[MMT] Blutherbst - Mauer um Mauer, Stein um Stein
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Florence Lascari
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- Registriert: Sonntag 13. Februar 2022, 19:09
Am Ende des Tages konnte sie nur hoffen, dass sie wenigstens für andere die Rolle als Glücksbringerin ausfüllen konnte. Es war ja nicht so, als wäre sie mit großer Begeisterung in einen Feldzug gezogen. Treue und Eide waren zu wahren, ja sicherlich. Aber ihr Schwur galt dem Volk des Seelenschmieds und dem Nilzadan. Nicht einem Unternehmen, wo sie bis zum Abend des zweiten Tages immer noch keine Ahnung hatte, was sie hier überhaupt verloren hatten. Es war ja wohl nicht wegen eines halb verlassenen Grenznests, das schon seit ihrem letzten heimlichen Besuch kaum das Interesse wert war für Leute aus dem Westen, sich da niederzulassen.
Warum auch? Unbefestigt an der Grenze, notfalls noch eine Zuflucht in der Feste suchen, um schlimmstenfalls das eigene Heim wieder aufzubauen war auch da nicht der Traum aller Bauern und Handwerker. Abgesehen davon hätte sie das ohnehin nicht nachvollziehen wollen, was in den Landratten so vor sich ging, war auch nicht wirklich wichtig.
Und so zog man von Adoran aus mit wehenden Bannern nach Westen, grimmig und entschlossen hatte sie die Ehre die Farben der Graik und des Bergs als Standarte zu führen. Eigentlich sollte es ja über ein Schiff passieren, nur war ihr klar, dass weder die Kaluren noch Thyren in Erwägung zogen, so dahin zu reisen. Die einen wegen des großartigen Meeres, wo die Gischt über die Reling peitschte, das Schiff stampfend und rollend in hoher See den Weg sich bahnte, der Wind fröhlich... sie schwiff ab! ... und die anderen den Weg durch die trockene Wüste... Also über Land, gut!
Der Heerzug teilte sich. Was die anderen vorhatten außer ein Lager zu sichern, wusste sie nicht. Dafür holte sie das Alarm Läuten aus ihren Gedanken von Grenzwarth aus. Es musste Absicht gewesen sein, offen und sichtbar sich hier zu zeigen. Die wenigen Wachen des Dorfes hielten nicht lange stand. Siegessicher machte sie sich an der Glocke mitten auf dem Dorfplatz zu schaffen und entfernte den Schlägel. So damit sollte Ruhe.... Ein weiteres Alarmläuten. Ja soviel zu der tollen Idee, vermutlich gab es in der Feste auch noch welche. Schade...
Und da kam auch schon die geballte Heeresmacht des Westens. Wortgeplänkel wie meistens, wo jeder wusste, dass diese überflüssig vor dem Kampf sein würden, dann entbrannte der Kampf. Ein paar wenige zogen es vor, Zweikämpfe zu bestreiten, was... zugegeben... auf ihre Weise überschaubar und berechenbar war, als das Getümmel.
Nebel zog auf mit dem heulen von Gespenstern und Kälte, vermutlich ein Werk von Fuchtlern oder Rabendienern. Während auf der linken Flanke Kampfeslärm tobte, sahen beide Seiten kaum noch etwas. Das Ganze führte dazu, dass die Akademie Schützen von Kompass und Schwert sich Pfeile in ballistischen Bahnen mit ihren Gegenüber austauschten, ohne wirklich ein Ziel zu haben. Je enger zusammen und größer ein Heer und je mehr Schützen, desto mehr Erfolg. Hier aber, ohne Sicht mit wenig Erfolgsaussichten. Dazu kam noch, dass sich ein Wald erhoben auf ihrer Seite. Zumindest würde er die Bogenschützen ihrer Freunde schützen. Dazwischen krochen untote Kreaturen ihnen entgegen, Fleischklopse und Skelette.
Sie aber hatte derweil direkt vor sich einen Zweikampf von Keylon und diesem Letharen... Gin? Kimm? Irgendwie sowas, sie hatte den nicht verstanden. Aber! Wieder eine Idee! Sie gab bei der Distanz etwas mehr Pulver in den Lauf und zielte auf einen Fleischklops, besser sein Bein, um den zu verlangsamen zu wollen und lehnte sich im Rücken des Letharen etwas in seine Richtung. Mit Glück würde das ihn ablenken und Keylon einen Vorteil verschaffen, dazu noch das Untote verlangsamen. Peng!
Ja also... den Letharen hatte das schon mal nicht beeindruckt. Schade! Aber der Klops? Nein auch nicht, normal war sie da ziemlich treffsicher, aber die Kugel schlug schmatzend ein mit brennender Pyrian Ummantelung, aber... der schien das nicht mal zu bemerken und wurde auch nicht langsamer! Doppeltschade! Sie könnte aber einfach den Zweikämpfer in den Rücken...? Ein Blick von Alaun an ihrer Seite aber sagte das gleiche aus was sie dachte. Nein das macht man doch nicht!
Am Ende zogen sich beide Seiten zurück, ohne groß Verluste oder Erfolge erzielt zu haben, sie sowieso nicht. Danach machte sie dann eifnach das, was sie gut konnte. Wache halten auf dem Turm. Wer so lange in den Stollen des Bergs sich aufhielt, lernte irgendwann auch im Dunklen passabel sehen zu können. Außerdem war da noch niemand, um aufzupassen, also machte sie das einfach.
Am nächsten Tag verging es alles ziemlich ereignislos. Auch auf Rückfragen, was zu tun sei, gab es mal wieder keine Antworten. Sie schnaufte wartete... immerhin gab es Gelegenheit Nathaniel etwas besser kennen zu lernen. Und dann wartete sie wieder untätig. Das sind so Sachen, die sie weder von Schiffen noch im Berg kannte. Es gab immer irgendwas zu tun. Und wenn nicht, fiel ihr oder jemand anderen schon was ein.
Um so erleichterter war sie, nachdem man da eine Messe abgehalten hatte (sie würde nicht noch einmal Leandra oder Antorius das Angebot machen, was sie ihnen offeriert hatte wie schales Bhir), dass sie mit Bork und Thorlav losziehen konnte, die Soldaten aus dem Turm in der Nähe zu prügeln.
Dieses blöde Schloss war für ihre Fertigkeiten zäher als viele die sie kannte. Aber am Ende klappte wenigstens das, während sie mit erst Steinen, dann Möbeln, Essenresten und allem, was der Verteidiger da oben finden konnte beworfen wurden. So baumelte eine alte Socke oben an ihrer Schaller wie ein schmutziger Federbusch, als sie reinstürmten. Hätten die beiden Trottel doch einfach sich ergeben, aber nein! Oben der wurde über die Brüstung gestoßen und unten der von dem großen Thyren regelrecht beacktert. Ist jetzt nicht so heldenhaft das Ganze, dafür erfolgreich ja?
Und da war wieder das Aber der letzten Zeit. Kaum draußen mit dem verprügelten Kerl, stand da eine ganze Horde von Rabendienern und Letharen und noch anderen. Die beiden anderen flüstertern ihr zu, sie sollte Hilfe holen, sie kämen notfalls im Turm verbarrikadiert schon zurecht.
Aaaalso rannte sie wie der Blitz los zum nahen Lager, schlug Alarm. Großartige Idee, mit den Truppen schnell zurück in einem Ausfall und die beiden die Zeit verschaffen, dass man sich in den Wald und Lager zurückziehen konnte.
Es dauerte. Und dauerte, irgendwie war der Hilferuf wenig erwartet worden. Natürlich, ist ja nun auch nicht so, als müsste man vor Begeisterung von einem aufs andere Bein springen, aber ein bisschen mehr Etnhusiasmus wäre schon gut gewesen. Egal. Erneut siegessicher lief sie los, sie würden schon mitkommen, hinter ihr waren zumindest Laufschritte. So und dann kamen sie zum Turm. Mutig rief sie dem Feind entgegegn, während Bork und Thorlav schon im Turm waren. Dann drehte sie sich um. Greya und noch wer vom Regiment? Mehr waren nicht gekommen. Ach schade.. mal wieder. Und diese Rabenpute von Emilia nannte sie noch Göre. Das kommt davon, wenn man jemanden hilft, wie im Goldgrab! Hätte sie die beiden da am Boden mal einfach erstochen. Nein so war sie nicht. Also... Rückzug Nummer Zwei!
Im Lager sprach sie das an, aber man hatte da einen anderen Auftrag, welchen auch immer. Und so zog sie langsam frustriert los. Vielleicht kam der Trupp aus dem Dorf den beiden zu Hilfe, am besten einen Bogen schlagen. Das machte Florence dann auch um... auf der denkbar falschen Seite der Westler anzukommen, die immerhin sich dem Trupp aus dem Dorf gegenüberstanden. Also was tun? Ja perfekt! Ehe sie hier allein aufgerieben wurde, forderte sie die Rashar an der Seite zu einem Zweikampf.... Hmmm sie hatte mal irgendwo in einer Spelunke gehört, dass die sowas ernst nehmen. Aber nein... die wollte nicht und warf ihr irgendwelche komischen Worte an den Kopf. Rückzug Nummer 3. Irgendwann fand sie sich dann doch wieder bei den Truppen ein, als man sie gehen ließ. Ein kurzes Scharmützel. Sie schoss auf einen Rabendiener mit allem was sie hatte. Aber nein nein... kein Schuss traf, dem mit einer Glaskugel mit Paralyse Trank wich er einfach aus. Dann schoss sie der Krallenkämpferin nachher ebensowas in den Rücken... auch das schien nicht getroffen zu haben. Schade...
Gut, nicht perfekt gelaufen. Die Alarmglocken aus Düstersee, das musste also da sein, wo der Trupp aus dem Lager lieber hinwollte, als am Turm direkt zu helfen, erklangen und die Westler zogen sich zurück fürs Erste.
Immerhin, war schon eigenwillig, es darauf ankommen zu lassen, ob die beiden im Turm durchhalten würden so lange, wie es dauerte. Genau, dauern. Es dauerte nicht lang, als die meisten sich zum Lager zurück zogen, dass die Westler schon wieder aufkreuzten, hatten wohl noch nicht genug erlebt. Es kam zum Kampf, einem heftigen noch dazu. Laufen, Laden, schießen, Tränke nehmen, in Deckung springen, wieder Laden. Und das bei einer erdrückenden Übermacht der übernatürlichen Kräfte gegen sie. Einen oder eine hatte sie mit erwischt und hier und da versucht zu verlangsamen. Dann war eine ganze Meute über ihr und es wurde kurz dunkel. Ach schade...
Nein, das war nicht ihr Tag. Und der davor auch nicht. Und eigentlich wollte sie nicht noch den dritten so erleben. Mit einer Buddel Rum zog sie sich in eine Ecke des Lagers zurück.
Warum auch? Unbefestigt an der Grenze, notfalls noch eine Zuflucht in der Feste suchen, um schlimmstenfalls das eigene Heim wieder aufzubauen war auch da nicht der Traum aller Bauern und Handwerker. Abgesehen davon hätte sie das ohnehin nicht nachvollziehen wollen, was in den Landratten so vor sich ging, war auch nicht wirklich wichtig.
Und so zog man von Adoran aus mit wehenden Bannern nach Westen, grimmig und entschlossen hatte sie die Ehre die Farben der Graik und des Bergs als Standarte zu führen. Eigentlich sollte es ja über ein Schiff passieren, nur war ihr klar, dass weder die Kaluren noch Thyren in Erwägung zogen, so dahin zu reisen. Die einen wegen des großartigen Meeres, wo die Gischt über die Reling peitschte, das Schiff stampfend und rollend in hoher See den Weg sich bahnte, der Wind fröhlich... sie schwiff ab! ... und die anderen den Weg durch die trockene Wüste... Also über Land, gut!
Der Heerzug teilte sich. Was die anderen vorhatten außer ein Lager zu sichern, wusste sie nicht. Dafür holte sie das Alarm Läuten aus ihren Gedanken von Grenzwarth aus. Es musste Absicht gewesen sein, offen und sichtbar sich hier zu zeigen. Die wenigen Wachen des Dorfes hielten nicht lange stand. Siegessicher machte sie sich an der Glocke mitten auf dem Dorfplatz zu schaffen und entfernte den Schlägel. So damit sollte Ruhe.... Ein weiteres Alarmläuten. Ja soviel zu der tollen Idee, vermutlich gab es in der Feste auch noch welche. Schade...
Und da kam auch schon die geballte Heeresmacht des Westens. Wortgeplänkel wie meistens, wo jeder wusste, dass diese überflüssig vor dem Kampf sein würden, dann entbrannte der Kampf. Ein paar wenige zogen es vor, Zweikämpfe zu bestreiten, was... zugegeben... auf ihre Weise überschaubar und berechenbar war, als das Getümmel.
Nebel zog auf mit dem heulen von Gespenstern und Kälte, vermutlich ein Werk von Fuchtlern oder Rabendienern. Während auf der linken Flanke Kampfeslärm tobte, sahen beide Seiten kaum noch etwas. Das Ganze führte dazu, dass die Akademie Schützen von Kompass und Schwert sich Pfeile in ballistischen Bahnen mit ihren Gegenüber austauschten, ohne wirklich ein Ziel zu haben. Je enger zusammen und größer ein Heer und je mehr Schützen, desto mehr Erfolg. Hier aber, ohne Sicht mit wenig Erfolgsaussichten. Dazu kam noch, dass sich ein Wald erhoben auf ihrer Seite. Zumindest würde er die Bogenschützen ihrer Freunde schützen. Dazwischen krochen untote Kreaturen ihnen entgegen, Fleischklopse und Skelette.
Sie aber hatte derweil direkt vor sich einen Zweikampf von Keylon und diesem Letharen... Gin? Kimm? Irgendwie sowas, sie hatte den nicht verstanden. Aber! Wieder eine Idee! Sie gab bei der Distanz etwas mehr Pulver in den Lauf und zielte auf einen Fleischklops, besser sein Bein, um den zu verlangsamen zu wollen und lehnte sich im Rücken des Letharen etwas in seine Richtung. Mit Glück würde das ihn ablenken und Keylon einen Vorteil verschaffen, dazu noch das Untote verlangsamen. Peng!
Ja also... den Letharen hatte das schon mal nicht beeindruckt. Schade! Aber der Klops? Nein auch nicht, normal war sie da ziemlich treffsicher, aber die Kugel schlug schmatzend ein mit brennender Pyrian Ummantelung, aber... der schien das nicht mal zu bemerken und wurde auch nicht langsamer! Doppeltschade! Sie könnte aber einfach den Zweikämpfer in den Rücken...? Ein Blick von Alaun an ihrer Seite aber sagte das gleiche aus was sie dachte. Nein das macht man doch nicht!
Am Ende zogen sich beide Seiten zurück, ohne groß Verluste oder Erfolge erzielt zu haben, sie sowieso nicht. Danach machte sie dann eifnach das, was sie gut konnte. Wache halten auf dem Turm. Wer so lange in den Stollen des Bergs sich aufhielt, lernte irgendwann auch im Dunklen passabel sehen zu können. Außerdem war da noch niemand, um aufzupassen, also machte sie das einfach.
Am nächsten Tag verging es alles ziemlich ereignislos. Auch auf Rückfragen, was zu tun sei, gab es mal wieder keine Antworten. Sie schnaufte wartete... immerhin gab es Gelegenheit Nathaniel etwas besser kennen zu lernen. Und dann wartete sie wieder untätig. Das sind so Sachen, die sie weder von Schiffen noch im Berg kannte. Es gab immer irgendwas zu tun. Und wenn nicht, fiel ihr oder jemand anderen schon was ein.
Um so erleichterter war sie, nachdem man da eine Messe abgehalten hatte (sie würde nicht noch einmal Leandra oder Antorius das Angebot machen, was sie ihnen offeriert hatte wie schales Bhir), dass sie mit Bork und Thorlav losziehen konnte, die Soldaten aus dem Turm in der Nähe zu prügeln.
Dieses blöde Schloss war für ihre Fertigkeiten zäher als viele die sie kannte. Aber am Ende klappte wenigstens das, während sie mit erst Steinen, dann Möbeln, Essenresten und allem, was der Verteidiger da oben finden konnte beworfen wurden. So baumelte eine alte Socke oben an ihrer Schaller wie ein schmutziger Federbusch, als sie reinstürmten. Hätten die beiden Trottel doch einfach sich ergeben, aber nein! Oben der wurde über die Brüstung gestoßen und unten der von dem großen Thyren regelrecht beacktert. Ist jetzt nicht so heldenhaft das Ganze, dafür erfolgreich ja?
Und da war wieder das Aber der letzten Zeit. Kaum draußen mit dem verprügelten Kerl, stand da eine ganze Horde von Rabendienern und Letharen und noch anderen. Die beiden anderen flüstertern ihr zu, sie sollte Hilfe holen, sie kämen notfalls im Turm verbarrikadiert schon zurecht.
Aaaalso rannte sie wie der Blitz los zum nahen Lager, schlug Alarm. Großartige Idee, mit den Truppen schnell zurück in einem Ausfall und die beiden die Zeit verschaffen, dass man sich in den Wald und Lager zurückziehen konnte.
Es dauerte. Und dauerte, irgendwie war der Hilferuf wenig erwartet worden. Natürlich, ist ja nun auch nicht so, als müsste man vor Begeisterung von einem aufs andere Bein springen, aber ein bisschen mehr Etnhusiasmus wäre schon gut gewesen. Egal. Erneut siegessicher lief sie los, sie würden schon mitkommen, hinter ihr waren zumindest Laufschritte. So und dann kamen sie zum Turm. Mutig rief sie dem Feind entgegegn, während Bork und Thorlav schon im Turm waren. Dann drehte sie sich um. Greya und noch wer vom Regiment? Mehr waren nicht gekommen. Ach schade.. mal wieder. Und diese Rabenpute von Emilia nannte sie noch Göre. Das kommt davon, wenn man jemanden hilft, wie im Goldgrab! Hätte sie die beiden da am Boden mal einfach erstochen. Nein so war sie nicht. Also... Rückzug Nummer Zwei!
Im Lager sprach sie das an, aber man hatte da einen anderen Auftrag, welchen auch immer. Und so zog sie langsam frustriert los. Vielleicht kam der Trupp aus dem Dorf den beiden zu Hilfe, am besten einen Bogen schlagen. Das machte Florence dann auch um... auf der denkbar falschen Seite der Westler anzukommen, die immerhin sich dem Trupp aus dem Dorf gegenüberstanden. Also was tun? Ja perfekt! Ehe sie hier allein aufgerieben wurde, forderte sie die Rashar an der Seite zu einem Zweikampf.... Hmmm sie hatte mal irgendwo in einer Spelunke gehört, dass die sowas ernst nehmen. Aber nein... die wollte nicht und warf ihr irgendwelche komischen Worte an den Kopf. Rückzug Nummer 3. Irgendwann fand sie sich dann doch wieder bei den Truppen ein, als man sie gehen ließ. Ein kurzes Scharmützel. Sie schoss auf einen Rabendiener mit allem was sie hatte. Aber nein nein... kein Schuss traf, dem mit einer Glaskugel mit Paralyse Trank wich er einfach aus. Dann schoss sie der Krallenkämpferin nachher ebensowas in den Rücken... auch das schien nicht getroffen zu haben. Schade...
Gut, nicht perfekt gelaufen. Die Alarmglocken aus Düstersee, das musste also da sein, wo der Trupp aus dem Lager lieber hinwollte, als am Turm direkt zu helfen, erklangen und die Westler zogen sich zurück fürs Erste.
