Seite 3 von 3

Verfasst: Sonntag 30. Juli 2006, 18:15
von Falk Hinrah
Einmal mehr nahmen die nebeligen Schleier Grimwoulds im Licht der kalten Morgensonne eine rostrote Farbe an. Wie ein gewaltiger Wolfsrachen schien der feuchte Nebel jegliche Laute zu verschlucken.

Nur das seltene Schnauben der Tiere und das Stampfen der schweren Hufe welche den lehmigen Boden aufwühlten drang an die Ohren. Im nebligen Dunst des Sonnenaufgangs wirkten die gewaltigen Kaltblüter entrückt, fern der Realität und ebenso wirkten die Männer, die sie aufzäumten. Rauhe Lederhandschuhe streichelten über die dampfenden Flanken der Tiere und bildeten im Gegenlicht der Morgensonne lange dunkle Streifen in der ansonsten rötlich gelb scheinenden Luft. Muskulöse Arme hoben schwere Sattel aus dickem Leder und Schafsfell auf den Rücken der gewaltigen Pferde und zurrten die Gurte sorgfältig fest.
Wie der durch die Nüstern der Pferde schiessende Luftstrahl, dampfte auch der Atem der Männer an diesem kühlfeuchten Sommermorgen. Noch. Schon bald würden die hitzigen Strahlen des Tagsterns, die noch immer nur leicht zum Boden geneigt durch den Nebel flossen, sich senkrechter Stellen und ihre heisse Gewalt würde den Grossteil des Nebels verdampfen während auf dem restlichen Gerimor sämtlicher Nebel schwinden und einem Hitzeflimmern über dem Boden weichen würde.

Harte Worte wurden gesprochen, mit vielen "r", "s" und "k" eine urtümlich wirkende Sprache deren eckige Aussprache so manchem die Zunge brechen könnte der sie nicht von Kindesbeinen an erlernt hätte. Passend zu den Gestalten die sie sprachen. Grosse und irgendwie "eckig" wirkende Männer, mit kantigen Gesichtern und muskulösem Körperbau zogen sich in die Sattel. Ihre Körper geschützt von grobem Kettengewebe schoben sie nun noch beinahe mannslange Waffen in die grosen, an den Satteln befestigten Scheiden und herbeitretende Helferlein hängten in jede der drei Schlaufen an jedem Sattel je eine Wurfaxt. Die Pferde wurden gewendet, Klingen und Panzer blitzten im langsam steigenden Sonnenlicht und auf einen Pfiff hin eilte aus dem nahen Wald ein beinahe schwarzer Wolfshund - Preto, ein von Hand aufgezogener Mischling aus Wolf und Jagdhund - auf die Gruppe zu und hielt sich neben den grossen Hufen des wohl mächtigsten der Kaltblüter, wo er der Gruppe leicht voraus eilte.


Und so donnerten sie los, wie schon am vorigen Tag machte sich der schwer bewaffnete Trupp aus dem im Nebel versteckten Fort auf um eine der ihren zu suchen. Donnernde Hufe, blitzende Panzer, wehende Umhänge aus muffigem Fell, Wolfsschädel als Kopfbedeckung, glitzernde Klingen und Axtblätter. Die Augen mit einem Hauch der Müdigkeit und doch mit dem stählernen von Wölfen die einem Welpen in Not zur Hilfe eilen.
Mögen die Geister Mitleid haben mit jenen die sich ihnen in den Weg stellen, sie selbst, werden es nicht.

Verfasst: Sonntag 30. Juli 2006, 18:28
von Hedwig Hinrah
Hedwig stieg von seinem Pferd ab und durchsuchte den Boden. Spuren waren das was er finden wollte, Anzeichen die ihm verrieten würden was mit seiner Enkelin geschehen war, wo sie sein könnte, doch nichts fand sich. Müde doch noch hoffnungsvoll suchte er weiter, weiter nach einem Zeichen das sich finden lassen musste, doch nichts fand sich. Nach einer Weile saß er wieder auf und ritt mit den anderen weiter. Preto eilte vorraus.

Dann... ein bellen. Ein Stofffetzen hing in der Schnauze des Wolfhundes. Ein erster Hinweis auf Violas Verschwinden? Wut und Haß standen in Hedwigs Augen geschrieben als er den Fetzen betrachtete und an den Jarl weiter reichte. Die Chancen standen nach seinem Aussehen gut das er aus Violas Kleidung stammte.

