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Verfasst: Freitag 30. März 2007, 13:46
von Lanaya Shevanor
Gänzlich unausgeschlafen erwachte sie noch vor dem Morgen. Nebel zog über die Gräser vor dem Fenster und verzauberte unzählige Konturen des Waldbodens zu gar schauerlichen Gebilden. Ein kurzes Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Tatsächlich besah sie gerne diverse Schauspiele der Natur. Meist jedoch gingen ihre Gedanken über das Schöne hinaus zur Nützlichkeit. Bald schon würde das Auge Eluives seine Wanderung über den Himmel beginnen. Entschlossen wurden die glatten Beine aus der Wärme des Bettes hinaus über dessen Kante geschwungen und sie stand auf. Die Tage hatte es wirklich einiges gegeben was sie zum Reagieren zwang. Auch heute hatte sie viel vor. Mexur war am Abend ausgesandt worden sich zu beweisen. Gezielt hatte sie ihr wenige Informationen zukommen lassen die falls sie zutreffend waren und auf den Herren passten von dem sie berichtet hatte ganz neue Möglichkeiten eröffnete.

Energisch führte sie die Bürste durch ihre Haare diese von der Nacht entwirrend und schließlich zusammen nehmend. Das Wasser mit dem sie sich gewaschen hatte war eisig und hatte die Haut gerötet was erst verschwand nachdem sie sich endlich die Robe übergezogen hatte. Wieder einmal folgten die Finger bewundernd der Beschaffenheit des Stoffes der in sich selbst eine gewisse Magie barg. Sie fühlte sich wohl darin und ab und an schien es als würde sie die Gier nach Licht und Wärme teilen. Wie sonst hätte sie sich erklären können ein Blick aus meerblauen Augen sie an anderes Denken ließ als an ihre Pflichten. Ihr war nicht klar gewesen wie seltsam ihr Name klang so er weich ausgesprochen wurde. Gänzlich ohne Hintergedanken doch schmeichelnd und angenehm. Die Fidel des Umhangs schließend strich sie den Stoff glatt. Eine Arkoritherin musste glänzen im Bewusstsein ihrer Pflichten. Sie würde sich nicht leiten lassen. Nicht so und auch nicht von ihm. Sie wollte wählen und sich erheben so sie es für richtig befand. Das Problem an der Sache allerdings war - er ihr die Wahl ließ obgleich es im Grunde keine gab. Er würde sie nicht zwingen bei ihm zu bleiben und dennoch hielten sie noch andere Fesseln fest als die Pflicht. Nicht die Angst die ihr Dasein stets an die Aufgabe und das was bei einem Versagen passieren könnte erinnerte. Nein, sie fühlte sich wohl an seiner Seite und die Macht die durch jede seiner Bewegungen und Worte sichtlich wurde zogen sie an. Die Kapuze über die Ohren streifend verwarf sie derlei lästige Gedanken und ließ das Haus der Alchemistin hinter sich.

Kurze Zeit später befand sie sich dort wo sie gestern aufgehört hatte. Ruhig lagen die Regale der Bibliothek vor ihr und entschieden legte sie Umhang und Handschuhe ab. Das weiche Leder der neuen Stiefel knartschte etwas während sie die Gänge entlang schritt. Alle möglichen Bücher und auch einzelne Schriften wurden eingesammelt und zu einem Pult gebracht. Sie versenkte sich nahezu in der Thematik okkulter Schriften und deren Bedeutung. Gleichsam wurden Aufzeichnungen über Gestirne und ihren Lauf hinzu gezogen. Inzwischen war sie sich nahezu sicher das es sich bei der Schuppe um den Teil einer Drachenschuppe handelte. Was jedoch sollten diese Linien? Auf irgendetwas mussten sie hindeuten. Womöglich jedoch lag auch die Bedeutung selbst in Ihnen und somit... wurden die Schriften gewälzt. Nach nur wenigen Stunden schwirrte ihr bereits der Kopf. Soviele Ornamente, Vignetten, komplexere Zeichnungen und einfache Linien deren Bedeutung so vielschichtig waren das irgendwann alles gleich aussah. Nein, so würde man nicht weiterkommen. Den Rücken durchstreckend was dieser ob der langen Haltung mit einem verdächtigen Knacken quittierte schob sie die Schriften und Bücher zur Seite. Die Augen schließend lehnte sie sich zurück und rief das was sie gesehen hatte vor ihr geistiges Auge. Dieses Bild festhaltend wurde es wenige Momente später als für jeden sichtbare Illusion über dem Pult schwebend abgebildet. Einige Male ließ die das Bild sich drehen, betrachtete es von allen Seiten. Hatte man etwas übersehen? War es einzigartig? So viele Fragen kamen in ihr auf und den Büchern wurde ein nahezu vernichtender Blick zugeworfen. Warum gaben sie keine Antwort?

Mit einem seufzend ließ sie die Illusion fallen und zeichnete ein Abbild derer auf Pergament. Das Abbild wurde an einer Wand der Bibliothek befestigt und bald schon sah man sie davor auf und ab gehen ganz den eigenen Gedanken nachhängend. Schritte vor der Türe nahm sie nicht wahr. Auch als diese geöffnet und wieder geschlossen wurde reagierte sie nicht. Bücher und Pergamente wurden geraume Zeit später wieder an ihren Platz sortiert. Was sich hier alles fand war zwar lehrreich doch würde es wohl mehr als die Jahre dauern die sie bislang hier verbracht hatte um wirklich 'alles' zu verinnerlichen. Vermutlich würde ein Leben gar nicht ausreichen und so hatte jeder seine Gebiete auf denen er überragend war. Müde strich sie sich über die Augen und löschte die Kerzen. Inzwischen stand die Sonne hoch am Himmel was man innerhalb der dicken Steinmauern nur zu gerne vergessen konnte. Es war Zeit aufzubrechen. Erneut wurden Umhang und Handschuhe angelegt ehe sie mit einem schwebenden Gang die Treppen hinunter eilte. Dumpf hallten die Schritte von den Wänden wieder was ihr stets eine Gefühl der Sicherheit verlieh. Solange es nur Schritte waren bestand keinerlei Anlass achtsam zu werden. Mischte sich jedoch in den Klang der Schritte der Beiklang eines Magierstabes, der nahezu pochend auf jede Stufe gesetzt wurde, stellten sich ihr die Nackenhaare auf. Schnell wurde der Gedanke verworfen und sie eilte aus den Toren hinaus. Geraume Zeit später hatte sie ihr Ziel erreicht nur um auf einen Pagen zu treffen dessen Gesicht sicherlich schon einmal bessere Tage gesehen hatte.

Die Nachricht nahezu ruhig vernehmend teilte sie ihm mit was nötig war und verließ die Stadt ebenso rasch wie sie diese betreten hatte. Sie selbst würde auf den dazu gebetenen Herren warten um mit oder ohne ihn zu erscheinen wo man sie haben wollte.

Verfasst: Freitag 30. März 2007, 14:42
von Iloiss Tso´al
Mit einer sanften, dem Uhrzeigersinn folgenden, Wischbewegung öffnete sich die mit Eisen beschlagene Bibliothekstür und gab die Sicht auf eine schlichtweg mit Bücherregalen, Pergamentfetzen und Schreibtischen überfüllte Räumlichkeit frei. Während er mit einem großen Schritt über die Schwelle ging und darauf achtete, das jeder Fuß auf einem einzelnen Stein abrollte - er hasste es auf eine der unzähligen Kacheln zu treten, die den Boden zierten - prüfte er eingehend sein Umfeld. Er trug, wie stets, seine nachtfarbende Robe, welche jegliches Licht in sich aufsog, die dazu gehörige Ledermaske, welche sich bei jedem Atemzug aus- und ein beuelte und die tief ins Gesicht hängende Kapuze, deren Schatten die letzten Hautreste in sich verschwinden lies. Der Windhauch am Rücken lies ihn bemerken, dass die Holztür langsam wieder zu schwang. Gemächlich rollten seine dunkelbrauen Augen umher und fixiert für einen kurzen Moment Lanaya, die aufgeregt auf und ab ging und ihn fast gar nicht wahr nahm. Erst als er den Schmerz in seiner Lippe registrierte, fiel ihm auf, dass er gedankenversunken darauf gebissen hatte. Sie hat mich gesehen, weshalb grüßt sie nicht? Was denkt sie? Ich erkenne sie in letzter Zeit kaum wieder... sie verlässt mein Haus, wird nur abends gesichtet und Tagsüber durchforstet sie die Bücher. Sie verändert sich.... und mir missfällt das! Stein für Stein schlich er hinüber zu einer weit entfernten Holzback und lies sich, levitierend, darauf nieder. Das Pergament mit der seltsamen Zeichnung hatte Iloiss schon beim Eintreten bemerkt, nun jedoch gewann es sein Interesse und die dunklen Augen formten sich zu ovalen Schlitzen. Trotz seines Alters und den vielen anstrengenden Büchern, die er in seinem Leben gelesen hat, konnte er noch erstaunlich gut sehen und er versuchte die Symbole auf dem Pergament, zu verstehen. Lanaya half dabei jedoch nur minder, durch ihre aufgeregte Gangart schnitt sie stets den Blick zwischen Iloiss und dem Pergament und seine Augen mussten sich nach jeder Kreuzung wieder neu sammeln und den letzten Fixpunkt aufsuchen. Es dauerte nicht allzu lange und seine Schwester verschwand aus der Bibliothek, zum Ärgernis von Iloiss, denn sie verabschiedete sich genauso freundlich, wie sie ihn begrüßt hatte - gar nicht. Für einen längeren Moment resignierte er dort, alleine auf der Bank. Dann jedoch entschloss sich Iloiss das Abbild näher zu begutachten. Was er dort, nun aus der Nähe, sah, lies ihn lediglich die Stirn runzeln... ... ...

