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Verfasst: Dienstag 7. März 2017, 05:11
von Felizitas Hohenburgen
Die Selbserkenntniss kommt in kleinen Schritten

Wider waren einige Wochenläuft vergangen in denen mal mehr und mal weniger passierte. So gab es Tage in denen sie im Tavinihaus saß und sich der Langeweile ergeben musste und Tags darauf wider mit der Arbeit nicht hinterher kam.
Seid sie auch in der Armee diente bestand ihr Leben nicht mehr nur aus putzen, waschen, aufräumen und Wünsche erfüllen. Nun hies es auch das gelernte aus dem Unterricht für die Soldaten zu trainieren. Ebenfalls nahm sie sich immer öfter die Schulbücher von Raniya zur Hand und lernte fleissig ihre Vokalben.
Denn solange sie nicht die menekanische Sprache sprechen würde, dürfte sie auch in Ernstfällen nicht mit den Janitscharen ausrücken da die Befehle dann in der Muttersprache gerufen werden würden.
Dies alles nahm starken Einfluss auf ihr Leben und begann die kleine nach und nach zu verändern. Doch tief in ihr drin blieb sie was sie war. Ein kleines verwöhntes Gör das es gewohnt war, zu bekommen was sie wollte. Nur die Art und Weise wie sie es bekam unterschied sich deutlich zu ihrem früheren Leben.
Da war sie wider, die Aussage von Wasila vor einigen Wochenläufen das sie eine verdorbene Tavini geworden sei als sie wie so oft vor dem Spiegel stand und sich in den feinsten Kleidern betrachtete. Früher musste sie ihren Vater nur einmal lieb ansehen um ihren Willen zu bekommen. Hier jedoch musste sie lernen, das lieb gucken nicht sehr viel brachte. Also beschäftigte sie sich immer mehr mit den unterschiedlichen Verhaltensweisen ihrer Herrn und Herrinen und studierte sie genauestens.
Mittlerweile wusste sie ziemlich genau was sie von ihr erwarten würden und so begegnete sie jedem von ihnen so, wie es sich in deren Augen für eine gute Vorzeigetavine gehörte. Sie schlüpfte in die unterschiedlichsten Rollen und erarbeitete sich so die Gunst um immer mehr Freiheiten zu erlangen.

Verfasst: Dienstag 14. März 2017, 06:55
von Felizitas Hohenburgen
Freiheiten, Wissen, Weisheiten und Quahlen


Freiheiten, Wissen, Weisheiten und Quahlen liegen oftmals dicht beieinander musste die junge Tavini feststellen.
Erst kürzlich als sie mit ihren Herrn und Herrinen auf der Jagd war durfte sie erfahren was wirkliche Angst und Quahlen waren. Nicht schnell genug hinterherkommend im Wald verlor sie den Anschluss an die Kampftruppe und rannte zielgenau in die Arme zweier Letharen und zweier Rashar.
Die kleine selbsbewusste Dame heraushängen zu lassen war eine schlechte Idee musste die junge Tavini schnell feststellen. Denn davon liesen sich die beiden Letharen nicht im geringsten beeindrucken. Ein Versuch zum abgestellten Pferd in der Nähe zu gelangen um so die Flucht zu ergreifen wurde rasch unterbunden und so wurde sie von den beiden Letharen in die Zange genommen. Immer wider stellten sie ihr Fragen, wollten wissen wer sie war, wo sie her kam und was sie hier zu suchen hätte.
Doch egal was sie sagte, es schien die beiden Letharen nicht wirklich zu beeindrucken, sie versuchten ihr gar klar zu machen das sie lieber dem Weg des Herrn folgen solle und ihr lichtes Phanteon nichts Wert wäre.
Diese eindringliche Stimme des Letharen in ihren Ohren machte ihr furchtbare Angst, doch traute sie sich nicht zu ihm um zu drehen. War es die Lethra vor ihr die in ihren Augen eine viel größere Bedrohung darstellte. Schliesslich war sie es die mit einer Armbrust in der Hand ihr Leben bedrohte. Doch es sollte alles ganz anders kommen als sie erwartete. Die Lethra legte die Armbrust weg und zog ein Messer womit sie in einer schnellen Bewegung dann nach ihrem Haar griff und es damit abschnitt.
Dann liessen sie die junge Tavini tatsächlich laufen mit den Worten Mal sehen ob dich diese Familie der du dienst auch so verunstaltet wider zurück nimmt.
Wider Zuhause angekommen kauerte sie sich erst einmal in ihre Schneiderecke in die Umkleide und weinte. Doch am Abend als dann ihre Herrin kam und ihr den Schleier vom Kopf zog und das geschorene Haar erblickte, sprach sie ihr gut zu und meinte, es sei zum Glück nur das Haar und es würde nachwachsen.
Noch in der gleichen Nacht sollte sie wider ein grosses Stück mehr Freiheiten erlangen indem sie von ihrer Herrin das goldene Sklavenhalsband bekam. Mit neuem Mut und Stolz fasste sie sich wider und startete so in den neuen Tag hinein. Am Abend dann im Sprachunterricht bei Raniya durfte sie zum ersten mal in die Akademie Leviatahn. Raniya zeigte ihr die Bibliothek, einer von Raniyas liebsten Orten. Raniya sprach sehr viel auf Menekanisch mit der jungen Tavini und schien erfreut, das sie zumindest einiges davon verstand.
Die Versuche ihrer Lehrerin zu folgen und zu verstehen waren zwar noch kläglich und nur sehr stockend und Gramatikalisch völlig falsch die Versuche ihr auf Menekanisch zu antworten. Dennoch zeigte es, das sie immerhin gute Vortschritte gemacht hatte in ihrem lernen.
Als Hausaufgabe sollte sie sich dann ein Buch aus der Bibliothek aussuchen und es versuchen zu lesen und zu verstehen. Im nächsten Unterricht würden sie dann gemeinsam dieses Buch übersetzen und lesen.