Verfasst: Sonntag 30. Juli 2006, 20:53
von Falk Hinrah
*später*

Verfasst: Sonntag 30. Juli 2006, 20:57
von Argos Hinrah
Langsam Trappte der Hünenhafte Krieger, auf seinem Pferd, am Waldrand vorbei.
Spuren! Kleine und Viele, Wild durcheinander.
Daneben lagen einige Stofffetzten, und einen, einen hielt Preto, der Wolfshund des Clan's in seinem Maul.
Sie trugen die Farben des Clan's, ein zeichen?
Argos schwang sich auf sein Ross und suchte weiter die gagend ab.

Verfasst: Sonntag 30. Juli 2006, 21:00
von Falk Hinrah
Mit Nieten gepanzerte Handschuhe zogen den ledernen Zügel zurück und brachten das gewaltige Tier zum stehen. Erneut in Rot getaucht, doch diesmal in das der Abendsonne sprang der Reiter von seinem Pferd und um die mit Fell umwickelten Stiefel stoben Staubwolken auf deren, durch der untergehenden Sonne Licht, rote Farbe den zufälligen Betrachter an Duelle auf staubigen Strassen und vergossenes Blut erinnern mussten.
Eine Hand, vom Handschuh befreit und eine lange, weisse Narbe zwischen Daumen und Zeigefinger offenbarend, griff in den Staub, hob einige Krümel zwischen zwei Fingern an und liess sie los, um das Spiel des Windes mit dem Staub des, in der Sommersonne vertrockneten, Trampelpfades zu beobachten.
Der Unter einem Wolfsschädel versteckte Kopf hob sich und die im kühlen Blau einer Meeresbucht leuchtenden Augen richteten sich auf die in ebensolche Felle gekleideten Begleiter.

"Wir sind auf dem richtigen Weg, jetzt bringt mir das Balg, damit er sich hier umschaut."

Verfasst: Sonntag 30. Juli 2006, 23:33
von Viola Ser´Rhal
Freiheit. Sie hätte sich niemals erhofft dieses Wort noch einmal zu hören. Ihre Augen waren geschlossen und sie konnte spüren wie sich ihre Brust mit jedem Atemzug hob und senkte, wie jedes Einatmen ihr gut tat und auch wenn ihr ganzer Körper schmerzte, so war es Schmerz der vergehen würde. Sie war sicher, sie lag in den Fellen in Grimwould und die Rache war getan. Einer der beiden, der Große war es gewesen, er war tot. Viola selbst hatte es beendet, sie selbst hatte ihm das Leben genommen, nachdem Falk und die anderen aufgetaucht waren. Fuchs war es gewesen, er hatte sie alle zu dem Haus geführt, er hatte Viola gerettet und ihr die Freiheit wieder geschenkt.

So vieles auf einmal was sie erfüllte, was ihr im Kopf herumschwirrte und doch waren es stumpfe Gedanken, kalt und leer. Sie dachte nur an die entronnene Verderbnis, der Tatsache dass sie keine Sklavin sein würde. „Und der Tatsache dass du ihn getötet hast … ihm das Leben ausgehaucht hast …“. Ja, er war tot, und sie war es gewesen die den letzten Stich gegeben hatte. Sie hatte Rache genommen für all die Schläge, all die Schmerzen und all die Furcht. Doch wo einst die Furcht gewesen war, da war nun ein kleiner Fleck Wärme der sich immer weiter ausbreitete und größer wurde. Und jener Fleck war geprägt von ihnen allen, jenen die sie gerettet hatten, jene die sie liebten, jene die ihr die Rache ermöglichten.

Und dann, ja dann war da noch etwas Ungewissheit und stilles Verlangen. Ihr Körper war erschöpft und ausgemergelt und ihr Geist war gebrochen und geschunden, und doch wollte sie alle sehen, wissen wie es ihnen geht. Ihren Dah, ihre Mah, Fuchs aber auch Darna. Sie wollte nicht daliegen und abwarten bis sie von selbst irgendwann aufstehen konnte. Doch ihr Körper sprach eine deutliche Sprache, die geprellte Schulter schmerzte und auch die angeknacksten Rippen taten ihr weh. Nur langsam öffneten sich ihre Augen und sie sah hinab auf ihren Bauch. Dort prangte es, höhnisch und erkenntlich neben dem Bauchnabel, das Brandmal in Form einer Dornenrose. Es würde sie auf ewig begleiten, ihr auf ewig diesen Tag vor Augen halten, aber sie würde von diesem Tag eines wissen.

Dieses Mal würde sie immer daran erinnern dass Menschen sie liebten und für sie kämpften.

„Danke …“


Und damit schloss dieses Kapitel und gab den Weg frei.

