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Verfasst: Donnerstag 13. April 2006, 19:18
von Angelina de Arganta
Ziemlich überstürzt empfand Angelina den Aufbruch mit dem Grafen nach Menekur. Nicht einmal umziehen konnte sie sich, doch sie wollte lieber schwitzen, als die Gelegenheit zu verpassen, endlich etwas tun zu können.
Denn das Warten in dem luxuriösen Zimmer fiel ihr ausgesprochen schwer. Auch konnte sie ja schlecht ihren Sohn auf seinen Erkundungstouren im Schloss begleiten und so war sie dazu verdammt, untätig abzuwarten, sich ihren Sorgen hinzugeben.

Am Hafen von Menekur wurden sie abgeholt und durch die gefährliche Wüste zum Palast des Emirs geleitet. Ein Prachtbau mit einem endlos erscheinenden Treppenaufgang.
Wie der Menekaner, der sie geführt hatte, und der Graf, streifte sie ihre Schuhe ab und folgte dann der Aufforderung, den vor der stechenden Hitze schützenden Palast zu betreten.
Beeindruckt von der fremdartigen Pracht hielt sie sich leicht hinter dem Grafen und als sie den Herrscher und seine Gemahlin vor sich auf den Thronen erblickte, fiel sie in einen tiefen Knicks. Der Graf grüßte den Emir wortreich und ihr Führer übersetzte dessen Worte, doch Angelina wusste nicht so recht, was sie tun sollte. Erst als sie hörte, dass die Besprechung an einem Tisch erfolgen sollte, sie aber niemand ansprach, richtete sie sich wieder auf.
Betreten ging sie hinter dem Grafen her. Hätte sie doch nicht mitgehen sollen? War es hier vielleicht üblich, dass Frauen einfach ignoriert wurden? Oder hatte sie nur etwas nicht verstanden?
Sie verbannte ihre Gedanken und hielt sich einfach an den Grafen. Er wusste sicher, welche Sitten und Gepflogenheiten angebracht waren und so kniete sie sich wie er am Tisch auf ein Kissen nieder.
Der Graf trug ruhig und sachlich sein Anliegen vor, erklärte, warum er zu dem Schluss gekommen sei, dass Rafael auf der Insel des Emirs verschollen wäre.
Wortreich und in blumiger Sprache erklärte der Emir ausdrücklich sein Bedauern, doch versicherte er sehr glaubhaft, dass Rafael de Arganta weder in seinen Kerkern noch auf der Insel sei. Als Graf Adrian das Stück Tuch vorzeigte, das Cyrion Sha'ar auf der Insel nahe dem Hafen gefunden hatte und Angelina dazu sagte, dass es von dem Mantel ihres Gatten stammen könnte, bat die Gemahlin des Emir darum, es sich ebenfalls ansehen zu dürfen.
Der mitleidige Blick aus ihren dunklen Augen und das Angebot, mit Angelina ein Stück spazieren zu gehen, versetzten die junge Heilerin in Aufregung. Konnte sie vielleicht doch etwas über Rafael’s Verbleib erfahren?
Mit einer weiblichen Wache verließen die Frauen den Palast.
Auf dem Weg zum Hafen bot die junge Wüstenkönigin Angelina an, sich den Kerker des Palastes anzusehen, da Angelina von der Vision der Templerin Sanjana erzählt hatte.
Nach einer langen Unterredung der beiden menekanischen Frauen wurde Angelina dann zurück zum Palast und in den Kerker geführt. Seltsame Gedanken bemächtigten sich ihrer.
Was wäre, wenn Rafe nun doch hier gefangen gehalten würde?
Ob man sie nun dazu sperren wollte?
Nur zögerlich trat sie durch die Gittertür.
Es war sehr still.. kein Laut. Nur die Schritte der Frauen.
Die Zellen waren nur spärlich beleuchtet, doch durch die Sandsteinwände wirkte das gesamte Gefängnis nicht wirklich dunkel. Über die alten Blutflecke sah Angelina geflissentlich hinweg und auch die Folterwerkzeuge mied sie genauer zu betrachten.
Hier war Rafael nicht, der Kerker war leer… und wenn sie der Templerin glauben wollte, dann war er hier auch nie gewesen. Sanjana hatte von einem finsteren Ort gesprochen. Angelina hatte sie so verstanden, dass es dort sehr dunkel war.

Als die Frauen in den Palast zurückkehrten, beschäftigte Angelina nur noch eines.
Die begleitende Wache hatte nach der Farbe der Wände gefragt, die die Templerin in ihrer Vision wohl gesehen haben mochte. Sie wollte nur noch möglichst schnell heimkehren und mit dem Grafen darüber sprechen.

Zum Abschluss des Gespräches mit dem Emir und seinen Beratern, wie Angelina die anderen anwesenden Männer einschätzte, stand fest, dass der Emir auf seiner Insel und auch in der Grafschaft von Hohenfels die Suche nach ihrem Gatten, dem Ritter Rafael de Arganta, durch eigene Leute unterstützen wolle. Einvernehmlich verabschiedeten der Graf und Angelina sich von ihren Gastgebern.

Zurück im Schloss des Grafen bat dieser den Hauptmann Aradan Krenor und Angelina zu einer Unterredung.
Angestrengt von der langen und beschwerlichen Reise vermochte die junge Frau kaum den Anweisungen des Grafen und den Ausführungen des Hauptmanns folgen.
Doch dann kam Leben in sie.
Der Graf hatte die Hochelfe Liella erwähnt… und ihre besondere Gabe, zu Personen Kontakt aufzunehmen.
War diese Gabe für Angelina vor etlicher Zeit auch ein Ärgernis gewesen, so brachte sie nun einen Schimmer der Hoffnung in ihre Augen.
Als sie den Männern erklärte, dass Liella doch mit dieser Gabe helfen und vielleicht Rafael finden könnte, sprudelten vor Aufregung ihre Worte nur so aus ihr heraus.
Der Hauptmann wusste sogar, dass die Elfe in der Herberge zu Varuna abgestiegen sei und bekam vom Grafen den Auftrag, sie zu informieren, dass sie den Grafen so schnell wie möglich, auch zu jeder Tag- und Nachtzeit aufsuchen möge.

Als Angelina in dieser Nacht den schlafenden Tari fest an sich zog, flüsterte sie ihm voller Hoffnung in sein Haar: „Wir finden ihn.. wir finden deinen Papa.. ich will mich dann auch nie wieder über Liella’s Gabe aufregen.“

Verfasst: Donnerstag 13. April 2006, 23:02
von Niamh
Wie die vergangenen Tage betrat auch heute Niamh die nasskalte Gruft erst zur Nachtstunde. Zwar war es bereits beschlossene Sache, auf welche Weise Rafael sterben würde, aber verhungern würde er nicht, und so war es nötig, ihn trotz aller Risiken in unregelmäßigen Abständen zu besuchen. Das Vorgehen war inzwischen eingespielt, Rafael versprach wie jedes mal, sich in Niamhs Anwesenheit nicht zu wehren, und sie befreite ihn dafür für jene Zeit von seinen Fesseln. Einige Stunden durfte er den Schein der Kerze genießen, bekam Wasser und Brot, und wurde ausgefragt. Inzwischen kannte Niamh ihn hinreichend, hatte sich viel über seinen Glauben erzählen lassen, die Art wie er lebte, einige seiner Hoffnungen und Ängste, gar die Geschichte über seine Anklage wegen Mordes hatte er berichtet, für etwas Brot als Gegenleistung. In einer aussichtslosen Situation wie der aktuellen konnte er wohl nicht anders als nachzugeben und zu antworten, um die wenigen Tage seines noch verbleibenden Lebens so gut zu gestalten, wie man es ihm erlaubte. Niamh konfrontierte ihn mit Fragen, Widersprüchen in seinem Glauben, Missstände im Rechtssystem der Grafschaft und den Tugenden der Temora, und ließ ihm viel Zeit, darüber nachzudenken, ob seine Art zu Leben wirklich die einzig wahre ist. Und dennoch, soviel musste sie neidlos anerkennen, blieb Rafael nahezu die ganze Zeit beeindruckend standhaft, wie sie es noch bei keinem anderen Menschen hatte sehen können. Sein Glaube an Temora musste sehr stark sein, dass er selbst in einer solchen Situation noch Hoffnung besaß.

Es gab Gerüchte über einen Krieg, aber nicht auf der Art und Weise, wie Niamh ihn erhofft hätte. Die Beweise waren ausgelegt, kein anderer Verdächtiger in Reichweite, wieso nur hatte man eine Auseinandersetzung dennoch vermeiden können? Der Graf war für seine diplomatischen Bemühungen bekannt, seine Art, die Dinge zunächst mit Worten zu lösen, bevor er Waffen sprechen ließ. Ihre Hoffnungen hatte sie eher auf den Emir gesetzt, Herrscher über ein stolzes Volk und sicherlich die Gelegenheit erkennend, in seiner überlegenen Position von der Grafschaft einiges fordern zu können, um einen Krieg doch noch abzuwenden. Dem hingeschiedenen Emir sagte man solches Verhalten nach, kühle Kalkulation und Nutzung der Chancen zum Vorteil seines Volkes. Sollte der neue Emir tatsächlich um so viel weicher und beeinflussbarer sein?

Und doch gab es nichts zu tun als abzuwarten, und nach neuen Gelegenheiten Ausschau halten, sollten sie sich auftun.

Verfasst: Samstag 15. April 2006, 22:09
von Cyrion Sha´Ar
Voll war es in der Taverne zu Bajard. Lautes Gelächter erschall hier und da, doch das Hintergrundsummen der vielen Gespräche konsumierte sie bald wieder. An der Theke tummelten sich Leute, lachten, verschütteten Bier, wenn Trunkene ihr Gläser, bierseelig wie sie waren, zusammenstiessen. Schankmädchen bewegten sich sicher durch das Gemenge mit vollbeladenen Tablets und quietschten pflichtsschuldig und zur Erheiterung der Gäste auf, wenn ihnen jemand auf den Hintern klatschte. Es herrschte rege Betriebsamkeit.
Hier und da hatten sich Grüppchen gebildet in der anonymen Masse. Schneider und Lederer erkannte man an ihren guten Kleidern, den Geruch von Gerbemitteln und Farbresten unter ihren Fingernägeln. Schmiede waren nahe bei der Herdstelle und diskutierten heftig über ihre Arbeiten. Der eine oder andere Krieger gesellte sich zu ihnen, um ein spätes Geschäft abzuschliessen. Sie erkannte man an den breiten Muskeln an Armen und Schultern - Muskeln, die ein Krieger am ganzen Körper hatte. Aber Schmiede stählten durch ihre Arbeit nur ihren oberkörper. Die Schwielen an den Fingern waren anders als jene an denen eines Kriegers.
Alchemisten traf man hier auch an, aber sie waren eher ein stilles Völkchen, so seine Erfahrung. Auch sie rochen anders als andere Handwerker.
So war jeder Handwerker und auch manch Gelehrte zu erkennen an dem was er tat.

Still sass Cyrion in einer dunkleren Ecke der Schenke. Die Kaputze seines Umhangs war zurück geschlagen - es wäre vielleicht seltsam vorgekommen, hätte er sie weiterhin getragen. Allerdings war sein reiches langes Haar unter diesem verborgen. So mochte es normal wirken. Unauffälligkeit war die Devise.
Die Kleidung war leicht verblichen, nicht länger das Nachtschwarz, das er gewöhnlich trug, sondern vielmehr ein dunkles Grau, welches gut zu der Diesigkeit der Schenke passte. Dicke Strähnen seines Haars hingen ihm zu beiden Seiten des Gesichtes ein Stück herab, bevor sie sich über seine Schultern unter den Umhang ergossen. Strähnen, die ihm mit dem Spiel der Schatten helfen mochten, zu verbergen, wer er war. Ein gutes Mass Bier stand vor ihm, von dem er ab und an trank. Er wirkte entspannt, wie jemand, der sich am Ende des harten Tageswerkes in Ruhe berieseln liess und die Atmosphäre und die Geselligkeit genoss. Eine hübsche Fassade.
Eine die er oft angewandt hatte.

