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Verfasst: Montag 26. Oktober 2009, 13:07
von Rogan Virr
„Sind heute denn alle bekloppt?“


Teil 16


Rogan saß noch ein wenig alleine am Stammtisch der Taverne und sah auf den Weg, über welchen Amu gerade in Richtung seines Bettes gegangen war. Zum wiederholten male rieb er sich heute über die Schläfen, er hoffte dass seine Kopfschmerzen morgen endlich verschwunden sein würden. Als er seinen Blick über den Tisch schweifen lies sah er all die geöffneten, aber nicht leer getrunkenen, Flaschen, welche die Gäste hier einfach hatten stehen lassen. Wahllos griff er nach einer der Flaschen. Während er diese an die Lippen setzte versuchte er die Geschehnisse des heutigen Abends zu begreifen…..

„Rogan, lass dich mal drücken!“ Überrascht sah Rogan zu Linnet. Sie war wohl heute endlich wieder zurück gekommen von ihrer neuerlichen Reise. Verdutzt lies er sich von ihr drücken und lächelte sie kurz an. Insgeheim fragte er sich ob sie nun langsam mal die Nase voll hatte von all der Reiserei und endlich mal bei ihnen bleiben würde. Sein Blick wanderte in der Taverne hin und her. Er suchte Amary, denn er hatte sie heute noch nicht gesehen und wollte sich einen Kuss stehlen, ehe er die kleine Bestellung von letzter Woche abarbeiten wollte. Als er sie endlich erblickte, war sie im Gespräch mit einem Mann in einer hellen Rüstung. Rogan hatte nie verstanden wie man mit einer solchen Plattenrüstung auf den Holzstühlchen sitzen konnte ohne das diese zusammenbrachen…..Nunja…..Merigo ist wohl wahrlich ein fähiger Schreiner…Rogan wollte warten bis der Fremde und Amary ihr Gespräch beendet hatten, doch offenbar war der Gast an mehr als nur einem Schluck Wein interessiert. Neben sich fing Linnet an nervös herum zu zappeln und leise „Das gibt Ärger“ zu murmeln. Rogan sagte nichts sondern sah einfach nur wieder nach vorne. Er hatte große Mühe dem Gespräch, vor allem den Worten des Fremden, zu folgen. Als Linnet sich nun neben Amary stellte, setzte er sich einfach und lauschte weiter dem Gespräch. Er hatte schon wieder dieses seltsame Kribbeln in den Nasenflügeln…..das bedeutete meist nichts Gutes…..Der Gerüstete fragte die beiden Freundinnen über allerlei Dinge aus, vor allem über einen Vorfall mit einem „Anguren“. Rogan hatte nie einen Anguren gesehen, aber er kam auch gar nicht dazu sich ein Bild vor seinem geistigen Auge zu malen, denn als der Fremde davon sprach das er den beiden Frauen heute Abend einmalig die Gelegenheit gab reue zu zeigen und daraufhin Amarys Augenlieder begannen unruhig zu zittern, wusste er dass es besser sein würde aufzustehen und dazwischen zu gehen bevor seine Verlobte ihr Hackebeil zog. Er ging zu den Mädels und meinte sie sollen doch einen Abend frei machen. Er wusste dass sie eh schon seit längerem einen Frauenabend geplant hatten und er fand es irgendwie….passend…..wenn Sie ihn JETZT beginnen würden. Linnet zog die fauchende Amary mit sich in den Keller und Rogan wandte sich mit einem Lächeln zu dem Fremden, dessen Hand auf einem weisen Buch lagen. Er konnte nur das Wort „Inquisition“ lesen…..Nun, Rogan stellte sich vor und bat den gerüsteten, welcher sich inzwischen als „Bruder Jaques“ vorstellte, zu zahlen. Als dieser daraufhin eine Diskussion über Glaube und Irrglaube anfing und darauf bestand das die beiden Frauen sich bei ihm entschuldigen sollten ehe sie Konsequenzen zu erwarten hätten, begann Rogan zu knurren. Er hatte es einfach satt….“Wollt ihr mir also sagen dass ihr keinen Glauben habt wenn ihr mich auffordert zu gehen?“ Rogan sah ihn tief Luft holend an „Ich will sagen: ICH habe nicht die geringste Lust hier weiter mit euch zu diskutieren, und IHR habt ab jetzt Hausverbot! Da vorne ist die Straße!“ Endlich erhob sich „Bruder Jaques“, wenn auch unter Protest. „Dann werde ich dafür sorgen das über euch und diese Taverne der Kirchenbann gelegt wird!“ Rogan stöhnte. War es diesem Kerl nicht möglich einfach den Mund zu halten…? Als „Bruder Jaques“ endlich fort war ging Rogan in den Keller um den Frauen mitzuteilen dass sie wieder hoch kommen könnten um ihren Frauenabend zu beginnen. Er zog sich dann die Arbeitskleidung an und ging ebenfalls nach oben. Kaum war er aus dem Keller getreten hörte er Gebrüll auf der Straße. Das durfte doch nicht wahr sein….Schnellen Schrittes ging er zum Weg und sah dort den Gerüsteten wie er lauthals brüllte das diese Taverne gottlos sei und er den Kirchenbann beantragen werde. „Für einen Mann des Glaubens seid ihr aber verdammt jähzornig!“ brummte er dem Priester entgegen, welcher dann seinen Monolog beendete und davon ritt. Rogan nickte zufrieden und wandte sich um. Jetzt würde er sich aber endlich seinen Kuss stehlen…….oder auch nicht……denn auch die beiden Freundinnen waren schon von dannen…..Er holte tief Luft und setzte sich an den inzwischen leeren Stammtisch…..er sah sich um und als er sich sicher war das niemand in der Nähe war, begann er in diesem zu Schreiben. So verging einige Zeit…Als er hinter sich Schritte hörte packte er das Buch schnell weg, und begrüßte den neuerlichen Gast. Er hatte die Frau bisher noch nie gesehen, aber ihm war jeder zahlende Kunde recht. Sie bestellte eine Suppe und einen Tee und plötzlich brach es aus ihr heraus. Sie war wohl lange auf Reisen gewesen und am heutigen Abend erst zurück gekehrt, nur um festzustellen dass ihr Haus nicht mehr stand und sie vor dem Nichts stand. Da er eh nichts besseres zu tun hatte und auch sein Buch nicht weiter schreiben konnte, hörte er sich ihre Geschichte an. Irgendwann später kamen auch Amary und Linnet zurück. Beide sahen eigentlich recht gut gelaunt aus und Rogan seufzte zufrieden. Die Chancen standen gut das er seinen Kuss nun endlich bekommen würde…..Doch dann sah er dass sie Shedora mit sich brachten und nur wenige Augenblicke kam auch noch Shanna dazu. Alle setzten sich an den Tisch, und so fand er wieder keine Zeit, denn er musste ja alle bedienen. Linnet verabschiedete sich bald wieder und meinte sie müsse etwas erledigen, käme aber bald wieder…Rogan nickte nur, er war heute eh überfordert. Es gesellten sich immer mehr Gäste in die Taverne und er musste sich sputen um alle zu bedienen. Auch Rafael machte, wie an jedem Abend, einen kurzen Zwischenstopp auf seinem Rundgang. Rogan bot ihm etwas zu trinken an, aber er reagierte gar nicht auf ihn, denn es war eine Diskussion los gebrannt über Sinn und Zweck der Schlacht in Bajard und der verbrannten Häuser…..Als Amu, Shedora und Rafael dann begannen sich quer über die Taverne anzuschreien, platzte Rogan der Kragen. Er stellte sich in die Mitte der Taverne und mit bereits heiserer Stimme brüllte nun er „Es reicht! Wenn hier noch einer rumbrüllt zahlt er eine Runde vom teuersten Schnaps den wir gelagert haben!“….Dann sah er sich verdutzt um….er konnte es selbst kaum glauben, aber es kehrte Ruhe ein….ein kleines Schmunzeln bildete sich auf seinen Lippen und er ging zurück zum Tisch. Inzwischen war auch Linnet wieder da, ihr Blick sagte nicht viel aus, aber ihr schien eine große Last vom Herzen gefallen zu sein. Rogan brachte eine neue Runde Getränke und lauschte den Gesprächen die nun wieder über alles mögliche ausbrachen. Gerade als er sich erheben wollte um noch einen Krug Wasser zu holen sah er Anveena ankommen……oder besser gesagt anstapfen…..Sofort begannen seine Nasenflügel wieder zu kribbeln…..Sie blieb an der Bühne stehen und wollte mit Linnet sprechen….Er ging schnell zu Anveena und machte ihr freundlich klar dass heute geschlossene Gesellschaft sei und das sie lieber gehen sollte….Das Gespräch dauerte länger als ihm lieb war. Auch Anveena drohte ihm mit Konsequenzen und Rogan runzelte die Stirn….Doch irgendwann war sie dann endlich verschwunden….und Rogans Kopf hämmerte aufgrund der Ereignisse des heutigen Abends…Er brachte den Gästen noch eine weitere Runde Getränke und begab sich dann zum Tavernenschild um dieses auf „geschlossen“ zu drehen….Doch was war das..? Aus dem Dunkel der Straße trat abermals Anveena. Und plötzlich geschah alles so schnell das Rogan gar nicht richtig begriff was hier passierte….Anveena zog eine Robe der Rabendiener über und in ihrer Hand bildete sich ein brennender Totenschädel…..In den Augenwinkeln sah er wie Cedric und Rafael ihre Waffen zogen und in Anveenas Richtung stürmten….doch schon flog die feurige Kugel in Richtung Rafaels und verfehlte ihn nur knapp. Gerade als Anveena umzingelt wurde flog eine weitere Kugel in Amarys Richtung und streifte dort ihren Arm. Rogan wandte den Blick zu seiner Verlobten, welche die Lippen zusammenbiss….Dann sah er wieder nach vorne….Anveena lag auf dem Boden, Blut besudelte ihre Robe…..und wenige Augenblicke später zerfiel sie zu staub….er brauchte einige Momente ehe er sich schüttelnd den Blick abwenden konnte. Er nahm Amary und Linnet mit in die Taverne und brachte ihnen erst einmal einen Schnaps während Rafael und die anderen auf der Straße über den Vorfall diskutierten. Linnet blickte nur auf die Flasche vor sich und als sie auch nicht wirklich reagierte als Amary ihr einen Schluck der brennenden Flüssigkeit einflößen wollte, beschloss sie Linnet mitzunehmen und ins Bett zu bringen. Amary erhob sich und zog Linnet mit sich. Zusammen gingen sie in Rogans Haus und somit ging auch sein Kuss davon….Rogan sah Ihnen hinterher….Er unterhielt sich noch ein wenig mit Amu über das Thema Liebe und Beziehung….Er mochte Amu und sah ihn als Freund an…Aber am heutigen Abend war er sicherlich keine allzu große Hilfe mehr…So konnte Rogan ihm nur berichten wie er es bei Amary gemacht hatte und das man eben manchmal seinen Mann stehen muss…Denn um sein Glück muss man kämpfen, es fliegt einem nicht einfach zu.....Amu nickte nur und sagte nicht mehr viel…dann ging er nach Hause…



