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Verfasst: Sonntag 1. Oktober 2006, 20:33
von Leana Leador
Endlich war Ruhe eingekehrt in Varuna.
Zusammen genossen sie die Tage weit ab der Stadt. Kaum jemand störte hier die Dreisamkeit und lediglich Antoris schaffte es seine Familie auf Trab zu halten. Sand im Kleid, eine Schnecke im Ausschnitt, Hände die durch Honiggier zerstochen wurden und und und... Der Kleine schaffte es immer wieder das Paar zu überraschen. Hier an diesem Ort konnte man annehmen es gäbe keine Politik, keinen Hass, nichts dergleichen. Doch jede Münze hat zwei Seiten. Auch der Wald war gefährlich. Einige Tiere wagten sich bis ans Haus. Oftmals passierte es nachts das sie aufwachte und aus dem Bett kroch. Antarian dabei meist gar nicht weckend schlich sie herunter um nach den Pferden zu sehen. Meist war alles in Ordnung doch einige Male kam es vor das tatsächlich ein aufdringlicher Wolf umherschlich. Keine Scheu vor Feuer und Licht.. kranke Tiere. Pfeil und Bogen waren rasch zur Hand und auch Satteln musste sie das Tier nicht. Die stämmige Stute lies sich nicht so rasch aus der Ruhe bringen so das derlei Getier rasch erlegt war. In dieser Nacht jedoch war etwas anders als sie wieder ins Haus ging.

Umständlich wurden Pfeil und Bogen ablegte und sie sah sich um. Gänzlich wach kraulte sie den Welpen eine Weile ehe der Vorhang angehoben wurde und Antarian heraustrat. Er war wohl aufgewacht. Kurz seufzte sie durch und musste wenig später doch erkennen das er gar nicht so wach war wie es den Anschein hatte. Fragen wurden zweimal gestellt und selbst eine unterschiedliche Antwort brachte ihn nicht aus dem Konzept. Hmpf... einen Moment zog sie es in Erwägung ihn vor der Schnapsflasche zu warnen. Wollte er doch gerade nur einen Schluck Wasser trinken. Dann jedoch hob sie die Schultern und setzte einen unschuldigen Blick auf der ihn in wachem Zustand wohl mehr als misstrauisch werden lassen würde. Gerade jedoch war es mehr als würde er gleich im Stehen einschlafen. Sie konnte sich ein Grinsen nicht vergreifen als er sich den Becher bis zum Rand mit Schnaps füllte und einige Schlucke nahm. Sein Gesicht war göttlich. Beim dritten Schluck weiteten sich die Augen und beim Vierten ließ er den Becher fallen und lief rot an. Sie konnte nicht mehr und lachte... kurz darauf jedoch eilte sie dazu nun doch etwas besorgt. Er stand da sich auf die Brust klopfend und nun tat es ihr leid ihn nicht gewarnt zu haben. Eine ganze Weile später, nachdem alle Spuren des nächtlichen Vorfalls in der Küche beseitigt waren gingen die Beiden hinaus. Vielleicht fand man ja doch noch etwas Schlaf. Schließlich war es mitten in der Nacht.

Recht wach jedoch sprach man noch ein wenig und so kam eines zum Anderen. Hatte er ihr nicht noch eine Massage versprochen? Ja, das hatte er. Schmunzelnd zog sie sich aus und machte sich auf dem Bett lang. Die seidigen Haare sorgsam zur Seite nehmend lag sie ganz still seine warmen Hände genießend. Nach einer Weile war der kleine Raum mit einem durchaus ansprechendem Duft nach Kamille erfüllt. Die nackte Haut glänzte ob des Öles im Nachtlicht und seine Hände schienen überall. Irgendwann gab sie nach. Sie wusste am nächsten Tag nicht mehr warum, was, wie und wo es war einfach als ob ihr die Sinne schwanden. Seelen verbanden sich für alle Ewigkeit. Ungeahnte Emotionen durchflossen die Körper und endlich fanden sie den Frieden im Innern.