Menschenjagd... Er kannte sie. Er hatte sie ein Jahr lang betrieben. Ein Jahr, in dem er immer wieder in Tavernen sass und lauschte. Gesprächen lauschte, Leute beschattete, die er verdächtigte, zu wissen, wo seine Beute war. Leute, die plötzlich viel Gold in den Taschen hatten und es ausgaben. Leute, die bezahlt worden waren, still zu schweigen bei Fragestellern. Leute die in der Taverne vor ihren Freunden prahlten und irgendwann erzählten, wenn sie nur genug Alkohol intus hatten.
Leute, die Fehler begingen... und wenn sie diese begingen, war er da. Erwartete sie... Brachte sie zum reden.

Ein Jahr lang Jagd nach einem Mann, der gut war. Wirklich gut war, seine Spuren zu verwischen. Aber nicht gut genug. Cyrion hatte ihn erwischt. Hatte das Urteil gefällt, das über diesen Mörder gesprochen worden war. Er hatte sich auf ein eher ruhiges Leben eingestellt. Hatte sich von den Gewohnheiten, in Tavernen hochkonzentriert zu lauschen, wachsam die Augen offen zu halten, gelöst. Nun war er wieder auf der Jagd.

Aber warum? Was machte er hier? Warum sass er hier, lauschte... wartete... Das einer derer, die bei der Theke sassen einen Satz fallen liessen, der ihn aufmerken liess. Wartete das einer der Matrosen, die dort sassen und gröhlten, etwas von sich gab, das seine Sinne zum klingen brachte. Wartete das der Captain, welcher unweit von ihm sass einen Fehler beging. Das alles nur wegen eines unbestimmten Gefühls?

Was konnte er sonst machen? Er hatte alles getan, was er tun konnte, um seinem Freund zu Hilfe zu sein. Hatte nachgeforscht. Beweise gefunden, die sich nicht widerlegen liessen. Was konnte er sonst tun? Nichts. Vielleicht war es das. Die Tatenlosigkeit, die ihn drängte, irgendetwas zu tun. Weiter zu suchen. Das zu tun, was er konnte. Worin er Erfahrung hatte...

Nein Ging es ihm durch den Sinn. Er traute seinen Sinnen. Traute dem, was dieses unbestimmte Gefühl in ihm auslöste. Kleinigkeiten, die ihm sagten: hier stimmt etwas nicht. Veränderte Gesten... ein Flackern in den Augen. Wenn die Stimme sich änderte... Ein Zögern bei der Beantwortung einer Frage. Wenn der Mann den Kopf abwandte, den er befragte, während er antwortete... Alles schon dagewesen. Kleinigkeiten nur, aber sie hatten Aussagekraft.
Manche Leute waren geübt zu Lügen. Sie legten eine unsichtbare Maske an, sobald sie logen. Auch sie machten Fehler. Manchmal erwischte er sie, manchmal nicht. Manchmal schien es ihm nicht wichtig, ob sie logen oder nicht.

Er hatte ein Gefühl dafür, das etwas nicht stimmte, entwickelt im Laufe dieses einen Jahres. Ein Gefühl, dem er vertraute, das ihn nicht betrog. Dieses Gefühl, das ihn überrascht hatte, als er mit dem Captain gesprochen hatte. Er konnte es nicht an irgendwas festmachen. Vielleicht irrte er hier auch. Er lag nicht immer richtig. Aber oft genug.

Deswegen sass er hier... Lauschte. wartete. Beschattete die Mannschaft des Captains. Merkte sich, wann und wo sie als nächstes hinreisen würden und war da, wenn sie dort eintrafen und Landgang hatten. Er erwischte sie nicht immer. Manchmal hatte er schlichtweg Pech. Aber er würde nicht locker lassen. Er würde seinem Gefühl nachgehen. Er würde da sein, wo sie waren. Und warten.

Verfasst: Mittwoch 19. April 2006, 09:33
von Rafael de Arganta
Der Hoffnung heller Schimmer.


Brot und Wasser gab es....
Es war wenigstens so viel seinen Hunger und den Durst zu stillen.
Oft genug war er kurz davor auf zu geben, aber er erinnerte sich an seinen Traum, die Hand die ihn berührt hatte, die Stimme die so verständnisvoll klang und voll der Liebe war.
Der Glaube ... es war nicht was man immer predigte. Der Glaube, er war in einem. Man konnte daran zehren, sich daran festhalten, und so spendete dieser Kraft in dunklen Stunden wie jetzt.
Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Wusste nicht wie viele Tage gar Wochen er schon hier verbracht hatte.
Die meiste Zeit betend, und an der Hoffnung festhaltend, mit dem Wissen das SIE ihn nicht verlassen hatte. Sie ... Temora. Ihre Güte, ihre Liebe spürte er in sich und war fester im Glauben als jemals zuvor.

Er spürte längst nicht mehr den Schmerz in der Wundes des Fingers, den man ihm abgeschnitten hatte.
Auch das führte er auf Temoras Sorgfalt hin. Oftmals sprach man von dem Wunder der Heilung durch ein Gebet an sie, und er war sich sicher das sie ihm jene Hilfe zuteil hatte werden lassen.
Die Handgelenke schmerzten noch von den rauen Fesseln die in sein Fleisch schnitten, und er fror, hustete und hungerte.
Manchmal sehnte er sich herbei, das man endlich sein Leben beendete, damit er im Lichte Temoras endlich die Wärme spürte, Ruhe und Frieden, dann jedoch raffte er sich wieder auf, ging durch sein dunkles Gefängnis, um in Bewegung zu kommen und nicht gänzlich ein zu rosten.
Er wollte nicht aufgeben, er durfte nicht aufgeben. Nicht solange sie ihn nicht verlassen hatte.

Er klammerte sich an seinen Glauben, an den Gedanken das Temora bei ihm wahr, sonst hätte er sicher längst aufgegeben.
Er zog aufstöhnend die Beine an, bettete sein Haupt auf den Knien.
Seine Gedanken schweiften zu Angelina.
Wie viele Wochen war es her das er sich verabschiedete hatte?
Was würde sie jetzt gerade tun? Wer kümmerte sich um sie? Hatte sie noch Hoffnung? Wer beschützte sie? Wo war sie?
„Angelina.“ Wisperte er leise und hatte das Gefühl als würde ihm etwas die Kehle zuschnüren.
Sie würde sich Sorgen. Er wollte nicht das sie je wieder so fühlen musste. Er sah sie vor sich damals nach dem Tode Kelans. Sah sie vor sich als sie Angst um Tari verspürte, und jetzt?
Er wollte nicht das sie Angst spürte.
Er schloss die Augen,
War es Nacht? War es Tag? Sicher Nacht, da man ihm gerade erst zu Essen gebracht hatte.
Sein Körper wurde durch den Husten geschüttelt und er wartete darauf das es aufhörte, dann stellte er sich vor wo Angelina gerade sein konnte.
„Temora hilf.“ Bat er leise und stellte sich nun Angelina vor wie sie auf dem Bett saß... die traurigen Augen blickten stumm und still vor sich hin. Er stellt sich vor wie er zu ihr trat, sich zu ihr hinkniete und seine Hand wie so oft in einer liebevollen Geste an ihre Wange legte.
„In Gedanken bin ich bei dir, Angelina.“ Wisperte er vor sich hin. „Ich liebe dich.“
Er sah sie so plastisch vor sich als wäre er wirklich bei ihr. Könnte sich vorbeugen sie küssen, sie in die Arme nehmen und einfach all das Grauen hier vergessen.
Würde er sie je wieder sehen?
Würde sie so leiden wie sie damals bei Kelan gelitten hatte?
Wer würde sie auffangen, wer sich um sie kümmern.

Adrian...
Sein Freund musste es tun. Die Augen weiter fest geschlossen als könne er den Freund erreichen, sprach er wie zu sich selber. „Hörst du mein Freund? Du wirst dich um sie kümmern ja? Und lass dir ja nicht einfallen mir in die Niederhöllen zu folgen. Ich werde über euch wachen wenn Temora es mir erlaubt.“
Er stand seufzend wieder auf und ging durch sein Gefängnis.
Es war stockdunkel aber längst hatte er die Abmassungen erkannt. Wie ein Blinder sehend.
Und Manchmal...
Manchmal, nach einem innigen Gebet sah er auch.
Nein.
Er würde sich hier nicht einfach Kra`thor ergeben.
Seine Seele gehörte Temora.

Verfasst: Mittwoch 19. April 2006, 13:14
von Angelina de Arganta
Mit jedem Tag der verstrich, wurde Angelinas Zuversicht, dass ihr Gatte lebend gefunden wurde, geringer.
Sie wusste, dass Graf Adrian alle Welt in Bewegung setzte, damit nach ihm gesucht würde. Auch wusste sie von Cyr und Cathal, die sicher nicht eher ruhen würden, bis sie eine Spur von Rafael entdeckten oder ihn gar fanden.
Doch das eine war der Verstand, das andere das Gefühl… das Herz.
So oft, wie in den letzten Tagen hatte sie schon lange nicht mehr an Kelan denken müssen. Auch Kelan hatte sie über alles geliebt und er war ihr auf grausame Weise genommen worden. Sollte es jetzt mit Rafael wieder so sein?
In ruhigen Minuten, wenn der Tag ausklang und Tari schon in dem großen Bett lag und schlief, dann saß Angelina noch vor dem Kamin in dem großen Sessel und gab sich ihren Gedanken hin. Immer wieder bat sie die Lichtbringerin Temora um Hilfe, fühlte sich dann gestärkt und getröstet.
Jedoch gab es auch Stunden der Verzweiflung. Bilder, Vorstellungen, in denen sie die Qual ihres geliebten Mannes glaubte zu sehen, zu spüren und ihr war dann nur noch elend zu mute.
Das waren die Abende, an denen sie Adrians Einladung zum gemeinsamen Abendessen ausschlug. Es war ihr schon schwer genug gegenüber Antares, ihre Zweifel und Hoffnungslosigkeit zu verbergen. Wie konnte sie es dann vor dem Grafen?
Sie wollte nicht zweifeln noch die Hoffnung aufgeben, doch der Tod Kelans hatte sie gelehrt, dass Glück nicht ewig währt… es ganz abrupt zu ende sein kann.
Heute war wieder solch ein Abend gewesen, an dem sie sich am liebsten verkrochen hätte. Doch sie suchte Kraft und Halt im Gebet.
„… Du bist die Lichtbringerin, gütige Temora… und so bitte ich Dich… sei Rafael das Licht, damit er die Dunkelheit nicht fürchtet… Du bist die Güte… bitte nimm ihn unter den Mantel Deines Schutzes… und lass ihn heimkehren.“
Ihre Stimme versagte und sie weinte leise.
Erst als sie zu Tari ins Bett kroch, den warmen, kleinen Körper an ihrem spürte, empfand sie Trost. Sie wollte weiterhin hoffen… für sich und ihn.

