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Verfasst: Freitag 10. August 2007, 13:01
von Ian Vondran
>>Halt, Bürger!<<. Eine recht forsche Begrüßung, dachte sich der Ritter mit leichtem Schmunzeln auf den Lippen als er sich nahe der Abzweigung in die Stadt einfand. Doch schnell sollte ihm das Selbige vergehen, als er die zwei Mannen in voller Montur mit gezogener Klinge auf ihren Rössern betrachtete. >>Ein Infizierter!<<; folgte abermals nur knapp die Rechtfertigung für dieses Aufgebot. Sofort haftete sich das grau-blaue Augenpaar auf den Mann am Boden, der offensichtlich nach Luft ring und dessen Lunge scheinbar Blut gebahr. Entsetzen zeichnete sich auf den rauen Zügen des Gläubigen. Doch viel Zeit sollte nicht bleiben um sich auf weiteres Handeln zu besinnen. >>Geben wir ihm den Gnadenstoss!<<; folgten die Worte des Einen, der die Klinge schon erhoben hatte. Sichtlich entrüstet zogen sich die Brauen eng aneinander und zugleich das Augenpaar weit auf. Mühsam nur konnte er in diesem Augenblick einen geordneten Luftzug in seine Lungen gewähren lassen, war das Entsetzen doch unbeschreiblich. "Einhalt, sage ich!", entfuhr es eindringlich und sichtlich aufgebracht den Lippen des Ritters. "Wagt es nicht Hand an diesen Mann anzulegen. Ihm muss geholfen werden!" Beiläufig der Worte platzierte er sich zwischen den beiden Parteien und sattelte schließlich über den Steigbügel ab. Verängstigt schienen die Mannen, waren sie bis obenhin vermummt um sich vor der Krankheit zu schützen. Doch das kümmerte Ian nicht. Er vertraute auf seine Göttin, er glaubte und schöpft daraus seine Stärke. Ohne hin ging es hier nicht um ihn, und auch hatte er sich von den Beiden mehr Glaube an die Herrin erhofft, war doch ein Teil deren Gruß der Temora gewidmet.

Die einzige Hoffnung die er aber in diesen Haufen Wachleute setzte, hielt Sir Rafael aufrecht, welcher ebenso empört, gar aufgebracht die Rüge dem Allianzler erteilte, nachdem er von der Angelegenheit erfuhr. Er war sichtlich besorgt ob jener Vorgehensweise und fand auch erst Ruhe, als ihm der Ritter zusicherte, ein Auge auf die Stadt zu haben.

Das Schauspiel schien kein Ende zu finden und überhaupt war dieser Abend einmal mehr ein Beweis für Inkompetenz und Heuchelei. Dass der Hauptmann ihn nicht in die Stadt lies konnte der Ritter noch irgendwo verkraften, als jedoch auch ihre Eminenz van Sareth nicht hineingelassen wurde, überkamen den Gläubigen doch ernsthafte Zweifel. War der Gruß im Namen Temoras also doch nur Heuchelei und in Wahrheit vertraute niemand von diesen Gardisten auf den Segen und Beistand der Herrin, sollte das letzte Wort in dieser Sache gewiss noch nicht gesprochen sein.

Verfasst: Freitag 10. August 2007, 16:14
von Liliana van Drachenfels
Es hatte die ersten Todesfälle gegeben. Wenn sie nicht schnell ein Mittel fanden, würden es sicher noch mehr werden. Liliana und Zoe hatten unterstützung Elnesta bekommen, die ihnen auf Grund ihres Hilfegesuchs beistehen wollte. Ansonsten war Liliana zu tiefst entäuscht von den Heilern. Niemand sonst liess sich blicken. Dabei wurde jede helfende Hand dringend benötigt. Auf ihr Gesuch nach einem Koch, der die vom Bajarder Hof gespendeten Speisen zubereitete meldeten sich zum Glück Eleyni und ein weiterer Herr. Man beschloss die Speisen ausserhalb des abgesperrten Lazarettbereiches zuzubereiten. Die Ideen und Vorschläge von Elnesta wurden schnellstmöglich durchgeführt. Die Elfin hatte große Erfahrung und Lili war sehr dankbar dafür daß sie da war. Ein weiteres Zelt wurde gebaut in dem die Kranken, aber auch jeder der mit den Kranken in Berührung kam mit Essigwasser duschten und anschliessend in einem kräutersud badeten. Die Kranken sollten 3 mal täglich diese Prozedur durchmachen.
Wichtig ist die Hygiene, erklärte Elnesta ein ums andere mal.
Aufgrund der schnellen Reaktion waren zum Glück nur einige Dutzend bisher von der Krankheit betroffen. Insgesamt würden es wohl über 100 sein aber noch waren nicht alle Kranken im Lazarett. Lili verstand einfach nicht wieso die Heiler ihre Patienten nicht herbrachten, verstanden sie denn nicht worum es ging? Nur hier konnten sie die Patienten von den Gesunden trennen und eine weitere Ausbreitung verhindern. Hier wurden die Patienten bestmöglich betreut und es wurde fieberhaft nach einem Mittel gegen diese Krankheit geforscht. Wenn nur mehr Heiler da wären.. sagte sie sich ständig, aber es nützte nichts, es waren nur sie drei dort und so mußte getan was getan werden mußte. Die Tage waren endlos lang und jede von ihnen arbeitete immer wieder bis an den Rand der Erschöpfung. Nur zwischendurch immer nur für kurze Zeit gelang es ein wenig auszuruhen. An richtigen Schlaf war kaum zu denken.

Verfasst: Samstag 11. August 2007, 02:15
von Esgaron
Des Nachts durchwanderte er die Straßen Varunas und suchte nach einem leeren Haus der Adligen, die wie er hoffte die Stadt bereits verlassen hatten, er vermutete das viele der Adligen große Ansammlungen an Büchern hatten, vielleicht gab es etwas das ihm dabei helfen konnte, natürlich hätte er auch einfach fragen können doch wenn niemand da war musste man eben anders handeln... sollte ihn doch jemand erwischen dann war er sich darüber im Klaren die Konsequenzen tragen zu müssen doch im Moment war ihm jedes Mittel recht hinweise darauf zu finden wie diese Seuche zu heilen war...