Immerhin, war schon eigenwillig, es darauf ankommen zu lassen, ob die beiden im Turm durchhalten würden so lange, wie es dauerte. Genau, dauern. Es dauerte nicht lang, als die meisten sich zum Lager zurück zogen, dass die Westler schon wieder aufkreuzten, hatten wohl noch nicht genug erlebt. Es kam zum Kampf, einem heftigen noch dazu. Laufen, Laden, schießen, Tränke nehmen, in Deckung springen, wieder Laden. Und das bei einer erdrückenden Übermacht der übernatürlichen Kräfte gegen sie. Einen oder eine hatte sie mit erwischt und hier und da versucht zu verlangsamen. Dann war eine ganze Meute über ihr und es wurde kurz dunkel. Ach schade...
Nein, das war nicht ihr Tag. Und der davor auch nicht. Und eigentlich wollte sie nicht noch den dritten so erleben. Mit einer Buddel Rum zog sie sich in eine Ecke des Lagers zurück.
Zuletzt geändert von Florence Lascari am Sonntag 5. Oktober 2025, 15:40, insgesamt 1-mal geändert.
- Helisande von Alsted
- Beiträge: 4067
- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
Weisen ziemt es aus dem Dunkel
fliehend sich zum Licht zu wenden,
Ziemt die heimlos-stille Stätte,
wo die Freuden scheinbar enden.
Buddha
fliehend sich zum Licht zu wenden,
Ziemt die heimlos-stille Stätte,
wo die Freuden scheinbar enden.
Buddha
Sie hatte diesmal die Aufgabe im Lager zu bleiben und es mit der Wachmannschaft zu halten. Die Plattform im Süden war ihr Standpunkt, die Armbrust am Gurt. Nicht, dass sie wirklich mit dieser Waffe viel anfangen könnte. Einmal grob abfeuern und dann mit der Waffe werfen, runterspringen und rausstürmen. Das würde ihre Taktik sein. Doch bis dahin sah sie die einzelnen Truppenteile aufbrechen. Ein Kommando machte sich auf zum Wachturm in Grenzwarth, um die dort eingeschlossenen Streiter zu befreien. Ein weiterer Trupp brach mit den Geweihten auf um das Licht der Herrin in das Reich des feigen Zornbringers zu tragen. Es war ein warmer, sehr andächtiger Moment gewesen, als Hochwürden Kalveron und Eminenz Antorius alle in Kreis versammelten um die gefertigten Laternen zu segnen. Weit tragende Worte über die Herrlichkeit der Herrin und der tiefen Kraft der Tugenden sanken in die Herzen der Anwesenden. Dann geschah es, die so vertraute Flamme der Herrin ergriff jedes der Lichter im Kreis und färbte das Licht in den Farben der Rechtschafenheit, Hoffnung und dem unverrückbaren Glauben an die Schwertmaid selbst.
Dann zog Heinrik aus. Das Primärziel unterwandern und beschädigen. Tief im Feindesland. Es gab auch nur Tausend und eine Sache, die dabei schief gehen konnten. Es gab dabei auch nur ein ganzes Heer des Feindes, das irgendwo gerade war und hoffentlich dort, wo die beiden anderen Truppen es hinlockten. Dann verging die Zeit.
Langsam.
Zäh.
So wie ein Wasserkessel nie anfängt zu kochen, solange man ihm dabei zuschaut. Cecilia stand mit ihr Wache. Die kleine, schmale Heilerin, deren Hände doch stärker waren als der pure Anblick vermutete. Straff ihre Haltung auf Posten, scharf ihr Warnpfiff.
Dann kamen die ersten Meldungen rein. Feindkontakt, Heerbewegung. Trupp am Turm in doppelter Unterzahl. Eine Gardisten warf sich als Meldeläufer zwischen die feindlichen Linien und leitete den Tross mit den Geweihten um als Entsatz für den Befreiungstrupp. Der entbrennende Kampflärm trug bis ins Lager hinein. Klirren von Metall, Schreie, Rufe, statisches Surren von magischen Entladungen. Dann kamen die ersten Verletzten, eine Gefangene und noch mehr Verletzte.
Heinrik war zurück, Mission ausgeführt, aber vermutlich gescheitert. Zu viele Wachen, zu früher Alarm. Elend!
In der Nacht gab es dann offensichtlich Besuch, denn einige Fallen waren entschärft und umgedreht worden. Zuvor hatte schon eine mutige Schützin des Alatarischen Reiches einen Brandpfeil ins Lager geschossen. Ihr Kommandozelt war nun angekokelt. Elendes Weib. Vermutlich war das diese Scharfschützin Dhara gewesen. Die hatte Eier, hatte sie damals bei ihrem Besuch in der Burg bewiesen. Gestellt wurde das Weib leider nicht.
Doch beides waren wichtige Erkenntnisse. Die Lage des Lagers war bekannt, die Späher des Feindes würden den Aufbau kennen. Folglich würde heute vor dem entscheidenen Schlag gen Grenzwarth das Lager etwas umgestaltet werden müssen. Zum einen würden Befehl erteilt werden die nicht direkt benötigten Pferde aus dem Lager zu schaffen und vor Bajard zu verlagern. Es würde nichts schaden, wenn sehr sichtbar an den Augen des Feindes vorbei Truppen mit Pferden abrückten. Den Weg zurück würden die Streiter dann zu Fuß durchs Gestrüpp möglichst ungesehen zurück legen.
Die benötigten Pferde würde Heinrik auf die Ostseite des Lagers verlagern. Sollte der Feind auf der Westseite durchbrechen, so würden sie auf einer Pferdekoppel mit Zaun stehen, deren Ausgänge mit Fallen versehen waren.
Ebenso würden die vom reichlichen Herbstregen schon gewässerten Zelte und Palisanden noch weiter gewässert werden. Kein Brandpfeil würde hier noch groß was anrichten. Auch die Feuermanipulationen der dunklen Magier, sollten sich schwerer tun etwas direkt zu entflammen.
Heute würden die Katapulte sprechen. Laut und deutlich. Stein um Stein in das Dorf schleudern und es dem Erdboden gleich machen. Auch der Turm würde heute fallen! Zurück würde nur verbrannte oder aufgewühlte Erde bleiben.
***
Ein letzter Blick auf den Kartentisch im Kommandozelt, dann wurde das Schild auf den Rücken geschnallt. Ein kurzer Spaziergang würde gut tun. Eine der blauen Laternen in der Hand, eine Ausarbeitung der Tugenden im Wappenrock machten sie sich dann mit Heinrik gemeinsam auf den Weg ins Feindesland. Einigen Wachen wichen sie nur knapp aus und es hätte nicht viel gefehlt und sie hätte im Axorn gestanden, doch dann war da am Gebirge ein Gebäude. Einsam. Perfekt.
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Cecilia Zola
- Beiträge: 301
- Registriert: Montag 6. März 2023, 00:07
Da stand sie mit der Gräfin von Tiefenberg am Südtor des Feldlagers und hielt Wache. Sichtwache. Sie waren noch zu.. sechst? im Lager zurück geblieben. Könnten auch weniger gewesen sein, mehr definitiv nicht mehr.
Während sie über die Palisade schaut, lässt sie die letzten Wochenläufe Revue passieren.
Erst kam die Information, es gibt eine Offensive. Lange bevor es überhaupt die Runde machte, bevor es überhaupt irgendwer im Regiment wusste. Sie konnte Salben und Tränke und Sude ansetzen. Wochenlang streifte sie durch die Wälder und Städte und Felder und sammelte Kräuter und Blüten dafür zusammen. Sie stellte Teemischungen aus den getrockneten Pflanzen zusammen. Wie lange die Offensive sein soll und wo außer "Im Westen", all das wusste sie nicht. Genau genommen war diese inoffizielle Information das einzige: Es gab eine. Fertig.
So unauffällig wie möglich versuchte sie das Lager vorzubereiten. Sie wurde zur Geheimhaltung gezwungen, auch in ihren Taten.
Dann endlich kam die Information für die Truppe. Sie durfte offen vorbereiten und Aufträge verteilen. Von da an war ein Gewusel am Lager los. "Lagerist, wir brauchen dies. Lagerist, habt ihr das? Lagerist, darf ich jenes haben?" und dazwischen der einzige Befehl, den sie für lange Zeit in der Vorbereitung erhalten sollte: "Lagerist, bereitet die Truppe und das Lazarett vor." Auf was genau? Das sollte sie bis drei Tage vor der Offensive nicht erfahren.
Der letzte Wochenlauf zeichnete sich mit viel Umherrennen und wenig Schlaf ab. So viel gab es vorzubereiten. Dann kamen Lieferungen nicht an, Bestellungen waren nicht zu den Handwerkern durchgedrungen. Andere Bestellungen waren nicht vollständig. Es wäre zum Haare raufen, wenn der Tatendrang nicht überwiegen würde. Sie wollte die Truppe bestmöglich vorbereiten. Also musste sie weiter machen und Lösungen finden. Und das tat sie. Mithilfe der Sappeurin Serina Marcel, auch der Freiin Rheaonna von Dragane und sogar Sir Heinrik von Alsted persönlich griff einen Nachmittag mit an. Und viele andere Handwerker und Kameraden halfen mit und ermöglichten Lösungen.
"Wenn ich je eine echte Soldatin gesehen habe, dann seid ihr es." Die Worte der Kronritterin rissen sie aus ihren Gedanken. Für den Moment ließ sie das Beobachten der Umgebung sein und schaute zu ihr rüber. Sie verstand nicht ganz. Sie sollte eine echte Soldatin sein? Sie, die kaum ein Schwert richtig halten konnte. Gut, halten mittlerweile dank der Arbeit im Lager schon, aber auf keinen Fall führen. Der Bogen lag ihr, aber das reichte nicht nach der Ansicht vieler Kameraden. Und was half ein Bogen, wenn der Feind mit Schild und Schwert im Lazarett stand? Nichts. Sie versuchte die Worte anzunehmen, erinnerte sich während der Gedanken auch wieder an den Auftrag der Sichtwache. Sie hebt den Bogen wieder an, der Pfeil locker auf den Fingern aufliegend.
Nach einer gefühlten Unendlichkeit kam der Sondertrupp zurück. Unversehrt im Großen und Ganzen. Kurz danach kamen die ersten Streiter des Haupttrupps zurück mit wenig ernsten Verletzungen. Einige Templerangriffe, hier und da ein Schwerthieb auf schwache Rüststellen, doch nichts, was das Lazarett vollkommen auslasten würde. Die wirklich ernste Patientin war eine unbekannte Frau, gebracht von Sir von Alsted. Er fand sie auf dem Schlachtfeld bewusstlos, hielt sie für eine Verbündete. Doch Feldwebel Kabo, gerade selbst auf der Behandlungsliege, erkannte sie sofort als diejenige, welche sich mit Sir von Salberg duellierte: Christine Lorene. Bürgerin Grenzwarths hieß es.
Cecilia atmete tief durch. Sie wusste, es kam irgendwann der Tageslauf, wo erstmalig einer der Feinde in ihrem Lazarett landete, doch rechnete sie nicht im Feindesland damit. Sobald sie konnte wollte sie der Frau helfen. Doch die Lebensgeister kehrten gerade zurück in die Gestalt und erst einmal musste sie gefesselt werden. Cecilia wollte unbedingt die blutende Kopfwunde versorgen, ebenso die restlichen Wunden. Sie musste warten. Endlich kamen die Fesseln, endlich konnte sie die Lederrüstung vom Körper der Christine schneiden. Doch damit fing der wahre Ernst erst an.
Viel zu spät bemerkte die junge Heilerin, dass die Handschuhe mit Nadeln gespickt waren. Sie schaute auf ihre eigenen behandschuhten Hände und sah tatsächlich eine Nadel im Leder stecken. Tapfer schluckte sie die aufkeimende Panik runter und rief Innes um Verstärkung. Mithilfe der schnellen Reaktion war die Nadel entfernt, doch sie schickte als Konsequenz alle nicht benötigten Helfer aus dem Zelt. Auch jetzt kam der Heilerin nicht der Gedanke, dass sie achtsamer bei der Rüstung sein müsste. Eifrig und überhaupt nicht gewohnt, dass Kleidung eine Gefahr darstellen kann, schneidet sie munter durch den Brustschutz. Plötzlich hüllt eine giftgrüne Wolke die Patientin und Heilerin ein. Ruckartig zieht sie den Kopf zur Seite und lehnt sich weg. "Die muss hier raus!", war Cecilias einziger Gedanke zu dem Zeitpunkt. Ein lauter Pfiff von ihr, während sie ihre Maske aufsetzte. Freiherr von Dynal kam heran und trug die Gefangene aus dem Lazarettszelt. Verzweifelt und doch vorgewarnt versuchte die Heilerin den Oberkörper der Gefangenen frei zu legen. Nach einem Knietritt in den eigenen Brustkorb, der für eine ordentliche Prellung bei der zierlichen Heilerin sorgen wird, und einigen wirren Drohungen von Christine später, konnte die Patienten gefesselt und fixiert endlich versorgt werden. Bei all der Sorgfalt blieben jedoch weitere Giftwolken vom Brustschutz ausgehend nicht aus. Cecilia betete und flehte innerlich Temora an, dass sie nicht genug abbekommen würde. Sie salbte die blauen Flecken und bereits ersichtlichen Prellungen der Gefangenen ein. Verteilte einen blutungsstillenden Sud auf den Schnitten und Kratzern und wollte gerade die Stirnwunde versorgen. Da spuckte die Gefangene eine Nadel Richtung Antarian, der immer noch ihre gefesselten Beine auf den Boden fixierte. Feldwebel Kabo, welcher die ganze Zeit im Hintergrund verweilte, hatte die Nase voll. Er befahl das Ende der Versorgung und den Rausschmiss der Gefangenen. Cecilia konnte durchsetzen noch einen Kopfverband zu verpassen, zu mehr ließ sich ihr Kommandoführer nicht überreden. Antarian fragte mehrfach wofür Christine überhaupt versorgt wurde. Die junge Heilerin antwortete erst mit "Befehl vom Sir". Als die Gegenargumente lauter wurden, beharrte sie darauf, dass unter ihr kein Patient wegstirbt oder ohne Versorgung bleibt. Unglücklich schaute sie hinterher, wie die Gefangene vor das Lager gebracht wurde.
Die Standpauke vom Feldwebel, dass sie ihre eigene Gesundheit gefährdet hat für die Versorgung, ließ sie über sich ergehen. Er hatte recht, auch wenn sie es wieder so machen würde. Ob sie das Gift getroffen hat? Sicher, sie stand direkt in der Giftwolke. Abgesehen von der Nadel, wo bis jetzt unklar ist, ob diese die Haut verletzte, so fein wie sie war. Ob sie sagen könnte, wann sie sicher sei? Nein, sie wusste nur vom groben Inhalt des Gifts, falls die wirren Worte der Gefangenen überhaupt wahr waren. Ihr eigener Stärkungstrank könnte über einige Symptome hinweg täuschen. Doch inbrünstig flehte sie noch immer zu Temora, dass sie verschont bleiben würde.
Erst Stunden später, angelehnt an Sennas Pferderücken, fiel die Panik über sie. Was wäre, wenn sie wirklich vergiftet wurde? Reicht ihr Gegengift noch, wenn sie es später nehmen kann? Jetzt würde es mit ihrem persönlichen Stärkungstrank zu gefährlichen Gegenwirkungen führen. Das Risiko wollte sie genauso wenig eingehen. Sie war hin und her gerissen, welches Risiko sie wählen sollte. Am Ende blieb es vorerst bei Nichtstun und Abwarten. Der Feldwebel wusste Bescheid, sollte sie umkippen, konnte er berichten. Allen anderen verschwieg sie ihre Situation. Wozu Unruhe im Lager verursachen, wenn gar nicht klar ist, ob es einen Grund dazu gibt. Außerdem hat sie von erfahrenen Feldschern gelernt, dass die Heiler im Lazarett stark bleiben müssen. Und genau das hatte sie vor. Fassade halten. Gerade sie. Das könnte lustig werden.
Während sie über die Palisade schaut, lässt sie die letzten Wochenläufe Revue passieren.
Erst kam die Information, es gibt eine Offensive. Lange bevor es überhaupt die Runde machte, bevor es überhaupt irgendwer im Regiment wusste. Sie konnte Salben und Tränke und Sude ansetzen. Wochenlang streifte sie durch die Wälder und Städte und Felder und sammelte Kräuter und Blüten dafür zusammen. Sie stellte Teemischungen aus den getrockneten Pflanzen zusammen. Wie lange die Offensive sein soll und wo außer "Im Westen", all das wusste sie nicht. Genau genommen war diese inoffizielle Information das einzige: Es gab eine. Fertig.
So unauffällig wie möglich versuchte sie das Lager vorzubereiten. Sie wurde zur Geheimhaltung gezwungen, auch in ihren Taten.
Dann endlich kam die Information für die Truppe. Sie durfte offen vorbereiten und Aufträge verteilen. Von da an war ein Gewusel am Lager los. "Lagerist, wir brauchen dies. Lagerist, habt ihr das? Lagerist, darf ich jenes haben?" und dazwischen der einzige Befehl, den sie für lange Zeit in der Vorbereitung erhalten sollte: "Lagerist, bereitet die Truppe und das Lazarett vor." Auf was genau? Das sollte sie bis drei Tage vor der Offensive nicht erfahren.
Der letzte Wochenlauf zeichnete sich mit viel Umherrennen und wenig Schlaf ab. So viel gab es vorzubereiten. Dann kamen Lieferungen nicht an, Bestellungen waren nicht zu den Handwerkern durchgedrungen. Andere Bestellungen waren nicht vollständig. Es wäre zum Haare raufen, wenn der Tatendrang nicht überwiegen würde. Sie wollte die Truppe bestmöglich vorbereiten. Also musste sie weiter machen und Lösungen finden. Und das tat sie. Mithilfe der Sappeurin Serina Marcel, auch der Freiin Rheaonna von Dragane und sogar Sir Heinrik von Alsted persönlich griff einen Nachmittag mit an. Und viele andere Handwerker und Kameraden halfen mit und ermöglichten Lösungen.
"Wenn ich je eine echte Soldatin gesehen habe, dann seid ihr es." Die Worte der Kronritterin rissen sie aus ihren Gedanken. Für den Moment ließ sie das Beobachten der Umgebung sein und schaute zu ihr rüber. Sie verstand nicht ganz. Sie sollte eine echte Soldatin sein? Sie, die kaum ein Schwert richtig halten konnte. Gut, halten mittlerweile dank der Arbeit im Lager schon, aber auf keinen Fall führen. Der Bogen lag ihr, aber das reichte nicht nach der Ansicht vieler Kameraden. Und was half ein Bogen, wenn der Feind mit Schild und Schwert im Lazarett stand? Nichts. Sie versuchte die Worte anzunehmen, erinnerte sich während der Gedanken auch wieder an den Auftrag der Sichtwache. Sie hebt den Bogen wieder an, der Pfeil locker auf den Fingern aufliegend.
Nach einer gefühlten Unendlichkeit kam der Sondertrupp zurück. Unversehrt im Großen und Ganzen. Kurz danach kamen die ersten Streiter des Haupttrupps zurück mit wenig ernsten Verletzungen. Einige Templerangriffe, hier und da ein Schwerthieb auf schwache Rüststellen, doch nichts, was das Lazarett vollkommen auslasten würde. Die wirklich ernste Patientin war eine unbekannte Frau, gebracht von Sir von Alsted. Er fand sie auf dem Schlachtfeld bewusstlos, hielt sie für eine Verbündete. Doch Feldwebel Kabo, gerade selbst auf der Behandlungsliege, erkannte sie sofort als diejenige, welche sich mit Sir von Salberg duellierte: Christine Lorene. Bürgerin Grenzwarths hieß es.