„Bääääh!“ Rogan spuckte sofort wieder die Flüssigkeit aus welche gerade durch den Flaschenhaus seinen Mund betreten hatte. Dann sah er doch mal auf das Etikett. Erdbeermilch……und so wie sie schmeckte stand sie wohl schon seit heute Morgen auf dem Tisch….Er erhob sich dann, jetzt war ihm auch die Lust an einem Schluck Schnaps vergangen. Langsam löschte er die Laternen und pustete die Kerzen aus. Er sah kurz zu seinem Haus und schüttelte den Kopf….nein, er wollte die beiden nicht stören, zumal sie inzwischen wohl sicherlich schon schliefen. Also ging er in Amary´s Haus…noch während er die Treppen nach oben ging knüpfte er sein Hemd auf und lies es einfach auf den Boden fallen….Er kuschelte sich in das Bett…doch einschlafen konnte er nicht….Er drehte den Kopf und betrachtete das ansonsten leere Bett….leise seufzte er….“Was für ein Tag….und dabei wollte ich heute nicht mal mit Amary ausgehen….“

Verfasst: Montag 26. Oktober 2009, 13:43
von Amu Kanok
"Was für ein Abend im Lamm" brummte er vor sich hin, als er sich ins Bett in seinem Dachzimmer fallen lies. Das Flackern der kleinen Kerze erzeugte ein irritierendes Lichtspiel und liesen seine Gedanken etwas in die Ferne rücken.