Verfasst: Sonntag 19. März 2017, 21:32
von Felizitas Hohenburgen
Wenn eine junge Tavini beginnt erwachsen zu werden

Einst ein wohlbehütetes Kind das scheinbar alles hatte was es begehrte. Achte auf deine Haltung Liebes, wähle deine Worte immer mit Bedacht Liebes, benimm dich wie eine Dame und benutze das besteck für das Hähnchen Liebes, hast du heute schon deine Hausaufgaben gemacht Liebes?
Diese und viele andere Sätze haben sich fest in ihren Kopf gebrannt und immer wider kommen sie ihr ins Gedächntniss. Das war das Leben das die junge Tavini 18 Jahre lang führte und vermeindlich Glücklich war.
Doch gab es soviel das ihr verwehrt wurde. Sich mit ihren Freundinnen im Wald rum treiben, ohne darauf achten zu müssen das die schönen neuen Kleider nicht dreckig oder gar kaputt gingen. Einfach Dinge im Leben einmal selber zu machen ohne das gleich eine der Mägde ankam und ihr diese Arbeiten abnahmen.
Es war später Nachmittag als die junge Tavini mit den anderen von der Jagd wider in Menekur ankam. Die Beute wurde noch schnell am Brunnenplatz aufgeteilt, dann ging sie erschöpft zurück zum Tavinihaus. Vor den beiden Wachen an der Türe blieb sie stehen und blickte an sich runter.
Die neue Rüstung die sie erst Tags zuvor bekommen hatte sah fürchterlich aus. Mit Blut und irgendeiner klebrig glibbrigen Masse übersäht. Die ein oder andere Delle konnte man ebenso entdecken. Sie beugte sich leicht runter und griff nach einem Spinnenbein das sich zwichen Unterschenkel und Kniegelenk verklemmt hatte und zog es raus um es achtlos hinter sich in die Durrah zu werfen. Sie wendete sich ab und ging ruhig zum Strand um die Rüstung Stück für Stück ab zu legen und sich zu waschen.
Sie stand bis zur Hüfte im Meer, hob die Hände an und betrachtete jene ruhig. Dann ging der Blick zurück zur ledierten Rüstung und ein Mundwinkel hob sich an. Nachdem sie sich dann fertig gewaschen hatte, ging sie aus dem Wasser, griff nach der Rüstung und ging so wie sie war das Stück zum Tavinihaus zurück und trat mit den Worten " Faa die Mutantenvernichterin " ins Haus. Ein leises Lachen konnten sich die beiden weiblichen Wachen wohl nicht verkneifen. Doch mit aufrechtem Gang, die Schmerzen für den Moment vergessend, ging sie mit stolz erhobenem Haupt hinein und legte sich dann zur Ruhe.