*Sanft spürte sie eine kraftvolle Hand an ihrer Wange. Zärtlich strich der Daumen über ihre Lippen und als sie die Augen öffnete, sah sie Rafe, wie er sich über sie beugte, sie mit einem liebevollen Blick bedachte und dann mit seiner tiefen, beruhigenden Stimme leise sagte: „Ich beeile mich… ich bin bald wieder bei Dir.“ Seine Lippen fühlten sich warm auf ihren an.*

Angelina riss die Augen auf und fuhr hoch. Sie sah sich in dem nur schwach vom ausgehenden Feuer erleuchteten Raum um. Ihr Herz klopfte wie wild. Ihre Zunge fuhr über ihre Lippen und sie glaubte den sanften Druck des Kusses noch zu spüren.
Rafe!
Nur widerstrebend gestand sie sich ein, dass es ein Traum gewesen sein musste.
Sie hatte ihn gespürt, gehört.
Seine Worte…
Ja.. so hatte er zu ihr gesprochen, als er sich verabschiedet hatte.
Aufseufzend sank sie in ihr Kissen zurück. Tari rührte sich und sie strich ihm besänftigend über das Haar.
Rafe… er war bei ihr gewesen.
Er würde wiederkommen… er lebte! Das wusste sie jetzt.

Verfasst: Donnerstag 20. April 2006, 09:44
von Rafael de Arganta
Er wanderte ....
Ging erneut seinen dunklen Kerker entlang, wie so oft, damit seine Beine nicht einschliefen. Damit die Kälte vom ihm abfiel, damit er nicht in Lethargie verfiel und agil blieb trotz seiner Schwäche.
Immer wieder zermarterte er sich seinen Kopf wie er hier herauskommen sollte. Er wollte einfach nicht aufgeben.
Oft war er die Treppe hinaufgestiegen, aber es ging nicht weiter. Wie eine unsichtbare Wand war es, und eine der Gestalten hatte ja gesagt, nur wer seine Seele Kra`thor verschrieb, würde passieren können.
Aber wie war er dann damals hier hereingekommen?
Ging es vielleicht wenn er eine von denen trug? Würde er so das Tor vielleicht überwinden können?
Er stöhnte auf. Wie sollte er je jemanden Tragen. Seine Fesseln waren fest und das seit Wochen, selbst wenn, würde er jene gestalten in seinem Zustand überwältigen können?

Müde und frierend lehnte er sich an einen der Pfeiler, der Husten der ihn schüttelte war schlimmer geworden, und so ließ er sich an diesem Pfeiler zu Boden sinken um dann auf halben Wege inne zu halten.
Das Mauerstück war nicht komplett. Ein Teil war herausgebrochen und an diesem Teil war der Pfeiler Scharfkantig.
Rafael fluchte leise, warum ihm dieses nicht eher aufgefallen war.
Hoffnung durchfuhr ihn, und sogleich begann er seine Fesseln daran zu scheuern.
Es musste gehen. Er würde, egal wie weh es tat, sich die Fesseln hier abstreifen und dann würde man weiter sehen.

Er wusste nicht wie lange er daran arbeitete, wie weit er kam.
Er spürte nur das die Spannung nachließ, was ihn an einen baldigen Erfolg glauben ließ.
Dann jedoch hörte er abrupt auf, als er Schritte hörte.
Er hätte in diesem Moment heulen mögen.
Wenn sie jetzt wieder kamen um ihn neu zu binden, war alles dahin.
Er trat langsam zurück, damit egal wer kam, nicht seine angescheuerten Fesseln sehen konnte.
Als man die Kerze anzündete blinzelte er ins träge Licht.
Sie waren wieder zu Zweit gekommen, was nicht oft vorkam.
Und Essen und Wasser hatten sie auch nicht mitgebracht, so das sie sich seine Fesseln wohl nicht ansehen würden.

„Erfreue dich denn große Ehre wird dir zuteil heute ist dein großer Tag gekommen, Temori
Du wirst die Ehre haben dass mit deinem Blut der Friedhof den ihr geschändet habt neu geweiht wird. Deine eigene Schuld ist es gewesen und den nötigen Preis wirst du zahlen müssen“
Rafael musste schlucken, er konnte nicht anders und die Furcht die begann seine Hoffnung zu fressen kroch höher. Sollte das das Ende sein? Angelina niemals wieder sehen?
Temora nein, das durfte nicht sein.
Er wich zurück.
Wich vor den Beiden und den Tatsachen zurück.
„So hat das Warten endlich ein Ende!“ brachte er trocken hervor.
„Meine Schülerin wird das Ritual deines Todes vollziehen.“ Erklärte die Gestalt mit der er bisher harte Diskussionen über den Glauben geführt hatte. „Es ist gut dass du am Ende den Wert deines Opfers erkennst so wird er deiner Seele möglicherweise etwas mehr Ehre erweisen.“
Rafael schüttelte den Kopf. , Ich weiss nur das Eine. Temora erwartet meine Seele.
Eurer ... Richter wird leer ausgehen!“ Die Gestalt kicherte. „Du wirst es bald erkennen wie sehr du irrst Dein Blut für die Weihe, deine Seele dem Richter so ist es beschlossen.“
„Nein ihr irrt, aber vielleicht werdet ihr das ja mit meinem Tode erkennen, denn Temora ist es die mich leitet. Eurer... Richter wird meine Seele nicht bekommen.“ Die eine Gestalt wandte sich wieder der Treppe zu und meinte im Gehen einfach „In wenigen Minuten wirst du die Wahrheit erfahren und dir wünschen, den Glauben nicht über den Verstand gestellt zu haben. So soll es denn beginnen nach eurem Willen und dem des Richters. Ich werde euch alleine lassen. Wenn ich wiederkomme, wird euer Blut diesen Hort des Todes gereinigt haben“

Damit schritt sie die Treppe hinauf und verschwand, während die andere Gestalt einen langen Dolch zog. „Erfreue dich nun, denn wenigen wird solche Ehre zuteil.“
Sofort versuchte Rafael seine Fesseln zu sprengen. Er hatte einen Teil davon an dem Mauerwerk aufgerieben, da war er sich sicher. Sie konnten, nein sie durften einfach nicht mehr so straff sein.
Auf seine Versuche hin, lachte die Gestalt leise. „Mach es dir nicht unnötig schwer, nicht dass es mich stört doch für dich wird es nur schmerzhaft.“
Als er rückwärts gegen die Wand trifft, machte sie einen schnellen Schritt, und Rafael vermochte dem Dolch nicht mehr aus zu weichen, der ihm nun schmerzhaft in den linken Arm fuhr.
Aufschreiend warf er sich herum so das er dem nächsten Stich entging, und wieder weiter zurückweichen konnte. Hastig zog und zerrte er mit aller Kraft an den Stricken, die schon seit drei Wochen seine Hände hielten.
„Ihr solltet euren Glauben überdenken solange ihr noch könnt. Was gibt euch Kra`thor? Ein unendliches Seelenloses Leben? Und Temora? Sie steht für das Leben, die Liebe, den Frieden.“
Die Frau ihm gegenüber antwortete nicht, sondern holte erneut mit dem Dolch aus.
Rafaels Glück war das sie anscheinend nicht so im Kriegshandwerk geschult war wie er, so sah er diesen Angriff, der gegen seine Schläfe gerichtet war kommen und wich mit dem Kopf aus, so das nicht der Knauf ihn traf, jedoch fuhr ihm die Klinge quer über die rechte Wange und riss diese tief auf. Aufkeuchend, und weiter an den Fesseln zerrend wich Rafael weiter zurück, spürte wie die Stricke langsam nachgaben und so verdoppelte er seine Bemühungen.

Die Frau vor ihm schien wohl zu bemerken das sie ihn alleine nicht zu bändigen vermochte, sie schloss die Augen und leise Worte drangen aus ihrem Mund. „Richter, wahrer und einziger Bringer der Erkenntnis. Stelle mir zur Seite deine Diener auf dass sie ihn halten und das Ritual dir zu Ehren vollzogen wird
Entsende sie aus ihren Heimstätten deiner Dienerin zur Seite zu stehen, gegen den Narren der Lüge das Ritual dir zur Weihe möge durch deine Diener vollzogen werden erfülle uns mit der Macht der einzigen Wahrheit.“
Schon hörte Rafael ein Kratzen in den Wänden, schaben wie er es von den Skeletten her kannte.
Das hier war ein einziger Alptraum, sein Alptraum.
Die Frau vor ihm stand da die Augen geschlossen, wohl auf seine Schwäche vertrauend, im Gebet die Hand gen Treppe ausgestreckt, und noch einmal nahm Rafael all seine Kraft zusammen. „TEMOOOOOOOOOOOORAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!“ brüllte er und warf sich vor auf seine Gegnerin, und mit jenem Schrei mit jener letzten Kraft, zerrissen die Fesseln, die seine Hände hielten.

Durch den Aufprall wurde die Kultistin gegen den Stein hinter ihr geschleudert, der Kopf knallte gegen die Wand und sie sackte benommen zu Boden, der Dolch entfiel ihren Fingern, und Rafael nahm diesen sofort an sich.
Jetzt war Schnelligkeit geboten. So sehr sein Körper nach Ruhe forderte, jetzt war nicht die Zeit dafür, denn sonst war alles verloren.
In dem Augenblick als die Frau sich wieder aufrappeln wollte, schlug er noch einmal zu. Den Dolch gegen ihre Schläfe, damit sie sich nicht mehr zu wehren vermochte.
Nun würde die Stunde der Wahrheit nahen. Ob er recht gehabt hatte mit seiner Vermutung?
Er nahm die zu seinem Glück leichte Frau ächzend, auf seine Arme, und taumelte mit ihr die Treppe hinauf.

Da wo sonst die Barriere war, spürte er ein kleines Hindernis, dann war er hindurch.
Luft. Frische Luft, und die Nacht umfing ihn.
Rafael hätte lachen, weinen und jauchzen zugleich können, und sofort ließ er die Frau die er trug fallen.
Er wusste wo er war. Der Friedhof.
Er stolperte vorwärts. Einfach nur weg... Weg von diesem Ort. Die Stadt war nicht weit. Sein zu Hause war nicht weit... Frei... er war Frei. Temora sei Dank.
Er schluchzte nun vorwärts stolpernd und fiel dann doch kraftlos auf die Knie. Er musste weiter, durfte nicht halten, aber in dem Moment wollte sein Körper nicht mehr.
Eine kleine Pause nur, er durfte nur nicht seiner Ermattung nachgeben, der verlockenden Dunkelheit des Schlafes zu verfallen.
Er schloss nur für den Moment die Augen als eine knöcherne Hand sein Fußgelenk umschlang.
Aufschreiend warf er sich herum, krabbelte rückwärts, den Ritualdolch umfassen.
„Temora steh mir bei, schenk mir deine Kraft und deinen Segen.“ Murmelte er inständig und spürte wie ihn neue Kraft durchfloss, in jenem Moment als das Skelett ganz dem Grab entstieg und ihn Angriff.
„Kreatur Kra`thors, spüre die Macht Temoras.“ Fluchte er leise, und schlug nach der Kreatur.
Er vermochte nicht einmal zu sagen wie er jenem Angriff auswich, und wie genau er es schaffte, aber am Ende lag das Skelett geschlagen als Knochenhaufen am Boden.

Rafael raffte sich auf, noch länger zu bleiben, würde seinen Tod bedeuten.
Weg nur weg hier.
Den linken blutenden Arm an sich gepresst, taumelte er vorwärts um irgendwann zu stolpern und hin zu fallen.
In dem Moment als er sich aufrichten wollte hörte er das Pferd dessen Hufe nach dem Steigen vor ihm donnernd auf den Boden schlugen.
Er schloss die Augen, egal was nun passierte, er hätte nicht mehr die Kraft sich zu wehren..
Er hört wie jemand vom Pferd sprang, hörte eine ihm vertraute Stimme brüllen. „Gardisten eilt euch.“ Dann hörte er Kampfeslärm, fühlte wie man ihn packte und auf ein Pferd zog und blickte dann fast verständnislos in das Gesicht des Grafen von Hohenfels.
In dem Moment begriff er nur eines.... er war gerettet. Er war Frei es war vorbei.
„Du... hast dir aber... mächtig viel Zeit gelassen, mein Freund,“ brachte er keuchend hervor, wissend das er nun endlich schlafen durfte, schloss er die Augen um diese sofort wieder auf zu reissen als Adrian seine Wangen tätschelte. „Noch sind wir nicht daheim. Wirst du wohl weiterschimpfen dann weiss ich wenigstens du lebst.“ Hörte er dessen Stimme und lächelte seit langer Zeit das erste Mal wieder.
Ja es war vorbei...
Endlich. Er würde heim kommen, unendlich erleichtert schloss er die Augen, versuchend wach zu bleiben, doch irgendwann forderte sein Körper seinen Tribut, er verlor das Bewusstsein.