Als er schließlich ein Haus gefunden hatte das ihm verlassen schien lief er mehrmals darum herum um sich zu vergewissern das keine Wache in der Nähe war, er hätte nie gedacht einmal zum Einbrecher zu werden und sein Herz pochte ihm bis zum Halse als der Schrei eines schwarzen Schattens ihn aufschreckte... "Nur ein Rabe..." murmelte er leise zu sich selbst und machte sich dann aneinem der Fenster zu schaffen und versuchte es möglichst ohne es zu beschädigen zu öffnen, doch das war gar nicht so einfach ohne die nötige Übung, hätte er Gelegenheit dazu gehabt hätte er eine gewisse Person aus seinem Bekanntenkreis hierbei um Hilfe gebeten aber das war in dieser Situation der Abschottung Varunas unmöglich gewesen....

Nach einiger Anstrengung und einem lauten Knacken schwang der Fensterladen auf, leise fluchend blickte er sich um in der Hoffnung keine Wache möge ihn gehört haben, sie würden ihn wohl ohne zu fragen abführen da sie ihn vielleicht für einen Plünderer hielten... was ja in gewisser Weise auch stimen mochte.
Vorsichtig schob er sich durch den entstandenen Spalt und schloss den fensterladen hinter sich so gut es eben noch ging.

In der Dunkelheit des Hauses erkannte er zunächst nichts, doch dann wurden Umrisse durch die Mondstrahlen deutlich, er erkannte einen Tisch in der Mitte des Raumes auf dem ein Kerzenständer stand rechts und links an den Wänden standen Regale gefüllt mit Büchern.
Ein wenig lächelnd ob seines augenscheinlichen Erfolges beim ersten Versuch trat er auf den Tisch zu und entzündete die kerzen.

Nach einigen Stunden der Suche graute bereits der Morgen, Esgaron saß über einem dünnen Büchlein welches das tagebuch eines längst vergessenen Leibarztes der Adligen zu sein schien, wie es hierher gekommen war kümmerte ihn im Moment wenig ihn interessierte nur was dort geschrieben stand...

...der Zust *hier prangt ein kleiner Brandfleck auf der Seite* ..erschlechtert... wenn ich nicht bald etwas finde das ihren Krampfhu *die schrift scheint bis zur unleserlichkeit vergilbt* keine Hoffnungen mehr....

...Ihr hals ist stark angeschwollen die Entzündung *die schrift ist verschmiert und ebenfalls nicht mehr zu entziffern* hinab in die Lungen, ich habe versucht mit einem Kräutersud gegenzuwirken aber ohne Erfolg...

...ENDLICH ich habe die Lösung meines Problems gefunden, die Wilde Malve ist hervorragend für einen entzündungshemmenden Tee geeignet, zumal auch der Krampfhusten abgeschwächt zu werden scheint ich hoffe die Lady wird bald wieder gesund.



Die meißten Seiten waren unleserlich doch er konnte genug entziffern um Hoffnung zu schöpfen das dieses Buch Liliana würde helfen können, er löschte die Kerze und huschte aus dem Fenster hinaus, jedoch vergaß er dieses wieder zu schließen was den aufmerksamen Augen eines Wachmannes vielleicht nicht zu leicht entgehen würde...
Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden rannte er in den ersten Strahlen der Morgensonne in Richtung des Theaters um Liliana das Buch zu Zeigen, er hoffte sie möge ihm seine lange Abwesenheit ob dieses Erfolges verzeihen...

Verfasst: Samstag 11. August 2007, 21:51
von Richard Tarid
Auf geheiss des Hauptmanns sollen an diesem Abend alle Marktstände des Marktplatzes abgerissen und verbrannt werden. Als er diese Worte vernahm, blickte er kurz zum Korporal. Darauf machten sich beide mit schnellen Schritten auf den Weg zu jenem Ort. Dort angekommen zückten beide rasch ihre Äxte und fingen mit ihrer mühsählichen Arbeit an. Nach einer Weile aber, entschlossen sich beide die Laternen an den Masten der Zeltdächer zu zerschlagen und das Petrolium zum abbrennen des Stände zu nutzen. Hin und wieder blickt der Hauptmann bei dessen Arbeit arbeit vorbei und machte dabei den einen oder anderen Vorschlage wie dies beschleunigt werden könnte. Als ihm nach dem dritten Besuch der beurlaubte Gardist von Wolfenfels und Hofmagier einfiel der darauf sein Feuer einsetzte und kontrolliert das abbrennen weiter beobachten.

Nachdem nun der Marktplatz von dem Hofmagier überwacht wurde und dieser darauf achtete, dass das Feuer sich nicht anderweitig versucht auszubreiten machten sich beide auf den Weg zum Armenviertel wo diese dann mit der Hausdurchsuchung des Viertels begannen. Die Stunden vergingen und jedes Haus wurde akribisch von den beiden durchsucht und mit einem speziell hergestellen Rattengift von einer der Heilerinen die beim Theater ihren Dienst tat verstrichen. Nachdem die Durchsuchung und die Reinigung durchgeführt wurden, setzte man vor jedes Haus ein Schild als Hinweis...

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 00:02
von Zoe de Velgy
6 Kräuter..

Zoe hatte heute gleich drei weitere Kräuter erfahren die sie mit den anderen Reagenzien verwenden sollte. Erst verwendete sie die ihr vorgegebene Bibernelle und den selbstentdeckten Spitzwegerich miteinander. Einige Tage später wurde ihr noch die Holunderblüte genannt, welche ebenfalls bekannt dafür war, schweisstreibend und fiebersenkend zu wirken.