Tage gingen ins Land die Einsamkeit legte sich über ihn. Die Aussichtslosigkeit und ergebnislose Suche verdrängte langsam dieses quirlige Gefühl in der Magengegend. Die Mine begann wieder sein Zuhause zu werden in der er von früh bis Abend sich durch das Geröll wühlte, um sich daran zu ergötzen, was der Berg ihm als Lohn für seine Ausdauer und Beharrlichkeit schenkte. So raffte er begierig die Erze zusammen, um sie später einzuschmelzen und mit Hingabe daraus möglichst perfekte Rüstungen, Schilde und Waffen zu fertigen.
So fand er langsam seine innere Ruhe wieder, die gelegentlich von einem jungen Mädchen durchbrochen wurde. Er kannte sie schon seit er noch beim Handelskontor von Veruna in der Lehre war und zollte ihr seine versteckte uneingeschränkte Bewunderung. Mit welchem oft treffsicheren Worten sie Situationen erkannte, obwohl sie gar nicht sehen konnte. Und wie augenscheinlich unbekümmert sie durch das Leben ging. Sie war ihm teilweise sogar unheimlich, doch er konnte sich nicht dem Drang entziehen, ihr hilfreich zur Seite stehen.

Grübelnd lauschte er den Worten, die sie auf seiner Bank vor dem Handelshaus vor einer reichlichen Woche wechselten.

"Du könntest wahrlich meine Tochter sein."
Sie antwortete darauf prompt: "Ach und dann redest du jetzt nicht mehr mit mir."

Ein müdes Lächeln umspielte seine Lippen als seine Erinnerungen ihn zum Herbstfest trugen. So mancher wurde beim Anblick der Rutsche zum Kinde. Selbst ein riesiger Tiefländer stieg auf die für ihn wohl kleine Rutsche und versuchte sein Glück.

Er war sehr überrascht als Inara auf dem Fest erschien. Als er nach der Prügelei von Rafael und Malachei kurz bei ihr vorbeschauen wollte, sagte sie unter Tränen, dass sie für eine lange Zeit verreisen würde. So schob er innerlich wieder etwas tief in eine dunkle Schublade.

Seine Gedanken schwirrten von einem Ereignis zum Anderen, knüpften Zusammenhänge oder verquirlten sich, um am Ende einen undurchdringlichen Mix zu ergeben, der ihn in widersprüchlichen Empfindungen gefangen hielt.
Auch diesmal löste allein die körperliche Anwesenheit Inaras diesen Klos auf. Viele meist leise Worte wechselten die Seiten und endeten an dem Abend in einer wohl ungeplanten, vielleicht nicht ganz ungewollten Umarmung an der Rutsche.
Ein warmes Lächeln umspielt sein Mund. Die letzte Frau die er so in den Armen gehalten hatte war Linnet.

Ein Schmerz durchfährt seine Magengegend und bringt ihn schnell wieder auf die letzten Ereignisse zurück.

Sie war wieder da, wie freute er sich, als er sie so plötzlich vor dem Handelshaus sah, doch wie ein Blitz durchzog es ihn, als sie nichts eiliges zu tun hatte, als wieder irgendwohin zu wollen.
Was hatte er getan ?
Hatte er überhaupt etwas getan ?
Oder hatte er zu viel oder zu wenig getan ?
Ratlos stand er auf der Straße und wieder war er nahe daran die Schublade aus der ein Sonnenstrahl drang fest zu verschließen.

Welche Alternative blieb ?
Schnaps?
Nein!
Also Arbeit!

Sie würde ihm möglicherweise Abwechslung verschaffen und von trüben Gedanken ablenken. Verbissen sägte und feilte er an den Werkstücken als ihn eine zarte Stimme in die Wirklichkeit zurückrief. Ein Blick in den Verkaufsraum lies seinen Atem stocken.
Da stand sie, schüchtern, einen Korb in der Hand, in diesen mit den Worten reichend: "Hier für zwischendurch etwas Leckeres für dich".
Ein Schauer von Wärme durchdrang ihn, die Kehle schnürte sich zu und mehr als gestammelte Worte brachte er nicht hervor.
So schnell wie sie kam, verschwand sie auch und ihre letzten Worte. ".. komm vorbei, du weist ja wo du mich findest" rissen die fest zugedrückte Schublade einfach wie nichts auf und sein Widerstand schmolz wie Eis in einer warmen Hand. Noch eine Weile blickte er ihr hinterher, als sich schon längst die Tür geschlossen hatte und seine Worte: "Ja gern" hatte er wohl selbst nicht gehört.

Gefühlskarusell, nein Chaos - Konnte es noch schlimmer kommen. Immer wenn du glaubst du bist am Ende, kommt das Ende über dich und ein schier endloses Loch öffnet sich, ohne das ein kleines, doch nur ein winzig kleines Lichtfünkchen zu sehen war.

Es kam wie es kommen musste - der Abend endete in einem Fiasko.

Linnet war da – Ein Lächeln begrüßte ihn. Sie ging, kam irgendwann wieder, setzte sich neben ihn, ein Griff zur Flasche - Ruhe. Eis - Sonne - Eis – Sonne. Wollte sie Ihn abhärten, wie lange konnte man dieses auf und ab ertragen?

Amu wartete einfach ab, was sollte er tun, es hatte schon oft bei ihr geholfen. Er konnte sie einfach noch nicht einschätzen. Was wollte sie, was brauchte sie, was er ihr überhaupt bedeutete?

Geschrei, Gezeter, Aufruhr als Anveena plötzlich am Weg zum Lamm stand und wild fluchend etwas von Trost finden von sich gab.

In den nachfolgenden Wortgefechten konnte er keine klare Linie erkennen. Irgendwie schien er sich kein Reim drauf zu machen. Was hatte Anveena, er hatte niemanden etwas getan im Gegenteil, er hatte sich um beide und für beide gesorgt.

Sie verschwand, Ruhe zog wieder ein, um kurz darauf von der anderen Seite wieder zu kommen.

Was dann passierte hatte er noch nie gesehen.
Noch lange stand ihm der Mund offen und er konnte es einfach nicht glauben.

