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Verfasst: Donnerstag 7. November 2024, 09:15
von Ashanti Bashir
Es war schon spät geworden als Ashanti die Burg der Hadscharim wieder verlies.
Mit aller Kraft die sie noch aufbringen konnte schleppte sie sich humpelnd und Barfuss durch den noch immer heißen Wüstensand.
Hier und da tropfte etwas Blut aus Nase und den Platzwunden in den goldenen Sand und hinterlies so eine kleine rot gepunktete Spur.
Immer wieder brach sie zusammen und verweilte einige Momente mit schmerzverzerrtem Gesicht auf ihren Knien.
Beim aufstehen lies sie das in der Hand getragene Kopftuch im Sand liegen und schleppte sich weiter.
Nicht aufgeben, immer weiter gehen, waren die Worte die sie sich immer und immer in Gedanken selbst zusprach.
Noch bevor sie das Staubviertel erreichte kreuzte eine Hyähne ihren Weg.
Offensichtlich in ihr eine leichte Beute sehend, folgte sie ihr eine Weile, lies jedoch ab als die Wachen am Staubviertel erschienen.
Noch ehe sie Wache auf sie zu rennen konnte um ihr zu helfen winkte sie ab so das die Wache zwar verwirrt war, jedoch dann auf ihrem Posten blieb.
Es dauerte noch eine ganze Weile bis sie dann endlich das Osttor erreichte und dort auf die nächsten Wachen traf.
Ihre Haltung straffend mit letzter Kraft meinte sie nur.

Fragt erst gar neda Kameraden.
Die argwöhnigen Blicke der Wachen hafteten auf die geschundene Kameradin, jedoch nickte sie nur und blieben auf ihrem Posten als sie dann weiter humpelnd in die Stadt ging.
Es waren nicht die Schmerzen die sie verzweifeln lies.
Vielmehr war es die Schande die sie ertragen muste mit kahl geschorenem Haupt und lediertem Körper durch die Strassen zu humpeln ehe sie dann endlich das Familienhaus erreichte.
Gebrochen, geistig und Körperlich öffnete sie mit einer Hand die Türe und trat hinein.
Kaum war die Türe hinter ihr wieder zu gefallen fielen ihr die Stiefel aus der Hand und sie brach erneut zusammen auf dem Boden.
Leise wimmernd mit Tränen in den Augen blickte sie auf und mit einem Blick der fern ab wirkte murmelte sie leise.

Gib mir die Kraft das durch zu stehen Mara. Lasse mich die Vase sein.
Sie hatte nicht mehr die Kraft auf zu stehen und so kroch sie wie ein verwundetes Tier den einfachsten ebenen Weg bis in den Garten.
An den Tieren vorbei die sie gleich umkreisten, beschnupperten und mit dem Köpfchen anstubsten bis hin zur Hängematte.
Doch diese war zu hoch und die Kraft reichte nicht mehr aus um da rein zu kommen.
Beim Versuch klappte sie endgültig entkräftet zusammen und blieb auf der Wiese liegen.
Die Tiere denen sie nur zu oft gezeigt hatte das sie sie nicht mag, kamen wieder näher an sie ran.
Und als würden die Tiere wertfrei denken legten sie sich im Kreis um sie herum und boten ihr die Wärme ihrer felligen Körper.
Das leise und sanfte schnurren der Katze beruhigte die geschundene Kriegerin langsam und so vielen ihr irgend wann die Augen zu.
Wärmend und wachend war sie so von Hunden und Katze behütet bis zum nächsten Morgen.

Verfasst: Mittwoch 20. November 2024, 12:21
von Ashanti Bashir
Zwei Wochen waren nun vergangen. Zwei Wochen voller Schmerz und Gefühlschaos.
Ihr Körper erholte sich wiedererwartend recht schnell von den ganzen Verletzungen.
Waren die Prellungen doch deutlich schwächer geworden und verursachten kaum noch Schmerzen und auch die blauen Flecke, die in ein schönes Lila über gingen sind schon kaum noch zu sehen.
Selbst die Platzwunden im Gesicht sahen schon verhältnismäßig gut aus und der Blick in den Spiegel machte ihr kaum noch Angst nachdem auch das Haar begonnen hatte nach zu wachsen.
Lediglich der gebrochene Arm und die Rippen machten ihr noch etwas zu schaffen.
Sagt man doch, die Zeit heile alle Wunden. Doch die Wunden im Kopf werden wohl deutlich länger brauchen als die des Körpers.
Hat man doch versucht sie nicht nur körperlich, sondern auch Geistig zu brechen.
Ihr Stolz und das viel zu große Ego der Janitscharin hatte in jedem Fall sehr gelitten durch diese Aktion im Orden.
Die letzten Wochen waren eine enorme Prüfung für sie.
Denn wärend sie es gewohnt war körperliche Schmerzen zu ertragen und für gewöhnlich als Sieger aus Kämpfen hervor zu gehen, war sie nun an einem Punkt angelangt wo sich langsam Unsicherheit bei ihr breit machte.
Dies wurde natürlich durch ihr Gefühlschaos das sie in sich trug noch verstärkt.
Immer häufiger ertappte sie sich dabei dem Drang nach Alkohol nach geben zu wollen. Konnte diesen bisher aber unterdrücken und blieb standhaft.
So saß sie gestern in der Nachtschicht auf der Wehrmauer der goldenen Stadt und hielt Ausschau nach Feinden oder anderen Bedrohungen.
Zwar war ihr Blick dabei aufmerksam, doch das Gedankenkarusell in ihrem Kopf drehte sich ohne Unterlass.
Als dann die Sonne den Mond ablöste und langsam am Firmament hinauf krabbelte, blickt sie gen aufgehende Sonne.

Mara, ich war immer Treu und fest im Glauben zu dir.
Warum prüfst du mich so sehr?
Ich weis neda ob ich auf dem rechten Weg geblieben bin, oder ob ich abgekommen bin.
Familie, Freunde und Liebe. Alles hast du mir geschenkt und doch bin ich Unsicher.