Cecilia atmete tief durch. Sie wusste, es kam irgendwann der Tageslauf, wo erstmalig einer der Feinde in ihrem Lazarett landete, doch rechnete sie nicht im Feindesland damit. Sobald sie konnte wollte sie der Frau helfen. Doch die Lebensgeister kehrten gerade zurück in die Gestalt und erst einmal musste sie gefesselt werden. Cecilia wollte unbedingt die blutende Kopfwunde versorgen, ebenso die restlichen Wunden. Sie musste warten. Endlich kamen die Fesseln, endlich konnte sie die Lederrüstung vom Körper der Christine schneiden. Doch damit fing der wahre Ernst erst an.
Viel zu spät bemerkte die junge Heilerin, dass die Handschuhe mit Nadeln gespickt waren. Sie schaute auf ihre eigenen behandschuhten Hände und sah tatsächlich eine Nadel im Leder stecken. Tapfer schluckte sie die aufkeimende Panik runter und rief Innes um Verstärkung. Mithilfe der schnellen Reaktion war die Nadel entfernt, doch sie schickte als Konsequenz alle nicht benötigten Helfer aus dem Zelt. Auch jetzt kam der Heilerin nicht der Gedanke, dass sie achtsamer bei der Rüstung sein müsste. Eifrig und überhaupt nicht gewohnt, dass Kleidung eine Gefahr darstellen kann, schneidet sie munter durch den Brustschutz. Plötzlich hüllt eine giftgrüne Wolke die Patientin und Heilerin ein. Ruckartig zieht sie den Kopf zur Seite und lehnt sich weg. "Die muss hier raus!", war Cecilias einziger Gedanke zu dem Zeitpunkt. Ein lauter Pfiff von ihr, während sie ihre Maske aufsetzte. Freiherr von Dynal kam heran und trug die Gefangene aus dem Lazarettszelt. Verzweifelt und doch vorgewarnt versuchte die Heilerin den Oberkörper der Gefangenen frei zu legen. Nach einem Knietritt in den eigenen Brustkorb, der für eine ordentliche Prellung bei der zierlichen Heilerin sorgen wird, und einigen wirren Drohungen von Christine später, konnte die Patienten gefesselt und fixiert endlich versorgt werden. Bei all der Sorgfalt blieben jedoch weitere Giftwolken vom Brustschutz ausgehend nicht aus. Cecilia betete und flehte innerlich Temora an, dass sie nicht genug abbekommen würde. Sie salbte die blauen Flecken und bereits ersichtlichen Prellungen der Gefangenen ein. Verteilte einen blutungsstillenden Sud auf den Schnitten und Kratzern und wollte gerade die Stirnwunde versorgen. Da spuckte die Gefangene eine Nadel Richtung Antarian, der immer noch ihre gefesselten Beine auf den Boden fixierte. Feldwebel Kabo, welcher die ganze Zeit im Hintergrund verweilte, hatte die Nase voll. Er befahl das Ende der Versorgung und den Rausschmiss der Gefangenen. Cecilia konnte durchsetzen noch einen Kopfverband zu verpassen, zu mehr ließ sich ihr Kommandoführer nicht überreden. Antarian fragte mehrfach wofür Christine überhaupt versorgt wurde. Die junge Heilerin antwortete erst mit "Befehl vom Sir". Als die Gegenargumente lauter wurden, beharrte sie darauf, dass unter ihr kein Patient wegstirbt oder ohne Versorgung bleibt. Unglücklich schaute sie hinterher, wie die Gefangene vor das Lager gebracht wurde.
Die Standpauke vom Feldwebel, dass sie ihre eigene Gesundheit gefährdet hat für die Versorgung, ließ sie über sich ergehen. Er hatte recht, auch wenn sie es wieder so machen würde. Ob sie das Gift getroffen hat? Sicher, sie stand direkt in der Giftwolke. Abgesehen von der Nadel, wo bis jetzt unklar ist, ob diese die Haut verletzte, so fein wie sie war. Ob sie sagen könnte, wann sie sicher sei? Nein, sie wusste nur vom groben Inhalt des Gifts, falls die wirren Worte der Gefangenen überhaupt wahr waren. Ihr eigener Stärkungstrank könnte über einige Symptome hinweg täuschen. Doch inbrünstig flehte sie noch immer zu Temora, dass sie verschont bleiben würde.
Erst Stunden später, angelehnt an Sennas Pferderücken, fiel die Panik über sie. Was wäre, wenn sie wirklich vergiftet wurde? Reicht ihr Gegengift noch, wenn sie es später nehmen kann? Jetzt würde es mit ihrem persönlichen Stärkungstrank zu gefährlichen Gegenwirkungen führen. Das Risiko wollte sie genauso wenig eingehen. Sie war hin und her gerissen, welches Risiko sie wählen sollte. Am Ende blieb es vorerst bei Nichtstun und Abwarten. Der Feldwebel wusste Bescheid, sollte sie umkippen, konnte er berichten. Allen anderen verschwieg sie ihre Situation. Wozu Unruhe im Lager verursachen, wenn gar nicht klar ist, ob es einen Grund dazu gibt. Außerdem hat sie von erfahrenen Feldschern gelernt, dass die Heiler im Lazarett stark bleiben müssen. Und genau das hatte sie vor. Fassade halten. Gerade sie. Das könnte lustig werden.
- Leandra Kalveron
- Beiträge: 747
- Registriert: Samstag 1. Februar 2020, 23:05
Im Lager vor Grenzwarth lag eine eigentümliche Schwere. Zwischen den rauchenden Feuerstellen, den wenigen Zeltreihen und den müden Augen der Soldaten hing eine bedrückende Stimmung. Der Geruch von Leder, Eisen und kaltem Schweiß hing in der Luft. Manche flickten still ihre Rüstungen, andere starrten schweigend ins Nichts und doch spürte man in den Herzen aller dieselbe Sorge:
Die Dunkelheit war nah, zu nah.
Leandra schritt durch das Lager, so fest sie konnte, auch wenn jeder Schritt schwerer fiel. Die vergangenen Tage hatten ihr mehr abverlangt, als sie zuzugeben wagte. Doch sie ließ es nicht zu, dass die Müdigkeit ihre Stimme trübte. In ihren Augen brannte noch immer jenes Glimmen, das den Menschen Mut einflößen sollte. Sie würde nicht weichen, sie war entschlossen und daher fing sie auch schon an die Pergamente vorzubereiten, die im Reich der Dunkelheit verteilt werden sollten. Gepaart wurde die Idee mit dem Verteilen von Laternen, um das Licht auch in den Schatten zu bringen. Eine gute Idee, sie wurde kombiniert und mit dem Hohepriester später soll sie durchgeführt werden.
Zuerst suchte sie die Sappeure auf. Sie lauschten ihr, während sie von Hoffnung sprach, von einem Zeichen, das sie alle gemeinsam setzen würden. Laternen und kleine Stoffbündel, grob zusammengenähte Kuschelbären, die in stillen Stunden entstanden waren, eigentümlich rührend zwischen all dem Eisen und Blut. Leandra nahm einen dieser Bären in die Hände, spürte den schlichten Stoff unter den Fingern und lächelte.
Der Abend brach hinein und Antorius und Leandra riefen die Streiter und Gläubigen herbei. Während Leandra das Licht in großen Gesten und Bildern entfachte, war er einer, der in schlichten Worten und unerschütterlichem Ernst predigte. Seine Gegenwart war fest wie ein Anker. Als sie ihn bat, an ihrer Seite zu stehen, bemerkte sie seine Zuversicht zu ihr. Ein festes Vertrauen wofür sie stets dankbar war, auch wenn er manchmal etwas Lehrerhaftes an sich hatte und gerne tadelte.
Zusammen zogen sie durch das Lager. Antorius und ihre Stimmen erhoben sich über den dumpfen Lärm, kräftig und klar und sie rief die Krieger, die Heiler, die Wachen aus den Schatten ihrer Müdigkeit hervor. Einer nach dem anderen trat näher, die Gesichter von Schweiß und Staub gezeichnet, die Körper voller Narben und Müdigkeit. Doch sie kamen.
Leandra fühlte das Gewicht dieser Versammlung. So viele erschöpfte Seelen, die der Herrin und einander vertrauten. Mit Antorius an ihrer Seite, der ihr in ruhiger Gewissheit beistand, wuchs in ihr die Kraft. Er sprach zu ihnen von der Herrin, von der Hoffnung, die nie ganz verlöscht, von der Verantwortung, das Licht in die Dunkelheit zu tragen. Und sie sah, wie in den Augen der Menschen wieder Funken aufflammten. Leandra streckte die Hände mit empor und diese blaue Flamme des heiligen Lichts breitete sich über der Kerze aus, entzündete nach und nach die Laternen, die in einem Kreis aufgestellt wurden.
Und als Leandra schließlich Richtung Ausgang trat, mit tapferen Mannen, war das Lager nicht mehr das gleiche wie zuvor. Die Müdigkeit war noch da, doch darüber lag etwas Neues: eine Erwartung, ein stilles Glimmen, wie das Versprechen des ersten Morgens nach einer langen Nacht. Und somit wurde das Licht ins Dunkel gebracht. Für all jene die den Pfad abschwören wollten, war die offene Hand und die Laterne zum greifen nah, für das Verlorene diese prächtig leuchtende Axt.
Doch was das Dunkel was ihnen dann entgegen trat noch nicht wusste, dass dies nicht alles war was sie planten, dass verriet nachher das helle Läuten der Alarmglocken aus Düstersee. Der Plan ging auf, doch wie gut?

Die Dunkelheit war nah, zu nah.
Leandra schritt durch das Lager, so fest sie konnte, auch wenn jeder Schritt schwerer fiel. Die vergangenen Tage hatten ihr mehr abverlangt, als sie zuzugeben wagte. Doch sie ließ es nicht zu, dass die Müdigkeit ihre Stimme trübte. In ihren Augen brannte noch immer jenes Glimmen, das den Menschen Mut einflößen sollte. Sie würde nicht weichen, sie war entschlossen und daher fing sie auch schon an die Pergamente vorzubereiten, die im Reich der Dunkelheit verteilt werden sollten. Gepaart wurde die Idee mit dem Verteilen von Laternen, um das Licht auch in den Schatten zu bringen. Eine gute Idee, sie wurde kombiniert und mit dem Hohepriester später soll sie durchgeführt werden.
Zuerst suchte sie die Sappeure auf. Sie lauschten ihr, während sie von Hoffnung sprach, von einem Zeichen, das sie alle gemeinsam setzen würden. Laternen und kleine Stoffbündel, grob zusammengenähte Kuschelbären, die in stillen Stunden entstanden waren, eigentümlich rührend zwischen all dem Eisen und Blut. Leandra nahm einen dieser Bären in die Hände, spürte den schlichten Stoff unter den Fingern und lächelte.
Der Abend brach hinein und Antorius und Leandra riefen die Streiter und Gläubigen herbei. Während Leandra das Licht in großen Gesten und Bildern entfachte, war er einer, der in schlichten Worten und unerschütterlichem Ernst predigte. Seine Gegenwart war fest wie ein Anker. Als sie ihn bat, an ihrer Seite zu stehen, bemerkte sie seine Zuversicht zu ihr. Ein festes Vertrauen wofür sie stets dankbar war, auch wenn er manchmal etwas Lehrerhaftes an sich hatte und gerne tadelte.
Zusammen zogen sie durch das Lager. Antorius und ihre Stimmen erhoben sich über den dumpfen Lärm, kräftig und klar und sie rief die Krieger, die Heiler, die Wachen aus den Schatten ihrer Müdigkeit hervor. Einer nach dem anderen trat näher, die Gesichter von Schweiß und Staub gezeichnet, die Körper voller Narben und Müdigkeit. Doch sie kamen.
Leandra fühlte das Gewicht dieser Versammlung. So viele erschöpfte Seelen, die der Herrin und einander vertrauten. Mit Antorius an ihrer Seite, der ihr in ruhiger Gewissheit beistand, wuchs in ihr die Kraft. Er sprach zu ihnen von der Herrin, von der Hoffnung, die nie ganz verlöscht, von der Verantwortung, das Licht in die Dunkelheit zu tragen. Und sie sah, wie in den Augen der Menschen wieder Funken aufflammten. Leandra streckte die Hände mit empor und diese blaue Flamme des heiligen Lichts breitete sich über der Kerze aus, entzündete nach und nach die Laternen, die in einem Kreis aufgestellt wurden.
Und als Leandra schließlich Richtung Ausgang trat, mit tapferen Mannen, war das Lager nicht mehr das gleiche wie zuvor. Die Müdigkeit war noch da, doch darüber lag etwas Neues: eine Erwartung, ein stilles Glimmen, wie das Versprechen des ersten Morgens nach einer langen Nacht. Und somit wurde das Licht ins Dunkel gebracht. Für all jene die den Pfad abschwören wollten, war die offene Hand und die Laterne zum greifen nah, für das Verlorene diese prächtig leuchtende Axt.
Doch was das Dunkel was ihnen dann entgegen trat noch nicht wusste, dass dies nicht alles war was sie planten, dass verriet nachher das helle Läuten der Alarmglocken aus Düstersee. Der Plan ging auf, doch wie gut?

- Aaryon von Hohenfels
- Beiträge: 322
- Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02
Scheitern
Na schön. Es ging also doch was. "Was meint Ihr, Hochedler?", fragte die Freiherrin von Kronwalden völlig unprätentiös, einen wuchtigen Holzklüpfel vom Zusammenzimmern der Leiter noch in der Hand. Oben an der Palisade hüpfte Serina mit schweren Bewegungen auf und ab, um die Stabilität zu testen. "Viel zu breit!", rief er erschrocken und musste zusehen, die fleißigen Sappeurinnen nicht zu enttäuschen, "Neben dem Tor ist das gut! Aber die anderen Positionen einfach 'ein Brett, ein Schütze, Leiter dran' - fertig!""In Ordnung."
Er schenkte ein dankbares Lächeln, kühlte über die Ströme des Liedes etwas den Schweiß der beiden, füllte die Lungen mit etwas frischerer Luft als dem nun mal unweigerlichen Mief des Lagers, lockerte die verkrampften Armmuskeln, spendete so für ein Weilchen frische Kraft und wacheren Blick - was konnte er sonst schon tun? Er wandte sich ab, denn die Positionen, wo die Plattformen für die Wachen an der Palisade hin sollten, war er mit Serina schon abgegangen.
Andra kam. Schon wenige Sätze später nickte sie. "Wo?" "Gehen wir ein mal ab..."
Draußen kam es zu einem kurzen Feindkontakt. Am Ende des Tages wusste er schon nicht mehr, was da gewesen war - ach doch, eine Rashari, nicht? Sie hatten sich zurück gezogen, und doch hatte er in der Kürze schon gemerkt, dass er Andra keine Strategie erklären musste, wo man am effektivsten Fallen hinterlegte.
"Ich vertraue da auf Euch. Sichert das Lager in näherer Umgebung."
"Wird gemacht."
Momente, die gut taten.
"Hochedler? Der Sir verlangt nach Euch. Am Tor."
Eine fremde Person, ein Reiter, kniete sich gerade nieder, um sich Handschellen anlegen zu lassen, als er dazu kam und ihn auf Liedmanipulationen untersuchen sollte. Er verkniff sich Kommentare, dass das schwierig war, während sich alle bewegten, bis man im Lazarett angelangt war. Nein. Keine Magie. Viktoria starrte auf die Schminke an ihrem Handschuh. Ein Name fiel, der auch ihn die Stirn furchen ließ. Aber nein, nicht mal ihm nahestehende Personen hatten ihn erkannt - nicht schlecht. Während Sir von Alsted laut über eine Degradierung nachdachte, auch weil die Maßnahme offenbar ohne Befehl stattgefunden hatte, merkte sich Aaryon den Mann und verließ still das Zelt. "Nicht mein Bier."
"Hochedler?" Durchatmen. "Es ist gut, dass du hier im Lager bist. Von einem Ende zum anderen humpeln kann ich. Ich komm ja nicht mal drei Schritt weit, wenn das so weitergeht."
Noch eine Fremde, diesmal am anderen Tor. Antarian stand dort und musste selber grübeln, ob vor zwanzig Jahren in Berchgard überhaupt schon ortseigene Bürgerbriefe ausgestellt wurden. Festland. Händler. Grad zurück, aber soll Proviant bringen... Ihre Geschichte hörte sich fast interessant an. "Holt die Lagermeisterin", bat er eine Person vom Regiment - Greya? Gesichter verschwammen in der Flut der Eindrücke. Cecilia kam angehuscht. "Ist eine Lieferung von Proviant für heute geordert worden?", fragte er laut genug, dass die Frau es hören konnte und beobachtete ihre Reaktion. "Hochedler, ich habe genug Proviant eingepackt, um das Lager drei Tage zu versorgen", flüsterte die Lagermeisterin fast beleidigt zurück. Aaryon schmunzelte. Ja, das hatte er sich fast gedacht. Er ließ sie die mitgebrachte Suppe prüfen - wäre Gift drin gewesen, hätte man die Fremde wenigstens mit gutem Grund am Hals von der Palisade hängen lassen können, als Warnung.
Der Kronritter kam hinzu. Er wandte sich ab, zu Innes und Valentin, die im Hintergrund warteten. Darum mussten sich nicht drei Verantwortliche kümmern. Sollte Heinrik entscheiden, in welcher Form man der Fremden einen Fußtritt vor die Tür versetzte, vielleicht wollte er ein Exempel statuieren, bevor sie noch mehr Besuch von außen bekamen.
Aber irgendwie schien sich Heinrik die ganze Geschichte erneut anzuhören und zu erfragen, oder was passierte da? Noch mehr Festnahmen? Sie konnten sich keine Gefangenen im Lager leisten. Er humpelte wieder zurück und blieb weit genug hinter Heinrik stehen, dass die Fremde das Flüstern nicht mehr würde hören können:
"Sir?" Der Kronritter blickte über die Schulter. "In ein Feldlager einfach keine unbekannten Personen nachträglich einlassen, egal welche Geschichte. Dann soll sie halt gehen, wenn die Geschichte glaubhaft klingt."
"Das Risiko ist zu hoch, Ja - Stimme zu", pflichtete Antarian bei.
"Sonstige Offensichtlichkeiten, Hochedler?"
"Nein, Sir." Zwei Silben, die zum Glück keinen Rückschluss auf sein Innenleben bei dieser Reaktion zuließen. Das gestattete er sich erst, als er bei Valentin angekommen und außer Hörweite war. 'Sonstige Offensichtlichkeiten, Hochedler?', äffte er den Kronritter nach, hörbar angepisst. "Und was braucht er dann so lange?", erwiderte Valentin nur ungerührt und bekam von seinem Schutzobjekt ein zustimmendes Brummen.
Der Einsatz.
Endlich!
Mehr als zwei Wochen lang war er dafür "brav" gewesen, hatte wie befohlen keine Erkundungen mehr selber in Westgebiet vorgenommen, schon gar nicht die Burg der Bruderschaft näher observiert, hatte sich beim Thema 'Arkorither' zurück gehalten, war nicht allein nach Bajard oder Kawi gegangen und hatte allgemein alles, was nach Ärger hätte riechen können, gemieden, bis er innerlich an manchen Tagen einfach nur noch die Krallen wetzte und scheinbar viel zu leicht mies gelaunt war, wenn er keine gute Ablenkung fand.
Als es unvermittelt nach Junkersteyn gegangen war, hatte es von ihm nur "Ja, Sir! - Sofort, Sir! - Jawohl, Sir!" geheißen und er hatte so unverzüglich und ohne Fragen Befehle ausgeführt, dass Valentin fast seinen Dienst als Leibwächter hinschmiss, weil Aaryon sich bei der Alarmgabe und dem kronritterlichen "Mitkommen!" nicht mal bei ihm abgemeldet hatte, aber sogar knapp vor den Kronrittern in Junkersteyn gewesen war, ohne zu wissen, wo genau er hin musste.
