Seite 3 von 3

Verfasst: Donnerstag 2. Juni 2011, 13:19
von Sarya Lenia Vhelvet
Die Nacht war ein guter Gefährte wenn es darum ging zu richten. Viele Jahre schon ist die Magistra durch die Räume der Ordensburg geschritten, Viele Seelen hatte sie schon erlöst von ihrem sinnlosen Leben. Das Blut vieler klebte an ihren Händen, sie sah es, sie sah die Seelen, jede Nacht wenn sie die Augen schloss und anstatt sich zu fürchten genoss sie jede Sekunde während all jene ihr drohten oder auch anbettelten.

Sie würde so schnell nicht zu ihnen stossen nach Nileth Azur, dem Reich der Toten und die Brücke überqueren um eins zu sein mit ihnen.
Wer weiß vielleicht gab es für sie einen anderen Platz dort in dem Lande aus dem nur selten jemand lebend wiedergekehrt ist.

Die Schatten tanzten einen freudigen Tanz um sie herum, während sie durch die kühlen, dunklen Gänge der Burg trat. Sie brauchte kein Licht, sie brauchte nicht einmal ihre Augen, sie spührte es und hörte es, worauf sie zuging.
Ein lebendiges Herz, voller Kraft pochte es nervös in der Brust eines Mannes, der seine letzte Seite in der Geschichte des Ordens bereits geschrieben hatte.
Ihr Stab gab ein leises Pochen als Echo wieder, während sie weiterhin langsam und gelassen ihren Weg ging.

Wie immer roch sie bereits weit entfernt von ihrer nächsten Beute den Gestank der Angst. Dieser drang aus allen seinen Poren und schrie ihr entgegen : "Habe Erbarmen!"

Der Kopf wurde leicht gesenkt, die Augen wurden nun völlig geschlossen, die Schritte blieben in einem gleichmäßigen Takt.
Ein Arkorither kannte kein Erbarmen, kein Mitleid, er tötete oder ließ am Leben wenn er sich sicher war das das was ihm gegenüber stand noch einen Nutzen für ihn hatte.

Sie trat nun durch die eiserne Tür in das Schlafgemach ein, er stand erstaunlicherweise bereits inmitten des Raumes und sah sie aufmerksam an.
Die Mundwinkel zuckten empor, ehe sie zu ihm sprach: " Komm Bruder Mirlas, du kannst mir noch einen guten Dienst erweisen, indem du mir bei einem kleinen Experiment hilfst", die Stimme erklang heiser, doch die Strenge und die Überzeugung in ihrer Intonierung ließen die Schultern des Adepten erleichtert hinabsinken.

Der Gestank nahm abrupt ab und man sah die zwei noch durch die Gänge davonziehen.
Stunden später erklang durch die Gänge der Burg ein durch Mark und Bein grellendes Geschrei und am nächsten Morgen würde man in der Folterkammer einen bis zur unkenntnis verunstalteten Leib finden.

Würde man diesen untersuchen, würde man vielleicht herausfinden, das keiner auch nur eine Hand an diesen Menschen gelegt hat, vielleicht Selbstmord?
Aber wer würde sich in Todeseifer solche schmerzhaften Wunden zufügen?

Lautloses Ende

Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2012, 14:30
von Ramnus Githago
Nachdem die Rune blutrot aufglühte hörte er das dumpfe Knacken der Türschlösser.
Fast lautlos glitt die schwere Eisentür auf und gab den Weg frei in die Nacht.
Der Vollmond erhellte den Vorplatz der Burg, nur vereinzelt verdunkelten große Wolken die Himmelsscheibe. Die Kontur des Magisters bildete keinen großen Kontrast in seiner schwarzen Robe. Während er die Stufen der steinernen Treppe herunter trat, nahm er einen tiefen Atemzug der klaren Luft. Heute hatte er einen Auftrag der besonderen Art.


[img]http://view.stern.de/de/picture/2133973/Baum-Ente-Vollmondnacht-Joke-Ugly-Duck-Schwarz-510.jpg[/img]

Auf dem Vorplatz angekommen sammelte er sich.
Ein kurzer Seufzer ging von ihm aus bevor sich seine Gestalt veränderte.
Der Körper des Mannes wuchs auf die doppelte Größe an, wurde breiter und muskulöser.
Knochen brachen, formten sich neu während der Magus seine ganze Konzentration aufbringen musste um nicht zu schreien vor Schmerzen. Er krümmte unwillkürlich seinen Rücken, spannte ihn an und drückte ihn durch als sich die riesigen Schwingen aus dem Rückgrat bohrten.
Selbst seine Hände wurden größer, die Finger dünner und mit Krallen versehen.
Auch sein Gesicht vollzog sich der Metamorphose, wurde breiter und animalischer bevor die Verwandlung abgeschlossen war.


[img]http://static.desktopnexus.com/thumbnails/82024-bigthumbnail.jpg[/img]

Doch auch wenn der Körper nun viel massiver und größer war, stemmte sich die Kreatur mit Leichtigkeit mit einem Sprung in den Nachthimmel. Die ledernen Flügel pflügten sich lautlos durch die Vollmondnacht und brachten den Gargoyl auf Geschwindigkeit. Er war in seinem Element. Die rotglühenden Augen verfolgten jede Bewegung und suchten gnadenlos ihr Ziel.
Den Bruder des hohen Ordens.
Er profitierte von seinen dämonischen Fähigkeiten die jede Lichtquelle überflüssig werden ließen.

Dann sah er ihn.
Pfeilschnell ließ sich der Gargoyl zu Boden fallen und landete hinterrücks des schwarz gekleideten Mannes. Mit einem Satz war er direkt hinter ihm. Die klauen besetzte Hand schoss vor und umfasste den Hals seines ahnungslosen Opfers. Mit einem dumpfen Knacken brach er ihm das Genick, womit die Kreatur den Mann zum Schweigen brachte. Leblos fiel der Körper auf die kalt nassen Pflastersteine. Ein kurzes misstrauisches Beschnüffelt bestätigte den Tod. Zufrieden nahm der Dämon seine Beute auf und trug sie durch die Vollmond Nacht ins Gebirge.