Verfasst: Montag 31. Juli 2006, 10:21
von Xinthra
Xinthra spürte, dass heute etwas geschehen würde. Sie packte ihre Sachen zusammen, die Rüstung, Waffen und Bandagen. Mit dem Schiff setzte sie über, verließ Bajard und stapfte den Weg entlang. Vom Weiten schon konnte sie die Hühnen entdecken, wie sie sich an der Bajarder Kutsche versammelten, bei ihnen ein normalgewachsener Mensch und ein rothaariges Kind. Tatsächlich, ihr Gespür hatte sie nicht getäuscht, und so verschwand sie hinter einem Baum, um sich die Rüstung anzulegen und anschließend auf die Menge zuzumarschieren. Sie erkannte Falk, Argos, Hudgarr und den Jungen, der sich Fuchs nannte. Ein weiterer Hühne stand dabei, von Falk wurde er Hedwig genannt. "Wenn ihr gestattet, werde ich mich der Suche anschließen" meinte sie zu Falk und ihr Ton ließ keinen Zweifel daran, dass sie so oder so mitkommen würde. Der Jarl brummte, nickte jedoch und die Truppe setzte sich in Bewegung. "Irgendwo da hat Darna eine Markierung angebracht" meinte der Jarl und schrott voraus, zu einigen im Boden steckenden Holzstücken, ein Fähnchen wohl daran mit den Initialen der Ritterin. Fuchs zeigte den Weg, den er gerannt war und die Gepanzerten folgten ihm.

Ein gutes Stück im Wald stockte er dann und war sich seines Weges nicht mehr sicher. "Schwärmt aus, verteilt euch" meinte der Jarl. Xinthra stapfte einfach weiter, während die Hühnen sich im Wald verteilten. Ein paar Schritte, und sie entdeckte eine Hütte mitten im Wald. Eine Hütte Mitten im Wald, und noch nicht einmal ein Hausschild daran? Zumindest hatte das Ding ein Fenster, in welches sie hineinzuschauen versuchte. Sie reckte sich, dann musste sie murrend aufgeben. Von auf der anderen Seite des Hauses erklang ein schallend lautes Horn, wohl das von Falk. Hinter ihr war einer der Hühnen. "Darf ich euch bitten, ich kann nicht durch das Fenster sehen" sprach sie und machte Platz. Auf der anderen Seite des Hauses sowie auch auf der Türseite hatten sich die anderen bereits eingefunden, Argos hievte sich mit Falks Hilfe auf das Dach hinauf und die anderen bezogen an der Tür Stellung. Mit einem mal ein Schrei vom Jungen, der wohl durchs Fenster entdeckt worden war. "Chjunge!" ertönte es aus dem Inneren, gefolgt von einem Klatschen sowie einem Schrei. Unverkennbar Viola. Sie war also wirklich da drin, und ihr Peiniger ebenfalls. Ihr Schwert fest packend, postierte sie sich ein paar Schritte von der Tür entfernt, Fuchs warf Steine gegen die Tür. Jene öffnete sich.

Der Unglückselige, der einen Moment zuvor wohl noch gedacht haben musste, er würde noch einen kleinen Sklaven bekommen, sah sich nun konfrontiert mit dem gewaltigen Schwert des Jarl, ebenso blickte er in die wütenden Gesichter dreier Krieger die allesamt ihre Waffen gezückt hatten. Schwer zu sagen, ob es Angst oder Verwunderung war, was sein Gesicht ausdrückte. Falk bedeckte den Anblick schnell und drängte den Mann in die Hütte zurück, Argos auf dem Dach sprang kräftig und krachte ins Dach ein, Hedwig hackte mit seiner Axt das Fenster auf und sprang dort hindurch. Xinthra blieb vor der Hütte stehen und hielt Fuchs bei sich. Sie befürchtete, der Mann würde nun massakriert, was er durchaus verdient hätte, und das musste der Junge nicht sehen. "Da fehlt einer" meinte er. "Was meinst du, da fehlt einer?" "Ja, das da ist der Große, und der gesprochen hat fehlt." weiterhin ihren Blick auf die Tür fixierend meinte die Kriegerin "schau dich doch mal kurz um ob du jemanden entdeckst, aber gib acht!", Fuchs huschte daraufhin ins Unterholz.

Im Innern hörte man, verdeckt von den gewaltigen Körpern der Hühnen, ein Klatschen und schlagen, das klirren von einer Waffe die zu Boden geschmissen wurde. Irgendwie schaffte es der Mann, sich aus den Fängen zu befreien und stürmte nach draußen. Verwundert blickte er auf die kampfbereite Kriegerin, die ihm das Schwert entgegen hielt und entgegenrief, er solle anhalten. Entweder war er derart verwundert über den Anblick einer kämpfenden Frau, oder über das Schwert, das an seiner Nase vorbeihuschte, dass er mit dem Gesicht frontal gegen einen Baum krachte, um den er herum taumelte und dann zu Boden ging. Blitzschnell hatten ihn die Hühnen umstellt und waren dabei, ih aufzurichten und am Baum zu fesseln, als Hedwig meinte "Viola will, dass der Kerl ins Haus gebracht wird." Der Kerl stammelte. "Nicht, ich wurde gezwungen, er hat meine Chinder bedroht." Man schenkte ihm kein gehör.

