Die altbewährte Taktik hatte sich auf ein Neues bewährt. Nach den 2,5 Tagen - es waren nicht einmal 3, die er sich gegönnt hatte - war er tatsächlich am 24. wieder in Uniform auf den Kasernenplatz getreten und hatte sich freiwillig dazu gemeldet, einer derjenigen zu sein, die eine Sonderaufgabe im "Kommando Grenzwarth" übernahmen. Mehr sei dazu nicht gesagt, es war eine waghalsige Idee und es war vermutlich ein Glück im Unglück, dass die Operation frühzeitig abgebrochen werden musste, um Schaden zu vermeiden. Wer weiß, wie es sonst ausgegangen wäre?
Thahida, eine lange nicht mehr gesehene Jijkban und Charim hatte an jenem Abend auch wieder ihren ersten Tag im Dienst, und Ahmad im Nachhinein noch gesagt, dass jeder Verständnis dafür gehabt hätte, hätte er sich abgemeldet und lieber noch die Zeit dafür genutzt, den eigenen Verlust zu verarbeiten. Doch dies war das letzte Gespräch über dieses Thema, und ein, zwei weitere Tage später sah man dem Jemaat auch nicht mehr an, dass der Tod seines Vaters an ihm nagte. Wie denn auch? Der Körper hatte sich an den Schlafmangel gewöhnt, also gingen die Augenringe irgendwann auch wieder zurück. Dass er nicht verhungerte und verdurstete, darauf achteten ganz instinktiv schon Yousra, Maanika und Faatimah. Und genug zu tun gab es auch, sodass die plagenden Gedanken an
<<Zu spät versöhnt>>,
<<Deine eigene Schuld>> und
<<Unausweichlichkeit>> in den Hintergrund rückten.
Direkt am Folgetag hatte er wieder die Übersetzungshilfe bei einem Handelsgespräch der besonderen Art in Yousras Sonnenschmiede gemimt. Dann hatte er am wiederum folgenden Tag Yousra direkt nach seinem regulären Dienst noch bei Viv in Adoran abgeholt, und sich bei der Gelegenheit auch noch einem etwa einstündigen Plausch unter Bekannten hingegeben. Es war eine einzelne Hürde aufgetreten, als Yousra Viv von ihrem letzten Besuch bei ihren Eltern erzählen sollte, und erst spät merkte, dass Ahmad das Thema emotional treffen könnte. Aber natürlich hatte er ihr auch gesagt, dass sie darauf keine Rücksicht nehmen sollte.
- "Ich komme damit zurecht."
"Das weiß ich.."
Am 27. Eluivar ging es wieder weiter mit gleich 3 Terminen. Alle rund um den Handel. Yousra hatte ihn, wie erwähnt, im Berglöwenhaus besucht, aber vor lauter unerwarteten Kunden und Gästen kam er schlichtweg zu keinem freien Augenblick, in dem er sich mal ihr widmen konnte, und so zog sie sich recht zügig wieder zurück. Innerlich hatte es ihn etwas geärgert, aber er hatte sich nicht die Zeit gelassen, darüber nachzudenken, denn die Kunden wollten schließlich alle bedient, und der Handelsvertrag mit dem Fräulein Menderis noch ausgehandelt werden, ohne dass sie merkten, dass es ihm heute keinen Spaß bereiten wollte. Kaum hatte er am nächsten Tag keinen Dienst, beschäftigte er sich mit einer Großinventur und dem Verfassen von Briefen im Berglöwenhaus. Dabei fiel ihm auf, dass er auch immer noch den Vertrag nieder schreiben und die Preise für alle Berglöwen ersichtlich aushängen musste, damit sie Bescheid wussten. Doch diese Aufgabe kam erst einmal auf die 'noch zu erledigen-Liste'.
Die Nacht des 28. war dafür umso schöner. Yousra hatte ihn wieder am Berglöwenhaus aufgesucht und zunächst einmal angemerkt, dass es ungewöhnlich sei, zu solch später Stunde noch Weizen zu schleppen.