Das leise Gespräch zu Mara wurde unterbrochen als ihr Kamerad kam um sie ab zu lösen.
Die Mimik wieder ernster werden lassend und die Haltung straffend begrüßte sie den Kameraden mit einem Salut und lies sich ablösen.
Doch beim weg gehen hielt sie noch einmal kurz inne, blicke zur Sonne auf und ein sanftes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht.
Dann erst machte sie sich auf den Heimweg um im Familienhaus die lang ersehnte Ruhe zu finden.

Verfasst: Montag 9. Dezember 2024, 01:11
von Dakhil Bashir
Wieder einmal ging es ins Grünland für eine Schlacht, die nicht die seines Volkes war. Wieder einmal wurde sein Volk dazu gerufen zur Unterstützung. Doch diesmal ging es nicht zur Verteidigung. Nun genau genommen vielleicht schon. Die Verteidigung einer Hinrichtung war der Befehl. Merkwürdige Sache, wenn er es sich genauer überlegt. Doch neben der Tatsache, dass dies nun mal der Befehl war, empfand er es als gerechte Genugtuung gegenüber der Brut des Westens, wenn sie tatenlos bei der Verbrennung ihres Alkas zusehen müssten. Isidor. Er spuckte den Namen aus. Der so genannte Anführer des westlichen Reiches oder so. Man hatte zumindest versucht es ihm zu erklären. Doch da hörte er schon lange nicht mehr dem Gegenüber zu. Die Wut - mühsam über die letzten Mondläufe hinweg unterdrückt und weggesperrt - rauschte da bereits in seinen Ohren und machte ihn so gut wie taub für den Moment. Es war ihm auch gleich, das wichtigste wusste er. Mit allen Mitteln musste dafür gesorgt werden, dass Isidor an dem Abend in Ruhe verbrennen konnte. In Ruhe verbrennen? Dakhil lachte auf. Welch Ironie, als ob das für den Verbrennenden wahrlich ruhig erfolgt.

Warum die Grünländer nicht einfach ihn mit einem Säbel enthaupteten? Oder Isidor ein Gift schlucken ließen? Oder einen Pfeil durch sein Herz bohrten? Diese Fragen sollte Dakhil sich im Laufe des Abends noch häufig stellen. Spätestens als die Liedwirker die Flammen des Scheiterhaufens erstickten, fragte er sich, warum keiner der Suktir hochstürmte und Isidor persönlich das Leben nahm. So langsam verstand er Ashantis Einwände bezüglich des Grünlands immer besser.

Nach der Schlacht wirbelten seine Gedanken wild umher und er schaffte es nur schwer, die Eindrücke zu sortieren. Hatte er wahrlich den Erhabenen im Kampfe auf dem Boden mit Drapenstein gesehen? War Helisande wahrlich so töricht gewesen und forderte die Feinde direkt heraus? Und Berenguer? Nein, das wusste er! Der hat sich durch die erste Reihe der Feinde kämpfen wollen und kam angeschlagen zurück über die Flanke an der Dakhil stand. Doch was war mit Ashanti? War sie wahrlich aus der Reihe gebrochen und stand sie wahrlich zeitweise mit dem Rücken zu den Feinden? Hatte Farid nicht gebrannt? War Neriman wieder einmal begraben worden von etwas Großem? Und irgendwo war da noch ein kurzes Aufflackern eines Bildes von einem Gardisten, der abgeführt wurde. Mitten im Kampf. Nein, das konnte definitiv nicht wahr sein.
Es war schlichtweg alles zu viel für den Schmied. Und die angestaute Wut machte es auch nicht besser. Bis auf einige Skelette, die von irgendeiner Beschwörung ihm nahe kamen, gab es für ihn keine Möglichkeit die Tödlichkeit eines Säbels zu zeigen. Und die Skelette waren eher Spielzeug im Gegensatz zu denen im Ahnengrab. Es ergab sich nicht, der angestauten Wut einen Weg zu ebnen ohne die Befehle des Erhabenen zu verletzen.

Diese innere Unruhe und dann der eilige Ritt heim in Verbindung mit dem schnellen Wechsel von kalt auf warm - er spürte wie ihm kurz vor der Stadt die Galle hoch kam. So schaffte er mit viel Beherrschung noch eine Verbeugung an das Herrscherpaar und stiefelte schweigend dann ab. Kemal wurde nach dem Absteigen nicht mehr beachtet und so steht das treue Reittier am nächsten Morgen noch verloren irgendwo zwischen dem Haus der Bashir und dem Brunnenplatz. Genügend Blumen und Pflanzen hätten beide Orte für das gefrässige Lama. Kurz vor der Haustür machte Dakhil kehrt und steuerte den Garten an. Der Misteimer im Hühnergehege musste herhalten. Als er dort auch noch bemerkt wurde, sank seine Laune noch weiter. Falls dies möglich sei. Auch wenn die unfreiwillige Gesellschaft eine kleine Hilfe war, so gefiel es ihm rein gar nicht, so gesehen zu werden.

Mit leerem Magen und vollem Kopf saß er einige Stundenläufe später wieder alleine am Küchentresen und drehte gedankenverloren die mittlerweile leere Moccatasse in den Händen. Er versuchte immer noch die Erlebnisse einzuordnen. Gleichzeitig ging er den Rückzug und die Momente danach immer wieder durch auf der Suche nach Namen und Gesichtern. Er versuchte zusammen zu bekommen, wen er alles nach der Schlacht unversehrt oder eben nahezu unversehrt sah. Wer wurde ernsthaft verletzt? Wer lag noch auf dem Feld, als der Erhabene zum Heimritt rief?