Verfasst: Freitag 28. April 2017, 21:30
von Felizitas Hohenburgen
Der Wind trägt die Melodie über das Wasser aufs Meer hinaus


Einige Wochen sind wider vergangen nachdem die junge Tavini den Kampf für sich entdeckt hatte. Eine Meisterin mit dem Bogen oder mit Peitsche und Schild war sie noch lange nicht. Aber sie übte fleissig jeden Tag aufs neue in der Durrah gegen die verschiedensten Monster.
Doch war der Kampf nicht alles das sie so fleissig übte. Immer wider suchte sie nach neuen Herausforderungen mit denen sie ihren Alltag füllen konnte.
Doch wurden die Abende zunehmenst ruhiger im Tavinihaus und so zog es sie immer länger an den Strand. Wie fast jeden Abend saß die junge Tavini auch diesen Abend kurz vor Sonnenuntergang an ihrem Lieblingsplatz und blickte auf das offene Meer hinaus.
Mit ihren beiden Musikinstrumenten bewaffnet setzte sie sich in den warmen Sand und streckte die Füsse aus. Der blaue Blick mit einem wehmütigen Lächeln auf die Brandung die ihre nackten Füsse sanft umspielte.
Dann griff sie zu ihrer Flöte und begann ein altes Kinderlied aus ihrer Jugend zu spielen. Nach einer Weile setzte sie das Instrument ab und sah zu wie die Sonne langsam begann im Meer zu versinken.

Mama, Papa, mir geht es gut, ich hoffe euch allen auch. Macht euch keine Sorgen um mich. Ihr seid immer in meinem Herzen.
Dann erhob sie sich und griff zu ihrem Dudelsack. Der blaue Blick noch immer auf den orangen Feuerball der ins Meer eintauchte gerichtet begann sie mit tiefen Atemzügen unter kräftigem pusten den Blasebalg zu füllen und entlockte dem Instrument eine alte Melodie aus ihrer Heimat, die immer gespielt wurde wenn die Soldaten aus den Schlachten wider Heim kehrten.
Der Wind trug dabei die noch nicht wirklich perfekt gespielte Melodie weit hörbar von ihr weg und würde dem ein oder anderen in der Entfernung diese Melodie ans Ohr tragen. Die ein oder andere Träne lief der kleinen dabei über die Wange und die aufkommende Emotion sorgte wohl auch dafür das ein leichtes zittern für das Musik begabte Ohr zu hören war.
Erst nachdem die Sonne vollends im Meer versunken war, setzte sie das Mundstück ab und lies sich wider in den Sand plumpsen. Noch eine ganze Weile saß sie dort still vor sich hin und genoss die Ruhe ehe sie sich wider auf den Weg in das Tavinihaus machte.

Verfasst: Mittwoch 21. Juni 2017, 06:59
von Felizitas Hohenburgen
Ein Schiff aus der Heimat

Irgendwann kam der Moment den die kleine blonde so sehr fürchtete, die Frage war nur wann.
Die Gewässer um Horkwegen waren längst wider befahrbar und ihre Eltern würden sicherlich nicht aufhören sie zu suchen. So kam es das die kleine als sie sich von der Truppe in Varuna trennte um ihre Schneiderkollegin Allesa zu besuchen um ihr einige neue Schnitte bei zu bringen.
Nach einem netten Plausch und 3 gezeichneten Schnittmustern für Alessa machte sie sich dann wider auf den Heimweg. Doch gerade als sie in Bajard auf das Schiff richtung Menekur steigen wollte, sah sie dort ein ihr nur zu gut bekanntes Schiff vor Anker liegen.
Ihr stockte der Atem als sie erkannte das es das Schiff ihres Vaters war. Ihr erster Reflex war dann auf den Anlegesteg zu zu rennen. Doch dann hielt sie inne und zog sich rasch das Kopftuch das sie nebst ihrer Armeerüstung trug zurecht und legte den Schleier vors Gesicht.
So wusste sie, würde sie niemand erkennen solange sie nicht sprach. Eine ganze Weile blieb sie stehen und war hin und her gerissen ob ihr weiteres Vorgehen. Schliesslich wollte sie doch das ihre Eltern erfahren das es ihr gut ginge und sie sich keine Sorgen zu machen brauchten. Doch wusste sie auch, das wenn sie sich zu erkennen geben würde, es eventuell sehr viel Ärger geben könnte.
Tränen der Verzweiflung liefen der kleinen blonden über die Wangen und sie zitterte am ganzen Körper. Letzendlich entschied sie sich dann dafür rasch den Ort zu verlassen und das Schiff hinter sich zu lassen.
Über Land ging sie dann richtung Wüste und nahm den Handelsweg bis ins Sklavenhaus um sich dort ab zu rüsten und im Keller in das Lager zu verkriechen wo sie den Rest des Tages nicht wider raus kam. Erst spät in der Nacht schlich sie sich dann auf leisen Sohlen aus dem Sklavenhaus und begab sich nach Bajard um dort, verschleiert im Verbrorgenen das Schiff zu beobachten. Und es zahlte sich aus, geduldig zu warten. So konnte sie zumindest für einen Moment ihren Vater an Deck sehen.