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Verfasst: Sonntag 24. November 2024, 15:03
von Der Erzähler
Weit entfernt von aller Vernunft, der Realität und Rationalität saß ein totgeglaubter Gott und badete in dem von ihm geschaffenen Refugium aus vollkommen konträren, fleischgewordenen Empfindungen. Allen voran verspürte er die Genugtuung, welche mit dem beinahe triumphalen Erfolg vor einem Wochenlauf wie eine berauschende Woge durch ihn hindurchgewallt war. Er hatte genau das erreicht, was er sich in seinen kühnsten, wildesten Vorstellungen erträumt hatte… zumindest fast.
Kurz drehten sich die kreischroten Spiralen in all dem Grau seiner Sphäre wilder und so etwas wie Wut brannte auf. Fast, weil sich all die kleinen Verräterwürmchen eingemischt hatten, die ihn so schnell auf die eine oder andere Weise ersetzt hatten oder jene, die sich seine blassen Kontrahenten erschaffen hatten und sogar diejenigen, die mit ihm einen indirekten Bund teilten, auf deren Hilfe er gehofft hatte. ALLES VERRÄTER!
Er ballte die Fäuste und die zerrissenen, geschundenen Flügel öffneten sich, präsentierten in voller Spannweite die grausamen Werke seines Bruders aber auch die Wunden der letzten Kämpfe. Geschosse, Pfeile, magische Projektile, die Krallen des Bären, der Hammer der Drei und ein besonderer Speer. Unzufriedenheit überschattete den Triumph weiter, als er daran dachte, wie schnell die Elemente sich gegen ihn gewandt und ihm die Hände verätzt hatten, als er diesen verfluchten Speer kurzzeitig gegen den Bären genutzt hatte. Er vermied es somit den vermaledeiten Hammer überhaupt zu berühren und hatte das Chimärentäubchen mit sich in die Luft gezogen, um sie dort zu zerreißen. Für sie, nein für sie alle, war eine Waffe stets parat und diese wollte er nutzen, um eine nach dem anderen zu vernichten, um in ihre Herzen zu stechen und ihre Macht zu rauben, bis sie vollkommen zerbarsten. Oh dummer, kurzsichtiger Panther, seinen Fehler würde er nicht wiederholen. Sie sollten verglühen, schmelzen, zerlaufen, zerbrechen, bis keine Hülle mehr übrig war, in der vielleicht doch noch irgendwo ein Kern Leben schlummerte. Denn dieser würde dafür sorgen, dass die Totgeglaubten eben nicht tot waren und sich nach einer Ewigkeit des Schmerz, der Angst, des nagenden Wahnsinns als einzigen Gefährten aus der Dunkelheit des eigenen Grabes wieder ans Licht graben konnten. Nein, er hatte dazugelernt. Nichts sollte mehr übrigbleiben!
Sollte…
Er hatte gezögert, als die göttliche Kraft seiner Nichte brach und sie in ihrer zweiten, fast menschlichen Gestalt in seinem Griff lag. Ja, nun konnte er die Verbindung zu den Rashar sehen, verstand, warum sie ihre Glutmutter war und noch etwas entdeckte er mit kurzem Schrecken. Sie war zweifelsohne Paias Tochter und trug ihre Züge im Gesicht aus Feuer, Glut und Flammen. Nur schwer widerstand er dem Impuls, Alatars Speerspitze aus dessen Tochter zu ziehen und die Wunde zu schließen, denn da in ihrem Gesicht starrte ihm Paia entgegen. Doch auch der brennende Zorn, den Alatar ihr vermacht hatte und diese Funken, die sie ihm selbst jetzt noch entgegensprühte, erinnerten ihn an den Beginn seines Falls, an den Verrat der in jener Nacht zwischen ihm, seinem Bruder und der, die für ihn bestimmt gewesen war, geschah. Sie, Ahamani, war die Frucht, die Saat dieser Enthüllung und so drehte der den Speer tiefer, stach noch einmal zu und trank. Trank in tiefen Zügen all die Kraft, den Puls der Geschichte und ein Stück Schöpfungsfunken, bis nichts mehr blieb.
Beinahe, verbesserte er sich zähneknirschend.
Bis beinahe nichts mehr blieb.
Er stieß plötzlich an eine Art unsichtbare Hülle, die ihm den letzten Tropfen verwehrte und noch einmal glaubte er Paias Präsenz zu spüren. Er blickte umher, kurz zu den Schwestern, diesen lästigen, naiven Gören und konnte sie doch nirgends entdecken. Dann nahm ihm das Grollen des Panthers die Suche auch schon ab und er musste sich sputen, denn die Macht des geschwächten Bären und die einer Halbgöttin würden für seinen wütenden Bruder noch nicht reichen. Noch nicht.
Er floh lange, Alatar jagte ihn über Tage, doch dann hatte er die Spur verwischen und sein Refugium erreichen können. Nun saß er hier, wollte die neue Kraft genießen und immer wieder kreisten die Gedanken zurück. Er musste sich gedulden, bevor er ein weiteres Opfer suchte, musste über viele Monate hinweg seine Wunden schließen, die neue Macht bündeln und weitere Vasallen sammeln. Dass diese Mörder, Strauchdiebe, Zwielichtgestalten und verdorbene Gestalten nie lange hielten, ehe sie der Wahnsinn gefressen hatte, war ihm gleich. Es gab einfach so viele davon, dass ihm dieser Quell nie versiegen würde. Vielleicht sollte er sie nutzen, um es den Sterblichen heimzuzahlen, die ihn besonders irritiert hatten? Da gab es in der Tat Einige!
Ganz vorne dran stand für ihn der grimmige Kalure, welcher so nahe an Cirmias‘ Seite im Kampf klebte und ihm einige Male ohne auch nur einen Hauch Furcht zwischen die Krallen und des Bären Leib sprang. Sowieso war dieses lästige Völkchen schuld daran, dass er Cirmias nicht vernichtet hatte. Sie krönten seine Liste und er bebte vor Ekstase bei dem Gedanken sie mit ähnlich entsetzten Gesichtern zurückzulassen, wie er es auf den Zügen der Rashar gesehen hatte. Er wusste auch schon, wie er diesen Effekt erzielen konnte aber das brauchte Zeit.
Würde es bei den schillernden Roben des Pantheons schneller gehen? Wie frech sie sich Visionen erschlichen hatten, Einblicke gestohlen, die sie nichts angingen, nur um ihm dann voller Mitleid mit ehrrührigen Worten einen Bund anzubieten. Er spreizte die Flügel unter Anspannung so sehr, dass sie teilweise einrissen und ein brandiges Schmauchfeuer, von Ahamanis einverleibter Kraft beheizt, entzündeten. Dieser Einäugige… er hatte versucht ihn mit der Erinnerung an die Vergangenheit zu bevormunden. Stand da und lobte heidnisch diese schlechte Kopie seiner Selbst, statt sie ihm zu opfern und die Krone der Herrschaft, welche sie ihm alle gestohlen hatten, wieder auf sein Haupt zu setzen. SEIN GEBURTSRECHT!