Wo war in zwischenzeit eigentlich Fuchs? Ein kurer Blick ins Haus verschaffte Klarheit. "Fuchs, komm, hier drin wirds gleich häßlich". Auch Viola wollte, dass der Kleine nun lieber ginge. Auch wenn der sich wehrte, er kam doch mit und ließ sich auf der kleinen Treppe nieder, Xinthra stellte sich daneben. Falk führte den Mann wieder ins Haus hinein, er schleifte ihn förmlich an den Haaren herbei. Innen dann konnte man das panisch schnelle atmen des Mannes hören, als Falk begann, dessen Skalp abzuschneiden. Kurz bevor Falk ihm die Haut vom Kopf riß, legte Xinthra ihre Hände auf Fuchs' Ohren. Auch wenn der sich wehrte, Sie hielt es für besser.

Einen Momant später verließen alles das Haus wieder, Viola blieb allein mit dem Mann. Die Hühnen unterhielten sich über unterschiedlichste Methoden der Folter die geeignet seien für solch ein Subjekt. Fuchs neben ihr wurde immer bleicher. Xinthra hielt ihm die Hand hin und meinte.. "Komm Fuchs, zeig mir was vom Wald.. ich wusste nicht, dass man sich vor Kindern über Massaker unterhält", letzteres deutlich an Falk gerichtet, der mit dem Gespräch begonnen hatte. Xinthra suchte sich irgend eine Weide in der Nähe aus, von der aus die Gespräche nur mehr als Gebrabbel zu verstehen waren. Die Sorge stand Fuchs ins Gesicht geschrieben. Sie konnten nicht viel miteinander sprechen, bald stand Viola hinter ihnen. "Lass uns allein" meinte diese zu Xinthra, welche sich erhob und zu den anderen stapfte. Beide fielen sich in die Arme, es war ein herzerweichender Anblick. All der Druck und die Angst schienen nun aus Viola zu weichen, und die Erschöpfung nahm Überhand. Sie verlor das Bewusstsein. Fuchs war besorgt, rief Violas Namen. Bald standen die anderen um sie herum, lediglich Falk "kümmerte" sich um die Leiche.

Hedwig hievte sich Viola mit Leichtigkeit auf die Arme und trat mit den anderen den Rückweg nach Grimwould an. Fuchs jedoch schien nicht so recht zu wissen, was er tun sollte. "Geh schon mit ihnen, willst du nicht dabei sein, wenn deine Freundin aufwacht?" versuchte Xinthra, ihm gut zuzureden. "Ich bin ein Fuchs, und habe bei Wölfen nichts zu suchen" doch von Falk donnerte die Stimme, wie sie immer donnerte. "Du bist bei uns willkommen, Füchschen". Freudestrahlend blickte Fuchs drein, ehe er sich abwandte und zu den anderen rannte. Xintra blickte denen noch eine Weile hinterher, ehe sie sich zu Falk umdrehte, der damit begonnen hatte, die Leiche kopfüber an einen Baum zu hängen, ihn aufzuschneiden, das Fleisch, während es noch an der Haut hing, an den Baum zu nageln, so dass es hinterher einen Anblick hatte von einem Menschen, der sich rückwärts über den Baum gestülpt hätte. Wirklich kein angenehmer Anblick, aber hoffentlich genügend abschreckend. Währenddessen er das tat, unterhielt sich Xinthra mit Falk, der sich sogar bei ihr bedankte, bei der Suche mitgeholfen zu haben. Die Kriegerin war sehr verwundert, diese Worte an sie gerichtet aus Falks Mund gehört zu haben. "Viola ist eine Freundin, und Freunde lasse ich nicht im Stich, lass dir das gewahr sein" meinte sie als Antwort zu Falk. Noch einige Momente unterhielten sie sich, um dann getrennter Wege zu gehen.

Auch wenn Viola mit ihr selbst nicht gesprochen hatte, so war Xinthra sehr glücklich, dass diese nun aus den Fängen dieser Bastarde befreit war. Vielleicht könnte sie in den nächsten Tagen einmal in Grimwould vorbeischauen und sich nach Viola erkundigen und sogar ein paar Worte mit ihr wechseln.

Verfasst: Montag 31. Juli 2006, 21:50
von Darna von Hohenfels
- [url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=11714]was derweil im Schloß geschah[/url] -

(2. Post morgen)