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Verfasst: Mittwoch 15. Oktober 2014, 11:36
von Tarya Erskine
Freiheit ist eine Illusion. Oder nicht?
Meine Haut kribbelte, als ich ins Bett stieg und die Decke über den Leib zog.
Wie könnte man diesen Abend am besten beschreiben?
Nachsorgebesuch?
Eine Episode von: Lerne deinen Feind kennen?
Geschichten Abend?
Pure Dummheit?
Was mit Kunst beginnt, hört nicht automatisch auch mit Kunst auf.
Lehre und lerne.
„Vor 2 Mondläufen hätten wir uns noch gegenseitig umgebracht und heute….?“
Wie Recht er damit hatte. Es war über eine einfache Kosten/Nutzen Rechnung hinausgegangen.
Allerdings war mir durchaus mehr als bewusst, dass er eine Ausnahme war, und nichts von dem was wir miteinander besprachen, eine Auswirkung auf das Verhalten anderer hatte.
Beiderseitig!
Auf gewisse Art und Weise saßen wir im gleichen Boot, und das Meer in dem wir schwommen hieß Neugier.
Das Mittel zum Zweck war, zu lernen, was seine Kunst bedeutet.
Geblutet hatte ich, gemalt wurde in Blut und Farbe.
Verewigt. Ja, etwas das Bestand hatte, für den Rest meines Lebens.
Narben zeigen deine Geschichte, zeigen Episoden aus Leid und Schmerz. Bilder zeigen andere Geschichten, leidvolle und gleichsam schöne.
Jedes Bild hat eine Geschichte und jedes Bild ist es wert, gesehen und gehört zu werden.
Wenn man wissen von Anfang an ablehnt, wo endet man?
Ich hatte zugehört. Ich hatte erfahren.
Wo mich das hinbringen würde? Das weiß alleine Temora.
Habe ich den Tugenden Widersprochen?
Wo fängt Bekehrung an, und wo hört sie auf?
Welchen Sinn hat Bekehrung, wenn man nichts anderes zulässt?
Manches braucht Zeit. Wie eine Wunde, die Zeit zum heilen braucht. Wenn die Wunde sich schließt, bleibt dann eine Narbe?
Nicht immer!
Welche Narben tragen Menschen, die den Weg verloren haben?
Wie locke ich Menschen auf den Weg zurück?
Darf ich mir anmaßen, etwas dieser Art zu denken?
Fehler und Fehltritte waren Menschlich, wo sich hinter dem blanken Wort versteckt wird, da findet man nur selten die Erleuchtung.
Wer handelt, riskiert.
Wer nicht handelt, kann nichts riskieren, aber auch nichts gewinnen.
Loyalität gab es. Loyalität war kein Fremdwort, sondern etwas gelebtes, Greifbares.
Würde ich sie zu spüren bekommen?
Würde es so weiter gehen?
Wohin sich Wege entwickeln, kann man erst erkennen, wenn man sie beschreitet.
Ich verließ den Eichenwald, um neue Ufer zu erkunden!
Verfasst: Sonntag 21. Dezember 2014, 17:35
von Tarya Erskine
Jahreswende
Dicke weisse Schneeflocken bahnten sich langsam den Weg hinab auf die Erde.
Schon wieder ein Jahr um. Zumindest bald.
Wie jedes Jahr, war auch dieses von Höhen und Tiefen geprägt, Dinge, die einen beschäftigten und die einen Nachdenklich werden ließen.
Menschen betreten jedes Leben, und verweilen eine Weile, ehe sie es wieder verlassen, und dennoch ihre Handschrift hinterlassen. Ihre Plätze werden neu gemischt, und Prioritäten neu Vergeben.
Manche Menschen jedoch, verbleiben im Leben der anderen.
Rückblickend auf das Jahr, muss ich allerdings zum Abschluss sagen.... Viel Chaos bringt auch viel Gutes hervor.
So sehe ich dem neuen Jahr, mit einem positiv gestimmten Grundtenor entgegen.
Letztlich wissen wir alle nicht, was das kommende Jahr bringt, nehmen Gegebenheiten hin, und leben mit dem, was sich uns bietet.
Kleine... Gegebenheiten haben oftmals große Auswirkungen!
Alles hatte sich wieder über den Haufen geworfen, und ich war dankbar dafür.
Die Besuche unserer Rum-liebenden Freunde waren weniger geworden, dementsprechend war mein Leben ein wenig ruhiger geworden.
Wenngleich ich immer damit rechnete, das irgendwas unplanmässiges passierte.
Immerhin musste man mit allem rechnen.
