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An die Hohen Häuser des Lichten Reiches,
an die ehrwürdigen Vertreter der Kirche Temoras,
an Obrigkeit, Klöster und rechtmäßige Gemeinschaften des Landes,
mit gebührendem Respekt und im Geiste der Offenheit treten wir vor Euch, um darzulegen, wer wir sind und welches Wirken wir im Lichten Reich zu entfalten gedenken.
Nicht jeder Mensch ist an dem Ort daheim, an dem er geboren ward. Jenseits der Grenze liegt ein Reich, das streng im Gesetz und hart im Herzen ist. Manche, die von dort kommen, tragen dessen Schatten noch lange auf ihren Schultern – selbst wenn sie den Mut fanden, einen neuen Anfang im Lichten Reich zu wagen. Für solche Menschen besteht unsere Gemeinschaft.
Wir verstehen uns als Anlaufstelle für jene, die Alatarien den Rücken kehrten – sei es aus Glaubensnot, aus Gewissensgründen oder auf der Flucht vor Umständen, die sie nicht länger tragen konnten. Wir bieten ihnen vorübergehende Zuflucht, Rat und Beistand bei der Eingliederung in die Ordnung und den Glauben des Lichten Reiches.
Wir helfen im Umgang mit Kirche, Kloster, Obrigkeit und Regiment, weisen auf Pflichten wie Rechte hin und ermutigen zu einem Leben im Einklang mit Temoras’ Lehre und den Gesetzen des Landes.
Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Macht, Land oder Einfluss. Wir führen kein Banner über fremdem Boden und suchen keine eigenständige Stellung außerhalb der bestehenden Ordnung. Vielmehr streben wir die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Kirche Temoras sowie mit den rechtmäßigen Institutionen des Reiches an. Unsere Arbeit soll ergänzen, nicht untergraben; stützen, nicht ersetzen.
Zugleich verschließen wir nicht die Augen vor der Wirklichkeit der Grenze. Es gibt Bande, die sich nicht mit einem Schritt lösen lassen – familiäre Verpflichtungen, unerledigte Angelegenheiten oder Nachrichten, die ihren Weg finden müssen, wo offene Worte versagen. Wir verstehen die Wege des Übergangs und wissen, dass manches Gut, manche Botschaft und mancher Mensch die Grenze leiser überquert als ein Heer.
Wo möglich und rechtens, vermitteln wir Kontakte, sammeln Informationen und unterstützen Händler oder Suchende besonderer Waren im Rahmen dessen, was mit Recht und Ordnung vereinbar ist.
Unsere Gemeinschaft ist kein Bund des Blutes und kein Geheimbund im Schatten. Sie ist offen für jene, die den rechten Glauben achten, die Ordnung des Reiches respektieren und den Willen tragen, anderen in schwieriger Lage beizustehen. Niemand ist auf Dauer gebunden; niemand wird gehalten, der seinen eigenen Weg gehen will.
Wir verstehen uns nicht als Ziel – sondern als Übergang.
Als Brücke zwischen Gestern und Morgen.
Als stille Hand, die hält, bis ein Mensch wieder auf eigenen Füßen stehen kann.
So treten wir vor Euch, um Vertrauen zu suchen und nicht im Verborgenen zu wirken. Wer mehr über unser Tun wissen möchte, dem stehen wir Rede und Antwort. Wer Zweifel hegt, dem begegnen wir mit Offenheit.
Die Tür unserer Gemeinschaft steht offen – doch sie schließt leise.
Mit Hochachtung und Respekt
Liv Kormin, für
Die Heimkehr
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