Ein Beobachter würde sehen, wie er immer wieder sein Haupt energisch schüttelte. So als ob er etwas unbedingt loswerden möchte. Doch dieses eine Bild schob sich immer wieder vor sein inneres Auge: Wie Isidor leblos auf dem angebrannten Podest des Scheiterhaufens lag. War er wahrlich tot? Oder war er bloß bewusstlos? Dakhil erinnerte sich daran, dass der König des lichten Reichs wen schickte um genau das zu überprüfen. Er erinnerte sich auch recht gut daran, dass daraufhin eine Diskussion mit Drapenstein - oder war es Shasul? - am Fuße des Scheiterhaufens entbrannte. Doch er hörte davon nicht genug, um eine Antwort zu haben. Irgendetwas tief in ihm nagte an Dakhil. So als ob ein kleiner Zweifel sich mit allen Mitteln bemerkbar machen möchte. Gab es einen eindeutigen Beweis, dass Isidor tot war? Oder war der leblose Körper gar keine Leiche? War es eine Täuschung? Konnten die Hakim des dunklen Reiches ihn retten?
Und wieder schüttelte Dakhil energisch sein Haupt. Dieser Gedanke sollte verschwinden. Wer würde ihm schon zuhören, wenn er so etwas aussprechen würde. Es war nutzlos, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Nach Getares Wiedererstehung würde es ihn nicht überraschen, wenn ein jeder aus dem Grabe auferstehen könnte. Und selbst wenn dem so wäre, könnte vermutlich keiner etwas daran ändern. Dann galt es wie stets: Auf die Situation zu reagieren, wie sie war.

Und ein Gedanke blieb dann hängen: Diesmal wusste er bisher von keinen Verlusten auf der lichten Seite. Ein paar ernsthafte Verletzungen wohl, doch keine großen Auswirkungen soweit. Er würde dafür beten, dass es so bleibt. Und ein zweiter Gedanke gesellte sich dazu: Die Hazar's Durrah haben den charmanteren König. Eindeutig.

Verfasst: Montag 9. Dezember 2024, 10:33
von Ashanti Bashir
Endlich Feierabend, endlich zurück in der sicheren goldenen Stadt.
Es gab Verletzte in den eigenen Reihen, doch der Mara sei dank, keine Verluste.
Ihr erster Weg führte sie abseits ihrer Kameraden und vor allem von Dakhil.
Sie wollte nicht das er sieht was sie unter ihrer Rüstung verbarg.
Granatsplitter flogen ihr um die Ohren, wilde Reitechsen mit Reiter stießen gegen den Schildwall.
Und für einen Moment musste sie gar aus der Reihe ausbrechen um die Akoritherin davon ab zu halten an die junge Akemie und Florence zu gelangen.
Doch dann, als Florence den Feuerball von der Akoritherin ins Gesicht bekam und von ihr runter rollte landete sie einen Treffer mit dem unteren Ende des Shamshirs am Kopf der Akoritherin.
Sie hätte nur noch einmal nach setzen müssen um ihr den Gar aus zu machen.
Doch sie zögerte und stand für einen Bruchteil wie fest gefroren da.
Ihre Aufmerksamkeit lag nicht auf dem Feind für den Moment und so verpasste sie die Gelegenheit einen Feind zu töten und lies ihn entkommen.
Zuhause angekommen legte sie nach und nach die Rüstung ab und ging ins Bad.
Es waren nicht wenige Granatsplitter die ihren Weg zwischen den Gelenken der Rüstung gefunden hatte und nun in ihrem Fleisch steckten.
Zum Glück jedoch keine davon wirklich tief da der Gambeson unter der Rüstung das meiste abgefangen hatte.
Noch in der selben Nacht machte sie sich auf den Weg zum Nilzadan und erkundigte sich dort nach den anwesenden Graiklern.
Erst als sie sich sicher war das keine Verluste zu beklagen war, machte sie sich wieder auf den Heimweg.
Zwar immer noch mit einem sorgenvollen Gesichtsausdruck, aber erleichtert.

Verfasst: Montag 9. Dezember 2024, 20:54
von Florence Lascari
Es gab schon einige dramatische Unterschiede von einem Schiff zu einem Kampf im Feld. Einer war dabei auffällig, es gab keinen klaren Kurs und die Karten hatte man auch nicht zu Rate gezogen, noch Untiefen und Sturm berücksichtigt.

Dennoch: Die Klamm und der Berg waren gesichert, Wachen und Vorbereitungen der letzten Wochen umgesetzt, die meisten auf einen mögliche Angriff vorbereitet. Und eigentlich wollte sie auch nicht zu der Hinrichtung, aber sie würde niemanden der dort hinwollte allein lassen, das hatte sie Cirmias geschworen!

Natürlich kanne sie Hinrichtungen und öffentliche Bestrafungen, das war auch auf See nicht ungewöhnlich, soll der Disziplin helfen und der Moral. So sicher war sie sich nicht dabei, hier ging es bei dem aussingen des Wann und Wo sicher um ein Zeichen setzen, eine Provokation gegenüber dem Westen.

Entsprechend bewaffnet waren die Verbündeten gekommen, das Lichtenthaler Regiment war dagegen scheinbar mit anderen Aufgaben betraut worden und zum Glück keine schaulustigen Bürger und Kinder vor Ort.

So wurde dieser ihr fremde Mann zum Scheiterhaufen von der versammelten Ritterschaft geführt und es begann. Ein Angriff auf Berchgard zur Ablenkung, Glocken läuten. Sie vertraute darauf, dass die kalurischen Tore halten würde. Ob das blutige "was wenn nicht?" konnte und sollte sie sich besser keine Gedanken machen. Rauchwolken von vermutlich den vorgelagerten Höfen. Dann die ersten Späher und Reiter kurz in Sicht und dann ging die Schlacht auch schon los.

Eine Bergflanke oder Schildwall, Schützen dahinter die ihre Pfeile regnen ließen auf die ersten Reiter, die dies mit ihren Bolzen erwiederten. Sirren und Einschläge füllten den Schlachtenlärm. Krachend donnerten die Reiter des Westens in den Schildwall und drohend vorragenden Stangenwaffen Menekurs.

Sie selber hatte sich an die Flanke begeben, plänkeln war ihr am liebsten, nicht starr und nach Schwachstellen suchend mit den Pfeilen. Alaun war dabei geistesgegenwärtig genug sie mit seinem Schild abzudecken, so dass sie immer wieder auf die schießen konnte, die weiter hinten ungeschützt feuerten.

