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Verfasst: Mittwoch 20. März 2013, 19:09
von Hrathen von Llynongardt
Einige Stunden nachdem der erste Bericht eingetroffen war, fand dieser sich als Abschrift auf dem Tisch Faolans wieder. Weitere wurden den beiden anderen Ahads und der Ritterin überstellt, als auch den Tetrarchinnen – wobei er sich wenig Gedanken darum machte, wie es dem Boten im Axorn ergehen mochte.
[url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=469757#469757]Bericht[/url]
Es sollten allerdings nicht die einzigen Schriftstücke sein, die den Turm verließen. Eine Notiz wurde verfasst, kurz nur, wie stets ohne Namen und auf den Weg gebracht – nicht jenen, den der Bote zur Beobachterin nahm. Dieses Mal schlug er sich durch andere Straßen und Gassen.
Erwarte Euch am morgigen Abend.
Keine weitere Angabe über Ort oder Zeit. Natürlich verließ er sich ganz ungeniert darauf, schon richtig verstanden zu werden.
Da Müßiggang nicht seines war, studierte er hiernach den Bericht ein weiteres Mal. Nicht etwa jenen, den die Beobachterin eingereicht hatte, sondern den, den sein alter Freund ihm übermittelte. Riskant, aber die Chiffre schützte zumindest bis zu einem gewissen Grad vor all zu neugierigen Schnüffelnasen.
Er kam nicht umhin, eine Spur Stolz zu empfinden, so irrwitzig es ihm selbst vorkam. Gleichwohl war er nicht dumm genug, sich diesen anmerken zu lassen.
Verfasst: Mittwoch 20. März 2013, 21:01
von Tristan Wulfram
Da war also der neue Wurf Kronenanbeter...
Und da zu eine Handvoll weiterer lügender und betrügender Aristrokraten, welche dieses Land schon mehr als zu Hauf hatte.
Der Magister stand an dem Tag in der Menge, verkleidet als eines der vielen Schäfchen, die dort blind standen und dennoch Glanz und Glorie dieses eigentlichen Trauertages bewundert haben.
Wie sie sich gegenseitig die Hintern küssten und hochlobten, wobei das einzige was sie auszeichnete ihr Titel war.
Menschenjagd. Ein schönes Wort.
Wieder überkam ihn dieser Hass gegenüber dem Adel, gegenüber denen, die schon alleine durch ihre Geburt zu Wohlstand und Ansehen prädestiniert waren, ohne selbst jemals irgendetwas dafür tun zu müssen.
Und dass Adoraner Adel, Garde und Magier nun vor so einem Knirps und seinen Vertreten knieten, war zwar amüsant zu betrachten, aber auch umso bedauerlicher, wenn man wusste, wer sich hinter diesen Gesichtern versteckte.
Gesichter, die sich Tristan einprägte.
Zumindest konnte er sie so jagen, wenn sie ihre Insignien der Ketzer nicht trugen.
Jene, die "Demut" und Achtung fordern, ohne irgendetwas bewirkt zu haben, deren Name nur eine leere Hülle darstellt, vermehrten sich wieder.
Einerseits freute sich der Magister still und heimlich, dass es wieder mehr Adel gab, da er nun hoffte vielleicht mal einen von ihnen außerhalb Adorans zu sehen und aufs tiefste zu erniedrigen und zu demütigen, denn schon damals als er noch bei der Bajarder Wehr war überkam ihn dieser Wunsch sehr oft. Aber nun hatte er sogar die Macht es zu tun.
Andererseits war es nur um so frustierender zu wissen, dass der Adel sich feige in seiner Hochburg versteckt und niemals West-Gerimor betreten wird. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt.
Die Situation musste weiterhin aufmerksam beobachtet werden.
Jetzt wo der Magier das rahalische Reich nicht mehr betreten durfte, hielt er sich zum Leidwesen aller blinden Seelen und Ketzern in West-Gerimor auf, in Bajard und den vielen Jagdgründen. So war die Wahrscheinlichkeit hoch, auf die neuen Ketzer zu treffen, so sie Adoran mal verlassen würden.
Balron, Drachen und Wyrm hatte Tristan nur all zu oft schon getötet, doch die beste und anspruchsvollste Beute blieb nunmal der Mensch.
Verfasst: Donnerstag 21. März 2013, 08:17
von Novenja Sikehlis
Zwei Diener seiner Heiligkeit tuscheln in der Küche des Palastes:
Du, Heinrich, was hältst du denn von der Hofmaga?
Die Hofmaga, klein, zierlich, klug ... also ich würd sie nicht aus meinem Lager... du verstehst was ich meine? *ein vielseitiges Lachen*
Ja, das auch, aber sie verlässt kaum den Palast, ist es dir auch schon aufgefallen?
Sie scheint wohl noch Belange des Ordens zu klären, aber ich glaube sie schläft des Nachts auch im Palast, obwohl sie noch keine Gemächer bezogen hat. Sie klebt am Alka wie Blut am Teppich.
Genau das mein ich. Meinst du... sie.. naja du weißt schon, jung, hübsch mächtig...wenn sie keine angemessene Konkurbine wär für Seine Heiligkeit, dann weiß ich auch nicht.
Nein nein! Wo denkst du hin! Ich hab sie noch nie aus seinen Gemächern kommen sehen, sie klopft immer vor jenen Türen. Sie benutzt sie nicht einmal als Abkürzung quer durch den Palast wie wir. Nein, sie tut sowas nicht, ich glaub dazu ist sie auch zu zugeknöpft.
Hrm, lass uns mal die Augen offenhalten, irgendwas ist da im Busch.
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Wie so oft schlenderte Novenja durch die Flure des Palastes und dachte über die Ereignisse der letzten Tage nach. Sie holte sich die Bilder wieder vor Augen und erinntere sich zunächst an die Situation, wo es beim ersten Mal auftrat, die Besprechung.