Der beste Freund

Verfasst: Donnerstag 20. April 2006, 13:50
von Eileen von Hohenfels
War das nun die Wachablösung oder vielmehr der Anfang ansich. Eileein konnte nur schwer abschätzen wer dieser Rafael war, was für ein Mensch, von welchem Schlage.

Sie konnte sich nur zahlreicher Vermutungen hingeben, war er doch bislang eher mit bluten beschäftigt gewesen, nachdem sie ihn ins Schloss gebracht hatten.

Rafael de Arganta. Adrian vertraute ihm, wenn dies Wort die Beziehung der beiden Männer überhaupt zu genüge beschrieb. Kaum bei Bewusstsein war er gewesen, als sie ihn am gestrigen Abend zusammengeflickt hatten.
Aber sobald der Schnaps in einer der zahlreichen notdürftig versorgten Wunden zu brennen anfing, und er die Augen vor Schmerz aufriss fingen beide nach Rafaels erstem Schrei an zu scherzen.

Sie scherzten ! Halb tot, aber zu Scherzen aufgelegt. Und das in genau jener umgänglichen, spitzfindigen, selbstverständigen Art, die Adrian auch ihr gegenüber an den Tag gelegt hatte.

Ein herzliches wenn auch von Pein überschattetes Miteinander. "Extrem gute Freunde" stellte sie nüchtern fest.
Eileen hatte die umliegenden Dörfer nach Heilmitteln abgesucht, Rafaels Frau war zu dieser Stund nicht auffindbar und kam erst später dazu.
Ein Herr Cyrion und eine Gardstin waren ebenso zugegen und versuchten zu Retten was zu retten war.
Und in all dem Ernst der Lage, die Beiden, die sich über alles Gedanken zu machen schienen, nur nicht über jenen Ernst.

Würde Adrian nun noch mit ihr sprechen ... so wie bisher ?... wo er nun seinen vieleicht besten Freund wiederhatte ? Seinen Vertrauten ? Jener, den er um Rat fragte wenn er selbst ihn suchte ?
Fragen, die sie allein kaum beantworten konnte.
Eileen hoffte er würde es überstehen, hing doch ganz offensichtlich auch Adrians Glück an seinem Wohlbefinden.

Der nächste Morgen jedoch zeigte durchaus, dass Ritter Rafael ein zäher Bursche, oder seine Frau eine begnadete Heilerin war. Vieleicht auch beides.

Als Eileen den Kopf in das Zimmer streckte nachdem sie artig geklopft hatte, um sich nach dessen Befinden zu erkundigen, saßen die beiden Freunde am Tisch und unterhielten sich angeregt.
So angeregt, dass Rafael trotz Adrians "Herein" immernoch weiter redete und sie etwas aufschnappen musste, was wohl nicht für ihr Ohren bestimmt war.

Rafael war ahnungslos und konnte nicht wissen, dass sie selbst es war über die beide wohl gesprochen hatten, und auch Adrians Blicke, die ihn zum schweigen bringen sollten, verfehlten ihre Wirkung.

"... wird sie nie feststellen, dass du beim Küssen kratzt ..."

Ganz ruhig Eileen ... es ist vieleicht nicht so wie es aussieht.

"... wir haben gerade über dich gesprochen ..." ... tatsächlich ? ...

Waren das Kerle, die über Eroberungen oder etwas in der Art redeten ? Hatte sie sich getäuscht ? War sie auf einen selbstherlichen Grafen hereingefallen ? ... gibst dus nun zu ? .... Oder grad dabei ? Ein Strich auf einer Liste gar ?

... das willst du gar nicht denken Eileen ... , und wenn doch ?

Es entstand eine mehr als peinliche Pause, an deren Ende sie offen kund tat, dass sie sich frage in welchem Lichte sie hier erscheine.
Und es war Rafael, der den scherzhaften Ton ablegte und die Situation einrenkte bevor sie entgleisen konnte.

"In einem besseren Licht, als ihr grad vieleicht annehmt." , sagte er und , herrje tat das gut ... ach ? tut es das ? ...

Er hatte schnell durchschaut, was in ihrem Kopf vorgehen musste, nachdem was er gesagt hatte, und er begriffen hatte, wer sie war.

Sein bester Freund wohl, dass musste er sein. Es einfach laufen lassen Eileen ... ja ja ....
Sie wurde das Gefühl nicht los, dass sich in naher Zukunft einiges ereignen würde, gerade mit oder wegen diesem besten Freund.
Gerade weil nicht nur er befreit worden war, sondern weil auch Adrian freier schien, ohne die schwere Last der Sorge.

Gerade weil sie sich über sie unterhielten, vieleicht auch ohne eine Strichliste.

Verfasst: Donnerstag 20. April 2006, 14:59
von Angelina de Arganta
Eine der Wachen aus dem Schloss hatte sie begleitet, als sie zu hause nach dem rechten sehen wollte. Sie hatte ein paar Früchte gepflückt und sich saubere Kleidung angezogen, war dann unter den wachsamen Augen des uniformierten Mannes in das Grafenschloss zurückgekehrt.

Tari war wohl in dem riesigen Gebäude unterwegs… wie die meiste Zeit. In der Küche hatte er freundliche Frauen gefunden, denen es Freude machte, den kleinen Wirbelwind mit Kuchen und anderen Leckereien zu verwöhnen. Angelina war es recht. Sie gönnte ihrem Antares jede Art von Freude, Hauptsache er vergaß die Sorgen um seinen Papa.

Angelina öffnete die Tür zu ihrem Zimmer, in dem sie und Antares untergebracht waren… und erstarrte. Der Graf saß auf ihrem Bett und die junge Pferdemagd Eileen stand neben ihm.
Es lag jemand ausgestreckt auf der Decke des Bettes. Angelina konnte den Blick nicht von ihm wenden…
„Rafe!“ brach es dann aus ihr heraus und sie eilte zu ihm, fiel vor dem Bett auf die Knie. Der Graf hatte sich erhoben und etwas gesagt.. auch die junge Frau hatte mit ihr gesprochen… oder doch zumindest etwas geäußert… doch Angelina konnte die Worte nicht aufnehmen. Sie sah nur ihren Mann.
Endlich.. endlich war er wieder da! Und er lebte!
Ganz vorsichtig nahm sie seine verbundene Hand in ihre Hände, den Blick nicht von seinem Gesicht lösen könnend.
Dass die Anwesenden sich langsam aus dem Raum zurückzogen bemerkte sie erst, als die Tür sich schon schloss.
Behutsam setzte sie sich neben ihren schlafenden Gatten und hauchte einen Kuss auf seine Fingerspitzen. Sie konnte es kaum fassen. Ihr Glück war noch nicht beendet… er war heimgekehrt.

Rafael erwachte.
Er schien benommen und geschwächt zu sein, seine Wunden an Arm und Händen waren verbunden und Angelina reichte ihm zunächst Wasser und Weißbrot, dann noch etwas Obst. Daran, wie gierig er es hinunterschlang, erkannte sie, dass er in den vergangenen Tagen gehungert haben musste.
Doch sie wollte sich nicht dem Mitleid hingeben… ihr war bewusst, dass Rafael jetzt Hilfe und keine schwache Frau an seiner Seite brauchte. Als er den Wunsch äußerte, dass er gern baden wolle, ging sie rasch zum Zimmer des Grafen, der auch gleich seine Hilfe anbot. Das Bad wurde aufgeschlossen. Doch Rafe wollte es allein versuchen auf die Füße zu kommen. Mit Scherzen und einer gehörigen Portion Sarkasmus ließ er sich dann von seinem Freund und seiner Gattin ins Bad helfen.

Allein im Wasser stehend sah Rafe so verloren aus… Angelina stieg zu ihm in das Becken und schloss ihre Arme fest um ihn, streichelte seinen Rücken. Erst jetzt fiel alle Beherrschung von dem jungen Ritter ab. Aufschluchzend presste er seine zierliche Frau an sich, das Gesicht in ihrem Haar vergrabend.
Leise ermutigte sie ihn, von den Geschehnissen zu berichten.
Nur stockend erzählte Rafael und Angelina musste immer wieder gegen die aufsteigenden Tränen an kämpfen.
Wie gern würde sie ihm die schrecklichen Erinnerungen fort streicheln… das Lachen in seine Augen zurückküssen!
Doch sie war die meiste Zeit still, ließ ihn sprechen und stellte nur sehr wenige Fragen.
Sie wusste, er würde ihr alles erzählen… doch dazu brauchte er Zeit, vielleicht viel Zeit.
Erst als sie bemerkte, dass Rafe fror, ermutigte sie ihn, dass er sich von ihr waschen ließe. Sein helles Haar bekam wieder Glanz und die junge Heilerin stellte fest, dass ihr geliebter Mann keine weiteren Verletzungen am Körper aufwies.

In ein großes Handtuch gehüllt sank Rafael auf das breite Bett. Kaum hatte er die Decke über sich gezogen, war er eingeschlafen.
Angelina hing die nasse Kleidung vor den Kamin zum Trocknen auf, entledigte sich ihres Kleides und kroch zu ihm unter die Decke. Ganz eng schmiegte sie sich an den kühlen, männlichen Körper und versuchte ihn zu wärmen.
Lange konnte sie nicht einschlafen.
Freude, Dankbarkeit und die Entschlossenheit, ihrem Gatten beizustehen, ihn wieder aufzupäppeln, ließen ihr Herz viel zu schnell schlagen. Sie war so dankbar! Ihr Glück mit diesem Mann durfte noch weiter währen…

Kurz bevor ihr die Augen zufielen dachte sie an Tari.
Er war wohl heute im Gesinderaum geblieben.. oder hatte der Graf ihm gesagt, dass er erst morgen zu seinem Papa gehen könne?
Sie wusste ihn in Sicherheit… so oder so.

Verfasst: Donnerstag 20. April 2006, 19:24
von Darna von Hohenfels
Das Tier unter ihr bebte und keilte immer wieder aus. Die Kante ihres Schwertes traf hart gegen einen Schädel und riß den Knochen von der blanken Wirbelsäule. Eine Hand krallte sich mit erbarmungslosem Griff und einer ekelhaften Kälte um ihr linkes Bein, mit übernatürlich scheinender Sicherheit gruben sich die krallengleichen Finger in die Schwachstellen zwischen den Schienen, zerrissen das Hosenbein, zerkratzten ihr Fleisch. Wo eines in sich zusammenfiel, tauchten zwei neue auf. Nur Skelette. Aber...
zu viele. Darna spürte mehr, als daß sie es bewusst registrieren konnte, wie auch ihr Pferd unter den untoten Kreaturen litt, diese Widerwärtigkeiten machten selten einen Unterschied bei dem, was sie angriffen. Ihr Schwert fuhr wieder und wieder herab, die Kälte lähmte ihre Glieder, es fiel ihr zunehmend schwer, die Konzentration zu wahren. Wenn sie noch lang hier blieb, würde sie sich nicht mehr im Sattel halten können, zwischen die untoten Leiber fallen und vielleicht zerrissen werden.