Dann regierte das Chaos des Kampfes, Magier, Priester, Ritter rangen an ihrem Sichtfeld darum, den Mann am Pfahl zum Brennen zu bekommen. Aber das war jetzt nicht wichtig. Sondern immer wieder ein aufmerksamer Blick zu Keldion und Cykena, ob diese in Sicherheit waren.

Doch da, eine Möglichkeit für Leute wie Florence:

Eine Fuchtlerin in dunkler Robe umging die Flanke auf dem Weg zum Scheiterhaufen. Dru, die sich in Menekurs Farben ihr entgegen stellte und angeschlagen wirkte. Dafür drehte die Arkoritherin ihr den Rück zu und rief etwas zu ihren Schergen. Großartig! Doppelt abgelenkt. Also Bogen weg und die schnellen, feucht giftig glitzernden Dolche gezückt, in einem rasanten Sprint und am Ende mit einem langgezogenen Hechtsprung in den Rücken. Wohl geistesgegenwärtig drehte sich die dunkle Frau und schwang den Stab herum, doch da war es schon zu spät. Beide purzelten zu Boden, wirbelten den Schnee auf. Ein Hauen und Stechen mit den Dolchen in kurzen, schnellen Stichen, normal für Magier eine sehr unangenehme Situation. Eben noch stach sie zum Kopf hin, sie hatte wohl ihr Ziel erreicht, da flammte ein Feuerball, überraschend schwächer als erwartet in ihr Gesicht. Hitze und Brennen ließen sie aufschreien und zur Seite wegrollen. Drückte ihren Schmerz in den kühelnden Schnee, die Wimpern versengt und die ungeschützte Partie im Gesicht. Sie sah alles nur noch schemenhaft. Einzig der Gedanke, dass sie wenigstens eine Fuchtlerin aus dem Schachspiel nehmen konnte und vielleicht das Gift auf den Waffen noch ihre Wirkung entfalten würde ließ sie innerlich zufrieden sein. Königsgambit im Tausch!

Was weiter noch geschah sah sie nicht mehr, hörte nur von einem Erfolg, wurde behandelt von den beiden Kaluren. Sie waren in Sicherheit, so sollte es sein - und hoffentlich auch Ashanti und Dru und all die anderen. Mit Verbänden um Gesicht und Augen im Heilerlager von Keldion und Cykena versorgt wurde sie zurück geführt. Bekam noch die dankbaren Worte des Königs an den Nilzadan und die Zwerge mit. Nungut, dann hatte sie also ihren Auftrag erfüllt. Erschöpft schwang sie blind für den Moment noch in ihrer Hängematte im Krähennest... die Helden hatten also gesiegt, aber warum zum Klabauter hatte man ihr nicht Rum hingestellt?

Verfasst: Dienstag 21. Januar 2025, 16:40
von Ashanti Bashir
Die innere Mitte finden

Ein neuer Tag brach an noch bevor die Sonne auf ging.
Heute sollte sich einiges ändern hatte Ashanti beschlossen. Denn erst gestern war sie im Tempel und hatte eine Lehrstunde kombiniert mit einem Beratungsgespräch.
Sie sollte das mditieren erlernen um ihre innere Mitte zu finden.
Sie sollte lernen so, ihre Ängste und Zweifel unter anderem zu kontrollieren.
Denn nur aus einem reinen Geist kann auch ein reiner Körper werden.
Also begann sie den Tag erst einmal wie immer in dem sie das Frühstück für die Familie vor bereitete um dann an den Strand zu gehen um dort zu laufen und zu schwimmen.
Anschließend ließ sie sich völlig erschöpft in den Sand plumpsen und schaute der Sonne zu die langsam am Horizont empor stieg und alles in ihrem strahlend warmen Licht zu hüllen.
Sie zog ihre Beine an sich um im Schneidersitz zu sitzen, griff seitlich mit den Fingern in den Sand um immer wieder beruhigend Sand zu packen und anschließend wieder durch die Finger rieseln zu lassen.
Dann versuchte sie das gestern gezeigte um zu setzen und schloss die Augen und begann tief durch die Nase ein und durch den Mund aus zu atmen.
Es brauchte eine ganze Weile bis sich ihr Verstand darauf einstellte und dann auch ihre Körperregungen inne hielten.
Immer mehr schien sie in diese Ruhe ab zu gleiten.
Das rauschen der Brandung in den Ohren befreite sie ihren Verstand völlig von allen Gedanken die sie sonst so plagten.
Sie verlor jegliches Zeitgefühl und ihre sonst so ernst wirkende Miemik wurde sanft und ruhig. Gar ein warmes Lächeln zierte diese als die ersten Sonnenstrahlen sie im Gesicht trafen.
So verharrte sie tatsächlich bis zur Mittagsstunde ehe sie die Augen wieder öffnete und den Sonnenstand betrachtete.
Dann aber fuhr sie erschrocken auf und rannte fluchend in richtung Kaserne um ihren Dienst den sie hätte längst antreten sollen war zu nehmen.

Verfasst: Freitag 24. Januar 2025, 12:08
von Ashanti Bashir
Kameraden kommen und gehen


