Seite 3 von 6

Verfasst: Samstag 6. Juli 2013, 13:39
von Hazar Sevinc Bashir
Langsam zogen die Sonnenstrahlen durch das kleine Fenster an meinem Bett.
Der Tag begann, langsam begann die Stille dem regen Treiben zu weichen, dass ich von diesem Haus gewohnt war.
Jedoch stand mir nicht der Sinn danach, auf zu stehen.
Meine Finger tasteten über den Anhänger der Kette, die ich seit gestern um den Hals trug.
Ein wunderschönes Kleinod, mit geschickten Fingern gearbeitet, schön Graviert.
Diese Kette hatte einen Sinn. Nicht nur, das sie schön war und meinem Hals zierte, sie trug eine Aussage bei sich.
Sie verband.
Sein Herz mit meiner Verbundenheit zur Erde.
„Wo die Heimat ist“, wie waren seine Worte?
In meinen Augen findet er seine Heimat?

Ich hatte geträumt. Aber es war, als würde mein inneres das Verarbeiten zu wollen, worum sich meine Gedanken seit einiger Zeit kreisten.


Ich Ritt durch die Durrah.
Der Wind im Haar, hatte schon lange mein Kopftuch mit sich gezogen.
Das Fell meiner Stute glänzte, sie schwitzte, aber dieser Ritt machte ihr genauso viel Spass wie mir.
Wir waren eins. Kein Sattel, nur ein Lockeres Zaumzeug, ohne Stange fürs Maul, damit sie sich wohl fühlte.
Ihr Atem ging schnell, ihre Hufe wirbelte den Sand auf, verspritzte ihn in alle Himmelsrichtungen.
Die Sonne brannte vom Firmament herab, lachte uns zu.

Ich lenkte den Lauf in Richtung Meer, mein Herz war voller Vorfreude.
Immerhin würde ich jemanden dort vorfinden, ich wusste es ganz genau.
Als ich das erste glitzern des Meeres erkennen konnte, drosselte ich die Geschwindigkeit.
So das wir nur noch im lockeren Trab auf die Stelle zu liefen, die mein Ziel für jetzt war.

Da sah ich ihn schon stehen.
Sein freches Grinsen zierte sein Antlitz, seine Augen funkelten im Sonnenlicht.
Er begrüßte mich herzlich, so wie ich es erwartet hatte, als ich mich vom Rücken der weißen Stute gleiten ließ.
Er griff nach meiner Hand, führte mich näher ans Wasser, und bat mich, mich hin zu setzen.
Kaum das ich saß, hörte ich eine Stimme hinter mir.
„Salam Hazar“
Ich wandte den Blick um, und sah Pazia hinter mir stehen, im Arm von Kadir, wie sie beide auf mich herab sahen.



Ich war aus dem Traum hoch geschreckt, und wusste nicht recht, was ich damit anfangen sollte.
Es spiegelte schön, die Angst wieder, die ich empfand, wenn ich an Pazia dachte.
Wie würde sie reagieren?
Wie schön seine Worte immer waren.
„Sie wird es verstehen“
„Du musst dich nicht sorgen“
„Du musst neda neidisch sein…“
„Es wird sich nichts zwischen uns stellen“
„Meine Gefühle werden von Tag zu Tag stärker“
„Ich habe das noch nie so erlebt“

„Ich liebe dich…“


Es fühlte sich auf der einen Seite so gut an.
Ich fühlte mich wohl, fühlte mich geborgen in seiner Nähe.
Mein Herz begann immer laut zu klopfen, wenn er meine Hand nahm, wenn er mich in den Arm nahm.

Und trotzdem konnte ich nicht umhin, mich meiner Angst zu stellen.
Ich hatte mich zwischen die beiden gedrängt.
Mein Verstand sagte mir ständig, das das einen großen Fehler machte.
Würde ich es ertragen, die beiden so innig zu sehen?
Die erste Bewährungsprobe war die Hochzeit.
Würde es friedlich zwischen Pazia und mir bleiben?
Sie würde sicher bald wieder kommen.
Sollte ich das ganze überhaupt angehen?
Sollte ich mich da durch quälen?
War es besser, das ganze jetzt schon zu beenden?
Wollte ich das?
Wollte ich aufhören, ihn zu sehen?
Ich vermisste ihn doch schon, wenn er…
Wie würde das dann erst werden?

-Wo die Heimat ist-

Wieder betastete ich das kleine, gläserne Herz, das mit Sand gefüllt, einen schönen Kontrast zu dem Gold der feinen Kette stand.

Herz oder Verstand?
Liebe oder Vernunft?
Risiko oder Sicherheit?

Ich brauchte Zeit.
Pazia und Kadir würden auch ihre Zeit alleine brauchen, wenn sie dann endlich verheiratet waren.
Ich durfte mir da nichts vormachen.

Herz oder Verstand?


Verfasst: Sonntag 7. Juli 2013, 12:28
von Hazar Sevinc Bashir
Als ich aufwachte, durchzuckte mich ein stechender Kopfschmerz.
Wie üblich, wurde ich wach und setzte mich direkt auf.
Der Schmerz jedoch, sorgte dafür, dass ich mich wieder nach hinten fallen ließ.
‚Verdammt.. ‘, nuschelte ich vor mich hin, während ich versuchte, irgendwie mit meiner momentanen Lage klar zu kommen.
Ich fühlte mich schlecht, generell.
Mir war flau im Magen, meine Glieder waren schwer.
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich es schaffte, mich zu erheben.
Schlurfenden Schrittes tappste ich nach unten.

‚Oh, Eluive, mein Kopf‘, ging es mir durch eben jenen und versuchte gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Aaminah kochte mir einen Mocca, während ich über den Tisch sah, den ich gestern nicht mehr geschafft hatte auf zu räumen.
Der Mocca regte meine Lebensgeister, und das Gespräch mit Aaminah war angenehm.

Die Nachricht, das Pazia weg war, dass sie vermutlich nicht mehr so schnell wieder kommen würde, und die Verlobung der beiden gelöst wurde, fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht.
Nicht, das es nicht irgendwo Hoffnung geweckt hätte, aber es war so…. plötzlich.

Die zweite Aussage von Kadir, die mir das Gefühl gab, irgendwie geohrfeigt geworden zu sein, war, als er nach dem Schnaps (den ich ganz dringend brauchte), gestand, das seine Gefühle für mich viel stärker waren, als die für Pazia.

Ich wusste gar nicht, wie ich damit umgehen sollte.
Deswegen brauchte ich auch den Schnaps.
Ich war einfach geschockt, auch wenn der Schnaps unser beider Zungen hatte lockerer werden lassen.
Auf der einen Seite, war es gut, über alles völlig ehrlich zu sprechen, keine Geheimnisse, kein verlegenes Schweigen.
Auf der anderen Seite.. auf der anderen Seite war es genau der Moment in dem ich mir eigenstehen musste, dass ich froh darüber war, das sie weg war.
Weg…
Das waren Gedanken, für die ich mich schämen sollte.
Froh darüber zu sein, dass er nicht mit ihr mitgehen konnte, und das ich dazu einen Teil beitrug, waren unanständige Gedanken.
Auch wenn es sich im Moment wahnsinnig gut anfühlte.
Es bestätigte, wie sehr er mich liebte, das er Pazia, die eigentlich den Vorrang haben sollte, ziehen ließ, die Verlobung rückgängig machte und zu mir kam.

„Du kannst noch immer die Vernunft wählen…“
„Ich will dich nicht morgen schon heiraten, du sollst die Zeit bekommen, die du brauchst…“
„Auch das machte mir Angst das ich wenn es wirklich dazu gekommen wäre lieber deinen Kopf an meiner Schulter spüren würde als den ihren“
„Das ich versuche in ihrem fortgehen etwas Gutes zu sehen, das ich für mich ganz alleine denke wie gut dass jene Ängste sich aus deinem Kopf nun lösen können,
wo sicher noch genug andere dort wohnen…um deinetwillen bin ich froh das sie geht“

Seine Stimme war kaum mehr als ein leises Flüstern, das zu mir drang. Es fiel ihm, trotz des Alkoholes, schwer, über alles zu reden, immer wieder lenkte er seinen Blick zum Kissen, das zwischen uns lag.
Ich konnte nicht mehr machen, als einfach zu zu hören.
Mir fielen weder die richtigen Worte ein, noch wusste ich, was ich überhaupt sagen wollte.
Wollte ich mich freuen?
Wollte ich mein Mitgefühl zeigen?
Das Chaos in meinem Kopf und meinem Herzen wurde noch größer.

„Du wirst eine gute Oberhauptsfrau…“
„Das wird die Familien näher zueinander bringen…“
„Ich werde deine Aufgaben hier schon übernehmen…“
„Wir können das als Politische Hochzeit auslegen, dann musst du kein schlechtes Gewissen zu haben…“
„Zafer wird dich nur schwerlich gehen lassen, aber er wird es schon einsehen…“
„Wir sind doch neda aus der Welt, wir wohnen nur ein paar Schritte entfernt…“
„Wir können jede Woche ein Familientreffen einberufen, und Feste feiern, es gab so viel Streit in der letzten Zeit, jetzt wird es ruhig.“
„Frag Nazeeya, ob du in die Priesterlehre gehen kannst, du wärest eine gute Priesterin, im Gegensatz zu mir, ich bin neda klug genug…“

Ich trank meinen Mocca aus, schüttelte mich und kippte eilig ein Glas Wasser hinterher.
Kadir hatte recht gehabt.
Am nächsten Morgen fühlte man sich noch schlechter.
Ich hatte zum Schluss meinen Kopf an seine Schulter gelegt, und die Augen geschlossen.
Das war der Moment, in dem ich erkannte, wie sich der Alkohol wirklich auswirkte.
Alles drehte sich und mit großen Augen hatte ich zu Kadir aufgesehen.
Er hatte mich liebevoll angelächelt und gesagt, ich solle ins Bett gehen.

Und was sollte ich jetzt machen?
Es würde noch einige Zeit brauchen. Ob er damit zurechtkommen würde?


Verfasst: Sonntag 7. Juli 2013, 12:55
von Kadir Bashir
Als er am morgen erwachte seufzte er schwer. Es war kein Traum gewesen, es war die bittere Realität. Er wusste noch immer nicht wie er sich fühlte. Chaos.. er verstand wie sich Hazar die letzten Tage gefühlt haben musste. Zuviele Gefühle um sie verarbeiten zu können.

Pazia war fort... ihre Sachen waren zusammen geräumt, er spürte die Leere die sie hinterlies. So stark seine Gefühle für Hazar auch waren, hinterlies Pazia eine große Lücke und Leere in seinem Leben. Sie war es gewesen, die ihn in Menek'Ur zu erst begrüßt hatte. Bei ihr konnte er er selbst sein. Er musste sich nie verstellen. Sie war seine wichtigste Vertraute gewesen, immer für ihn da.

Soviel hatten sie zusammen erlebt, soviel geteilt. Was er heute war hatte er zu einem großen Anteil ihr zu verdanken und das wusste er. sie würde ihm fehlen, er würde sie schrecklich vermissen aber es war die beste Entscheidung die beide treffen konnten.
Sie musste sich um ihre Familie kümmern und er sich um die seine. In diesen Kriegszeiten wollte er auch sein Volk nicht alleine lassen und die ganzen Handelsbeziehungen... und Hazar...

Er könnte nicht ohne sie leben aber nun musste er ohne Pazia leben. Ein bitterer Beigeschmack. Sein Gewissen plagte ihn, weil er traurig und erleichtert zugleich war. Er konnte all das nur schwer einschätzen. War es Eluives Werk? War es von anfang an so geplant gewesen? Soviele Steine, soviele Hindernisse. Als sie endlich einen Termin für ihre Hochzeit gefunden hatten wurde Pazia schwer krank... sollte es einfach nicht sein?
Hatte sie ihm deswegen Hazar geschickt?

Als er die Treppen hinab lief fand er einen Brief auf der Küchentheke. Sein Herz zog sich zusammen...

Abschied..