Sie hatte die Augen geschlossen und sich auf das Lied konzentriert, damit kein Laut aus dem Raum wich. Es wurde das erste mal die Krönung in Adoran angesprochen. Da fiel Ihr in den Strukturen Seiner Heiligkeit etwas auf, das sie die Augen öffnen ließ. Hastig drückte er seinen Ärmel unter die Nase, fluchte und stürzte in seine privaten Gemächer, Lys seine Palastwache auf dem Schritt ihm nach. Auch Novenja stürmte hinterher doch vor ihrer Nase wurde die Tür geschlossen. Sie hörte ein Röcheln und letharische Laute, die sie zunächst Lys zuordnete und beides besorgte sie sehr. Doch dann hörte sie etwas, was sie vor der Tür verharen ließ. Letharische Laute, die sie einem Mann zuordnete, die anders klangen als die ersten. Sie reimte sich zusammen, dass es ja nur sinnvoll ist, dass Seine Heiligkeit das Volk des Einen verstehen und jene Sprache auch sprechen kann. Dennoch war sie insgeheim besorgt und achtete seitdem peinlich genau auf Seine Heiligkeit.
Dann, Seine Heiligkeit und Novenja waren allein in dem heimlichen Lieblingsbesprechungsraum von ihr. Da fragte sie, ob es ihm gut ginge. Er nickte sacht und sie sprachen über die Krönung, das es doch gut sei endlich ein hohes Ziel zu haben. Der Alka stimmte ihr zu, doch dann trat er an den Kamin und gestand Angst. Sie hatte mit allem gerechnet nur nicht damit. Und dann sah sie es zum ersten Mal, das grüne Blut das den Weg aus seiner Nase suchte.
Eindringlich sprach er auf sie ein, ja niemanden etwas zu sagen, es geheim zu halten, ihn zu decken. Treue Seele wie sie ist versprach sie es Seiner Heiligkeit.
Mittlerweile hatte Novenja schon vorgesorgt, Taschentücher hatte sie griffbereit, falls Seine Heiligkeit sie brauchen würde. Sie wurde hellhöriger insbesondere wenn die Krönung angesprochen wurde.
Ein langer Tag im Palst neigte sich dem Ende zu und Seine Heilgikeit überraschte sie. Er wünschte einen Spaziergang und als sie den Marktplatz erreichten hatte er den Wunsch unter das Volk zu gehen. Zu jener späten Stunde wäre nur noch in der Hafenschenke etwas los. Nachdem Seine Heiligkeit gestand den Weg nicht zu kennen folgte er ihr und ja, dort war tatsächlich noch etwas los. Die Verblüffung darüber den Alka dort zu sehen legte sich nur langsam, Faolan besprach draußen und sie bestellte Champagner und Süßes. Denn sie wusste er mag süßes. Und den Champagner, das edelste was es dort zu trinken gab, den gönnte sie den beiden zur nachgeholten Feier ihrer Beförderung zu Hofmaga. Seine Heiligkeit kam herrein, sie stießen nach einigen lobenden Reden auf den Tod der Ketzer an. Sie tranken einen Schluck und dann schoß das grüne Blut regelrecht aus seiner Nase, hastig reichte sie ihm das vorbereitete Taschentuch und stürmte hinter ihm raus. Dort nahm er schon seinen Ärmel zur Hilfe um das Blut zu stillen und sie eilten im Schutze der Nacht in den Palast zurück. Und wieder eindringlich spracher auf sie ein, es ja nicht zu verraten, es geheim zu halten und wieder versprach sie ihm loyal zu dienen.
Als sie am nächsten Morgen gefragt wurde, was denn mit seiner Heiligkeit sei, etwas grünes soll ihm in der Schenke aus der Nase gekrochen sein, erklärte sie: "Ich Schussel hab Champagner bestellt und wusste nicht, dass Seine Heiligkeit diese Blubberblasen nicht verträgt... und jene ließen den Champagner aus seiner Nase herraus schießen und das grüne... naja... habt Ihr mal kräftig die Nase geschnaubt? Dann wist Ihr was das war." Jene Erklärung schien ihr ohne Zweifel abgenommen worden zu sein.
Novenja war es eine Lehre, sie wusste nun folgendes, ein Taschentuch reicht nicht aus. Sie packte sich regelrechte Stoffpakete zurecht in ihrer Tasche, jederzeit griffbereit.
Umso empörter war sie, als der Adjudant vor dem Besprechungsraum schwer hustete, eindringlich sprach sie auf ihn und den Hauptmann an, nun ja keine Krankheiten einzuschleppen, in diesen wilden Zeiten braucht Seiner Heiligkeit all seine Kräfte. Jener Adjudant trank dann eine Mixtur und als die Besprechung begann saß er mit Abstand zum Alka am Tisch. Doch mittendrin begann auch der Hauptmann zu husten. Wütend haute sie mit der flachen Hand auf den Tisch - eine schmerzhafte Erfahrung - und noch ehe Faolan sie darum bat erhob sie sich, ging um den Tisch herum und seriverte den beiden Siechen eine Seuchenkur aus ihren privaten Beständen. Ebenso reichte sie Seiner Heiligkeit jenes Gebräu an.
Gestern war viel los im Palast, viele Stunden Audienzen, Bewerbungen zum Statthalter, und dann auch noch eine wichtige Besprechung. Genau über jenes emfpindliche Thema. Novenja sorgte im Lied nicht nur für die schallsicheren Mauern, nein sie beobachtete auch Seine Heiligkeit genau, eine Hand schon in der Tasche bei den Stoffpaketen. Und dann sprach er es aus, das was sie insgeheim schon ahnte seitdem sie das grüne Blut gesehen hatte. "und wenn ich selbst aus der Haut fahre". Und dann schoß das grüne Blut auch schon los, sie riss das Stoffpaket aus ihrer Tasche direkt in Richtung des Gesichtes Seiner Heiligkeit, jener griff schon nach ihr. Er stürmte hinaus und sie hinterher in die privaten Gemächer. Die Tür hinter sich geschlossen flüsterte sie: "Das meint ihr wörtlich, nicht wahr". Seine Heiligkeit schoß herum das Gesicht und seien Kleidung besudelt vom grünen Blut, sie schaute auf, musterte es. Und folgte dann dem Befehl Seiner Heiligkeit in der Bibliothek den Letharfen zur Audienz zu bitten.