Endlich!
Der Einsatz, für den das ganze Lager und der ganze Aufriss nur Vorschub war. Über Wochen hatte Aaryon mehrmals mitbekommen, wie Heinrik sich mit stoischer Sorgfalt Kram über Architektur angelesen und selbst sein grundlegendes Wissen über das Verhalten von Feuer aufgefrischt hatte. "Was, wenn wir wirklich von Feuer abgeschnitten werden und irgendwo nicht raus können?", waren ihm Gedanken durch den Kopf gegangen und er hatte sich verschiedene Möglichkeiten zurecht gelegt. So weit war es aber längst noch nicht.
"Ausrüstung, die mitzunehmen ist, Sir?", fragte er Heinrik ein letztes Mal nach Eventualitäten. "Jungfrauenblut? Einhornhaare? Irgendwas noch so wie meine Salben, an was man zuletzt denkt?"
"Die beste, die Ihr habt."
"..."
"Sag es nicht! HALT DEN MUND! Sag einfach wieder 'Ja, Sir'!" Er schaffte es nicht. Er schaffte es gerade noch so, seine Stimme ein wenig belustigt klingen zu lassen, wie einen gutmütigen Scherz, als er dem Kronritter seinen Spruch von zuvor zurück zahlte:
"Sonstige Offensichtlichkeiten, Sir?"
"Das kommt auf Eure Fragen an, nicht wahr?"
"Lass es nicht eskalieren. Lass es BITTE nicht eskalieren. Nicht jetzt."
"Ja, Sir."
Sie waren fast schon zu spät aufgebrochen. Wie vereinbart hockte er zum Eichhörnchen verwandelt in Valentins Kapuze. Alle anderen waren mit den temoragesegneten Laternen losgezogen, aus dem Turm von Grenzwarth mussten welche ihrer Leute raus geholt werden, überall war Alarm ausgebrochen... ganz wie geplant.
"Los jetzt!"
Sie schlugen sich durch die Wälder, passierten nur wenige Wege, und das im Laufschritt - er hätte nicht mithalten können. Oder wäre auf dem Pferd viel zu auffällig gewesen. Dann erreichten sie den Schrein der Geistigkeit, sammelten sich... und warteten wieder.
"Worauf?"
Irgendwo glaubte er, eine Glocke zu hören - Düstersee? Stille. Schreie, da in der Ferne? Oder Einbildung? "Ich werd noch kirre! WORAUF warten wir?!"
Hufgetrappel. "Verflucht noch eins, wir sind entdeckt!" Nein. Es war Eminenz Lathaia.
"Weiter."
Valentins Kapuze begann wieder, unter seinem Laufschritt zu schaukeln und mit seinen Krallen hielt sich Aaryon fest. "Raia? Wieso muss unbedingt eine Hohepriesterin mit?" Offenbar rechnete Heinrik fest mit klerikalem Gegenwind - was durchaus möglich war bei der Burg der 'Ritter' des Panthers, 'Bruderschaft', wie sie sich nannten. Aber so dringend, dass der Effekt der Ablenkung fast zu verpuffen drohte?
Egal.
Da, die Burg. Die Sappeure schleppten wie geplant die Leitern an die Mauer, offenbar eine zuvor festgelegte Stelle - naja, die eben, wo Heinrik stand. Vermutlich eine strategische Schwachstelle. Die ersten waren fast oben...als die Wache, die dort stand, hingebungsvoll
"ALAAAAARM!" brüllte.
Heinrik schlug zu, ein kurzer, den Ruf beendender Hieb, aber es war zu spät. Der Kronritter schnappte sich eins der Fässer mit menekanischem Brandöl und schleppte es in das nächstbeste Zimmer des nordwestlichen Wehrturmes. Arne suchte im Innern des engen Wehrganges nach tragenden Elementen und platzierte irgendwo ein zweites Fass. Amelie konnte er gerade nicht sehen, Serinas Axt nur eine Ecke weiter hören, Valentin stand ungebraucht und wartete...
"Wenn wir das hier oben anzünden, wird so gut wie gar nichts passieren. Wir hätten tiefer gemusst!" Es war wohl auch Heinrik klar. Aber die Glocken von Düstersee waren bis hier zu hören. Und... ein kurzes Platschen, dann Fauchen, lautes Knacken. "Das Signalfeuer der Burg. Jetzt sieht es jeder, wo wir sind." Er bekam sich kaum darauf konzentriert, sich überhaupt auf die Liedstrukturen einzustimmen, um nach Manipulationen oder Vorgängen zu suchen. Da: fremde Laufschritte. Es käme jetzt zu Kampf gegen eine unbekannte Zahl an Leuten aus der Ritterburg gegen zwei geübte Kämpfer und den Rest Sappeure und.. oder...
"IHR FEIGLINGE!!!", brüllte ihnen eine weibliche Stimme nach, und es tat in seinem Innern irgendwie weh.
Sie zogen sich schneller zurück, als sie gekommen waren.
Im Lager zurück flogen nicht allzu viel Zeit später zwei Brandpfeile aus dem nächsten Waldstück in Richtung Kommandozelt - mehr als offensichtlich die ähnlich ineffiziente Antwort auf ihre Aktion und das Zeichen, was man davon hielt.
Von den Scharmützeln und kleineren Gefechten draußen kehrten die Leute zurück, teils angeschlagen, aber wohl nichts allzu ernstes... hoffte er. Und dann sah er sie zwischen den Rückkehrenden, angeschlagen wie alle: Raia. Er war zu müde, um sich jetzt zum Lazarett zu drängen und verfrühte Fragen zu stellen. "Es ist keine gute Idee mehr, die Form des Eichhörnchens zu nutzen", erklärte er Serina und kämpfte vergeblich dagegen an, ein viertes Mal herzhaft zu gähnen, "Verflixte Winterruhe..!"
Selbst auf der dünnen Unterlage, die ihm als Schlafstatt diente, rollte er sich zusammen, als lege er sich in einen Laubhaufen. Und Lust, so schnell wieder aufzuwachen, hatte er eigentlich auch nicht.
"Wo der wohl wieder reingeraten ist... Der zieht das magisch an!"
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
- Jynela Dhara
- Beiträge: 629
- Registriert: Montag 28. Dezember 2020, 18:02
Es regnete wieder.
Natürlich regnete es wieder – wann sonst sollte der Hauptmann auch unterwegs sein, wenn nicht dann, wenn jedes anständige Pferd am liebsten rückwärts laufen würde?
Das Tier stapfte durch den Matsch, offensichtlich ebenso begeistert wie seine Reiterin. Sie saß etwas schief im Sattel, das Gesicht verkniffen, als hätte sie entweder Zahnschmerzen oder eine besonders schlechte Laune. Vielleicht beides? Vielleicht einfach eine Scheiß Nacht mit Schmerzen und wenig Schlaf.
Langsamer als gestern war sie unterwegs, man hätte sie schon für eine Reiterstatue halten können, die zufällig die Straße entlang geschoben wurde. Zielgerichtet – oder einfach nur stoisch trotzig – ritt sie Richtung Düstersee, den Regen im Nacken, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Dort verschwand sie wieder einmal im Rathaus.
Nur wenig später war sie in die andere Richtung unterwegs. Verschwand hinter dem Zaun des Lilienhofes, als würde sie dort etwas zu erledigen haben. Oder jemanden. Wer weiß das schon so genau? Ein kurzer prüfender Blick um die Ecke, ob die Statue noch an Ort und Stelle war und ein zufriedenes Nicken.
Als sie auf jeden Fall noch den Umweg nach Rahal nahm, konnten gute Beobachter feststellen, dass beide Tore komplett geschlossen wurden. Lediglich Bürger würden die Wachen passieren lassen.
Zur selben Zeit rollten einige unauffällige Fässer von Rahal nach Düstersee. Nichts Großes, nichts Auffälliges – zumindest, wenn man von Esteban absah. Sein Auftreten war wie so oft so gar nicht unauffällig und man hätte meinen können, dass er jeden Tag so unterwegs war. Wenn jemand fragte, würde er vermutlich mit ernster Miene erklären, in den Fässern befände sich selbstverständlich nur der beste Rum – eine selbstlose Spende, versteht sich, um der Armee etwas Gutes zu tun. Und wer würde ihm das nicht glauben wollen, bei so viel Charme und Dreistigkeit in einem Gesicht?
Und als man gerade dachte, der Tag würde jetzt still enden, tauchte der Hauptmann erneut auf – wieder auf dem Weg nach Düstersee. Offenbar ein vielbeschäftigter Nachmittag. Oder einfach einer dieser Tage, an denen man planlos hin- und herreitet, um so zu tun, als wüsste man, was man tut.
Was genau sie da trieb, blieb unklar. Aber bei Regen, Schmerzen und Esteban mit vielleicht zwielichten Plänen in der Nähe – wer könnte es ihr verdenken?
- By'nar
- Beiträge: 124
- Registriert: Freitag 7. Juli 2023, 20:10
Krieg war etwas, das einen normalen Geist erzittern ließ. Er brachte Menschen dazu, ihr Leben zu reflektieren, jeden Schritt vielleicht ein zweites Mal zu überdenken und häufiger an ihre Liebsten zu denken als gewöhnlich. Krieg konnte das Schlechteste in einem zum Vorschein bringen – und auch das Beste. War man Held oder Feigling? Oder waren beide Begriffe vielleicht nur eine Frage der Betrachtung?
By’nar hatte jeglichen gesunden Gedankengang irgendwo inmitten ihrer fragwürdigen Erziehung verloren. Der Geruch von Eisen, das Schlagen von Metall auf Metall – all das ließ ihr Herz schneller schlagen. Der Rausch und das Gefühl, an der Schwelle des Todes zu stehen, waren es, die sie wirklich fühlen ließen und sie regelrecht in die Spitze jeder Klinge trieben. Dabei schaltete sich ihr Verstand aus, als wäre ihr Körper fremdgeführt – gelockt von dem Gefühl in ihrem Herzen, das sonst gewöhnlich unterdrückt wurde. Wenn das Schlachtfeld bebte und die Schreie der Kämpfenden ihr Ohr erreichten, von Kraft und Überzeugung erfüllt, dann achtete niemand darauf, was man fühlte. Niemand sah einem ins Gesicht, niemand urteilte – und niemand hatte die Zeit, eine seltsame Regung in Frage zu stellen.
Auf dem Schlachtfeld war sie frei. Eine von vielen. Normal. So bewegte sie sich auch dort: leichtfüßig und unbedarft. By’nar dachte weder an ihre Liebsten, noch überlegte sie bei einem Schritt zweimal. Der Kampf machte sie lebendig, und das kostete sie aus – trotz aller Verluste, trotz der Waffenwunde im Oberarm, der Prellungen und gebrochenen Rippen. Jeder Schritt schmerzte, der rechte Arm war für den Moment unbrauchbar, doch all das, was sich jenseits davon in ihr ausbreitete, war wie ein Delirium. Es war Glück – für sie, in einer der seltsamsten Formen.
So führte sie auch der dritte Abend, gezeichnet von den beiden Tagen davor, wieder in Richtung der Front, die sie mit Waffen und Schilden begrüßte. Denn jede Nacht, jeder Schlaf, schwächte die Trunkenheit ab. Jede ruhige Minute nahm das Adrenalin aus ihrem Körper und ließ eine dumpfe Leere zurückkehren.
Wenn man jemandem im Krieg begegnete, begegnete man seinem Innersten. Dem, wofür er einstand. Dem, wofür er bereit war zu sterben. Und genau dorthin sah sie. Das war es, was für sie das Wertvolle vom Nichts unterschied.
By’nar hatte jeglichen gesunden Gedankengang irgendwo inmitten ihrer fragwürdigen Erziehung verloren. Der Geruch von Eisen, das Schlagen von Metall auf Metall – all das ließ ihr Herz schneller schlagen. Der Rausch und das Gefühl, an der Schwelle des Todes zu stehen, waren es, die sie wirklich fühlen ließen und sie regelrecht in die Spitze jeder Klinge trieben. Dabei schaltete sich ihr Verstand aus, als wäre ihr Körper fremdgeführt – gelockt von dem Gefühl in ihrem Herzen, das sonst gewöhnlich unterdrückt wurde. Wenn das Schlachtfeld bebte und die Schreie der Kämpfenden ihr Ohr erreichten, von Kraft und Überzeugung erfüllt, dann achtete niemand darauf, was man fühlte. Niemand sah einem ins Gesicht, niemand urteilte – und niemand hatte die Zeit, eine seltsame Regung in Frage zu stellen.
Auf dem Schlachtfeld war sie frei. Eine von vielen. Normal. So bewegte sie sich auch dort: leichtfüßig und unbedarft. By’nar dachte weder an ihre Liebsten, noch überlegte sie bei einem Schritt zweimal. Der Kampf machte sie lebendig, und das kostete sie aus – trotz aller Verluste, trotz der Waffenwunde im Oberarm, der Prellungen und gebrochenen Rippen. Jeder Schritt schmerzte, der rechte Arm war für den Moment unbrauchbar, doch all das, was sich jenseits davon in ihr ausbreitete, war wie ein Delirium. Es war Glück – für sie, in einer der seltsamsten Formen.
So führte sie auch der dritte Abend, gezeichnet von den beiden Tagen davor, wieder in Richtung der Front, die sie mit Waffen und Schilden begrüßte. Denn jede Nacht, jeder Schlaf, schwächte die Trunkenheit ab. Jede ruhige Minute nahm das Adrenalin aus ihrem Körper und ließ eine dumpfe Leere zurückkehren.
Wenn man jemandem im Krieg begegnete, begegnete man seinem Innersten. Dem, wofür er einstand. Dem, wofür er bereit war zu sterben. Und genau dorthin sah sie. Das war es, was für sie das Wertvolle vom Nichts unterschied.
- Maralea Liathe
- Beiträge: 115
- Registriert: Sonntag 11. Februar 2024, 23:08
Nie im Leben hätte Maralea gedacht, dass ihr Weg sie einmal an einen Ort führen würde, an dem sie Verantwortung übernehmen müsste, oder gar wollte. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Als sie nach Grenzwarth kam, glaubte sie zunächst, nur einen einfachen Hof zu übernehmen, dort zu arbeiten und vielleicht ein neues Leben zu beginnen.
Mit der Zeit jedoch wuchs in ihr der Wunsch, mehr zu bewirken und so bewarb sie sich schließlich um das Amt der Statthalterin. Als sie die Ernennung erhielt, spürte sie den ganzen Ernst dieser Entscheidung. Eine große Verantwortung, die nun auf ihren Schultern ruhte.
Die ersten Monate waren hart. Vieles war neu, ungewohnt, fordernd. Doch mit jeder Herausforderung wuchs sie ein Stück über sich hinaus. Nach einiger Zeit hatte sie das Gefühl, der Aufgabe endlich ein wenig gewachsen zu sein.
Plötzlich veränderte sich alles.
Die Sorgen des Alltags wichen den Schrecken der Unsicherheit.
Maralea musste nun beweisen, ob sie wirklich bereit war, Verantwortung zu tragen für all jene, die auf sie vertrauten.
Mit dem Krieg hatte sie nicht gerechnet. Natürlich war ihr bewusst gewesen, dass er eines Tages kommen könnte, doch die Aufgaben, die damit einhergingen, waren neu für sie fremd und schwer.
Trotz aller Zweifel hielt sie an ihrem Glauben fest. Seite an Seite mit den Bürgern und den Verbündeten des Reiches kämpfte sie auf ihre Weise. Eine Kriegerin war sie nie gewesen, doch sie wusste, Aufgeben war keine Lösung.
Als die Ketzer schließlich vertrieben waren, fiel eine Last von allen Schultern. Erleichterung breitete sich aus, wenn auch überschattet von den Spuren, die der Krieg hinterlassen hatte.
Für Maralea jedoch stand fest, dass dies kein Ende, sondern ein neuer Anfang war.
Ihr nächster Weg würde sie dazu führen, die Handwerker und Helfer zusammenzurufen, um Grenzwarth wieder aufzubauen, Stein für Stein und geführt vom Willen des All-Einen.
Mit der Zeit jedoch wuchs in ihr der Wunsch, mehr zu bewirken und so bewarb sie sich schließlich um das Amt der Statthalterin. Als sie die Ernennung erhielt, spürte sie den ganzen Ernst dieser Entscheidung. Eine große Verantwortung, die nun auf ihren Schultern ruhte.
Die ersten Monate waren hart. Vieles war neu, ungewohnt, fordernd. Doch mit jeder Herausforderung wuchs sie ein Stück über sich hinaus. Nach einiger Zeit hatte sie das Gefühl, der Aufgabe endlich ein wenig gewachsen zu sein.
Plötzlich veränderte sich alles.
Die Sorgen des Alltags wichen den Schrecken der Unsicherheit.
Maralea musste nun beweisen, ob sie wirklich bereit war, Verantwortung zu tragen für all jene, die auf sie vertrauten.
Mit dem Krieg hatte sie nicht gerechnet. Natürlich war ihr bewusst gewesen, dass er eines Tages kommen könnte, doch die Aufgaben, die damit einhergingen, waren neu für sie fremd und schwer.
Trotz aller Zweifel hielt sie an ihrem Glauben fest. Seite an Seite mit den Bürgern und den Verbündeten des Reiches kämpfte sie auf ihre Weise. Eine Kriegerin war sie nie gewesen, doch sie wusste, Aufgeben war keine Lösung.
Als die Ketzer schließlich vertrieben waren, fiel eine Last von allen Schultern. Erleichterung breitete sich aus, wenn auch überschattet von den Spuren, die der Krieg hinterlassen hatte.
Für Maralea jedoch stand fest, dass dies kein Ende, sondern ein neuer Anfang war.
Ihr nächster Weg würde sie dazu führen, die Handwerker und Helfer zusammenzurufen, um Grenzwarth wieder aufzubauen, Stein für Stein und geführt vom Willen des All-Einen.
- Serina Marcel
- Beiträge: 190
- Registriert: Dienstag 7. Januar 2025, 13:04
Ein Blick zurück, nach der Heimkehr
Es war gut, dass in der Küche kein Spiegel hing. Ihr noch immer blasses und abgekämpft wirkendes Gesicht hätte sie wohl selbst erschreckt. Kaum war die Tür hinter ihr ins Schloss gefallen, war das erste was auffiel, das Fehlen von Minki! Die Kleine hätte sie jetzt wirklich zum Schmusen gebraucht. Dabei wurde ihr gleich bewusst, dass dieser in den nächsten Tagen kaum danach sein würde. Beleidigt würde sie sein und sie sicher tagelang keines Blickes würdigen. Wie hatte sie es wagen können sie im Stall abzuliefern?!? Hätte sie es doch erklären können, aber was interessiert es eine Katze schon wo sie war. Mit welchem Recht nahm sie dieser den Platz vor dem warmen Ofen?
Soviele Eindrücke, die sie erstmal verarbeiten musste. Noch eine gefühlte Ewigkeit saß sie einfach nur schweigend am Küchentisch und liess die letzten Tage gedanklich an sich vorbeistreichen. Das Eintreffen am Ort, der wenige Tage vorher bei einer Sichtung des Geländes ausgewählt worden war. Man hatte keine unnötige Minute verstreichen lassen und war gleich ans Werk gegangen. Zeltstangen waren flink sortiert und in gemeinsamen Mühen zu ordentlichen Zelten geformt worden, während im Hintergrund schon die Palisadenwände zusammengefügt worden waren.