Mein Ranim Kadir,

ich konnte neda warten bis du ausgeschlafen hast. Ich fürchte ich hätte den Mut nicht mehr aufgebracht aufzubrechen. Ich kam zurück um dich noch einaml zu sehen, um dir selbst zu sagen, dass meine Familie mich braucht. Du warst meine Stütze, mein Halt und meine Liebe. Dank dir habe ich erfahren, dass nicht alle Männer so sind wie mein Mann einer war. Deine Liebe lies mich aufblühen und gibt mir die Hoffnung sie wieder zu finden. Ich werde die Zeit mit dir nie vergessen und hoffe, dass auch du sie immer in deinem Herzen tragen wirst. Ich wünsche dir alles Glück dieser Welt Kadir...

Pazia


Er schluckte schwer, ein Klos machte sich in seinem Hals breit und Tränen stiegen ihm in die Augen. Abschied... Er würde sie niemals vergessen, er könnte sie niemals vergessen. Sie hatte soviel in ihm bewegt. Sie war es die ihm zeigte wie schön das Leben sein kann und das es nicht nur Arbeit gibt. Er wünschte ihr alles Glück der Welt und das sie wirklich einen Mann fand, der ihr geben konnte was sie verdient hatte.

Er schluckte die Tränen herrunter und dachte an Hazar... an ihr Gespräch am gestrigen Abend. Es war seltsam gewesen... er tat sich schwer damit es einzuordnen. Er würde Zeit brauchen all das zu verstehen. Wahrscheinlich hatte er sie einfach mal wieder völlig überfordert.
Als sie ihren Kopf an seine Schulter lehnte und zu ihm aufsah, war sie so süß gewesen... ihre Augen ganz glasig. Viel zu viel Schnaps. "Kadir es dreht sich alles"... er lächelte sie liebevoll an. Sie musste ins Bett und das dringend und so lösten sie sich voneinander, damit er gehen konnte um sie allein zu lassen.

Sie schwankte, er blieb dicht hinter ihr um sie beim Laufen, gegebenfalls fangen zu können, wenn sie doch das Gleichgewicht verlieren würde. Konnte er sie so alleine lassen? Sie war zu Hause, was sollte ihr schon passieren. Er musste schmunzeln als er an ihre Worte zum Abschied dachte "wenn du nicht schlafen kannst dann komm her. Aber wirf ein Steinchen, nicht klingeln". Sie war süß so beschickert...

Zeit... sie brauchte Zeit und Zeit sollte sie bekommen. Er musste ihr zwar Versprechen sie mit zu seinen Handelsgeschäften mit zu nehmen aber nichts desto trotz sollte er ihr die Ruhe und Zeit gönnen die sie brauchte. Er durfte ihre Zeit nicht mehr die ganze Zeit in Beschlag nehmen. Er musste sich lösen von der Angst, sie könne doch noch die Vernunft wählen. Wenn dem so ist, kann er es nicht ändern, dann soll es so sein. Eluive ebnet unsere Wege und Entscheidungen...

Er machte sich auf den Weg in die Wüste um Kaktusblüten zu sammeln, dort in der Wüste hoffte er all seine Gedanken und Gefühle ordnen zu können. Allein...

Verfasst: Montag 8. Juli 2013, 08:41
von Hazar Sevinc Bashir
Manchmal geht das Leben seltsame Wege.
Die Prüfungen, die uns auferlegt werden, haben letztlich ihren Sinn, auch wenn man es nicht immer direkt verstehen kann.
Eine dieser Prüfungen lastete gerade auf meinen Schultern.
Dieses Wirrwarr an Gefühlen war etwas, mit dem ich nur schwer umgehen konnte.
Es ziemte sich nicht, sich beim Unglück anderer gut zu fühlen.
Und doch konnte ich nichts für diese Erleichterung.
Doch, Erleichterung war das richtige Wort.
Mein Kopf wusste zu genau, dass er litt.
Und natürlich tat es mir leid, ich wollte ihn nicht leiden sehen. Dazu mochte ich ihn viel zu gerne.
Aber gerade in dieser Situation, war ich wahrscheinlich genau die Falsche, um ihm eine Hilfe zu sein.
Das war das erste Mal, das ich Rashids Fortgang wirklich schmerzlich nachsah.
Auch Rashid hatte seine Sorgen, und ich hoffte, dass er bald wieder Wohlbehalten zurückkehren würde.
So sehr mich dieser Kautz auch verunsichert hatte, ich mochte ihn trotzdem.
Und er war ein wichtiger Vertrauter für Kadir.
Nicht, dass ich ihn nur jetzt in dieser Situation vermisste, aber jetzt tat es mir für Kadir leid.
Wobei auch das nicht gerecht war.
Rashids Schultern trugen schon genug Lasten.

Da war sie wieder, die Hilflosigkeit, die ich so hasste.
Wir würden beide unsere Zeit brauchen.
Er um über den Verlust hinweg zu kommen, und ich, um mit alledem klar zu kommen.
„Die Tatsache bleibt, dass er vor dir eine andere heiraten wollte…“
Hallten mir Zafer’s Worte noch in den Ohren.
Aiwa, er hatte recht.
Es würde immer so bleiben, Pazia würde immer einen Platz in seinem Herzen haben.
Dessen war ich mir durchaus bewusst.
Es störte mich nicht, wirklich nicht. Auch wenn es nicht ganz vergleichbar war, auch Shakur würde weiterhin in meinen Gedanken bleiben. Eine andere Situation und jemand, über den ich gerne hinweg kommen würde.
Wie oft hatte ich mich gefragt, was diese Bashir-Männer nur hatten, dass sie mich interessierten.
Shakur war eines meiner Grundlegenden Probleme.
Kadir war ganz anders, er war liebevoll und zeigte mir seine Sorgen und seine Zuneigung.
Er war konstanter, versuchte seine Zeit mit mir zu teilen.
Und nichts destotrotz hatte ich noch immer ein mulmiges Gefühl im Bauch.
Ob das jemals verschwinden würde?
Musste ich mich von alledem vollständig lösen, alles andere zu akzeptieren und an zu nehmen?
Ich musste…
„Du kannst noch immer die Vernunft wählen…“, ich wusste wie schwer ihm diese Worte gefallen waren.


Ich muss mich verlassen auf mein Herz
über Not und Tod hinaus.
Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling (1775 – 1854)

Würde er es wirklich akzeptieren können?
Er würde die beiden Frauen verlieren, und ich würde nicht weg gehen, weg aus seiner Nähe.
Wir würden uns immer und immer wieder sehen.
Wollte ich das überhaupt?
„Wir sind doch nur ein paar Schritte entfernt“
Meine Finger betasteten, wie so oft in letzter Zeit, den Anhänger der Kette.
-Wo die Heimat ist-

Ich sollte nicht alles kaputt denken.
Vielleicht sollte ich es einfach auf mich zukommen lassen, sehen wie es sich entwickelte, und die Entscheidung, ob ich umworben werden wollte, einfach weiter nach hinten schieben.
Klar war mir jedenfalls, dass ich viel zu gerne in seiner Nähe war, um mich davon zu distanzieren.



Das Dunkelste und damit Tiefste der menschlichen Natur ist die Sehnsucht gleichsam die innere Schwerkraft des Gemüts, daher in ihrer tiefsten Erscheinung – Schwermut.
Friedrich Wilhelm Joseph von Schilling (1775 - 1854)

Verfasst: Montag 8. Juli 2013, 15:50
von Kadir Bashir
Gedankenspiel…

Was war passiert? Hatte ich sie vertrieben? War ihr unangenehm gewesen, dass Majdy sie hier gesehen hatte? Sie brachte ihm noch den Saft und als er mit ihm hinauf ging, war sie nicht mehr da…
Ich hatte sie gesucht aber nicht gefunden… wo war sie? Ich hatte den Termin mit der HHG verpasst und wollte noch am heutigen Abend meiner Pflicht nachgehen. Das Versprechen pochte in meinem Hinterkopf… sie wollte doch mit… Sie wollte das ich ihr die Welt zeigte, sie mit nehme… War es nur Gerede gewesen, verursacht durch den Schnaps? Was ging nur in ihr vor?

Ich weiß nicht was ich erwartet hatte wie sie wohl auf Pazias Abreise reagieren würde. Aber so wie sie reagiert hatte… Dieser Kopf, er schmerzt… die Gedanken sind schuld, wie damals als ich vehement versuchte die Gefühle zu verdrängen.
Wäre es besser gewesen es wäre mir gelungen? Diese Ungewissheit, dieses Hin und her… Im einen Moment war so deutlich zu erkennen was sie fühlte, wonach sie sich sehnte und was sie wollte und dann? Dann kamen ihre Ängste und sie zog sich zurück. Wie gerne würde ich sie einfach an den Armen packen und sie schütteln. Würde sie zur Vernunft kommen? War es nicht der Verstand der mir den Weg zu ihrem Herzen versperrte?
„höre ich auf mein Herz wünscht es sich das die Hochzeit schon vorüber wäre“… war die Hochzeit immer nur ein Vorwand gewesen? Hinhalten… Wofür? Wenn sie mich doch nicht will, wieso sagt sie es nicht?
Ihre Hände, die sie mir hinstreckt damit ich sie umgreife…, ihr Kopf der sanft an meiner Brust ruht…, ihre Hand, die zärtlich über meinen Hals streichelte… All das war doch keine Einbildung…

Immer wieder sucht sie meine Nähe… ich kann mich nicht von ihr fern halten, selbst wenn ich meinem eigenen Versuch standhalten könnte. Was mache ich wenn sie dem Weg ihres Verstandes folgt? Da war er wieder, dieser Schmerz in seinem Herzen, seinem Magen… alles schmerzte, denn alles zog sich zusammen. Nein, nicht jetzt, nicht jetzt schon darüber nach denken. Kämpfen hatte Yasmeen gesagt, ich muss kämpfen aber wann erkenne ich ob ein Kampf verloren ist? Ich bin kein Krieger…
Nur einmal aus ihrem Mund hören das sie mich liebt… vielleicht würde sie erkennen, wenn sie es einmal ausgesprochen hatte, dass es keinen Weg zurück mehr gibt. Von dem Moment an, wo es über meine Lippen ging wusste ich für mich selbst, dass ich keine Chance mehr hatte es zu leugnen.

Hilflos, machtlos, total ausgeliefert. Was hat sich Eluive bei all dem gedacht? Was habe ich angestellt umso einer Prüfung ausgesetzt zu werden? Wieso schickt sie mir Hazar in mein Leben, wenn sie sie mir gleichzeitig jeden Tag nehmen könnte.
Ich habe kein Recht sie zu vermissen und doch tue ich es… sie ist es… ich spüre es tief in meinem Herzen… sie ist die richtige, doch was nützt all das Wissen wenn sie es nicht weiß?

Ich möchte das du für mich da bist ....

Das du da bist wenn ich dich brauche ,
mich in den Arm nimmst und mir zeigst ,
hier bin ich......

Das du mir zuhörst , egal was ich gerade
für einen Unsinn von mir gebe..

Das du mir das Gefühl gibst , in meinen
Armen kannst du dich fallen lassen ,
ich werde dich auffangen und dir halt geben....

Verfasst: Dienstag 9. Juli 2013, 09:31
von Hazar Sevinc Bashir
Ich war querfeldein durch die Durrah gelaufen.
Der Kopf, mal wieder hoch in den Wolken, versuchte ich, mir über alles klar zu werden, während meine Füße wie automatisch einen Schritt vor den nächsten setzten.
Ich spürte den Sand unter meinen Füssen, aber ich achtete nicht darauf, wo ich hin lief.
Es war nicht mal Majdy, der mich aus dem Haus vertrieben hatte, das war ich selber.
Das Gefühl, erdrückt zu werden, obwohl ich selber mich in diese Lage gebracht hatte.
Ich war zu ihm gegangen, ich hatte ihn damit überraschen wollen.
Und dann war ich weg gelaufen, nachdem die beiden Männer unten in der Werkstatt beschäftigt waren.
Dieses Gefühl von Panik, dieses Gefühl von eingesperrt sein.
Und das, völlig unbegründet.
Eigentlich…

Ich lief, einfach weiter, meine Gedanken kamen zu keinem Ergebnis.
Wie auch?
Alles was mir durch den Kopf ging, waren Bilder, Sequenzen von Erlebtem, Fragen, Ängste, Hoffnungen…
Die Frage, die sich über allem auftat war: „Mache ich das richtige?“
Und wie nur konnte ich diese Frage jemals beantworten, wenn ich es nicht versuchen würde?
Ich verhielt mich völlig ungerecht ihm gegenüber.
Ich verschloss mich, schloss ihn aus, und das obwohl genau er das Recht hatte, an meinen Gedanken teil zu haben.