In der Bibliothek hielt die Ahad Swynedd Novenja noch auf und erkundigte sich ob mit dem Alka alles in Ordnung sei."Natürlich ist alles in Ordnung" sprach sie mit einem empörten Ton in der Stimme.
Später dann, als der Knappe Goldblum endlich den Palast verließ, Müdigkeit machte sich schon deutlich breit, da fragte sie, welches Versprechen Seine Heiligkeit denn von ihr wollte. Er sprach es schon vor Tagen an, aber brach ab. Nun sagte er ihr es. "Seid loyal. Und denkt immer daran, erst dem Herrn, dann dem Alka" und dann veränderte sich seine Stimme, seine Struktur im Lied und zischte "Und kein Wort zu irgendwem, Menschenkind!" Sie schwörte es.
Verfasst: Donnerstag 21. März 2013, 10:27
von Eloriahus Drugar
Die Morgensonne schob sich allmählich über den Horizont und tauchte das Obergeschoss des Gemeindehauses von Düstersee in ein golden bis rötliches Licht. Eloriahus mochte gefühlt die ganze Nacht an dem weitläufigen Schreibtisch verbracht haben, an dem sonst alle wesentlichen Geschäfte und Bürgerangelegenheiten der Gemeinde abgewickelt wurden. Der Körper des Ahad lehnte in einem der schweren Throne und er schien vollkommen in seine Gedankenwelt versunken zu sein.
In einer anderen Ecke des weitläufigen Geschosses hielt ein gerüsteter Soldat der Wache, Staffan seine Stellung und wartete auf wohlmögliche Order des Würdenträgers. Er kannte Eloriahus Drugar bereits seit einigen Jahreswenden, hatte ihn in unterschiedlichsten Situationen erlebt und wusste wann es an der Zeit war ein kameradschaftliches Wort an ihn zu richten oder sich schweigend im Hintergrund zu halten. In diesem Moment wollte er gewiss nicht mehr als das restliche Inventar wahrgenommen werden, die Stimmung war als angespannt zu beschreiben.
Auf dem Schreibtisch war nebst einem Schwert, eine bunte Ansammlung an Pergamenten vorzufinden, die von der Ankunft eines Prinzen, einer Krönung, einer Heerschau und von Wünschen seiner Heiligkeit sprachen. Die geschriebenen Zeilen versprachen, dass die kommenden Wochenwenden nicht zuletzt dem Ahad einiges an Schweiß und Mühe abverlangen würden. Eine an sich willkommene Abwechslung, hatte sich die Bemannung der alten Grenzfeste bislang doch als Aufgabe ohne besondere Auffälligkeiten oder Herausforderungen erwiesen. Ein Angriff durch Truppenverbände der Ketzer, wie auch sonstige Vorstöße waren ausgeblieben und die Jagd auf berittene Späher war mit der Zeit zu einer nervenzehrende Last geworden. Eine willkommene Abwechslung also… dennoch lag dem Ahad ein Stein im Magen, irgendetwas behagte ihm nicht, er wusste bloß noch nicht was. Nahezu beiläufig strich die blanke Hand von dem verzierten Knauf ausgehend, über das Heft, die Parierstange und schließlich die wohl geformte Blutsklinge hinauf… sollte sie bald den Tod eines Kronprinzen herbeiführen?
Die Straßen und Gassen von Düstersee füllten sich bereits mit geschäftigem Treiben als Staffan das Gemeindehaus verließ und sich an die Abarbeitung der neue Befehle des Ahad machte.
Verfasst: Donnerstag 21. März 2013, 11:33
von Der Erzähler
Die Spitze des Schwanzes hob sich, bevor er wild von rechts nach links peitschte. Die gelb-grünen Augen hatten das Ziel erfasst, doch die Beute war noch zu weit entfernt.
Das schwarze Fell glänzte in der Sonne, während sich der Körper vom Boden abdrückte. Alles an dem Tier erinnerte an eine perfektionierte Jagdmaschine. Kräftige Pranken, muskeldurchzogene Beine, Ohren, die jeden noch so leisen Laut ausmachten, Augen, die selbst in tiefster Dunkelheit haarscharf sehen konnten. Tief geduckt schlich die Raubkatze vorwärts und bahnte sich den Weg durchs Dickicht.
Nur wenige Schritte entfernt, kreuzte ein Insekt den Weg...
Verfasst: Donnerstag 21. März 2013, 22:36
von Mariella
Wie so oft war die Nacht bereits fortgeschritten, als sie endlich ein paar Minuten Ruhe und Zeit für sich fand. Stress war sie gewohnt, aber was seit Wochenbeginn über sie hereingebrochen war, erinnerte sie extrem an die Plage von Steindämonen, der Adoran sich hatte einst stellen müssen.
Strich für Strich glitt die Bürste durch ihr Haar, doch das Zählen hatte sie längst aufgegeben und zugelassen, dass ihre Gedanken abschweiften. Dämonenhaft wirkten weder die Prinzen, noch die Herzöge. Dennoch wäre sie mit einer Wette vorsichtig, ging es darum, wie bedrohlich die Situation war.
Bislang schien Lichtenthal noch alle Klippen zu umschiffen. Sah man von einem einzelnen verdorbenen Charakter ab, hatten die Bürger sich bisher von ihrer besten Seite gezeigt. Sie strahlten Gastfreundschaft aus und die fröhliche Anspannung konnte bisweilen recht ansteckend sein. Adoran schien bei seiner Besichtigung zu gefallen, sonst hätte Ador wohl kaum den Befehl erteilt, in der Stadt seinen Palast zu errichten.