Ein Wachturm war in flinkem Eifer an der Nordwand entstanden und die Arbeit war nicht abgerissen. Ein Pferdeverschlag an der Westwand, war ebenfalls in Windeseile errichtet. Was war sie erleichtert gewesen, dass sie mehr Material mitgenommen hatte, als sie selbst zu brauchen glaubte. Es hatte sich als gut und richtig erwiesen, all diesen anfangs unnötig erscheinenden Schwung an Material mitzuführen. Nichts war unnötig, nein beinah zu wenig war es dennoch gewesen, eben noch ausreichend zum Teil.
Als am zweiten Tag von der Priesterschaft ein Schwung an Laternen gewünscht wurde, erwiess sich gar das mitgebrachte und nun wirklich unnötig scheinende Wachs am Ende als wichtig. Auch an jenem Tag gab es kaum Zeit durchzuschnaufen. Aaryon war mit der Bitte an sie herangetreten die zusätzlichen Plattformen zu errichten, um dann gleich die erste in ihrer Gestaltung zu kritisieren. So lieb sie ihn hatte, wünschte sie sich in jenem Augenblick irgendein Wurfgeschoss, dass ihn nicht für Tage ans Schlaflager binden würde. Der Hammer in ihrer Hand war jedenfalls ungeeignet. Schmaler hatte es sein sollen, jawohl wie erwünscht! Die weiteren waren dann wohl der Vorstellung entsprechend.
Wie schön war die Geste, zwischen all den nötigen Arbeiten, als sie am zweiten Tag durch Innes auf einen Stuhl vor dem Lazarett „gezwungen“ wurde und einen Kuchen und Tee gereicht bekam mit dem „Befehl“ dies beides zu sich zu nehmen. Sie musste im Nachhinein einmal mehr über diese kleine Erinnerung schmunzeln. Es war nur ein kurzer Moment der Ruhe gewesen. Schon war die nächste Arbeit herangerauscht.
Der abendliche Marsch zur Festung, die zu zerstören angedacht war, war wohl mit einer der aufregendsten Momente dieser Tage gewesen. Jedes Knacken hinter einem Baum, jedes Blätterrascheln, hatte ihre Nervosität gemehrt. Sie war mehr als erleichtert gewesen, als sie nach dem, wenn auch leider nicht wirklich erfolgreichen Ausflug, wieder zurück im Lager waren. Unverletzt, nur erschöpft, aber ohne Verluste.
Und dann war der große Angriff gestartet. Die Katapulte hatten ihr Werk getan, nachdem letzte Handgriffe diese vorbereitet hatten. Stein um Stein hatte Zerstörung gebracht. Vorbei die Zeit, wo sie nicht einmal gewusst hatte wie solche Gerätschaften überhaupt aussahen und scherzend ein paar Kleiderschränke angeboten hatte, damals in Berchgard. Damals, wie das klang, als wäre es Jahre her, dabei waren es eben ein paar Mondläufe.
Der Ausfall zum Angriff auf die Feindtruppen war für sie wenigstens glimpflicher ausgegangen als damals. Kein gebrochener Arm oder angeschlagener Kopf, nur Übelkeit, die sich nach dem aus der Niederlage resultierenden Rückzug, auf dem Schiff noch verschlimmert hatte. Ein Schiff.. musste es ausgerechnet ein Schiff sein? Hastig hatte sie sich in den Vorraum unter Deck gerettet bevor sich ihr Mageninhalt verselbständigt hatte. Nur bloß nicht dem Adel vor die Füße entleeren!
Sie wusste jetzt nicht einmal mehr zu beurteilen, wie sie heimgekommen war. Wankend, frierend und völlig erschöpft. Noch ein letzter Gedanke zurück bevor sie stumpf am Küchentisch einschlief. Die Kraft reichte nicht einmal mehr, den Dachboden zu erreichen.
Es war gut, dass in der Küche kein Spiegel hing. Ihr noch immer blasses und abgekämpft wirkendes Gesicht hätte sie wohl selbst erschreckt. Kaum war die Tür hinter ihr ins Schloss gefallen, war das erste was auffiel, das Fehlen von Minki! Die Kleine hätte sie jetzt wirklich zum Schmusen gebraucht. Dabei wurde ihr gleich bewusst, dass dieser in den nächsten Tagen kaum danach sein würde. Beleidigt würde sie sein und sie sicher tagelang keines Blickes würdigen. Wie hatte sie es wagen können sie im Stall abzuliefern?!? Hätte sie es doch erklären können, aber was interessiert es eine Katze schon wo sie war. Mit welchem Recht nahm sie dieser den Platz vor dem warmen Ofen?
Soviele Eindrücke, die sie erstmal verarbeiten musste. Noch eine gefühlte Ewigkeit saß sie einfach nur schweigend am Küchentisch und liess die letzten Tage gedanklich an sich vorbeistreichen. Das Eintreffen am Ort, der wenige Tage vorher bei einer Sichtung des Geländes ausgewählt worden war. Man hatte keine unnötige Minute verstreichen lassen und war gleich ans Werk gegangen. Zeltstangen waren flink sortiert und in gemeinsamen Mühen zu ordentlichen Zelten geformt worden, während im Hintergrund schon die Palisadenwände zusammengefügt worden waren.
Ein Wachturm war in flinkem Eifer an der Nordwand entstanden und die Arbeit war nicht abgerissen. Ein Pferdeverschlag an der Westwand, war ebenfalls in Windeseile errichtet. Was war sie erleichtert gewesen, dass sie mehr Material mitgenommen hatte, als sie selbst zu brauchen glaubte. Es hatte sich als gut und richtig erwiesen, all diesen anfangs unnötig erscheinenden Schwung an Material mitzuführen. Nichts war unnötig, nein beinah zu wenig war es dennoch gewesen, eben noch ausreichend zum Teil.
Als am zweiten Tag von der Priesterschaft ein Schwung an Laternen gewünscht wurde, erwiess sich gar das mitgebrachte und nun wirklich unnötig scheinende Wachs am Ende als wichtig. Auch an jenem Tag gab es kaum Zeit durchzuschnaufen. Aaryon war mit der Bitte an sie herangetreten die zusätzlichen Plattformen zu errichten, um dann gleich die erste in ihrer Gestaltung zu kritisieren. So lieb sie ihn hatte, wünschte sie sich in jenem Augenblick irgendein Wurfgeschoss, dass ihn nicht für Tage ans Schlaflager binden würde. Der Hammer in ihrer Hand war jedenfalls ungeeignet. Schmaler hatte es sein sollen, jawohl wie erwünscht! Die weiteren waren dann wohl der Vorstellung entsprechend.
Wie schön war die Geste, zwischen all den nötigen Arbeiten, als sie am zweiten Tag durch Innes auf einen Stuhl vor dem Lazarett „gezwungen“ wurde und einen Kuchen und Tee gereicht bekam mit dem „Befehl“ dies beides zu sich zu nehmen. Sie musste im Nachhinein einmal mehr über diese kleine Erinnerung schmunzeln. Es war nur ein kurzer Moment der Ruhe gewesen. Schon war die nächste Arbeit herangerauscht.
Der abendliche Marsch zur Festung, die zu zerstören angedacht war, war wohl mit einer der aufregendsten Momente dieser Tage gewesen. Jedes Knacken hinter einem Baum, jedes Blätterrascheln, hatte ihre Nervosität gemehrt. Sie war mehr als erleichtert gewesen, als sie nach dem, wenn auch leider nicht wirklich erfolgreichen Ausflug, wieder zurück im Lager waren. Unverletzt, nur erschöpft, aber ohne Verluste.
Und dann war der große Angriff gestartet. Die Katapulte hatten ihr Werk getan, nachdem letzte Handgriffe diese vorbereitet hatten. Stein um Stein hatte Zerstörung gebracht. Vorbei die Zeit, wo sie nicht einmal gewusst hatte wie solche Gerätschaften überhaupt aussahen und scherzend ein paar Kleiderschränke angeboten hatte, damals in Berchgard. Damals, wie das klang, als wäre es Jahre her, dabei waren es eben ein paar Mondläufe.
Der Ausfall zum Angriff auf die Feindtruppen war für sie wenigstens glimpflicher ausgegangen als damals. Kein gebrochener Arm oder angeschlagener Kopf, nur Übelkeit, die sich nach dem aus der Niederlage resultierenden Rückzug, auf dem Schiff noch verschlimmert hatte. Ein Schiff.. musste es ausgerechnet ein Schiff sein? Hastig hatte sie sich in den Vorraum unter Deck gerettet bevor sich ihr Mageninhalt verselbständigt hatte. Nur bloß nicht dem Adel vor die Füße entleeren!
Sie wusste jetzt nicht einmal mehr zu beurteilen, wie sie heimgekommen war. Wankend, frierend und völlig erschöpft. Noch ein letzter Gedanke zurück bevor sie stumpf am Küchentisch einschlief. Die Kraft reichte nicht einmal mehr, den Dachboden zu erreichen.
Zuletzt geändert von Serina Marcel am Montag 6. Oktober 2025, 07:57, insgesamt 2-mal geändert.
Ich bin kein saurer Apfel und beissen lass ich mich auch nicht!
- Velvyr'tae
- Beiträge: 535
- Registriert: Samstag 11. Februar 2023, 18:04
"Feuer!"
Die Dächer Grenzwarths standen in Flammen, tauchten die Streiter Alatariens in ein surreales Licht. Es war nicht das erste und sicher nicht das letzte zerstörerische Feuer, das sie sah.
Das brennende Rahal, die Reste geschliffen auf Befehl des Alkas, hatte sie bis in die Knochen geschmerzt.
Die Flammen standen für persönliches Versagen. Für Schwäche. Für Bedeutungslosigkeit.
Aber es war der Wachturm, der hier ihren Blick hielt. Die Flammen fraßen sich durch das hölzerne Gerüst und transformierten die Leichen der Gardisten in schwarze, unidentifizierbare Klumpen.
Syrr'ael stand vor dem Wachturm. Immer noch weigerte sich ein Teil ihrer selbst, den Anblick für real zu halten.
Sein süffisantes Lächeln war Vergangenheit. So wie die spöttische Flamme in seinen Bernsteinaugen.
Und doch stand er hier, gebeugt und hinter der Maske eine Ruine, wie es der Wachturm war.
"SAMMELN!"
Der Ruf des Mael'Qil riss sie aus ihren Gedanken. Der nahe Kampf kribbelte auf ihrer Haut, hob die feinen Härchen in ihrem Nacken.
Und doch: Routine, auf eine gewisse Weise, ihren Muskeln so vertraut wie der Schmerz eines Opfers.
Ein Hoch, das ihren Blick und ihre Reflexe schärfte, Adrenalin in jeder Faser. Es ließ sie fliegen, die Grenzen ihres Körpers verschieben, weiter und weiter.
Blut würde fließen, vielleicht auch das ihre. Vielleicht das der unausstehlichen Kronritterin? Vielleicht fiel die Verfasserin der Zeilen, die man als Gabe vor der Pilgerstätte gelassen hatte? Es wäre eine wundervolle Ironie, nach ihren Abschlussworten.
"Für ein Miteinander. Für das Leben."
Die Lethoryxae schnaubte leise. Sie würden den Weg Alatars nie verstehen. Dabei sah sie in den Gesichtern der selbsternannten Streiter des Lichts die Spuren Seines Wirkens. Zorn war machtvoll und so sehr sie sich versicherten, dass IHRER gerecht war, beherrscht und zielgerichtet, war es doch Alatars Stimme, die in ihnen raunte.
Alatar war, auch wenn im Reich viele gerne daran glauben wollten und sollten, kein gnädiger Herr. Er legte seine Finger dorthin, wo es schmerzte. Er verwandelte die, die er berührte. Und wenn man überzeugt war, keinen Schritt mehr tun zu können ... dann verlangte Er mehr.
Aus Seinen Prüfungen würde eine neue Welt hervorgehen.
Sie glaubte nicht daran, sie wusste es.
Die Lethoryxae löste ihren Blick vom Feuer und dem Nacken des Erzlethyren.
Riss die Echse herum, die bereits gierig mit den Krallen scharrte.
Folgte dem Ruf in die Schlacht. Nicht das erste Mal. Nicht das letzte.
Die Dächer Grenzwarths standen in Flammen, tauchten die Streiter Alatariens in ein surreales Licht. Es war nicht das erste und sicher nicht das letzte zerstörerische Feuer, das sie sah.
Das brennende Rahal, die Reste geschliffen auf Befehl des Alkas, hatte sie bis in die Knochen geschmerzt.
Die Flammen standen für persönliches Versagen. Für Schwäche. Für Bedeutungslosigkeit.
Aber es war der Wachturm, der hier ihren Blick hielt. Die Flammen fraßen sich durch das hölzerne Gerüst und transformierten die Leichen der Gardisten in schwarze, unidentifizierbare Klumpen.
Syrr'ael stand vor dem Wachturm. Immer noch weigerte sich ein Teil ihrer selbst, den Anblick für real zu halten.
Sein süffisantes Lächeln war Vergangenheit. So wie die spöttische Flamme in seinen Bernsteinaugen.
Und doch stand er hier, gebeugt und hinter der Maske eine Ruine, wie es der Wachturm war.
"SAMMELN!"
Der Ruf des Mael'Qil riss sie aus ihren Gedanken. Der nahe Kampf kribbelte auf ihrer Haut, hob die feinen Härchen in ihrem Nacken.
Und doch: Routine, auf eine gewisse Weise, ihren Muskeln so vertraut wie der Schmerz eines Opfers.
Ein Hoch, das ihren Blick und ihre Reflexe schärfte, Adrenalin in jeder Faser. Es ließ sie fliegen, die Grenzen ihres Körpers verschieben, weiter und weiter.
Blut würde fließen, vielleicht auch das ihre. Vielleicht das der unausstehlichen Kronritterin? Vielleicht fiel die Verfasserin der Zeilen, die man als Gabe vor der Pilgerstätte gelassen hatte? Es wäre eine wundervolle Ironie, nach ihren Abschlussworten.
"Für ein Miteinander. Für das Leben."
Die Lethoryxae schnaubte leise. Sie würden den Weg Alatars nie verstehen. Dabei sah sie in den Gesichtern der selbsternannten Streiter des Lichts die Spuren Seines Wirkens. Zorn war machtvoll und so sehr sie sich versicherten, dass IHRER gerecht war, beherrscht und zielgerichtet, war es doch Alatars Stimme, die in ihnen raunte.
Alatar war, auch wenn im Reich viele gerne daran glauben wollten und sollten, kein gnädiger Herr. Er legte seine Finger dorthin, wo es schmerzte. Er verwandelte die, die er berührte. Und wenn man überzeugt war, keinen Schritt mehr tun zu können ... dann verlangte Er mehr.
Aus Seinen Prüfungen würde eine neue Welt hervorgehen.
Sie glaubte nicht daran, sie wusste es.
Die Lethoryxae löste ihren Blick vom Feuer und dem Nacken des Erzlethyren.
Riss die Echse herum, die bereits gierig mit den Krallen scharrte.
Folgte dem Ruf in die Schlacht. Nicht das erste Mal. Nicht das letzte.
Zuletzt geändert von Velvyr'tae am Montag 6. Oktober 2025, 09:45, insgesamt 1-mal geändert.
- Esther Sternlied
- Beiträge: 776
- Registriert: Mittwoch 29. Juli 2020, 19:07
- In den Tagen vor dem Lager hatte sie schon kaum oder gar nicht schlafen können, einzig der Rat Heinriks hatte ihr geholfen um wenigstens für kleine Momente Ruhe zu finden in dem Sturm der in ihrem Kopf tobte. Im Lager selbst würde sie sich das nicht erlauben können und die wenigen Momente wo sie eingeschlafen war, schwirrte Aliyahnas Gesicht in ihren Träumen herum und jagte sie, mal in Form eines Panthers mit ihrem Gesicht, mal trug sie eine Panthermaske und versuchte sie von Neuem mit Schmerz zu peinigen. Die einzige Erlösung in diesen Tagen brachte das gerauchte Wildkraut, doch selbst das würde ihr nicht mehr helfen, wenn sie auf Aliyahna stoßen würde.
Als es an den Aufbruch ging, schwirrten ihr allerhand Gedanken und Sorgen durch den Geist, denn sie wusste nicht wie sie reagieren würde. Es war ein langer Marsch, immer wieder ein Blick zurück ob niemand zurückgeblieben war, während der Rest vorauseilte um so schnell es nur ging ans Ziel zu gelangen. Immerhin ließen die Gedanken sie in Ruhe, immerhin hatte sie jetzt eine Aufgabe.
Planen, Balken wurden hastig hin und hergeschleppt, sie packte mit an wo es nur ging und hatte bei alledem Rache im Sinn vor dem sie selbst erschreckte, doch die Gefühle die in ihr aufwallten waren so stark, dass sie nicht weichen wollten. Es brannte in ihrer Brust und ihrer Kehle, der Kampf mit sich selbst und den Rachegelüsten, brachte ihr Herz zum Rasen und die Hände zum Zittern, ließ kalten Schweiß unter der Rüstung mit dem Gambeson ausbrechen und machte ihr das Atmen schwer. Überall um sie herum war fleißiges Treiben, jede Hand arbeitete so rasch es ging bis Rufe erschallten. Feindeskontakt. Nein, sie war mit dem Aufbau beschäftigt und dabei würde sie bleiben. Sie zog wieder fester an der Plane des Zeltes bis...
"Esther, jetzt komm schon! Komm endlich!", schallte es durch ihre Gedanken und irritierten sie. Brauchten sie doch einen Feldscher nun? "Hör auf dir Zeit zu lassen und komm endlich!"
Spätestens beim zweiten, ungeduldigen Ruf ließ sie die Plane los, eine Hand weniger wäre ohnehin egal und im Lazarett hatte sie ohnehin nicht arbeiten sollen obwohl sie Feldscherin war. Doch danach war es als wäre jeder Gedanke von dannen gewischt und sie fand sich unvermittelt im Rücken Helisandes wieder. Wie nur war sie dorthin gekommen? Doch es war nicht nur der Rücken Helisandes vor dem sie stand, auch der Feind war vor ihnen und mitten unter ihm Aliyahna. Das Blut begann zu brodeln, sie würde sie immer erkennen, wenn sie vor ihr stand. Egal ob maskiert oder nicht, aber sie konnte sie regelrecht spüren, ihre Peinigerin, ihr Folterknecht. Es rauschte in ihren Ohren sie dort zu sehen, hoch zu Ross hinter den Reihen ihrer Verbündeten. am liebsten wäre sie einfach vorangestürmt und hätte sich auf sie draufgeworfen, sie vom Pferd gerungen... und dann? Wäre sie dann besser gewesen als diese Templerin? Nein. Das wäre sie nicht. Zittrig ging der Atem aus ihr heraus, spätestens als der Nebel sich über den Anblick legte kam von neuem Wut auf und der innere Kampf focht mit ihr, doch dann entschieden andere für sie und der Kampf begann. Sie war Heilerin und eigentlich wäre es ihre Aufgabe gewesen, Wunden zu flicken und nicht hinzuzufügen. Doch dies war anders, hier wurde gekämpft auf Leben und Tod. Irgendwann musste einer der Bolzen getroffen haben, ein Pferd wieherte wild auf und dann erschallte Aliyahnas Stimme so klar in ihren Gedanken, als würde sie neben ihr stehen. Ein Kichern, versetzt mit Ärger, darauf ein Panther der sie anspringen wollte und nur dank Lydias beherztem Eingreifen daran gehindert werden konnte sie zu zerfetzen. Chaos herrschte, eine Stimme, die sie ebenfalls wiedererkannte nach all den Jahren. Wut, dass der unschuldige Knabe Kevke vom Feind verführt wurde und nun in ihren Reihen kämpfte um sie anzugreifen, die die ihm geholfen hatte... Wesen, wie sie sie noch nie zuvor gesehen hatte griffen sie an, sie konnte sich erwehren aber nicht jeden Schlag abwehren. Die Feldscherin kämpfte mit allem was sie hatte und in jedem Moment der ihr etwas Luft zum Atmen ließ schoss sie erneut mitten in den Nebel hinein, einzig mit dem Wunsch SIE zu treffen. Und sie musste getroffen haben oder knapp, denn erneuter Ärger überschwemmte ihre Gedanken und dann... Schwäche. Unsäglich große Schwäche die erfüllt war von Panthergrollen und -fauchen, Erinnerungen die sie vergraben haben wollte und Panthern, die sie in ihren Gedanken jagten und gegen die sie machtlos war.