[img]http://up.picr.de/15117796jp.jpg[/img]


„Glücklich allein ist die Seele, die liebt…“
Johann Wolfgang von Goethe

Beim Traditionsunterricht saßen wir in der Taverne.
Es war schön, so viele Gesichter zu sehen, die Themen waren recht interessant und auch wenn ich mir so manches Mal auf die Zunge beißen musste, damit sie die Gedanken in meinem Kopf nicht ans Licht brachte, war es alles in allem ein guter Unterricht.

Immer wieder huschte mein Blick zu Kadir, der, völlig gelassen irgendwann die Süßigkeiten naschte, die ich ihm bereit gelegt hatte.
Er hatte also alles gefunden.
Bei dieser Erkenntnis zog sich mein Magen zusammen.
Was hatte ich nochmal alles geschrieben? Ich wollte ihm sagen, dass… Ja, was wollte ich genau sagen?
Das ich verstehen kann, wenn er Zeit braucht…
Das ich genau weiß, das Pazia immer ein Teil von ihm bleiben wird…
Das ich trotzdem für ihn da bin…
Hatte ich das geschafft?
Seine Mine verriet nichts. Auch wenn er immer wieder zu mir sah, konnte ich nicht erkennen, was ihm durch den Kopf ging.
Ich musste warten…


Nach dem Unterricht, und nach dem kurzen Disput über die Freizügigkeit der Yazirnatifahs, bat er mich auf ein Wort.
Weg von der Taverne, weg von den Versammelten die noch überall in kleinen Grüppchen umher standen.
Er führte mich ins Bashirvirtel, zu dem kleinen Baldachinüberdachten Platz, an dem wir schon einmal ein langes Gespräch hatten.
Und so auch dieses Mal.
Nur dieses Mal musste ich einfach alles sagen, was mir durch den Kopf ging.
Ich wusste, wie Anstrengend ich für ihn sein musste, dieses Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz das ich uns beiden auferlegte, war kein Dauerzustand.
Er begann zu reden, redete sich alle Gedanken von der Seele, und es schien ihm gut zu tun.
Einfach alles raus lassen.
Meine eigene Unsicherheit schwappte auf ihn über.
Meine eigene Hilflosigkeit griff nach ihm.
Es tat mir so unendlich leid, das letzte, was ich wollte, war ihn zu verletzen, ihn so leiden zu sehen.
Wenn ich heute nicht alles heraus lies, dann würde all das zerbrechen.


„Das Herz denkt anders als der Kopf. Der Kopf nennt das Herz naiv. Das Herz nennt den Kopf einen Diktator…“
Hans Kruppa

So lies ich alles heraus, redete einfach, ich dachte nicht darüber nach, wie blöd sich manches anhören konnte, ich erzählte einfach.
Ich nahm die Kette ab, die ich seit ich sie besaß nicht mehr abgenommen hatte, strich mit dem Daumen über das kleine Glasherz und sah beim Reden nicht davon auf.
Ich spürte genau, wie nervös er neben mir war, seine Atmung ging schneller.
Er war in diesem Punkt, genauso wie ich.
Eine Geste alleine reichte aus, um sich die schlimmsten Gedanken aus zu malen, das schrecklichste zu vermuten, was in genau dieser Situation passieren könnte.
Und doch hatte ich nicht vor, ihm die Kette zurück zu geben.
Sie war ein Halt, eine Stütze, ein feines Kleinod, das eigentlich mehr sagte, als alles andere darum herum.
Ich fasste allen meinen Mut zusammen.
Jetzt oder nie.
Dem Kopf zu befehlen, mit dem Aufzuhören, wofür er da war, war kein leichtes Unterfangen.
Es kribbelte in meinem Bauch, meine Hände waren schweißnass, und ich musste mich wirklich sehr darauf konzentrieren, ruhig zu atmen.
So eine kleine Geste, so eine kleine Berührung, die dennoch alles sagte, was ich sagen wollte.

Ich lehnte meinen Kopf seitlich an seine Schulter, mein Blick zuerst noch auf die Kette in meinen Händen gerichtet, wanderte irgendwann schräg hoch zu ihm.
Aus den Augenwinkeln konnte ich seine Mine eher erahnen als wirklich erkennen.
Jetzt lag es an ihm.
Und es dauerte einige Momente, zögerliche, leise Worte, dann legte er den Arm um mich.
„Wir wollten nicht mehr weglaufen…“
Aiwa, jetzt gab es keinen Grund mehr.
Ich hätte noch Stundenlang so sitzen können, einfach nur den Kopf an seine Schulter gelehnt.
Kaum das wir so saßen, fiel von uns beiden die Spannung ab.
Gute Entscheidung…
Vielleicht die beste seid langem…



„Denn das Glück, geliebt zu werden, ist das höchste Glück auf Erden..‘‘

Johann Gottfried von Herder

Verfasst: Dienstag 9. Juli 2013, 17:26
von Kadir Bashir
Ein Traum? So fühlte es sich zumindest an und wenn es wirklich so war wollte er nie wieder aufwachen. Kadir war schon spät dran gewesen, der Traditionsunterricht hatte sicher schon angefangen aber er musste sich noch umziehen. Als er die Treppen hinunterlief fiel sein Blick auf den Tisch… süße Früchte und ein Brief…

Ein Lächeln legte sich auf seine Züge, es konnte nur eine Person gewesen sein, Hazar. Er packte die Früchte in seine Tasche und machte sich auf den Weg zur Taverne. Noch auf dem Weg lass er ihre Zeilen.
Stand dort wirklich das was sie sagen wollte? Die Worte verwirrten ihn. Natürlich würde Pazia immer einen Platz in seinem Herzen haben aber all diese Worte klangen wie von einem Freund. „Immer für dich da sein“, „ich verstehe das“, „ich kann sie nicht ersetzen und will es auch nicht“…
Sie ersetzen? Die Worte hallten immer wieder in seinem Kopf… Als er die Taverne betrag fiel sein Blick auf sie. Wie gerne würde er sie einfach an der Hand packen und sie hinaus ziehen. Tradition war wichtig aber das zu klären auch… Er musste sich zurück halten und nahm zwischen seinem Bruder und Gassur Platz.

Verstohlene Blicke… Ganz bewusst zog er die Früchte aus seiner Tasche und aß sie. Ob sie es bemerkte? Natürlich wurde die nächste Frage an ihn gerichtet und so wurde er für einen Moment aus den Gedanken gerissen die ihn beschäftigten.
Diskussionen entfachten… Füße waschen, wer wie wo?, Strafen oder nicht Strafen, Bedecken oder nicht… Er nahm all das um sich herum schon wahr und doch drehten seine Gedanken nur um Hazar. Was wollte sie ihm mit diesem Brief sagen? Für ihn da sein… Zeit… Das Gerede der Leute… Wen interessiert das Gerede der Leute? Keine Münze gibt er darauf. Nur er und Hazar wissen was wirklich zwischen ihnen ist. Es geht niemand sonst etwas an. Sollen sie über ihre eigenen Probleme tratschen aber nein, es war immer leichter sich mit denen der anderen zu beschäftigen. Neid, nichts als Neid…

Als Nazeeya das Ende der Stunde verkündete erhob er sich um dicht hinter Hazar stehen zu bleiben „Hättest du hudad einen Moment für mich?“ Sie nickte, doch hatte er das Gefühl das sie angespannt sei.
Er musste hier mit ihr weg, zu viele Menschen, zu viel Trubel, viel zu laut.

Bewusst wählte er für dieses Gespräch den Ort an dem er ihr das erste Mal seine Gefühle offenbarte… seinen Traum. „Wieso Hazar? Was sollen mir jene Worte sagen“. Kadir erklärte ihr das sie Pazia natürlich nicht ersetzen kann, sie ist Hazar und nicht Pazia und sie soll gar nicht Pazias Platz einnehmen, da sie selbst einen großen Platz in seinem Herzen hatte. „Musst du dich denn bei mir verstellen“… ihre Frage war kaum mehr als ein Flüstern und er musste ehrlich zu ihr sein, auch wenn Ehrlichkeit manchmal schmerzte. Er wollte sich nicht verstellen aber manchmal hatte er das Gefühl er müsse es tun um sie zu schützen. Konnte sie mit all seine Gedanken und Gefühlen wirklich umgehen? Er ließ alles raus was ihn beschäftigte

„ich bin so unsicher Hazar… an einem Tag da suchst du meine Nähe, greifst nach meiner Hand, lehnst deinen Kopf an meine Brust und an anderen Tagen traust du dich nicht nach meinen Händen zu greifen oder ziehst deine unsicher zurück.“ Vielleicht hätte er sich viel früher Luft machen müssen aber die Angst hemmte ihn. Er konnte keine Rücksicht auf seine Angst nehmen, wenn sie ihm nun sagen würde, dass sie nicht will, dass die Vernunft der richtige Weg ist, dann war es eben so

Der Verstand kann uns sagen was wir unterlassen sollen. Aber das Herz kann uns sagen was wir tun müssen
Josef Joubert

Sie nahm ihr Kleinod vom Hals, jenes das er ihr erst vor wenigen Tagen geschenkt hatte. Sein Magen zog sich zusammen, sein Herz schlug ihm bis zum Hals, fragend sah er sie an. Hazar rutschte auf das Kissen neben ihm, dass Kleinod in ihrer Hand „Was?“. Wollte sie es ihm zurück geben? Alles schien sich zu drehen… „Es ist das erste was ich morgens berühre und das letzte was ich Abends berühre…“. Sie sah ihn an und ehe er sich versah rückte sie ein Stück näher zu ihm, ihren Kopf an seine Schulter gebettet.

Es dauerte einen Moment bis er realisiert hatte was geschehen war. Vorsichtig hob er seinen Arm und legte ihn um sie, sie dadurch noch näher an sich heran ziehend. Er hatte sie wirklich im Arm, ganz von allein, ganz entspannt… All die Last schien von ihm abzufallen. Sie redeten, lachten, neckten sich… so unbeschwert, so schön… „Ob ich mich jemals daran gewöhnen werde“ fragte sie ihn lächelnd. Sie musste, sie hatte keine Wahl, er würde sie nie wieder los lassen. Doch die Zeit war wie immer gegen sie, Zeit zu gehen seufzte sie. „Kadir kannst du nicht die Zeit anhalten“. Worte mit denen er nicht gerechnet hatten und die sich so gut anfühlten. Wie oft hatte er sich gewünscht die Zeit anhalten zu können und nun war sie es die jenen Wunsch äußerte.

Schweren Herzens ließ er sie gehen „Kadir, der letzte Gedanke“.. er wusste was sie meinte und sie würde der letzte Gedanke für ihn an diesem Tag sein…

Halten
das heißt
Nicht weiter - nicht näher - nicht einen Schritt
oder heißt Schritthalten
ein Versprechen - mein Wort
oder Rückschau

Halten
dich
mich zurück - den Atem an - mich an dich
dich fest
aber nicht
dir etwas vorenthalten

Halten
dich in den Armen
in Gedanken - im Traum - im Wachen
Dich hochhalten
gegen das Dunkel
des Abends - der Zeit - der Angst

Halten
dein Haar mit zwei Fingern
deine Schultern - dein Knie - deinen Fuß
Sonst nichts mehr halten
keinen Trumpf - keine Reden
keinen Stecken und Stab und keine Münze im Mund

Erich Fried

Verfasst: Mittwoch 10. Juli 2013, 18:39
von Kadir Bashir
Es war kalt geworden, überall roch es nach Blut, nach Leichen und diesem wiederlichen Gift... Er hatte sie aus den Augen verloren. Hazar... sie waren in eine Falle gelaufen, alles um ihn herum schien so unwirklich. Der Rammbock.. das Osttor. Ohne zu zögern sprang er von seinem Pferd und half den anderen aber dieses Tor bewegte sich nicht.
Immer wieder der Gedanke ob es Hazar gut geht, ist sie verletzt? Er musste sich zusammen reisen, klare Gedanken fassen.

Ein stechender Schmerz ries ihn aus dem Schlaf. Sein Herz pochte wie verrückt, er zog sich die wand hoch, dort angelehnt streifte sein Blick sein Schlafzimmer. Zu Hause... alles in Ordnung. Es war nur ein Traum gewesen. Nicht der TRaum den er sich erhofft hatte aber nur ein Traum. Langsam beruhigte sich sein Atem und sein Herzschlag wieder. Er rief sich einfach Hazar in die Gedanken. Er musste vorhin einfach noch einmal nach ihr sehen. Vor dem Palast, vor all den anderen Leuten, es war einfach nicht das gleiche gewesen.