Mehr schlecht als recht erholte er sich von seinem Tobsuchtsanfall und löschte die lodernden Wunden, indem er die Flügel rasch zusammenklappte. Nein, hierfür brauchte er mehr Kraft. Jetzt konnte er nur kleine Rachespielchen durchführen und das schloss leider die Lakaien seiner Geschwister und Vettern aus. Schade, dabei hatte er mehr als ein Hühnchen in genau diesem Bereich zu rupfen… Er lachte über das Wortspiel, bis es zum Kreischen wurde, das dumpf durch sein Reich hallte. Erst, als auch das verklungen war, schob er noch ein paar Spielfiguren gedanklich umher.
Es hatte ihm gefallen wie sich die kleine Lethra, missratene Fehlzüchtungen des ach-so-großen Alatars, gewehrt hatte, als er in ihr Fleisch schnitt oder wie die Weibchen dort generell auf Wahrheiten reagierten. Ja, dort könnte ein Ansatzpunkt sein.
Ach und dann war da noch K’awi, dessen Zauberwirker ihn faszinierten. So schillernd und zugleich ein wenig eigen, anders. In deren Mitte der junge Kerl, den sie als Stimme erwählt hatten, nachdem seine Kreaturen die vorherige Stimme so poetisch beenden mussten. Auf beiden Seiten traten sie an und doppelte Aufmerksamkeit war ihnen gewiss. K’awi würde seine Dankbarkeit schmecken, die ersten Steinchen brachte er bereits ins Rollen.
Woanders kullerten sie so kräftig, dass ihm das Herze lachte. Die kleinen Mädchen, die ihm so viel Ärger bereitet hatten. Schöne Gemeinschaft hatten sie da und es brauchte erstaunlicherweise nur ein paar Splitter aus dem Eis seines Kummers und zart geflüsterte Worte, um Risse zu erzeugen. Wenn sie diese Geschwindigkeit beibehielten, dann würde der alte Bund rasch brechen wie sprödes, morsches Holz unter einem gut gezielten Schlag. Doch auch hier störten einzelne Spielsteine die Planungen, machten sie unsicher. Wieso ließ sich die dunkelhäutige Hübsche so schlecht beeinflussen, warum vermochten ihn die Elemente wieder und wieder von der Insel zu scheuchen und woher hatte der Nebelschweif so rasch ein Mittel gegen die Kälte?
Mühsam! Wahrscheinlich schlug er einfach dort zu, woran er selber bisher nicht einmal gedacht hatte…
Er wog den Kopf und ging die Liste ab, deren Reihenfolge noch nicht vollkommen feststand:
- Cirmias
- Phanodain
- Temora
- Alatar
Der Rabe war kein fester Teil dieser Welt und er konnte ihn nicht einschätzen, doch sollten sich seine Diener weiterhin einmischen, würden er sie wie Puppen zerreißen.
Blieb noch… Mutter… und so rasch wie der Gedanke an Eluive gekommen war, so schnell schob er ihn beiseite und gelobte sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wenn es unausweichbar war.
Und sollte Ahamani wirklich noch nicht Geschichte sein, würde er sie ein zweites Mal beenden oder er wartete bis alle Anderen verschwunden waren und unterwarf sie sich als jene, die an seiner Seite herrschen sollte. Über ein Königreich des lodernden Wahnsinns!

Verfasst: Dienstag 3. Dezember 2024, 16:57
von Der Erzähler
Als der vergessene Gott Getares wieder und wieder die Speerspitze in die Halbgöttin Ahamani trieb und ihre Asche zu Boden rieselte, begann sich etwas in den tiefsten Tiefen des RaKuns zu regen. Ein Geschöpf so alt und mächtig, dass es zahlreiche Legenden und Bardenlieder füllen würde, hätte Ahamani es nicht seit Jahrhunderten gebändigt und weggesperrt.
Doch mit dem Schwinden ihrer halbgöttlichen Macht schwand auch der Einfluss, der ihn in seinem Dämmerschlaf hielt und so öffnete er zum ersten Mal nach Ewigkeiten seine Augen, um klar zu sehen. Er wusste, trotz des Dämmerschlafs, was sie ihm angetan hatte. Wofür sie ihn benutzt hatte. Ein Grollen hallte durch den Untergrund, das die Oberfläche nicht erreichte.
Ich blicke auf meine Ketten herab. Noch bin ich zu schwach, um sie zu brechen. Auch wenn die Pantherstochter besiegt scheint, besteht ihr Bann über mich, wenngleich er stetig schwächer wird. Aber ich habe Zeit. Ungeduld wäre nach all der Zeit des Wartens eine Torheit, die Sterblichen vorbehalten ist.
Also verweile ich und sammle meine Kräfte. Ich schnaube in einem Anflug von Amüsement und Rauchwolken steigen aus meinem Gesicht. Was sollte ich auch sonst tun.
Mehr als zwei Wochen später fühle ich mich mächtig genug um meine Ketten zu sprengen. Ich breite meine Flügel aus und brülle zornig. Der Vulkan beginnt unter meiner Macht zu erzittern, die Lava heizt sich zunehmend auf und in ihr fließt meine Macht, die zuvor von der verzogenen Pantherstochter beansprucht wurde.
Macht, die sie mir abgezapft hatte, um ihre Brut zu gebären. Alleine brachte sie es nie fertig. Also war es auch MEINE Brut, sie sind auch MEINE Erben!
Endlich bin ich am Zug. Endlich frei! Meine Herrschaft soll beginnen!
Im RaKun kehrt wieder Hitze ein, doch die Stelle im Tempel, die das göttliche Ei verwahrt, bleibt kühl.
*Der abgekühlte RaKun wird in den folgenden Tagen wieder als heiß empfunden werden. Man könnte vermuten, dass die Macht Ahamanis und somit ihr Einfluss auf den Vulkan wiederkehren mag.
Trotz der wiedergekehrten Hitze empfinden die Rashar die Verbindung zur Glutmutter noch immer als seidenen Faden. Sonderbar ist auch, dass der Stamm nun deutlich zum Jähzorn neigt und sehr reizbar ist. So ist es auch nicht unüblich, dass die Wachen auch bei kleinsten Ungereimtheiten sehr aufbrausend und zurechtweisend reagieren werden. Dies trifft alle Besucher des Vulkans gleichermassen. Es scheint egal zu sein, ob man als alter Freund des Stammes gilt oder zum ersten Mal dort verweilt.
Auch untereinander gibt es vermehrt Streitigkeiten und besonders die weniger disziplinierten Rashar können die aufkeimende Wildheit nicht immer bändigen.*
stille Wacht, kalte Wacht
Verfasst: Sonntag 8. Dezember 2024, 23:57
von KalOshra
Freier Fall - haltlos in eine bodenlose, schwindelerregende Tiefe. Ringsum trübe Dämmerung. Kein Feuerschein, der Orientierung bot - seit jenen Augenblicken, in welchen die väterliche Waffe Ahamani durchbohrte, ihr Leib zu Asche zerfiel und ihre göttliche Lebenskraft versiegte.
Wie in Trance hatten die Rashar die Überreste ihrer Mutter den schroffen Hang des Vulkans hinauf geschafft. Eine Prozession der Besiegten, einen entkräfteten Schritt vor den anderen setzend, einer letzten Pflicht folgend.
Düsternis im Tempel Ahamanis. Blass nur schimmerte der Basalt im schwachen Schein schwelender Kohlebecken. Die rote Glut der Caldera verglommen. Das Antlitz einer im Sterben liegenden Heimat, der Wiege der Rashar.
Diesen heiligen Ort der göttlichen Nähe kannte der Stamm als jenen, wo das Oshra stets am heißesten brannte.