Auch die Sichtung des Regiments hatte keinen Anlass zu Klage oder auch nur Tadel gegeben. Sie konnte sich noch gut an die holprigen Versuche der Aufstellung erinnern, als die Truppe sich noch nicht gefunden hatte. Nicht einmal ein Schatten war davon geblieben. Fast schon erschreckend harmonisch und fließend hatten die Soldaten sich bewegt.
Während der Parade hatte sie Ador beobachtet. Er hatte seine Mimik beeindruckend unter Kontrolle und doch glaubte sie, ihn hier und da kurz beeindruckt zu sehen.
Überhaupt erwischte sie sich immer wieder dabei, wie sie über ihn nachdachte. So recht wurde sie aus ihm nicht schlau. Anders als so mancher (Hoch-) Adelige war er sich seiner Position immer bewusst. Es war erfrischend zu sehen, dass er in seiner Stellung ruhte und nicht versuchte, etwas zu sein, was er nicht wahr. Schon bald würde er König sein; ein Titel, der ihm aus tausend verschiedenen Gründen verbot, sich als Mann des Volkes, sozusagen „zum Anfassen“ zu geben.
Wer weiß, vielleicht konnte Isidor diesen Part ein wenig auffangen. Der kleine Prinz. Sie musste ein wenig lächeln, während sie eine weitere Strähne ihres Haars bearbeitete. Vermutlich ahnte Isidor gar nicht, wie gut sie seine Position nachvollziehen konnte. Auch ihn hatte sie beobachtet – und sich mehr als einmal gefragt, ob man es bei ihr hatte auch so erahnen können.
Isidor, der versuchte, seinen Bruder zu unterstützen und zu stärken und doch eigentlich nicht geschaffen war, um im Schatten zu stehen. Und wer weiß, vielleicht bekam sie eines Tages Gelegenheit, ihm von der kleinen Freiin zu erzählen, der man zwar alle Erziehung des Adels angedeihen ließ, aber die in dem Wissen aufwuchs, als jüngste Schwester, Viertgeborene, ihren Bruder bei seinen Aufgaben als Lehnsherren zwar unterstützen zu müssen, aber allenfalls durch eine gewinnbringende Ehe selber ein Geschlecht zu begründen.
Silvan war es, dem sie Respekt zollten, wenn sie sich vor der Freiin verneigten. Nicht einmal die magische Begabung des Vaters hatte sie geerbt, wie es ihm und ihrer Schwester vergönnt war.
Und doch war sie ihren Weg gegangen und bisher auch recht erfolgreich. Aber womöglich war es vermessen, sich mit Isidor zu vergleichen. Ja, er stand ebenfalls im Schatten eines großen Bruders, aber dieser Bruder würde schon bald König sein. Eine ungleich größere Bürde, ein wesentlich größerer Schatten, besonders wenn man bedachte, dass Ador sich nicht künstlich klein machte. Zweifellos wusste er um seine Stellung, seine Aura und sein durchaus ansprechendes Äußeres. Mariella behauptete von sich, durchaus abgehärtet zu sein und doch konnte sie nicht verleugnen, dass er anziehend wirkte, wenn er seine kleinen charmanten Gesten der Höflichkeit mit seinem Lächeln untermalte.
Dennoch, sie war auf der Hut. Sie hatte mehr als einmal erlebt, wie hart der Stahl hinter so einer freundlichen Fassade sein konnte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er die Grenzen klar abstecken würde. In den letzten Jahren hatte sie mehr oder minder die Geschicke Lichtenthals gelenkt. Rafael und Thelor waren die ideale Unterstützung gewesen. Nach dem Tode des Grafen war die Last schwerer geworden, aber schon bald hatten Thelor und sie sich recht gut eingespielt.
Und jetzt? Jetzt war nicht nur ein Herzog angekommen, nein, der König persönlich ließ sich hier nieder. Und sie? Eine kleine Gräfin. Nun ja, vielleicht hatte die Sache etwas Gutes. Von jedem Lehnsherren hatte sie sich etwas abschauen können oder zumindest etwas gelernt. Was konnte sie erst von einem König lernen? Und notfalls konnte sie einen Vogt einsetzen und in Dornwald Luft holen. Mariella legte die Bürste beiseite, teilte die langen dunklen Locken in drei gleichmäßige Partien und flocht sie zu einem lockeren Zopf. Dann neigte sie sich vor und besah kritisch den Bereich unter ihren Augen. Wenn sie nicht aufpasste, würden bald Schatten zu sehen sein. Undenkbar! Es kam nichts anderes in Frage, als tadellos aufzutreten und zu strahlen. Energisch klopfte sie noch eine extra Portion der Kamillenlotion in die Haut. Vielleicht sollte sie morgen einfach eine Stunde länger schlafen? Noch während sie darüber nachdache, wurde ihr bewusst, wie wenig erfolgversprechend der Gedanke war. Also würde sie tun, was sie immer in stressigen Zeiten tat: Sich zusammenreißen. Adel verpflichtet.
Verfasst: Freitag 22. März 2013, 02:22
von Der Erzähler
Noch in dieser Nacht preschen ettliche berittene Boten zum Stadttor von Adoran hinaus um Aushänge und versiegelte Schreiben mit dem Wappen derer von Hohenfels an ihre Empfänger zu überbringen. Bereits am frühem Morgen erklingen die Fanfaren des Kronprinzen in den Städten und verkünden die Nachricht:
Ein jeder Adelige des Reiches wird gesondert ein versiegeltes Schreiben erhalten, ebenfalls geht ein ähnliches Schriftstück an die lichte Kriche und das Konzil des Phönix:
Der tugendhaften Streiterin,
unserem geliebten Kronprinzen
und seinem Reiche zu Ehr,
entsende ich Euch meine Grüße <entsprechende Anrede>
Es ergeht Euch die Einladung zur Krönungszeremonie seiner königlichen Hoheit Ador Segenus Corbidian Victor von Hohenfels.