Immer wenn Zoe abgelöst wurde, damit sie ebenfalls ab und zu etwas Ruhe fand, begann sie wieder die Bücher zu durchforsten und mischte die verschiedesten Tränke an. Auch ein krankes Tier liess sie sich bringen in einem Käfig und verabreichte jeden neuen Trank vorerst der kranken Ratte. Sie dosierte die ihr genannten Kräuter höher und mischte sie einmal mit und einmal ohne andere Kräuter an.

Das kranke Tier zitterte weniger und es nahm freiwillig wieder etwas Wasser zu sich. Doch von Heilung war immer noch nichts in Sicht. Die Ratte hatte eindeutig Schmerzen und bewegte sich nur selten. Heute hatte Zoe die Möglichkeit, gleich drei weitere Kräuter zu verwenden. Malve, Thymian und die Schlüsselblume.

Sie glich ihre Unterlagen mit denen von Taralea Mirrosil ab und so ergab es sich, das es inzwischen sechs Kräuter waren welche eine schlagkräftige Wirkung bezwecken konnten, so man sie gemeinsam verwendete und höher dosierte. Zoe begann in den Büchern alles genau über die neu erfahrenen Kräuter zu lesen und notierte sich das wichtigste wieder in ihrem kleinen Notizbuch. Sie wollte keinen Fehler bei der Dosierung machen und las sich somit alles genau durch und versuchte, sich trotz ihrer Müdigkeit zu konzentrieren.

Während die Malve bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum, sowie Reizhusten hilft, hat Thymian gleich einige Wirkungen mehr. Thymian wirkt in der richtigen Konzentration, gegen Entzündungen der Atemwege und wirkt zudem hustenreizstillend sowie schleimauflösend. Thymian darf jedoch nicht allzuhoch dosiert werden da es ansonsten abführend wirkt.

Die Schlüsselblume wird gern als Auswurf förderndes Mittel bei Erkrankungen der Bronchien verwendet. Die Wirkung ist beruhigend, krampflösend und hilft ebenfalls bei Husten. Zoe beendete ihre Notizen, trat einen Moment auf den kleinen Balkon des Theaters und blickte zur Ratte hinab die immer noch bewegungslos in ihrem Käfig verharrte.

"Es muss doch endlich ein Ende finden.. wieviele Kräuter müssen blos noch verwendet werden, ehe eine gänzliche Heilung eintritt.." murmelte Zoe erschöpft vor sich hin, ehe sie sich zurück ins Haus begab um weitere Elexiere anzumischen.

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 03:26
von Wijay Loreen
Der Regen ließ nach und Varuna verfiel wieder in diese unheilvolle Ruhe. Die Laternen brannten nicht auf den Straßen, kaum ein Gardist zog seine Runde. Der Tod war allgegenwärtig in der Stadt.

Loreen genoss den kurzen Augenblick der Genesung zusehends, doch schickte sie sich nicht an, einen Schritt nach Draußen zu tun. Wozu auch? Sie konnte den Tod spüren, der in Varuna immer mehr die Oberhand gewann. Würden die Heiler kein Gegenmittel finden, würde sie nicht einschreiten, würde Varuna binnen weniger Monate zur Geisterstadt werden, eingesperrt in sich selbst, zur Seuchenzone erklärt, regiert von untoten vielleicht... Der Gedanke klang verlockend, doch war dies nicht die Aufgabe, für die sie von Kra'thor erwählt wurde. nein! Dem Seelenherren gierte es nicht nach Macht über die Welt, es gierte ihm nach Erstarkung. Zu welchem zweck war Loreen eigentlich gleich.

Es war ruhig - Nebelschwaden zogen dicht am Boden entlang und bahnten sich ihre Wege, Geisterlaken gleich, durch die Straßen, unberührt von Siech und Tod, zwei Worten, die maßgeblich die Zustände in Varuna beschrieben. Chaos, Angst und Tod, dinge die durchaus eine Wirkung auf sie hatten.

Wijay vermochte nicht das Lied zu spüren, etwa wenn ein magier einen zauber spricht, sie vermochte die Gegenwart des Todes und der Angst jedoch sehr wohl deutlicher und deutlicher zu spüren. Sie fühlte die Kälte wie ein Kribbeln auf ihrer Haut. Und sie genoss es, darüber erhaben zu sein. Sie war auf der richtigen Fährte. Und diese zeit, dieser Plan - alles was sie bislang getan lief einzig und alleine darauf hinaus. Sie hatte ihre erste große Aufgabe erfüllt. Nun galt es langsam, die entwirrten Fäden wieder zusammenzuführen.

Vikko würde ein Blutopfer aussuchen müssen. Das war notwendig um das abschließende Ritual durchzuführen. Dafür gab sie ihm noch einige Tage Zeit. Es sollten sich noch etliche Leichen stapeln, ehe der Seelenfürst seine Beute bekommen würde. Besser man sorgte vor als dass man anstrengende Rituale wiederholen musste. Schließlich war eine Entführung nicht immer ein Leichtes. Der darauffolgende Akt, das Ritual war grundsätzlich keine Schwierigkeit. Sie entsann sich an diverse Rituale bei denen sie beiwohnen oder mitwirken durfte, und alle jene hatten am Ende den Beigeschmack von erhabenheit in ihr hinterlassen. Das würde wohl in diesem Falle kaum anders sein.

Die Frage war, ob sie in der Gunst Kra'thors hoch genug stand, als dass er sie für dieses Ritual aus Varuna führen könne. Sie wusste was zu tun war, doch war ihre Macht bei weitem noch nicht die einer erwählten Seele, und so würde sie wohl das eine oder andere Opfer bringen musste, um dies selbstständig zu schaffen. Denn es war gewiss. In Varuna war sie derzeit die mächtigste wirkende Dienerin des Seelenhüters.