Zum ersten Mal verbrennen Küsse
das erste Mal berührt
nie vergessen werd ich diese Süße
die mich zu einem Engel kührt

Seelen die einander sich versprechen
Herzen werden niemals brechen
bis in alle Ewigkeit
überdauern sie die Zeit

Werden sich stets neu entdecken
Träume, Hoffnung, Sinne wecken
Im Meer der Zeit verweilen
in jedem Leben zueinander eilen


Die Ernüchterung kam in den frühen Morgendstunden

Geräusche aus dem Kinderzimmer hatten sie geweckt. Hellhörig wie nur jemand reagieren konnte der dem Jungen eng vertraut war wusste sie sofort das etwas nicht in Ordnung ist. Mit einem Liedschlag war sie hellwach und aus dem Bett sich eine Toga überwerfend. Nicht gerade leise huschte sie ins Kinderzimmer und fand ein fiebriges Kind. Sichtlich erschrocken schlug sie die Decken zurück – nassgeschwitzt. Fest wickelte sie die Tücher um seine Waden und abermals begann er zu schwitzen. Inzwischen war auch Antarian auf den Beinen und nach Kräften taten sie alles dem Jungen zu helfen. Er trank einiges an Wasser doch schien er nicht wirklich wach und erst Stunden später schlief er. Sie hatten ihn schon am frühen Abend in das andere Zimmer getragen und dort wirkte er so gesund wie eh und je.. doch nun, so ein heftiges Fieber?

Zusammen saßen sie noch eine Weile an seinem Bett ehe sicher war das es endlich ausgestanden ist. Dann erst fand das Paar schlaf. Recht spät erst stand Leana auf sich reckend und legte einige Dinge zurecht ehe sie in die Küche ging. Bald darauf klapperten Teller, Töpfe und Becher. Es wurde ein Kessel in die Halterung des Kamins gehängt und schon stürmte ein Wirbelwind die Treppen herunter und durch den Vorhang. Im ersten Moment war sie zu tiefst erleichtert dann jedoch stutzte sie. Etwas war anders. Überall knallte er dagegen, stolperte er und schien sehr verwirrt. Fassungslos sah sie ihm nach wie er nach Oben stolperte und huschte hinterher sich auf die Bank an seinem Bett setzend. Nachdenklich.. beunruhigt..

Verfasst: Sonntag 1. Oktober 2006, 23:50
von Antoris Leador
Er glaubte Leana schliefe und stand leise aus seinem Bettchen auf. Er wollte nach draussen, frische Luft schnappen. Nachdem er so leise es ging das Haus verlassen hatte und das Tor öffnete wuselte etwas um seine Beinchen. Er glaubte das es sein kleiner Welpe war und lief hinterher. Immer wieder fiehl er hin, den vermeindlichen Hund rufend. Das es aber nur ein verirrtes Eichhörnchen gewesen war wusste er nicht. Eine Weile irrte er durch Varuna, bis er ein Tor fand. Danach roch er Bauernhöfe und ging an deren Zäunen entlang. An einem hörte er Stimmen und wendete müde und erschöpft den Kopf zu jenen.

Eine liebe Frau kniete sich zu ihm, als er sich an sie lehnte, voellig überfordert von den vielen Menschen. Ein Kind war da und fragte ihn eine Menge und auch ein Mann, der sich als Tim vorstellte überhäufte ihn mit Fragen. Nur die Frau, die sich Emma nannte, sprach ruhig, leise mit ihm ohne ihm das Gefühl zu geben eingdrückt unter Fragen zu sein. Er legte seine Ärmchen um ihren Hals und begann einfach nur zu weinen. Vom vielen rennen und umherirren war sein kleiner Kopf wieder recht warm und seine Händchen rot geschwollen.

Sanft nahm sie ihn auf ihren Arm wo er nur müde den Kopf an ihren Hals lehnte. Irgendetwas von Heiler und seine Mama finden bekam er noch mit. Innerlich sehnte er sich unendlich nach Leana, aber er hatte auch Angst das sie vor Sorge krank werden würde. Kindlich arbeitete es in seinem Kopf, wenn sie ihn nicht mehr sah würde sie ihn vergessen und sich vielleicht endlich nicht mehr soviele Sorgen machen, war sie doch endlich mal glücklich mit ihrem Verlobten Antarian.

Emma legte ihn sanft in ein Bettchen und kühlte immer wieder seine Stirn und Händchen. Langsam entspannte er sich und bei ihrem Gesumme schlief er dann doch irgendwann ein. Er mochte Emma irgendwie, aber dennoch vermisste er Leana schrecklich.