Er wird am 24.Lenzing 256 zur halben Neunten Abendsstunde gesalbt und gekrönt. Das Festgelände empfängt Euch ab der halben Achten Abendstunde.
Um Euer Erscheinen wird gebeten.
Für unseren Kronprinzen und das Reich Alumenas!
Im Namen des Kronrates

Herzog vom Eirensee
Mehrere Aushänge zieren die belebten Stellen des Herzogtums:
Höret, Volk von Lichtenthal!
Am 24. Lenzing 256 in der frühen Abendzeit öffnen sich die Tore zum Festplatz der Krönungszeremonie. Seine künftige Majestät Ador I. wird zur halben Neunten Abendsstunde gesalbt und gekrönt.
Es sei ein jeder Bürger des Reiches geladen, an den Festlichkeiten teilzunehmen.
Für unseren Kronprinzen und das Reich Alumenas!
Im Namen des Kronrates

Herzog vom Eirensee
(ooc: 24.03.2013 um 19:30 Festplatzöffnung, 20:30 Krönung)
Gesonderte Schreiben finden ihren Weg zu den Oberhäupten der Menekaner, der Thyren, der Eledhrim und der Zwerge:
Temoras Segen,
unserem geliebten Kronprinzen
und seinem Reiche zu Ehr,
entsende ich Euch meine Grüße stolzes Volk!
Es ist uns eine besondere Ehre, eine Gesandtschaft bestehend aus maximal 4 Personen Euren Volkes zu den Krönungsfestlichkeiten unseres künftigen Königs Ador I. einzuladen.
Der Festplatz ist in den frühen Abendstunden geöffnet – die Krönungszeremonie findet zur halben Neunten Abendstunde statt.
Für Eure Sicherheit ist gesorgt, wir bitten Euch auf Rüstwerk und Waffen jeglicher Art zu verzichten.
Für unseren Kronprinzen und das Reich Alumenas!
Im Namen des Kronrates

Herzog vom Eirensee
Verfasst: Freitag 22. März 2013, 14:01
von Ingosch Felshammer
...lange betrachtete Ingosch die Schreiben. Erst das fuer die Khaz-Aduir, dann die öffentlichen Aushaenge denn er wurde nicht wirklich schlau aus dem Schreiben, bis der Bote merkte das Ingosch beide Schreiben verkehrt herum hielt, und er sie ihm langsam vorlas. Wieso denn noch nen Könich?, dachte er sich laut so das es gut hörbar war. Wir haben nicht mal einen und die haben mit Mariella, Thelor, Adrian, Rafael,... na gut der ist hin, nen haufen. Fragend sah er den Boten an, der ihm lange und breit alles noch einmal erklaerte. Was ein Graf ist, was ein Kronritter ist, und wieso Ador Segenus Corbidian Victor von Hohenfels nun zum legitimen König gekrönt wird. Ingosch war anderer ansicht, und unterbrach ihn noch ehe er die Einzelheiten der Krönungszeremonie erläutern konnte: Ich würde Ador zum Könich machen der hat nicht so nen langen Namen wie der andere da!. Der Bote stutze einen moment und verglich die Namen, als wuerde er zwei verschiedene auf den Einladungen suchen, ehe er merkte das er den Namen Adors in voller länge ausgesprochen hatte. Langsam nickte er erneut nur, als wolle er einfach jeglicher Diskusion aus dem Weg gehen wollen und fragte noch einmal nach einer Antwort die Ingosch sofort in einen besonders schönen Stein meisseln ließ
Tach Ador!
Endlich mal einer bei euch da mit nem gescheiten Namen den man sich auch merken kann! Ich war schon mit deinem Onkel dicke, ausser das ist nen anderer Könich! Also ich mein den Adoran von Hohenfels! Sachste mal denen leuten da ich komm vorbei! Wir haben zwar Ratssitzung, aber die reden da eh immer nur dusseliges Zeug und ich bin froh wenn ich da nicht hin muss. Sachste aber denen nicht! Also wennst du ne Krone bekommst bin ich dabei. Muss mal schauen wen ich da mit bringen kann, also wer sich da auch heimlich verpissen kann das es keiner merkt! Kann also sein das wir mehr oder weniger sind als 4!
Diplomat der Khaz-Aduir, Hammerschwinger und Bierkrugwerfer, Drachenwuerger und Meisterschmied, Allein eroberer des Dorfes Bajards, Bezwinger....
Gefühlte Stunden brabbelte Ingosch noch alle moeglichen Titel vor sich hin, wo mehr als die hälfte nach spontan eingefallenen wirkten, als der Bote schon lange wieder auf dem Weg nach Adoran zurrück war um die Antwort zu überbringen.
Verfasst: Freitag 22. März 2013, 19:04
von Antaris Delshan
Es war wohl verwunderlich, der Alka im Hafenviertel? In der Taverne?
Merkwürdig aber sicher verständlich und eine gute Art den Kopf frei zu bekommen.
Tag ein Tag aus gingen nun schon Leute durch den Palast um sich für den Posten als Statthalter zu bewerben, so hatte es auch Antaris vor gehabt.
Sein Blick flog durch die Taverne doch landete er immer wieder bei seiner Heiligkeit und der Hofmaga es war doch eigenartig den mächtigsten Mann im alatarischen Reich bei den Bettlern und den Störenfrieden im Hafenviertel vorzufinden.
Doch kaum ist er richtig in der Taverne angekommen blickte er kurz auf von seinem Getränk, seine Blicke wanderten nervös umher. Wo ist seine Heiligkeit denn so schnell hin geflohen? Nicht einmal sein Getränk hatte er ausgetrunken. Nicht nur Antaris schien mehr als verwirrt sondern auch die anderen Gäste in der Taverne.
