würde...nicht könnte...sich von ihm abwenden würde...
Ja, er hatte Angst...und er musste Sie wiedersehen, so schnell wie möglich.
Er wollte bei ihr sein, Sie nicht mehr mit ihren Ängsten alleine lassen...egal ob Melora oder Inara...Sie war die Mutter seines Sohnes und die Frau, die er liebte...er würde Verantwortung übernehmen, fern ab der Schatten...einfach nur Malachai, Vater und Ehemann und ihr bei ihrem Wege helfen zu verstehen und hoffentlich...zu erinnern.