Verfasst: Montag 2. Oktober 2006, 01:31
von Leana Leador
Sie hatte tatsächlich geschlafen.
Müde an die warmen Steine des Kamins gekauert, in einer sitzenden Position. Dennoch war sie nicht wach geworden als Tori nach draußen huschte. Hatte nichts bemerkt und angenommen er würde noch immer Oben schlafen als sie die Augen aufschlug. Gähnend reckte sie sich einmal, die langen Haare zusammen nehmend ehe sie aufstand sich an die Schneiderarbeit setzend. Stoffe hier.. Garn dort.. diesmal war es ein schwieriger Schnitt und sie brauchte eine ganze Weile ehe die edle Garnitur ihren und hoffentlich auch den Vorstellungen des Käufers entsprach. Geduldig wurde das Stück verpackt ehe sie sich erhob und in der Küche für etwas zu essen sorgte. Noch immer war sie nicht die Beste was kochen und backen anging doch langsam.. wurde sie geschickter und bald darauf verbreitete sich ein angenehmer Duft nach Wild im Haus. Sich gerade abwendend knallte sie fast mit Antarian zusammen der herunter kam.

Tori nicht in seinem Bett ?! Das konnte doch... ..! Eiligst lief sie hinauf sich vergewissernd. Tatsache, er war nicht zugegen. Nahm es denn nie ein Ende? Hatten sie nicht den Frieden hier gefunden nach dem sie sich gesehnt hatten.. und nun schon wieder das Kind verschwunden? Sie setzte sich auf die Bank im Kinderzimmer, den Kopf in den Händen bergen. Das durfte doch nicht wahr sein! Wütend, ängstlich, enttäuscht und sich Sorgen machend saß sie da. Wäre sie nun alleine gewesen wäre sie wohl durchgedreht. Aber sie war es nicht. Antarian war zugegen. Er war für sie da, nahm sie in die Arme, vertrieb die größten Sorgen und geraume Zeit später ging er den Jungen suchen. Sie selbst hatte wieder einmal das Los der Wartenden gezogen, stetig in der Hoffnung das ihn jemand vorbeibringen würde. Lange hielt sie es jedoch nicht aus. Ein Pergament an den Toren anbringend das besagt das sie gleich zurück sein würde machte sie sich daran die Bauernhöfe abzuklappern. Auf keinem der Höfe oder der nahen Nachbarschaft hatte sie Erfolg. Entweder hatte niemand den Jungen gesehen oder sie traf schlichtweg keinen an. Erst spät war sie wieder zu Hause. Kurz bevor Antarian ebenfalls dazu traf. Auch er hatte keinen Erfolg gehabt und man setzte sich zusammen.

Die Diskussion jene folgte zeugte von der Sorge beider. Sie waren wohl zu nachlässig gewesen, es würde Konsequenzen haben. Bislang konnte sich Tori sehr frei bewegen. Sie hatten ihn behandelt wie einen ganz normalen Jungen aber das war er nunmal nicht. Er konnte die Dinge nicht wie andere Kinder wahrnehmen. Fand nicht wie andere Kinder wieder nach Hause zurück und stetig um sein wohl besorgt.. Nein. Antarian hatte recht sie würden wohl in Zukunft etwas strenger sein müssen. Sei es zu seinem Wohl. Mit 4 Jahren durften die wenigsten Kinder alleine hinaus. Es nagte an ihr. War sie zu weich gewesen? Hatte sie zu viel zugelassen? Dabei hatte Tori ihr hoch und heilig etwas versprochen. Sie erkannte das man eben doch nicht zu viel auf die Worte eines Kindes geben durfte. Entschieden brachen sie nochmals auf. Vielleicht war er weiter gelaufen als sie vermutet hatten. Vielleicht sogar bis nach Varuna. Ein vierjähriger.. der kaum etwas sah.. so einen weiten Weg? Ungläubig schüttelte sie den Kopf doch immerhin, es war ein Hoffnungsfunke. Obgleich es eine unmenschliche Stunde war klapperten sie einige Häuser ab, wo man ihn auch nur annähernd vermuten könnte. Bei den Aumars wurde geklopft, bei den Forstnams, bei Falco und selbst die Tavernen blieben nicht verschont. Der Laden und das Haus in Varuna folgten ehe es weiter ging zu Thaddaeus und dem Spielplatz. Nichts, keine Spur. Niemand hatte ihn gesehen oder wusste von einem Kind das umher irrte. Die Weinschenks versprachen ihre Gäste nach einem vierjährigen Rotschopf zu fragen und auch die Tavernenbesitzer am Wegkreus schienen nicht abgeneigt. Inzwischen war die Mitte der Nacht weit überschritten. Es hatte keinen Sinn mehr. Zu so unmenschlicher Stunde würde ihnen niemand mehr öffnen. Seufzend gingen sie nach Hause.