Doch was war Macht schon wenn man nicht dazu fähig war, das Ziel zu erreichen? Und somit störte sich Wijay nicht daran und ließ den Dingen ihren Lauf. Letzten Endes kam alles doch irgendwann so, wie sie es sich erdacht hatte.

jDoch einen Fehler beging sie wohl angesichts der Tatsache, wie schnell diese Krankheit zum Tod führte. Sie spürte bereits die dutzendfachen Tode in Varuna, hervorgerufen durch die Pest, und die Zahl stieg stetig an, nicht mehr nur im Tageszeitlichen Takt, sondern nach und nach im Stündlichen. Es beschleunigte sich, je mehr die dunkle Klaue Kra'thors in Form der Pest um sich griff. Das machte es schwierig den zeitlichen Rahmen einzuhalten ohne zu riskieren, dass Varuna entvölkert würde. Dafür musste vorgesorgt werden und aus geruhsamen Planen und effizienter Arbeit ohne Hast musste nun Hast werden. Es galt, schnell zu wirken. Vielleicht wurde es langsam Zeit, die Krankheit in sich zu besiegen.

Doch würde sie jetzt aus varuna verschwinden würde man sie in jedem Fall entlarven. Das durfte nicht geschehen. Ein Problem, das noch gelöst werden musste. Doch jedes Problem barg eine Lösung. Für manche hatte sie jene bereits parat, für andere musste sie sich etwas einfallen lassen. - Nein - für jedes Problem würde es eine Lösung geben. Zu guter Letzt würde sie dennoch als Siegerin hervorgehen.

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 08:38
von Der Erzähler
Das Grauen, das Varuna heimsuchte, dessen Name in den Überlieferungen nur als "Schwarzer Tod" bezeichnet wurde, riss nicht ab. So mancher Heilkundiger mag befürchten, dass die Pest, die Geißel die Varuna heimsucht verheerendere Ausmaße annehmen könnte als jede andere Epedemie in der Vergangenheit.
Die Nachforschungen hatten begonnen und so mancher Offizier der Garde glaubte an keinen Zufall mehr. Vielleicht war es ein heimtückischer gut inszenierter Anschlag. Varuna war in größter Gefahr.
Das Furchtbarste jedoch war, dass man über Tote nicht mehr spekulierte. Die Totenzähler mussten jede Stunde nachzählen. es waren keine Einzelfälle mehr. Es waren bereits Dutzende - und auf die Hundert kam man schon sehr bald zu.
Am schlimmsten dabei wurde das Armenviertel getroffen. So mancher Leichnam, grauenvoll entstellt durch die Zeichen der Krankheit, konnte nicht identifiziert werden. Es würde viele Gräber am Friedhof geben, die keinen Namenszug trugen. Es waren die namenlosen, ungekannten Opfer, am Rande der Existenz, Kinder und Alte, die zuerst den Tod fanden. Männer und Frauen in den Besten Jahren hielten zumeist durch, doch auch die kamen Tag für Tag unausweichlich dem Tode näher.
Varuna war immer noch abgeriegelt. Und es tat gut daran. Wenn die Krankheit sich nach Außen ausbreiten würde, würde sie sehr schnell auf andere Städte übergreifen. Dann würde binnen weniger Tage aus einer Epedemie eine Pandemie. Und so war es gut möglich, dass dieser undenkbare Vorfall noch kommen könnte.
Die Heiler arbeiteten unablässig an der Erforschung eines Heilmittels. Sie kamen mit jeder Stunde einer Lösung näher, dachten sie. Vielleicht mochte das stimmen. Doch es war eine undankbare, gefährliche und schockierende Arbeit, die Kranken im Siechhaus zu behandeln und nichts weiter tun zu können als zu hoffen und zu beten.
Der Truchsess des Reiches ordnete das Graben von Pestgruben an, um die Toten in Massengräbern schnellstmöglich aus der Stadt zu bringen und beizusetzen. Verbrennen wäre wohl eine unzumutbare und harte Arbeit gewesen. Denn die Zahl der Toten verdoppelte sich mit jedem Tag.
Und in all dem Chaos wurde die Garde angeordnet, die Häuser zu durchkämmen, jedes Rattenloch zu säubern um die Spuren der Pest zu beseitigen. Dies mochte durchaus möglich sein. Denn hauptüberträger waren die Ratten. Dennoch gab es noch einen weiteren, einen, den man am Ersten Blick nicht zu sehen bekam: Flöhe! Und die trugen die Pest besonders im Armenviertel weiter und weiter.
Reinigungsarbeiten wurden allerorts systematisch durchgeführt, alles was nicht eindeutig zu reinigen war, wurde schnellstmöglich verbrannt.
Wie könnte Varuna diese schreckliche Prüfung nur überstehen?
Und dennoch gab es - nicht nur aus Seiten der Heiler Hoffnung. Denn in all dem Chaos war gerade mal ein kleiner Teil der Bevölkerung betroffen. Von hundert Leuten waren 2 Krank. Angesichts der Einwohnerzahl Varunas war dies genug und ein schreckliches Massensterben ließ sich nicht mehr vermeiden. Doch so lange die Heilerschaft unermüdlich weiterforschte würde sie gewiss an eine Lösung gelangen. Ja - die Hoffnung bestand.
Trotz einiger Zweifel waren die meisten Einwohner des Reiches, und insbesonders Varunas zuversichtlich gestimmt. Varuna würde diese Krise überstehen. Auch wenn es in den Aufzeichnungen späterer Jahre nicht mehr vermeidbar sein würde, dass in Varuna ein schrecklicher Teufel wütete.
Und in den Tiefen ihres Kellers brütete die Urheberin der Krankheit über ihrem Tun. Sie war die einzige, die Freude empfand. Und sie war eine der wenigen, die wusste, dass es noch lange nicht zu Ende war.

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 10:18
von Jahwarah Bashir
Jahwarah empfand in diesen Tagen eine drückende Stille, die sich wie ein dicker Wintermantel um die Sonneninsel gelegt hatte.

Es war nicht das fehlende Schnattern der Frauen und Mädchen am Brunnen, denn dies füllte wie immer die Straßen und Gassen im Wohnviertel.
Es waren nicht die fehlenden strengen Befehle und Rufe der Armee, denn deren Soldaten warfen sie sich nach wie vor gegenseitig zu.
Es waren nicht die fehlenden Stimmen auf dem Marktplatz, denn dort feilschte man wie jeden Tag um Ware und Preis.
Und es waren auch nicht die fehlenden an die Küste schlagenden Wellen, denn diese brandeten noch immer rauschend mit voller Wucht heran.