Verfasst: Dienstag 3. April 2007, 22:46
von Lanaya Shevanor
Sie hatte den Alten wahrlich nicht gesehen. Abgelenkt oder gar in Gedanken könnte man es nennen. So vieles ereignete sich die Tage und nicht alles sagte ihr zu. Bei Weitem nicht. Dieser störrische Esel der ihr ständig misstraute und sich mit keiner Antwort zufrieden gab ging ihr gewaltig auf die Nerven. Einige Male war sie versucht ihm zu zeigen was ein loses Mundwerk oder derlei Betragen gegenüber einer Arkoritherin bedeutete. Gleichsam wusste sie das dies ein überaus dummer Schachzug wäre. Man brauchte ihn. Er besaß Informationen die für ihre Aufgabe wichtig waren. Dummerweise fütterte er sie jedoch nur Stückchenweise... scheinbar vergaß er hierbei verschiedenen Leuten Gleiches zu berichten. Kurzum – sie traute ihm nicht einmal so er in ihrem Blick weilte. Einzig die Weisung des Meisters und der damit zusammen hängenden Bitte seiner Heiligkeit hielten sie ab sich zu nehmen was er bieten konnte. Schon wieder waren einige Tage vergangen seitdem sie die Bibliothek aufgesucht hatte. Mexur hatte ihr die zweite Schuppe überlassen welche in Zwischezeit ihren Weg zur Ahad gefunden hatte.

Einiges war hierbei besprochen worden. Fast schien es das soviel Neues hinzugekommen war und gleichzeitig warf es nur neue Hürden und Rätsel auf. Das Kloster war eine Sache. Ein Hineinkommen sicherlich einfacher als darin zu wandeln und in dieser Zeit auf etwas zu verzichten das zu ihr gehörte wie das Atmen. Gleichsam reizte es sie mit eigenen Augen neues aus der Grafschaft zu erfahren. Das Schreiben an seine Erlaucht von Hohenfels war rasch aufgesetzt. Die Antwort allerdings gab ihr zu denken. Was gab es, das sie nicht wusste, was eine Empfehlung derart schmälerte. Einige Tage wollte sie sich Zeit lassen ehe sie ihm mitteilen würde das sie wieder auf dem Festland weilte. Riskant – durchaus. Dennoch sie hatte sich verändert in der Zeit. Nicht nur älter war sie geworden sondern auch ihre Figur hatte sich geformt. Längst schon wirkten die weiblichen Züge nicht mehr so grotesk an der schlanken Gestalt. Ein prunkvolles Kleid, ein ordentliches Mieder und man würde sie wohl kaum mit dem jungen Ding von 'damals' vergleichen.

Bevor es allerdings so weit war gab es viel zu tun. Sarog hatte sie nicht gesehen. Mit Lythiana und Iloiss hatte sie jedoch gesprochen. Beide wussten um die zweite Schuppe, die Zeichnungen und die Zeilen welche ein weiteres Rätsel enthielten. Einzig das Treffen mit Vandrak, seinem Gehilfen und der Ahad und der 'Austausch' der Schuppen fehlte Ihnen noch um das Wissen zu ergänzen welches sie bereits hatten. Somit war es wohl Zeit den alten Herren aufzusuchen, wie sie ihn nur halb im Scherz nannte. Seit sie diese Schuppe verwahrte fühlte sie sich schrecklich. Das Pulsieren war ihr am Anfang nicht sonderlich stark vorgekommen doch inzwischen konnte sie es bereits voraussagen. Es war als wüsste sie genau wann dieses 'Ding' derlei Regung zeigte. Auch die Gefahr die damit verbunden war schien keinesfalls klein. Höchste Zeit dem Arcomagus zu treffen. Auf ihr Schreiben hatte er nicht reagiert und sie fragte sich ob er es schon erhalten hatte. Die Schultern straffend wanderte sie höchst aufmerksam den Pfad entlang. Die Schuppe lag sicher verborgen und eingeschlagen in einer Schatulle die sie in einer entsprechend großen Tasche unter ihrem Mantel verbarg.

Kurz nur spürte sie ein gewisses Verständnis für Vandrak. 15 Jahre mit solch einer Last zu reisen – erschreckend. Innerlich aufatmend als die Ordensburg in Sicht kam verschaffte sie sich auf gewohnte Art und Weise Zugang. Berechnend glitt der Blick an der kalten Mauer empor ehe sie sich letztendlich dem Inneren des Gebäudes zuwandte. Diesmal zog es sie auf das Dach. Ohne den Arm von der Tasche zu nehmen sank sie vollständig bekleidet auf einen der steinernen Stühle und lehnte sich zurück. Die kühle Abendluft war überaus angenehm und ehe sie sich versah schlief sie im Sitzen ein. Kalt war ihr nicht. Ob des magischen Stoffes oder dem Inhalt ihrer Tasche vermochte sie heute allerdings nicht zu sagen. Unruhig würde ein Beobachter die Augenlieder flackern sehen. Scheinbar war auch dieser Schlaf alles andere als erholsam. Mitten in der Nacht wachte sie auf. Irgendetwas hatte ihre Aufmerksamkeit geweckt und sie aus dem ohnehin schon leichten Schlaf geholt. Suchend glitt der Blick um sich ehe sie Aufstand.

Verfasst: Mittwoch 4. April 2007, 11:59
von Jago di Trequona
Mitten in der Nacht schienen sich die Schatten vor der Ordensburg zusammenzuziehen und zu verdichten, ehe sich plötzlich rot glühend die Wirklichkeit teilte und begleitet vom Tosen der Sphären der Erzmagier hindurchschritt. So schnell, wie es entstanden war, schloß sich das Tor hinter ihm, die Flügel der Ordensburg schwangen geräuschlos auf und der Zauberer trat hindurch.
Im Innenhof verharrte er einen Moment und es schien, als rutsche ihm eine schwere Last von den Schultern. Es tat gut, wieder hier zu sein, fort aus der unmittelbaren Umgebung des Meisters. Einige Tage hatte er mit ihm auf einer nahe gelegenen Insel verbracht, hatte alte Gemäuer besucht, sich durch muffige Katakomben gequält, gesichtet was es noch zu sichten gab - und all dies Seite an Seite mit etwas, von dem er selbst nicht wußte, ob er es hassen oder lieben sollte.
Ein Gutes hatte diese Exkursion allerdings gehabt: Das stetige Beben und Verlangen, dieses immerwärende "Finde mich! Wecke mich!" hatte sich auf ein erträgliches Maß zurückgestutzt.

Bis er Lanayas Brief auf seinem Schreibtisch fand.

Der Magier schloß die Augen und ballte die Hand, die das Schreiben hielt, zur Faust. Also weiter, weiter....!
Sie mußten endlich vollenden, was sie angefangen hatten. Wo war Lanaya? Er machte auf dem Absatz kehrt und trat erneut in den Innenhof hinaus.