Was ging im Kopf eines Vierjährigen vor? War er bewusst weggelaufen..? War er gelockt worden..? Hatte er sich unbewusst verlaufen und fand abermals nicht zurück? Sie wussten es nicht.. dabei war er doch so gut erzogen das er nicht einmal süßes von Fremden annahm. Er wusste instinktiv wann er sich benehmen musste und wann er dem Schalk freien lauf lassen konnte. Sie hatte es erlebt und glaubte nicht das er sie einfach so solcher Sorge aussetzen würde. Wusste er doch darum wie sehr sie ihn liebten und vermissten. Sich eng an Antarian kuschelnd suchte sie Trost in seiner Nähe und war trotz des Aufruhrs in ihrem Kopf alsbald eingeschlafen. Am Morgen erwachte sie früh und huschte einen Mantel über das Nachthemd ziehend hinaus gen Briefkasten. Noch immer keine Nachricht. Seufzend ging sie hinein und setzte einen Tee auf. Es geht ihm gut Leana.. du würdest spüren wenn etwas nicht in Ordnung ist. Stetig murmelte sie sich die Worte zu ehe sie den nächstbesten Teller nahm und ihn in die Spüle knallte. Nein, es geht ihm nicht gut. Er ist verwirrt, er sieht kaum etwas.. womöglich sogar gar nicht, so wie er sich gestern benahm.. und er ist nicht zu Hause also, es kann ihm nicht gut gehen. Der Krach dürfte wohl auch Antarian und Amael geweckt haben so das sie sich alsbald wieder auf die Suche machen würden.

Verfasst: Montag 2. Oktober 2006, 20:07
von Antoris Leador
Still und blass lag er in dem Bettchen bei Emma. Obwohl er noch so klein war spürte er, dass er Jemanden bestimmt sehr enttäuscht hatte. So wie damals, als er Leana belogen hatte, wegen der eingenässten Decke. Er seufzte leise und schluckte unsicher und auch innerlich ängstlich die warme Suppe die Emma ihm sanft fütterte. Er hatte sich erst geweigert etwas zu essen

hab mama versprecht das nichs von fremden ess

Waren seine Worte, aber der Hunger und der gute Geruch nagten an ihm und warum sollte ihm Emma etwas antun wollen, immerhin hatte sie ihn ja die ganze Nacht über immer wieder gekühlt und selber kaum geschlafen wegen ihm. Immer wieder überlegte er wie das alles eigendlich passiert war.

Er glaubte immer noch wirklich, dass sein Welpe Schnuffel weggelaufen war, durch seine Beinchen hindurch. Er hatte ihn einfangen wollen, bevor seine Mama es bemerkte, denn er wollte nicht Schuld sein wenn Schnuffel etwas passierte. Dann hatte er die Orientierung voellig verloren und war in Varuna herumgeirrt. Vor lauter Angst in dieser Stadt, die ihm eigendlich bekannt sein sollte wie seine Westentasche und jetzt ihm vorkam wie eine wilde Höhle voller Geschrei, Hecktik und klirrenden Rüsstungen, traute er sich niemanden zu fragen wie er wieder nach Hause käme. Als er dann das Tor fand dachte er erst Tatsache das wäre das Nordtor, aber es war das Südtor. Zuerst tapste er mitten auf die Strasse und wurde von der nahenden Kutsche fast über den Haufen gefahren, der Kutscher schrie ihn an und verängstigt und verwirrt lief er schnell davon. Erst rammte er einen Baum, dann einige Briefkästen und dann endlich hatte er normal laute Stimmen gehört.