Und so betteten die Kinder das, was von ihrer Mutter verblieben war, wie selbstverständlich in diese kalte Wiege.
Kälte. Gnadenlos umschlang sie seinen Leib. Am Kraterrand hatte KalOshra seinen Wachtposten bezogen. Kalt, die Obsidianklinge in seinen Klauen. Kalt, die Witterung des Rabenmonds und einsetzenden Alatners, vor der der Rakun seinen Schutz versagte. Kalt, sein Herz, seit Ahamani darin das Oshra nicht mehr schürte.
Seine Glieder kaum regend harrte der einst von ihr berufene ShoRaKa aus an ihrer Ruhestätte. Kein Außenstehender sollte sich ihr nähern - das war sein einziges Ziel, unbeweglich wie die erstarrten Lavaflüsse, die einst den Vulkan überflossen. Denn nichts erhellte nunmehr einen Weg, den er beschreiten sollte. Kein Funke, der ihn verheißungsvoll lockte, ihm gebat in Bewegung zu bleiben.
Stille, nur sporadisch durchdrungen von Gebeten anderer Rashar, die den Tempel aufsuchten.
Das immerwährende Brodeln des Schlotes verstummt. Dumpf das Klappern der Knochenwindspiele, als hätten sie ihre Stimme verloren - oder die Stimme ihre Bedeutung.
Trostlos flatternde PhraNukKra, Traumfänger, den Elementen der Oberfläche ausgesetzt, die inzwischen den machtvollen Thermalwinden des Schlotes die Herrschaft über den Berggipfel abgerungen hatten.
Im freien, blinden Fall seine Gedanken, eingehüllt in Nebelschwaden. Nichts von dem Schicksalhaften, das geschehen war, und dem, das dazu geführt hatte, konnten die getrübten Blicke seines inneren Auges erfassen. Hie und da ein Aufblitzen: eine Pranke, zum Sprung gestreckt. Ein Schnabel, zum Krächzen geöffnet. Ein aufglimmender Funke. Doch alles verschwamm im Wirbel der taumelnden Gedanken.
Und dann -
Zorn.
Verfasst: Dienstag 10. Dezember 2024, 10:54
von Angelica Mondstein
Ein Götterkrieg also. Nicht, dass sich Angelica sonderlich um Götter sorgte. Scheinbar waren sie unsterblich und trugen ihre Kämpfe, einmal mehr, offen zwischen den Reihen der Sterblichen aus. Was zählte das Leben in einem Kampf von solchen Ausmaßen? Für Getares scheinbar nichts, der unzählige seiner Harpyien in einen aussichtslosen Kampf schickte. Und die anderen Götter? Auch hier starben Menschen, Letharen, Rashar, Elfen, Zwerge.. vielleicht gab es hier noch Trauer in ihren Herzen zu den Verlusten, doch am Ende starben sie in einem sinnlosen Kampf. Ihrem Kampf.
Was konnte schon ein Sterblicher gegen einen Gott ausrichten? Nichts. Und was eine Sphärenwandlerin, was würde K’awi für eine Chance haben, wenn dieser wahnsinnige Gott als nächstes hier zu ihnen kommen würde? Nein, es war am Ende auch das Problem der Menschen von K’awi - Getares musste aufgehalten werden, nicht für die Götter – sondern einzig und allein für die Sterblichen, für Menschen, Letharen, Rashar, Elfen, Zwerge.. die Zweiten, die Ersten, K’awi selbst.
Aus den Augen verloren
Es waren schwierige Zeiten, mehr denn je, mit diesem Kampf und dem ohnehin angespannten Verhältnis zwischen Alatarien und Alumenas. Kein Wunder also, dass die Umwälzungen der letzten Monde den Blick getrübt hatten. Nebenklänge waren verstummt, übertönt vom Dröhnen und den schrillen Tönen der Angriffe durch Getares und seine Harpyien. Dabei waren eigentlich so offensichtliche Fragen in den Hintergrund gerückt: Wo sind die Jünger, jene, die den Tod der Stimme, den Tod von Freya zu verantworten haben? Warum waren sie bei den Kämpfen nie dabei? Warum hatte sie seither niemand mehr gesehen, jene die ein Opfer für Getares erbringen wollten? Die eine Dissonanz im Lied auf ihrem Schiff hatten.
Es war nur allzu verständlich, dass angesichts der Angriffe und Kämpfe der Götter, sowie der Hinrichtung von Isidor solche Fragen verblassten, gar unwichtig erschienen. Doch auch wenn das Schiff, so es gefunden würde, vielleicht keine Antworten für dieses Puzzle lieferte, sollte man es dennoch nicht außer Acht lassen. Die Suche nach Antworten würde jedoch nicht ohne Hilfe auskommen.
Wo ist das Schiff?
Das alatarische Reich, Hauptmann Jynela Dhara, hatte ihr immerhin Gehör geschenkt. Mehr, als man in diesen Zeiten erwarten konnte – einen Tag vor dem nahende Tod ihres Alkas. Die düsteren Worte der Soldatin hatten durchaus ihren Effekt erzieltt, doch blieb zu hoffen, dass Jynela dennoch ihre Flotte anweisen würde, die Augen nach dem schwarzen Schiff offen zu halten. Allen diplomatischen Warnungen gegenüber K'awi zum Trotz.
Das alumenische Reich, Ritter Heinrik von Alsted, hatte sie erfreulicherweise sogar hinein gebeten. Angesichts der Ereignisse des Vortags – der Hinrichtung, die unbedingt jetzt, mitten im Chaos, hatte stattfinden müssen – war das fast schon ein Wunder. Heinrik, so musste sie ihm lassen, hatte zusammen mit ihrer Eminenz Raia Lathaia Zustimmung signalisiert, Meldung zu machen, falls das Schiff gesichtet würde.
In Bajard, beim Kraken, hatte Zanadarian ihr ebenso Gehör geschenkt, wenn auch nur auf offener Straße, in Anbetracht der Nachtzeit aber wohl verständlich. Hier erhoffte sich Angelica noch mehr Erfolg, denn wenn jemand ein Schiff finden konnte, dann die Seeleute des Kraken – Männer und Frauen, die mit aller Welt in Kontakt standen. „Jedes Schiff geht irgendwann an einem Hafen vor Anker“, pflegte man zu sagen. Irgendwo musste das Schiff ja Vorräte auffüllen.
Nun blieb nur noch, die Seeleute auf K’awi selbst um Hilfe zu bitten. Auch sie waren auf vielen Meeren zu Hause, und nicht wenige hielten Kontakte zu den Schiffen, auf denen sie einst gefahren waren. Vielleicht gab es hier nützliche Verbindungen. Sie musste mit Eske sprechen – sie war wohl die Person überhaupt, die praktisch jede Seele auf den Meeren kennen musste.
Der Funken Hoffnung
Doch wie dem auch sei: Sobald die Suchen beauftragt waren, galt es, sich dem eigentlichen Plan zu widmen – dem Plan, Getares einen Ausweg zu bieten. Vielleicht gab es noch Hoffnung, das Gespräch mit der Schwesternschaft vor einer Woche hatte sich als fruchtbarer erwiesen als Angelica gehofft hatte. Am Berg hatten die Schwestern bereits erfolglos versucht, Getares an das Gute in sich zu erinnern, daran, wer er war. Jenes hatte er ausgeschlagen, weggeschlagen, wütend und voller Zorn. Die Gefühle in Getares waren stark, stärker als ein Mensch es sich erträumen konnte. Gefühle.. für Liedkundige, die sich auf die mentalen Nuancen spezialisiert hatten, waren solche Ausbrüche Musik im Lied, sprichwörtlich. Nichts dass man bändigen konnte, nichts dass man unterdrücken konnte. Aber; dass man vielleicht nutzen konnte.