Verfasst: Montag 26. Oktober 2009, 18:14
von Shedora Pendri
Stille... leises Atmen... das Rascheln im Kopfkissen, wenn bei jeder Bewegung des Kopfes die Federen aneinanderreiben. Sachen, die Shedora jeden Abend in den Schlaf begleiten, doch nicht heute. Ein gemütlicher Abend sollte es werden, die Tiere waren gefüttert, die Kühe gemolken... ja so könnte sie zufrieden ihren Tee trinken gehen. Zufrieden schloss Shedora das Tor an Rahels Haus ab und machte sich auf den Weg nach Berchgard. Dumpf pochte der Stab auf den ausgetretenen Weg, welchen eine Vielzahl Füsse und Pferdehufe hinterlassen haben, ihr den Weg weisend.

Seit Tagen ging das schon so... Rahel geisterte entweder wortlos durchs Haus oder war garnicht zuhause. Gleichmässig tappsten die Füsse auf dem Weg, sie zu dem lenkend was sie noch an diesem Abend wollte: Zimttee... leckeren... heissen Zimttee, so nahe war sie ihrem Ziel schon.

"Und hier links." ging es ihr noch durch den Kopf als sie von einer fremden Stimme begrüsst wurde, weiblich, jung, freundlich, ohne Eile und ohne Zweifel redseelig. "Linnet mhh... die Frau, die sich zwischen Rahel und Thancred stellte? Oder die nur dazwischengedrängt wurde? Die versuchte etwas zu retten was nicht zu retten war?" Das Bedauern in Linnets Stimme klang ehrlich auch wenn es Shedora immer noch so vorkam als würden einige Scherben fehlen um es zu einem Ganzen zusammen zu setzen.

Schritte... schwer... gerüstet... das leise Knarzen von Leder und das Klirren von Waffen, eigentlich nichts ungewöhnliches. Ungewöhnlich eher der Akzent... Fremdländisch... Anschuldigungen wurden in den Raum gestellt, Beleidigungen folgten. "Warum... Warum nur.. tun sich die Menschen das immer wieder an... selbst dort, wo man es eigentlich nicht erwarten würde..." Die Zwietracht, das Misstrauen, der Bruch zwischen Rahel und Thancred, den sie miterleben durfte, von der Person der sie vertraute stehengelassen werden, Alexias Verwundung, Tränen, Schmerz, Leid... seit Tagen füllten diese Gedanken und Gefühle ihr Herz.

"Das arme, kleine, blinde Mädchen, das von jedem bedauert werden muss, aber sich auch nicht ändern darf, weil es sonst nicht mehr das arme kleine blinde Mädchen wäre..." Der Tee war kalt.. ihre gute Laune mehr oder weniger vom Wind davongetragen mitsamt den Rufen des Herolds.

Den Rest des Tages versuchte sie nurnoch aus ihren Gedanken zu verdrängen, noch mehr Schmerz, Leid, Erinnerungen die sie nie wieder in ihrem Kopf haben wollte, der Geruch von kalter Asche in der Luft, Tod... Immer noch hallten die Schreie in ihrem Ohren, noch mehr Wut, noch mehr Schmerz, das plötzliche Gerangel, das Geräusch, wenn kalter Stahl in warmes Fleisch dringt und das Geschrei verstummt.

Ein Schaudern lief ihr über die Haut und liess ihr die Haare zu Berge stehen, ehe sie die Gedanken mit einem Kopfschütteln beiseite schob und sich zur Seite wendete, sich an den warmen Körper neben ihr ankuschelnd, sich von der Nähe ins Reich der Träume ziehen lassend.