Drei Tage ist es erst her das Ashanti zum ersten mal in ihrem Leben einer Kameradin das letzte Geleit und Ehrerweisung zu teil kommen ließ.
Sicher, sie hat schon viele Kameradin in den letzten acht Jahren verabschieden müssen.
Doch ist es etwas anderes ob man nur dabei ist, oder persönlich diese Zeremonie leitet.
Es hat sie viel Kraft gekostet an jenem Tag die letzten Worte am Feuer stehend zu sprechen und sie hätte es auch fast geschafft nicht zu weinen.
Ihre Kameraden und vor allem ihre Freundin Flo nebst ihrem Oberhaupt gaben ihr jedoch die Kraft nicht völlig ein zu knicken.
Gemeinsam nahm man noch im Familienhaus Abschied und trank auf die gefallene Kameradin.
Doch je müder sie wurde, stiegen immer mehr die Gefühle in ihr auf und drohten sie zu übermannen.
So beschloss sie die eh noch ausstehende abentliche Übung an zu treten um nicht zu viel Schwäche vor Freunden und Familie zu zeigen.
In leichter Kleidung und nur mit einem Dolch für Notfälle bewaffnet zog sie aus in die Wüste um zu laufen.
Schon eine ganze Weile rannte sie rum, Düne rauf, Düne runter als sie auf der letzten oben am Kamm angekommen ausrutschte und auf dem Hintern die Düne herunter rutschte.
Ihre Augen weiteten sich als just in dem Moment am Fuß der Düne der Sand aufwirbelte und ein Skarabäus zum vorschein kam.
Instinktiv durch das lange Training griff sie wie automatisiert nach dem Dolch.
Die aufschnappenden Klauen des Skarabäus fing sie mit beiden Füßen abwehrend ab und hielt sie für einige Herzschläge auseinander.
Ihr Körper begann Adrenalien aus zu schütten wärend gleichzeitig Wut in ihr aufkeimte und sie den Skarabäus anschrie.

Du holst neda noch einen von uns!
Das rechte Bein anziehend, trat sie mit aller Kraft zwischen die Klauen und traf des Monster zwischen die Augen worauf hin es kurz von ihr ablies.
Diesen kurzen Moment nutzend raffte sie sich aus der sitzenden Position auf, griff die vordere Kante seines Panzers und schwang sich wie auf ein Pferd auf das Monster.
Sen Dolch mit mehreren gezielten stößen führte sie dann zwischen rand des Panzers und Kopf, genau in den Nacken bis der Skarabäus zum erliegen kam.
Erst als dieser sich nicht mehr rührte stieg sie herab, packte es am Panzer um es mit aller Kraft auf den Rücken zu drehen.
Nur um dann noch unzählige male auf ihn ein zu stechen bis sie vom ganzen spritzenden Blut besudelt auf die Knie sackte und sie von Gefühlen der Wut und Trauer übermannt wurde.
Noch lange kniete sie so zitternd und weinend vor dem Kadaver.
Die nächsten Tage machte sie sich daran weiter durch die Dünen zu streifen bis sie einen der neuen Akemies in der Ferne sah welcher sich an den dort lebenden Monstern übte.
Es war Khasim und er machte sich gar nicht so schlecht.
Dennoch blieb sie in entsprechender Entfernung, tarnte sich immer im Sand und folgt ihm so unauffällig es eben ging.
Sie wollte sicher gehen das sie nicht noch einen Frischling verlor.
Doch war sie wirklich so gut getarnt das man sie nicht bemerkt hat?

Verfasst: Freitag 24. Januar 2025, 14:15
von Ramiza Isma Bashir
Ganz leise schob erhob sie sich um die anderen Natifahs nicht zu wecken. Noch immer war es ungewohnt wieder mitten im Herzen einer Familie zu leben. Dazu noch in solch einer chaotischen Familie. Neda im schlechten Sinne, es war einfach nur das dieses Haus sehr lebendig war und sie sich längst an die Ruhe im Staubviertel gewöhnt hatte.

Sorgsam wusch sie sich, rieb die Haut mit feuchtem Sand ab und danach die trockenen Krümel von der Haut. Auch wenn es in der goldenen Stadt mehr Wasser gab als sie aus der den weiten der Durrah gewohnt war, würden manche Angewohnheiten sich wohl nie ändern. Einiges aber doch, dachte sie so bei sich als sie etwas Kokosöl in die Haarspitzen und auf die Haut rieb ehe sie sich anzog und die Treppe hinunter schlich.

Noch schlief das Haus und sie wollte neda jemanden wecken. Möglichst leise bereitete sie in der Küche den Mocca vor und hob vergnügt die Mundwinkel alsl eise Geräusche aus den oberen Stockwerken aufklangen. Moccaduft sorgte immer dafür das die ersten Familienmitglieder aufwachten und zufrieden trank sie die eigene Tasse aus um sich dann ein Stück Bananenbrot zu schnappen und aus dem Haus zu wuseln. Heute frühstückte sie neda mit der Familie sondern musste sich um Jameela kümmern. Jene war hochschwanger und sah sie aus den braunen Augen bereits höchst ungeduldig an. Aufdringlich schob sie die anderen Lamas bei Seite um sich dann zuerst ihr Futter zu holen und hinunter zu schlingen.

Schmunzelnd beobachtete sie das runde Lama dabei und wurde von der dunklen, bassigen Stimme überrascht sie neben ihr aufklang. Amüsiert sah sie zu dem großen Mann empor und gemeinsam kümmerten sie sich dann um die Lamas. Nachdem gefüttert war, wurde der Stall sauber gemacht und dann wurden die zotteligen Damen ausgekämmt. Lamawolle war kostbar in der Durrah und ob ihrer Eigenschaften arbeitete sie gerne damit. Auch hier drängte sich die hochschwangere Jameela ruppig dazwischen und benötigte offenkundig mehr Zuwendung als die anderen Damen. Sehr vergnügt sprachen Nadim und sie über die Lamas und ihre Eigenheiten, sie erfuhr von der Lamazucht seiner Familie und auch so einiges anderes über ihn und seine einstige Rami. Diese Treffen am frühen Morgen, die gemeinsame Arbeit und der muntere Austausch brachte sie einander näher und manch Gemeinsamkeit wurde festgestellt.

Genug um sich gegenseitig zu vertrauen und offener über die Vergangenheit zu sprechen als man dies mit einem flüchtigen Bekannten täte. So erfuhr sie viel von seiner Familie, seiner Frau und seinen Gedanken zu verschiedensten Dingen. Ebenso wie er viel von ihrem verstorbenen Ehemann, der Familie und ihr erfuhr. Zufällig berührten sich die Hände die noch immer das Lamafell bearbeiteten und für einen Moment hielten die Beiden inne und sahen sich an, lasen einen Herzschlag lang in den Augen des Anderen und nahmen dann vergnügt die Arbeit wieder auf. In den nächsten Wochen half ihr Nadim jeden Morgen und Jameela wurde immer runder und runder. Lang würde es neda mehr dauern bis die Lamadame soweit war und sie überlegte bereits ob sie Nadim nicht fragen sollte ob er ihr auch danach weiterhelfen wollen würde. Fast schien es als gefalle ihm die Arbeit und tat ihm irgendwie gut. Was sie betraf, genoss sie die angenehme Gesellschaft ohnehin und die Mundwinkel schossen bei dem Gedanken doch deutlich empor.