Es war ein Rauschen als würde das Meer über sie hinwegbranden, als würden tausende Pantherpfoten auf ihr herumtrampeln und sie am Boden halten. Die Schwäche war so überwältigend dass in ihr Übelkeit hinaufstieg und sie machtlos am Boden liegen ließ. Irgendwo erschallte Lydias Stimme die ihren Namen rief... die Helisandes Namen rief, Hände die sie ergriffen und davontrugen und dann... nur Panther. Überall Panther und Dunkelheit, die sie verschlingen wollte. Panther die sie verschlingen und in eine Düsternis ziehen wollten, der sie nicht verfallen durfte. Bilder kamen auf in diesem Loch in das sie fiel, die allumfassende Schwäche, die sie machtlos sein ließ bis irgendwo ein Licht erschien. Erst ganz leise eine Stimme die mit der Wärme die sich näherte lauter wurde, verständlicher. Raias Stimme die die Hand nach ihr ausstreckte um sie aus der Tiefe dieser Verdammnis herauszuholen. Immer wieder rutschte ihre Hand von Raias ab, es war als würden unzählige Arme immer wieder nach ihr greifen und sie zurückziehen wollen in dieses Dunkle aus dem sie befreit werden sollte.
Und dann.. irgendwann... war das Licht und die Wärme allumfassend, bereitete ihr Sicherheit und Frieden und der Anblick Raias war es dann, der sie wieder dorthin brachte wo sie hingehörte. Nicht in die Dunkelheit sondern ins Licht das das Böse und Grauenvolle vertreiben konnte. Die Gedanken trieben stückhaft herum, ziellos doch frei von Rache oder Hass, nur mit Frieden erfüllt in diesen Momenten. Gesichter tauchten auf... Raias, Lydias, selbst das von Djugeirr und Lester. Wo kam Lester nun nur her? Sogar Merrik tauchte auf bis sie am Ende völlig erschöpft von den Nachwehen einschlief... ohne Träume doch von Wärme erfüllt.
- Viktoria Hamberg
- Beiträge: 377
- Registriert: Freitag 4. Februar 2022, 12:08
- Chaos.
Das reinste Chaos.
Im Lager.
Auf dem Feld.
In den Köpfen.
Der Rauch hing tief über Grenzwarth, zerriss in grauen Fetzen, die vom Wind durch das Lager getrieben wurden, und brachte den beißenden Geruch von Pech, Blut und verbranntem Fleisch mit sich. Schreie hallten über das Feld, gellten zwischen den Palisaden wider, und Viktoria bewegte sich mitten hindurch, ohne Plan, ohne Ruhe, nur mit Instinkt.
Sie versuchte, Befehle aufzufangen, Fetzen von Kommandos, die im Lärm ertranken. Wenn kein Ranghöherer in der Nähe war, übernahm sie selbst. Sie rief, sie zeigte, sie wies. Es geschah ohne Überlegung, als hätte etwas in ihr übernommen, etwas Kaltes, Entschlossenes, das sie antrieb, als alles andere zu zerfallen drohte. Sie verteilte Posten an der Palisade, stellte Nachschub sicher, löste erschöpfte Wachen ab, sprach ruhig, wenn andere schrien.
Zwischendurch suchte ihr Blick immer wieder den Feldwebel. Sie suchte nach seiner Silhouette, nach einem Zeichen, einem Befehl, einem Wort, das ihr Richtung gab. Doch der Krieg kannte keine Leitung mehr, nur Bewegung, Lärm und Tod.
Also vertraute sie dem Einzigen, was ihr blieb: ihrem Herzen.
Und das schlug ruhig.
Stark.
Unerschütterlich.
Mitten im Lärm, im Gestank von Blut und Schweiß, in dem endlosen Geschrei, fand Viktoria ihre Mitte. Es war, als würde alles um sie herum verblassen und nur sie bliebe, in einem Kreis aus Staub, Feuer und Pflicht. Schon am ersten Abend hatte sie begonnen, ihre Stimme zu finden. Erst leise, dann klar. Ihre Worte schnitten durch das Chaos wie Stahl, und sie wurde gehört. Sie wurde gesehen.
Die letzte Nacht war kurz.
Zu kurz.
Zwei Schlachten geschlagen, keine Entscheidung gefallen.
Als der Morgen graute, riefen die Hörner erneut, dumpf, schwer, wie ein ferner Herzschlag.
Dann kam der Befehl: Angriff.
Die Katapulte spien Feuer. Schwarze Steine, getränkt mit Pech und Öl, stiegen in den Himmel, zogen glühende Bahnen, ehe sie in Grenzwarth einschlugen. Die Erde bebte. Die Luft brannte. Viktoria stand am Nordtor. Neben ihr Rey - jung, furchtlos, mit einem Blick, der keinen Zweifel kannte. Viktoria sah sie an und nickte. Ein stilles Einverständnis. Keine würde zurückweichen.
„Halten,“ sagte sie, kaum hörbar, mehr zu sich selbst als zu anderen.
Und sie hielten das Tor.
Um sie herum tobte der Wahnsinn. Männer schrien, Waffen klirrten, Pferde wieherten. Die Palisaden bebten, Brandpfeile rasten durch die Luft wie glühende Insekten. Viktoria rannte zwischen den Stellungen, schrie Befehle, gab Meldungen weiter, die niemand bestätigte.
„Elsinga, Meldung vom Turm!“
Die Antworten kamen.
Viktoria gab sie weiter.
Die Meldungen flogen über den Lärm.
Melden macht frei...
Dann brach es über sie herein.
Die Linie brach, das Heer stob auseinander. Untote drängten gegen das Nordtor, ihre Krallen schlugen Funken auf Holz. Männer wichen zurück, andere sprangen vor, nur um wieder zu fallen. Viktoria kämpfte sich durch, griff nach Verwundeten, schleppte sie in Deckung, schleuderte Tinkturen, zerriss Bandagen mit den Zähnen. Ein Pfeil riss ihr über die Schulter, der Wind sang, der Rauch nahm ihr die Sicht. Die Welt stand in Flammen. Feuerzungen leckten über die Palisaden, brannten sich durch das Holz, das noch am Morgen stolz und fest gewirkt hatte. Überall schrie jemand, irgendwo stürzte etwas ein, Funken wirbelten wie glühende Schneeflocken durch die Nacht. Viktoria rannte, stolperte, griff nach jedem, der fiel, schob Männer in Deckung, riss Verwundete aus dem Matsch. Der Himmel selbst schien zu brennen.
Das Horn dröhnte, lang und tief, und die Erde antwortete mit Beben. Aus dem Norden wälzte sich das feindliche Heer die letzten Meter heran, eine Welle aus Dunkelheit, in der sich helle Augen und silberne Klingen spiegelten. Die Untoten rannten, stolperten, krochen, kletterten - eine Flut aus Fleisch, Knochen und kaltem Hass. Viktoria hob den Schild, das Metall glühte an der Vorderseite vom Feuer, und als die erste Gestalt gegen sie prallte, spürte sie den Schlag bis in die Schultern. Sie taumelte, fing sich, stieß mit dem Schlägel zu, ein dumpfer Knall, ein Knochen brach, ein Körper sank. Kein Gedanke, kein Zögern, nur Bewegung.
Und mit einem Male war alles außer Kontrolle.
Viktoria rannte. Hin und her, über den Wall, durch den Qualm, durch den Dreck. Sie trug Wasser, riss Verbände von ihren Schultern, hielt Wunden zu, zog Verwundete aus dem Rauch, griff nach jeder Hand, die noch griffbereit war. Dann wieder kämpfte sie, Schlägel hoch, Schild vorne, ein Schlag, ein Schrei, ein Atemzug. Sie wusste nicht, wie lange das dauerte. Sekunden, Minuten, Stunden - alles floss ineinander wie ein einziger endloser Moment zwischen Feuer und Finsternis.
Und dann... kam die Dämmerung.
Das Licht fiel schräg auf die rauchverhangenen Hügel, die Sonne versank blutig hinter dem Berg im Osten, und der Himmel glühte in einem letzten, kalten Rot. Dann wurde es rasch dunkel. Und still. Zu still. Nur das Knistern der Flammen, das ferne Klirren einer Waffe, das dumpfe Stöhnen eines Verwundeten. Viktoria blieb stehen. Sie blickte zur Mauer, ihre Hände zitterten, das Blut pochte in den Ohren. Dann - ein Krachen. Das Tor. Es öffnete sich mit einem Laut, als würde die Erde selbst aufbrechen. Und dann ertönte das Horn. Dumpf, schwer, uralt, und sein Klang hallte von den Bergen zurück, tief und traurig, als wüsste die Welt selbst, was nun kam.
Die Schlacht hatte begonnen.
Nicht irgendeine - die Letzte. Die finale Schlacht um Grenzwarth, um das alte Bollwerk, die Häuser, die Höfe, um den Turm, der noch stand. Das feindliche Heer kam in Wellen, unaufhaltsam, schwarz, formlos, gnadenlos. Sie trieben die Verteidiger auseinander, trieben sie wieder zusammen, zerschnitten die Linien, rissen Lücken, überrannten Gräben. Überall Feuer, überall Blut.
„Helisande!“ Der Ruf schnitt durch das Getöse. Sie war bei ihr in zwei Schritten, riss den Korken einer Phiole mit den Zähnen ab und goss den schimmernden Inhalt über die Wunde. Dampf stieg auf, die Haut schloss sich, Helisande keuchte, griff wieder zur Waffe.
Ein Krachen ließ den Boden beben. Das Südtor brach. Ein Turm fiel, begrub mehrere Männer unter sich. Viktoria stolperte, fing sich an einem Pfosten, hustete Rauch aus den Lungen. Dann - Bewegung links. Sie sah Arjen. Er rannte, das Gesicht angespannt, die Muskete im Anschlag. Ein Angreifer sprang aus dem Schatten, Viktoria riss den Schild hoch, spürte den Aufprall, hörte das Kreischen der Klinge über Stahl. Arjen drehte sich halb, schoss, der Schuss krachte wie Donner. Der Gegner fiel. „Du lebst,“ brüllte er über das Toben hinweg, und ein schiefes Lächeln zuckte über sein Gesicht. „Noch!“ keuchte sie. „Und du auch, Soldat!“ Sie lachten, kurz, gehetzt, wie zwei, die längst wissen, dass sie in diesem Lachen ertrinken könnten.
Dann kam die zweite Welle.
Von Westen. Von Osten. Von überall her. Ein Sturm aus Rauch und Schatten, die Rüstung des Feindes schwarz wie Kohle, Helme wie leere Totenschädel. Sie rannten, sie schrien, sie stürzten sich auf die Verteidiger. Die Heilerin drehte sich, sah Heinrik fallen. Sie stürzte zu ihm, doch ein Schlag traf ihren Schild, schleuderte sie herum, sie stürzte in den Dreck, die Kapuze rutschte ihr halb vom Kopf, ihr Atem ging stoßweise. Sie rollte zur Seite, gerade rechtzeitig, bevor ein Schwert auf den Boden krachte, wo eben noch ihr Kopf gelegen hatte. Sie trat zu, der Feind wankte, sie schlug zu, wieder, wieder, der Schlägel krachte auf Metall, dann auf Fleisch, dann Stille.
Der Wind drehte. Der Rauch brannte in den Augen. Und dann - ein Schrei. Ein Laut, so roh, dass er ihr Herz durchbohrte. „Rückzug! Rückzug an die Linie!“ Jemand rannte. Dann noch jemand. Panik griff um sich, wie ein Feuer im Trockenholz.
Doch Viktoria blieb. Sie konnte nicht weichen. Da waren noch Kameraden - irgendwo da draußen. Sie rannte. Sie rannte zwischen Rauch und Schreien, zwischen Leben und Tod. Neben ihr Arjen, Berenguer, Esther - ihre letzten Kameraden, der Rest des Regiments. Sie kämpften Seite an Seite, Rücken an Rücken, ihre Bewegungen geübt, präzise, verzweifelt.
Dann fiel Berenguer.
Ein Pfeil, ein Schlag, ein Laut und er war fort. Kein Schrei, kein letzter Ruf. Nur ein kurzer Blick, bevor er zu Boden sank. Viktoria wollte zu ihm, doch Arjens Arm packte sie, zog sie zurück. Hinter ihr krachte etwas zu Boden. Erde spritzte, Holz splitterte, ein Pferd wieherte schrecklich, brannte. Sie stolperte, drehte sich um, sah Arjen kämpfen. Unerbittlich. Mit mehreren Gegnern gleichzeitig. Er drehte sich, sah Viktoria, schlug um sich, trat, fegte einem Gegner die Beine weg, doch einer traf ihn am Helm, er schwankte, fiel auf ein Knie. Viktoria schrie, rannte, der Schild vor der Brust, der Schlägel hoch. Sie traf. Der Feind fiel. Arjen keuchte, blickte auf.
„Ich hab gesagt, bleib hinten, Vik!“
„Und ich hab gesagt, du stirbst mir heute nicht weg, Arjen!“
Der Boden bebte, der Rauch wurde dichter. Arjen schrie etwas, sie verstand es kaum. Esther lief voraus, warf sich hinter einen umgestürzten Baum, das Haar verklebt, die Waffe halb zerbrochen. Arjen kämpfte. Zwei Gegner, drei, dann vier. Viktoria rannte, stolperte, fiel, etwas traf sie hart am Hinterkopf. Sie sah Sterne, Dunkelheit.
Es wurde still.
Sie wusste nicht, wie lange sie dort gelegen hatte, das Gesicht im kalten, feuchten Dreck, die Wange an Erde und Blut gepresst, die Lider flimmernd, der Atem flach und flüchtig. Alles um sie herum schien zu schwanken, zu taumeln, als würde die Welt selbst den Halt verlieren. Die Dunkelheit begann sich zu drehen, wurde zu einem Strudel aus Rauch und Schmerz, zog sie tiefer und tiefer, bis etwas sie packte, hart, grell, lebendig und sie zurückriss.
„Steh auf, Vik! Du hast es mir versprochen! Du hast versprochen, heute nicht zu sterben!“
Seine Stimme war nah, roh, heiser, von Verzweiflung zerrissen. Dann riss er sie hoch, mit einer Kraft, die mehr aus Angst als aus Stärke kam. Arjen. Sein Gesicht war rußverschmiert, das Auge blutunterlaufen, die Lippen bebten vor Anstrengung. Der Griff an ihrem Arm war so fest, dass sie keuchte, doch in diesem Griff lag kein Schmerz, sondern Leben - der Wille, sie nicht gehen zu lassen. Sie stolperte, taumelte gegen ihn, tastete sich an den Schopf, spürte das warme, klebrige Blut am Hinterkopf und stieß einen erstickten Laut aus. Für einen flüchtigen Moment trafen sich ihre Blicke - zwischen Chaos, Rauch und Tod und inmitten all dessen war da nur eins: er und sie, zwei Herzschläge, die sich weigerten, aufzuhören.
Niemals.
„Komm jetzt!“ Arjens Stimme schnitt durch das Tosen der Schlacht, ein Aufschrei gegen das Chaos, gegen den Untergang selbst. Kaum hörbar über das Donnern der Hufe, das Krachen der Waffen, das Wüten der Flammen und doch drang sie zu ihr durch, wie ein Schwur. Sie wollte etwas sagen, vielleicht seinen Namen, vielleicht nur, dass sie nicht mehr konnte, aber die Worte blieben in ihrem Hals stecken, verschluckt vom Rauch und der Angst.
Also nickte sie nur. Und lief. Oder stolperte. Oder fiel. Arjen hielt sie fest, zog sie mit sich, stieß sie voran, unerbittlich, unaufhaltsam, als würde allein sein Wille sie beide am Leben halten. Ihre Beine gehorchten nicht mehr, ihr Atem war ein Keuchen, das gegen den Sturm kämpfte. Um sie herum tobte die Hölle, Feuer peitschte über das Feld, Schatten zerrten an ihnen, Silhouetten fielen und verschwanden. Einmal verlor sie den Halt, sah nichts als Glut und Blut und das matte Licht seiner Silhouette vor sich. Er drehte sich um, seine Augen fanden ihre - ein kurzer, brennender Blick, in dem alles lag: Wut, Angst, Liebe. Dann zerrte er sie weiter, hinein in die Dunkelheit, fort vom Sterben, hin zum Leben.
„Rückzug!“ schrie Viktoria, mit letzter Kraft, mit letzter Stimme. Der Ruf hallte über das Feld, wurde aufgenommen, weitergetragen, bis er zum Befehl wurde, zur Rettung. Halb rennend, halb getragen, drängte Arjen sie durch den Rauch, zog sie hinter sich her, seine Hand fest um ihr Handgelenk geschlossen. Jeder Schritt ein Kampf, jeder Atemzug Schmerz.
Dann - das Tor.
Das Lager.
Ein Aufprall aus Atem, Erde und Erleichterung.
Sie stolperten hindurch, taumelten, blind vor Qualm und Schmerz. Arjen drückte sie durch einen Trümmerbruch in der Palisadenwand, schob sie hinein mit der letzten Kraft, die er hatte. Dann fiel er halb über sie, keuchte, hustete, rang nach Luft, als würde die ganze Welt ihm die Kehle zuschnüren. Viktoria lag da, reglos, das Gesicht im Staub, die Hände noch immer fest um ihren Schild gekrallt, als hielte sie sich an etwas fest, das längst vergangen war. Sie hörte Stimmen, erst fern, dann näher. Befehle, Schreie, Schluchzen. Das Knistern der Feuer, das Knacken von Holz, das Schlagen der eigenen Pulse in den Schläfen. Ihr Herz raste. Die Welt schwankte zwischen Traum und Wirklichkeit.
Langsam, fast zitternd, richtete sie sich auf.
Und dann sah sie sie: Gesichter.
Bekannte Gesichter.
Schmutzverschmiert, blutverklebt, erschöpft - aber lebend.
Lebend.
Rey, die sich auf ihr Schwert stützte. Kerner, der noch blutete, aber grinste. Berenguer, der die Hand hob, ohne ein Wort. Arjen, der neben ihr saß, den Kopf gesenkt, die Schultern bebend vor Erschöpfung. Und Viktoria spürte, wie etwas in ihr brach - nicht vor Schmerz, sondern vor Erleichterung. Für einen Atemzug lang, inmitten all des Wahnsinns, lag Frieden in der Luft. Ein stiller, heiliger Frieden, der sich wie warmer Regen über sie legte.Keine Toten unter den Kameraden.
Nicht heute.
Ein Zittern ging durch ihre Finger. Dann legte sie die Hand auf den Boden, spürte die kalte Erde unter sich und atmete tief. Sie hatten überlebt. Gegen alle Wahrscheinlichkeit, gegen das Schicksal selbst. Viktoria hatte bis zum bitteren Ende gestanden und das allein war ihr Sieg. Kein Applaus, kein Lob, kein Ruhm - nur der schlichte, unbeachtete Triumph des Lebens.