Doch sie konnte nicht weg. Hinter ihr war ebenfalls Kampfeslärm zu hören, ein paar weitere Skelette hatten sich nicht bei ihr aufgehalten und
bedrängten den Grafen - Etwas, das sie nicht ändern konnte, gerade riß sie ihr Pferd herum, um zwischen diesen Knochen überhaupt noch Platz zum Zuschlagen zu haben.
Sie durfte nicht weg. Irgendwie musste seine Erlaucht mit dem Rest fertig werden und das abgemagerte Wesen, in dem sie nur hoffend Sir Rafael vermutete, bergen. Wo waren Cyrion und dieser Menekaner?
"...erhebe meinen Arm, der in Treue fechten soll für alle, die seiner bedürfen."
Es war... alles so, wie es sein sollte.

Und es war ein befremdliches und wohliges Gefühl zugleich, wie die Zufriedenheit aus dem, was sie tat, die aufwallende Angst, die sie ebenso verspürte, beruhigte und zudeckte.
Aber sie spürte, daß sie sich kaum noch halten konnte.
"Wenn du hier umfällst, hilft das niemandem!", trieb ein klarer Gedanke sie dazu an, ein weiteres Skelett niederzureiten und aus der Umzingelung auszubrechen. Wenige Schritte, dann zwang sie ihr Pferd Sandsturm, stehenzubleiben und Darna warf einen Blick über die Schulter:
Drei Skelette wankten ihr hinterher. Der Fluchtinstinkt schlug wieder hoch. Dahinter hatte der Graf dieses hilflose Bündel Mensch auf sein Pferd gezogen und schien nicht in ärgster Bedrängnis zu sein. Jede Sekunde, die er Ruhe hatte, war gerade Gold wert... sie zog die Brauen zusammen. "Nicht fliehen. Sollen diese Knochen hinter mir herwanken - dann gehen sie nicht zum Grafen."
Zügel locker lassen, ein paar Schritt, stehenbleiben... sie dankte ihrem Ritter für die Auswahl dieses zuverlässigen Pferdes. Spürbar wäre der Hengst gerne durchgegangen, doch es war der erste echte Ernstfall und er bewährte sich, gehorchte.
"Rückzug!", war der Befehl des Grafen zu hören und sie schüttelte die untoten Verfolger nun endlich ab.

Wie sie auf dem Pferd blieb, bis sie die Stadt erreicht hatten, wie sie helfen konnte, Rafael ins Schloß und königliche Gemach zu tragen, wurde ihr nicht wirklich begreiflich - sie funktionierte. Alles andere war nicht von Belang. Dieses taube Gefühl, der brennende Schmerz in den Kratzern - all das würde vergehen, das wusste sie bereits gut.
Und es war nichts gegen den Zustand, indem sich der Ritter befand.
Der fehlende Finger, die zerschundenen Handgelenke, lauter kleinere Wunden, am Arm eine größere, der Schnitt im Gesicht... sie presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen und dachte möglichst nicht über den Grund nach, warum sie Cyrion die Armwunde versorgen ließ und stattdessen Rafaels Gesicht behutsamst säuberte, den Schnitt vorsichtig abtupfte. Mochte sie ihren eigenen Zustand akzeptiert haben, der Widerwille an sich verblieb irgendwo tief in ihr.

Nachdenklich ruhte ihr Blick auf Adrian und Rafael. Sie hörte die Worte, doch entzog sich ihr mal wieder ein echtes Begreifen der Scherze. Wie kamen sie um Himmels Willen dazu, jetzt von Kaktusschnaps zu reden? Sie schüttelte manches mal kaum merklich den Kopf. Egal. Zwischen diesen beiden Männern ruhte mehr, als das Dienstverhältnis zwischen Graf und Ritter, das wurde so deutlich spürbar wie ein Lagerfeuer im Winter.
Sie bot an, wieder Wache bei Rafael zu halten, bis seine Gemahlin hier wäre, doch diese ehrenvolle Aufgabe übernahm seine Erlaucht selber. Sie nickte gehorsam. "Euer Wunsch sei mir Befehl."
Den Hauptmann unterrichten, beim Haus der de Argantas nach Frau Angelina suchen, Bericht schreiben...

Wenige Zeit später fand sie sich vor dem Stall des Kastells stehend, den Blick nachdenklich leer auf die Boxen gerichtet. Brad kümmerte sich um Sandsturm, versorgte auch einige Blessuren an dem guten Tier.
Dann schreckte Luzcilla sie aus ihren schwer greifbaren Gedanken, die sich um Mut, Treue, Verschwendung und Fürsorge drehten. Selbst nicht mehr genügend fest, um deutlichst widersprechen zu können und zu wollen, ließ sie es zu, daß die Kadettin und hocherfahrene Kriegerin ihre Verletzungen versorgte.
Luzcilla verstand ihr Handwerk. Doch es war gänzlich seltsam, auf diese... Art versorgt zu werden. Darna wurde weißtemora nicht zum ersten Mal verarztet, doch...
fühlte es sich so für Aradan an, wenn er das gestriegelte Pferd entgegennahm oder sich von ihr in die Rüstung helfen ließ? Handgriffe, die man sonst jederzeit selber auszuführen imstande und sogar dazu verpflichtet war, doch wurden sie dann von jemandem übernommen, den man bis zu einem gewissen Grad schlicht als Untergebenen betrachten musste.
Es fühlte sich seltsam an. Nein, sie wusste nicht, gegen wie viele Skelette sie dort gekämpft hatte. Sie hatte sich nur bemüht, der Schild des Grafen zu sein. Bei Luu's Erzählungen begriff Darna auch mit seltsamer Distanz, daß sie heute zum ersten Mal in seiner Anwesenheit gekämpft hatte, und wie selbstverständlich es ihr schien.

Es war... richtig so. Wieso fühlte sich dann so vieles heute so seltsam an?

Verfasst: Donnerstag 20. April 2006, 21:02
von Rafael de Arganta
Er fühlte sich Sicher... geborgen ab dem Moment da er in das Gesicht seines Freundes sah.
Mit Sarkasmus überspielte er das was in ihm vorging. Etwas das er nicht nach Außen dringen lassen wollte. Eine Fassade die ihn vor dem Schmerz des Erlebten schützte.
Schmerz, Erleichterung hatten sich abgelöst, und er fühlte erst so richtig jene Erleichterung, das Bedürfnis sich fallen zu lassen als Angelina bei ihm war.
Ihr durfte er sich zeigen wie er war, was in ihm vorging und so vermochte er die Tränen das Schluchzen nicht mehr zurück zu halten als sie dann Alleine waren.
Angelina hatte ihn in den Arm genommen und es hatte gedauert bis sein Zittern nachließ.
Seine Verwundungen waren nicht schwer gewesen.
Der Schnitt im Arm, der Riss in der Wange, war nichts gegen die tiefen Furchen die die Fesseln hinterlassen hatten, und die Wunde an seinem Finger... sie war drei Wochen alt.
Drei Wochen voller Dunkelheit, Kampf, Glauben und Hoffnungen.
Rafael brauchte lange bis das Schluchzen versiegte. Zeit, in der Angelina ihn einfach im Arm hielt, ihm ihre Nähe und ihren Trost spendete, und endlich redete er.

Er redete sich alles von der Seele. Alles was er erlebt, geschehen war und vor allem gefühlt hatte.
Er wusste das sie ihn verstand. Er musste nicht der edle, tapferer Ritter sein, sondern konnte einfach der Mann sein, der gelitten hatte, dessen Seele noch immer schmerzte, und er durfte es sie wissen lassen. Durfte seinen Tränen freien Lauf lassen, und er schämte sich nicht dafür.
Angelina brachte ihn in das Schlaf gemach und noch ehe er ganz lag, war er wohl eingeschlafen.
Doch mit dem Schlaf kamen die Träume.
Träume von Untoten, einer dunklen Gestalt in einer schwarzen Richterrobe, deren Umhang mit Rabenfedern gespickt war. Er warf sich herum, doch dann, ohne wirklich wach zu werden spürte er die Wärme um sich und gleichzeitig der Arm der um ihn gelegt war, die Hand die seine Wange berührte und die Stimme Angelinas die ihm beruhigend beteuerte das es nur ein Traum war, und so sank er wieder hinab in jenes Dunkel, um nun wohl wie er meinte traumlos die Nacht zu verbringen.

Als er am nächsten Morgen aufwachte lag Angelina immer noch in seinen Armen, doch sie war wach ihr Blick fest auf ihn gerichtet.
Ohne sie zu fragen wusste er das sie wohl kein Auge zu getan hatte.
Sanft küsste er sie ohne den Blick von ihr zu lösen, einfach froh das sie einander hatten.
Es brauchte keine weiteren Worte, stumm sahen sie sich nur an, bis Angelina sich von ihm löste und dann aufstand.
„Ich werde noch einiges an Medizin holen, Rafe.“ Meinte sie leise und er nickte. „Ich geh hier nicht weg.“ Versprach er leise, und konnte doch sehen wie schwer es ihr fiel zu gehen.
In dem Moment jedoch wo die Tür zu fiel hätte er sie am liebsten zurück geholt.
Die Stille, das Allein sein lastete auf einmal Tonnen schwer auf ihm, so das er aufstehen musste und unruhig im Zimmer umherging.
Schmerzen, hatte er kaum mehr, wenngleich er sich noch ermattet fühlte, so war es doch nichts im Vergleich zu den Tagen vorher.
Langsam hob er die linke Hand, um mit brennenden Augen auf den Verband zu blicken, dann berührte er seine rechte Wange die von einem langen Riss geziert wurde.
Nein er war nicht mehr der Selber der damals nach Menekur reisen wollte.
Aber das nicht nur seiner Blessuren wegen, es war ehe das was seine Seele berührte das ihn verändert hatte. Das was in ihm war.
Fast erschreckt schaute er zur Tür als es klopfte, und als auf sein „Ja Bitte.“ Die Tür aufging und das erste was er sah ein mit Essen gefülltes Tablett war, glaubte er noch an einen der Diener, doch als er Adrian erkannte der damit hinein kam, vermochte er ein Lächeln doch nicht zu unterdrücken.
Adrian, ein Freund wie es wohl keinen besseren gab. Nach Angelina war er es wohl der ihn wirklich vieles vergessen lassen konnte mit seinen Sticheleien, und Rafael ging darauf ein. Einfach um zu überspielen was in ihm wahr und vor allem einfach... weil diese Normalität ihm gut tat nach all dem.
„Ein neuer Kammerdiener? Wie nett.“ Meinte er einfach und Adrian antwortete auf gleicher Weise. „Glaub bloß nicht dass ich jetzt dein Zimmerdienst bin, das wird keine Gewohnheit, sieh zu das du wieder auf die Beine kommst.“ „Schade, ich könnte ich daran gewöhnen.“ Konterte Rafael, froh Adrian ein wenig necken zu können. Ihr Umgang miteinander war immer Erfrischend gewesen und so tat ihm dieses Gespräch mehr als Gut.

Adrian leistete ihm Gesellschaft beim Essen und Rafael hatte Mühe nicht zu schnell zu zu langen, noch immer von Hunger getrieben, obwohl er am gestrigen Abend schon etwas bekommen hatte.
Adrian sprach ihn auf die Ereignisse an, und Rafael berichtete was er wusste.
Es ärgerte ihn im Nachhinein das er der Frau nicht die Maske vom Gesicht gezogen hatte, aber sein einzigster Gedanke war nur noch das WEGKOMMEN gewesen.
Sie redeten viel an diesem Tag, und Rafael war froh auf andere Gedanken gebracht zu werden.
Adrian sprach von den Aussichten des Krieges mit Rahal, den Drachen den sie da wohl hatten, das Verschwinden Slains, und dem abgewendeten Krieg mit Menekur.
Irgendwann kamen sie auf Angelina dann auf Roselynn zu sprechen, und als Rafael meinte das es Zeit wäre das auch Adrian bald unter die Haube käme, bekam dessen Gesicht einen Ausdruck den Rafael aufmerken ließ.