Aber es ging ihr gut, nur ihr Fuß... aber nichts schlimmes und das war die Hauptsache.Er könnte nicht ertragen sie auf diese Weise zu verlieren... Ein Blick nach recht, nach links und da fiel sie ihm auch schon in die Arme. Es schien ihr egal zu sein wer sie sehen konnte. Jetzt in diesem Moment zählte nur, dass er sie in den Armen hielt und das tat er.

Im Haus saßen sie alle beisammen, Gassur, Haroun und ein Fremdländer. Hazar saß für seinen Geschmack viel zu weit weg von ihm. Er musste sich zurück halten. wie hatte sie es genannt? Bewehrprobe? Oh ja das war es. Nur nichts anmerken lassen. Er war erleichtert als sie sich nach und nach verabschiedeten und nur noch Hazar und er zurück geblieben waren.

"weißt du eigenltich was ich mir für Sorgen gemacht hatte". Oh wenn ihre sorge nur annähernd an seine ran reichte so konnte er es sich sehr gut vorstellen. sie machte sich Sorgen... ein gefühl das sich schmeichelnd um sein Herz legte. Sie war erleichtert das es ihm gut ging, auch wenn er ihr das Versprechen geben musste, wegen seiner Schulter einen Hakim aufzusuchen. Nur eine Prellung aber um ihretwillen würde er Rashid aufsuchen, sobald der morgen angebrochen ist.

Er nahm seinen Mut zusammen und fragte sie ob sie ihn zur Hochzeit von Gassur und Malaika begleiten würde. Er war nicht sicher was sie sagen würde. Was denken die anderen? daran dachte sie viel zu gerne und dennoch schien es ihr just in diesem Moment egal zu sein. Sie nickte und ihre einzige Sorge war, ob sie sich farblich abstimmen würden. Frauen... Ein schmunzeln legte sich auf seine Lippen. Nichts vom Alptraum blieb mehr übrig. Wie leicht es war... einfach an sie denken und alles wendet sich zum guten.

"Der letzte Gedanke Kadir", er erinnerte sich an ihre Worte eine Nacht bevor... er wusste an was er denken wollte. Was ihn in seinem Traum begleiten sollte war jener Tag. "Schliess hudad die Augen Kadir". Er vertraute ihr, er tat wie ihm geheißen. Es dauerte einen Moment, bis sie ihren Schleier gelöst hatte und da war es... dieses Gefühl welches jede Pore seines Körpers durchzog. Ihre sanften, warmen Lippen berührten seine Wange... Nicht den Kopf umdrehen, Kadir, nicht den Kopf umdrehen, versuchte er jene Situation nicht zu zerstören. Erst als ihre Lippen sich lösten, drehte er lächelnd den Kopf und fragte ob er wieder schauen dürfe.

Er durfte... wie schön sie war... ihre leicht rosa farbenen Wangen, ihr Lächeln, ihre Augen...

Mit diesem Gedanken drehte er sich wieder auf seine Kissen und schloss seine Augen... "Hazar..." murmelte er bevor er in einen tiefen Schlaf versank.

Verfasst: Donnerstag 11. Juli 2013, 16:46
von Hazar Sevinc Bashir

Wir waren vollkommen in die Falle getappt.
Eins muss man den Rahalern lassen, das war ein guter Schachzug von ihnen.
Die Tore waren zu und wir waren gefangen in Düstersee.
Diese Giftwolken, sie waren nicht nur von geworfenen Fässern gekommen... Jedenfalls lag die Vermutung nahe.
Oder sie hatten noch so viel mehr Gift in die Stadt geschleudert, das es wirklich durch alle Straßen und Gassen gezogen war.
Das Gift und das Blut auf dem Boden machten wir weniger etwas, auch wenn es das Reiten nur umso gefährlicher machte.
Aber diese Dämpfe.
Sie waren verrückt.
Um uns auszulöschen, vergifteten sie das Land, die Umgebung, die Häuser, alles was dort wuchs und lebte.
Eluives schöne Schöpfung…

Letztlich konnten wir froh sein, und vor allem dankbar, das viele aus diesem Höllenchaos wieder lebend heraus gekommen sind.
Verletzungen, Vergiftungen, aiwa. Aber lebend.

Sharif hatte es hart getroffen.
Zu viel von dem Gift eingeatmet, aber während der Schlacht hatte ich wenig Augen für irgendwen.
Vorbei reitende oder laufende Menekaner wurden zwischendurch mit neuer Schutzenergie versorgt, aber es war schwierig überhaupt alles wahr zu nehmen, was um mich herum geschah.
Ich hatte mit einer Schlacht gerechnet, nicht mit einem Scharmützel zwischen den Häusern.

Khalida befahl den Rückzug, und ich war glücklich darüber.
Irgendeiner hatte mir die Höllenkatze vom Leib gehalten, ich kann nicht mal sagen, wer das war, aber es hat mir den Hals gerettet.
Kadir hatte eine Verletzung an der Schulter, aber konnte immerhin noch Lächeln.
Haroun hatte einiges ab bekommen.
Gassur schien halbwegs wohl auf.
Sharif gab seinen Mageninhalt von sich, aber sah soweit auch wohlbehalten aus.

Einige hatte es schwerer erwischt, andere weniger schwer.
Mein Versuch, die Giftigen Dämpfe mittels Manipulation der Windenergien von uns fern zu halten, scheiterte einfach weil ich im Kampfgetümmel zu nichts vernünftig kam.
Besser gesagt, wir. Asiya und ich hatten uns zusammen getan, aber auch das hatte nichts geholfen.

Nazeeya, Zahra, Rashid, Lethalon, Torjan, alle kümmerten sich um die verletzten, als wir wieder in die Stadt kamen.
Sieglos, aber immerhin.
Ich blickte über die Reihe, die vor der Schlacht noch stolz und hocherhobenen Hauptes beisammen gestanden hatten, und nun ein wahres Bild des Grauens abgaben.
Erschüttert, verletzt, gesenkten Hauptes.
Es würde einige Zeit dauern, bis sich alles wieder regeneriert hatte.

Ich war glücklich, das Kadir nach allem frisch machen, waschen und Wunden verbinden, wieder bei uns vor der Türe stand.
Ich konnte gar nicht anders, als ihm kurz in die Arme zu fallen, einfach, weil es ihm gut ging.
Das Gespräch am Tisch war eher schleppend, wie konnte es auch anders sein?
Viel zu viel war passiert, aber alle meine Lieben saßen am Tisch, ich hatte keinen verloren.
Ich dankte Eluive dafür.

Der nächste Tag, nach einer schlechten Nacht, brachte unser Familientreffen.
Talib und Rija waren unauffindbar.
Ein schweres Schicksal für die Familie.
Keiner der Späher war mit guten Nachrichten nach Hause gekehrt.
Es schien, als wären sie vom Erdboden verschluckt worden.
Es war ein Wechselbad der Gefühle.
Die Kunde um Talib und Rija war das Tief, die heutige Hochzeit ein Hoch.

Ich freute mich so sehr für die beiden, das sie ihr Glück gefunden hatten.
Sicher würde es ein rauschendes Fest geben.

Wie leichtfertig ich Kadir zugesagt hatte, ihn zu begleiten.
Aber es war eine Antwort, ohne groß nach zu denken.
Vielleicht war genau das ein Vorteil.


Verfasst: Freitag 12. Juli 2013, 01:52
von Hazar Sevinc Bashir

Herzklopfen…

Poch….poch….poch…

Meine Füße trugen mich einfach.
Einfach immer weiter.
Der weiche Sand gab hier und da nach, stoppte aber keinesfalls meinen lauf.
Ich musste laufen, einfach laufen, mich bewegen, davon laufen? Nicht zurück laufen?
Egal wohin.
Ich wollte nicht nach Hause, nicht jetzt, nicht wo das Haus bestimmt noch voll war.

Poch…poch…poch…

Ich war wie berauscht, ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen.
Alles fühlte sich leicht an, so unbeschwert, als würde es nichts Schlimmes auf der Welt geben.
Alle Sorgen wie weg gewischt.
Es hatte nur der Moment gezählt und den kostete ich noch aus.
Und ich würde ihn noch lange auskosten können.

Poch…poch….poch….

Der Gedanke alleine reichte schon, um mein Herz hüpfen zu lassen.
Alles kribbelte, meine Hände waren schweißnass.
Und das nicht wegen meines Laufes, sondern weil sie das vorher schon waren.
Meine Knie waren weich, alles fühlte sich anders an.

Poch…poch…poch…

Irgendwann blieb ich stehen, lies mich in den Sand fallen.
Ich beobachtete die Sterne.
Der Hellste Stern…
Meine Finger fuhren durch meine Haare, über mein Gesicht.
Noch immer fühlte mein Herz sich an, als wolle es aus der Brust springen.
Dieser eine Moment…

Poch….poch…poch…

Verfasst: Freitag 12. Juli 2013, 13:13
von Kadir Bashir
Gefühlswelt

Alles erschien mir so unwirklich. Noch am morgen nach dem ich aufgestanden war, war die Nervosität nebst der Freude, das einzige was ich fühlte. Würde Aaminah meine Sachen rechtzeitig fertig bekommen? Würden die Sachen Hazar gefallen? Passten sie zu ihrem Kleid?

Sie am Abend zuvor kurz zu sehen und nicht so sein zu dürfen wie sonst, hatte an den Nerven gezerrt. Natürlich war ich wegen Aaminah dort, immerhin musste ich gut neben ihr aussehen. Sie sollte sich wohl neben mir fühlen. Nichts desto trotz hatte ich gehofft sie zu sehen... nur ein Blick, einen kurzen Moment. Als ihr Arm meinen flüchtig streifte war es wieder da. Dieses Gefühl das durch und durch ging, jedes mal wenn sie mich ansah, lächelte oder mich berührte. Wie machte sie das nur?

Wie konnte sie in so kurzer Zeit meine ganze Gefühlswelt, auf solch wunderschöne Art und Weise, durcheinander bringen.

Ich musste mich mit Arbeiten ablenken aber die Zeit verging wie im Flug. Ich ging ins Badehaus um mich herrichten zu lassen, zog mich um und ritt noch eben zu Livja um unser Geschenk für Gassur und Malaika zu holen. Unser Geschenk... wie schön es klang. Ich lies mir das Wort immer wieder auf der Zunge zergehen. Wir gingen gemeinsam zu ihrer Hochzeit und würden ihnen gemeinsam etwas schenken. Gemeinsam... gemeinsam mit ihr durch leben zu gehen... Gerade am heutigen Tage wurde mir bewusst wie sehr dieser Wunsch sich in meinem Herzen eingebrannt hatte.

Livja hatte wie immer gute Arbeit geleistet, der Wein hatte einen angenehmen Duft und schmeckte köstlich. Als ich mich gerade verabschieden wollte fiel mir noch etwas ein mit dem ich Hazar überraschen wollte und gab Livja direkt die Bestellung dafür auf. Was Hazar wohl sagen würde?
Schmunzelnd machte ich mich auf den Weg zum Viertel der Ifrey, wo Malaika mir die Tür öffnete. Hazar kam nur wenige Momente später gelaufen, blieb stehen, legte die Hand vor den Mund und sah mich an.
War sie entsetzt? Gefielen ihr die Sachen nicht die Aaminah für mich geschneidert hatte. "Oh Kadir wenn du wüsstest"... gut das klang als könnte ich mich so durchaus neben ihr sehen lassen.

Sie brachte mich in die Küche, Haroun und Gassur saßen dort. Nur kurze Zeit später liesen sie mich allein, inklusive Hazar, die nach oben ging um sich fertig zu machen. Gespannt starrte ich auf die Tür. Wie sie wohl aussehen würde? Es schien mir wie eine Ewigkeit... als die Tür sich öffnete und Hazar hereintrat war ich nicht in der Lage etwas zu sagen... wie wunderschön sie aussahe... Ich musste etwas sagen, inzwischen kannte ich sie zu gut, als das ich nicht wissen würde, dass sie alles andere verwirrte.