All’ dies war vorhanden. Und dennoch war es still auf Menek’ur.
Eine feine Nuance war es, die zwischen den alltäglichen Klängen abhanden gekommen war.
Eine Nuance, die nicht jedem Gehör zugänglich war.

Es waren die Schiffe, die vom Hafen der Wüstenstadt abdrehen und auf das offene Meer zurückkehren mussten. Ihre Wellen verebbten noch ehe sie den Hafen berühren konnte. Die Stimmen ihrer Männer verklangen im Wind, noch ehe sie die Küste erreichen konnten. Die mitgebrachten Nachrichten verblieben ungelesen auf ihren Deckes, ohne je vom Blick ihres Empfängers liebkost geworden zu sein.

Es waren die Händler und Besucher vom Festland, deren Worte zwischen denen des Wüstenvolkes fehlten. Keine hitzigen Diskussionen, kein freudiges Lachen, keine leisen Flüche in fremden Sprachen und verschiedenen Dialekten der Handelssprache. Der einheimische Singsang der menekanischen Sprache tröpfelte alleine in seinen Bahnen.

Es waren die festländischen Waren, die sich der Erreichbarkeit der Wüstenkinder entzogen. Keine fremden Gerüche, die sich zwischen die bekannten Duftnoten mischten und die Nase kitzelten. Keine kleinen Kostbarkeiten, die in der Kargheit der Wüste zu einer Besonderheit reiften. Keine Lebensmittel, die für das Festland so alltäglich und für das Wüstenvolk so begehrenswert waren. Keine Abschlüsse von Handelsgeschäften, die dem Herz und dem Goldbeutel eines jeden Händlers sonst seine tägliche Freude brachten.

Es wäre eine Lüge zu behaupten, dass es den Wüstenkindern schlecht ging.
Die Seuche, die auf dem Festland tobte, hatte den Sprung über das Wasser nicht geschafft.
Die Vorräte in den Lagern boten noch einige Zeit Rückhalt, wenngleich sich der Finger der Sparsamkeit bereits mahnend hob.
Das Leben in der Wüstenstadt plätscherte in seiner Gewohnheit dahin.

Doch die kleine Note, die soviel Klang brachte, war verstummt.

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 12:15
von Richard Tarid
Der nächste Morgen brach an und die Routine innerhalb Varunas begann wieder von neuem ihren Rythmus auszuleben. Etwas steif von der gestrigen Arbeit machte sich Gardist Richard auf den Weg die gestrige Arbeit auf dem Marktplatz sowie der im Armenviertel zu überprüfen. Dort angekommen verschafte er sich einen Überblick mit dem derweil geübten Auge, was dort noch am Abend umgesetzt wurde. Mit einem nicken wandte sich dieser dann vom Marktplatz ab und ging mit schnellen Schritte in Richtung des Armenviertels. Der Weg dort hin war völlig Menschenleer, es kam ihm so vor als hätten dort nie Leute gewohnt oder gar gelebt, eher gespenstig und erdrückend war der Gang durch die Gassen und Strassen Varunas. Am Armenviertel angekommen sah man deutlich die Abriegelungen der einzelen Häuser und dort postierten Gardisten die wie immer ihren Dienst mit allem Einsatz dort absolvierten.

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 13:28
von Seodra Iola
Gerade was sie noch versunken hinter einer Zeichnung gesessen und nun trieb sie den Kutscher zur Eile an, sie war zu spät zu ihrer Verabredung mit Taralea.
Vor bei an der Stadt Varuna preschten die Pferde den Weg entlang. Seodra seufzte leise, all diese Menschen taten ihr Leid, nur sie war als Heilerin nicht sehr begabt. So würde es ihr nur wenig bringen sich für die Krankenpflege in Varuna zu melden.

Doch sollte sie nun die düsteren Gedanken vertreiben, schiesslich wollte sie ein wenig Freude haben und einen Abend in der Taverne verbringen.
Die junge Frau schüttelte leicht den Kopf über sich selbst, Taverne, viele Leute; zwei Dinge die sie eigentlich weniger mit Freude verband.
Doch die einladende Nachricht war so nett gewesen, dass sie nicht hatte absagen wollen.

Der Abend war dann doch amüsanter als sie gedacht hatte, und trotz einiger Fauxpas die Seodra begann, wurde zum Teil munter geschwatzt.
Doch eben nur zum Teil, denn selbst diejenigen die nicht in Varuna ausharren mussten, wurden von dieser Krankheit belastet. Nur wenig Informationen drangen nach draussen. Aber eine solche Abschottung der grossen Stadt betraf bald alle in der Umgebung, wenn nicht aus wirtschaftlichen Gründen, dann aus menschlicher Sicht.

Deshalb kam auch in der Taverne zwischen den drei Gesprächspartner, ein Mann namens Sylvian hatte sich dazugesellt, auf das Thema der Krankheit. Taralea erzähte von ihrer Suche nach Kräutern.
Seodra sah endlich eine Möglichkeit wie sie auch helfen konnte, in Büchern lesen und alte Schriftrollen wälzen darin war sie gut.
Da sie von Taralea unterrichtet werden sollte in Kräuterkunde, hatte sie sich bereits einige Bücher besorgt, jedoch bisher noch nicht ernsthaft durchforstet. Dies würde sie tun sobald sie wieder in ihrem kleinen Turm war. So konnte sie vielleicht von ausserhalb Varunas auch etwas tun.

Der Abend klang dann mit einigen freundlicheren, wenn nicht uninteressanteren Themen aus. Der freundliche Herr Sylvian geleitete sie zur Kutsche welche sie nach Hause brachte.
Ihre letzten Gedanken auf der Heimreise galten ihrem Bruder, der noch kurz vor ihrem Aufbruch in die Taverne kam, sie hoffte inständig er würde sich benehmen.