Warum sollte man nicht erneut versuchen, Getares an das zu erinnern, was er einst war? Warum nach einem Versuch aufgeben? Niemals stellte es jemand in Frage auch das nächste Mal eine Armee gegen den Feind ins Feld zu führen, auch wenn die bisherigen Versuche erfolglos gewesen waren. Als sei es ein ungeschriebenes Gesetz, dass nur die wiederholte Gewalt zum Erfolg führt, andere Ansätze aber nie. Ein wenig ärgerte sich die Maga darüber, dass dies ein Standarddenken so vieler war. Nein, diesmal wollte sie einen anderen Ansatz versuchen. Entweder mit Hilfe der Elfen, oder aber eben ohne sie. Man würde sehen.
Verfasst: Mittwoch 11. Dezember 2024, 19:53
von AkkAsha
In den Herzen vieler Rashar gärte ein tief verwurzelter Zorn, gemischt mit einem nagenden Zweifel. Sie hatten Alatar, den Vater von Ahamani, stets als eine Säule ihrer Stärke gesehen, doch in jener verhängnisvollen Nacht, als Getares die Halbgöttin Ahamani mit brutaler Gewalt niederstreckte, war er abwesend. Diese Abwesenheit, die sich wie eine offene Wunde in das Gedächtnis des Volkes brannte, ließ Fragen aufkommen. Warum hatte ihr Vater sie in der Stunde größter Not verlassen? War es ein Zeichen seiner Gleichgültigkeit oder gar Verrat? Der bittere Geschmack des Zweifels ließ den sonst so festen Glauben an Alatar bröckeln, und in den flüsternden Winden am Rakun waren es nicht nur die Asche Ahamanis, die durch die Luft wirbelten, sondern auch das Misstrauen gegen einen Gott, der in der dunkelsten Stunde seiner Kinder und Enkel nicht an ihrer Seite stand…
In der Dämmerung versammelten sich einige der Rashar um das prasselnde Lagerfeuer. Darunter AkkAsha, KalOshra und AhroSho. Die flackernden Flammen tauchten ihre Gesichter in ein warmes Licht, das die angespannte Atmosphäre unterstrich. KalOshra trat mit festem Griff um das Heft seines schwarzen Obsidianschwertes hinzu, seine Miene von einem tiefen Zorn gezeichnet.
AkkAsha, die KunBra, saß bereits am Feuer, im Gespräch mit dem entsandten Letharen Drin‘Belrak. Trotz der Ernsthaftigkeit der Lage bewahrte sie eine ruhige Ausstrahlung. Ihre Augen leuchteten mit einer ruhigen Entschlossenheit, während sie den Bericht über ein Ritual lauschte das der Lethar plante.
KalOshras Ungeduld war deutlich spürbar, er forderte den Zorn heraus, sein Blick fest auf den Letharen gerichtet.
AkkAsha trat näher, ihre Stimme fest und bestimmend, als sie antwortete: „Dein Zorn ist berechtigt, KalOshra, aber wir müssen bedacht handeln..“
KalOshra schnaubte, doch der drohende Ton in AkkAshas Stimme ließ ihn innehalten. „Denk an deine Worte und Taten. Sie könnten nicht nur dich, sondern uns alle gefährden. Zudem werde ich dir gleich deine Zunge herausschneiden so du sie nicht zu zügeln weißt.“ Auch hier ein Laut der nie zuvor von AkkAsha gehört wurde, der Zorn war eben in allen Rashar ein Gast der nistete.
Ein schweres Schweigen legte sich über die Versammlung, das lediglich vom Knacken des Feuers unterbrochen wurde. KalOshra nickte langsam, ein stummes Zeichen des Einverständnisses, und ließ dabei seinen Griff um die Schwertklinge locker.
„Wir müssen zusammenstehen“, fuhr AkkAsha fort, ihre Stimme nun weicher, fast versöhnlich.
Die Gruppe nickte zustimmend, und die Spannung begann langsam zu weichen.
Die Nacht zog weiter ihre Bahnen, und während sie diskutierten und Pläne schmiedeten, waren die anwesenden Rashar von dem festen Glauben getragen, dass sie als Gemeinschaft jedem Feind trotzen könnten.
AkkAsha stand hoch aufgerichtet und ihre Stimme trug einen kalten, unnachgiebigen Ton, als sie den Letharen zum Abschied ansprach. "Geht, nehmt die Frage mit." befahl sie mit einer Strenge, die keinen Widerspruch duldete, die aber auch gleichzeitig nicht bekannt war von den Rashar. "Fragt, wo er war, als das Blut unserer Mutter die Erde des Rakun tränkte. Wir fordern Antworten." Ihre Worte schneidend und unerbittlich. Mit einer Geste, die keine weiteren Fragen zuließ, entließ sie den Letharen in die Nacht, zurückgelassen mit der schweren Bürde einer Frage, die das Gleichgewicht zwischen Verbündeten ins Wanken bringen könnte.
Seit dem Tag, an dem Ahamani fiel, hat AkkAsha jeden Tag am Gipfel des RaKun verbracht. Sie steht dort, oft allein, und versucht, ihre Mutter zu erreichen. Manchmal ist sie von Trauer überwältigt und Tränen fließen über ihre Wangen, während sie den kalten Stein unter ihren Füßen spürt. An anderen Tagen wird ihre Trauer von Zorn überschattet, und sie schreit ihre Fragen und Bitten in den Wind hinauf, der durch die Höhlen des Vulkans weht. Ihr Herz, das von einem tiefen Verlust gezeichnet ist, sucht nach Zeichen ihrer Mutter, nach einem Funken ihrer Präsenz in der Asche, die jetzt die heiligen Hallen bedeckt. Sie sieht jeden Tag nach ihrer Mutter, welche geschwächt in einem Ei verweilt und über nichts einen Einblick vernehmen lässt.
Verfasst: Mittwoch 11. Dezember 2024, 23:50
von Der Erzähler
"Sie müssen weiterhin Rashar an die Oberfläche schicken. Mutter kann gerettet werden! Sie alle kennen die Prophezeiung!", sprach die Erzmalgeweihte der Stärke zu den anderen fünf.
"Hier unten werden sie nichts tun können.", pflichtete eine Andere, die Erzmalgeweihte der Disziplin, bei.
Seit Stunden diskutierten sie schon darüber, was nun das Beste wäre. Sollten die Rashar weiterhin an die Oberfläche gesandt werden? Ja. Dort oben ruhte Mutter. Nur dort oben konnte eine Lösung gefunden werden. Ohne Lösung war das Volk verloren.
Sie hatten alle gespürt, wie der Vulkan zu neuer Hitze gelangte ohne, dass Ahamanis Macht erstarkte. Ihnen war der Zorn aufgefallen, der in ihnen allen keimte. Die Unruhe, die daraus entstand. Unter Allen, die hier in den Tiefen des RaKun ihren Aufgaben nachgingen war seit Tagen der Samen des Zwistes gesät. Es gab bereits erste Gewaltausbrüche unter ihnen.