Verfasst: Mittwoch 4. April 2007, 15:36
von Iloiss Tso´al
Als er die Augen wieder öffnete, griff das diffuse Licht der brennden Kerzen seine Pupillen an und er presste die Lider wieder stärker runter um den Schmerz zu ertragen. Im Laufe der letzten Stunden hatten sich seine Kopfschmerzen wie Bausteine immer höher gestapelt, so dass er fast unter dem Gewicht zusammen gebrochen wäre, hätte er nicht eine Pause eingelegt. Um ihm herum flatterten ein halbes Dutzend an Flügelaffen, zogen Bücher aus den Regalen und schleppten diese unter Anstrengung zu einem freiem Schreibtisch oder trugen partnerweise einen dicken Wälzer wieder zurück an den Platz, aus dem sie ihn gezogen hatten. Das Pergament mit den gezeichneten Symbolen Lanayas hatte sich so sehr in sein Kopf gebrannt, dass er selbst bei geschlossenen Augen die Umrissen hinter seinen Lidern klar und deutlich erblicken konnte. Lange verweilte er schon in der Bibliothek und dank der geflügelten Affen kam er viel schneller voran als er es ohne getan hätte. Zwar konnten die Äffchen nicht lesen, aber sie hatten sehr gute Augen und Iloiss hatte ihm das Wortbild von zwei verschiedenen Wörter suggeriert. "Schuppe" und "Drache" waren die beiden Nomen. Die Äffchen blätterten mit wahnsinniger Eile Blatt für Blatt um und überflogen Zeile für Zeile um die Wortbilder zu entdecken und Iloiss' Aufmerksamkeit mit leisem Fiepsen zu erhalten. Oft - nein - bis jetzt immer waren die Zusammenhänge jedoch nutzlos und er hatte sich überlegt lieber selber zu lesen, anstatt alle paar Momente aus seiner Konzentration gerissen zu werden. Knapp die Hälfte der Regale hatte er an diesem Tag schon durchforsten lassen, jedoch ohne Erfolg. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass in dieser Bibliothek, dessen Bücherzahl fast sein Zählvermögen sprengte, kein einziges Werk einen Hinweis auf diese Symbolik geben konnte.
...
Es reichte ihm. Die Zeit rannte schneller und schneller und die letzten beiden Kapitel der Wissensammlung über Daimonolicia hatte er bereits unkonzentriert gelesen und sofort wieder vergessen. Er beschloss am späteren Abend weiter zu forschen und nun eine große Pause einzulegen. Die Äffchen stellten brav alle Bücher zurück an Ort und Stelle, ehe sie, scheinbar von den Fugen der Steinplatten auf dem Boden, aufgesogen wurden und diese Welt verließen. Er vermummte sich und schritt, Stein für Stein, aus der Bibliothek und näherte sich dem Ausgang des Turmes.
...
Ein kleiner Schwall von Überraschung durchfloss seine Adern, als er Jago im Innenhof stehen sah. Das Leder der Maske bewegte sich aufgrund seines Grußes: Dem einem Vater zum Gruße, Bruder. Er nickte ihm im Vorbeigehen noch freundlich zu und verließ die Burg. Ledigleich eine schwache Aura von Enttäuschung möchte man im Innenhof vernehmen können.

Verfasst: Montag 9. April 2007, 19:42
von Lanaya Shevanor
Unruhig gingen die Schritte auf dem Dach auf und ab ehe sie sich endlich gen der Brüstung wandte. Die Gestalten hatten den Hof bereits verlassen so das sich ihre Aufmerksamkeit rasch auf einen Punkt in der Ferne lenkte. Dieser stetige Schmerz im Bein trieb sie nahezu zum Wahn. So also bekam man ein missglücktes Experiment eingebläut. Diverse Übungen mit Iloiss waren die reinste Erholung so sie es verglich. Dennoch, wer selbst Schuld hat muss es auch ertragen können. Die Erkenntnisse darüber würde sie die Tage festhalten. Als sie der Schritte gewahr wurde wirbelte sie herum und sah direkt in Jago's Antlitz. Das Kinn angehoben musste sie wie immer etwas aufsehen ehe ihr Blick den Seinen kreuzen konnte. Er wirkte überaus müde und als sie später erfuhr wo er gewesen war konnte sie es durchaus nachvollziehen.

Dennoch, zunächst einmal setze sie ihn ins Bilde. Bald eine Stunde lang hatte sie erzählt, erklärt und dargelegt wie es verschiedene Parteien sahen. Nun kam es ihr zu Gute das sie selbst die Illusionsmagie als einen Teil ihres Lebens betrachtete und sie dementsprechend beherrschte. Es war nicht sonderlich schwierig ihm die Abbilder dessen zu zeigen was sie selbst mit eigenen Augen gesehen hatte. Auch musste sie sich bei dem Arcomagus nicht einmal wiederholen. Er verstand auf Anhieb um was es ging und zog die richtigen Schlüsse. Dies war eine der Eigenschaften die sie so sehr an den Ordensmitgliedern liebte. Man Verstand hier auf Gesten und Worte zu lauschen wie an keinem andere Ort. Gleichsam war dies natürlich notwendig da man ansonsten schlichtweg nicht lange genug überlebte um seine Macht zu mehren. Endlich war ein Ende gefunden und vorsichtig reichte sie ihm weswegen sie gekommen war. Er würde darauf achten, dessen war sie sich sicher. Beruhigt und gleichsam erleichtert antwortete sie dementsprechend auf sein abschließendes „Ja, bring mich zu Bett...“. Solange noch derlei Sprüche von ihm kamen konnte es ihm nicht zu schlecht gehen.

Sie selbst jedoch eilte im Schutz der Dunkelheit ins Haus der Alchemistin. Stück um Stück der Ordenskleidung wurde abgelegt und sorgsamst verstaut. Eine einfache doch bequeme Robe ersetze die Kleidung. Fast schon mit einer bedachten Bewegung zog sie die Robe hoch und wandte sich endlich der Wunde zu. Dunkel, fast schwarz zogen sich die Adern um eine an sich schon verfärbte Hautstelle. Sacht strich sie mit den blassen Fingern darüber deren Kontrast nun nahezu grotesk wirkte. Die Augen zur Decke richtend ignorierte sie den stechenden Schmerz. Tatsache... es war gewaltig schief gelaufen aber das hatte sie schließlich auch schon zuvor gewusst. Die Klingen jene in der Übung mit Iloiss verwendet worden waren fügten ebenfalls Schmerz zu. Allerdings nur solange sie trafen und nichts was blieb... dies hier jedoch.. unfassbar. Warum nur hatte sie dem Ehrgeiz nachgegeben. Die Übungen mit dem Bruder waren nach so langer Zeit überraschend gut verlaufen... ihre eisblauen Augen blitzen auf während sie sich im Stillen die Frage beantwortete.

Für Heute allerdings war es genug. Diese Wunde würde heilen – bis es soweit war würde sie sie an einen Fehler erinnern. Ruhig wurde die Robe wieder herunter gekrempelt bis sie auch die Knöchel sittsam verdeckte. Dann jedoch stand sie auf und verließ das Haus noch ehe der Morgen graute. So man sie die nächsten Tage antraf hinterließ sie wohl einen höchst zweifelhaften Eindruck.

Verfasst: Montag 7. Mai 2007, 12:16
von Lanaya Shevanor
Der Kampf war gewonnen und die Schatten vertrieben. Lange war es her seit sie so klar gesehen hatte und einige Dinge nahmen nun erst Kontur an. Die Schmerzen waren verflogen und keine Unebenheit oder fälschliche Farbgebung verunzierte die Haut dort wo sich die magische Wunde befunden hatte. Glatt, blass und kühl wie eh und je ähnelte das Bein eher dem einer marmornen Statue als dem eines Menschen. War es Schicksal gewesen? Sie hatte ihre Aufgabe nicht erfüllt und wenngleich der Kriegsherr überaus erfreut gewesen war sie zu sehen fürchtete sie das Urteil des Meisters. Er wusste alles, nichts blieb ihm verborgen und Menschlichkeit war ein Fremdwort das keinesfalls zu seinem Wesen passte. Sie sah ihn nicht als Menschen, keinesfalls. Scheinbar hatte sich viel zugetragen und das Puzzle fügte sich immer mehr zusammen. Es kam wie es hatte kommen müssen. Sie hatten in die Wege geleitet was nötig war nun nahm es seinen lauf. Niemand, kein lästerliches Schandmaul konnte ihnen die Arbeit absprechen. Sollten sie sehen wo sie blieben ihre Aufgabe hatte sich erübrigt.

Dennoch, unruhig und stetig drängte es sie aus dem Haus. Ihr Weg führte sie durch die heilige Stadt die sich kaum verändert hatte. Einige neues Gesichter vielen ihr auf. Schritt um Schritt erreichte sie ihr Ziel. Die Hände auf die rauen Steine der Zinnen gelegt war das Gesicht in westliche Richtung gewandt. Helles Haar wehte im Abendwind während sie die Augen zusammenkniff um auf der Insel etwas zu erkennen. Kein Turm erhob sich dort. Noch schien die Zeit nicht gekommen und nur wenige Liedschläge später lief sie Treppe um Treppe hinab um das Anwesen als auch die Stadt zu verlassen. Der Abend wich inzwischen der Nacht. Schatten tanzten zwischen dem nun düster wirkenden Wald und nur wenige Geräusche drangen an ihre Ohren. Die schwarze Ordensrobe schmiegte sich wie ein vertrauter Freund um sie. Kälte oder unwohlsein schienen darin gar nicht aufzukommen. Trotzdem fühlte sie einen Stich der Enttäuschung als auch an ihrem zweiten Ziel des Abends oder besser der Nacht niemand zugegen war. Einsam und verlassen machte das kleine Häuschen einen kargen Eindruck. Wo waren seine Bewohnerinnen? Stirnrunzelnd wandte sie sich ab.