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 20:31
von Demoar Llastobhar
"Was soll das nur!", schrie er wutentbrannt, als eine Wache ihm den Weg versperrte, als er sich dem Südlichen Tor Varunas näherte, bereit die Stadt zu verlassen.
"Wo sind denn unsere hochgepriesenen Heiler? Wo bleibt die Kirche Temoras? Warum unternehmen sie nichts gegen diese Seuche, statt die Stadt abzuriegeln...", meinte er mit beinahe überschäumender Ignoranz. In seinem Inneren wusste er wohl, dass er ungerecht urteilte, dass wohl alle sehr bedacht darum waren, die Stadt vor der Seuche zu schützen, doch der Gedanke wie ein Kaninchen im Käfig zu sitzen und sich womöglich mit einer Todbringenden Krankheit anzustecken, war unerträglich.
Seine Schritte hatten ihn ein Stück weiter an der meterhohen Stadtmauer geführt. Die Wälle waren unbemannt, offenbar waren die Gardisten, bis auf die wenigen, die die Stadtausgaenge bewachten, weitestgehen abgezogen worden, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.
"So hoch ist das ja nich...", murmelte er, als ein leiser Wind auffrischte und er den Boden unter den Füssen verlor. Langsam bewegte er sich, ohne sichtliches Zutun auf den Wall zu, dabei immer mehr an Höhe gewinnend. Gerade als sich der Blick über die Stadtmauer bot, als er den Wall fast betreten konnte, um von dort wieder hinabzugleiten und so dem Gefängnis Varuna zu entkommen, kam er zu Sinnen. Wenn er nun angesteckt war, welche Krankheiten würde er womöglich über ganz Gerimor bringen, wenn er jetzt floh. Halten konnten ihn die Mauern nicht in der Stadt und auch die Verriegelten Tore vermochten dies nicht.

Wenige Sekunden später fasste er wieder Boden... innerhalb der Stadt. Wenn es denn jemanden gab, der so unbesonnen handeln mochte und seinen Weg aus der Stadt hinaussuchte, um die Seuche zu verbreiten, so mochte es geschehen, doch Demoar wollte es nicht sein. Also bleib zu bleiben... und zu warten.

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 23:08
von Vandalore
Vandalore packte alles, was er an Materialien und Pflanzen gesammelt hatte, in einen gesonderten Rucksack, welchen er extra mit einem Kohlenstift beschriftet hatte: Reagenzien für Varuna
Die Edle Liliana von Drachenfels würde damit sicherlich etwas anfangen können. Und es war erst einmal von größerer Bedeutung, diese Krankheit zu besiegen, als sich auch noch daran zu bereichern.

Entschlossen machte er sich auf den Weg zum Südeingang von Varuna, um dort am Kommandozelt den frisch gepackten Rucksack für die Heiler abzugeben. Im Zelt kam er ins Gespräch mit einem Soldaten, welcher in die Farben der Allianz des Lichts gekleidet war und dort in einigen Unterlagen blätterte. Er wirkte sehr beschäftigt. Vandalore musste sich überwinden, den Mann anzusprechen – doch die Krankheit hinter den nicht fernen Mauern Varunas ließ ihm keine Zeit.

Vandalore räusperte sich kurz und der Mann blickte von den Papieren auf.

"Ja?", fragte er.

Vandalore fasste sich ein Herz. "Entschuldigt. Könnt ihr mir vielleicht helfen?"

Der Soldat gab sich undurchsichtig. "Vielleicht..." meinte er nur, kurz angebunden.

Vandalore beschloss, sich dadurch nicht von seinem Vorhaben abbringen zu lassen.

"Ich hätte hier etwas, was ich für die Heiler in Varuna abgeben möchte." Damit stellte er die gepackte Tasche auf den Tisch. Der Soldat blickte ihn nur fragend an. "Könntet ihr dafür sorgen, das sie den Heilern zukommt?", führte Van weiter aus. Daraufhin nickte sein Gegenüber. Und er stellte auch gleich die Frage, mit der Van gerechnet hatte – die er aber gar nicht hören wollte: "Wurde euch Lohn versprochen?" Musste sich denn immer alles um Geld drehen? Auch bei so einer gefährlichen Krankheit? Vandalore nahm nicht an, das die Heiler in Varuna erst nach dem Geld fragen würden, bevor sie den Bedürftigen ihre Hilfe zukommen liesen.

"Ja - aber der ist mir nicht wichtig in diesem Fall.", meinte er nur.

Doch der Soldat lies nicht locker: "Was wurde denn gesagt?"

Daraufhin holte Vandalore nach einem kurzen "Moment bitte..." das Schreiben von der Edlen Liliana von Drachenfels aus seiner Tasche.
"Die Edle Liliana sprach von Lohn für die Reagenzien-Zutaten. Doch ich möchte nur meinen Beitrag leisten, das die Krankheit bezwungen wird. Von daher möchte ich dafür keinen Lohn. Ihr müsstet nur sichergehen, das sie auch wirklich den Heilern zukommt."
Wie ein Sturzbach kam es aus Van herausgesprudelt. Er lies seinem Gegenüber gar keine Zeit, irgendetwas zu erwidern, bevor Van nicht alles gesagt hatte, was ihm auf dem Herzen lag. Danach sah er den anderen einfach nur an.

"Das werden sie.", sprach dieser nun im soldatischem, aber nicht unfreundlichen Ton, während er Van ernst zunickte.

"Ich danke Euch." Van fiel ein Stein vom Herzen. Die verschiedenen Zutaten würden in die richtigen Hände gelangen und vielleicht dort etwas bewirken können. Dankbar beugte er sein Haupt vor seinem Gegenüber. Dann fiel ihm noch etwas ein: "Sofern noch etwas benötigt wird und ich etwas beitragen kann, werde ich es gerne tun. Lasst es mich nur wissen."

Gelassen meinte der Gerüstete: "Es werden dann Aushänge gemacht.", während er sich schon wieder seinen Unterlagen zuwand.