Sie lächelte, keine roten Wangen, sie nahm das Kompliment hin und wir machten uns auf den Weg zum Tempel. Wir hatten in der zweiten Reihe, direkt hinter Zafer platz genommen. Sharif und Marek saßen hinter uns. Hazar so dicht bei mir zu spüren und sie nicht zu berühren war eine harte Prüfung für jenen Tag. So oft war ich versucht, einfach kurz ihren Arm zu berühren. Wie gerne hätte ich ihre Hand in meiner gehalten. Die Worte Gassurs und Malaikas kamen mir so bekannt vor. Ich konnte mit ihnen fühlen und gönnte ihnen ihr Glück von ganzem Herzen.

Sharifs Worte hatten einen bitteren Beigeschmack "Fadrim ich freue mich schon wenn Pazia und du hier heiraten". Es gab keine Hochzeit mehr... er musste es Sharif noch erklären aber nicht hier, nicht jetzt, nicht vor Hazar. Sie senkte den Blick zum Boden... wie interessant ihr jener wohl erschienen sein musste. Es schmerzte sie... natürlich und es war verständlich das dem so war. Nichts desto trotz ist sie die Frau die ich meinem Herzen trage und die ich mir sehnlichst bei mir wünschte.

Auf dem Weg zum Festzelt blieben wir immer wieder stehen, lachten, redeten und gingen weiter. Ob wir so jemals auf der Feier ankommen würden?
Es war schön gemeinsam hier mit ihr zu sein und doch seltsam. Sie so nah zu spüren und doch so fern... Sehnsucht... noch so ein Gefühl das ich in letzter Zeit immer öfter spürte.

Nach dem wir alle etwas getrunken und gegessen hatte ging ich mit Sharif vor das Zelt. Ich musste ihm endlich alles erzählen. Er freute sich sehr, dass mein Herz sich ausgerechnet Hazar erwählt hatte. "Fadrim ich helfe dir sag mir nur wie". Wie? Mhhh eine gute Frage... wie?
Als er sich gerade verabschieden wollte kam Hazar gelaufen. Ich winkte sie zu uns, einen kleinen Moment allein mit ihr, ich musste es auskosten. Sharif ging und wir standen uns dicht gegenüber. Einige der Gäste waren wohl schon gegangen und wir wollten uns gerade los setzen als sie mich in Versuchung führte. "Oder wir laufen einfach weg"... ein Schmunzeln legte sich auf meine Züge, doch bei ihr setzte sogleich der Verstand wieder ein, der uns mal wieder in die Quere kommen wollte.

Als ich sie bat ihre Augen zu schliessen und mir zu sagen was sie sich wünscht kam nicht direkt die antwort. Was ich hörte lies mein Herz dennoch höher schlagen. Sie wollte in meinen Armen liegen... ich trat näher an sie heran, legte meine Arme um sie.... ihr Kopf ruhte an meiner Brust als sie mir sagte, sie würde gerne im Sand mit mir liegen und Sterne schauen. Wie seltsam, ähnelte dieser Gedanke doch sehr meinem Traum... Ich griff nach ihrer Hand und zog sie einfach mit mir. Ich wollte jetzt einfach alleine mit ihr sein. Den ganzen Tag über musste ich mich zurück halten...

Wir liesen uns in den sand fallen, sahen hoch an den Sternenhimmel

[img]http://www.passsy.de/wp-content/uploads/2010/03/IMGP7193_thumb1.jpg[/img]

Ich hatte keine Geheimnisse mehr vor ihr und erzählte ihr von meinem Traum den ich hatte. Das wir beide auf dem Dach des Bashirhaueses lagen und die Sterne betrachteten. Sie in meinen Armen.... reden ohne Rücksicht darauf wie spät es schon war. Arm in Arm mit ihr einzuschlafen bis die Sonne uns zart wieder weckte... Sie lächelte. Es gab keinen Grund mehr Angst davor zu haben ihr meine Gedanken und Gefühle preis zu geben. Sie wusste das ich sie liebe....

Sie gestand mir wie schwer der Tag für sie war und das sie während der Trauung am liebsten meine Hand gegriffen hätte. Sie also auch? Sie sehnte sich nach meiner Nähe? Mein Herz schlug wie verrückt. Jetzt Kadir, wenn nicht jetzt wann dann?
Ich fasste meinen Mut zusammen und sagte ihr, dass es auch für mich schwer war, vor allem bei einer Situation. Sie müsse hierzu jedoch die Augen schließen, da ich ihr nicht davon erzählen kann, wenn sie mich ansieht. Da sie mir vertraute schloß sie ihre Augen...

Meine Hände zitterten wie verrückt. Das Herz klopfte mir bis zum Hals und ich versuchte mich zu beruhigen um sie nicht zu verunsichern. Ohne ein Zucken von ihr lies sie sich ihren Schleier lösen. Wie jedes mal musste ich ihr Gesicht einen Moment still betrachten, es einsaugen um es mir in ruhigen Stunden vor Augen zu führen. Es gab keine Worte dafür wie schön sie war... mein hellster Stern...

Ich fasste allen Mut zusammen und näherte mich ihr... nichts hätte zwischen unserem Kopf mehr platz gehabt... Durch die Nase zog ich die Luft tief ein ehe ich meine Lippen auf ihre sanften, weichen Lippen legte. Die rechte Hand legte sich auf ihre Wange... ich verharrte, meine Lippen auf den ihren. So gern ich sie richtig geküsst hätte musste ich mich zügeln. Mir war bewusst das noch nie zuvor ein Mann ihre Lippen berührt hatte. Ihre Hand legte sich auf meine... der Moment sich zu lösen.
    • [img]http://25.media.tumblr.com/tumblr_m2gssiphjV1qhyyk8o1_500.gif[/img]
Nun war ich es der die Unsicherheit gepachtet hatte... ich senkte den Blick. Ich bereute es nicht und dennoch wusste ich nicht wo und wie ich es einschätzen sollte.
Wie so oft schoss mir die Flucht in den Kopf. So erklärte ich ihr das es spät geworden war und sie gehen musste. Die Situation überforderte mich... hatte ich etwas falsch gemacht? Sie hätte mich weggestoßen wenn sie es nicht gewollt hätte oder? Noch während sie nickte erhob sie sich.

"Kadir darf ich trotzdem noch einen Wunsch äussern?" Nun kommt es, sie will Abstand? Auf mein Ja hin kam nichts mehr, ausser das sie sich dicht an mich schmiegte. Ihren Kopf auf meine Brust legte um mich zu beruhigen. Sofort legte ich meine Arme um sie, streichelte ihr liebevoll über ihren Rücken. "Ich lasse dich einfach nie wieder los"... und Eluive weiß, wie viel Wahrheit in meinem Satz steckte. Sie so zu spüren, ohne Angst, ohne Unsicherheit... zu spüren wie wohl sie sich fühlt... wunderschön.

Ob ich wollte oder nicht ich musste sie los lassen... Sie machte sich auf. Lange sah ich ihr nach ehe ich mich nachdenklich zurück in den Sand fallen lies. Meine Finger fuhren über meine Lippen. Ich hatte ihr tatsächlich einen Kuss gegeben... kein Traum...

Verfasst: Freitag 12. Juli 2013, 23:04
von Hazar Sevinc Bashir
Endlich zu Hause. Glück gehabt, keiner mehr da, alles war dunkel.
Ich schlich mich auf Zehenspitzen hoch in mein Zimmer, schlüpfte eilig aus den Sachen und zog eine bequeme Hose und ein kurzes Oberteil an, ehe ich mich aufs Bett sinken lies.
Alles andere als schön, ein wenig provisorisch noch, aber meins.

Mein Blick glitt zum Fenster, das Meer vor den Augen, das sanfte funkeln im Mondlicht.
Noch immer klopfe mein Herz spürbar, es schien, als wolle es sich gar nicht mehr beruhigen.
Verträumt sah ich über das Meer, hinauf in den Himmel.
Ich konnte es noch gar nicht fassen, war das wirklich geschehen?
Hatte er das wirklich getan?
Ein berauschendes Gefühl, dass durch den ganzen Körper zog.
Mein Bauch kribbelte, meine Hände zitterten.
Alleine der Gedanke an diesen einen Moment, brachte meinen Körper dazu, völlig verrückt zu spielen.
Fühlt es sich immer so an?

Rückblick

Ich war nervös gewesen.
Passte alles?
Sah alles gut aus?
Würden wir halbwegs gut aussehen nebeneinander?
Ich hatte mein Kleidungsschicksal vollkommen in Aaminah’s Hände gelegt.
Und Kadir war ebenfalls zu meiner Cousine gegangen, um sich neu einkleiden zu lassen.
Sie hatte alles in der Hand.
Als er mich abholen kam, stockte ich.
Mein Blick wanderte an ihm auf und ab, es war…einfach perfekt.
Die gleiche Farbe, ähnliche Muster… ich schlug die Hände vor den Mund und betrachtete ihn still.
Er sah so gut aus.
Sein Blick, er wirkte auf einmal so unsicher, doch ich konnte ihn schnell beruhigen.
Also lies ich ihn mit meiner Familie in der Küche sitzen und wanderte die Treppen hoch, um mich um zu ziehen.
Meine Nervosität stieg, als ich die Treppen wieder herunter wanderte.
Sah ich gut aus?
Sah ich gut genug aus?
Was würde er sagen?
Vor der Türe musste ich noch einmal inne halten und tief durchatmen.
‚Beruhig dich Hazar, alles ist gut‘, murmelte ich mir selber zu, ehe sie die Türe langsam aufzog.
Sein Blick haftete gebannt an mir.
Es dauerte einige Momente, bis er zu einer anderen Reaktion fähig war, außer zu staunen.
„Du bist wunderschön…“, er trat auf mich zu, und lächelte mich mit seinem typischen, herzerweichenden Lächeln an.
Ich liebte es, ihn so zu sehen…

Nichts destotrotz mussten wir aufbrechen.
Ich sammelte noch den Rest meiner Familie ein, jedenfalls versuchte ich es, ehe wir dann doch alleine los zogen.
Immer wieder musste ich verstohlen zu ihm sehen.
Nur ein kurzer Blick aus den Augenwinkeln. Es war wirklich perfekt.

Im Tempel war es so schwer.
Ich spürte seine Wärme, so nah saß er bei mir, aber nun mal nicht alleine.
Mein Blick glitt durch den Raum, vor uns Zafer, hinter uns Marek und Sharif.
‚Die Mitte…. Das Bindeglied…. ‘, schoss es mir durch den Kopf und ich musste unweigerlich grinsen, was ich jedoch ob der Situation wieder ganz schnell unter Kontrolle bekommen musste.