Nur noch wenige wurden an die Oberfläche geschickt, denn es gab derzeit keine Mutter, die eine Aufgabe erteilen konnte. Die Erzmalgeweihte des Wissens löschte, wie bei allen Rashar, die an die Oberfläche gesandt wurden, den Großteil der Erinnerungen an die vulkanische Unterwelt aus.
Dieses PhraNuk musste nicht zurückgebracht werden um Ahamani zu stärken. Es war bekanntes Wissen und würde an der Oberfläche nur dazu nützen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Zeitverschwendung. Besonders jetzt.
Dennoch konnten die, die an die Oberfläche kamen, davon berichten, dass im Untergrund die selben Unruhen existierten, wie es derzeit oben der Fall war.
"Die Oberfläche muss die Prophezeiung kennen. Sie sendet die Knochentafel nach oben.", kam es nun wieder von der Erzmalgeweihten der Stärke. Es gab keinen Widerspruch.
[...]
LanokTosh war noch nicht lange an der Oberfläche. Seine Aufgabe war es, für den Stamm feinste Metallwaren zu schmieden und diesen damit zu unterstützen. Er hatte den Tag bisher genutzt um in der Mine Erzbrocken zu schürfen, die er im Anschluss verhüttet hatte. Nach einer Pause war es an der Zeit die erkalteten Barren in eine funktionelle Form zu bringen.
Auf dem Weg zu seiner Werkstätte fiel ihm auf, dass sein Stammesbruder KuBrah im Begriff war schon wieder sein verdammtes ShriRak an seinem Anbindepfosten anzubinden!
In einem Anflug des Zorns umgriff LanokTosh seinen Schmiedehammer fester und stellte den Stammesbruder zur Rede. Er forderte ihn auf, sein ShriRak an anderer Stelle anzubinden. KuBrah weigerte sich und begann mit ihm zu diskutieren, dass die Pfosten für alle Stammesmitglieder da wären.
Ein Wort gab das Andere und es dauerte nicht lange, bis LanokTosh der Geduldsfaden riss. Er hob die Hand, die den Schmiedehammer hielt, empor und trieb diesen immer und immer wieder gegen den Schädel von KuBrah, der sich bald nicht mehr rührte.
LanokTosh sah sich um. Niemand hatte mitbekommen, was sich gerade abgespielt hatte. Auch wenn der Zorn in ihm die Tat rechtfertigte, so wurde ihm panisch bewusst, dass das, was er gerade getan hatte, falsch war.
Er legte den Schmiedehammer zur Seite und hob den leblosen Körper seines Stammesbruders auf, um ihn einem Lavafluss in der Nähe zu übergeben. Kurz darauf folgte der blutverschmierte Schmiedehammer. Kurz noch sah er zu, wie der Körper langsam mit der Lava verschmolz und seine Tat damit ungeschehen machte.
So wurde das PhraNuk gewaltsam in die Lava und damit zum Ursprung zurückgeführt. Doch war es diesmal nicht Ahamani, die einen Nutzen daraus ziehen konnte. Es war Oshraxys, der sich daran labte. Ein zufriedenes Grollen erschütterte den RaKun, diesmal war es für alle spürbar.

"Ja.. tötet euch gegenseitig. Übergebt euch der Lava und stärkt mich, meine Kinder!"
Verfasst: Donnerstag 12. Dezember 2024, 11:55
von XhuRyna
XhuRyna saß allein auf der Sitzknochenbank. Zur Ihrer linken Befand sich der Lagerhort und die Bank welche Sie nach einer erfolgreichen Jagd oft aufsucht um Ihre Tränke aufzufüllen und die Beute in die Kisten des Stammes zu legen, damit jeder vom Stamm etwas davon hatte. Sie kämpfte seit Tagen mit einem seltsamen Gefühl. Ein Flüstern. Paranoia?
Ihr Brustkorb hob und senkte sich, die Luft schien schwer wie Blei. Sie war eine RaSho, geboren aus Stärke, geschmiedet im Feuer. Doch heute lastete der Zweifel auf ihr wie ein Kettenglied, das sich immer enger zog. Sie wurde einst von Ahamani aus der Tiefe gerufen als der Kampf gegen Getares anstand. Ahamani starb und mit Ihr ein Teil von XhuRyna und der Teil der übrig blieb füllte sich mit Wut und Zweifel.
Die innere Wut hatte sich wie ein Parasit in ihr Herz gefressen. Der Fall Ahamanis war nicht nur eine Niederlage gewesen, sondern auch eine Zerreißprobe und Geduldsprobe für Sie.
Ohne die Hornweihe, ohne die Bestätigung ihrer Existenz durch die göttliche Präsenz, fühlte XhuRyna, wie ihr Glauben und alles was Sie im Hort gelernt hatte, zu zerfallen drohte. Selbstzweifel, Schwäche. Alles Attibute die sie verachtete und denen Sie fern bleiben wollte. Hinzu kam dieses Flüstern, dieses Gefühl.
„XhuRyna ist keine Hülle,“ murmelte sie. Ihre Stimme war heiser, wie ein unterdrücktes Knurren. „Doch ohne die Hornweihe was bleibt von einer RaSho übrig?“ Sie spürte einen aufkeimenden Zorn, einen Jähzorn und Zweifel die sich tief in Ihrem Herzen eingruben und sich miteinander vermischten. "Sie wird niemals eine SenToki werden! Sie wird sich niemals beweisen können!" Flüsterte ihr etwas zu."Sie kann sich auch gleich der Lava übergeben...", wieder das Flüstern...
Irgendetwas war anders. Irgendetwas hatte sich in Ihr bewegt und Sie konnte es sich nicht erklären. Eigentlich war Sie jemand, der aus jeder Niederlage neue Stärke und Demut erlangte. Was hatte sich verändert? Was stimmte aufeinmal nicht mehr? Hatte Ahamani damit zu tun oder wer anderes?
Im nächsten Moment sprang Sie auf und setzte einen lauten und brüllenden Herausforderungsruf ab, den man wohl im gesamten RaKun hören konnte:"GENUG GESPIELT ZEIG DICH IHR, SIE WEIß ER IST IRGENDWO! SIE WILL DEINEN KOPF ZERSCHMETTERN!" Das Schreien oder eher das Brüllen den Widerhall vom Vulkan zurückwarf und mit der Zeit abklang.
Das Flüstern verschwand und Ihre innere Unruhe normalisierte sich."Der Stamm wird weiterleben, Demut aus Niederlage, Stärke durch Erfahrung..," fügte Sie noch an ehe Sie sich wieder auf die Jagd begab, denn wenn Sie was konnte war es die Jagd. Außerdem wollte Sie den zornigen Mann mit der großen scharfen Axt nochmal besuchen und diese Menschenfrau, die bei ihm lebte und welche Ihr Glimmstängel mal geschenkt hatte. Sie brauchte Nachschub, daher gab es genug zu tun.