Langsam richtete sie sich auf. Sie sah zu Arjen, wie er den Helm abnahm, kurz zu ihr blickte und ein schwaches, müdes Lächeln andeutete, ein Blick, in dem alles lag: Dank, Sorge, Zuneigung. Sie nickte ihm zu. Viktoria wandte sich ab. Der Blick schwer, die Beine müde, das Herz brennend. Sie ging - hinüber ins Lazarett, dorthin, wo der Krieg leiser weiterging. Das schwache Licht der Öllampen flackerte, warf gebrochene Schatten über Leinen, Blut und Schweiß. Sie beugte sich über Verwundete, verband, tröstete, sprach Worte, die sie selbst kaum mehr glaubte, doch sie sprach sie trotzdem, weil jemand sie hören musste.
Ihre Hände zitterten, doch sie hielten. Ihre Stimme war brüchig, doch sie klang.
Das Regiment sammelte sich schweigend. Die Verwundeten waren versorgt, die Toten - keine aus ihren Reihen - begraben. Man sprach nicht darüber. Niemand sprach überhaupt viel. Doch in den Blicken lag etwas Unausgesprochenes, etwas Kostbares: das Bewusstsein, dass sie gemeinsam hier standen, wo andere gefallen waren. Viktoria zog den Mantel enger um sich, sah hinaus über das weite, graue Land, wo sich der Horizont langsam rötlich färbte. Ein neuer Tag. Kein guter, kein schlechter, einfach nur ein weiterer.
Arjen trat neben sie, still wie immer. Eine Weile sagte keiner ein Wort. Dann legte er ihr, fast zögerlich, eine Hand auf die Schulter. Sie nickte nur. Und als sich die Kolonne in Bewegung setzte, Schritt für Schritt, fort von Grenzwarth, fort von Rauch und Schlachtfeld, ging sie neben ihm, die Augen halb geschlossen gegen den Wind, der aus der Wüste herüberwehte. Die Sonne stieg träge auf. Die Kälte der Nacht wich, doch sie spürte sie noch in den Knochen. An ihrer Seite Arjen, schweigend, aber da. Seit jenem Moment unzertrennlich. Kein Schwur, kein Versprechen, nur dieses stille Wissen, dass sie einander festhielten, wenn alles andere fiel.
Und während sie den staubigen Pfad entlanggingen, sah Viktoria zurück, ein letztes Mal, auf das Tal, in dem so viele Träume verbrannt waren und sie dachte, leise, fast mit einem Lächeln:
Wir leben.
Es war ein guter Tag.
Zuletzt geändert von Viktoria Hamberg am Sonntag 9. November 2025, 21:26, insgesamt 3-mal geändert.
- Arjen Elsinga
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Der Sturm
Regen prasselte in beständigem Trotz gegen die Scheiben der kleinen Behausung, an deren Fenster der Seemann stand und auf die leeren Straßen blickte. Das Rauschen des aufziehenden Windes schob sich unter das Pochen der Regentropfen und gemahnte die Welt zur Ruhe, forderte ihre Bewohner auf, zur Stille zurückzukehren, die der Offensive vorausgegangen war. Arjen Elsinga gehorchte. Das große Sprossenfenster gab den Blick auf ein Labyrinth an Häusern und Straßen frei, deren Silhouette im Dunkel einer windigen, regnerischen Herbstnacht durch im Wind schaukelnde Laternen spärlich erleuchtet wurde. Die Wärme des angefachten Kamins in der kleinen Apotheke in Adoran hatte sich in der Behausung ausgebreitet. Die Heilerin und der Seemann hatten sich Blut, Schweiß und Dreck von ihren Körpern gewaschen, wie eine alte Haut, die man abstreifen musste, damit die Seele an dem Schmerz, der Erschöpfung und den Wunden wachsen konnte. Und doch blieb die Erschöpfung und die Müdigkeit in den Leibern der beiden Soldaten, die ohne ihre Rüstungen verletzliche, menschliche Leiber offenbarten. Viktoria hatte seine Wunde am Hinterkopf versorgt, das Ergebnis einer stumpfen Waffe, die sein Helm nur begrenzt abgefangen hatte und die nun im gleichklang zum Regen in seinem Schädel pochte und in Verbindung mit der Erschöpfung regelmäßig das Gefühl unebenen Bodens imitierte. Ein Gefühl, das er auf See willkommen geheißen hätte, das an Land jedoch höchst unangenehm war. Die mit einer Hand umschlossene und mit frisch gebrühtem Tee befüllte Tasse und der Duft wohltuender Kräuter half dabei, Haltung zu bewahren, zur Ruhe zu kommen und im Dunkel des nächtlichen Herbstwetters in die Normalität zu finden. Viktoria schob sich still seitlich unter seinen anderen Arm, während sie den ihren um den Seemann legte. Sie lebten. Ihre Leiber schmerzten, die Müdigkeit und die Erschöpfung hatte ihre Klauen in sie geschlagen, sie hatten für das alumenische Reich geblutet, gelitten und im Dreck gelegen, aber sie lebten. Und hier, in der Ruhe einer sich erwärmenden Behausung, hinter den starken Mauern Adorans, fühlte sich all’ das Leid und der Terror an, wie ein fernes Trugbild, dessen Details der Geist so schnell wie möglich ins Verblassen bannen möchte, um nicht dem Wahnsinn anheim zu fallen.
Viktoria und Arjen sprachen nicht, als sie gemeinsam aus dem Fenster blickten und von Bäumen gelösten Blättern dabei nachsahen, wie sie vom Regen über nass glänzende Pflastersteine gefegt wurden, an einen Ort, an dem das vergessene Blattwerk verwelken und schlussendlich in sich zusammenfallen würde, genau wie der Schmerz und das Leid, das ihnen aus dem Feldzug noch anhaftete und das man nicht mit Seife abwaschen konnte.
Der vergangene Abend war in dem vom Seemann fieberhaft erwarteten Angriff auf Grenzwarth kulminiert, einem Gewitter aus entzündeten Steinen, die wie außerweltliche Projektile in der Häretikersiedlung einschlugen. Dächer krachten, Mauern barsten und man hörte die Schreie der Bewohner, der letzten verbliebenen, stoischen Einwohner, die ihre Heimat nicht verlassen wollten - oder nicht konnten, weil sie die vom Klerus gereichte Hand, zum Bekenntnis zu Moral und Anstand unter Temoras Wacht im Reich seiner königlichen Majestät, nicht annehmen wollten und sich stattdessen für die Dunkelheit entschieden.
Während einige Bürger flohen, wurden andere unter Trümmern begraben, verbrannten oder von den massiven Steinen erschlagen, die ihre Heimat zu einem Schlachtfeld auserkoren hatten. Der Wachturm Grenzwarths, am Vortag noch Teil eines bewaffneten Konfliktes, zerbröselte unter mehreren, massiven Einschlägen des Katapult-Beschusses - ein Symbol. Auf seinem Wachturm an der Palisadenmauer hatte Arjen den Beschuss beobachtet, gesehen wie der Turm am Ende einknickte wie eines der welken Blätter, die nun vor ihm durch Adorans Straßen wehten und wie Feuer und Rauch aus den Dächern der Stadt schlug. Für einen Moment ertappte der Seemann sich bei dem Gedanken, dass es so wohl aussehen musste, wenn die Schildmaid in gerechter Rache mit flammendem Schwert wüten würde. Ein Feuersturm aus Zorn, der keine Gnade gegenüber denen kannte, die sich zuvor an der Heimat ihrer Kinder vergangen hatten. Arjen spürte die Gewalt dieses Angriffes, das Beben des Bodens, selbst hoch oben im Wachturm, in seinem Körper vibrieren. Immer wieder war sein Blick zu Viktoria hinabgewandert, die in der Schlachtreihe darauf wartete, dass man den feindlichen Truppen begegnen konnte, die unweigerlich auf dem Weg sein würden. Er sah das kalte Feuer in ihrem Blick, die Disziplin und den Willen, für ein Reich einzustehen, das genug Langmut bewiesen hatte.
Der Frieden der kleinen Nerium-Oleander Apotheke konterkarierte diese Erinnerungen und einzig ein Soldatenleben mochte wohl fähig sein, mit diesen Kontrasten umzugehen und nach einer Zeit des Durchatmens zur Tagesordnung überzugehen. Zu einfachen Gesten im Alltag, zu Unbeschwertheit und zu der Kaltschnäuzigkeit, getöteten Feinden keine Träne nachzuweinen. Die Seele würde Normalität finden, Verletzungen, selbst solche von jenen, die noch im Hospital versorgt wurden, würden verheilen und ganz so, wie am kommenden Morgen, wenn das Licht des Tages über der Hauptstadt Lichtenthals die Nacht vertreiben würde und die Bürger verwehtes Laub und Äste vor ihren Häusern davonkehrten, würden auch die Soldaten des Regiments - und so auch Arjen und Viktoria - mit der Rückkehr zur Normalität ihre Seelen vom Ballast des Krieges säubern. Eine Normalität, die sie nunmehr zusammen beschreiten würden - zwei Leben, die sich bereits zu Beginn des Feldzugs zusammengefügt hatten, zwei Wege die sich unweigerlich immer weiter angenähert hatten, bis im Schatten einer Palisade ausgesprochen wurde, was die Seele bereits in den Tagen vor dem Feldzug mit sich getragen hatte. Im Wabern dieser Gedanken spürte Arjen, wie sein Blick zur Seite gezogen wurde, weg vom herbstlichen Adoran, der dunklen silhouettenhaften Welt außerhalb der Behausung, hin zu der Frau, die sich an ihn geschmiegt hatte und nun zu ihm aufsah - ebenso erschöpft und ermattet von der Offensive und doch im Blick voller Licht, voller Hoffnung und voller Liebe. Zwei Seelen, die einander gefunden und sich versprochen hatten, füreinander einzustehen. Das Pochen der Wunde an seinem Hinterkopf wirkte in diesem Moment wie ein ferner Schmerz, der nichts weiter war als ein Echo, vergleichbar mit dem Nachhall vom Krachen seiner Muskete, als der Feind vor den Toren des Feldlagers stand.
Arjen Elsinga hatte geahnt, dass der Feind das Lager niedermachen würde - und Sir von Alsted hatte es ebenfalls für plausibel erachtet, denn in seiner vorausschauenden Art, wie sie nur ihm und Dame von Alsted als erfahrene Feldherren zu eigen sein mochten, hatte man alles wichtige bereits zusammenpacken und die Pferde abmarschbereit satteln lassen. Lichtenthal war nicht gekommen um zu bleiben, das war an diesem Tag klar - auch wenn es der hegemonische, feuchte Traum eines Feldherren sein mochte, Feindesland im Namen des Königs zu annektieren: Sie waren gekommen, um Schaden an- und die Häretiker für ihre Vergehen gegen des Königs Land zu richten. Und keine Alarmglocke hätte süßer klingen können, als das Krachen und die Schreie, als Grenzwarth in ein Inferno getaucht wurde. Nach einigen Scharmützeln und nachdem der Katapultschuss geendet hatte, war die Streitmacht schließlich in das Mahnmal alumenischer Rache eingefallen, um den Streitkräften des alatarischen Reiches zu begegnen.
Und wenn der Krieg schon vorher zu einem dissonanten Dreiklang aus Dreck, Blut und Schweiß angehoben hatte, öffnete sich die Fratze der Grausamkeit in dem kleinen Ort so weit, dass man sie im eigenen Schädel förmlich brüllen hören konnte und sie jeden Teilnehmer der Schlacht zu einem Priester des Todes machte, der um Krieg betete. Arjen suchte immer wieder die Nähe von Viktoria und seinen anderen Kameraden des Regiments und selbst als die Pantherfratzen sich in einem erbitterten Versuch, sie zu flankieren, von hinten näherten, konnten die Streiter Lichtenthals zeigen, dass sie sich diesmal nicht leicht überlisten ließen. Der Seemann nahm die Kampfhandlungen vornehmlich über die Visierung seiner Muskete wahr. Der erste Treffer brach sich an den Mauern der Häuserschluchten, als Arjen Elsinga einen Kontrahenten, der Viktoria bedrängte, mit der Muskete richtete. Das laute, vom Feuer des Steinschlosses begleitete Brüllen der Waffe legte all’ die Emotion in den Treffer, die der Seemann in dem Moment, da er den Abzug betätigte, nicht empfand. Der Feind sackte zusammen, das Hochgefühl über den Treffer kam im Anschluss. Das in Feuer und Schwefel gebrüllte Stoßgebet seiner Waffe, einer alrynischen Muskete, war erhört worden.
Doch mit zunehmender Länge der Kampfhandlungen zeigte sich, dass der Ortsvorteil des Feindes am Ende zu groß war: Das Heer hatte immer mehr Verluste zu beklagen und am Ende stand nur noch ein kleiner Trupp des Regiments, Rücken an Rücken. Der Seemann hatte längst die Muskete gegen die Pistole getauscht, ungerichtet flogen Kugeln in Richtung der Feinde und in dem Moment, da die Horde alatarischer Streiter sie vor sich hertrieb, war da nur der eine Gedanke, beseelt und von dem Band getragen, das sich zwischen Viktoria und Arjen gesponnen hatte: Kein Rückzug, kein Zweifel. Die Welt versank in Dunkelheit, als die gegnerischen Streiter über sie hinwegritten und ein dumpfer Schlag am Kopf des Seemannes die Welt für einen Moment aus ihrer Existenz riss - der letzte Gedanke von dem Unwillen getragen, Viktoria in dieser Welt aus Schmutz, Dreck und Blut alleine zu lassen.
Im Hintergrund dieser Gedanken heulte der Wind in Adoran, nur um im Rauschen größflächig auftreffender Regentropfen auf den Zinnen der kleinen Behausung unterzugehen, die von einer Windböe über die Dächer gepeitscht wurden, dem Lied des Windes wie ein Kutscher vorsitzend, der seinen Karren rumpelnd und krachend über die Dächer der Stadt steuert. Zwei Teetassen standen, geleert und verwaist und auf den nächsten Morgen wartend, auf einem kleinen Tisch, nahe dem Sprossenfenster. Die Heilerin und der Seemann, Viktoria Hamberg und Arjen Elsinga, hatten ihren Frieden gefunden, der Schwärze der Nacht den Rücken gekehrt und sich unter dem Dach der Apotheke zur Ruhe begeben. Sie schliefen, gaben ihren Leibern die Möglichkeit zur Heilung, zur Erholung. Sie würden ihre Rüstung am kommenden Tag wieder tragen. Gereinigt, repariert, Haltung bewahrend. Die Werte des alumenischen Reiches auf ihren Schultern tragend, als Gardisten des Regiments, als Soldaten eines Reiches, das ihre Werte fernab eigener Grenzen verteidigt hatte. Es hatte einen Blutzoll einzufordern gegeben und sie beide hatten genug Fleisch auf die Waage gelegt, hatten ihren Teil beigetragen. Rache war selten ein Luxus, den man sich in des Königs Landen leisten durfte, doch manchmal war eine von Verlust, Schmerz und Entbehrungen getriebene, kalte Rache das einzig verbleibende Mittel, um eine Grenze zu ziehen.
Eine Grenze, die das Heer gezogen hatte. Ein Federstrich, dessen Konsequenzen Viktoria und Arjen miterleben würden - weiterlebten. Als die dunkle Horde über sie hinweggerollt war und der kühle Wind der Niederlage im Felde über sein Gesicht strich, schreckte der Seemann hoch. Sein Körper verweigerte den Tod, verweigerte es, das noch vor wenigen Tagen geflochtene Band aus den Fingern gleiten zu lassen. Schwer atmend, drückte Arjen seinen Leib hoch, suchte das Kampfgebiet ab, bis er Viktoria fand. Er spürte etwas warmes an seinem Hinterkopf, eine blutende Wunde, die pochte und am Inneren seines Helmes kratzte. Sein Körper konnte vor Erschöpfung kaum mehr stehen, sein ganzer Leib wollte den Dienst verweigern wie eine defekte Maschine, die man so lange trat, bis sie widerwillig doch dem Willen ihres Besitzers nachgab.
Viktoria lebte, wenn auch erschöpft und kaum mehr wegefähig. Doch Wunden würden heilen, Erschöpfung würde abklingen - aber sie lebten, sie hatten ihren Wegezoll bezahlt und Arjen spürte, wie sein Körper die bereits aufwallende Panik wieder herab kämpfte, die er empfunden hatte, als er sie im Felde hatte liegen sehen - bis klar war, dass sie den Angriff überlebt hatte. Den Abmarsch, die Flucht der verbliebenen Kämpfer im Lager, erlebte der Seemann, wie eine ferne Erinnerung, wie ein beharrliches Wegdämmern in dunkler Nacht, wenn man zu müde ist, um einem Gespräch dauerhaft zu folgen. Die Flucht durch die Wüste, die Rückkehr nach Adoran auf dem Seeweg und das Antreten auf dem Regimentsplatz - Gedankenfetzen, die im Schlaf des Seemannes akzentuiert auftraten, während der warme Leib der Heilerin neben ihm Halt und Sicherheit versprach.
Den Kampf zu Felde verloren sie, der Feldzug war - so hoffte er - als Erfolg zu werten. Doch am Ende war nichts davon wirklich wichtig - sie waren zurückgekehrt, Überlebende, die sich einem Monstrum gestellt und es überdauert hatten und den Blick nun in die Zukunft richten konnten - gemeinsam.

Viktoria und Arjen sprachen nicht, als sie gemeinsam aus dem Fenster blickten und von Bäumen gelösten Blättern dabei nachsahen, wie sie vom Regen über nass glänzende Pflastersteine gefegt wurden, an einen Ort, an dem das vergessene Blattwerk verwelken und schlussendlich in sich zusammenfallen würde, genau wie der Schmerz und das Leid, das ihnen aus dem Feldzug noch anhaftete und das man nicht mit Seife abwaschen konnte.
Der vergangene Abend war in dem vom Seemann fieberhaft erwarteten Angriff auf Grenzwarth kulminiert, einem Gewitter aus entzündeten Steinen, die wie außerweltliche Projektile in der Häretikersiedlung einschlugen. Dächer krachten, Mauern barsten und man hörte die Schreie der Bewohner, der letzten verbliebenen, stoischen Einwohner, die ihre Heimat nicht verlassen wollten - oder nicht konnten, weil sie die vom Klerus gereichte Hand, zum Bekenntnis zu Moral und Anstand unter Temoras Wacht im Reich seiner königlichen Majestät, nicht annehmen wollten und sich stattdessen für die Dunkelheit entschieden.
Während einige Bürger flohen, wurden andere unter Trümmern begraben, verbrannten oder von den massiven Steinen erschlagen, die ihre Heimat zu einem Schlachtfeld auserkoren hatten. Der Wachturm Grenzwarths, am Vortag noch Teil eines bewaffneten Konfliktes, zerbröselte unter mehreren, massiven Einschlägen des Katapult-Beschusses - ein Symbol. Auf seinem Wachturm an der Palisadenmauer hatte Arjen den Beschuss beobachtet, gesehen wie der Turm am Ende einknickte wie eines der welken Blätter, die nun vor ihm durch Adorans Straßen wehten und wie Feuer und Rauch aus den Dächern der Stadt schlug. Für einen Moment ertappte der Seemann sich bei dem Gedanken, dass es so wohl aussehen musste, wenn die Schildmaid in gerechter Rache mit flammendem Schwert wüten würde. Ein Feuersturm aus Zorn, der keine Gnade gegenüber denen kannte, die sich zuvor an der Heimat ihrer Kinder vergangen hatten. Arjen spürte die Gewalt dieses Angriffes, das Beben des Bodens, selbst hoch oben im Wachturm, in seinem Körper vibrieren. Immer wieder war sein Blick zu Viktoria hinabgewandert, die in der Schlachtreihe darauf wartete, dass man den feindlichen Truppen begegnen konnte, die unweigerlich auf dem Weg sein würden. Er sah das kalte Feuer in ihrem Blick, die Disziplin und den Willen, für ein Reich einzustehen, das genug Langmut bewiesen hatte.