Antaris zuckte nur leicht mit den Schultern genießte den Abend in der Taverne bevor er am nächsten Morgen auch schon die Kleider seiner Heiligkeit zusammen legen wollte. Auch wenn er nun Statthalter werden wollte, noch war er es nicht und so nahm er seine Verpflichtungen als Hofschneider sehr ernst.
So ging er in die Gemächer des Alka um die dreckige Wäsche zu sammeln und zu waschen sowie neue Handtücher und Kleider in den Schrank zu legen als der Blick auf das leere Regalbrett flog wo sonst ungefähr 20 Hemden gleicher Ausführung lagen.
Vielleicht mag der Alka seine Kleider nicht mehr dachte sich der Hofschneider.
Zeit für etwas neues, der Alka brauchte neue Hemden und am besten noch vor der Abenddämmerung.
So ging er in seinen Schneiderraum und legte sich die Stoffe zurecht, neue maßgeschneiderte Hemden mussten her. Doch was mochte er an den alten Kleidern nicht? Vielleicht die Farbe. Diesmal setze der Hofschneider auf den Frühlingstrend vielleicht etwas Buntes? Auch ein Alka musste immerhin gut gekleidet aussehen warum sollte er also nicht auch mal mit dem Trend gehen dachte Antaris sich.
Nachdem er etwas zwei Dutzend neuer Hemden geschneidert hatte begann er zu überlegen.
Frühlingsfarben…..
Frühlingsfarben…
Frühlingsfarben..
Ja doch.
Warum nicht etwas was ein wenig in den Frühling passt?
Eigentlich machte sich der Hofschneider keine Sorgen das man seine Werke anzweifeln würde immerhin war er der beste im ganzen Land. Wahrscheinlich könnte er den Alka sogar in einem grottenschlechten Pink einkleiden und die Leute würden es Toll finden.
Er mischte die Farben in seinen Bottich und raus kamen Farben wie Rot Orange, sowie vielerlei an Grünen Mischungen.
Das alte Blau von den Kleidern verschwand und am nächsten Tag würde der Alka in einen farbenfrohen Schrank blicken können.
Verfasst: Samstag 23. März 2013, 21:27
von Der Erzähler
Schritt für Schritt setzte die Raubkatze ihren Weg fort.
Wieder sank die mächtige Pranke auf den Boden herab.
''Kkkkrrrräk!''
Der gebrochene Chitinpanzer des Insekts war alles, was davon übrig blieb.
Weder wurde der Schritt verlangsamt, noch wurde die Beute aus den Augen gelassen. Der Jäger hatte ihn zermalmt, ohne davon Notiz zu nehmen.
Verfasst: Samstag 23. März 2013, 23:18
von Kava Shasul
Der Herr gibt.
Der Herr nimmt.
Das waren die Worte der ehrenwerten Tetrachin Ceylin`Tyrs
Doch mit dem Alka nahm Alatar nicht nur Ihn sondern auch Kavas Chance in absehbarer Zeit ein Knappenplatz zu bekommen. Unterstützt die Heerführung bei den Schlachtplänen für den Angriff auf das Kloster und Ihr habt die Chance Euch als Knappe zu beweisen.
Anfangs sah alles wie ein harmloses Gewitter aus welches über Rahal hinweg zog doch es war der All-Eine selbst welcher sich den Alka nahm und Ihn zerquetsche wie eine Dose. Das knacksen der Knochen war unüberhörbar.
Doch nun wo der Alka tot war und nur noch eine Blutlache an dem Platz vorzufinden ist wo er vor wenigen Stunden noch Stand, wer würde sich dann für Kava einsetzen? Niemand!
Das Reich ist voll von Einzelgängern welche nur Ihr eigenes Wohl wollen.
Rahal zerstört sich von selbst während das Ketzertum wächst und gedeiht und Ihren König feiert.
Wer feiert die Helden aus Rahal? Niemand!
Die Höheren der heiligen Stadt werden immer mächtiger während die, die in der ersten Reihe auf dem Schlachtfeld stehen nichts vom Ruhm abbekommen.
Wo waren die großen Namen des alatarischen Heers?
Wo war Magistra Taruval?
Wo war Ritter Durion?
Wo war Magister Wulfram
Wo war der alte Hauptmann Yxul?
Wo war die Maestra Vhelvet?
Fragen über Fragen die Kava durch den Kopf schossen. Welchen Sinn gibt es noch länger in dieser rücksichtslosen Stadt zu verweilen welche sich von Tag zu Tag selbst zerstört und er nur dem Elend entgegen blicken konnte?
Damals konnte man das Heil Alatar der Gläubigen bis in den letzen Winkel von Ost Gerimor hören.
Heute würde man nur noch das Winseln des alatarischen Heers hören können.
Damals kam eine Armee zur Heerschau.
Heute waren es nicht mehr als ein Dutzend Waschlappen.
Und die Höheren die, die Macht hatten etwas an diesen Zustand zu verändern sahen ebenfalls tatenlos zu wie sich die Stadt selbst zerstören wird.
Es heißt immer man soll die Entscheidungen der Höheren nicht anzweifeln.
Der Herr hätte immer einen Plan für jeden einzelnen seiner Diener.
Doch welcher Plan stecke dahinter?
Es war alles nur eine Frage der Zeit bis sich der Herr nimmt was Ihn ein Dorn im Auge ist, denn der Herr gibt und der Herr nimmt.