Fehlende Hüte....
Oder zu viel geschenkte Hüte....
Ich hatte meine Diebische Freude daran, und ich glaubte, es mir erlauben zu können.
Ich musste nur damit rechnen, das der beschenkte sich wehren würde.... sollte er jemals heraus finden, das ich dahinter steckte, würde ich leiden. Soviel stand für mich jetzt schon fest.
Aber ich konnte einfach nicht anders. Es machte Spaß und ich wurde nicht müde, mir neue... kleine.... Gemeinheiten auszudenken.
Und wieder einmal stellte ich mir die Frage, was in so manchem Kopf vor sich ging.
Warum Entscheidungen getroffen wurden, die im ersten Moment sehr konfus erschienen, und die einen langen Leidensweg mit sich zogen.
Der Grad zwischen Motivation und Lustlosigkeit, zwischen Omnipräsenz und mangelhafter Präsenz ist recht schmal, und im Moment sind Grenzen in mancherlei recht verwischt.
Ein Umstand, der mir nicht gefallen mag, und auch wenn ich vielleicht damit meine Kompetenzen überschreite, habe ich nicht vor zu schweigen.
Ich würde sehen, wohin das führen würde.
Das letzte, von mir geforderte, Gespräch, war in einer halben Katastrophe geendet. Allerdings lies sich ja aus allem irgendwie eine Lehre ziehen.
Irgendwie.... meistens!
Das kommende Jahr würde sicher wieder viele neue Katastrophen bringen, viele Höhen und Tiefen, aber ich sah allem gut gelaunt entgegen.
Wie es meiner Natur entsprach.....
Verfasst: Sonntag 1. Februar 2015, 12:40
von Tarya Erskine
Den Letzen beißen die Hunde…. Oder die Arkorither
Nach dem… glorreichen… aufeinandertreffen zwischen beiden Glaubensfraktionen in Bajard sollte man meinen, dass die enthusiastischen Sieger des ungleichen Duells abzogen und ihren Sieg gebührend feiern.
Bei den Rädelsführern war das durchaus der Fall. Beide Ritter, namentlich Durion und Shasul, zeigten mal wieder nur zu deutlich, dass sie zwar das Schwert schwingen, und somit Kämpfen konnten, aber die Intellektuelle Konversation nicht möglich war.
Was mich dann doch überraschte, war das Auftreten des Magisters Vylen.
Als ich Marlon eine kurze Warnung zugeraunt hatte, wollte ich meine Schritte zum Tor lenken, meinen Kameraden hinterher. Und da sprach er mich direkt an.
Nach meiner, doch recht stürmischen (ja, manchmal lasse ich mich zu sowas verleiten, letztlich bringt mir das nie was gutes, aber bereuen…. ) Rede über opportunistisches Verhalten in Bajard, dieser Dame gegenüber, die sich nicht nur nicht getraut hatte, sich zu einer Partei zu bekennen, sondern die auch noch mit „Heil Alatar“, verabschiedete, war mir durchaus ein Dorn im Auge.
Erschreckender Weise nicht nur in meinem.
Während ich also meinen Standpunkt klar gemacht hatte, sammelte sich der Rest des Rahaler Packs hinter mir.
Irgendwann war es dann soweit, dass ich mich der Übermacht gar nicht mehr entziehen konnte…
Und natürlich konnte Magister Vylen nicht widerstehen. Ich hasse Magie manchmal. Katzen und Feuer, und seit kurzem auch Parlyse…
Furchtbar, vor allem gepaart mit einem völlig vergifteten Verstand, der durch und durch zersetzt mit Hass, Zorn und allem negativen war, dass man kaum mehr durch diese Masse an vergiftetem Gedankengut kam.
So lernte ich, sehr ungewollt und ohne mich wehren zu können (Paralyse sei Dank), wurde ich auf ein Pferd gebunden und in die Arkorither Burg gebracht.
Ich lernte die Zellen kennen. Wundervoll, altes Blut, zugig kühl, und definitiv am falschen Ende der Gitter.
Ich war Soldatin, aber in diesem Falle, ich war noch nie eine Gefangene, noch nie hatte ich mich so erniedrigt gefühlt.
Aber ich muss ihm eines zugutehalten, er wahrte, den ganzen Abend über, die erforderliche Höflichkeit und eine gewisse Etikette.
Immerhin wurde mir eine Decke und ein Kissen gebracht, dass „Magister-Sauber“ war.
So war jedenfalls die Anweisung.
Ich war deutlich überrascht, aber ich widersprach dem nicht.