Verfasst: Donnerstag 12. Dezember 2024, 12:15
von RyaKaRii
Die Wärme im RaKun war zurückgekehrt, doch sie brachte keine Erleichterung sondern eher nur Unruhe. In der Höhle des Heiler war die Luft schwer und voller Spannung wie vor einem Sturm, der nicht brechen wollte. Der BrakNa spürte die Glut in seinem Inneren wie ein schwelendes Feuer, dass er nicht löschen konnte. Seine Krallen zitterten manchmal vor unterdrücktem Zorn. Seine Gedanken wanderten immer wieder zu Alatar. War es seine Schuld, dass Ahamanis Kraft schwand? Warum war er nicht da als die Glutmutter ihn gebraucht hat. RyaKars Atem war schwer, während er in die flackernden Flammen starrte. Dieses Feuer hatte für ihn immer reinigende Wirkung es hatte Heilung und Leben versprochen. Jetzt sah es wie ein schwacher Abglanz dessen aus was es sein sollte. Die Krallenartigen Hände ballten sich unwillkürlich zu Fäusten. Er konnte den Fragen in seinem Inneren nicht entkommen. Warum gewann der Rakuun wieder an Wärme wenn Ahamanis Macht noch immer so fern schien? Woher kommt diese Veränderung? War es Alatar, der mit seinen trügerischen Klauen nach dem Herzen des Vulkans griff und mit Getares im Bunde war? Die Unruhe des Stammes spiegelte seine eigene innere Zerrissenheit wieder. Die Rashar reagierten gereizt und oft brachen unnötige Streitigkeiten aus. Die frühere Disziplin und Ordnung schwand immer weiter. Es wäre so leicht einfach nachzugeben und alles in Flammen aufgehen zu lassen. Doch er wiederstand …noch . Er wusste, dass sein Zorn dem Stamm nur schaden würde. Er war BrakNa, kein RaSho. Die Geballten Klauen lösten sich langsam. Doch tief in seinem Inneren war er sich bewusst, dass dieser Kampf nicht ewig dauern konnte. Zorn überdauert. Etwas hatte sich im RaKun verändert die Unwissenheit machte ihm zu schaffen. Die Glutmutter muss wiederkehren Rat und Hilflosigkeit machten sich in ihm breit.
Die Gedanken überschlugen sich, als das donnernde Brüllen seiner Leibesschwester durch den Vulkan hallte. „XhuRyna“ murmelte er. Sie kämpfte ebenfalls. Es war an der Zeit die Höhle der KunBra aufzusuchen, sie wird den Rat haben den er nun braucht.
Verfasst: Donnerstag 12. Dezember 2024, 14:00
von ChaRiXune
Die Hitze in der Schmiede war noch vorhanden, auch wenn es im RaKun ziemlich kühl wurde, zu kühl für ChaRiXune. Sie hatte ihr Leben lang die Glut des RaKun in ihren Lungen gespürt, hatte das Knistern des Feuers und das rhythmische Schlagen des Hammers als Teil ihres Wesens angenommen. Die Fenster ihres Hauses wurden zugestellt, gar die Türschlitze mit Wolle verschlossen, diese Kälte war ihr zuwider. Doch langsam rührte sich wieder etwas im Vulkan, welch Erleichterung. Aber diese Hitze drückte schwerer, war nicht nur in der Luft, sondern in ihr selbst. Wie ein unbändiger Sturm, der ihren Geist peitschte. Schrilles Schreien von Metall drang durch die Hammerschläge durch die Höhle, gerade dabei eine Rüstung anzufertigen, jedoch wollte das Metall heute nicht wie sie wollte. Etwas war falsch. Es schien, als ob das Metall sich ihrem Willen widersetzte, als ob selbst die Werkzeuge, die sie so gut kannte, sich heute gegen sie verschworen hätten.
Mit einem Fluch warf sie die Zange auf die Werkbank und trat gegen den Amboss. "Verdammtes Ding! Warum gehorchst du nirr!?" Ihre Stimme hallte in der Schmiede wider. Auch wenn sie sowieso einiges an Temperament in sich trug, normalerweise hätte sie ihre Emotionen im Zaum gehalten, doch in den letzten Tagen fiel es ihr schwer. Ein Zorn hatte sich in ihr eingenistet ungebeten und unerklärlich. Sie hatte ihn zuerst ignoriert, doch jetzt übermannte er sie immer wieder, wie heiße Lava die nach und nach immer mehr verzehrt.
Und dann läutete auch noch die Glocke vor ihrer Tür! Als sie öffnete, stand XhuRyna vor der Tür, jedoch war da noch etwas direkt vor dem Türrahmen, wesentlich kleiner, eine Lo. NuRiKi. Die gewisse kühle Schlug ihr direkt entgegen, was der Laune nicht gerade zuträglich war. Rasch wurden sie hineingewunken, aber diese kleine tollpatische Lo, sie rannte direkt los - in die Pflanze hinein. Eine lebendige Pflanze, ChaRiXune erhielt sie von den Letharen. Sie war für sie einzigartig, mit fleischigen, blütenartigen Mäulern, die auf Bewegungen reagierten. NuRiKi prallte gegen sie und sofort schnappte eines der Mäuler zu. ChaRiXune war alarmiert, aber merkwürdigerweise galt ihre Sorge im ersten Moment nicht der kleinen Rasharii, sondern der Pflanze. Sie war viel zu wertvoll, um beschädigt zu werden. Zum glück war es nicht NuRiKi, die die Pflanze ergriff, sondern das Stofftier, das sie bei sich trug. Das Mäulchen der Pflanze hielt dem Tier fest, während NuRiKi an ihm zog. Es war ein seltsamer, beinahe komischer Anblick, ein kindlicher Kampf zwischen einem Rasharmädchen und einer Pflanze. "Lass los!!" NuRiKi rief verzweifelt, zog und zerrte, während die Pflanze zischende Laute von sich gab. XhuRyna beobachtete das Geschehen mit verschränkten Armen und einem kaum unterdrückten Lächeln. ChaRiXune stand wie erstarrt, unsicher, ob sie eingreifen oder das Schauspiel einfach nur über sich ergehen lassen sollte. Nach einigen angespannten Momenten gewann NuRiKi das Duell. Mit einem triumphierenden Ruck zog sie ihr Stofftier aus dem Maul der Pflanze.
"SIEG!" rief sie, stolz wie eine Kriegerin nach einer siegreichen Schlacht. Doch ChaRiXune war weniger begeistert. Sie musterte die Pflanze, prüfte, ob sie unbeschädigt war. Scheinbar bemerkte XhuRhyna wie mürrisch ChaRiXune war und brachte die Schmiedin erfolgreich auf andere Gedanken, um dem Mädchen dann den Kampfschrei der Rashar beizubringen. ChaRiXune hatte gemischten Gefühle. Ärger, Sorge, eine leise Zuneigung zu NuRiKi und unermüdlichen Energie, welche danach umgewandelt wurden, indem sie die Rüstung weiter schmiedete. Mit ungewöhnlicher härte, schlug sie auf das Metall, angetrieben von diesem inneren, tosenden Lavastrom. Und so vollbrachte sie eine außergewöhnliche Rüstung, die selbst den stärksten Drachenatem trotzen sollte.
Kann aus all diesem Chaos derzeit vielleicht auch etwas Gutes entstehen, was die Rashar stärkt?
Verfasst: Montag 16. Dezember 2024, 20:50
von Drin'belrak
Er saß an ihrem Feuer und er konnte den Zorn der Rashar, die Wut und die Trauer verstehen. Wie würden sie reagieren, wenn Vater das Schicksal erleiden würde, welches Ahamani zu teil wurde?