Der Frieden der kleinen Nerium-Oleander Apotheke konterkarierte diese Erinnerungen und einzig ein Soldatenleben mochte wohl fähig sein, mit diesen Kontrasten umzugehen und nach einer Zeit des Durchatmens zur Tagesordnung überzugehen. Zu einfachen Gesten im Alltag, zu Unbeschwertheit und zu der Kaltschnäuzigkeit, getöteten Feinden keine Träne nachzuweinen. Die Seele würde Normalität finden, Verletzungen, selbst solche von jenen, die noch im Hospital versorgt wurden, würden verheilen und ganz so, wie am kommenden Morgen, wenn das Licht des Tages über der Hauptstadt Lichtenthals die Nacht vertreiben würde und die Bürger verwehtes Laub und Äste vor ihren Häusern davonkehrten, würden auch die Soldaten des Regiments - und so auch Arjen und Viktoria - mit der Rückkehr zur Normalität ihre Seelen vom Ballast des Krieges säubern. Eine Normalität, die sie nunmehr zusammen beschreiten würden - zwei Leben, die sich bereits zu Beginn des Feldzugs zusammengefügt hatten, zwei Wege die sich unweigerlich immer weiter angenähert hatten, bis im Schatten einer Palisade ausgesprochen wurde, was die Seele bereits in den Tagen vor dem Feldzug mit sich getragen hatte. Im Wabern dieser Gedanken spürte Arjen, wie sein Blick zur Seite gezogen wurde, weg vom herbstlichen Adoran, der dunklen silhouettenhaften Welt außerhalb der Behausung, hin zu der Frau, die sich an ihn geschmiegt hatte und nun zu ihm aufsah - ebenso erschöpft und ermattet von der Offensive und doch im Blick voller Licht, voller Hoffnung und voller Liebe. Zwei Seelen, die einander gefunden und sich versprochen hatten, füreinander einzustehen. Das Pochen der Wunde an seinem Hinterkopf wirkte in diesem Moment wie ein ferner Schmerz, der nichts weiter war als ein Echo, vergleichbar mit dem Nachhall vom Krachen seiner Muskete, als der Feind vor den Toren des Feldlagers stand.
Arjen Elsinga hatte geahnt, dass der Feind das Lager niedermachen würde - und Sir von Alsted hatte es ebenfalls für plausibel erachtet, denn in seiner vorausschauenden Art, wie sie nur ihm und Dame von Alsted als erfahrene Feldherren zu eigen sein mochten, hatte man alles wichtige bereits zusammenpacken und die Pferde abmarschbereit satteln lassen. Lichtenthal war nicht gekommen um zu bleiben, das war an diesem Tag klar - auch wenn es der hegemonische, feuchte Traum eines Feldherren sein mochte, Feindesland im Namen des Königs zu annektieren: Sie waren gekommen, um Schaden an- und die Häretiker für ihre Vergehen gegen des Königs Land zu richten. Und keine Alarmglocke hätte süßer klingen können, als das Krachen und die Schreie, als Grenzwarth in ein Inferno getaucht wurde. Nach einigen Scharmützeln und nachdem der Katapultschuss geendet hatte, war die Streitmacht schließlich in das Mahnmal alumenischer Rache eingefallen, um den Streitkräften des alatarischen Reiches zu begegnen.
Und wenn der Krieg schon vorher zu einem dissonanten Dreiklang aus Dreck, Blut und Schweiß angehoben hatte, öffnete sich die Fratze der Grausamkeit in dem kleinen Ort so weit, dass man sie im eigenen Schädel förmlich brüllen hören konnte und sie jeden Teilnehmer der Schlacht zu einem Priester des Todes machte, der um Krieg betete. Arjen suchte immer wieder die Nähe von Viktoria und seinen anderen Kameraden des Regiments und selbst als die Pantherfratzen sich in einem erbitterten Versuch, sie zu flankieren, von hinten näherten, konnten die Streiter Lichtenthals zeigen, dass sie sich diesmal nicht leicht überlisten ließen. Der Seemann nahm die Kampfhandlungen vornehmlich über die Visierung seiner Muskete wahr. Der erste Treffer brach sich an den Mauern der Häuserschluchten, als Arjen Elsinga einen Kontrahenten, der Viktoria bedrängte, mit der Muskete richtete. Das laute, vom Feuer des Steinschlosses begleitete Brüllen der Waffe legte all’ die Emotion in den Treffer, die der Seemann in dem Moment, da er den Abzug betätigte, nicht empfand. Der Feind sackte zusammen, das Hochgefühl über den Treffer kam im Anschluss. Das in Feuer und Schwefel gebrüllte Stoßgebet seiner Waffe, einer alrynischen Muskete, war erhört worden.
Doch mit zunehmender Länge der Kampfhandlungen zeigte sich, dass der Ortsvorteil des Feindes am Ende zu groß war: Das Heer hatte immer mehr Verluste zu beklagen und am Ende stand nur noch ein kleiner Trupp des Regiments, Rücken an Rücken. Der Seemann hatte längst die Muskete gegen die Pistole getauscht, ungerichtet flogen Kugeln in Richtung der Feinde und in dem Moment, da die Horde alatarischer Streiter sie vor sich hertrieb, war da nur der eine Gedanke, beseelt und von dem Band getragen, das sich zwischen Viktoria und Arjen gesponnen hatte: Kein Rückzug, kein Zweifel. Die Welt versank in Dunkelheit, als die gegnerischen Streiter über sie hinwegritten und ein dumpfer Schlag am Kopf des Seemannes die Welt für einen Moment aus ihrer Existenz riss - der letzte Gedanke von dem Unwillen getragen, Viktoria in dieser Welt aus Schmutz, Dreck und Blut alleine zu lassen.
Im Hintergrund dieser Gedanken heulte der Wind in Adoran, nur um im Rauschen größflächig auftreffender Regentropfen auf den Zinnen der kleinen Behausung unterzugehen, die von einer Windböe über die Dächer gepeitscht wurden, dem Lied des Windes wie ein Kutscher vorsitzend, der seinen Karren rumpelnd und krachend über die Dächer der Stadt steuert. Zwei Teetassen standen, geleert und verwaist und auf den nächsten Morgen wartend, auf einem kleinen Tisch, nahe dem Sprossenfenster. Die Heilerin und der Seemann, Viktoria Hamberg und Arjen Elsinga, hatten ihren Frieden gefunden, der Schwärze der Nacht den Rücken gekehrt und sich unter dem Dach der Apotheke zur Ruhe begeben. Sie schliefen, gaben ihren Leibern die Möglichkeit zur Heilung, zur Erholung. Sie würden ihre Rüstung am kommenden Tag wieder tragen. Gereinigt, repariert, Haltung bewahrend. Die Werte des alumenischen Reiches auf ihren Schultern tragend, als Gardisten des Regiments, als Soldaten eines Reiches, das ihre Werte fernab eigener Grenzen verteidigt hatte. Es hatte einen Blutzoll einzufordern gegeben und sie beide hatten genug Fleisch auf die Waage gelegt, hatten ihren Teil beigetragen. Rache war selten ein Luxus, den man sich in des Königs Landen leisten durfte, doch manchmal war eine von Verlust, Schmerz und Entbehrungen getriebene, kalte Rache das einzig verbleibende Mittel, um eine Grenze zu ziehen.
Eine Grenze, die das Heer gezogen hatte. Ein Federstrich, dessen Konsequenzen Viktoria und Arjen miterleben würden - weiterlebten. Als die dunkle Horde über sie hinweggerollt war und der kühle Wind der Niederlage im Felde über sein Gesicht strich, schreckte der Seemann hoch. Sein Körper verweigerte den Tod, verweigerte es, das noch vor wenigen Tagen geflochtene Band aus den Fingern gleiten zu lassen. Schwer atmend, drückte Arjen seinen Leib hoch, suchte das Kampfgebiet ab, bis er Viktoria fand. Er spürte etwas warmes an seinem Hinterkopf, eine blutende Wunde, die pochte und am Inneren seines Helmes kratzte. Sein Körper konnte vor Erschöpfung kaum mehr stehen, sein ganzer Leib wollte den Dienst verweigern wie eine defekte Maschine, die man so lange trat, bis sie widerwillig doch dem Willen ihres Besitzers nachgab.
Viktoria lebte, wenn auch erschöpft und kaum mehr wegefähig. Doch Wunden würden heilen, Erschöpfung würde abklingen - aber sie lebten, sie hatten ihren Wegezoll bezahlt und Arjen spürte, wie sein Körper die bereits aufwallende Panik wieder herab kämpfte, die er empfunden hatte, als er sie im Felde hatte liegen sehen - bis klar war, dass sie den Angriff überlebt hatte. Den Abmarsch, die Flucht der verbliebenen Kämpfer im Lager, erlebte der Seemann, wie eine ferne Erinnerung, wie ein beharrliches Wegdämmern in dunkler Nacht, wenn man zu müde ist, um einem Gespräch dauerhaft zu folgen. Die Flucht durch die Wüste, die Rückkehr nach Adoran auf dem Seeweg und das Antreten auf dem Regimentsplatz - Gedankenfetzen, die im Schlaf des Seemannes akzentuiert auftraten, während der warme Leib der Heilerin neben ihm Halt und Sicherheit versprach.
Den Kampf zu Felde verloren sie, der Feldzug war - so hoffte er - als Erfolg zu werten. Doch am Ende war nichts davon wirklich wichtig - sie waren zurückgekehrt, Überlebende, die sich einem Monstrum gestellt und es überdauert hatten und den Blick nun in die Zukunft richten konnten - gemeinsam.

- ShaNara
- Beiträge: 82
- Registriert: Freitag 15. September 2023, 19:12
Rückkehr nach Grenzwarth
ShaNara hatte die Tage im Tempel verbracht.
Tage, gefüllt mit Segnungen an die Streiter der Rashar,
dem Einrichten von Heilplätzen und endlosen Gebeten an
die Glutmutter selbst. Dabei ihre Weisungen stets deutend.
Jeder Atemzug, jede Bewegung war von der Verteidigung
ihrer Heimat erfüllt gewesen. Ihre Rolle lag beim Schutz
des RaKun, an den Toren, die ihn hielten.
Doch nun stand sie am Rand von Grenzwarth.
Die Stadt lag in Trümmern. Türme, die sie stets als Wachtfeuer
in der Ferne gekannt hatte, standen nur noch als rußige
Stümpfe. Asche wirbelte im Wind, und wo einst Stimmen,
Marktgeschrei, Kinderlachen gewesen waren, lag eine Totenstille,
die schwerer war als jedes Schweigen.
Ihr Blick nach den Leibern verendeter Geschwister suchend…
und jene ihrer Verbündeten, welche sie zu erkennen
vermochte, trat sie in das Herz der Stadt. Sie hatte im RaKun
gewacht, während viele in Grenzwarth starben. Ihre Schritte
schwerer wirkend als sie dabei in jenem Schlamm
versinken, welcher sich bereits die Tage zuvor mit dem Blut der
Toten vermischte.
Doch betrachtete sie die zerstörte Ortschaft nicht mit Zweifel,
sondern mit der Einsicht, dass daraus ein stärkerer Bund in
den Reichen Alatars hervorgehen würde. Ein Bündniss, welches
viele Augen in die Richtung des gemeinsamen Feindes legen werde.
Viele der Toten wurden in den Tempel von Düstersee gebracht,
ebenso ein RaSho, welcher für die Bewachung eines Wachturmes
zuständig war. ShaNara würde am morgigen Tageslauf dahin
aufbrechen, um ihre Geschwister zurück zu Ahamani zu führen..
das Lavagrab erwartend. Gewonnenes PhraNuk aus verschwendetem
Kun, mehr konnte sie selbst aus dieser Situation nicht gewinnen.
Ihre Gedanken lagen dabei stets der Glutmutter, ehe sie sich auch
schon, ihre Pflicht erfüllt, wieder auf den Rückweg zum RaKun machte..
In ihrer Brust lediglich eine dunkle Gewissheit pochend: Grenzwarth war
nicht gefallen, weil die Streiter zu schwach gewesen waren…
Es war gefallen, um Platz für etwas Größeres, Tieferes und
Dunkleres zu bahnen, welches die Arme sehnsüchtig nach Osten ausbreiten
werde..
- Keylon von Salberg
- Beiträge: 1800
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Er hatte Rago bis ins Hospital gebracht.
Er hatte zwar gewusst das Kaluren schwer sind aber mit der Dornenrüstung zusammen war es ihm nicht möglich gewesen den Bruder alleine zu tragen.
Taran Telian half ihm den Kaluren auf den Verwundeten Karren zu hieven dann machten sie sich auf den Weg nach Adoran.
Wie man Rago kannte hatte sich der Kalure in die Schlacht geworfen als würde er es alleine mit dem gesamten gegnerischen Heer aufnehmen wollen.
Was vielleicht oft genug funktioniert hatte ging diesmal ziemlich schief.
Keylon sah den Bruder noch von einer Traube Gegnern umringt dann ging dieser zu Boden noch bevor Keylon zu ihm gelangen konnte.
Cecilia war wie immer die Heilerin in der Not, und nachdem man mit Mühe Rago auf die Liege im Hospital gehievt hatte, kam die nächste Schwierigkeit.
Dessen Rüstung.
Taran und er brauchten mehr Zeit als sie eigentlich hatten um ihm die Rüstung aus zu ziehen. So einfach war dieses nämlich nicht.
Sie drückten und zogen an allen möglichen Ornamenten bevor sie dann immer eher zufällig etwas fanden das die Rüstung löste.
Cecilia schickte ihn dann aus dem Zimmer als sie sich dann um Rago kümmerte.
Als sie wieder rauskam kümmerte sie sich um seine eigene kleineren Wunde und schickte ihn schlafen worauf sich der Ritter nur einließ wenn er im Hospital in der Nähe des Kaluren bleiben könnte.
Cecilia die Unermüdliche, ließ sich darauf ein und der Ritter ging hinauf in eines der zimmer wo er sich samt Kleidung einfach auf das Bett fallen ließ und erschöpft einschlief.
Als er sich am Morgen um Rago kümmern wollte erschrack er fast als er den Bruder eingewickelt in Verbänden sah. So schlimm hatte er ihn noch nie gesehen und Keylon war froh das der Kalure überhaupt überlebt hatte.
Wenn der Kalure wach werden sollte... würde er sicher nur ein Gedanken haben .
Zwergenbier.
Keylon würde dieses dem Bruder auf jeden Fall besorgen wollen.
Als er den Raum verließ, traf er auf Cecilia.
Sie sah munter aus ? Nein ... nicht wirklich. Keylon war sich sicher das die Heilerin keine Minute geschlafen hatte.
Darauf angesprochen erklärte sie ihm das sie ein wenig geruht hatte aber eben sich um die Verletzten kümmern musste. Als er versuchte sie zur Ruhe zu zwingen erklärte sie ihm nur das ihre Arbeit ihr so wichtig war wie für ihn sein Schwert immer bei sich zu haben.
Sie hatte ihn mit seinen eigenen Waffen geschlagen.
Er konnte dem nichts entgegnen.
Doch eines konnte, er ...
Keylon machte sich sofort auf nach Hause.
Ohne Adelena oder Eric zu wecken, schnappte er sich 6 Krüge Zwergenbier für Rago und einige Tassen mit Kaffee für Cecilia. Wenigstens das konnte er für die Heilerin tun.
So bepackt machte er sich wieder auf den Weg zurück.
Inzwischen war es schon später Mittag,
Cecilia gab er den Kaffe und Rago, der noch immer schlief stellte er die 6 Krüge Bier neben die Liege, so das er sie gut erreichen konnte.
Dann ging er zurück in den Vorraum, wo er direkt vor der Tür sein Lager bezog.
Auf der Bank, die Beine weit von sich gestreckt, die Arme verschränkt schloß er die Augen,
Noch immer etwas erschöpft von den letzten Tagen döste er so vor sich hin.
Er war sich sicher das Adelena ihn verstehen würde das er über Rago wachen würde.
Er hatte zwar gewusst das Kaluren schwer sind aber mit der Dornenrüstung zusammen war es ihm nicht möglich gewesen den Bruder alleine zu tragen.
Taran Telian half ihm den Kaluren auf den Verwundeten Karren zu hieven dann machten sie sich auf den Weg nach Adoran.
Wie man Rago kannte hatte sich der Kalure in die Schlacht geworfen als würde er es alleine mit dem gesamten gegnerischen Heer aufnehmen wollen.
Was vielleicht oft genug funktioniert hatte ging diesmal ziemlich schief.
Keylon sah den Bruder noch von einer Traube Gegnern umringt dann ging dieser zu Boden noch bevor Keylon zu ihm gelangen konnte.
Cecilia war wie immer die Heilerin in der Not, und nachdem man mit Mühe Rago auf die Liege im Hospital gehievt hatte, kam die nächste Schwierigkeit.
Dessen Rüstung.
Taran und er brauchten mehr Zeit als sie eigentlich hatten um ihm die Rüstung aus zu ziehen. So einfach war dieses nämlich nicht.
Sie drückten und zogen an allen möglichen Ornamenten bevor sie dann immer eher zufällig etwas fanden das die Rüstung löste.
Cecilia schickte ihn dann aus dem Zimmer als sie sich dann um Rago kümmerte.
Als sie wieder rauskam kümmerte sie sich um seine eigene kleineren Wunde und schickte ihn schlafen worauf sich der Ritter nur einließ wenn er im Hospital in der Nähe des Kaluren bleiben könnte.
Cecilia die Unermüdliche, ließ sich darauf ein und der Ritter ging hinauf in eines der zimmer wo er sich samt Kleidung einfach auf das Bett fallen ließ und erschöpft einschlief.
Als er sich am Morgen um Rago kümmern wollte erschrack er fast als er den Bruder eingewickelt in Verbänden sah. So schlimm hatte er ihn noch nie gesehen und Keylon war froh das der Kalure überhaupt überlebt hatte.
Wenn der Kalure wach werden sollte... würde er sicher nur ein Gedanken haben .
Zwergenbier.
Keylon würde dieses dem Bruder auf jeden Fall besorgen wollen.
Als er den Raum verließ, traf er auf Cecilia.
Sie sah munter aus ? Nein ... nicht wirklich. Keylon war sich sicher das die Heilerin keine Minute geschlafen hatte.
Darauf angesprochen erklärte sie ihm das sie ein wenig geruht hatte aber eben sich um die Verletzten kümmern musste. Als er versuchte sie zur Ruhe zu zwingen erklärte sie ihm nur das ihre Arbeit ihr so wichtig war wie für ihn sein Schwert immer bei sich zu haben.
Sie hatte ihn mit seinen eigenen Waffen geschlagen.
Er konnte dem nichts entgegnen.
Doch eines konnte, er ...
Keylon machte sich sofort auf nach Hause.
Ohne Adelena oder Eric zu wecken, schnappte er sich 6 Krüge Zwergenbier für Rago und einige Tassen mit Kaffee für Cecilia. Wenigstens das konnte er für die Heilerin tun.
So bepackt machte er sich wieder auf den Weg zurück.
Inzwischen war es schon später Mittag,
Cecilia gab er den Kaffe und Rago, der noch immer schlief stellte er die 6 Krüge Bier neben die Liege, so das er sie gut erreichen konnte.
Dann ging er zurück in den Vorraum, wo er direkt vor der Tür sein Lager bezog.
Auf der Bank, die Beine weit von sich gestreckt, die Arme verschränkt schloß er die Augen,
Noch immer etwas erschöpft von den letzten Tagen döste er so vor sich hin.
Er war sich sicher das Adelena ihn verstehen würde das er über Rago wachen würde.