Ich war Studienobjekt. Die Rätin, die gefangen und vermeidlich wehrlos war, auch wenn man mir weder die Waffen abgenommen hatte, noch mich auf sonst eine Art du Weise angefasst hatte.
Auch wenn sich mein Rachegedanke durchaus immer mehr manifestierte. Zwischendurch huschten meine Gedanken in stille Hoffnung, man möge den Magier nicht gefunden haben, nach Adoran, aber die Fragen besser gesagt, die Unterhaltung war einfach zu fordernd.
Ich musste aufpassen, was ich sagte, und wie ich es sagte, und ich konnte nicht umhin, den Magier immer und immer wieder in die Zelle einzuladen.
Lockend…. Und natürlich verband er das mit dem Zeugen von starken, Alatargläubigen Kindern… Jungs wohlgemerkt.
Sollte er das glauben, solange er in meine Zelle und damit in meine Dolchreichweite kam, sollte mir das recht sein.
Wer Wind säht, wird Sturm ernten, mir war klar, dass da noch mehr folgen würde, sei es durch meine Hand, oder durch Außenstehende, die sich einmischen würden. Und ich verwettete meinen Heilerarsch darauf, dass sich eingemischt würde.
Mein Pfund Fleisch…. Irgendwann….
Die Art der Gnade weiß von keinem Zwang.
Sie träufelt wie des Himmels milder Regen
Zur Erde unter ihr; zwiefach gesegnet:
Sie segnet den, der gibt, und den, der nimmt;
Am mächtigsten in Mächtgen, zieret sie
Den Fürsten auf dem Thron mehr als die Krone.
Das Zepter zeigt die weltliche Gewalt,
Das Attribut der Würd und Majestät,
Worin die Furcht und Scheu der Könge sitzt.
Doch Gnad ist über diese Zeptermacht,
Sie thronet in dem Herzen der Monarchen,
Sie ist ein Attribut der Gottheit selbst,
Und irdsche Macht kommt göttlicher am nächsten,
Wenn Gnade bei dem Recht steht.
(W. Shakespeare – Der Kaufmann von Venedig)
Am nächsten Morgen wurde ich vor dem ersten Hahnenschrei freigelassen.
Er hatte sein Wort gehalten, erschreckenderweise, und ich hätte auch nicht damit gerechnet.
Aber er hatte es getan. Er log nicht? Das war der erste, vorsichtige Beweis, aber man sah sich immer mehr als einmal im Leben. Ich wartete also ganz geduldig. Temora wird schon wissen, wie sie die Wege der Menschen leitet, die ihr Wort und ihre Tugenden im Herzen tragen.
Meine Schritte lenkten mich, kaum in Adoran angekommen, erst in die Kommandantur, dann weiter zum Haus des vermeidlichen Feuerspenders…
Verfasst: Montag 11. Mai 2015, 19:19
von Tarya Erskine
[Der Goblin hat abstehende Ohren und grinst breit - auf dem kahlen Hinterkopf steht '258']
Pyrianbrosche in Form eines Goblinkopfes gesiegelt von Leetha
„Himmel, Arsch und Wolkenbruch….“
Schon wieder betrachtete ich diese kleine, fiese, gemeine, kleine…. Brosche!
Verdammtes Ding da.
Und das viel gemeinere an aller perfektionierten Garstigkeit dieses Schmuckstückes, dass in seiner Art und Weise durchaus feingliedrig und kunstfertig gefertigt worden war (und das auch noch von Leetha), war die Tatsache…. Das ich nicht einmal die geringste Ahnung hatte, wer mir dieses Ding geschenkt hatte.
Ich hatte mehrere Verdächtige. Oh, ich hatte sowas von Verdächtige….!
Liste…!
Mauzedrache…
Beide freiherrlichen Freigänger…
Schwafelköpfchen…
Flattervieh und Pfannenfänger…
Der Glatzkopf…
Sigarin….
Heinrik? Nee, der war zu grün.
Jules? Nein, war zu klein, Welpenschutz und so.
„Verflucht seiest du….“, murmelte ich der Brosche zu, die mir begann zu gefallen.
Ich schob das Ding zurück in die Heilertasche, immerhin sollte die keiner sehen, so mitten im Dienst.
Ich hatte schon mal angefangen, das Lazarett zu sortieren. Kräuter hier, Verbände da… oh, die Knochensäge….
Ich betrachtete die Zähne der Säge und wog den Kopf hin und her. Bis auf die Untersuchung des Leichnams kam das Ding bisher nie zum Einsatz.