Spät war es geworden und sie verspürte wenig Lust den Heimweg anzutreten. Eine nordwestliche Richtung einschlagend steuerte sie kurzerhand den Sitz des Ordens an. Beide Türme lagen dunkel und schlafend vor ihr. Sicher führten sie die weiteren Schritte in das Innere der Burg. Im ersten Moment war es auch hier recht düster. Mit jedem Schritt allerdings flammten die Fackeln an den Wänden auf als wollten diese sie begrüßen. Ein dünnes Lächeln auf den Lippen zog sie die Luft ein. Die Eindrücke waren überaus vertraut. Zielstrebig ging es weiter gen Bibliothek. Tatsächlich gab es etwas das sie dort zu erledigen hatte. Auch hier entzündeten sich die Fackeln und Kerzen noch während sie diese passierte. Liebevoll strichen ihre dünnen Finger über diverse Buchrücken ehe sie endlich gefunden hatte was sie suchte. Sich setzend vertiefte sie sich über Stunden hinweg in die Lektüre. Seite um Seite wurde durch einen kaum merklichen Wink des Zeigefingers umgeblättert. Auf einem separatem Pergament war derweil eine Feder damit beschäftigt die von ihr gewünschten Stichworte darauf zu bannen. So man sich näher damit befasste würde einem wohl zuerst dies hier ins Auge springen...


C U T I D
U Z E T I
T E R E T
I T E Z U
D I T U C


Ebenfalls zierten einige Zeichnungen das Pergament. Verschiedene Formen, Anordnungen der Buchstaben ganz als wolle sie hier etwas festhalten das nicht jeder sofort entziffern kann. Als der Morgen graute war sie fertig. Zufrieden wurde das Buch an seinen Platz zurück gestellt. Noch während sie das Pergament ein letztes Mal überprüfte flüsterte sie wie um sich selbst daran zu erinnern 'Viereck, Kreuz, Kreis von der Hülle zum Kern'. Einige Stunden ruhte sie innerhalb der Ordensfeste. Überaus zufrieden mit dem was sie heraus gefunden stieg sie später gen des Daches empor. Etwas überrascht stockte ihr Schritt als sie gewahr wurde das sie nicht alleine war.

Verfasst: Dienstag 15. Mai 2007, 17:25
von Lanaya Shevanor
Prüfend glitt der Blick über die Beiden. Zumindest eine war ihr wohl vertraut doch wer war die Andere....? Wenigstens eine Frau... das war gut. Ruhig nahm sie Platz und gesellte sich dazu. Momente später schon stellte sich die Fremde vor. Still hörte sie zu und ab und an folgte ein Nicken in deren Richtung. Viele standen derweil am unteren Ende der Hierarchie, alle im Begriff aufzustreben. Noch waren sie keine Gefahr, doch eines Tages... mochte das anders sein. Burg und Haus glichen derweil einem Bienenschwarm. Stimmen belebten das Gemäuer und nicht selten platzte im denkbar ungünstigsten Moment irgendwo irgendjemand dazu. Wenn das so weiterging würde sie irgendwann aus versehen jemanden in die Luft jagen. Ein langer Blick mit der zweiten Maga am Tisch wurde ausgetauscht. Sie verstanden einander ohne große Worte. Wussten oftmals was die Andere dachte und waren wohl so ziemlich die Einzigen die einander nicht nach dem Rang trachteten.

Morde... Intrigen... lange war es her seit das Gefüge der strengen Ordnung durcheinander gewirbelt wurde. Winterkind und Frühlingsschmelze... wahrlich interessante Wesen waren dabei. Wie so oft nahmen ihre Gedanken einen anderen lauf und fast etwas erstaunt sah sie auf als sich das junge Ding verabschiedete. Ernster war die folgende Thematik... grotesk.. so man sie in Verbindung mit sich selbst wusste und dennoch fesselnd. Ratschläge, Empfehlungen... Wissen das sie selbst in sich trug und in den hintersten Winkel verbannte um sich nicht daran zu erinnern. Tatsächlich war es so das sie diesen nicht folgen wollte. Gereizt, gefährlich und unberechenbar konnte man sie die Tage ohne Zweifel betiteln. Doch was an Chaos folgte... übertraf dies bei Weitem. Nahezu geschlossen waren sie auf der Siegesfeier erschienen. Zu spät – doch immerhin. Der Abend nahm seinen lauf und einer schien dem Wein heute ganz besonders zu frönen. Leistete sich Schwäche wo keine angebracht war. Trug offen zur Schau was verhüllt bleiben sollte.

Doch kannte sie ein anderes Bild. Kannte was in ihm schlummerte und nahm sich in acht selbst in diesem Zustand das Falsche von sich zu geben. Andere besaßen diese Weisheit nicht. Gnade ihnen so er sich erinnerte. Mehr getragen und gestützt als selbst auf den Beinen wurde der Arcomagus letztendlich in eine Richtung dirigiert. Nur wenige Schritte von der Stadt entfernt hatte Aello ihm etwas eingeflößt was den Zustand nicht unbedingt verbesserte. Die Burg war weit.. die Stadt zu auffällig.. wohin also mit ihm? Kurzerhand machte sie ein Angebot welches sie später bereute. Mehr als 6 Leute in der kleinen Alchemistenhütte war wirklich kaum tragbar... eng... stickig und begleitet von einem dezenten Alkoholduft wäre sie am Liebsten gegangen und hätte sie alle alleine gelassen. Doch letztendlich siegte die Vernunft... nicht auszudenken was man ihren Aufzeichnungen alles entnehmen konnte. Wie konnte man sich nur so zulaufen lassen? Ein Bad im Fluss hätte sicherlich nicht geschadet doch störte etwas ihre Gedanken. Das war nicht seine Art. Mochten die Götter wissen woran es lag... doch gewöhnlich war es keinesfalls. Nicht sonderlich sanft wurde er versorgt während noch immer die ganze Bande herum stand.

Was sie dann jedoch fand lieferte ihr einen Grund sie hinaus zu bekommen. Einzig Iloiss bliebt an ihrer Seite. 2 kümmerten sich um das sonderbare Amulett das sie zuvor noch nie gesehen hatte. Wie lange trug er es schon? Zweifelsohne zierten keine Symbole es die in ihren Reihen gängig waren. Im Gegenteil – dieses Amulett hätte jedem gewöhnlichen Magier des Konvents oder den anderen Akademien gehören können. Einer wurde in die Stadt entsandt. Sollte er herausfinden ob diese Amulette dort gängig waren.

Zusammen mit Iloiss wurde der Betrunkene entkleidet. Das sie hierbei dem Bruder den unangenehmen Part überließ stand zweifelsfrei fest. Was sicherlich auch feststand war der Schock den der Arcomagus beim Erwachen erleiden würde. Halbnackt in 'ihrem' Bett... sie selbst schüttelte es bei diesem Gedanken und innig wurde gehofft das nicht die Person die derweil bei ihr Zuflucht suchte gerade heute Nacht davon gebraucht machen wollte. Schließlich ging auch Iloiss. Sie war alleine. Alleine mit einem überaus wehrlosem Arkorither der in der Hierarchie über ihr stand. Es wäre ein leichtes gewesen ihn zu beseitigen doch was würde hierbei alles verloren gehen? Nein, noch war die Zeit nicht reif. Noch konnte er sie lehren. Je länger sie saß desto größer wurde die Verlockung. Was trieb ihn dazu? Was war geschehen...? Sie musste es wissen. Mittel und Wege waren ihr bekannt.

Verfasst: Dienstag 15. Mai 2007, 20:13
von Iloiss Tso´al
Er verschwand in der Dunkelheit des Waldes und lies die Tür leise hinter sich ins Schloss fallen. Schritt für Schritt entfernte er sich von der gemütlichen Holzhütte Lanaya's, die, ohne Zweifel, auch für ihn passend gewesen wäre. Sein großes Haus brachte ihm mehr Probleme als es von nutzen war. Ständig mussten die letzten Aufzeichnungen gesucht und damit verbunden die Stockwerke gewechselt werden. Das alles kostete viel Zeit. Zusammengerechnet hätte er einige große Werke über vergangene magische Geschichte ihn sich aufsaugen können. Seine Gedanken drifteten schon wieder zu weit ab. Es waren keine 5 Augenschläge her, da entkleidete er Jago und lies ihn betrunken in Lanaya's Bett zurück. Er mochte sich viele unangenehme Aufgaben vorstellen, aber diese bog jedoch in eine bislang unbekannte Richtung. Auf dem Weg nach Hause machte er eine Fahrt in jüngste Vergangenheit, wie kam es zu all dem?