Malaika Leyla Ifrey hat geschrieben: 'In den dunkelsten Momenten deines Lebens fühlst du dich allein. Niemand ist da, der dir eine Hand reichen kann, die genug Halt und Stärke verspricht, um dich aus dieser Dunkelheit zu befreien. Du hoffst nicht mehr darauf, dass jemand kommt und diese Mauer durchbricht. Dir wieder zeigt, wie wundervoll jeder Tag werden kann. Dir das Gefühl gibt, gebraucht zu werden. Als ich deine Hand in der Dunkelheit erblickte, zögerte ich. Und dennoch – ich gab sie dir. Behutsam und vorsichtig ließ ich mich von dir Stück für Stück aus dem Dunkeln ziehen – zurück ins Licht. Tag für Tag kam wieder ein Stückchen von mir in meine Seele und in mein Herz zurück. Dank dir hatte ich wieder Hoffnung. Und Zuversicht. Denn wer zuversichtlich ist, dem wachsen Flügel. Ich habe gemeinsam mit dir meine Flügel ausgebreitet, um über unser geliebtes Land zu fliegen, nur um das Schöne wieder erkennen und sehen zu können. Ich habe an deiner Seite gelernt, wieder Träume zu haben und diese zu verwirklichen. In all der schweren Zeit bist du nie von meiner Seite gewichen. Du hast mich nie allein gelassen, ich konnte mich immer und immer wieder auf dich verlassen. Auch, wenn zwischen uns eine Wand des Feuers stand, du bist hindurch gegangen, hast mich behutsam in deine schützenden Arme genommen und durch die Wand des Feuers und Widerstands getragen. Du allein warst bereit, alles für mich und mein Glück zu tun, alles dafür in Kauf zu nehmen. Mit der schützenden und stützenden Hinterhand deiner Familie. Und auf einmal erschien mir der Horizont nicht mehr dunkel, sondern bespickt mit kleinen, leuchtenden Sternen. Es gab in meinem Leben wieder mehr als den Sonnenauf- und Untergang. Es gab dich. Uns. Und deine Familie. Du allein hast mich angenommen als das, was ich bin. Du hast in mir das gesehen, was mir selbst verborgen war. Du hast mir gezeigt, dass ich tief in mir immer noch das bin, was ich immer war. Was anfangs so unwirklich war, wurde mit jedem Blick in deine Augen, in deine Seele und in dein Herz zu etwas Großartigem. Deine Hände haben mich stark gemacht, deine Fürsorge hat mich behütet, deine Worte haben mir Mut und Glauben geschenkt. Und deine Liebe hat mein Herz berührt. Uns wurden viele Steine in den Weg gelegt, dennoch haben wir es geschafft, diesen Weg zu gehen. Mit ihrer Hilfe, mit ihrer Weisheit. Und mit ihrer Güte. Ohne die Allmutter sind wir atemlos und leer. Sie führte unsere Wege zusammen, sie hat dich mir geschenkt. Nun sind wir hier eins vor ihr. Dass wir uns achten, dass wir uns treu sind, dass wir uns immer beistehen, dass wir uns vergeben, dass wir uns umeinander sorgen, dass wir füreinander da sind, dass wir auf sie vertrauen und uns bei ihr geborgen fühlen, dass wir einander vertrauen und uns miteinander geborgen fühlen. Dies alles und noch viel mehr geschieht wie von selbst in diesem Wunder namens Liebe. So soll es bleiben, solange wir beide leben. Ich danke ihr für den Rest meines Lebens, dass sie dich geschickt hat. Als helfende Hand, als engsten Vertrauten, als Zuversicht.'
Oh, wie gut konnte ich ihre Worte nachvollziehen.
Wie gut konnte ich mir das Gefühl vorstellen, dass sich wohl gerade in ihr breit machte.
Ich musste das zucken meiner Hand unterdrücken, mich regelrecht dazu zwingen nicht nach der seinen zu greifen, oder meinen Kopf an seine Schulter zu lehnen.
Malaikas Worte sprachen mir teilweise so aus der Seele.
Ich konnte es so gut nachempfinden, was es bedeutete, sich an der Hand aus den Ängsten führen zu lassen.
Nichts anderes tat Kadir mit mir.
Liebevoll und mit mehr Geduld als ich je erwartet hätte.
Immer für mich da.

Selbst Sharif’s Worte, wie er sich freuen würde seinen Fadrim hier Pazia heiraten zu sehen, waren, seltsamer Weise, gar nicht so schlimm wie erwartet.
Aiwa, es war ein seltsames Gefühl.
Irreal… Begleitet von einem Hauch Unsicherheit und Bedauern.
Bedauern?
Aiwa, einfach, weil ich wusste das Kadir sie vermisst, weil er sie geliebt hat.
Und noch immer liebt.
Ich wollte, dass es so blieb. Auch wieder ein irrationaler Gedanke, aber für Kadir war Pazia ein wichtiger Mensch gewesen, und ich wenn das so blieb war es gut.
Es war gut für ihn.
Und so lange es das war, war es gut für mich.
Eine verquere Situation, aber so war es für alle das Beste.

Die Zeremonie war so schön gewesen.
Ein wenig neidisch war ich, das musste ich zugeben, aber ich wünschte den beiden alles Glück dieser Welt.

Nach den Glückwünschen an das Brautpaar, bei dem ich es mir nicht nehmen lassen konnte, Malaika einfach, glücklich, um den Hals zu fallen, musste ich doch ein wenig grinsen.
Der Weg ins Festzelt, die Sitzverteilung.
Meine Familie an dem einen Tisch und Kadirs Familie am anderen Tisch.
So konnte das nicht sein.
Ich bat Sharif und Marek, sich doch mit uns an einen Tisch zu setzen.
Und so war es dann auch.
Zafer, Aaminah, Haroun, Sharif, Marek, Kadir und ich an einem Tisch.
Es war schön, beide Familien so zu sehen.
Es war zwar kein einziger aus der Yazirfamilie zur Feier gekommen, was ich schade fand, aber es war ihre Entscheidung.
Die Gäste des Reiterhofes feierten ausgelassen, und laut, und vor allem, sehr Alkohollastig.
Wie auch immer sie das Vertrugen.
Als Kadir und Sharif dann zum Reden verschwanden, hatte ich schon irgendwie ein mulmiges Gefühl im Bauch.
Es kostete viel Kraft, mir nichts anmerken zu lassen.

Irgendwann, als die Reihen sich lichteten, beschloss ich, die beiden Bashirmänner wieder zurück zu holen.
Heute war nicht der Tag für große Diskussionen, heute war Gassurs und Malaikas Tag, und sie sollten wieder bei uns sein und feiern.
Jedenfalls…. War das meine Absicht, als ich los ging.

Kurze Zeit später jedoch, lag ich am Rande des Meeres neben Kadir im Sand.
Genau das war mein Wunsch gewesen, ruhe, kein Trubel um uns herum, nur er und ich.
Irgendwann setzte ich mich wieder auf, und malte kleine und große Sterne um uns herum in den Sand.
Er setzte sich ebenfalls auf, und bat mich, die Augen zu schließen.

Ich vertraute ihm, also schloss ich meine Augen.
Er löste, mit leicht zittrigen Händen meinen Schleier.
Die Nervosität wuchs.
Was hatte er vor?
Was wollte er sagen, warum durfte ich ihn nicht ansehen?

Noch vollkommen beschäftigt mit der Frage nach dem warum und wieso, überraschte er mich.
Seine warmen, sanften Lippen auf meinen…
Im ersten Moment war ich so perplex.
Ich war zu keiner Regung fähig, kein Gedanke, wollte sich auch nur ansatzweise mehr fassen lassen.
Nur dieses Gefühl.
Sein Atem auf meiner Haut.
Als er spürte, dass ich weder atmete, noch mich sonst auf irgendeine Art und Weise regte, legte er sanft seine Hand an meine Wange.
Es war ein berauschendes Gefühl, so intensiv, so… fremd.
Ich legte meine Hand auf seine und zog langsam den Kopf zurück.
Das war genug…
Noch einen Moment länger, und mein Herz würde explodieren.
Oder ich würde einfach in Ohnmacht fallen.
Oder vielleicht doch beides?

Kaum das ich von ihm gewichen war, bereute ich es auch schon wieder.
Meine Lippen kribbelten, über meinen Körper lief ein Schauder.
Heiß…Kalt…Heiß…Kalt…
Aber, aus irgendwelchen Gründen, war ich vollkommen ruhig.
Ich hatte keinen Drang, weg zu laufen, ich konnte ja nicht mal darüber nachdenken ob ich es wirklich wollte oder nicht, ich saß einfach nur ruhig da, als er begann herum zu drucksen.
„Ich.. du… es….“, murmelte er. „Es ist spät geworden“
Aha…!
Seine Art des Flüchtens. Mich weg schicken wollen.

So leicht würde das nicht gehen.
Ich bat ihn um einen Gefallen und als er bejate, schmiegte ich mich einfach an ihn, lehnte den Kopf an seine Brust und lächelte glückselig vor mich hin.
Jetzt in diesem Moment wollte ich nicht, dass er flüchtet.
Und er legte die Arme um mich.
Er beruhigte sich, langsam, mein Herz klopfte irgendwann wieder in normalem Tempo.
Aber dieses Gefühl im Bauch blieb trotzdem.

Ein Funkenregen in meinem Bauch….
[img]http://up.picr.de/15153463ke.jpg[/img]


Verfasst: Samstag 13. Juli 2013, 13:39
von Kadir Bashir
Es war als würde nichts was an diesem Tag passiert war mehr eine Rolle spielen oder von Bedeutung sein. Gleich wie viel davon wunderschön gewesen war. Es war etwas passiert, etwas das sein Denken, sein Handeln und Fühlen beeinflussen würde...

Was war passiert?

Als gerade die Zweifel in ihm aufkamen ob er Hazar besuchen sollte oder nicht erinnerte er sich an ihre Umarmung in der letzten Nacht. Sie kannte ihn inzwischen so gut. Seine Eigenheiten, wie er reagiert, was er denkt und fühlt. Sie hatte sofort gemerkt, dass die Worte, es sei spät geworden nur ein Vorwand waren um sich aus der Situation zu retten. Die Art wie sie jene Situation wieder kippte war im neu aber alles andere als unangenehm... es fühlte sich gut an.

Er hatte sich vorgenommen heute mit ihr nach einem Schreiner zu sehen, damit ihre Bibliothek gestalt annehmen konnte. Doch kaum das sie vor ihm stand, hatte er dieses Vorhaben vergessen. Sie lächelte, sie war wie immer. Seine Sorge war unbegründet gewesen, sie war nicht böse auf ihn weil er sie gestern so überrumpelt hatte.

"Wir sind allein"... Zuckersüße Worte, kein verstellen, kein aufpassen. Noch während sie hinein gingen erzählte sie ihm das Sharif da gewesen war. Hatte er ihr etwas erzählt? Zuviel erzählt womöglich? Da er sie nicht ansah und herumdrugste merkte sie sofort was seine Sorge war. Schelmisch grinste sie und erklärte ihm das es nur um Zahra ging. Zahra... sein kleiner Fadrim hatte wohl sein Herz verloren.

Natürlich wollte sie nun wissen was er Sharif erzählt hatte und ehrlich gestand er es ihr. Sie alle freuten sich für ihn, befürworteten seine Wahl. Wie konnte man Hazar auch nicht mögen? Nazeeya machte ihr Sorgen... aber es gab keinen Grund dazu, denn Hazar konnte nichts dazu das Kadir sie als Vertraute gewählt hatte als die Welt über ihm einzubrechen drohte. "Wenn mir damals jemand gesagt hätte, wie all das kommen wird", du hättest abgewunken und ihn für verrückt erklärt, beendete sie seinen Satz. Er schmunzelte doch was dann kam... jetzt? So? Aus dem nichts heraus?

"Aiwa ich hätte wehemend den Kopf geschüttelt und gesagt, das derjenige spinnt ausserdem hätte ich gesagt, das ich gar kein interesse daran habe mich zu verlieben, mein Studium war viel wichtiger"

Es war wichtiger? Sich zu verlieben? Er sah sie mit seinen großen Augen an. Leise, mehr ein Flüstern erklang als er die Stimme erhob "Du bist verliebt?" Er musste sie fragen, wenn nicht jetzt wann dann? Sie hatte ihm den kleinen Finger hin gestreckt, würde er auch eine Antwort erhalten? Sie senkte kurz ihren Kopf, sah ihm in seine Augen und noch leiser als sein Flüstern zuvor gab sie ein "Aiwa" von sich.

Alles um ihn herum begann sich zu drehen... sie war verliebt... ihr Herz... sein Herz, sein hellster Stern, sein Geschenk Eluives... "War dir das noch nicht klar" fragte sie mit ihrer sanften, lieblichen Stimme. Klar? Wie sollte ihm das klar gewesen sein? Gehofft und geahnt hatte er es aber gewusst? nein gewusst hatte er es nicht. Erst seit heute, seit eben wusste er das sie in ihn verliebt war und alles in ihm kribbelte und zog sich freudig zusammen. Sie war verliebt...
        • Liebe trägt die Seele, wie die Füße den Leib tragen.
Katharina von Siena

Er lenkte das Thema auf seine Neugier und sogleich sprang sie auf, streckte ihm die Hand hin und lies jene erst wieder los als sie oben vor einer Tür angelangt waren. Als sie sich öffnete und beide hinein traten traute er seinen Augen nicht. Ihr Zimmer... es war wunderschön eingerichtet. Ihre Lieblingsfarbe war überall zu finden und er stand wirklich dort in mitten ihres Zimmers. Sie hatte sich nicht einmal getraut sich sein Schlafzimmer anzuschauen, selbst wenn er auf der Treppe gewartet hätte und nun zeigte sie ihm ihr Zimmer? Sein Schmunzeln war nicht übersehbar und zum Glück war niemand im Haus.