Punkt fürs Regiment, auch wenn es den einen oder anderen Dummkopf gab, der sich sinnlos in unnötige Gefahren begeben musste.
Wobei ich gestehen musste, dass ich mich nicht vollständig von jedweder Dummheit freisprechen konnte.
Zurück zu den wichtigen Dingen….
Wer sich mit dem Kobold anlegen wollte, der musste ein dickes Fell mitbringen.
Ohja…
Ich hatte schon die ein oder andere Idee im Kopf.
Irgendwann musste sich etwas ergeben, von dem ich erahnen konnte, dass es sich um genau jene Person handeln müsste.
Denke ich…
Hoffe ich…
Zwei, nein, drei Personen konnte ich direkt ausschließen.
Ob ich diese auch aus meiner kleinen Racheaktion verbannen sollte?
Ah, zu auffällig. Oder?
Nein, nein, gut platzierte kleine Seitenhiebe durften es schon sein.
Verfasst: Montag 13. Juli 2015, 16:40
von Tarya Erskine
Stillstand ist der Tod jeden Daseins
Wer glaubt, er könne alles für immer bei sich behalten, ist ein Narr.
Menschen an sich zu binden, gelingt immer nur eine gewisse Zeit lang, eine Erkenntnis, die so manch einem einen Schlag ins Gesicht beschert.
Stillstand…
Ein Zustand der nur marginal funktioniert, und kein wünschenswertes, erstrebenswertes Ziel ist.
Der Scheideweg steht jeder Kreatur offen, und oftmals beinhaltet ein Weg, den man sich erwählt, einen bitteren Beigeschmack.
Oftmals sagen wir, es werden bittere Tränen geweint, und doch ist dies kein adäquater Ausdruck für das, was so manches Mal in unserem Leben passiert.
Halten wir fest, dass jeder Mensch sich in gewisser Weise nach den verschiedensten Dingen sehnt.
Sicherheit, Halt, Mut, Liebe, Freiheit, Reichtum, Macht.
Vieles von dem kann gleichzeitig nicht funktionieren, bildet einen Wunschtraum, bunte, schillernde Seifenblasen, die zerplatzen, wenn sie auf die Realität treffen.
Also sucht man sich neue Ziele.
Neue Berufungen, neue Scheidewege, mit neuen Herausforderungen, denen es sich zu stellen gilt.
Neue Wege, die einen wieder in neue missliche Lagen bringen, die einen neues erkennen und wissen lassen.
Jede Entscheidung trägt ihre Konsequenzen mit sich, sei sie noch so klein.
Letztlich sind wir alle nur Tropfen in einem großen, weiten Meer aus Menschen. Leben und Schicksale sind verknüpft, ob man will oder eben nicht.
Meine Entscheidung, mich einer Person zu öffnen, bringt mir einen anderen Menschen mit, den ich in meinem Leben wohl als „den letzten, den ich sehen will“ beschreiben kann.
Aber auch hier gilt: Ohne Licht keinen Schatten.
Aber kann es wirklich das Gute geben, wenn es das Schlechte nicht mehr gibt?
Sind wir nicht darauf angewiesen, das wir die Fähigkeit besitzen, beide Seiten der Medaille sehen zu können?
Wenn wir es denn können….!
Manchmal verschließen wir die Augen vor allem, was uns entweder zu Nahe geht, oder uns verschrecken/verängstigen könnte.
Das dumme am Schicksal ist, dass es einem besonders gerne mal einen wuchtigen Schlag in die Magengrube versetzt, wenn man versucht, sich einigem zu entziehen.
Schön ist nicht alles, was man sieht. Schön ist nicht alles, von dem man weiß, dass es auf einen zukommt. Und doch, sind wir vorbeireitet, können uns ein wenig einstellen auf das, was folgen wird.
Zumindest, wenn man es kommen sieht.
Wenn man es nicht kommen sieht, ist es wie eiskaltes Winterwasser im Hochsommer.
Spielen wir nicht Blinde Kuh, sondern sehen wir dem Schicksal in die Augen.
Ich hatte lange schon aufgehört, meine Befürchtungen zu prognostizieren und zu verkünden.
Ich bereitete mich still, heimlich und leise auf das vor, was noch so alles kommen würde. Selbst wenn man mir den Zustand des Schweigens wohl als letzter zutrauen würde.
Temora wird unsere Wege lenken, wird uns mit Steinen beschmeissen und lächelnd zusehen wenn wir daran wachsen.
Jeder Stein, jedes Hindernis, jede Hürde, macht uns zwangsläufig stärker, verändert uns. Ob wir gut daran tun?
Jeder ist seines Glückes Schmied…