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Bajards Küche lockte ihn zu späterer Stunde am gestrigen Abend in die Taverne. Als "irgendjemand" verkleidet schlich er über den staubigen Weg hin zur Hafenstadt. Am Horizont konnte er schon einige Laternen wackeln sehen und auch der Schall von besoffenen Bettlern oder aufdränglichen Hafensängern klang in seinem Ohr. Bajard war jedoch so wie er es immer kannte. Er verstand es einfach nicht weshalb täglich in so einem kleinen Dorf eine so unzählige Menschenmasse feierte oder den letzten Rausch handelte. Eigentlich war es Iloiss auch gleichgültig, schließlich wollte er seinen leeren Magen mit der guten Küche beglücken. Es war entspannend von der Bevölkerung ignoriert zu werden, solange man "irgendjemand" ist und sich nicht automatisch in den Mittelpunkt zieht. Sehr entspannend sogar. Er grüßte den Wirt nur flüchtig, als er die Taverne betrat, ein kurzer Handgruß sollte genügen, schließlich wollte er nicht als "Neuer" abgestempelt und zum Gruß mit Bier überschüttet werden.
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Das Land war klein. Das begriff er in dem Moment als er Jago an der Theke sitzen sah. Die Arme auf dem Tisch verschränkt und der Kopf sank in die gebaute Höhle. Seltsam war es, dennoch freute er sich über Gesellschaft, er wurde also sofort angesteuert und ruhig setzte Iloiss sich neben ihn. Nach dem merkwürdigen Gruß seines Bruders und dem damit verbundenen Wink mit dem Zaunpfahl wurde ihm bewusst, das er nicht mehr Herr über sich war. Er rätselte für einen kurzen Moment ob er mehr Blut oder Alkohol in den Adern hatte, aber das war egal, es ging ihm nicht gut. Nach freundlicher Bitte begleitete Jago ihn nach draußen und sie konnten frische Luft schnappen. In Iloiss' Augen war das im Moment das Beste, was seinem Bruder wieder zu Besinnung kommen lies - hoffte er zumindest. Der fast gleichaltrige Bruder verhielt sich merkwürdig, er stellte ihm sogar die Frage ob er dem Meister immer treu wäre. Weshalb stellte er solch rethorische Fragen? Er war betrunken, das musste Iloiss sich immer wieder einreden. Betrunken. Ohne Kontrolle über Zunge und Hand. Er hielt es für das Beste ihn nach Hause zu bringen. Die jüngeren Geschwister waren eine große Hilfe auf dem Heimweg, welcher schwerer wurde, als er dachte.


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Langsam schritt er an der Arkoritherburg vorbei. Da stand sie. Mächtig und gar unzerstörbar. Der Orden hatte sich rasch wieder aufgebaut. Nach Außen hin mochten die Arkorither nur flüstern und sich verstecken, manche denken wahrscheinlich noch es gäbe sie gar nicht, aber genau das war beabsichtigt. Und in der Vergangenheit liefen alle Pläne und Vorbereitungen genau nach Plan. Er musste das Licht im Schlafraum angelassen haben - wie so oft. Durch den fleckig bewachsenen Wald konnte er sein Haus schon erkennen.

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Jago war nicht davon abzubringen den direkten Weg nach Hause zu nehmen. Er versuchte durch einen Sphärenriss eine magische Verbindung zu seinem Heimatstandpunkt aufzubauen, ohne dabei - so schien es Iloiss' - die magischen Winde in der Sphäre, die seit geraumer Zeit stärker wurden, zu berücksichtigen. Da waren sie nun. Die Stadtmauern von Berchgard im Osten und Varuna irgendwo hinter dem Wald am Horizont im Westen. Nächster Versuch - Varuna lag im Osten aber Rahal immer noch zu weit weg. Erneut ein Versuch, langsam Wuchs die Angst in Iloiss. Noch landeten sie unbeschadet, doch sollte es so weiter gehen?
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Geschafft! Sie waren vor den Toren Rahals. Doch Iloiss glaubte es handelte sich in diesem Fall mehr um Glück als um magische Begabung, dass Jago den Spalt so zielgenau öffnen konnte. Lanaya nahm nun die Führung und brachte sie zu ihr nach Hause. An das dort folgende Geschehen mochte sich Iloiss vorerst nicht wieder erinnern.


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Mit einer Wischbewegung vor der Tür glitt sie auf und Iloiss konnte noch unter Konzentration die Treppen erklimmen, ehe er immer noch als "irgendjemand" gekleidet und vor Müdigkeit fast platzend, ins Bett viel.

Verfasst: Mittwoch 16. Mai 2007, 04:32
von Lanaya Shevanor
Wie ein Engel so unschuldig und still saß sie auf ihrem Platz. Würdevoll war der Kopf erhoben und ein Blick wurde ausgetauscht. Schlüsse wurden gezogen ob richtig oder falsch war ihr gleich. Der Mann am Boden war ihr nicht gänzlich fremd. Blut stahl sich in zähen Schlieren von seinem Körper hinfort und noch immer rührte sie keinen Finger ihm zu helfen. Sollten sie doch verrecken, allesamt. Ein paar Herren weniger und schon hätte man es einfacher. Gemessen schritt sie auf die Theke zu und bestellte weswegen sie gekommen war. Zurück am Tisch rechtfertigte sich die Schwester. Weswegen eigentlich? Ihr war heute alles gleich. Man hätte sie einem Drachen servieren können und das Einzige was sie vermutlich zuvor getan hätte wäre diesem das Mal mit einigen unangebrachten Bemerkungen zu verderben. Ein Schulterzucken hätte nicht vielsagender sein können als alles was sie von sich gab. Kaum einige Worte wurden gewechselt und irgendwann herrschte sie den Wirt an er solle sich um den Mannen kümmern.

Nicht ihre Aufgabe war es. Nicht heute, nicht in diesem Aufzug. Amelia hätte ihm geholfen – nicht jedoch sie und schon gar in diesem Zustand. Momente verstrichen dann wandte sie sich ab. Überließ ihn seinem Schicksal. Wollte nichts sehen, nichts wissen und nichts spüren. Ein beispielhaftes Vorbild nach dem Desaster von Gestern. Sie fing an Tavernen und ihre Eigenheiten nicht zu mögen. Weit ab des Platzes ließ sie sich in einen Sessel gleiten. Lange dauerte es nicht und Aello gesellte sich dazu. Die Köpfe zusammensteckend hätte man meinen können sie würden miteinander recht vertraut tuscheln. Heute jedoch holte sich die Schwester einen Korb. Ebenso Iloiss der sich später dazu gesellte. Sie verhielt sich unmöglich und keinesfalls fair. Doch viel es ihr nicht auf. Zu hoch war der Preis gewesen als das sie nun so einfach weitergeben konnte was sie erfahren hatte.


Bei diesem Gedanken drifteten die Erinnerungen zurück. Nachdem er ausgelüftet hatte und endlich klare Worte hervorbrachte war so ziemlich das Erste die Kette gewesen nach welcher er fragte. Als nächstes bohrte sich die Frage des Beischlafs in ihr Gewissen. Wie gerne hätte sie ihn in diesem Moment erdrosselt. Doch statt dessen hatte sie reagiert. Reizte ihn mit den Antworten mehr als sie wollte und erfuhr letztendlich etwas mehr als sie sich erhofft hatte. Doch hatt alles seinen Preis. Was er verlangte mochte anderen gering erscheinen für sie jedoch... Die Entscheidung war schnell getroffen. Hier ging es um mehr als Stolz und Selbstbeherrschung. Hier ging es um ein ganz eigenes Jagohaftes Machtspiel das es zu bestehen galt. Also schön... sie würde tanzen. Doch nicht nach seinen Händen die die Fäden lenkten. Nein, nur nach den ureigenen die sie selber spann. Erst nachdem sie ihm überaus bindende Worte abgerungen hatte ließ sie sich darauf ein. Lippen trafen auf Lippen und überaus hingebungsvoll überließ sie sich ihm einige Augenblick. Kaum jedoch das die Augen geschlossen waren war es nicht Jago den sie küsste. In Gedanken war sie weit fort an einem anderen Ort küsste einen anderen Mann der ihr wesentlich mehr gab als es der Arcomagus auch nur erahnen mochte. Ihr Herz schlug schneller und hätte sie sich just in diesem Augenblick nicht daran erinnert das dies nicht der Ort war an dem sie gerne wäre... Nein! Diesen Gedanken durfte man nicht weiterspinnen.

Frostig sah sie in seine Augen als sie zurück trat. Er hatte bekommen was er wollte nun war sie an der Reihe. Den Dolch hatte sie ihm während des Kusses abgenommen. Sein Blut war von der Schneide aufgesogen worden und später würde sie dafür sorgen das er sich auch an seine Worte erinnerte. Den Blick nur langsam von der Schneide nehmend setzte sie sich dazu, lauschte, schwieg und begriff überraschend schnell. Dunkle Ahnungen bestätigten sich. War es wirklich möglich...? Sie driftete ab und war nicht länger bei der Sache. Möglichkeiten über Möglichkeiten formten sich, wurden verworfen und vollkommen neu zusammen gesetzt. Nach einer Weile gab sie es auf. Sie hatte bekommen was sie wollte, würde erfahren wenn es etwas neues gab.

Als sie endlich alleine war fand sie zu ihrer Ruhe zurück. Den Dolch hervor kramend brachte sie die Lippen gefährlich nahe an die Schneide. Worte wurden geflüstert die bei jedem Atemzug den dunkelroten Dolch warm liebkosten. Sie musste einiges an Willen und Kraft aufwenden sein Blut bindend zu nutzen. Denn selbst der kostbare Lebensaft wahrte eine gewisse Macht die die ihre Überstieg. Doch letztendlich ward es freiwillig gegeben. In einem grellen, augenunfreundlichem Ton klamm der Dolch auf. Wie von Geisterhand steig er empor und verharrte mit der Schneide nach Unten vor ihrem Gesicht. Weitere Worte wurden geflüstert und spätestens jetzt sollte auch der Magier in seinen Gemächern gänzlich merken worauf er sich eingelassen hatte.