Sie hatte einen Balkon, mit wunderschönem Ausblick über das Meer. Endlich wusste er genau wo er das Steinchen hinwerfen konnte oder welchen Balkon er hinauf klettern musste, wenn er einmal nicht schlafen kann. Sie gingen hinüber in die Bibliothek, auch hier hatte sich etwas getan. Es lagen 4 kleine Teppiche auf dem Boden. Bunt, in rot, in braun, in Blau und einem sehr hellen blaugrau... doch erst die Stickereien machten sie wirklich wunderschön... Es waren die Elemente... das Wasser, die Luft, das Feuer und die Erde... zu sehen wie stolz sie darauf war lies sein Herz wieder hüpfen.

"Komm wir gehen jetzt einen Schreiner suchen". Da war er wieder, der Gedanke weswegen er überhaupt her gekommen war und nun wusste er, es war an der Zeit. Sie sollte ihren Traum weiter ausbauen und er wollte ihr dabei helfen. Sie suchten Othis auf und bestellten einige Möbel für sie. "bitte auf zwei getrennte Rechnungen"... natürlich, grinste Kadir in sich hinein. Er flüsterte Othis etwas zu und beide schmunzelten. Hazar spürte das etwas im Busch war aber Kadir versuchte es so gut es ging zu überspielen.

Eine Freude machen... wann immer er konnte. Als sie später in seinem Haus saßen kam das selbe Thema auf... Was er alles für sie tut. Hier ein Geschenk, hier eine Freude. Natürlich, so hatte sein Vater es ihm gelehrt. Trage eine Natifah auf Händen... Es war schön sie so voller Freude zu sehen, wenn ihre Augen funkelten, wenn sie strahlte weil sie über etwas erzählte das tief aus ihrer Seele sprach. er würde alles für sie tun, alles für sie geben, denn wenn sie glücklich war, war er es auch.

"ich werde noch teuer genug" sagte sie lächelnd... sie dachte also schon weiter und erneut hüpfte sein Herz. Er wusste das sie teuer werden würde, er hatte es ihr immer gesagt. Ihr versucht zu erklären wie ihr Wert war, den sie anfangs so gerne unter den Scheffel kehrte. sie blühte auf und es war so schön ihr dabei zu zu sehen.

Als er sich umlegte, neckte sie ihn auf ihre liebliche Art, die ihn manchmal zum Verzweifeln brachte, weil er immer wieder darauf herein fiel. Sie legte sich auf ihre Seite, ihr kopf ruhte kurz an seiner Brust, dann ihre Hand. Ihre Blicke trafen sich, während sie sich über alles mögliche unterhielten. Es war so schön... nichts und niemand der sie störte, ihre Nähe, ihr Gesicht, ihr schönes, langes schwarzes Haar.
Es war als würde er sich jeden Tag aufs neue in sie verlieben oder wurden seine Gefühle einfach nur täglich stärker? Doch wie stark sollte sie noch werden? Dieses Gefühl hatte bereits komplett von ihm besitz ergriffen und er hatte nicht vor sich dagegen zu wehren.
Er hatte inzwischen schließlich verstanden das es zwecklos war. Dieses Gefühl war stärker als er.

Wärme, Geborgenheit, Sehnsucht, Freiheit, Freude... alles Gefühle die dieses eine Gefühl mit sich brachten. Ein Gefühl das anfangs kaum mehr als ein Lodern war und sich nun zu einem Feuer ausgebreitet hatte. Liebe... er liebte sie und sie war verliebt in ihn... Da war es wieder das schmunzeln. Ob es je aufhören würde? Zu schön war die Gewissheit, sollten es ruhig alle merken... nichts zählte mehr, nichts war mehr von Bedeutung... sie war verliebt...

Ihr Herz... mit diesem Gedanken schloss er die Tür hinter ihr. Ihm gehörte ihr Herz...

Sie hat es ihm geschenkt und er würde es behüten wie sein eigenes... und es nie wieder los lassen.
            • [img]http://1.bp.blogspot.com/-orgLTlAaTvA/T-s2dmqAtUI/AAAAAAAAALg/Iw-bNXSqiNU/s320/1699161%5B1%5D.jpg[/img]

Verfasst: Sonntag 14. Juli 2013, 17:37
von Hazar Sevinc Bashir
[14:06:12] Malaika Leyla Ifrey: Es sind glaube ich Menekaner, die mehr nach dem Verstand handeln. Und nicht nach dem Herzen. Weswegen sie mich auch verurteilten und als.. Schande abstempelten. Weil ich mich letztendlich auf mein Herz verlassen habe. Und meinen Verstand ausgeschaltet habe.
[14:06:44] Malaika Leyla Ifrey: *sie zuckt mit den Schultern*

[14:06:53] Hazar Sevinc Ifrey: *sie presst die Lippen fest aufeinander und sieht auf die Kerze herab*
[14:07:03] Hazar Sevinc Ifrey: *es dauert einige Momente ehe sie das Wort erhebt*
[14:07:16] Hazar Sevinc Ifrey: Es ist neda verkehrt, sich vom Verstand lenken zu lassen
[14:07:43] Malaika Leyla Ifrey: Manchmal nicht. Ohne Verstand wären wir aufgeschmissen. Aber hätte ich das ignoriert, was mir mein Herz gesagt hat, dann würde ich jetzt nicht... hier sein. Und dann wäre ich auch... neda so glücklich wie jetzt. Das Herz sagt einem in der Liebe schon, was es will.
[14:09:30] Hazar Sevinc Ifrey: Aber du warst unglücklich in deinem Haus, du hast eine Wahl getroffen die dir nur Vorteile bringt, das klingt vielleicht ein wenig blöd, aber
einen Weg zu gehen, der es einem nur besser gehen lässt...da ist es leichter auf das Herz zu hören
[14:10:41] Malaika Leyla Ifrey: Neda, es war weitaus schwieriger. Weil sie mir immer gesagt haben, dass ich eine schlechte Natifah bin, wenn ich trotz meines Verlustes gleich wieder Gefühle zulasse. Ich habe so oft dagegen angekämpft, irgendwelche Gefühle zu entwickeln. Aber er hat mir mit seiner Geduld, seiner Aufmerksamkeit und mit seiner Art und Weise, mich als Ganzes anzunehmen.. gar keine andere Wahl gelassen, als in ihm mehr zu sehen als nur den Mann, der mich aus meiner Familie holen will.
[14:12:22] Hazar Sevinc Ifrey: Gassur ist ein toller Mann
[14:12:37] Malaika Leyla Ifrey: *sie seufzt leise und lächelt dann verspielt vor sich hin*

Malaikas Worte hatten mich schon zum Nachdenken gebracht. Ohne das sie etwas wusste, hatte sie doch Worte benutzt, die mit denen ich mich schon so oft auseinander gesetzt hatte.
Der Scheideweg, vor dem vermutlich jeder stand.
Noch während ich mit Othis sprach und auch danach, als ich angefangen hatte, die Möbel herum zu rücken und die Regale in meiner Bibliothek zu füllen, dachte ich darüber nach.
Bis es klingelte…
Nazeeya stand vor der Türe und ohne sie hätte ich vermutlich nicht mal mitbekommen, das Zahra wieder da war, und was alles passiert war.
Ich führte sie hoch, und betrachtete die beiden.
Zahra’s Körper war geschunden, und es tat mir in der Seele weh, sie so zu sehen.


[17:07:58] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] Was ist denn passiert?
[17:08:07] Nazeeya Rafa Bashir: *dabei die Finger nach der gesunden Hand ausstrecken dabei*
[17:08:31] Hazar Sevinc Ifrey: *betrachtet die beiden abwechselnd, sorgenvoll*
[17:08:35] Zahra Asifa Ifrey: *umfasst ihre Hand sodann*
[17:08:49] Zahra Asifa Ifrey: [menek] Ich habe es neda mit Absicht getan ... verzeih mir ...

[17:08:53] Nazeeya Rafa Bashir: *sie schließt die Finger mit ein wenig druck darum bevor sie zu Hazar spricht*
[17:08:57] Zahra Asifa Ifrey: *schließt traurig die Augen*
[17:09:00] Nazeeya Rafa Bashir: [menek] sie ist in einen alten Minenschacht gefallen
[17:09:08] Nazeeya Rafa Bashir: [menek] weil sie etwas Blind war... aiwa?

[17:09:46] Zahra Asifa Ifrey: *sie nickt zu ihren Worten nur*
[17:10:28] Nazeeya Rafa Bashir: *sie streicht ihr mit dem Daumen über den Handrücken hinweg*
[17:10:31] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] Du warst alleine in der Durrah?
[17:10:39] Nazeeya Rafa Bashir: [menek] aber nun ist aiwa alles gut und die wunden werden heilen
[17:11:27] Zahra Asifa Ifrey: *sie schluckt schwer und schaut etwas ängstlich Richtung Hazar*
[17:11:55] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] Ach, Zahra...
[17:12:07] Hazar Sevinc Ifrey: *sie betrachtet ihre Cousine noch immer sehr sorgenvoll*
[17:12:12] Zahra Asifa Ifrey: *senkt den Blick ihrer matten Augen schuldbewusst*
[17:12:27] Nazeeya Rafa Bashir: [menek] Manche Erfahrungen muss man tun
[17:12:33] Nazeeya Rafa Bashir: [menek] ich war über Monde teilweise alleine in der Durrah

[17:12:37] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] Hauptsache du bist wieder da und du lebst
[17:12:39] Nazeeya Rafa Bashir: [menek] und ich denke Zahra hat daraus sehr viel gelernt
[17:12:58] Nazeeya Rafa Bashir: [menek] so wie ich es damals tat und wird daher es nie wieder Hals über Kopf tun

[17:13:09] Zahra Asifa Ifrey: *wieder nickt sie leicht zu ihren Worten*


Wir brachten sie herunter, Machmuth trug sie auf den Armen, so dass sie sich nicht viel bewegen musste, und ich bereitete für alle etwas zu Essen und etwas zu trinken zu, damit sie sich alle stärken konnten.
Der Tisch war wieder gut gefüllt, auch Khalida kam noch dazu.
Zahra aß etwas, trank einen Tee und wurde dann müde.
Sie sollte sich ausruhen, wir konnten Eluive danken, dass sie sie uns wieder lebend zurück gebracht hatte.
Ich musste unweigerlich an Sharif denken, ich hoffte, das er wenigstens unbeschadet von der Suche nach ihr wieder Heim kehren würde.

Zahra zu sehen, sie so leiden zu sehen, war schwierig.
Ich konnte ihr nicht wirklich helfen, außer ihr zur Seite zu stehen und ihr die Hand zu reichen, wenn sie sie haben wollte.
Jetzt litt sie, und sie würde eine ganze Weile brauchen, bis sie das alles überwunden hatte, aber vielleicht würde Sharif es schaffen, sie aus diesem Chaos heraus zu führen.
Er schien ein netter Mann zu sein, und er schien sie wirklich zu mögen.
Ich hoffte, auch wenn ich ihm nichts erzählen wollte, dass er auf mich hören würde, und ihr die Zeit geben würde, sie sie braucht.
Ein Herz verschenkt man nun mal nicht eben so.


[19:51:30] Haroun Ifrey: *er betrachtet sie aufmerksam*
[19:51:37] Haroun Ifrey: ich spreche nur das aus, was mein Herz mir diktiert
[19:51:42] Haroun Ifrey: *sagt er leise*
[19:53:12] Haroun Ifrey: *er blickt sie nun wieder sanft an*
[19:53:38] Haroun Ifrey: *er atmet einmal schwer durch, dann formen seine Lippen, ohne das ein ton heraus kommt*
[19:53:50] Haroun Ifrey: *scheinbar sucht er nach den richtigen Worten*
[19:54:10] Haroun Ifrey: ich...ich mag dich sehr gerne, weißt du
[19:54:18] Haroun Ifrey: *beginnt er nun*
[19:54:47] Haroun Ifrey: und für keine andere Natifah hege ich solch eine Zuneigung, wie zu dir
[19:55:12] Haroun Ifrey: *gesteht er dann schnell um es endlich auszusprechen*



Ich war wie vor den Kopf geschlagen.
Das war der Moment, vor dem ich mich gegraut hatte.
Nicht, weil ich Haroun nicht mochte, nein im Gegenteil.
Als er angekommen war, hatte er durchaus mein Interesse geweckt.
Und alleine die Ahnung, dass er mich mochte, gab mir Anlass, an meinen Entscheidungen zu zweifeln.
Hätte diese Unterhaltung ein wenig früher stattgefunden, hätte ich nicht gewusst, wie ich reagieren soll.
Der Verstand…

Aber ich konnte es nicht mehr.
Nicht jetzt.
Oder?
Ich druckste herum, konnte ihm kaum in die Augen sehen.
Ich wollte ihm nicht wehtun, und er wäre noch immer meine Möglichkeit….