<<Aiwa, aiwa.. Es ist auch ungewöhnlich für eine Natifah, zu solch später Stunde noch einen Anan's Durrah aufzusuchen.>>, dachte er sich nur, sprach es aber wohlweislich nicht aus. Stattdessen unterhielt er sich noch etwas mit ihr und genoss die eintretende Entspannung kurz. Lange währte der Moment jedoch nicht, denn bald schon übermannte Yousra wieder ihre Müdigkeit, die sie vermutlich nur über ihre Einsamkeit zu Hause und das ausweichende Besuchen des Azeezahs zu verdrängen versucht hatte. So sprach er sie darauf an und bat sie, sich zu Bett zu begeben. Er kannte das Gefühl nur zu gut, gegen die Müdigkeit anzugehen und sich zu wünschen, noch etwas länger bleiben zu können. Dafür, dass er das auf sich bezog und sich kurz nur den Gedanken erdreiste, dass Yousra tatsächlich gezielt seine Nähe suchte, statt sich dazu zu zwingen zu schlafen, schämte er sich flüchtig, ließ es sich aber nicht anmerken. Stattdessen gab er ihr etwas mit, wonach sie gefragt hatte. Insgeheim liebte er es, wenn man ihr ansehen konnte, dass sie über ihren eigenen Schatten sprang und dabei mit sich selbst haderte. Er erwischte sich gelegentlich auch dabei, sie dabei offen anzusehen, statt diskret an ihr vorbei. Warum sie aber genau das erbeten hatte, wusste er nicht, und er war sich auch noch nicht sicher, ob er danach fragen sollte. Aber sei es drum. Vielleicht blieben gewisse Dinge auch lieber ein Geheimnis für ihn..
Der 29. Eluviar war am Ende wieder das, was man unter einem Horror-Diensttag bezeichnete. Frühschicht, 8. bis offiziell 16. Tagesstunde, eine Überreaktion auf die Nachmittagshitze, die beim Jagen unerwartet unerträglich wurde, also ein 'Mittagsschlaf' bis kurz vor die 18. Tagesstunde, obwohl der offizielle Dienst noch eine knappe Stunde gegangen wäre. Aber Jijkban Adal hatte ihn freiwillig ersetzt, also war der Kaserne kein Schaden entstanden. Zur 19. und einer halben Tagesstunde meldete Ahmad sich dann zur Wiedergutmachung als einer der wenigen Janitschare zum mehr als spontanen Eskortendienst für die Diplomaten des Völkerbundes und der Kaluren. Natürlich waren die aber alle schon viel zu früh da, kamen zu großen Teilen über den Hafen, sodass gar keine Eskorte nötig war, und somit wurde also einfach improvisiert. Sekban Khalida befahl ihm, an ihrer Statt in den Palast zu gehen und da dem Gespräch zu lauschen, mit Jijkban Adal zusammen. Am Ende des Gespräches erhielt er dann noch den Befehl vom Emir, alle Gäste, die über die Durrah zurück reisen wollten, zu eskortieren. Thorim von den Hammergrunds war der Einzige, der das in Anspruch nahm. Er war eben ein klassischer Kalur und hasste Schiffe. Doch an der Grenze zu den Grünlanden angekommen tat sich auf einmal ein Trupp von gut einem Dutzend Grünländern auf. Menschen des Westen, Letharen, Rashari... Ein paar der Stimmen kannte er noch vom Überfall am Grenztor vor etwa 3 Monden, und offenbar erinnerten sie sich auch ihn. Ein Pirat hatte Warnschüsse abgesetzt und Shogun unter dem Sohn der Azeezah aufgeschreckt. Doch das Tier besaß genug Vertrauen in seinen Reiter, um sich unter Kontrolle zu halten. Thorim blieb schlussendlich noch eine ganze Weile, bis zur letzten Tagesstunde bei den Menekanern als Gast, um zu warten, dass die Grenze wieder frei wurde. Das Schiff war immer noch keine Option. Akemi Driss wurde sodann noch informiert, das Grenztor nach dem Schließen auch geschlossen gelassen, und nach Mitternacht fiel er erst scheintot ins Bett. Aus 'eine Stunde Dienst nachholen' waren am Ende wieder gut 4 turbulente Stunden geworden, und die nächsten drei Abende würde es genauso bleiben. Immerhin bedeuteten Spät- und Nachtschichten aber, dass es ein bisschen kühler war!
Dienstplan hat geschrieben:30. Eluviar 261: 16.-24. Tagesstunde
31. Eluviar 261: 20.-04. Tagesstunde
01. Schwalbenkunft 261: 16.-24. Tagesstunde
Noch zu erledigen hat geschrieben:Handelsvertrag mit Fräulein Menderis aufschreiben
Preise für und von Fräulein Menderis in der Küche und im Alchemielabor aushängen
Rüstung reparieren lassen
die Esra noch mal auf die Reagenzien für den Basar ansprechen
Kraft und Ausdauer trainieren!