Sein Blut zu meinem Blut denn sein Wissen wird das Meine sein
Ich bin die Rabin die ihn leitet den ich bin jene die sich über die Ahnen erhebt
Wir nähren uns von gottlosem Brot und trinken den Wein des Frevels
Denn wir sind die Seinen


Bei jedem geflüsterten Wort schien der Dolch aufzuglühen als wäre er lebendig. Einem Herzschlag gleich stieg und ebbte die Magie mit der Betonung der Worte. Lange hatte sie gesucht ehe sie derlei gefunden hatte. Die Worte waren unwichtig. Gestik, Sinn und Ziel waren wesentlich bedeutender. Langsam wurde die Hand ausgestreckt. Die Handfläche nach Oben gewandt ballten sich vier Finger zurück so das nur der Zeigefinger noch heraus ragte. Als die Spitze in die blasse Haut eindrang schloss sie die Augen. Schmerz war etwas das sie kannte. Ein ständiger Begleiter den sie zu achten gelernt hatte. Oft gab es Momente in denen ihr nur der Schmerz zeigte das sie noch lebte. Als sie die Augen aufschlug konnte sie zusehen wie ihr eigenes Blut jeder Schwerkraft zuwider am Dolch entlang nach Oben gesogen wurde. Nur einige Augenblicke schien der Kontakt zu halten dann verebbte das Leuchten der Klinge und diese krachte zu Boden. Wie in Zeitlupe griff sie danach. Was hatte sie getan? Tief durchatmend holte sie Luft und beruhigte sie immer wieder selbst das er es freiwillig gegeben hatte. Nein, er würde sie nicht zur Rechenschaft ziehen können denn letztendlich war dies bindend so wie sie es vereinbart hatten.



Eine simple Frage riss sie zurück in die Gegenwart. Bericht..? ... Aufklärung..? Sie wollten von ihr wissen was der Grund des unsinnigen Verhaltens ihres Kriegsherren gewesen war. Doch wie konnte sie von den Plänen berichten ohne den bezahlten Preis herab zu würdigen? Nein, noch war sie nicht so weit. Noch würde sie es für sich behalten. Großes kam auf sie alle zu... und großes Verlangte Opfer. Unbewusst fielen die Worte zu heftig. Gruben sich in Kopf und Herz. Unbewusst stieß sie jene von sich die sich um sie sorgten. Doch Sorge... ist eine seltsame Emotion. Diese Lektion erfuhren derweil wohl zwei Menschen.

Verfasst: Donnerstag 17. Mai 2007, 13:34
von Jago di Trequona
Er lag auf seinem Bett, wie er einst in der Gruft gelegen hatte. Die Beine gestreckt, die Hände auf dem Bauch gefaltet. Die schwarze Magierrobe saß tadellos, als hätte man sie ihm als Leichengewand extra zurecht gezupft.

Tatsache war, daß man sie ihm weder glattgestrichen hatte, noch, daß der Erzmagier tot war. Jago schlug die Augen auf und starrte ohne zu blinzeln an die Decke seines Schlafgemaches. Fraglich, ob er sie überhaupt wahrnahm, weilte sein Geist doch in einer ganz anderen Sphäre.

Ein Band also wollte sie knüpfen, soso. Er folgte seinem eigenen, ziehenden Kopfschmerz durch die Anderwelt, als Lanaya ihren Bannspruch murmelte. Nicht ungeschickt. Er besah sich das Konstrukt von Nahem, welches sie nun versuchte, in seinen Geist einzuweben. Gedankenbeherrschung war schon immer ein Steckenpferd Lanayas gewesen und durch sein Blut war die Macht nicht gering, die sie sich hier zu Nutze machte. Doch dann verzog sich das Gesicht der äußeren Jagohülle zu einem kalten Schmunzeln. Maga wollte sie also sein, ja? Sogar Arcomaga werden und er zweifelte nicht daran, daß sie ihn ohne mit der Wimper zu zucken aus dem Weg räumen würde, so sich ihr die Gelegenheit gab uns sie alles bekommen hatte, was sie wollte.

Kleines dummes Geschöpf. Da würde sie noch viel üben und lernen müssen, bevor sie sich einbilden konnte, auch nur im geringsten an ihn heranzureichen! Überhaut war er umgeben von kleinen Möchtegerns, die es nicht hatten abwarten können, sich endlich ins Schwarze Buch des Ordens einzutragen und damit ihre Seele zu verkaufen. Oder diese neue Mode, sich nur noch mit den Ordensnamen anzusprechen. Nichts hatten sie begriffen, gar nichts!

Er sah auf sich herab und wie seine Hand nach dem kleinen, bronzenen Amulett auf seiner Brust griff. Der Erzmagier hatte recht gehabt - er war gefangen in einer Gruppe, die sich bei jeder passenden Gelegenheit selbst zerfleischen würde. Sollten sie, doch er würde zuerst zubeißen!

Was für ein hübscher kleiner Fehler Lanaya mal wieder unterlaufen war. So kunstvoll hatte sie die Knoten geknüpft, Melodie und Akkorde geordnet. Es war ein leichtes, ihr dabei zuzusehen, mühelos lies sich ihr Weg verfolgen. Er wußte, wie sie magisch vorgehen würde - sie hatte jahrelang bei ihm studiert. Er kannte die Muster, die sie wob, geschickt, flink - doch viel zu leichtsinnig.
Als sie sich zurückzog sah er ihr nach, dann wandte er sich mit einem mitleidigen Lächeln dem Zauberkonstrukt zu. Hübsch, vielen Dank Lanaya. Du hast wieder einmal vergessen, den Rückweg zu blockieren. Er griff zu und dank ihres nahezu makellos gewobenen Zaubers fiel es ihm selten einfach, dank fehlender Abschirmung und Blockade die Wirkung beidseitig ausfallen zu lassen. Er würde ihr Spiel mitspielen, sollte sie sehen, wie sie sich daran die Finger verbrannte.

Sie würde wissen, was er über Eluives Fluch herausfand. Doch genauso setzte er sich in ihrem Kopf fest und um seine Anwesenheit noch einmal deutlich kund zu tun, ließ er das magische Band, das sie nun verband, einmal aufpeitschen. Den kurzen, rasenden Kopfschmerz würde die kleine Arkorithermaga sicherlich nicht ignorieren können.

Verfasst: Donnerstag 17. Mai 2007, 19:57
von Lanaya Shevanor
Nein wahrlich, diesen Schmerz konnte man nicht ignorieren. Die Augen schließend unterdrückte sie den Impuls die Hände an die Schläfen zu pressen. So war es also nun soweit. Er war dem Köder gefolgt. Endlich ebbte es ab und wenngleich sie gerade noch eine gewisse Stärke bewiesen hatte atmete sie nun tatsächlich auf. Keinerlei Spuren im Gefüge waren verwischt worden. Keine Blockkade hatte ihn gehindert. War dies nicht zu einfach? Zu einfach für jemanden der so lange bei ihm gelernt hatte? Manchmal muss man verlieren um zu gewinnen. Das Band ward geknüpft und sie würde an ihr Wissen gelangen sollte einer es zerreißen würde der Andere darum wissen. Er jedoch würde viel mehr erhalten. Es war ihr gleichgültig. Sollte er in die Tiefen ihrer zerschundenen Seele sehen. Sollte er wissen womit sie sich befasste. Doch so sie es nicht gänzlich falsch sah.. würde er ebenso spüren was sie spürte, fühlen was sie fühlte.

Willkommen Jago...

Leise wurden die Worte geflüstert und langsam sank sie zurück in die Kissen. Den Blick gen der Decke richtend hüllte sie sich in die weichen Daunen. Endlich war ruhe eingekehrt in dem kleinen Häuschen. Kein betrunkener Mann der in ihrem Refugium lüftete. Keine neuen Ordensmitglieder die im denkbar ungünstigsten Moment hereingeplatzt kamen.

Einsamkeit...

Stille....

.. so still...


Das Klopfen ihres Herzens schien mittlerweile unglaublich laut. Nass war die Stirn als sie mit den blassen Händen im Schlaf darüber fuhr. Träume... war sie wach? Deutlich klopfte ihr Herz in der Brust. Zarte Haut die im Mondlicht wie heller Marmor glänzte. Finger die über nackte Leiber fuhren. Hitze... so unglaublich warm... Geborgenheit...ein unglaubliches Gefühl der Bestätigung... Sicherheit.. Balsam für eine zerschundene Seele... Balsam für jemanden der seit mehr als 10 Jahren ohne all dies lebte doch Folter so man sich wehrte. Mit einem unterdrückten Schrei saß sie senkrecht im Bett. Die Decke vor die Brust gedrückt hatte sie die Augen geweitet. War dies sie? Waren das ihre Gedanken? Was für ein Alptraum! Entschieden wurden die Beine über die Bettkannte geschwungen und verwirrt stockte sie. Der Traum klang nach. Die kühle Nachtluft war wie ein samtenes Tuch das sich auf die Haut legte. Einen Augenblick genoss sie das Gefühl.. die Gedanken die damit aufkamen doch dann erinnerte sie sich entsetzt was voran gegangen war.