Verfasst: Dienstag 27. Oktober 2009, 16:34
von Anveena Midame
Es war wie der Stich ins Herz, das letzte Ultimatum. Sie entschied sich dagegen, Sie dafür. Die Stimme in ihrem Kopfe wollte nicht mehr aufhören zu sprechen. Es lief in Zeitlupe vor ihr, wie ein böser Traum, aus dem Sie erwachen sollte, die Erkenntnis erlangen.
Noch tiefer hätte der Dolch nicht in ihr Herz gerammt werden können. Sprachen Sie nicht noch vor wenigen Stunden davon, dass die Liebe und die Beziehung nicht enden wollten?
Und nun?
Mehr Freiraum?
Saßen Sie nicht letztens noch verliebt am See, genossen die Zweisamkeit im kühlen Nass?
Hatten Sie sich vor dem Handwerkshaus nicht ausgesöhnt? Über die Probleme gesprochen?
Und dann, von einem auf den anderen Moment, sollte es beendet sein?
Wie stark konnte so eine verlogene Liebe sein?
Wie schwarz musste ein Herz sein, wenn man so scheinheilig lügen konnte?
Sie wandte sich von ihr ab, noch immer war das Geräusch der am Boden zerberstenden Tasse zu hören, das einzige Reale, was in dieser unwirklichen Welt da war. Der Bruch, ein Schrei ihres Herzens.
Sie stieg hinauf, sie gab ihr altes Leben für Sie auf und nun sollte Sie alleine sein, alleine dar stehen. Ja, Sie wusste was Sie war, doch Sie stand nur einen Schritt davon entfernt, auch dies aufzugeben. Oder hatte Sie es unwissentlich schon aufgegeben?
Ihr Schicksal war besiegelt. Sie verriet nicht nur sich selber, nein, sondern auch Ihn, den Allmächtigen. Er wird wenig begeistert sein vom Handeln seines Dieners, davon, Seelen zu schonen aus Liebe. Ihre Verdammnis war entgültig und das für das Hoffen einiger, schöner Jahre in Liebe. Doch der Hass auf die Menschen, sie besonn sich wieder, woher er resultierte, als Sie ihr letztes Hab und gut einpackte. Da stand Sie, selbstgefällig an der Tür. Sprach etwas davon, dass es nicht sofort sein müsste.
Nicht sofort?
Sie schrie ihr förmlich ins Gesicht, Sie solle verschwinden und dann sagte Sie, in ihrer gelogenen Gutmütigkeit, Sie solle noch bleiben?
Wie Paradox können Wesen denken?
Ein Mensch, mainpulativ, gespielt. Sie war eine Marrionette, nicht mehr, nicht weniger. Einfaches Vieh, was sich vom ranghöheren Bullen bestiegen und rumschupsen liess und sich nach diesem Ochsen richtete. Wie sonst könnte ihre Meinung sich so schnell geändert haben? Plötzlich von Zweisamkeit zur Einsamkeit.
Sie verliess den Raum, natürlich tat Sie es. So Feige wie eh und jeh. Das einzige ehrliche, was Sie jemals in dieser Beziehung sagte, waren wohl die Worte der Trennung.
Innerlich brodelte es in Anveena. Sie hat alles verloren, alles, was ihr heilig war aufgegeben für eine falsche Dirne, die sich sicherlich köstlich amüsierte, nun wieder an der Flasche hing wie eine alte Schnapsdrosel, sich vielleicht bedauern lassen würde, weil Sie ja so verletzlich, so unschuldig ist.
Ja, der Teufel hat viele Gesichter und die Größte Tat seines war, den Menschen einzureden, es gebe ihn nicht.
Doch es gab ihn und Anveena erkannte nun auch wo.
Beim vorbeigehen aus der Türe liess Sie die Schlüssel fallen, ihr wenig Hab & Gut auf dem Rücken geschnallt. Alleine, von allen verlassen...selbst von ihrem Gott. Auf der Straße sitzend mit nicht weniger als den letzten Kronen. Doch so leicht würde Sie es ihr nicht machen.
Nein.
Ab dann verwischte alles. Die pochende Stimme in ihrem Kopfe. Sie schrie, Sie besann auf Vernunft, sie wollte den Hass unterdrücken, den Drang auf Vergeltung, den Wunsch auf Leben. Doch nein.
Nur noch Bruchstückhaft kommen die Erinnerungen, ehe wie eine Person, abseits von allem, die als 3. Auge sich ein Spektakel anschaut.
Wie sie da sitzt, am Tische, wie man sie wieder nur belügen wollte mit Sachen von "geschlossene Runde"....oder "Linnet, Amary wollte dir doch etwas zeigen." Meinten Sie wirklich, sie wäre so Dumm? Oder waren Sie nur feige, einfach auszusprechen, was Sie wollten.
Und Sie? Dass das Böse sich versteckt war klar, doch dass es so ängstlich, so erbärmlich ist...wusste selbst Anveena nicht.
Sie ging, noch den Drang, alles abzubrennen unterdrückend. Sie vernahm Stimmen, als Sie im Matsch stand, sich sinken liess. Geschrei vom einfachen Bauernvolk wenige Meter von ihr.
Und ab dann war der komplette Riss da. In einer schwarzen Welt, stand Sie auf, sich ihr Spiegelbild betrachtend. Es lächelte Sie selbstgefällig an, es war....weniger ein Spiegel...es tat nicht, was Sie tat. Denn es sprach.
"Deine Zeit ist vorbei."
Wie in Trance erhob Sie sich. Wissend und bereit, versagt zu haben, im Leben, ging nur der Weg der Offenbarung. Man wollte Sie abhalten, doch angesichts des Todes, war es egal. Der erste brennende Kopf war gezielt auf Rafael gerichtet, er sollte Ihn verfehlen, auf das er seine Klinge erheben mag und es endlich tun würde. Diese Naivität, sein schlimmster Feind stand vor ihm, und er wolle noch Gerechtigkeit. Es musste mehr geschehen und Amarys selbstgefälliges Gesicht kam gerade Recht.
Nein schrie ihr Inneres, doch das lächeln wich nicht. Der brennende Schädel wurde auf Sie geworfen. Es reichte, als der Schmerz Sie durchfuhr. Die Quallen und Leiden mit einem Schlag beendet waren. Sie schrie auf, doch war erleichtert, erfreut, es endlich vollbracht zu haben, nicht mehr diese Zwiespalt, nein, Sie war sich nun bewusst, dass es dieser Weg sein musste.
Und ihre Schwester....ob bewusst oder unbewusst, verstand und als das letzte Augenlicht des Lebens entschwand, den Blick auf die Schlange gerichtet, der Sie ihr Herz offenbarte, zerbarste ihr Körper zu Asche und entschwand aus dem Diesseits des Lebens.
Es ist vollbracht. Das Leid beendet.
Die sterbende Frau erlangte die Dunkelheit im Licht, was nun gesprochen oder getan wurde, wäre einerlei. Ws sollte man vom Abschaum der Menschheit erwarten?
Man trinkt, man trauert eins bis zwei Tage und dann läuft man fröhlich durch die Wege, als Sei nicht geschehen. Und dabei bezeichnet man die Diener des einen wahren als Abschaum. Welch Ironie.

Verfasst: Dienstag 27. Oktober 2009, 17:09
von Linnet Rysk
Sie hatte die Hände tief in den Manteltaschen vergraben, in der Rechten verbarg sie einen einzelnen Schlüssel, während ihre grünen Augen auf einen Punkt des Weges gerichtet waren. Lange saß Linnet im Regen, auf einem der leeren Tische des Lammes...

Sie konnte sich noch gut an ihre Worte erinnern, sie wollte einen Neuanfang wagen. Dem Bisherigen den Rücken kehren und einen neuen Weg des Lebens einschlagen. Sicher, sie hatte gewusst, dass es nicht leicht werden würde, auch das sie auf wenig Verständnis stoßen würde, aber mit dem was wirklich geschehen sollte hatte sie nicht gerechnet…

Auch jetzt noch, konnte sie kaum begreifen was geschehen war. Langsam zog sie die Hände aus den Taschen und betrachtete den Schlüssel in ihren Händen. Sie hatte einem geliebten Menschen, der ihr sehr viel bedeutete das Leben genommen. Auch wenn sie das Schwert nicht geführt hatte, klebte an ihren Händen Blut. Nein, so einen Neuanfang hatte sie gewiss nicht gewollt. Über Leichen gehen um ein neues Ziel zu erreichen? Das hatte sie nie gewollt und doch war es so gekommen. Sie drehte den Schlüssel in ihren Händen. Ja, sie war dabei wegzulaufen, die Sachen zu packen und zu verschwinden. Sie wollte niemanden mehr weh tun, keinen Menschen mehr sehen, fest davon überzeugt das Unglück über Diejenigen zu bringen, welche ihr zur Nahe standen.

Mit einem Lächeln sah sie auf den Schlüssel. Sie hatte Freunde, die zu ihr standen, die sie auffingen wenn sie stolperte, die ihr in schweren Stunden beistanden und auch jetzt – war ihr Fehlverhalten doch offensichtlich – bei ihr waren. Sie würde nicht fort gehen, diesmal nicht und auch später nicht mehr. Sie würde an ihrem neuen Anfang festhalten. Schlimmer als es begonnen hatte konnte es doch kaum weiter gehen.

