02. Eluviar 263
Als ich am gestrigen Abend im Hospital verweilte, erschien eine sehr aufgeregte Dame, welche von einer halb bewußtlosen Person auf der Brücke zwischen Regimentsplatz und Stadt berichtete. Sie führte mich zu eben dieser Person, einem Herren, welcher in der Tat vollkommen entkräftet vor einem leeren Krug (die besagte Dame hatte ihm damit Wasser dargereicht) saß.
Nach einer zuerst oberflächlichen Untersuchung (einzige sichtbare Verletzung war eine schwere Beule im Bereich des Genicks, welche jedoch nicht frisch zugefügt aussah, die Atmung war regelmäßig, der Puls flach, jedoch gleichmäßig), verbrachte ich ihn gemeinsam mit der Dame Charica, welche zufällig vorbeikam, ins Hospial.
Da der Herr am ganzen Körper von Schmutz und Erde überzogen war, entschlossen wir uns dazu, ihn zuerst im Bade zu reinigen, was wir mit Hilfe der Dame Kalveron taten, welche im Hospital zu uns stieß.
Bei dieser Tätigkeit, welche durchaus einige Mühen abverlangte, da die Schmutzschichten erstaunlich dick und schon sozusagen mit der Haut verklebt waren, fanden wir keine weiteren behandlungsbedürftigen Verletzungen. Jedoch war die Haut des Herren, salopp ausgedrückt, recht "labberig", als ob er kürzlich bzw. in kurzer Zeit viel an Gewicht oder Muskelmasse (oder auch beidem) verloren hätte. Auch sah man zahlreiche kleinere, ältere Narben, welche jedoch nicht von Waffen zu stammen schienen, sondern eher von etwas wie Krallen oder Dornen.
Der Herr, welcher sich nach der Versorgung mit dem Namen Bartho vorstellte, war, obgleich keine akuten Verletzungen sichtbar waren, in einem allgemein schlechten Zustand. Er schien vor allem anfangs recht verwirrt, wobei sich dies im Laufe der Versorgung zusehends besserte. Er fragte nach dem aktuellen Jahre und schien verwundert, als ihm darauf mit dem Jahre 263 geantwortet wurde.
Auch sprach er wiederholt davon, wie müde er sei. Daher brachten wir ihn im Patientenzimmer unter. Die Dame Kalveron versorgte ihn mit Tee und einem Schlaftrunke und erklärte sich bereit, während der Nacht regelmäßig nach ihm zu sehen.
Auch wenn bei dem Herren keine frischen Verletzungen oder Erkrankungen festgestellt wurden, wirft sein allgemeiner Zustand doch einige Fragen auf. Daher wäre es wohl sinnvoll, so ihn sich noch weitere Mitglieder des Hospitals ansehen würden, um gemeinsam herauszufinden, was diesem Herren wohl zugestoßen sein mag.