Hastig schenkte sie sich von dem kalten Wasser in einen Krug ehe sie ihre inzwischen trockene Kehle damit erfrischte. Das konnte ja heiter werden... damit hatte sie nicht gerechnet und es gefiel ihr nicht. Gleichsam jedoch war ihr wunder Punkt getroffen. Im Grunde war sie nur ein Mensch. Nur ein Mensch der sich in den Tiefen seins Ich's nach all dem sehnte was jemandem in ihrer Position verwehrt blieb. Menschen brauchten jemanden auf den sie sich stützen konnten. Menschen brauchten jemanden der für sie da war... Menschen konnten lieben.

Vertrauen – wo es keines gibt
Zuversicht – die nur ins Dunkle führt
Aufopferung – die es niemals geben sollte
Leidenschaft – die den Tod bringt
Liebe – der lange entsagt wurde
Ein Schein – den es zu wahren galt.

Bisher hatte sie es getan. Niemals hatte es Zweifel gegeben das sie ihrer Pflicht nachkam. Doch nun konnte sie es nicht länger verbergen. Er würde erkennen das ihr im Grunde nicht einen Deut an der strengen Hierarchie lag. Es gab wichtigeres doch verbarg sie es tief in sich. Sympathie, Freundschaft – all jene Dinge die sie Rang und Kopf kosten konnten so sie schwäche zeigte. Verrat mochte der Eine sagen doch der Andere mochte vage vermuten das sie tiefer blickte. Was war eine Gemeinschaft wert in der sich nach dem Leben getrachtet wurde? Wie konnte eine solche Gemeinschaft überhaupt bestehen? Die Antwort darauf würde sie sich kein weiteres Mal geben. Tatsächlich hatte sie nicht entsprechend des Scheins verhalten nachdem Jago aufgewacht war. Unangebracht... aufmümpfig... doch im Grunde... verbarg sich dahinter nur etwas wie in einem großen Spiegel. Sorge... schon wieder Sorge um jene die ihr im Grunde ihres Herzens tatsächlich wichtig waren. Mochte er einen Grund für sein unsinniges betragen haben. Vermutlich einen sehr guten doch verzeihen... verzeihen konnte sie es ihm nicht. Er hatte stark zu sein... er musste ein Vorbild sein und er... hatte nun Zugriff auf etwas das es ihm erlauben würde sie aus dem Weg zu räumen wann immer er es wollte. Denn schließlich waren solche Emotionen nichts weiter als ein glatter Bruch mit alten Traditionen. Macht... fordert ihren Preis. Doch das auch Verzicht einen Preis forderte... das musste sie noch lernen. Gnade und Verständnis erhoffte sie sich keines. Dafür kannte glaubte sie ihn zu gut zu kennen. Doch im Grunde waren sie einander fremd. Bald schon würde er es merken.. bald schon ... würde sie gänzlich verlieren.

Verfasst: Samstag 19. Mai 2007, 16:59
von Lythiana Cronor
Einen Tag später:

"Auf Bald, Schwester". Begleitet von diesen Worten widmete sie ihr ein sachtes Lächeln. Lange noch folgte ihr Blick Lanaya. Die Schwester hatte sich verändert - oder war sie erst jetzt soweit, ihr einen Teil ihres Wesens zu enthüllen, den sie bisher gut verborgen hatte? So oder so, diese Entwicklung war überraschend - und bot Anlass zu einer gewissen Sorge.

Wie immer hatte Lanaya nicht viel erzählt, hatte sich auf Andeutungen beschränkt und auch Antworten verweigert... doch hatte Lythiana genug Informationen erhalten um sich ein Bild machen zu können. Irgendetwas war zwischen der Schwester und dem Erzmagus vorgefallen, etwas, das Lanaya mehr zu schaffen machte als die üblichen kleinen Machtspielchen. Was genau geschehen war wusste Lythiana nicht - doch würde sie es sicherlich über kurz oder lang erfahren, von der einen oder von der anderen Seite. Sorgen machte sie sich jedoch eher weniger darum - keiner von beiden würde es je so weit treiben dass der andere oder gar der Orden dauerhaft zu Schaden kam.

Nein, Sorgen bereitete ihr eher eine andere Sache. Der Schutzschild der Schwester bröckelte, sie schien plötzlich zu Empfindungen fähig, die Lythiana jeder, doch nicht ihr zugetraut hätte - Empfindungen die Schwäche bedeuten konnten, Empfindungen die im Leben einer Arkoritherin eigentlich nichts zu suchen hatten, aber natürlich dennoch vorkamen. Sie selbst wäre die Letzte, die versuchen würde, sie Lanaya auszureden - war sie ihnen doch mehr als einmal sehr gründlich verfallen - doch wusste sie daher auch, wie gefährlich es war. Man würde abwarten müssen, wie Lanaya damit umging, wie es sich entwickelte... und im Fall der Fälle würde sie da sein.

Verfasst: Sonntag 20. Mai 2007, 23:46
von Iloiss Tso´al
Der Abend war gewöhnlich, schlichtweg wie immer. Die heimischen Bücher konnten mein Interesse einfach nicht mehr gewinnen, zu oft habe ich sie gelesen, fast konnte ich sie auswendig. Ein Magier braucht auch Abwechslung. Aber wo konnte man sie finden? Zu so später Stunde? Ich wusste es... der Übungsplatz in Rahal, südwestlich der Bank, galt als bemerkenswerter Ort zur Übung für combative Applikationen. Ich schnappte mir meinen Mantel, zog die Kapuze tief ins Gesicht und verließ mein Haus. Lange Zeit würde ich noch in dort verbringen.
...
Ich hatte es eilig, wollte dringend meine Kräfte nutzen. Ich teleportierte mich von Baumstamm zu Baumstamm, von Hauswand zu Hauswand und ging kein Schritt zu Fuß. So ging es schneller und ich war für Fremde fast unsichtbar. In der Regel wurde ich mit dieser Reisetechnik als Halluzination abgestuft, das kam mir ganz Recht. Angekommen am Übungsplatz glaubte ich meinen Augen kaum. Weshalb zur Verdammnis waren Kelaino und Lanaya zu so später Stunde hier und trainierten? Zorn wuchs wieder in meinem Kopf, je länger ich meine achso geliebte Schwester anstarrte.... Lanaya hatte mich enttäuscht, vielleicht hatte ich mich auch lediglich in ihr geirrt, aber ich wollte mir keinen Fehler eingestehen - SIE hatte sich verändert!
...
Eigentlich blieb ich nur um Kelaino's Fortschritte zu beobachten, sie war jung, direkt und in gewissen Maße noch zu respektlos. Gerade richtig für die Laufbahn eines Arkorithers. Mit geschlitzten Augen und analytischem Blick folgte ich ihrem Bewegungsablauf, prüfte ihre Technik und schätzte ihre Ausdauer ein. Aber Lanaya wollte sie nicht weiterhin trainieren, sie wagte es mich zu fragen, ob wir Kelaino nicht zeigen sollten, wie gekämpft wird. Tzz... in meinem Zustand hätte ich sie ohne mit der Wimper zu zucken töten können. Aber im Grunde kam so ein Trainingskampf mir eigentlich zur Gute, sie würde leiden, oh ja.
...
Es begann harmlos. Geschmacklose und triviale Aufwärmübungen. Sie musste lediglich ein paar leichte Schläge des schattenhaftigen Morgensterns abwehren. Es wurde langweilig. Innerlich grinsend erhöhte ich den Schwierigkeitsgrad. Der Boden weichte auf und erinnerte an sumpfige Landschaft, auch der Morgenstern sollte nicht alleine kämpfen... eine Kopie der Schattenwaffe wurde beschworen und hinterlistig versuchte immer wieder eine Peitsche aus dem Schatten oder aus der Luft ihren Rapier zu umschlingen und sie zu entwaffnen. Objektiv betrachtet waren diese Trainingseinheiten überaus sinnvoll. Trainingspartner Eins beschwor Waffen und lies diese auf Trainingspartner Zwei los. Bei einem Treffer wurde die Haut nicht verletzt, aber der Geist schon. Ein unbeschreiblicher, kurzer, Schmerz zuckte durch den Körper und hätte selbst den betrunkensten Penner zu klarem Verstand gebracht. Ich erinnerte mich an den letzten gemeinsamen Abend, mein Zorn wuchs. Jago hatte sich verändert, Sarog wurde selten noch gesehen und nun schlug auch Lanaya den falschen Weg ein. In Gegenwart anderer schien sie wie ausgetauscht. Unfreundlich, angreifend und besserwisserrisch - sie hatte mich enttäuscht. "Aber ich habe auch eine andere Seite, liebe Schwester, ich auch. Das wirst du schon spüren" -- Dachte ich immer und immer wieder als ich kurz davor stand, die Trainingsintensität zu verringern. Nein, ich durfte nicht, sie verletzte mich und nun werde ich sie verletzen!
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Der Kampf artete aus. Der Trainingseffekt war vergessen und es ging uns beiden nur noch darum, den anderen zu verletzen. Die effektivsten und hinterlistigsten Tricks wurden eingesetzt. Ich erschuf drei Illusionen meiner selbst, die alle zu auf sie einschlugen wollten. Zu sehr von meinen Emotionen geleitet - und das war ein fundamentaler Fehler - unterschätzte ich sie. Sie verstand es gut meine Angriffe abzuwehren. Inzwischen brannte die Arena. Unsere Wut lies Flammenstöße aus den Boden schießen, die sich um uns herum verbunden und abschirmten. Aber es musste ein Ende finden, eine Lösung, so wollte ich nicht mehr und ich konnte auch nicht einfach vergessen.. zu sehr wurde ich enttäuscht. Gegenseitig wehrten wir die trickreichsten und fast perfektionierten Angriffe ab, immer wieder gelangen nur kleine Treffer. Mitlerweile konnte ich mein eigenes Blut schmecken und auch mein linkes Auge schwoll an. Sie wurde in die Luft geschleudert, ich wurde in die Luft geschleudert ... sie wurde am Körper versengt, ich wurde im Gesicht versengt ... ein elektrischer Stoß schoss durch meinen Körper, ein elektrischer Stoß schoss durch ihren Körper. Wir nahmen uns nichts und zeigten kein erbarmen. Ich war stark mitgenommen und ich glaube nur der aufgewühlte Zorn oder die entfesselte Wut half meinem alten Körper diesen Kampf durchzuhalten. Ich durfte keine Schwäche zeigen.
...
Die Zeit flog dahin, ich hatte kein Gespür mehr mein Umfeld wahr zu nehmen. Völlig auf Lanaya fixiert versuchte ich zu gewinnen, mehr zählte nicht! Ich konnte ihr kaum Schmerz oder Erschöpfung ansehen, sie verstand es gut ihr Befinden zu verbergen, zu gut. Ich musste überlegen, meine Konzentration zum Lied schwand und auch meine Kraft. Ich schloß die Augen und sammelte meine Gedanken, jetzt oder nie. In meiner Handfläche manifestierte sich eine schattige Kugel, gefüllt mit reinstem Hass, einem Hauch Zorn und gesalzen mit Wut. In diesem Ball zuckten kleinere Blitze nur so umher und verstanden es gut die Macht dieser Applikation zu verdeutlichen. Sie würde sterben, hier und jetzt, Gründe waren mir egal, aber ich durfte nicht nachgeben, nicht in diesem Moment!! Mit letzter Kraft schleuderte ich die Kugel auf sie, in den Bruchteilen einer Sekunden zischten etliche Bilder durch meinen Kopf. Bilder wo meine Schwester ob mir lachte, schmunzelte, sich amüsierte. Bilder in denen sie an meiner Seite stand, wir zusammen kämpften. Bilder von uns und dem Orden. Ich konnte es nicht, sie töten... und dann? Dann wäre ich erst Recht alleine. ICH KANN ES NICHT
...
...
...
Die Kugel flog eine Haaresbreite an ihrem Kopf vorbei und suchte den direkten Weg zum Meer. Völlig erschöpft lies ich mich los und fiel nach vorne. An mehr kann ich mich nicht mehr erinnern... ich wachte am Morgen, einige Schritte vom Übungsplatz entfernt, im Schatten eines Hauses, auf.