Verfasst: Samstag 23. März 2013, 23:25
von Alin
- Stille Nacht, heilige Nacht
Alles schläft, nur wir sind wach
Fassen die Hände zum inneren Kreis
Singen von Feuer und ewigem Eis
Stille Nacht, eisheilige Nacht
Ein Bild, welches sich nicht aus ihrem Kopf bewegen wollte, ein Bild, welches sich in jede einzelne Faser ihrer Seele presste. Ein menschlicher Körper, zerdrückt wie ein Fliege, ohne Widerstand, ohne Gegenwehr. Wie ein altes Stück Papier, zusammengeknüllt und beseitigt. Der Schock schlich sich nicht nur in ihren Geist, auch andere Seelen waren betroffen. Die Unruhe, die am Anfang entstand, legte sich schlagartig und eine ekelhafte Stille kehrte ein. Das Blut des Alkas verteilte sich über den Stein der heiligen Stadt, zog sich in jede einzelne Fuge, bis hin zu ihren Füßen. So viel Blut hatte sie lange nicht gesehen, so viel Blut hatte sie erfolgreich aus ihrem Kopf gejagt, verflucht, in tiefste Abgründe geworfen. Dieses Geräusch, dieser Laut, Metall knarzte, irgendwas wurde zerdrückt, der Knall auf dem Boden, der Klang des Todes. Die Rothaarige konnte nicht richtig atmen, nicht klar denken, geschweige denn laufen, sehen. Alles wirkte wie taub. Die Macht Alatars war ihr bewusst, sie habe nie Zweifel daran gehegt, ist jene Offenbarung für sie allerdings nichts, was unbedingt hätte nötig sein müssen. Nicht nur der Leib der Heiligkeit zerplatzte an diesem Abend und wurde zu einem Papierknäul, auch fühlte sich ihr Gemüt diese Nacht an, als hätte die Pranke jenes erwischt und mit sich gerissen.
Panik...
Verfasst: Sonntag 24. März 2013, 08:49
von Dazen Wolfseiche
- Der Tanz am Rand des Wahns sich dreht
und nur ein Schritt dann ist's zu spät
wo einst Gehorsam sie verband
wird jetzt der Hass hineingebrannt
der Spaß am Spiel er dreht sich schnell
in ein gar schreckliches Duell
Irrsinn und Tod dahergebracht
steht nun die Welt im Bann der Macht.
Wer glaubte, Wolken wären weich, anschmiegsam, bestimmt wärmend und der Wolle eines Schafes ähnlich – der irrt. Eine Wolke war hart, kraftvoll, tödlich und ein Produkt göttlicher Macht.
Erzittert, erschüttert und überfordert ließ es ihn zurück. Fast schon instinktiv bemühte er sich darum, es sich nicht vor allen anmerken zu lassen. Er nahm sich zusammen und auch jetzt versuchte er sein Bestes dabei zu geben. Ihm ging dabei nicht auf, wie tief dieses Bestreben bereits in ihm verankert war.
Sie wurden gefragt, ob sie Seine Aufmerksamkeit auf sich ruhen gespürt hätten. Sie hatten verneint. Hätte er eine Stimme gehabt, der er getraut hätte, wäre seine Antwort ausführlicher gewesen:
Seine Anwesenheit war bis ins kleine Härchen spürbar, Seine Aufmerksamkeit lag – sei es Ihm gedankt – nicht auf mich.
Ein Moment, in dem ihm sehr bewusst wurde, wie hoch der Preis zu versagen war, je mehr Verantwortung man übertragen bekam; besonders, wenn es um die übertragene Verantwortung durch den All-Einen ging. Es war ein guter Augenblick, um zurück zu scheuen. Oder aber ein guter Zeitpunkt voranzugehen und nicht zu verzagen, nicht zurück zu schrecken, und sich durchzusetzen. Eines von beidem musste zwingend daraus erwachsen.
So sehr im Glauben verankert, so sehr in den Strukturen verwoben, konnte nur eine Entscheidung fallen: Das Reich durch diesen Verlust vorübergehend geschwächt – denn an den Worten der Tetrarchinnen zweifelte er nicht, es würde ein neuer Alka kommen – setzte er sich in den Kopf es zu unterstützen, wo und so gut er es vermochte.
Natürlich gab es bis zur Vollendung des eingeschlagenen Weges noch vieles zu lernen. Aber das schreckte ihn nicht. Genau dafür war er hergekommen. Dafür und für nichts anderes.
Das Begreifen, dass der Alka tot war, wollte noch lange nicht wirklich einsetzen. Er funktionierte, sagte, es ginge ihm gut. Im Grunde war es nicht einmal gelogen. Er war es nicht, der bis zur Unkenntlichkeit von der göttlichen Macht zerdrückt worden war, hatte kein Blut gelassen. Nicht einmal ein Haar war ihm gekrümmt geworden. Aber das Bild, die Warnung, was Versagen bedeutete – die würde er nie wieder vergessen.
Verfasst: Sonntag 24. März 2013, 11:26
von Aliyahna
Die Visionen bewahrheiteten sich letzendlich doch. Nur das Ende des Alkas kam schneller als erwartet. An einem Tag wähnte man ihn noch bei bester Gesundheit, am nächsten hatte er scheinbar den Verstand verloren. Hatte jemand seine Seele vergiftet? Berichte kamen Aliyahna zu Ohren, der Alka habe grünes Blut gespuckt, einen Tag vor seinem Ableben. Und das roch doch sehr nach Attentat. Ob möglicherweise die Hofmagierin damit zu tun hatte? Vermutungen, mehr nicht..
Der Leichnam war weg - fortgezerrt von einer monströsen Kralle, die aus den unheilvoll schwarz bedeckten Wolken kam. Aber der gesamte Platz war mit seinem Blut bedeckt. Man würde Proben nehmen und es genauer untersuchen lassen.
Der Alka war tot. Ein neuer würde zweifelsohne folgen. So sagten es die Visionen der beiden Tetrarchinnen. Ein unbekannter Mann mit hellbraunen Haar. Aliyahna hatte einige Alkas kommen und gehen sehen. War nur zu hoffen dieser würde den Ansprüchen des Allmächtigen genügen.