Verfasst: Freitag 31. Januar 2025, 21:24
von Nadim Bashir
Das geschäftige Treiben im Hause Bashir war keine Seltenheit. Anaans und Natifahs gaben sich hier oft die Klinke in die Hand um die zahlreichen Pflichten und Handelsangelegenheiten zu erfüllen, mit denen sie gesegnet worden waren.

Dem aufmerksamen Beobachter konnte aber eine Kleinigkeit nicht entgehen. In der letzten Zeit sah man sowohl Djamilla als auch Ramiza fast ausschließlich in Begleitung des hochgewachsenen Nadim.
Ganz abseits seiner eigenen Pflichten, begleitete er die Cousinen auf ihren Wegen durch die Stadt, zum Armeedienst oder war zumindest in der Nähe, wenn die Schneiderei geöffnet war. Und wenn es Zeit war den Dienst zu beenden, war er nicht weit um auch diesen Weg mit Freundlichkeit zu begleiten.

Doch nicht nur in der Stadt schien der Anaan sich zum steten Begleiter zu entwickeln. Des Öfteren sah man ihn mit Djamilla gen Grünland verschwinden und mit vollgepackten Blumenkörben zurückkehren und auch eine gewisse Leidenschaft für die gemeinsame Jagd schienen sie zu entwickeln. Ganz abgesehen von spätabendlichen Spaziergängen bis hinunter zum Strand.

Eine feine Änderung in der blumigen Sprache des Anaans, wenn er von diesen beiden Blüten aus dem Hause Bashir sprach. Bekamen sie doch zusätzlich noch weitere Umschreibungen ihrer Qualitäten und Worte wie „Sonne“ und „Mond“ fanden sich immer und immer wieder, wenn er über Ramiza und Djamilla sprach.
Ein Schelm, wer sich wunderte, aus wessen Hand das fein beschriebene Pergament kam, welches immer und immer wieder gelesen wurde oder welcher Anaan wohl das ein oder andere neue Schmuckstück ausgewählt hatte?

Verfasst: Mittwoch 5. Februar 2025, 14:30
von Ashanti Bashir
Mara, du und ich müssen mal reden

Der Tag war mal wieder lang und als i Tüpfelchen sollten noch die beiden Khaliq begleitet werden am Abend.
Auf nach Varuna hieß es. Dort gibt es vielleicht etwas zu finden hieß es.
Also sammelten sich ein paar Janitschare um die beiden Khaliqen zu eskortieren.
Kurz vor der 20. Stunde brach man dann mit ihnen auf und zog gemeinsam von Schwingenstein aus mit einer Ansammlung an anderen lichten Streitern gen Varuna.
Es wirkte Anfangs alles ein wenig Planlos und Ashanti verstand den ganzen Aufwand auch in keinster Weise.
Aber gut, dafür wurde sie auch nicht bezahlt.
Ihre Aufgabe war es mit ihren Kameraden die beiden aus dem Tempel zu beschützen.
Und das taten sie dann auch gegen alles was sich ihnen näherte.
Erst als man einen Geist in einer zerfallenen Taverne traf schien langsam Licht ins Dunkel zu kommen.
Und so fand man kurze Zeit später dann einen Höhleneingang der unter die Erde führte.
Vermutlich fühlten sich dort nur die Kaluren wirklich wohl.
Nach wilden Kämpfen, klerikalen unternehmungen und wildes gehacke einiger Leute im Gestein schien man dann doch etwas gefunden zu haben.
Doch lange währte die Freude nicht, denn rasch musste man das Weite suchen um nicht in dieser Höhle vom herunter stürzenden Gestein begraben zu werden.
Schlussendlich ohne zu verstehen was da nun gefunden wurde führte die Jikban ihre Schützlinge mit den Kameraden nach Hause in die goldene Stadt.
Alle waren erschöpft und Müde. Und so zog sich jeder für sich zurück und verabschiedete sich.
Ihrem Oberhaupt dessen Rüstung ziemlich mitgenommen aussah erklärte sie noch das sie auf ihre letzte Übungsrunde gehen würde ehe sie das Bett aufsuchen würde.
Doch als sie dann am Strand ankam hielt sie kurz inne und schaute auf die weite des Ozeans hinaus.
Die von Spinnensabber, Blut und Knochensplittern übersähte Rüstung zog sie langsam aus und musste feststellen das sich doch tatsächlich ein kleiner Knochensplitter an den Rüstgelenken vorbei gemogelt hatte und durch den Gambeson ein klein wenig in die Haut eingedrungen ist.
Missmutig brummte sie da als sie diesen dann heraus zog und in den Sand warf.
Es war kaum der Rede wert die Verletzung und so zog sie sich ihre normale Kleidung darüber an und suchte die Ruinen auf welche unweit von ihr lagen.
Dort kletterte sie auf den höchsten Punkt und machte es sich gemütlich.
Kurz schaute sie sich versichernd um das sie auch wirklich alleine war, dann grabbelte sie ihren vorgefertigten Glimmstängel mit Wildkraut raus, zündete ihn an und nahm ein paar tiefe Züge.
Völlig entspannt und den Blick auf das Meer legend lauschte sie dem Rauschen des Wassers.

Weist du Mara, irgend wie verstehe ich neda was du vor hast.
Die Augen schließend, legte sie den Kopf nach hinten an die halbe Mauer an.
Was soll ich sein? Natifah, Anaan?
Ich mein aiwa, ich fühle mich wie beides und kann auch beides.