Er verstand auch die Frage nach dem warum. Warum hatte Vater seine Tochter nicht beschützt? Er hatte einen Verdacht. Doch es war nicht an ihm eine Antwort zu geben, sondern an den hohen Geschwistern, am Lethyr und der Lethoryxae. Er konnte nur versuchen seinen Teil dazu beizutragen. Ein Opfer, sei es auch noch so klein, welches Ahamani vielleicht etwas Kraft zurückgab. Leben. Essenz.
So zogen sie zu viert gen Wüste um einige Harpyien gefangen zu nehmen und einige Eier zu sammeln. Mit der Macht des Lethyr und der angehenden Junglethry war es ein leichtes die Harpyien zu fangen.



Drei gewöhnliche Harpyien, eine Stein- und eine Blutharpyie.
Gelähmt durch den Lethyr und betäubt durch die angehende Junglethry blieb Zyn’tuin nur die Harpyien zu verschnüren, damit sie sie anschließend ins Axorn schleppen konnten. Als kleine Dreingabe konnten sie auch noch sechs Eier erbeuten.


Er hoffte das Opfer würde die Glutmutter stärken. Jedoch war es nicht ungefährlich. Es war möglich, dass die Schreie der Harpyien den Mörder anlockten.
Den Mörder, gestärkt durch Ahamani’s Macht…
Verfasst: Dienstag 17. Dezember 2024, 10:03
von Eske Finneken
Das erste Treffen der Seefahrer lag hinter ihr. Gefühlt war es chaotisch gelaufen, aber das war zu erwarten gewesen, bei solch unterschiedlichen Charakteren, unterschiedlichen Alters und Erfahrungen. Es hatte sie erfreut, dass so viele erschienen waren und sie Namen zu Gesichtern zuordnen konnte. Sie hatte die Bitte der Magierin Angelica gut und wichtig gefunden und so saßen da nun also auf neutralem Grund und Boden in der Kristalllagune Monique, Lyree, Kea, die sie bereits kannte und Alvaro, Kirill, Minah, Gracia, Leo, Este, Dag und etwas später Jacq, die sie noch nicht kannte.
Sie bedauerte, dass dennoch so viele nicht erschienen waren. Zum einen, um sie kennenzulernen, zum anderen, weil es einfach wichtig war. Da fehlte die Suentezfamilie, die Seemänner vom Kraken und einige mehr. Aber man musste mit dem auskommen, was man hatte.
Kaum hatte sie erklärt worum es ging, nämlich das schwarze Schiff mit den Getaresjüngern zu finden, prasselten Fragen, Zustimmungen und Ablehnungen auf sie ein.
„Wie hoch ist die Heuer?“
„Was für Schätze gibt’s auf dem Schiff zu holen?“
„Getares ist ein Gott, der sieht und weiß alles. Der wird wissen was wir da wollen!“
„Unter einer Million setz ich mein Leben nicht aufs Spiel!“
„Abenteuer? Ich bin dabei!“
„Hast du schon ein Schiff, mit dem wir fahren sollen?“
„Wenn wir das Schiff sehen, dann sieht es auch uns, dann brauchen wir mindestens 30 Kanonen.“
„Da nichts von anderen Schiffen gehört wurde, dass sie das schwarze Schiff gesehen haben, sind die alle versenkt worden.“
„Wenn das von Angelica kommt bin ich dabei!“
„Warum sollte uns das was angehen, was die Akademie will? Wir sind die Bauernopfer.“
„Mit Magiern hab ich nicht viel am Hut.“
„Wo kann man sich eintragen?“
„Ah, gute Frage, wo kann ich unterschreiben?“
„Ich habe keine Ahnung, wie ich helfen kann, aber bevor ich drauf gehe wegen einem Gott, weil den niemand beachtet, helfe ich wohl.“
„Bevor ich mich zu Tode langweile und zur Landratte werde... klingt alles nicht gut, aber ich will was zu erzählen haben!“
„Ich weiß zwar noch nicht, wie ich dir helfen kann, kommt auf das Schiff an und von wem.“
Alle guten Worte und Erklärungen, dass es erstmal nur darum ginge, das Schiff ausfindig zu machen, ohne es anzugreifen, fiel nur bei wenigen der Anwesenden auf Gehör und damit überzeugend auf feste Planken.
Aber immerhin blieben so viele übrig, dass die wichtigsten Posten besetzt sein würden und es nur noch an einfachen Matrosen fehlen würde.
Monique, die navigieren und das Schiff steuern kann, im Wechsel mit Kea, der auch das Zeug zum Navigieren hat, Lyree mit ihren Erfahrungen im Krähennest, Leo, der sich um frischen Fisch an Bord kümmern kann und sich gewandt in der Takelage bewegen kann und Alvaro, der fast überall helfen kann, auch beim Hissen und Reffen der Segel.
Auch das Kümmern um Kontakte zu Tuchmachern, Smutjes und Schreiner für die Holzarbeiten an Bord, wenn sie nötig werden würden, war aufgeteilt.
Ihre Aufgaben bestanden nun darin, Angelica zu informieren und um ein Treffen mit den Seefahrern zu bitten, noch genauere Informationen zum schwarzen Schiff herauszubekommen und Käptn Schwertfisch wegen eines Treffens zu kontaktieren.
Und wer weiß... vielleicht überlegt es sich der ein oder andere doch nochmal, der gestern davon Abstand nahm. Sie würde jedenfalls auf dem Laufenden halten und Alvaro würde sich im Kraken umhören.
Ach ja... 100.000 Münzen hatte sie am Ende pro Nase versprochen...
Verfasst: Montag 30. Dezember 2024, 15:08
von Eske Finneken
Es war inzwischen einiges an Wasser den Berg hinunter und sicher irgendwo ins Meer geflossen.
Bislang gab es keine Rückmeldung aus den Reichen, die Angelica gebeten hatte nach dem schwarzen Schiff mit dem Harpiensegel Ausschau zu halten und bei Sichtung sogleich Meldung zu machen.
Allerdings gab es in der Zwischenzeit ein zweites Treffen mit den Seefahrern. Diesmal auf K'awi in der Akademie.
Es wurden Missverständnisse ausgeräumt, Ideen vorgebracht, manche verworfen, manche für so gut befunden, dass es am Ende ein schön geknüpftes Netz ergab, wo in jeder Seilfaser die Hoffnung verwoben war, dass am Ende die richtigen Fische drin zappeln würden.
Es sollten Gefangene gemacht werden, keine Toten... nach Möglichkeit.
Die Aufgaben waren verteilt, es gab noch einiges vorzubereiten.
Schließlich wollten sie auslaufbereit sein, sowie die Meldung der Sichtung käme.

Verfasst: Mittwoch 1. Januar 2025, 16:52
von XhuRyna
Endlos erschien ihr die Zeit, die bereits nach dem Ritual gemeinsam mit den Templern Alatars und Letharen, vollzogen war.
Selbst Horatio Bes einer aus ihrem engeren Bekanntenkreis an der Oberfläche war dabei. So durfte er mit den Fußspitzen den Tempel zwar nicht direkt betreten jedoch war auch er Teil des Gefolge Alatars und bei den Rashar im größten Ihrer Heiligtümer geduldet worden. Wie verzweifelt muss ein Stamm sein, selbst mit alten Traditionen und Gesetzen zu brechen?