Die kleine Maus saß immer noch auf seiner Brust und lauschte der Erzählung. Wahrscheinlich verstand sie nichts und hoffte innerlich auf etwas Fressen, aber es war Iloiss' gleichgültig, er brauchte jemanden, dem er es erzählen konnte.

Verfasst: Montag 21. Mai 2007, 17:22
von Lanaya Shevanor
Wie fühlt man sich wenn eine Armee einen überrollt?

Heute glaubte sie es zu wissen. Jeder Knochen tat weh, jede Bewegung schmerzte und die sonst so helle, makellose Haut war übersäht mit Blessuren, Schnitten, Dreck und unzähligen kleineren Verletzungen. Was nur hatte sie dazu getrieben sich in der letzten Phase des Kampfes nicht länger zu wehren? Die Augen schließend schüttelte sie den Kopf. Lange dauerte es ehe sie auch nur wagte sich zu drehen und die innerliche Anspannung verflog als sie erkannte das sie nicht alleine war. Die meerblauen Augen sahen wach und aufmerksam zu ihr. So also war sie nicht gegangen und ein inniger Blick der Dankbarkeit, den man ihr vor Wochen nicht einmal zugetraut, hätte wurde der Anwesenden zuteil. Dann jedoch kehrten die Gedanken zum Gestern zurück.



Die Übungen waren nicht sonderlich erbaulich gewesen. Nichts was man nicht mit einfacheren Mitteln und Wegen ausgleichen und schlagen konnte. Doch nahmen sie kein Ende. Über Stunden hinweg standen sie sich gegenüber. Die Anstrengung wuchs.. die Anspannung lag greifbar in der Luft und die wenigen Worte die aufklangen waren alles andere als freundlich. Mit der ersten Flammensäule war die Übung beendet. Kelaino wurde mehr oder minder angefahren sich aus dem Ring zu entfernen während Ly das Schauspiel sichtlich genoss. Sie schenkten sich tatsächlich Nichts. Heute gab niemand klein bei, schonte oder ließ es auf sich beruhen. Nein, heute ging es darum die eigenen Gefühle zu verbergen. Man war wütend aufeinander, doch vor der Wut ward die Enttäuschung. So wie sie ihn enttäuscht hatte, hatten sie die Zeilen nicht minder getroffen. Wahrhaftig... sie hatte ihm ein Ventil geboten und er nutzte es. Nun war es an ihr die Suppe auszulöffeln. Doch hatte dies alles durchaus einen Sinn. Sie wollte herausfinden worauf die Enttäuschung gründete. An ihrem Pflichtbewusstsein gab es keinen Zweifel. Sie hatte nach Arkoritherart gehandelt, nicht mehr und nicht weniger. Wenngleich dies der Auslöser gewesen war.. verstand sie es nicht. Noch war es schwierig sich so vielen Emotionen zu 'ergeben'. Warum tat sie sich das eigentlich an? Ja, warum eigentlich.. war eine dicke Mauer der Undurchsichtigkeit nicht besser als jemand der... Mit einem Seufzen unterbrach sie die Gedankengänge hastig. Sie hatte sich entschieden und die Vorteile lagen auf der Hand. Was nicht vorhanden schien wurde aus den Tiefen emporgelassen und entfaltete sich. In wie weit.. das würde man sehen.

Die letzte Phase des Kampfes würde sie wohl nie wieder vergessen. Sie standen sich gegenüber und längst schon hatte sie aufgehört sich zu wehren. Es wäre die Gelegenheit gewesen ihn zu töten, ihn aus dem Weg zu räumen wie man so schön sagte. Flammen züngelten gierig um sie herum und niemand hätte eine Niederlage akzeptiert. Verlieren um zu gewinnen, sie legte es darauf an. Jeder Schlag saß und sie hatte das Gefühl das die Energie ihr die Eingeweide zerriss. Dennoch, aufrecht, stolz doch völlig zerschunden hielt sie sich ihn ansehend. Er mobilisierte die letzten Kräfte. Düster und mächtig klang das Lied und verkündete ein schmerzliches Ende. Sie sah die Möglichkeiten.. sah wie es sein könnte.. wog ab und blieb stehen. Vertrauen, in solch einem Moment – von ihr? Gewisse Menschen würden senkrecht die Wände hochmarschieren so man ihnen dies jemals bekunden sollte. Dann ging es sehr schnell. Seine Hand schnellte vor und die magische Kugel schoss an ihr vorbei. Nahm nur sie seine Worte war oder schrie er sie hinaus? Sie wusste es nicht mehr. Hatten sie nicht gerade beide einen Kampf gewonnen? Sie lagen sich in den Armen, leise Worte wurden getauscht und letzendlich zog sie sich zurück. Ihm einen Finger auf die Lippen legend hinderte sie ihn daran auch nur eine einzige Silbe hervor zu bringen die er später bereuen würde. Gerade.. und langsam schritt sie mit Ly davon. Noch hielt sie sich... doch Momente später war sie froh über die Schwester an der Seite. Was würden die Beiden nur denken? Gratulation... sie hatten wirklich ein zauberhaftes Beispiel gegeben wie man Probleme auf harmlose Art und Weise etwas einfacher gestaltet.



Die nahe Stimme holte sie zurück in die Gegenwart und zauberte ein Lächeln auf die sonst so steinernen Züge. Erstaunlich wie angenehm die richtige Gesellschaft doch sein konnte. Unter Androhung eines Zubers machten sich die beiden Frauen soweit fertig das man in einem angemessenen Zustand auf dem abendlichen Treffen erscheinen konnte. Zweifellos würde man auf der unbedeckten Haut die Spuren erkennen doch war es ihr heute recht gleich. Sollten sie denken was sie wollten. Der Sinn dahinter würde sich früh genug offenbaren.