Oh, wie gemein dieser Satz klang.
Dabei sollte er das gar nicht.
Ich mag Haroun wirklich. Und ich denke, wenn Kadir nicht wäre, wäre es alles anders gelaufen.
Aber ich konnte es nicht mehr.
Dafür waren meine Gefühle viel zu sehr an Kadir gebunden.
Zwei, drei, vier Wochen vorher, als ich noch im Bashirhaus war, oder davor, und meine ganze Entscheidung wäre anders gewesen.
Wie sehr hatte ich gegen dieses Gefühl gekämpft, wollte es nicht wahr haben.

Und jetzt…
Die Entscheidung war gefallen. Auch wenn ich es kaum über die Lippen brachte, ich sagte was ich fühlte, und Haroun hatte es schon geahnt.
Er hatte geahnt das Kadir mehr näher stand, als nur ein Freund.

Er zog sich zurück, wollte Jagen gehen, weg von mir.
Verständlich.
Auch wenn wir uns beide gegenseitig zugesichert hatten, das das nicht zwischen uns stehen würde.
Aber für den Anfang war es wohl das Beste.
Als er von der Jagd wieder kam, war ich fertig mit einrichten.
Die Bibliothek war soweit fertig, bis auf Kleinigkeiten, und mein Zimmer sah auch gut aus.
Ich kochte etwas, und wir wollten uns gemeinsam an den Tisch setzen, um etwas zu essen, als es, schon wieder, klingelte.
Dieses Mal stand Kadir vor der Türe, mit einem Körbchen in der Hand und einem Lächeln auf den Lippen.
Und leider spürte er sofort, dass etwas nicht stimmte.

Die Stimmung zwischen Haroun und mir war leicht angespannt, gerade als Kadir dabei war.
Ich zeigte Kadir die fertige Bibliothek, und er war begeistert, was aus diesem Raum geworden war.
Einige Lampen fehlten noch, aber das würde sich noch ändern.
Danach gingen wir.
Ich wollte einfach raus, und wir machten uns auf den Weg ans Meer, um in Ruhe miteinander zu reden.



[23:30:57] Kadir Bashir: [menek] [leise] das tut mir leid
[23:31:21] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] [leise] was kannst du denn dafür?
[23:31:32] Kadir Bashir: *sieht zu ihr*
[23:31:41] Kadir Bashir: [menek] [leise] einiges wie mir scheint

[23:32:10] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] [leise] was soll ich jetzt aus diesem Satz verstehen?
[23:32:14] Kadir Bashir: [menek] [leise] ich bin derjenige an den du dein Herz verloren hast und auch als ich ahnte das er mehr fuer dich empfindet habe ich mich neda zurück gezogen
[23:33:12] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] [leise] bereust du es?
[23:33:51] Kadir Bashir: *sein Blick ruht auf ihr*
[23:34:04] Kadir Bashir: [menek] [leise] neda... das ist es aiwa

[23:34:42] Hazar Sevinc Ifrey: *ein tiefes ein und wieder ausatmen erklingt*
[23:35:21] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] [leise] ich bin froh das du das sagst
[23:36:51] Kadir Bashir: [menek] [leise] weißt du das es meine größte Angst war das er zu Zafer gehen würde das war der Grund fuer meine Dummheit...
[23:37:19] Kadir Bashir: [menek] [leise] also das Gespräch mit Zafer

[23:37:59] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] Zafer hätte mich auch neda an Haroun verkauft, wenn ich es neda wollte, das glaube ich einfach nicht
[23:38:28] Kadir Bashir: [menek] [leise] naja...
[23:38:37] Kadir Bashir: [menek] [leise] zu diesem Zeitpunkt wusste ich neda wie du fühlst
[23:38:51] Kadir Bashir: [menek] [leise] ich wusste neda ob du dich doch deinem Verstand hin gibst und Haroun ist ein Ifrey...

[23:39:48] Hazar Sevinc Ifrey: *sie senkt den Blick*
[23:40:05] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] [leise] ich weiß neda, was ich getan hätte, hätte Haroun mir dieses Geständnis früher gemacht
[23:40:40] Kadir Bashir: *nickt daraufhin sachte*
[23:41:54] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] [leise] du solltest dich freuen, anstatt bedrückt zu sein
[23:42:14] Kadir Bashir: [menek] [leise] das tue ich
[23:42:30] Kadir Bashir: [menek] [leise] es ist nur alles noch so unwirklich... wie ein Traum

[23:42:51] Hazar Sevinc Ifrey: *will ihm dann einfach mal frech in die Seite kneifen*
[23:43:13] Kadir Bashir: *zuckt dabei leicht zur Seite und lächelt sie an*
[23:43:32] Kadir Bashir: [menek] [leise] aiwa kein Traum... *sagt er schmunzelnd*

[23:43:50] Hazar Sevinc Ifrey: *sie nickt zufrieden*
[23:43:56] Hazar Sevinc Ifrey: [menek] [leise] kein Traum
[23:44:29] Kadir Bashir: [menek] [leise] ich hatte gehofft das es so kommt, es mir immer gewünscht und nun weiß ich neda damit umzugehen *sagt er lächelnd zu ihr*

[img]http://up.picr.de/15171240hj.jpg[/img]

Verfasst: Sonntag 14. Juli 2013, 18:19
von Kadir Bashir
Entscheidung

kaum das sie fort ging machte ich mich auf den Weg zum Tempel. Wie ruhig es hier war um diese Zeit. Aber wer sollte, fast mitten in der Nacht, auch hier sein? Ich war oft hier in den letzten Wochen, gerade bei der Sache um Suraya... Ruhe... hier fand ich sie. Hier konnte ich meine Gedanken und Gefühle sortieren.

Noch nie war es mir so schwer gefallen sie gehen zu lassen wie heute. Habe ich richtig reagiert? Im Nachhinein bereute ich mich nicht einfach fallen gelassen zu haben. Ich war so perplex, so sprachlos...

Ich hatte ihr den Tag über Ruhe gegönnt damit sie ihre Bibliothek einrichten konnte. Der Salzvorrat musste aufgefüllt werden und so traf sich das recht gut. Mein einziger Gedanke beim Salzgraben war sie... als ich merkte das die Sonne unterging machte ich Feierabend. Im Badehaus kurz frisch machen, im Familienhaus einen Korb zusammen packen mit Dattelwein, etwas zu essen und einer Decke. Geplant war, sie an einen schönen Ort zu enführen und gemeinsam mit ihr zu picknicken... Sie kannte immerhin noch keinen Dattelwein.

Bereits als sie mir die Tür öffnete war es seltsam. Ich schon den Gedanken schnell bei Seite, zu oft hatte ich mir Dinge eingeredet die nicht so waren, nur weil meine Gedanken mir mal wieder einen Streich spielen wollten.
"Haroun ist auch hier"... Haroun also... war sie deswegen so komisch? Ich konnte auch später wieder kommen aber das wollte sie nicht.
Als wir die Küche ereichten bemerkte mich Haroun erst gar nicht. Er betete oder war in Gedanken. Was sehr präsent war, war die Luft die zum zerreisen gespannt war. Hatte mich mein Gefühl doch nicht getäuscht? Was war hier los?

Ich sah immer wieder von Hazar zu Haroun und zurück. Sie benahmen sich komisch aber ich konnte nicht herausfinden wieso. Harounf ragte nach Nazeeya... Erst Hazar erkärte mir was passiert war. Ich hatte gar nchts davon mit bekommen und war froh das alle so klimpflich davon gekommen waren. War das der Grund für diese seltsame Stimmung hier? Das Zahra verletzt war? Das sie sich in der Durrah verlaufen hatte? Nein..

Haroun machte sich nach dem Essen direkt auf nach oben. Die Art und Weise wie er ging war merkwürdig. Die Schultern hingen, ein seufzen. Irgendetwas war hier passiert und ich war der einzige der nicht wusste was. Hazar erzählte das ihre Bibliothek soweit fertig war. Wo war die euphorie geblieben? Ich hatte eigentlich erwartet, dass kaum das ich die Tür herein gekommen war, sie mich direkt nach oben zog und mir alles zeigte. Hektisch von einer Wand zur anderen lief, in die Ecken und zurück und dabei mit ihren Händen wedelte um mir alles zu zeigen, zu erklären und festzustellen was noch fehlte. Weit gefehlt...

Als wir hinauf gingen saß Haroun in ihrer Bibliothek und schien etwas zu schieben. Sie fühlte sich unwohl. Dort oben in ihrem Raum wurde es mir klar, sie fühlte sich unwohl in seiner Nähe. Wieso? Sie war zurück haltend, kaum erfreut. Das war nicht meine Hazar in diesem Raum. Als wir wieder in der Küche waren konnte ich nicht anders als sie zu fragen was los war.
"Nicht hier Kadir"... sie ging so schnell hinaus und ich ihr hinterher, dass ich den vorbereiteten Picknickkorb vergessen hatte.

Wieso wollte sie nur so schnell hier weg? Ihr war egal wohin nur nicht hier, sie wollte nicht hier bleiben. Ich brachte sie ans Wasser in unserem Viertel und lies mich einfach in den Sand fallen. Mein Blick ruhte auf ihr, ich wollte endlich wissen was los war. Das Gefühl der unwissneheit began mich innerlich aufzufresse, kein Dauerzustand.

"Haroun hat mir heute seine Gefühle gestanden". Wieso noch mal wollte ich wissen was passiert war? Mein Herz zog sich zusammen aber ich befahl ihm ruhig zu bleiben. Suchte den Blick des Meeres, es musste mir helfen mich zu beruhigen. Noch war nichts passiert, lass sie weiter reden sagte ich mir immer wieder.

"Er hat geahnt das mehr zwischen uns ist als Freundschaft"... gut das ahnte ja inzwischen fast jeder und somit war es einer mehr auf der Liste "Ich habe es ihm bestätigt... ich habe mich entschieden. Haroun wird nicht zu Zafer gehen, er lässt dir den Vortritt um mich zu werben".

Für mich entschieden? Für ihr Herz? Die Vernunft das sein lassen was sie war und auf ihr Herz hören? Ich kam mir vor wie in einem meiner Träume. So sehr hatte ich mir gewünscht das all das passieren würde und nun wo es soweit war, konnte ich es nicht glauben. Ich war wie gelähmt, gar nicht in der Lage umzusetzen, was ich fühlte was ich dachte und was ich wollte.

Sie fest halten... einfach in die Arme schliessen und festhalten. Sie nie wieder los lassen. Meine Arme... um ihren zarten, geschmeidigen kleinen Körper schliessen. Sie fest an mich ziehen... Mein Herz, mein Stern, meine Heimat...
        • [img]http://25.media.tumblr.com/bf7ebd3b442d63f431ca7591fb68a59a/tumblr_mpvtl5uDAp1sau7s7o1_r1_500.gif[/img]

Sie pickste mich in die Seite um mir zu zeigen das es kein Traum war. Nein es war Wirklichkeit, viel zu schön um ein Traum zu sein und doch war ich stocksteif. Jetzt, hier, nachdem ich im Tempel saß wurde mir klar wie dumm meine Reaktion war. Ich hoffte einfach nur das sie sie nicht falsch verstanden hatte. wenn ich sie heute sehen würde, ich würde nachholen was ich versäumt hatte. Sie war die Frau die ich wollte, die ich mir an meiner Seite wünschte. Mit der ich gerne eines Tages, wenn sie soweit war, im Tempel stehen und Eluives Segen empfangen wollte.

Meine Hazar... gemeinsam, durch dick und dünn, gemeinsam jeden Stein bei Seite räumen, gemeinsam träumen, gemeinsam aufwachen, gemeinsam lachen... gemeinsam sein...

Dhabir Eluive für dieses bezaubernde Wesen. Dhabir Eluive für ihre Wahl. Es gab nur einen Ort an dem ich nun lieber wäre als hier in meinem Haus... in ihren Armen, egal wo....
        • [img]http://25.media.tumblr.com/tumblr_meh0l6t11x1ri2ul8o1_500.gif[/img]