Das Köpfchen kurz nach vorn beugend und mit geöffneten Äuglein schaut sie auf ihr Rüstzeug das unter ihr achtlos im Sand liegt.
Scheiße aiwa, ich liebe das Kämpfen. Ist es das was du für mich willst?
Die Wirkung vom Wildkraut war nun nicht nur zu spüren, sondern man sah es ihr auch mittlerweile an.
In völliger Tiefenentspannung grinste sie breit vor sich her und lehnte das Köpfchen wieder an die halb hohe Mauer an.

Weist du Mara, ich bin neda so hart wie viele immer glauben.
Aber so lange du an meiner Seite bist schaffe ich alles.

Noch ein letzter Zug am Glimmstängel, dann schnippte sie ihn weg von sich, brummte einmal zufrieden auf und schloss die Äuglein wieder um kurz darauf tief und fest ein zu schlafen.
Der oder die jenige die wohl auch diesen Strandabschnitt zum Üben nutzen, könnten eventuell die schlafende Natifah am Morgen auf den Ruinen liegen sehen.

Verfasst: Donnerstag 6. Februar 2025, 22:57
von Moira von Bergfall
Wie immer war es an der Zeit, zur fünften Morgenstunde aufzustehen und ihrer Übung nachzugehen. Obwohl der Abend zuvor lange gewesen war, konnte sie ihr Training nicht vernachlässigen. Zunächst sprach sie im Kloster ein Gebet, bevor sie sich auf den Weg machte. Mit einem gemütlichen Warmlaufen begab sie sich nach MenekUr.
Der Weg dorthin dauerte eine Weile – besonders im Schnee und später durch den Sand, was sie jedes Mal aufs Neue herausforderte. Als sie schließlich den Strand hinter dem Schleierhaus erreichte, gönnte sie sich eine kurze Pause, bevor es weiterging. Und das alles natürlich barfuß. Es gab nichts Schöneres, als barfuß durch den Sand zu laufen und dem Rauschen des Meeres zu lauschen.
An ihrem Übungsplatz angekommen, hielt sie inne. Verwundert blickte sie auf die schlafende Natifah. Leise näherte sie sich, mit einem neugierigen oder doch besorgten Blick?
Als ihr Blick schließlich das schlafende Gesicht erfasste, wanderte ihr eigner Blick kurz zum Meer und dann wieder zurück zu ihr. Doch wie weckt man jemanden am besten? Natürlich mit frischem, kaltem Wasser!
Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Sie konnte nicht anders – sie ging zum Meer, schöpfte etwas Wasser und ließ es mit einem amüsierten Funkeln in den Augen über die schläfrige Natifah rinnen.
Auf ihre Reaktion wartend, wich sie einen Schritt zurück. Doch das Grinsen blieb auf ihrem Gesicht, während sie Ashanti beobachtete.
Und so verbrachte Moira wohl einige Stunden am Strand, vielleicht im Kampf? Oder doch beim gemeinsamen Training? Auf jeden Fall war es ein aufregender Morgen.

Verfasst: Sonntag 9. Februar 2025, 11:48
von Djamilla Bashir
Die Hand strich langsam über die Zeichnung. Für einen Moment innehaltend, ehe die Finger an den Augen vorbeiwanderten, die ihr entgegen schauten. Der feine Kohlestift war sanft geführt worden, die Augen waren der Fokus in dem Bild, Schleier und Kopftuch waren nicht so wichtig, man konnte sehen wie die Linie nach oben und unten schwächer wurden, langsam verblassend bis das Bild sein Ende fand.
Die Zeichnung war nicht von ihr, wie das meiste in dem Büchlein das vor ihr lag. Meistens waren es Worte, Gedichte. Eine Sammlung von Aufmerksamkeiten und Lieblichkeiten, die derzeit immer mehr gefüllt wurde. Immer wieder verschwand das Buch, nur um Tage später wieder aufzutauchen, mit neu beschriebenen Seiten. Djamilla hatte sich angewöhnt es an einem Ort liegen zu lassen, an dem es erreichbar war. Ein Mal hatte sie selbst auch etwas geschrieben, und bewiesen das sie mit Worten bei weitem nicht so gut umgehen konnte, wie der Mann, der das Buch füllte.
Das Bild allerdings, das war etwas womit sie arbeiten konnte. Und so tauchte der schmale Pinsel seine Spitze in die hellblaue Farbe. Mit ruhigen Handstrichen wurde die Zeichnung aus Kohlestift ergänzt, dort wo der Schleier schwächer wurde, waren die Linien zarter, nur um dann nach unten an Kraft zu gewinnen. So entstand das Bild eines hellblauen Anhängers an einer Kette, die offensichtlich von unter dem Schleier hervorschaute. Sorgsam und sauber wurden die Vergissmeinichtblüten in das Amulett gemalt, so wie sie selbst den Anhänger um den Hals trug seit einigen Wochen.
Erst als die Tinte getrocknet war, wurde das Buch geschlossen, die Finger strichen sacht über den mittlerweile schon gut abgegriffenen Ledereinband, nur um das Kleinod dann wieder an seinen Platz zu legen.
Nadim würde die Veränderung sehr bald finden.

Verfasst: Dienstag 25. Februar 2025, 16:44
von Nadim Bashir
Sanft kühlte die Brise, welche durch das Fenster wehte, sein Gesicht. Als würde die kühle Nacht sich durch den Nachmittag stehlen um ihm einen zärtlichen Gruß aus der Ferne zu entbieten.
Sachte schwang die Hängematte, in welcher er sich in seinem Haus breit gemacht hatte, weil eines seiner Beine über die Kante hinab auf den Boden ragte und der Muskelreflex sanfte Bewegungen forderte und fing.
Welch Wohltat, diese Ruhe und Entspanntheit nach einer weiteren Nacht auf der Mauer und einem geschäftigen Vormittag mit Lamas und Besorgungen.