Langsam rutschte sie vom nassen Tisch. Sie würde es wagen, trotz allem: Einen völligen neuen Anfang, eine neue Abzweigung auf dem Weg ihres Lebens einschlagen. Während sich ihren grünen Augen langsam von dem Punkt am Wegesrand lösten, schwor sie sich eines: Nie wieder, würde sie einen Menschen so nah an sich heran lassen, das sie ein weiteres Herz brechen könnte.
Und so sollte ihr neuer Weg beginnen, allein.

Verfasst: Samstag 7. November 2009, 12:29
von Linnet Rysk
Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, stand Linnet auf ihrem kleinen Balkon und sah dem Regen zu. Sie lauschte eine Weile dem prasselnden Geräusch der Tropfen, auf dem Dach des Hauses. Auch wenn sich ihr Umhang langsam mit dem Wasser voll sog, empfand sie das Geräusch des Regens und die stetigen Tropfen beruhigend.
Vieles hatte sich verändert. Nichts war für sie wie zuvor...


Erst war sie an dem Glauben das Leben eines besonderen Menschens auf dem Gewissen zu haben fast zerbrochen. Kurz darauf, als sie meinte eine neue Freundin gewonnen zu haben, wurde ihr Vertrauen in diese bitterlich enttäuscht. Und als wäre das alles nicht genug, musste sie feststellen, dass man nicht glauben durfte was man mit eigenen Augen sah.

Wären nicht ihre Freunde gewesen, welche ihr zur Seite standen, ihr einen Ort der völligen Ruhe schenkten und stets über sie wachten, hätte sie vielleicht langsam aber sicher ihren Verstand verloren und aufgegeben.
Nur durch die, die hinter ihr standen, schaffte sie es immer wieder im Lamm zu stehen, die freundliche Fassade zu erhalten und tapfer auch die zu bedienen, denen sie lieber ein Messer in den Rücken gerammt hätte, als einen Tee serviert.

Jeden Abend aufs neue, beobachtete sie – so unauffällig wie möglich – die Geschehnisse an einem der Nachbartische. Sie konnte es einfach nicht begreifen. Wie konnte man ihr vorwerfen eine Liebe mit Füßen getreten zu haben, wenn sie doch nur Abstand wollte? Wie konnte man mit solchen Vorwürfen um sich schmeißen, wenn man selbst kurze Tage später frisch verliebt mit einer anderen turtelte?
Linnet gab sich große Mühe ihre Gefühle zu verbergen. Sie vergrub die Hände zu Fäusten geballt tief in den Taschen ihres Kleides und hoffte, sie würden endlich gehen.

Aber vielleicht war es ihre gerechte Strafe, etwas das ihr immer wieder ihren Fehler vor Augen führte. Einen Fehler, den sie nicht noch einmal begehen durfte...

Und wieder hatten sich die Ereignisse überschlagen. Berchgard versank im Chaos und Linnet war zutiefst dankbar, das sie das goldene Lamm schließen mussten. So schlimm die Geschehnisse auch waren, sie würde nicht weiterhin jeden Abend eine freundliche Maske aufsetzen müssen und sich weiter quälen lassen.

Sie hatte fest vor, alle Kraft die ihr geblieben war auf den Neuanfang zu verwenden. Eine weitere Aufgabe, außerhalb des Lammes, sollte die restliche Zeit des Tages, die bleiben würde ausfüllen. Linnet legte die Hand auf ihre Tasche, ein kleines Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Die ersten Schritte auf dem neuen Weg war sie bereits gegangen, der Anfang war also getan. Ein letztes Mal blickte sie den Balkon herab, dann wendete sie sich um und betrat ihr Zimmer. Sorgsam bereitete sie den Inhalt ihrer Tasche auf dem Bett aus, stolz betrachtete sie ihre neue Dienstkleidung.
Sie war sich sicher in Zukunft so müde ins Bett zu fallen, das sie keinen weiteren Gedanken mehr an etwas anderes als die Arbeit verschwenden würde….

Verfasst: Mittwoch 11. November 2009, 01:11
von Amary Ann Louisan
Ihre Gedanken drehten sich im Kreis. Immer wieder tauchten die letzten Bilder von Rogan auf. Die Wörter halten in ihrem Ohr auf. Dieses Gespräch, sie erkannte was mit ihr nicht stimmte und ging zu ihm.
Sie versuchte ihm zu erklären, dass sie glücklich sei, doch andererseits sie nicht selbst ist.
Das seit Wochen sie mehr von ihm weg läuft als bei ihm zu sein.
„ wann warst du das letzte Mal glücklich amary?“ Fragte er sie.
Und nun hatte sie auch die Antwort auf die Frage.“ Bevor ich verlobt war“.
Wie könnte sie ihm erklären das sie ihn liebt aber einfach nicht bereit ist für eine Verlobung?
Das er der einzige Mann ist mit dem sie sich eine Zukunft vorstellen kann. Wenn er sie dann noch haben wollen würde.
Sie seufzte schwer auf und drückte sich vom Tisch.
Es war zu viel um sie herum und irgendwie wollte sie ihren inneren Schmerz loswerden.
„Wenn, wenn ich tot wäre, würde ich den Schmerz nicht mehr spüren und er würde mich bald vergessen haben. Ich kann ohne meinen Verlobten leben aber nicht ohne meinen besten Freund„
Sie lächelte plötzlich und stieg in die warme Badewahne hinein.
Als ob eine perfekte Lösung ihr in den Kopf stieß.
Ein Schmerz durchzuckte ihre Unterarme. Langsam legte sie sich zurück und schloss die Augen.
Das Wasser um sie herum färbte sich rötlich…. ….

Verfasst: Mittwoch 11. November 2009, 01:51
von Rogan Virr
Rogan ging gedankenverloren durch Berchgard. Sein Kopf war leer....Er hatte gewußt das es so kommen würde....er spürte das sie ihn liebte, ja, aber er spürte auch das sie nicht glücklich war....Als er so alleine bei seinem Werkzeug saß und sie den Raum betrat wußte er : Es ist soweit.... Sie war ehrlich zu ihm...und das rechnete er ihr hoch an. Als sie fertig mit dem erzählen war, stand er auf...Er sagte ihr das er es gespürt hatte....und das er keine Minute die sie zusammen verbrachten bereute. Er lies ihr den Ring da....der Ring der ihm so viel bedeutet hatte....