Ernsthaft sprach er an was er dachte und Adrian gab einige Ausweichenden Antworten die Rafael mehr erahnen ließen als es Adrian wohl zum jetzigen Zeitpunkt zugebne würde.
Als er zu dessen Schilderung eines Ereignis seinen Freund kurz neckte, klopfte es und auf Adrians Herein trat eine junge, attraktive Frau herein und Adrians warnender Blick auf ihn gerichtet ließ ihn erahnen wer jene Frau war. „Verzeiht“ meinte jene, „Ich wollt nur schauen wies dem Herrn geht, ich wollte gewiss nicht stören.“ „Seine Zunge ist unverändert scharf.“ Erklärte Adrian mit einem Lächeln und fuhr dann fort. „Ihr wart ohnehin Gesprächsthema Eileen, ich erzählte gerade von eurem Geschenk.“
Rafael vermutete wohl das dieses Gesprächsthema der Frau nicht gerade angenehm war, so wiegelte er ab, bedankte sich höflich für ihre Hilfe gestern.
Ihre Antworten, ihr betragen und vor allem ihr Auftreten gegenüber Adrian gefiel ihm und er musste Adrian recht geben. Sie nahm kein Blatt vor den Mund und ihre Entgegnungen waren teilweise genauso schnippisch wie es Adrians Art manchmal war.
Dennoch bat er beide dann hinaus. Die Müdigkeit ließ sich nicht länger verdrängen, und so gab er ihr nach.

So bald er konnte wollte er nur noch eines.
Zum Baum des Lichtes. Wollte erneut spüren was er im Dunkel des Kerkers gespürt hatte, und wollte danken. Wie er es schon getan hatte hier im Gebet am Morgen und jetzt gerade als er sich erneut zur Ruhe begab.
„Temora ich danke dir. Du warst bei mir in meiner schwersten Stunde, und durch dich wurde ich errettet. Du gabst mir die Kraft zu widerstehen als ich es am nötigsten hatte. Du gabst mir Kraft die Fesseln die mich banden zu sprengen.“ Er schloss müde die Augen, dann öffnete er sie wieder und blickte zur Tür. „Und auch dir danke ich mein Freund.“ Meinte dann leise, wie zu sich selbst. . „Das du da warst in der Not. Mein Leben gebe ich für dich wenn es sein muss, und Temora gebe das ich dir all das Zurück zu geben vermag was du für mich getan hast.“
Mit diesen Worten schloss er die Augen und schlief wieder ein.

Verfasst: Freitag 21. April 2006, 06:18
von Dalana D´Ron
Sie saß gerade in der Taverne bei einem Glas Wein, oder waren es doch schon zwei? Oder drei? Verwirrt schuettelte Dal den Kopf als sie versuchte her raus zu finden wie viel Wein sie nun schon getrunken hatte. Zumindest sagte ihr Kopf, in dem sich alles drehte, dass es wohl nicht nur ein Glas war. Und wer war an diesem Zustand des Betrunkenseins Schuld? Natuerlich ein Mann, was sonst. Aergerlich schuettete die Schuetzin das Glas in einem Zuge hinunter und wies der Wirtin an ihr noch eines zu bringen. Sie hatte sich wirklich benommen wie ein kleines Kind, sie hatte ihm Vorwuerfe gemacht, ihm Dinge gesagt die sie gar nicht sagen wollte. „ Na und, wenn der Schafskopf es nicht kapiert“ murmelte sie wuetend vor sich her, was ihr einen seltsamen Blick der Wirtin einbrachte, welche ihr gerade das neue Glas hinstellte.

„Vielleicht renne ich auch nur einer Fantasie hinterher, einem Wunschtraum. Nur wieso merkt er es nicht? Warum merkt er nicht meine Gefuehle ihm gegenueber. So blind kann doch gar keiner sein.“ Wieder fand sich das Glas an ihrem Mund, doch jäh wurde der Trinkgenuss unterbrochen, als zwei Maenner die Taverne betraten. Sie setzten sich an einem Tisch in ihrer Naehe und Dal ertappte sich dabei wie sie die beiden Maenner heimlich musterte, vielleicht war ja einer von denen ein passender Kandidat um ihren Junggesellinnen dar sein ein Ende zu bereiten. „Na toll jetzt komme ich schon auf solch dummer Ideen und du bist schuld Farion, verflucht noch eins.“ Brummelte sie abermals.

„Hast du gehoert der Ritter Arganta soll wieder frei sein?“. „Nein ist mir noch nicht zu Ohren gekommen.“ „Man munkelt sie sollen ihn ziemlich zugerichtet haben.“

Erschrocken ließ Dal beinahe das Glas fallen. Was? Rafael ist Gefangen? Angestrengt versuchte sie noch mehr Worte von den beiden Maennern zu erhaschen, aber die hatten schon wieder ein anderes Thema. Am liebsten waere Dal aufgesprungen und haette ihnen weitere Informationen rausgepruegelt. Sie stand so heftig auf das es sich nur so in ihrem Kopf drehte und der Stuhl mit einem lauten Knall nach hinten fiel. Es interessierte sie zumindest nicht, nicht das der Stuhl umgekippt war und auch nicht die Blicke der anderen Gaeste, eiligst warf sie das Gold auf die Theke und stuermte nach draussen.

Einzig die Sorge um Raf spielte sich in ihrem Kopf ab. Sie war so mit sich selbst beschaeftigt gewesen, dass ihr nicht einmal aufgefallen war das sie Raf nun schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatte. Doch wo sollte sie hin? Ihr erstes Ziel war das Anwesen von Raf und Lina, jedoch dort traf sie niemanden an. Das zweite Ziel war die Feste der Allianz, auch hier niemand. Stoehnend hielt sie sich die Hand vor den Magen, es war gar nicht so einfach mit einem so hohen Alkohol Pegel aufrecht zu gehen, immer wieder hatte sie das gefuehl als wuerde sie jeden Moment gradewegs auf die Nase fallen. Das Schloss! Dort lebte der Graf und er war der beste Freund von Rafael.

Mit aller Gewalt schleppte sie sich nach Varuna und erreichte schwer atmend und schwankend die Schlossmauern. Die Wach habenden Soldaten schauten sie verwirrt an und wagten es sogar ihr den Weg zu versperren. „ Was ist euer Begehr?“ Erstaunt richtete Dal ihren Glasigen Blick auf die Wache. „ Ich moechte zum Grafen…es ist dringend.“ Die Wache schuettelte nur den Kopf. „ Ich kann euch in diesem Zustand nicht hinein lassen.“ Zustand? Zustand? Was wollte dieser Kerl eigentlich von ihr? „ Ihr erlebt gleich mal einen anderen Zustand meine Herren, ich will sofort ins Schloss gelassen werden.“ Und schon versuchte Dalana vor zu stuermen. Jedoch die Wache hielt sie von ihrem tun ab. „ Geht besser nach Hause und schlaft euren Rausch aus.“

Dalana kochte innerlich vor Wut, Wut die sie auf sich selbst bezog, Wut die sie auf Farion bezog und Wut die sie auf diese Wachen bezog. Sie raffte ihr Kleid und schaute noch einmal mit einem Blick, der selbst Tote nochmals sterben lassen wuerde, zu den beiden Wachmaennern. Kurz bevor sie um die Ecke bog hoerte sie noch wie der eine sagte „ Die musste sich wohl Mut antrinken um an den Grafen her ran zu kommen.“ Dieser Satz ließ das Fass zum ueberlaufen bringen. Was bildete sich dieser ungehobelte Holzkopf eigentlich ein? Was wollte sie vorm Grafen? Es ging ihr um Raf.

Doch irgendwie musste sich Dalana eingestehen, dass sie wirklich keinen guten Eindruck machte, umwoelkt von einer Alkoholfahne, die Augen vorm wenigen Schlaf rot unterlaufen und das Kleid ziemlich mitgenommen. Es waere wohl doch besser sie machte sich etwas zu recht. Doch wirklich weit kam sie nicht mehr, an einem Fluss in der Naehe des Klosters des Ordens der Temora sackte sie in sich zusammen, sie wollte auch gar nicht mehr aufstehen, bleiern schwer lag der Alkohol und die Muedigkeit auf ihr. Als sie langsam einschlief spuerte sie nicht einmal mehr, wie die Wellen des Flusses an ihrem Kleid zerrten und sie triefend Nass machten.

Verfasst: Freitag 21. April 2006, 16:15
von Cyrion Sha´Ar
(OOC: Dies hier gehört zu dem Zeitraum kurz bevor Rafael gerettet wurde.)

Wieder ein Abend in der Taverne. Er war glücklich gewesen, frühzeitig hier her zu kommen, denn sie war brechend voll. Wieder ein Abend, den er nicht mit Solveigh verbringen konnte. Was sie davon hielt? Sie hatte verständnis. Sicher, sie vermisste ihn abends, so wie er sie vermisste. Aber sie wusste um seine Rastlosigkeit, wusste, das er nicht eher ruhen konnte, als bis Rafael gefunden war – tot oder lebendig.
Rafael lebte – das musste er. Auch wenn mit jedem Tag, der schwand, die Chance, ihn lebend zu finden, geringer wurde.
Sein düsterer Blick wanderte umher, glitt über die Seeleute, die lachten und tranken, Dirnen auf dem Schoss, mit denen sie ihren Lohn vertranken. Er hatte schon so viele Geschichten gehört, das er inzwischen wusste, wer mit wem Geschäfte machte, auf welchem Schiff eine Epidemi ausgebrochen war, wessen Ladung durch eindringendes Wasser verdorben worden war, wessen Schiff im Sturm gekentert war und wer reich geworden war durch eine glückliche Invention.
Und Captain Albertos? Der war gerade eben gegangen, mit einer Dirne im Schlepp, die ihm die Nacht versüssen sollte. Die Gespräche gingen wieder ihren Lauf. Man sprach erneut von glücklichen Seefahrern. Cyrion nippte an seinem halbvollem Glas Bier. Lauschend wanderte sein Blick über die paar Besatzungsmitglieder, die noch am Nachbarstisch sassen. Andere waren bereits gegangen – auf den eigenen Füssen oder getragen, zu trunken, um selbstständig zu gehen. Ein weiterer Matrose gesellten sich zu den Mannschaftsmitgliedern. Ah... er wollte Anheuern bei Albertos. Jemand hätte ihm erzählt, wer mit Albertos fuhr, fand das schnelle Glück – der Captain hätte eine Nase für Gold. >So... hat er das?< dachte sich der Krieger und beugte sich über sein Glas, um besser zu hören. „Da haste Pesch jehabt. Der is schon gejangen. Und jestört werden will er bestimmt nicht!“ Das Rauhbein lachte herzlich und schlug mit seinem Nachbarn an. „Auf de Weiber und den Rum!“ Es wurden weitere Scherze ausgeteilt, die zunehmend herber wurden. Aufmerksam lauschte Cyrion weiter, der Blick versteckt hinter schwarzen Strähnen. Der Jüngling lächelte scheu – er war noch neu, grün hinter den Ohren. Gutmütig scherzten die altbackenen Seeleute über Seefestigkeit und erzählten haarstreubende Geschichten von Seekämpfen und Meeresungeheuern. Aufregung zeigte sich auf dem Anlitz des jungen Mannes. Er wollte auch so gerne Segeln, in die Fremde ziehen und sich den Wind um die Nase pfeifen lassen. Cyrion schluckte. Er konnte das nicht nachvollziehen, was daran so herrlich sein sollte. Mit halben Ohr hörte er weiterhin zu. Der Jüngling trank, was sie ihm vorsetzten. Er vertrug noch nicht viel, auch wenn er sich tapfer bemühte, mit zu halten mit den Grossen. Als schliesslich ein weiteres Abenteuer mit beflügelnden Worten zum Besten gegeben wurde, sprang er auf und gab laut lallend von sich, das er sofort das Gasthaus von Bajard aufsuchen wolle um Captain Albertos zu sprechen. Einer der Matrosen lachte laut, während der andere den Jüngling wieder auf den Stuhl zerrte. „Da wirscht ihn nicht finde, Jung! Albertos hat nu sein eyjenes Haus an der Küst hoch! Glaubst, mit dem Reichtum, den er hat, lebt er noch in der Stadt? Ein Haus an der Küst hat er, jawohl!“ „Glüglischer Mann...“ nuschelte ein Mann mit Vollbart und blickte trüben Sinnes in sein Glas. „Hat auf eynen Schlag soviel Gold jemacht, dasch er eyn Haus kufen konnt. Auf der Fahrt war isch net dabei, leyder. De janze Mannschaft hat davon profeliert... protilfier... Hrms... sie hams abgesahnt.“ Angestrengt lauschte Cyrion. Sein Gefühl sagte ihm, das er hier auf etwas gestossen war. Die Seeleute lachten derbe und einer schlug dem anderen auf die Schulter. „Muscht dat näschte Mal dabey sein, Sepp. So eyn Glück wie zum Monatsende hat ma net alle Tach. Dabei warens wir grad erst aufgebrochen.“ Der Mann schüttelte amüsiert den Kopf. „Nicht mal die Küste hatten mer gescheit verlasse.“ Das Gespräch ging weiter, und Cyrion hatte bald genug gehört. Er erhob sich und verlies die Taverne. Albertos war also am Monatsende zu Reichtum gekommen und hatte sich ein Haus gekauft. Und das in der Zeit, als Rafael verschwunden war. >Es wird Zeit, nochmal mit ihm zu reden.< Kalter Ingrim malte sich auf seine Züge, während er sein Pferd bestieg. >Die Küste hoch...< Sein Pferd zur Küste lenkend, machte er sich auf. Er würde das Haus finden...