"Gut." Das genügte Vandalore. "Dann Danke ich Euch und hoffe, das diese Krankheit bald besiegt wird." Damit neigte er noch einmal seinen Kopf vor seinem Gesprächspartner und wand sich zum Gehen. Auch sein Gegenüber nickte ihm jetzt nochmals zu.
Am Eingang wand sich Vandalore nochmal kurz um und sagte: "Ach - mögen die Götter mit Euch sein."

Dann drehte er sich endgültig um und machte sich wieder auf in den Wald. Er brauchte noch einige Federn für neue Pfeile – und er wusste schon, wo er ein paar finden würde. Und er war froh, nun selber auch einen Beitrag geleistet zu haben. Zwar nur einen kleinen – aber immerhin überhaupt einen. Und sicherlich würde er auch in den nächsten Tagen die Augen nach Aushängen offenhalten, die nach Hilfe für Varuna fragten.

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 23:32
von Taralea Mirrosil
Wie konnte sie so blind gewesen sein?
Jeden Tag aufs neue zupfte sie die Pflanzen aus dem Beet und bei vielen Patienten gebrauchte sie diese wie eine Selbstverständlichkeit.

Erst im Laufe des Abends hatte sie auf die Blätter in ihrer Hand geschaut, um sogleich mit der freien gegen ihre Stirn zu tippen. Zu nah. Zu sehr vor Augen. Zu logisch um daran zu denken. Schafgarbe. Es wirkte wohltuend, wenn die Schleimhäute gereizt waren.

In diesem Moment hatte sie gemerkt, wie angespannt sie wirklich war. Der Brief musste einen Moment warten. Sie brauchte Ruhe und wenn es nur für wenige Augenblicke war. Taralea ging durch das hohe Gras in den hinteren Teil des üppigen Gartens. Dort, nahe der niedrigen Klippen loderte das Feuer der Schwesternschaft. Gespeist durch besonderere Energien verlosch es nie und ließ die Flammen herrlich prasseln. Die junge Frau sank auf eines der weichen Felle davor nieder und genoß die Wärme, die sich augenblicklich auf ihrem Gesicht ausbreitete. Nur wenige Lidschläge und sie war in die reine Melodie des Elementes abgetaucht.
So saß sie da, ließ sich von dem Klang erfüllen und entspannte sich mehr und mehr, bis eine warme Hand auf ihrer Schulter sie wieder in die Gegenwart holte. Über ihr stand Nuria, die mit ihrem herzlichen Lächeln zu ihr hinab sah. Augenblicklich durchflutete Taralea eine Welle der Erleichterung. Wie keine andere schaffte es ihre Freundin und Lehrerin, Taralea mit wenigen Worten wieder dazu zu bringen ihre Gedanken zu sortieren. Mehr noch, im gemeinsamen Fachsimpeln brachte sie einen weiteren, ebenso nahe liegenden Gedanken ein: Salbei. Rasch waren sie einig, beide Pflanzen, Schafgarbe und Salbei sollten bei der Findung des Heilmittels nicht außer acht gelassen werden.

Nun war saß Taralea am Arbeitstisch. Vor sich wieder ein Bogen des weißen Briefpapiers. Sie hatte mit Zoe vereinbart, sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten. Hoffentlich konnten sie alle nun einen weiteren Schritt auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel zurücklegen.

Verfasst: Montag 13. August 2007, 00:12
von Zoe de Velgy
Die Forschungen gingen gut voran. Auch wenn Zoe sich immer wieder fragte, wieviele Kräuter noch nötig waren, um die Seuche zu besiegen.
Am Vortag noch hatte sie der Ratte ein Elexier verabreicht, mit den ihr inzwischen bekannten sechs Kräutern. Sie zerrieb sie und zerstampfte sie, kochte sie mit Wasser auf und dosierte sie so, wie es in den Büchern stand. Es entstand eine trübe gelbliche Flüssigkeit, welche sie nach und nach vorsichtig in saubere Phiolen gab. Die erste Phiole galt der kranken Ratte. Einige Stunden vergingen und immer wieder, wenn Zoe die Zeit fand, sah sie nach dem kranken Tier und deren Befinden, doch zum Leid aller, stellte sich keine Besserung des Gesundheitszustandes des kranken Tieres ein..

Die Ratte begann sich erst am nächsten Morgen wieder etwas mehr zu bewegen und schien eindeutig weniger Schmerzen als noch am Vortag zu haben. Doch das Röcheln war noch eindeutig zu hören. Die Atemwege waren zu. Zoe freute sich dennoch über den Fortschritt und blätterte weiter die schweren alten Bücher ihrer verstorbenen Mutter durch. Und wieder wurde sie nach einigen Stunden und vielen durchblätterten Seiten, fündig. In einem ganz alten Buch über Kräuterkunde, fand sie eine Beschreibung der Scharfgarbe und deren Wirkung. Auch die Scharfgarbe hatte die Wirkung Entzündungen zu hemmen und krampflösend zu wirken.

Am heutigen Abend erfuhr sie von der Hochelfe erneut eine achte und weitere Zutat, die sie für die Elexiere verwenden sollte. Salbei. Zoe begab sich sofort ins obere Stockwerk des Theaters und blätterte die Bücher von Liliana durch. Sie las alles über Salbei und deren Wirkung sowie Dosierungsart und machte sich wieder Notizen in ihrem eigenen Buch. Salbei vermag Halsschmerzen zu lindern und die Atemwege frei zu machen. In Verwendung mit den anderen 7 Kräutern würde hoffentlich eine Besserung der Atemwege einsetzen. Zoe bereitete wieder einige Tränke zu und gab sie dem kranken Tier..

Sie hoffte sehr es würde etwas bewirken und tatsächlich .. einige Stunden später röchelte die Ratte weniger und konnte freier atmen. Zoe überreichte auch den Patienten jene Elexiere, doch trat der gewünschte Erfolg nur bei den Kindern auf.

Die kranken Kinder konnten nun ebenfalls wieder freier atmen und hatten weniger Schmerzen als noch die Erwachsenen Erkrankten.