So konnte er wenigstens hoffen dass sie, eines Tages....wenn sie wirklich bereit war....wieder zu ihm kommen und ihm den Ring anziehen würde....

Als er zum dritten mal an seinem Haus vorbei gelaufen war hielt er inne. Sie hatte sich entschieden...Das musste er akzeptieren....Aber er konnte und er wollte Amary nicht aus seinem Leben verbannen....Sicher, es würde ihm anfangs nicht leicht fallen, aber er würde sie behandeln wie früher...

Langsam schlenderte er er auf das Haus zu....nicht seines....sondern ihres...instinktiv zog es ihn dahin.....er würde nun zu ihr gehen....Er würde ihr sagen dass er weiterhin für sie da sein wird....Verlobt oder nicht: sie waren eine Familie...das war schon immer so....

Langsam betrat er ihr Haus. Ein wohl bekannter Duft stieg in seine Nase...Es war das Badeöl welches sie immer benutzte wenn sie entspannen wollte... Er ging die Treppen nach oben und sah zu der Wanne...und traute seinen Augen nicht:

Amary lag ruhig in der Wanne, erst dachte er sie wäre eingeschlafen...doch ihr linker Arm hing aus der Wanne heraus...und ein dünner, roter Streifen lief den Arm hinab. Rogan stürmte zu der Wanne.

"Amary! Verdammt, sag was! Bitte!" Doch sie reagierte nicht....Sofort hob er sie aus der Wanne und legte sie auf das Bett....Zuerst sah er sich hiflos um, doch dann zwang er sich nachzudenken. Er riss dicke Streifen aus dem Bettlaken und band diese so fest er konnte um ihre Unterarme. Er wußte es würde nicht lange dauern bis der Stoff sich mit Blut voll saugte, aber er hoffte so etwas zeit zu gewinnen. Sein vor Entsetzen bleiches Gesicht sah zu ihren Augen. Er senkte seinen Kopf über den ihren....Ihr Atem war flach.....aber sie atmete.....SIE ATMETE!

"LINNET! VERDAMMT NOCHMAL KOMM HER!" Rogan brüllte so laut er konnte. Auch wenn es nicht einmal eine Minute dauerte bis sie vor ihm Stand, so kam es ihm doch wie eine Ewigkeit vor. Als Linnet begriff was hier vor sich ging, hatte Rogan Angst sie würde selbst umkippen.

"Steh verdammt nochmal nicht so rum! Los! Verschwinde! Hole einen Heiler! MACH SCHON!" Sekunden darauf rannte sie los. Rogan kniete sich wieder auf das Bett. Sein Blick ging zu den inzwischen schon sich rot einfärbenden Stoffwickel um Amarys Unterarme. Fest drückte er seinen Kopf gegen den ihren, während heisse Tränen seinen Wangen hinabliefen.

"Oh nein Amary Ann! So lasse ich dich nicht gehen! Nicht so! Du wirst durchhalten! Du wirst verdammt nochmal durchhalten! Verdammt, ich muss dir doch beweisen das ich zu meinem Wort stehe, das ich immer noch zu dir halte!"

Rogan hätte schwören können das bereits Stunden vergangen waren als er endlich Schritte vernahm. Linnet kam mit einer zweiten Person die Treppen hinauf. Rogan erkannte die andere Person überhaupt nicht,aber es war ihm auch egal. Wer immer es war, er musste Amary retten. Ein letztes mal prüfte er ihren Atem. Er war flach....aber er war da.....

Rogan krabbelte wortlos vom Bett...Sie war nun in besten Händen....Händen die sie heilen konnten....Als er an Linnet vorbei ging hörte er das sie etwas sagte...doch er vernahm die Worte gar nicht....wie in Trance ging er zu seinem Haus...er öffnete die Tür.....und brach noch im Flur zusammen....

"Muss es wirklich immer so enden? Bist du ein Dämon....? Mit zwei Frauen hast du gelebt.....die eine verlies wegen dir das Land....und die andere....sie wollte sich umbringen...." Das waren die letzten Gedanken die ihm durch den Kopf gingen ehe er dort auf dem Boden in einen ohnmächtigen Schlaf viel....

Verfasst: Mittwoch 11. November 2009, 10:57
von Liliana van Drachenfels
Lili war unterwegs zur Festung der Allianz. Da ihr Mustang ein wenig gelahmt hatte, schonte sie ihn und machte sich auf zur Kutsche vor den Toren Adorans. Mit ihr fuhr sie nach Berchgard. Kaum war sie ausgestiegen kam ihr Linnet entgegen, die sie sogleich erleichtert, aber auch vollkommen ausser sich ansprach. Amary, Badewanne, Selbstmord.. verstand sie nur und schon eilten sie zu Amary's Haus.

Dort angekommen fand sie Amary auf dem Bett vor. Sie war sehr blass, ihr Puls ging schwach und der blutdurchtränkte Verband an ihren Unterarmen sagte alles. Sogleich flößte sie ihr einen stärkenden Trank ein, der ein wenig Fingerhutextrakt enthielt und ihr Herz stärken würde. Dann nahm sie behutsam die Verbände ab und vernähte die Wunden sorgsam, nachdem sie sie mit einer Tinktur behandelt hatte. Diese würde verhindern daß die Wunden sich entzünden würden oder sie den Wundstarrkrampf bekam.

Die Nacht verbrachte sie dann an Amarys Krankenbett, ständig überprüfte sie ihren Puls, ihre Temperatur und ihre Atmung und registrierte besorgt ihren Zustand.

zwischen zwei welten...