Tief in seinen schwarzen Umhang gehüllt, wartete er ab. Die Dirne hatte gerade das Haus verlassen. Noch war sie nicht weit genug entfernt, das er in das Haus eindringen konnte, ohne das ein möglicher Schrei dies Mädchen zurück lockte. Keinerlei Nachbarschaft, das Haus stand gänzlich alleine... Etwas, das ihn auf eine Weise lächeln liess, wie es keiner seiner Freunde hier in Gerimor kannte.
Wieder blickte er zu der Frau, zusammengekauert im Schatten von Sträuchern und Bäumen. Eine Maske bedeckte sein Gesicht, so das man dessen Blässe nicht im dunkeln sehen mochte. Lange schlanke Finger langen auf der bemosten Baumrinde auf, hinter dem er hervor blickte. Metallene Krallen aus geschwärztem Stahl umhüllten diese wie die Klauen einer nächtlichen Kreatur. Kleine Rabenklauen wurden sie in seinem Volk genannt. Teile der Sammlung an Ehrenwaffen, die er in dieses Land mitgebracht hatte. Benutzen wollte er sie nicht nein – dies war ihm nicht länger vergönnt ohne Erlaubnis seiner Familie. Aber zum Einschüchtern... tja. Der dunkle Blick fing sich in den Fenstern des Hauses, als er die Dirne nicht länger sehen konnte. Die Tür war gewiss offen, war doch der Besitzer nicht mit runter gekommen, um sie abzuschliessen. Nachlässig und töricht... es könnte ja jemand einbrechen wollen. Noch wartete er eine Weile, dann bewegte er sich rasch und nahezu lautlos zur Eingangstür.

Sie war in der Tat offen, ein kleines Glück, das er schätzte, während er still wie ein Schatten in den Raum glitt. Dunkelheit allenthalben. Hier herrschte noch weniger Licht als draussen unter dem Mond. Er brauchte einen Moment, um sich daran zu gewöhnen. Zeit die er nutzte, die Tür zu verschliessen, so das niemand hinein konnte, ihn zu stören... und auch niemand hinaus. Sodann sah er sich um. Hier und da machte er Umrisse aus und das schwache Glühen abgedeckter Kohlenfeuer half ihm, seinen Weg zu finden. Die Treppe hinauf ging es, stehts an der Wand entlang, wo die Bretter keinen Laut von sich gaben. Verschiedene Türen führten oben weiter, doch nur an einer vernahm er das Schnarchen eines Mannes. Mit äusserster Vorsicht drückte er die Klinke der Tür herab und schlich an das Bett. Dort schlief der Mann, verausgabt von der Fleischeslust. Eine Hand hing runter vom Bett, die Decke lag auf seinen Hüften. Wie der Tod beugte sich Cyrion über ihn, musterte den Mann, welcher Raphael verraten hatte. Sein Blick wurde angezogen von dem reflektierenden Schimmer eines Kruges, gefüllt mit Wasser. Der Mundschutz verriet nicht das böse Lächeln, welches sich auf seine Züge stahl, einzig die sich kräuselnden Augenwinkel hätten ihn verraten, wäre jemand zugegen gewesen, es zu sehen. Die Hand mit den ehernen Krallen umfasste vorsichtig den Griff und hob den Krug über des schlafenden Hauptes um sich dann zu beugen. Wasser floss gluckernd herab und wusch laut platschend den Schlaf hinweg.

Aufjaulend wachte er auf, nicht ganz beinander! Seine Versuche, sich zu erheben, wurden unterbunden, als sich der Lederschutz eines Arms in sein Genick bohrte und seinen Kopf hernieder drückte! Schwer presste sich ein Gewicht in des Mannes Rücken, als der andere ihm sein Knie auf ebend diesen senkte. „Was...! Hilfe! Überfall!“ Seine Stimme wurde mit einer Hand erstickt, hart lagen die Finger auf und spitze Klauen liessen den Überfallenen erkennen, das Gegenwehr nicht gut bekam. „Sooo...“ erklang ein tiefer Bariton leise an seinem Ohr, die Stimme samtweich und gelassen, seltsam gedämpft, als würde er eine Maske tragen. „Wir zwei spielen nun ein kleines Spiel... Ich werde Fragen stellen und du antwortest... Gefallen mir die Antworten nicht, hast du verloren...“ Das Gewicht drückte ihm noch mehr auf die Brust, das er aufkeuchte, als der Unbekannte sich noch weiter vorlehnte und ihm, fast sanft doch mit kaltem Tone zu wisperte: „Und du willst nicht verlieren, mein Freund.“ Die leise Drohung kam an und ein zustimmendes Schnaufen war zu vernehmen. Weiss schimmerte das geringe Licht in den hervor quellenden Augen des Mannes. Das Gewicht liess nach, als der schwarze Mann sich wieder zurück beugte. Luft holend knurrte der Captain auf. „Was willst du?“ Sanft tänzelten die Krallen über den nackten Rücken, das der Mann von der Berührung aufzuckte, und die Stimme murmelte leise: „Es geht das Gerücht, du hättest am Monatsende ein Vermögen verdient auf nur einer Fahrt... erzähl mir davon.“ Der bärbeissige Mann merkte auf. „Ich hatte viele Fahrten gen Monatsende.“ beeilte er sich zu sagen. Wieder strichen die ehernen Spitzen über die nackte verletzliche Haut und Finger schlossen sich, kalt durch das Metall, um seinen Nacken. „Ja... aber nur eine wurde zu etwas besonderem, nicht?“ Angstschweiss perlte auf seiner Stirn, als er an das Kissen keuchte. „Ich weiss nicht, wovon du redest.“ Gelächter erklang und liess die Luft kälter wirken. „Aber, aber... keine Lügen, bitte... Aber ich helfe dir gern auf die Sprünge.“ Des Captains Schopf wurde zurück gerissen, während die Stimme weiterhin ruhig in sein Ohr sprach: „Eine Fahrt nach Menek'Ur brachte dir das Gold ein. Woher kommt es?“ Die Augen flackerten unruhig hin und her und der Mann leckte sich über die Lippen. „Wir... wir hatten gut zahlende Passagiere an Bord...“ „Ja und weiter?“ „Nichts weiter. Das wars schon.“ Versicherte der Mann. Doch er war zu hastig mit der Antwort gewesen. Lüge! Mit einem Ruck drehte er den Mann auf den Rücken, um dann gekonnt mit raschen Griffen den einen Arm des Mannes lang aus zustrecken und am Handgelenk fest zu pinnen. Mit seinem Knie pinnte er Albertos Knie so fest, das dieses auf der dem Arm gegenüber liegenden Seite über dem anderen Bein lag und zugleich die andere Hand am Gelenk festpinnte. So hatte der Angreifer noch ein Bein frei, sein Gleichgewicht zu halten und eine Hand frei zu handeln. Mit dieser drückte er dem Captain hart an der Gurgel, das sich die Klauen die Haut punktierten. Kalte harte Augen bohrten sich in die des Captains. Augen die Schwarz schienen in dem düsteren Rahmen des schwarzen Haares, das kein Licht durchlies. „Eine Chance hast du noch, mir die Wahrheit zu sagen, dann wird’s unschön für dich. Du hast auf einer Fahrt soviel Gold erhalten, das du dir ein Haus kaufen konntest! Woher kommt es?!“ Die Stimme war nun nicht mehr säuselnd, nunmehr zischte sie im scharfen drohenden Tonfall. „Ihr habt gerade die Küste hinter euch gelassen, da verdientest du das Gold. Wo durch?“ Durch zusammen gebissene Zähne gab der Captain wieder. „Wir haben... einen... toten Wal... gefunden... und... ihn... ausgenommen.“ Der Fremde war im ersten Moment perplex, doch dann knurrte er leise. Waltran roch man noch lange Zeit nach dem Fang und er war lange genug in Bajard auf dem Hafen gewesen, das er wusste, das dies faustdickes Seemannsgarn war. Die Stimme wurde leiser, leise wie fernes Donnergrollen, welches den Mann ahnungsvoll zusammen zucken liess. „Wie du willst...“

Schreie ertönten aus dem Haus und verklangen ungehört an der Küste. Den Schreien folgte ein Wimmern, dem wiederrum Stille folgte. Und wieder hob ein Kreischen an, so schauerlich und schmerzerfüllt, das einem sich das Haar am Körper streubte. Vögel schreckten auf und hoben lärmend von den Baumwipfeln ab um das Weite zu suchen. Knacken ertönte widerwärtig und feucht, nachdem eine Tür zugeschlagen ward, trug aber bei weitem nicht so weit wie die Schreie es vermochten. Wäre ein Zuhörer zugegen gewesen, er hätte wohl sogleich an Knochen gedacht. Dann erklang lange Zeit kaum etwas ausser einem Wimmern, welches von hervorgepressten Worten unterbrochen wurde. Schliesslich kehrte Ruhe ein, und nach ein paar Minuten vielleicht öffnete sich die Haustür. Ein Mann hochgeschossen und in Schwarz gekleidet, düster wie die Nacht und ruhevoll wie der Tod in Menschengestalt trat heraus und verschloss sorgfältig die Tür, wobei Eisenklauen auf der Holztür gedämpft klackten. Den Umhang um sich schliessend schnippte er einen feucht glänzenden Fingernagel von seiner Kleidung. Er atmete tief ein, einem Seufzen gleichend, dann nahm er die Hand, welche auf dem Holz auflag fort und bewegte sich mit geschmeidiger Anmut, einem Raubtier gleich von dem Hause fort. Bald hatte ihn die Nacht verschluckt, wie er aus ihr erschienen war. Das Haus lag wieder verlassen da... Einzig ein feuchtes Glänzen, dunklere Flecken auf dem dunklem Holz der Tür, wo des Mannes Hand kurz geruht hatte, gaben stummen Hinweis auf das, was hier geschehen war. Am Morgen würde man wohl nichts mehr sehen. Regenwolken kamen vom Meer her und würden wohl alle Hinweise fortwaschen.