Doch eine sanfte Stimme lockte ihn aus dem gemütlichen Dämmerzustand zurück ins Hier und Jetzt. Hinter dem Schleier konnte er das warme Lächeln erahnen, der sanfte Ausdruck in den Augen der Natifah, die sich wohl liebevoll und klammheimlich über seine Schläfrigkeit amüsierte. Sein Name klang so lieblich aus ihrem Munde, dass er milde seufzte um ihr schließlich fragend entgegen zu blinzeln. Sanft gesprochene Bitte um seine Hilfe und schon war das Nickerchen bei Seite geschoben.
Als er hinunter kam merkte er, was sie gemeint hatte. Der gesamte untere Bereich seines Hauses stand voll mit Möbeln, die an Ort und Stelle gerückt werden wollten, Stoffbahnen, die sich als genähte Vorhänge herausstellten, aufgerollte Teppiche und Blumentöpfe. Seine Bestellungen waren wohl angekommen.

Den restlichen Tag konnte selbst der nicht ganz so aufmerksame Beobachter erkennen, dass jenes bisher eher spartanisch eingerichtete Haus an liebevollen Details gewann.
Nach eher kurzen, vorangegangenen Gesprächen verrückte, schob und trug der hochgewachsene Bashir, was ihm gehörte, bis es dem kritischen Blick der gestandenen Natifah – und nicht zuletzt ihm selbst - ein zufriedenes Lächeln entlockte.

Am Abend konnte man es hören. Sachtes Lachen und angenehme Gespräche, als offensichtlich auch die Dritte im Bunde sich dazu gesellte und Speis und Trank und angenehmen Ausklang bescherte.
Den Rücken des Anaan höchstens mit einem empathischen Blick bedenkend, erfuhren die Hände der Schneiderin liebevolle Behandlung durch die geübten Hände der Heilerin. Sanfte Massage, wo stundenlanges Nähen seinen Tribut gefordert hatte. Nicht, dass Ramizas Hände besonders wund gewesen wären, doch die Freundschaft unter den Natifahs schien darunter zu erblühen.
Und Nadim? Der trug es mit erfreuter Gelassenheit, wie Sonne und Mond um ihn herum glänzten.

Verfasst: Mittwoch 12. März 2025, 11:52
von Ashanti Bashir
Wer tanzt denn da?

Das Blütenfest war vorbei und sie stand im Haus vor dem großen Standspiegel.
Eine Weile betrachtete sie sich in diesem, dann zog sie den viel zu großen Kaftan aus und betrachtete sich noch einmal in ihrem Bauchtanzoutfit.
Ihre Finger strichen einmal sanft über die kleine goldene Kobra die sie als Bauchnabelschmuck trug welcher von der Hennamalerei von Ramiza umrandet wurde.
Dann hob sie einen Mundwinkel an und begann in einem schnellen rhytmischen Takt die Hüfte zu wiegen so das die kleinen Pyrianglöckchen bimmelten.
Als sie dann daran denken musste wie sie Nepha das Kostüm schenkte und diese rötliche Wangen bekann musste sie unweigerlich schmunzeln.
Aber schließlich war Nepha ja bereits in einem Alter wo sie es ruhig lernen sollte wenn sie Interesse daran hat überlegte sie sich wärend sie das rechte Bein ganz langsam zur Seite hoch hob und in einer ruhigen, fließenden Bewegung so hob das sie ihren Fuß zum Kopf führte und mit der Hand fest hielt.
Eine Weile in dieser Pose verharrend betrachtete sie weiter aufmerksam ihr Spiegelbild.
Dann setzte sie das Bein wieder ab und wiederholte das selbe mit dem anderen Bein. Kurz inne haltend wackelte sie mit den Zehen welche von dem Fußschmuck geziert wurden.
Dann auch dieses Bein absetzend, drehte sie sich rum und schaute über die Schulter als sie mit einem Ruck den Po raus streckte und die Zunge raus streckte zu ihrem eigenen Spiegelbild.
Zufrieden und schmunzelnd ging sie dann in die >Küche und stellte erst einmal den Blumenstrauß in eine Vase ehe sie sich auf den Weg in den Keller machte um sich dort für die Nacht fertig zu machen.
Und so krabbelte sie frisch gebadet in die warmen Felle und schloss die Augen.

Verfasst: Dienstag 29. April 2025, 13:00
von Ashanti Bashir
Wenn man von der Sehnsucht eigeholt wird


Erneut zogen die Wochen wie im Flug an der Natifah vorbei.
Wochen der Enthaltsamkeit, des Trainings und der Schulung des Geistes.
Eigentlich hatte sie allen Grund sich zu freuen und stolz auf sich zu sein.
Ihre Ausbildung im Orden neigte sich langsam aber sicher dem Ende entgegen und auch in der Armee hat sie alles erreicht was eine Natifah erreichen kann.
Doch irgend etwas war da noch. Tief verborgen und verdrängt im Hinterkopf weg geschlossen, das begann immer präsenter zu werden und auf sich Aufmerksam machend.
Irgend etwas in ihrem nach außen hin so Perfekt erscheinenden Leben fehlte ihr und machte ihr zu schaffen, lies sie nicht Glücklich sein.
So beendete sie des Morgens ihr Training am Strand. Doch statt nach Hause zu gehen ging sie zum Hafen und neben dem Kai stehend schaute sie mit Sehnsuchtsvollem Blick in die Ferne.

Wo bist du mein Liebster?
Murmelte sie sehr leise in sich hinein, den Blick weiter in die Ferne haltend und den Horizont beobachtend als würde sie auf etwas, oder wen warten.
Ich vermisse dich und brauche dich. Hudad komme bald zurück.
Ganz langsam lief eine Träne runter über ihre Wange.
Als die Wache am Hafen an ihr erneut vorbei ging hielt sie inne und sachaute zu ihr und fragte ob es ihr gut ginge.
Erschrocken im ersten Moment und dann gleich abwehrend winkte sie eifrig ab und meinte fast schon trotzig.

Es ist neda was. Habe nur was ins Auge bekommen.
Und ausserdem, hast du neda besseres zu tun?

Mit einer weg scheuchenden Geste vertrieb sie die arme Wache die es wohl nur gut meinte und schaute noch ein letztes mal in die Ferne und flüsterte leise etwas ehe sie dann auch Heim ging.
Pass hudad auf ihn auf liebe Mara.