Irgendetwas fehlte noch .. nur was es war, .. das musste weiter erforscht werden..

Zoe gab einen Brief für Taralea Mirrosil auf, in dem sie ihr alles über den bisherigen Erfolg und die neu hinzu genommenen Kräuter berichtete. Ebenso unterrichtete sie auch die anderen Heiler im Lazarett, ehe sie sich wieder an ihre Arbeit setzte.

Der neue Fortschritt gab Zoe Hoffnung.. und neue Kraft weiter zu forschen und zu suchen wonach sich alle seit solanger Zeit sehnten..

Verfasst: Montag 13. August 2007, 00:50
von Darna von Hohenfels
Willkommen Zuhause...

"Ich darf echt nicht mehr weg. Varuna darf man keine Minute lang den Rücken zudrehen." Hätte die Zeit der Besinnung an jedem der Schreine sie nicht regelrecht mit Ruhe von den Zehnägeln bis zu den Haarwurzeln aufgetankt, sie hätte hier wohl nervöse Veitstänze aufgeführt, statt irgendwas Konstruktives zu tun.

Adrian in der Stadt - klar. Es war sowas von klar, daß sie sich schon keine Sorge mehr deswegen gestattete. Es war eh nicht zu ändern. Stattdessen quetschte sie ihn aus, was benötigt wurde: Kleidung, Nahrung, Kräuter, Äpfel... und Hoffnung.
Hoffnung, ja - noch am Schrein der Tapferkeit hatte sie über genau jene sinniert. Viele Gedanken warteten noch darauf, auf Papier gebannt zu werden, doch hier lag jetzt handfest dringlicheres an.
"Hoffnung? Ja, auch die kann vielleicht geliefert werden, Euer Hoheit. Fangt."
Sie warf ihm an dem verblüfften Gardisten vorbei einen handgroßen Gegenstand über den Holzzaun zu, den er mit einer Routine fing, die sie innerlich lächeln ließ.
"Ein Pfirsich? Nun, immerhin schmackhafter als Äpfel. Ich kann keine Äpfel mehr sehen, dieser elende Apfelessig..."
Es ist eine Frucht vom Baum der Einigkeit", erwiderte sie ernst, "Ihr wisst selber sehr gut, wofür er steht."
Er sah sie an. Nickte.

Vormittags Informationen aufsaugen, Notwendigkeiten feststellen, erste Pläne schmieden. Mit seiner Hoheit und Rafaels Anwesenheit waren das auch Informationen aus erster Hand.
Am frühen Vormittag dann tauschte sie im Kloster mit seiner Eminenz und Lady Sorcha Informationen aus, Zuständigkeit und Aufgaben wurden verteilt... und von Lucenius der Beschluß gefasst, am nächsten Tag mit Vorräten Varuna zu betreten. In Geleit von Adlerrittern. Mindestens ihr und Sorcha.
Weder Freude noch Angst waren angebracht. Sie war keine draufgängerische Knappin mehr, die sich regelrecht in die Stadt gewünscht hätte, um irgendwie zu helfen. Doch sie würde der Stadt helfen, auf bestmöglichste Weise. Und wenn auf Befehl seiner Eminenz in pestverseuchtes Gebiet, dann im Vertrauen auf die Göttin in pestverseuchtes Gebiet.

Ein Packpferd musste organisiert werden. Ledermasken. Sie hatte versprochen, sich um weitere Heilerunterstützung zu bemühen und hoffte, in den Druiden Hilfe zu finden.
Und als sie später Savea half, den schlafenden und damit Tollwut auskurierenden Rothgar ins Haus zu schaffen, als sie Kilyans Antwort las, das Pferd sah, zehn Masken in einem Beutel oben liegend wusste und alles sich nahezu reibungslos und hoch effektiv fügte und löste...
da wusste sie, daß Savea Gold wert war. Fühlte sich trotz der Katastrophe doch wieder Zuhause und in ihrem Element.

Nach einem organisationsreichen Tag begab sie sich für ihre Verhältnisse früh in ihr Zimmer, um auszuschlafen, und vorher holte sie aus dem Geheimfach in der Spiegelkommode das gegenüber Selissa erwähnte Papier - ihr Testament.
Sie vertraute ihrer Knappin inzwischen so weit, ihr Verantwortung in vollem Gewicht zuzumuten. Das junge Mädchen hatte sich gemausert und streckte seine Flügel. Darna atmete durch und sah zum nachtblinden Fenster.
"Wenn etwas passiert, hast du hier die Verantwortung, bis mein Vater Näheres bestimmt."
Nicht, daß sie Selissa je wünschen würde, diese Verantwortung übernehmen zu müssen. Doch sie traute sie ihr zu. Sie hatte ihr das Geheimfach gezeigt, die Hauskasse, alles Nötige.
"Dir wird nichts zustoßen...", beschwor Selissa.
"Nein. Temora hat mich sehr oft und lange geschützt, als daß es jetzt wohl zu erwarten stünde, daß ich an der Pest sterben soll." Sie sagte es so nüchtern, daß es distanziert klang: "Aber man soll nicht leichtsinnig sein."

Sie musterte Selissa, die ihrem Blick auswich, und lächelte mild.
"Ich weiß, daß du dir Sorgen machst, und darum tut es mir auch leid. Aber hab keine Angst. Es wird sich alles fügen."
"Ich würde lieber mitkommen..."
"Ich weiß." Leicht musste sie lächeln. "Inzwischen bist du auch infiziert."
"Ich bin gesund..."
"Nein - die Ritterkrankheit hat dich auch erwischt."
Warmer Glanz trat in die Augen der Ritterin, als sie ihre Knappin weiter betrachtete. "Ich bin stolz auf dich. Aber das weißt du."
Einen Moment genoß sie die Umarmung.
"Hier wird alles geregelt sein", versprach Selissa fest.
"Gut. Eine große Sorge weniger."

Es gab ja auch genug andere, denen es sich zu stellen galt.