Er wusste jetzt, was mit Rafael geschehen war. Wusste, das dieser Bastard von einem Captain seinen Freund verkauft hatte. Wusste, das Rafael unter Umständen schon tot war und wenn nicht, das ihm nur noch wenig Zeit blieb. Albertos lag gefesselt in seinem Haus. Die Verletzungen, die er ihm zugefügt hatte, waren versorgt. Er würde nirgendwo hin gehen... Und er konnte notfalls die Stimmen der Käufer wieder erkennen, wenn auch nicht ihre Gesichter. Doch nun jagte Cyrion im gestrecktem Galopp Varuna entgegen. Er würde sofort zum Schloss gehen und den Grafen sprechen. Dies hier erlaubte keinen Aufschub. Grimmig presste er die Lippen aufeinander, während sein Pferd über Baumstämme setzte. Rafael würde ja auch keinen bekommen.

Verfasst: Samstag 22. April 2006, 10:22
von Rafael de Arganta
Er verbrachte die meiste Zeit mit Schlafen und Essen, doch er hielt diese Untätigkeit kaum aus.
Auch wenn sein Körper noch nach Ruhe verlangte, erwartete Rafael doch viel mehr von sich selber.
Das Gespräch mit Sanjana hatte ihm Gut getan, wenn auch der Moment als sie beide gleichzeitig die Worte aus seinem Traum aussprachen, ihn sichtlich erschütterte. Sie hatten diesen Traum gleichzeitig gehabt. Sie hatte ihn in seinem Kerker gesehen, die Worte zum Troste gesprochen, er sie am heiligen Baum gesehen, die Worte tröstend aufgenommen.
In jener Nacht gab es ein Band. Ein Band das gesponnen wurde durch Temora um ihm Hoffnung zu geben.

Als er an diesem Morgen, noch kurz vor Sonnenaufgang erwachte, lag das Schloss noch ruhig da. Lange lag er einfach nur still da, genoss die Wärme, das Gefühl Angelina in seinen Armen zu haben. Vorsichtig hob er die linke Hand um sie zu streicheln, hielt dann jedoch inne als er auf den Verband sah.
Seufzend zog er sie zurück, löste sich vorsichtig von Angelina um sie nicht zu wecken und stand auf.
Zuviel bewegte ihn in diesen Minuten, und so zog er sich schnell etwas über, nahm sein Schwert und schlich vorsichtig aus dem Zimmer, die Treppe hinab um unten vor dem Eingang am Schrein nieder zu knien und zu beten.
Die Augen schließend öffnete er sich dem Gefühl das der Schrein, das Gebet in ihm auslöste, und leise Worte verließen seine Lippen. Worte des Dankes, Worte des Glaubens und des Dienens. Die Blicke der patrouillierenden Wachen registrierte er dabei gar nicht, doch als er endete und wieder aufstand, entschloss er sich Adrian zu bitten eine Gebetsmöglichkeit etwas weiter in Abgeschiedenheit zu schaffen statt mitten im Flur am Eingang, zu dem er nun trat.
Draußen regnete es.
Die Sonne ging gerade erst auf, und Rafael war voller Tatendrang, gebremst durch die leichte Mattigkeit die noch immer in ihm war.

Entschlossen jene jedoch zu überwinden ging er wieder hinauf.
Der Ballsaal stand leer. Hier war genug Platz und auch keine ungebetenen Augen die ihm zusehen konnten.
Und so nahm er sein Schwert und begann langsam wieder mit einigen leichten Übungen.
Sein rechter Arm war bis auf das Handgelenk nicht verletzt und so nahm er die Schwertübungen ernst. Bis er selber bald vollkommen in Schweiß gebadet war.
Den Schild musste er erst einmal fortlassen, aber so ging es auch.
Übungen um Übungen machte er, forderte sich, ohne zu bemerken das sich Schritte näherten.
Er ließ das Schwert wirbeln, den Schmerz verbeißend, als er hinter sich auf einmal ein lautes Kreischen hörte.
Vollkommen erschrocken wirbelte er, das Schwert in der Hand herum, sah nur noch den Rücken einer, vollkommen aufgelösten, kreischenden, mit den Armen wild in der Luft herumwirbelnde Bediensteten die als wäre der Teufel persönlich hinter ihr her davon stürmte, und... geriet über das von ihm auf den Boden gelegte Hemd selber ins Straucheln, stolperte rückwärts, ebenso mit den Armen nun Rudernd ums ich zu fangen.
Wobei ein lautes Ratschen ertönte als er dabei mit dem Schwert quer über das große Wandbild, das Anara mit Adrian bei einem Ausritt zeigte, fuhr.

Erst als er auf dem Hosenboden landete, sah er das Ausmaß seiner „Zerstörung“.
Ein fast sauberer Schnitt teilte das Bild, genau zwischen Anara und Adrian. Die losen Pergamentseiten hingen zerfleddert herab.
„Oh Weh.!“ Fluchte er als er sich aufrappelte. Der Künstler der das Bild gemalt hatte, war begnadet gewesen und Rafael wusste das das Bild selber ein Vermögen gekostet hatte.
Schon hörte er Getrappel von Gardisten die heranstürmten, vom Geschrei der Dienstmagd angelockt, während er wie Fassungslos da stand und auf das Bild starrte, oder besser was davon übrig geblieben war.
Was bei Temora hatte diese Magd gedacht was er hier tat, das sie so kreischen musste.
Das hier unsichtbare Geister, oder Angreifer wären?
Ohne auf die Gardisten zu achten trat er auf das Bild zu, und hob beide Seiten der Pergamentfeten an, so das das Bild wieder Perfekt aussah. Es war ein einfacher, sauberer Schnitt gewesen, und so sah man fast gar nichts mehr, aber sobald er wieder los lies...
Na, das konnte ja heiter werden.

Verfasst: Samstag 22. April 2006, 12:32
von Adrian von Hohenfels
Geschrei... recht hysterisch erschien es. Dazu wildes Klopfen an der Tür. Welch ein Traum!.. Ein Traum? Er blinzelte verwirrt und starrte gen Tür. Was in Temoras Namen ging da vor? Brannte das Schloss?

Er erhob sich, hastig einen bereitliegenden Morgenmantel überwerfend, erklang kurz hierauf sein "Herein!" gen Tür. Eine völlig aufgelöste junge Bedienstete namens Serina stolperte mit blassem Gesicht herein. Ein eiliger Knicks erfolgte, während ihre Stimme sich förmlich überschlug: "Herr, der Ritter de Arganta.. er ist verrückt geworden. Er .. er schlägt das ganze Schloss entzwei!"

Stirnrunzelnd blickte er sie an und vernahm nur noch etwas das sehr nach Ballsaal klang, als er sich bereits auf die Suche machte. Sogleich seine Schritte dorthin lenkend und nach diesen Worten das Schlimmste erwartend. Hatte er sich gar getäuscht und die Gefangenschaft hatte ihm doch den Verstand geraubt?

Eine Ansammlung von Gardisten versperrte den Weg, liess ihn jedoch sogleich durch, offenbar schien also die Gefahr gebannt. Sprach doch niemand eine Warnung aus, als er vor Rafael trat. Mit noch ungekämmten Haaren und wohl sicherlich verschlafen wirkend blickte er gen Rafael, welcher offensichtlich soeben sehr bemüht war, das Kunstwerk zu betrachten. Musste er deshalb nun unbedingt daran herumtasten, gereichte es nicht dieses nur anzublicken? Er hob eine Braue und blickte Rafael mit fragender Miene an, hiess ihn doch zurückzutreten, bevor seine Finger sich gar auf dem Gemälde selbst verewigten und ihm zu berichten, warum in Temoras Namen eine solche Aufruhr im Schloss war?

Verfasst: Samstag 22. April 2006, 20:44
von Rafael de Arganta
Kaum vermochte Rafael wirklich zu glauben was überhaut geschah. Er hatte doch nur ein wenig üben wollen.
Adrians Blick vermochte er nicht aus zu weichen, wollte es auch gar nicht, so verneigte er sich formvollendet.
„Nun Hochwohlgeboren, ich versuchte nur ein wenig trainieren wollen. Von alleine wird nichts wie es vorher war, als eine eurer Bediensteten hereinkam und auf einmal wie hysterisch ... ich berichtige mich, nicht wie, sondern hysterisch zu kreischen begann.
Worauf ich leider ins Stolpern geriet....“ er unterbrach sich als der Graf sich einfach umdrehte und seine Gardisten und die Dienstboten fortschickte, so das sie nun alleine miteinander waren.
„Du kannst fortfahren.“ Meinte er nur ernst, nun endlich das Bild selber begutachteten.
Rafael seufzte auf und legte erst jetzt das Schwert, das er noch immer in der Hand gehalten hatte beiseite. „Wenn ich dir sage das Bild mich angegriffen hat, würdest du mir sicher nicht glauben oder?“
Adrian wandte ihm den Blick zu und zog die Augenbraue hoch, um dann den Kopf zu schütteln. „Nein ich würde wohl der Magd recht geben und dich für verrückt erklären lassen.“
Rafael nickte. „Das dachte ich mir schon. Nein im Ernst ...“ er trat neben den Grafen, ebenfalls das Bild musternd.
„Sie hat so furchtbar geschrieen das ich dachte es wäre sonst was geschehen. Sie hat mich wohl genauso erschreckt wie dich.“ Damit den Aufzug Adrians musternd. „Übrigens, schicker Morgenmantel, hat dich Eilleen schon damit gesehen?“ „Rafael weich nicht aus! Du weißt genau was mir dieses Bild bedeutet...“ Der Ritter nickte. „Ja und vor allem wie teuer es war.“ Meinte er zerknirscht. „Ich bin über mein eigenes Hemd gestolpert das ich hier zu Boden gelegt hatte und da ich noch nicht wirklich ganz fit bin... habe ich wohl ... na ja du siehst es ja.
Adrian es tut mir leid. Ich wollte das nicht.“
„Adrian nickte, dennoch war sein Blick eher eisig.“ Wir reden nachher noch mal darüber, ich denke... ich werde erst einmal einer andren wichtigeren Angelegenheit nachgehen um nicht dieses Schwert da zu nehmen und mich anders weitig ab zu reagieren.“
Mit diesen Worten drehte er sich um und stapfte davon.

Rafael sah ihm nach und seufzte, dann.
„Ich sollte wohl wirklich langsam heim kehren.“ Murmelte er und fügte an „Wenn er mich denn ließe.“
Er nahm das Schwert wieder an sich und ging hinaus in den Garten.
„Ich weiss du wirst sicherlich wieder schimpfen, Adrian.“ Murmelte er, begann aber aus den Blumenbeten einige Blumen zu pflücken, mit denen er dann hinauf zur Küche ging, wo er unter den irritierten Blicken der Köchin ein Frühstück zusammenstellte. Bevor sie dann noch etwas sagen konnte, steckt er ihr einfach eine der Blumen zu, bevor er weiter ging in das ihm zugewiesene Gemacht wo Angelina noch schlief.
Das Tablett abstellend, setzte er sich an die Bettkante, und bedachte seine Frau mit einem liebevollem Blick.
Welch Ängste mochte sie ausgestanden haben, und dann hatte sie noch die Stärke ihm Halt zu geben, ihn aus diesem Alptraum zu wecken.
Zärtlich strich er mit einer der Blumen über ihren bloßen Arm und über ihr Gesicht und als sie langsam die Augen aufschlug, hauchte er einen Kuss auf ihre Lippen.
„Du hast mich lange genug gepflegt Liebste, jetzt bist du mal dran. Möchtest du Frühstück?“