Jetzt lag er in einem weichen warmen Bettchen, ein kühles Tuch auf seiner Stirn und die Händchen in kühlende Tücher gewickelt, eingerieben mit einer kühlenden Salbe. Nachdenklich futterte er einen Löffel nach dem anderen den Emma ihm immer wieder sanft an die Lippen hielt. Er hatte viel geschlafen, nachdem Emma ihn gestern in das Bettchen gelegt hatte, auch wenn er mehrmals wach geworden war. Irgendwann wendete er seinen Kopf zu Emma und fragte vorsichtig

tus du mama ein brief schreiben? wenn du das tus schreibs du ihr auch das nich weglaufen wollt, dass schnuffel weggelauft is unt ihm nachgelauft unt unt weil sie doch geschlaft hat, wollt sie nich wecken unt unt hab nich mehr zurückgefindet.

Wieder weinte er. Nicht aus Angst vor seiner Mama, er wusste, dass er sie wieder enttäuscht hatte, aber er bemitleidete sich einfach selber. Warum auch nur war er so übereifrig und immer so frech und vorlaut? Nachdem Emma ihm wie gestern die Tränen weggeptupft hatte, verkroch er sich unter die Decke, leise aber noch hörbar meinte er zwischen einigen Schluchzern

hab dich doch soooo schrecklich lieb mama unt tu dich doll vermissen

Verfasst: Dienstag 3. Oktober 2006, 08:44
von Emma <> kann geloescht we
Nachdenklich blickte sie auf das Gesicht des nun wieder schlummernden Jungen. Bestenfalls um die vier Jahre war er. Tags vorher stand er plötzlich neben dem Haus, merkbar verängstigt von all den Stimmen und Fragen die auf ihn einprasselten und anhand des wenigen, das er sagte, eindetutig viel zu weit von zu Hause fort. Am Strand wohne seine Mama und sein Papa sei der Richter von Varuna. Wenigstens ein Anhaltspunkt, die Eltern sicherlich finden zu können.

Als er begonnen hatte zu weinen, hatte sie ihn einfach in die Arme genommen und war erschrocken. Er war fiebrig, seine Hände fürchterlich angeschwollen und er bemerkte etwas von Bienen. Eiligst nahm sie ihn auf den Arm, Tim schickend die Eltern zu finden sowie Lauri nach einem Heiler zu suchen. Beide kehrten letztlich erfolglos zurück. Nun gut es half nichts. So mussten die kühlen Wickel erst einmal genügen. Offensichtlich brachten sie Linderung war er nach einer Weile doch zum ersten mal eingeschlafen.

Als er wieder erwachte, war eine vorbereitete Suppe schnell aufgewärmt und nach mehrmaligem erfolglosen Versuch, begann er endlich zu essen. Kraft würde er ebenso brauchen jetzt und was half schon besser als eine gute Brühe. Sie vernahm seine Bitte, die Mama anzuschreiben und lächelte. Natürlich würde sie dies. Immerhin musste die Frau schon in Sorge vergehen. Doch ob ein Bote sie finden würde einzig anhand der Angabe sie wohne am Strand? Es gab zu viele Häuser dort, um sicher zu sein. Eher mochte es möglich sein dem Richter eine Nachricht zu entsenden.

So nahm sie am nahen Tisch Platz, nachdem der Junge wieder eingeschlafen war. Die Nachricht knapp gehalten und doch aussagekräftig genug. Man würde gewiss bald zu ihr kommen. Sie schickte Zascha auf den Weg es nach Varuna zu bringen und sich nach dem Richter zu erkundigen. Folgender Inhalt fand sich in dem knappen Schreiben:

Meinen Gruss, Richter!

sicherlich sorgt ihr und eure Frau euch schon um euren Sohn. Ich kann kaum schreiben, dass es ihm gut geht. Noch immer scheint er fiebrig, doch ich sorge mich gut um ihn, bis ihr ihn abholen könnt.

Er stand gestern plötzlich weinend und recht verloren vor meinem Hof und hatte sich offensichtlich verlaufen. Da er recht fiebrig war, nahm ich ihn erstmal hinein und sorgte mich so gut als möglich um ihn. Da ich durch seine Worte nur weiss, dass ihr mit ihm am Strand wohnt und der Richter zu Varuna seid, hoffe ich dass der Brief bei euch richtig ist.

Ihr findet meinen Hof vor Varuna, es ist der östlichste der Höfe. Oder folgt einfach jetzt meiner Magd Zascha, die euch den Brief überbrachte.


Emma