Was brachte dieses Ritual überhaupt? Im besten Fall die Erkenntnis, dass alle was man die Lava als Opfer darbrachte direkt dem falschen Vater in die Hände fiel und nur Ihn stärkte.
Resignation und Wut machen sich breit. Nun wollte man es also mit Gift versuchen den Oshraxys dem falschen Vater so derartig zu verwunden, dass es zu einem Gleichgewicht kommen sollte zwischen Ahamani und ihm? Gift und Lava? Wie passt das zusammen. Nur weil der Schemen meinte, dass man etwas opfern sollte was schädlich sein würde? Es gab viele Fragen die es zu klären galt. War das reinste Gift die beste Lösung? XhuRyna war zurück von der Jagd, auch dieses Mal kam sie nur mit wenigen Schrammen und Beulen in der Rüstung davon. Sie hatte ein weiteres Artefakt geborgen welches man auf der Oberfläche wohl eine "Frostklinge" nannte. Sie gab Ihr den Namen Frostblitz, weil neben der kalten Aura sich kleine Blitze im Innern des Schwertes tanzend bewegten.Sie saß nahe dem Feuer an einer Lichtung, ein Grenzposten Rahals während sie die Klinge eine ganze Weile musterte und bemerkte hierbei nicht einmal, dass ChariXune sich Ihr näherte.
"Es ist kaaaaalt hier!" Während Sie eine Fackel in ihrer rechten Pranke hielt. Es war irgendein Reflex der die Frostklinge mit der Spitze die Fackel berühren ließ. XhuRyna dachte einen Moment nicht nach Sie machte es einfach. Das Fackelfeuer erlischte und ChariXune war mit einer Mischung von Wut und Unglauben über XhuRynas freche Tat, mehr als verwundert. "Nirrrrr das Feuer!" Doch im gleichen Moment funkelte auch etwas in ChariXunes Augen, besonders dann als XhuRynas Feueraxt die Fackel wieder entzündete. "Komm mal mit in die Schmiede, Sie muss Dir was zeigen, Sie hat eine Idee...!"
Verfasst: Donnerstag 2. Januar 2025, 07:27
von ChaRiXune
ChaRiXune zog XhuRyna mit einem energischen Ruck in die Richtung des RaKuns. Nach dem kurzen mürrischen Intermezzo zwischen den Beiden und der heiß geliebten Fackel, befeuerte doch eine Erinnerung ihre Krallenfüße. Sie begann bereits auf halbem Weg in die Schmiede von diesem Unterricht zu erzählen, dem sie vor einiger Zeit beiwohnte, ausgelöst dadurch das XhuRyna diesen einen Namen erwähnte, der ihr mit dieser frostigen Klinge half: IgNaTiUs.
Die feurige Rasharii konnte sich immer noch keinen wirklichen Reim auf all die damaligen Worte und das Thema um das Lied machen. Auch der missglückliche Ausdruck das man Obsidian zerdeppern wollte für kleinere Kristalle, war immer noch ein Thema was die Schmiedin zur Weißglut trieb, das jemand so leichtfertig mit ihrer heiligen Gabe umgehen wollte. Dort hatte sie jedoch einem ungewöhnlichen Unterricht beigewohnt, in dem behauptet wurde, dass Edelsteine und Kristalle Energien speichern könnten. ChaRiXune hatte sich anfangs schwergetan, den Ausführungen des Lehrers zu folgen, da die Konzepte von Resonanz und dem magischen Lied ihr gänzlich fremd waren. Dennoch hatte sie fasziniert zugehört, da Edelsteine schon immer ein Teil ihres Handwerks gewesen waren, wenn auch nur als Schmuckstücke, nicht als Träger mystischer Kräfte. Aber würde nun dieser damalige Abend und das, was sie dort erfahren hat, nun bei dem jetzigen Problem helfen?
Sie sollen etwas der Lava hinzufügen, was schädlich ist. Sie haben den Vater gestärkt, während die Glutmutter schwächer wurde. Es sollte ein Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Es gab bereits einige Theorien, wie giftige Säfte. Aber was würde feurige Hitze wirklich Schaden, wir sehen es doch im gesamten Umland - eisige Kälte.
Mit diesen Ideen im Kopf wühlte sie in ihren Truhen, irgendwo war dieses verdammte Buch, was sie damals ziemlich verwirrte. Eine Abhandlung als Abschrift von einer Adepta TaliSha - Obsidian und die Bedeutung für die Artefaktur. Dort stand es, ein Experiment. Feuerapplikationen wurden in einem Rubin gespeichert und jene wurde im Anschluss ausgelöst. Was das heisst? Die Schmiedin hatte keine Ahnung. Aber könnte dies heissen es gibt auch Edelsteine, die Eis speichern können? War dies vielleicht ein Weg um den Vater etwas unterzujubeln, was er selber gar nicht bemerkt, um ihn dadurch empfindlich zu Schwächen?
ChaRiXune stand vor ihrem Sammelkasten der Edelsteine und starrte jene bis tief in die Nacht an, welcher von ihnen kann helfen? Immer mehr stieg die Frustration, weil sie sich überhaupt nicht mit diesem Thema auskannte und diese innere Wut kochte wieder hoch, die der Vater in ihnen immer wieder auslöste. Sie müssten mit dem Stamm sprechen, vielleicht haben sie gerade einen Weg gefunden, wie man helfen kann?
Verfasst: Samstag 4. Januar 2025, 17:16
von TikRassKrun
Der BrakNa kehrte in seine Stube über dem RaiBuRari zurück und warf sich auf die Hängematte.
Es war spät geworden. Er hatte auf seiner Sammelrunde die Lethrusae beim Angeln angetroffen und mit ihr gleich ein Treffen für den nächsten Tag vereinbart. Gut.
Je'yuxalae die derzeitigen Verhältnisse im RaKun zu erklären hatte ihn viel Überwindung gekostet. Weniger in Anbetracht der Zuhörerin, sondern es in Worte zu fassen. Dann noch in Worte der Handelssprache. Und zu viel war ihm unklar daran und verwirrt ihn weiter.
RyaKar würde sich darum kümmern, Gift aus den Höhlen der Oberfläche zu bergen. Welche Gifte wären erfolgversprechend bei diesem Ziel? Es gab hier keine Möglichkeit, durch Versuche die Erfolgswahrscheinlicheit zu erhöhen. Wenn die Letharen keine Erfahrungen in dieser Richtung hatten, mussten sie es einfach tun - und hoffen.
Der Gedanke zog ein Grollen aus tiefster Brust nach sich.
Konnten die Rashar auf andere Weise die Wirkung unterstützen? Gifte verarbreichte man so, dass das Ziel es nicht merkte, bevor es zu spät war. Konnte man Oshraxys überhaupt täuschen, der zumindest in die Gedanken der Rashar hineinredete?
Nun, jeder Aufwand, der den Erfolg erhöhen könnte, wäre es wert.
Solange er keine Zeit kostete. Zeit.
Er würde morgen zur RakTash gehen in der Frühe. Sie kannte sich mit Knochen aus. Die mögen ein geeignetes Gefäß sein, auch lang genug der Lavaglut zu widerstehen, bis die Opfergabe ihr Ziel erreichte.
Schließlich schlief er ein, erschöpft von den vielen Tagen, die er das RaiBuRarii bis in den Keller vergeblich durchsucht hatte nach nützlichem PhraNuk.