Verfasst: Mittwoch 11. November 2009, 13:40
von Amary Ann Louisan
Jeder Körperteil in ihr schmerzte fürchterlich, sie wollte vor Schmerz aufschreien, doch so bald sie die Lippen nur öffnete, kam nur ein stummer Schrei heraus.
Sie hörte neben sich Stimmen, sie waren so laut, dass sie dachte, jemand hämmert ihr gegen den Kopf. Der gleich droht zu zerplatzen. „ Rogan sprich leiser! „ brüllte sie verärgert ihn an. Doch die Stimmen wurden nicht leiser, nein es schien sie niemand gehört zu haben…
Langsam flatterten ihre Augenlieder auf und die leblosen verschieden farbigen Augen blickten um sich herum. Schwärze und die Kälte umhüllte sie. Wo war sie? Diesen Ort kannte sie nicht.
Sie legte die Stirn in falten und versuchte sich auf einen Punkt zu konzentrieren, doch da war Nichts, absolut Nichts außer dieser Dunkelheit und diesen Stimmen.
„ Rogan, wo bist du? Ich höre dich aber ich sehe dich nicht...“ sie streckte ihre Hände aus um etwas vor sich zu ertasten. Ihre Augen glitten fassungslos und geschockt über die blutverschmierten Hände. Auch der Rest ihres Körpers war mit Blut bedeckt.…
Und plötzlich viel sie wieder in einen tiefen leeren schlaf…


Stunden, vielleicht waren es auch Tage, sie hatte kein Zeitgefühl mehr und wusste nicht wie lange sie schon hier lag. Wieder öffnete sie ihre Augen. Der stechende Schmerz hatte nachgelassen. Sie fühlte wie eine kühle Flüssigkeit ihre Kehle hinab rannte. Es tat ihr gut.
Und wieder die Stimmen, nun leiser. Sie lauschte ihnen. Sie waren besorgt. Was war passiert?
Sie fragte nach doch wieder kam keine Antwort zurück. Linnets Stimme und nicht weit weg war wohl Rogan. Und wer zerrte an ihrer Hand?
Langsam kam ihr auch die Erinnerung zurück;
Sie hatte die Verlobung mit Rogan aufgelöst. Er ging an ihr vorbei und wollte alleine sein.
In diesem Moment überkam sie die Einsamkeit, Schmerz und Panik.
Sie wusste nicht, wie sie mit dieser neuen Situation umgehen sollte. Sie hatte Angst ihn zu verlieren. Und alles sah danach aus.
Und der einzige Ausweg war ganz zu gehen. Der einfachste weg….
Aber wieso war sie nicht tot? Oder doch? Schwebte sie jetzt als Geist im Raum und lauschte den Stimmen. Welch ein wirrer Gedanke! Sie lächelte über ihre eigene Dummheit. Fühlen Geister Schmerz? Nein gewiss nicht. Also wo schwebte sie hier?
Und wer hat sie von ihrem Vorhaben aufgehalten? Wer wagte es, ihr einen Strich durch die Rechnung zu machen? „ Rogan?!“ sie fluchte.
Sie hätte nie erwartet, dass er sie vorfindet oder jemand Anderes. Nun vielleicht erst die nächsten Tage, wenn es zu spät gewesen wäre.
Eigentlich war ihr Plan doch gut gewesen….
Erschöpft über die schwäche ihres Körpers schloss sie ihre Augen. Das Flüstern wurde immer leiser und wieder versank sie in einen heilenden Schlaf…
[url=http://i.imagehost.org/view/0795/amary_bandagen_blut][img]http://i.imagehost.org/t/0795/amary_bandagen_blut.jpg[/img][/url]

Ein Liebesbrief an Rogan..

Verfasst: Sonntag 22. November 2009, 19:36
von Amary Ann Louisan
Amarys Finger umklammerten einen Brief, dieser wurde zwar in ihrem Briefkasten gelegt aber laut den Zeilen war er für Rogan bestimmt.
Murmelnd las sie die Zeilen“ in deinen Armen liegen…“Ihre Stirn legte sich in Falten.
Sie presste die Lippen fest aufeinander und las Interessiert weiter, bis die Unterschrift einer Elisabeth am Ende zu lesen war. Es war ein Liebesbrief einer Frau die Amary nicht kannte. Und laut des Briefes hätte wohl Rogan schon länger eine Andere Frau neben Ihr. Es war schmalzig geschrieben und zu unwirklich. Wann hätte Rogan sich mit dieser Dame den Treffen sollen? Wenn er Tag und Nacht an ihrer Seite war? Wie blöd hielt wohl diese Person sie? Wohl war die Person nicht selbst hell genug dieses Spiel richtig auszuspielen…
Und dann, brach aus ihr ein Gelächter heraus. Sie Lachte köstlich über den verlogenen Brief und verstand sogleich auch den Zweck diesen.
Natürlich war er extra in ihren Briefkasten gelegt worden. Wieso den auch nicht? Rogan hat zwar sein Haus und seinen Briefkasten gleich neben ihrem Haus. Aber da sollte der Brief ja auch eigentlich nicht wirklich hin.
Kichernd steckte sie es ein. Rogan wird sich sicher auch köstlich amüsieren und das wollte sie ihm nicht vorenthalten.
Immer noch Kopfschüttelnd und Lachend, ging sie zu ihrem Feld…

Ich bin bereit mich zu verändern...

Verfasst: Donnerstag 31. Dezember 2009, 11:46
von Amary Ann Louisan
Eiskalt pfiff der Wind an ihr vorbei und zerrte an dem warmen Mantel der ihren schlanken Körper bedeckte.
Sie lief durch die Menschen leere Strassen und wirkte in ihren unruhigen Gedanken versunken.
„ Bin ich wirklich nun bereit für eine richtige Bindung? Oder ist es nur wieder eine Laune von mir die bald vergeht?“
Sie haste dieses Gefühl der Einsamkeit, für den sie selbst verantwortlich war. …
„ Vielleicht hatte Sir Reensdorf ja Recht und ich sollte mich einfach öffnen um eine neue und dauerhafte Beziehung einzugehen.
Aber welcher Mann würde mich aushalten?
Bin ich zu selbständig? Zu verwöhnt? Zu kompliziert?
Wo findet man einen Mann der kein Schosshund ist? Der sein eigenen Weg geht ohne ständig neben mir zu hocken und zu warten bis ich weiteren Befehl gebe? Wo ist solch ein Mann der mir die Stirn bieten kann? Vor dem ich Respekt habe?
Leise seufzte sie, den es schien unmöglich zu sein den Richtigen zu finden, oder erst gar nicht suchen? Vielleicht steht er irgendwann einfach mal vor der Taverne? „Bis dahin bin ich sicher schon alt und grau.
Aber diese kurzfristigen Liebeleien die mich nur für eine Nacht zufrieden stellten, reichen nicht mehr. „
Knirschend gab der Schnee unter ihren Füssen nach, sie lief weiter Richtung ihrer Taverne.
Ein sanftes Lächeln legt sich auf ihre Lippen.
„ Ich würde jetzt einfach die Augen offen halten“