Dass ein Nachfolger so rasch wie möglich die Führung des Reiches übernehmen sollte war klar. Nur zu gern zerfleischten sich die verschiedenen Institutionen des rahalischen Reiches gegenseitig.
Mit blankem Neid sah man zum Nachbarn. Statt selbst etwas in die Hand zu nehmen, missgönnte man anderen jeglichen Erfolg.
Hass, Neid und Zwietracht, war es das was der Herr gerne sah? Zu einem gewissen Teil bestimmt, doch durfte es nicht so weit gehen, dass das Reich handlunsunfähig wird.
Die Welt lag im Wandel...wohin es führen mag, würde sich noch zeigen...
Verfasst: Sonntag 24. März 2013, 11:28
von Maire Riordan
Sie hatte in den letzten Tagen immer wieder Gerüchte vernommen, sich jedoch kaum darum gekümmert. Sie ging ihrer üblichen Arbeit nach, noch bestimmte der Winter den Tagesablauf. Wie sehr sehnte sie den Frühling herbei. So stand sie wieder vor der Anschlagtafel, doch sie konnte diese ja nicht lesen. Jedoch kamen inzwischen Ausrufer, Boten, die auch mündlich die Nachricht von der Ankunft des Kronprinzens berichteten. Etwas verwundert sah sie drein, war der denn gar nicht hier gewesen. Von wo sollte der denn her kommen? Wie oft hatte sie den Gruß gehört, „Dem Kronprinzen zu Ehr“? Naja, sie verstand dies alles nicht.
Nun hatte sie kurz überlegt, sie selbst betraf dies wohl wenig, denn sie hoffte einfach auf ein friedliches Leben mit ihrem Lhyam. Freute sich an ihrer Arbeit, an den Geschichtenabenden und ihren Freunden. Lhyam müsste ihr das alles erst einmal genau erklären, er verstand mehr von dem, was in der Welt so vor sich ging.
Nach den ganzen Unruhen um das Handelshauses war sie von der Gräfin nicht gerade begeistert, doch es würde immer Adel geben, nur sie selbst wollte damit so wenig es geht zu tun haben. Der verstorbene „Raffaelsir“ hatte ihr ganz gut gefallen und auch den „Thelorsir“ fand sie recht nett, ansonsten, waren es für sie Menschen, wie alle anderen auch. Tauschen würde sie mit ihnen eh nicht wollen. Allein schon sich die komplizierten Namen und Titel merken, die merkwürdigen Rituale, sie schauderte bei dem Gedanken.
Als sie neu hier ankam, wusste sie kaum etwas über die Stände, nur das, was ihr Vater berichtet hatte und dieser war als Waldläufer genau vor diesen Querelen in die Wälder geflüchtet, wo er ein beschauliches Leben führen konnte. Nachdem sie den Wunsch geäußert hatte, die Welt dort draußen kennen zu lernen, hatte er sie gewarnt, eindringlich gewarnt, sich ja nie in diese Dinge einzumischen, unauffällig zu leben, den Glaubensstreitigkeiten aus dem Wege zu gehen und auch den Anliegen der Obrigkeiten. Sie solle fleißig sein, ehrlich und ordentlich ihre Arbeit verrichten.
So genoss sie ihr kleines Leben mit Lhyam an ihrer Seite und machte sich kaum Gedanken, was vor sich ging. Als jedoch weitere Boten durch Berchgard ritten, von der baldigen Ankunft berichteten, wurde sie schon neugierig. Sie sollte sich das wenigstens mal anschauen, wenn es denn so wichtig für "Alle" war.
So fand sie sich bald inmitten einer großen Menschenmenge am Hafen Adorans ein. Rasch suchte sich weiter hinten einen ruhigeren Platz. Viel war nicht zu erkennen, da sie zu klein war, doch sie hörte den Jubel, dann immer wieder Worte einer Ansprache, die ein Mann weit vorne hielt. Vieles verstand sie nicht, es war doch sehr laut, doch das war nicht so schlimm. Sie würde später einfach Lhyam danach fragen.
Sie trafen sie später auch viele Bekannte und Freunde, allein dadurch wurde es schon zu einem schönen Abend. Was nun auf sie alle zukommen würde, darüber machte sie sich keinen Kopf, denn wozu? Sie würde daran eh nichts ändern können. Wie üblich war eines der Sprichwörter ihres Vaters auch hier am besten, so sagte sie leise vor sich hin: „Schaun` wir mal, dann sehn` wir`s schon.“
Lhyam hatte aufmerksam, wie er war, bemerkt, dass sie nicht viel von Alledem verstanden hatte. So nahm er sie am nächsten Abend nach dem feinen Essen zu sich und erklärte, dass er eine neue Geschichte für sie hätte. Begeistert stellte sie die Getränke vor den Kamin und kuschelte sich gemütlich an, so wie sie es immer tat, wenn sie seinen Geschichten lauschen durfte. Er begann und spannend begann diese vor ihren Augen lebendig zu werden. "Ein Königspaar mit zwei Söhnen …" rasch merkte sie, dass er ihr damit verdeutlichen wollte, was denn ein "Kronprinz" war, was „nur“ ein Prinz und die ganzen Zusammenhänge. Lhyam konnte ihr mit den Geschichten die komplizierten Dinge so gut erklären, so dass auch sie diese verstand und dazu waren sie noch so spannend, dass sie gebannt an seinen Lippen hing.
Als er geendet hatte, meinte er, dass sie die Krönung besuchen sollten. Er, als Barde wollte natürlich dabei sein, denn, wie er meinte, wäre dies etwas, was man wohl nur einmal im Leben zu sehen bekam. So wies er sie an, sich ein hübsches Kleidchen bereit zu legen und gemeinsam wollten sie so den ganzen Feierlichkeiten beiwohnen. Lächelnd nickte sie zustimmend …