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roter Faden, goldener Faden... schwarzer Faden...
Die Hand noch immer unter seinem Hinterkopf, verspürte er beim erwachen ein unverhofftes Gewicht auf dem sich zur ruhigen Atmung bewegenden Brustkorb. Doch fühlte es sich ganz und gar nicht wie eine Last an...
Lasten... Ja, ein jeder hatte wohl so seine ganz eigenen zu tragen und manch einer auch noch die von anderen. Doch gibt es immer Mittel und Wege sich zu erleichtern. Bei manch einer Last brauchte man nur das Gewicht verlagern und der Gang konnte wieder unbeschwert fortgesetzt werden, andere hingegen musste man gänzlich einen Abhang hinunterstürzen.
Als er an diesem Morgen erwacht in seinem Bett lag, betrachtete er seinen Brustkorb mit einem seichten Lächeln in den Mundwinkeln und legte seine Hand darauf. In diesem Moment kamen ihm bestimmte Worte wieder zurück in sein Gedächtnis, welche seine Gesichtszüge abwechselnd nachdenklich, erheitert und angetan zu formen begannen...
Wenn die Blätter fallen, dann fallen sie nicht nur aus einem Grund. Sie fallen weil die Pflanze verdorben ist durch eine Krankheit, verdorben durch eine Verunreinigung, Unterversorgt ist oder aber weil die Natur es Herbst und Winter nennt, einen stetig kommenden Zyklus...
Altes muss vergehen, damit neues reifen und erblühen kann. Ja, die Natur zeigt jedes Jahr aufs Neue, was Menschen nur schwerlich akzeptieren können und wollen. Vor allem, wenn es darum geht Fehler und Missstände einzugestehen und offen anzugehen. Doch auch hierzu wurden ihm in den vergangenen Tagen wundervolle Worte zuteil...
Einst war eine Rose, sie blühte in einem wunderschönen, saftigen dunklen Rot, wie das Blut selbst welches in all unseren Adern ruht. Egal wie sehr es draußen stürmte, egal wie der Wind sich wendete und drehte, sie stand dort und verlor weder an Farbe noch an Blättern. Nein es war sogar so, dass zwei weitere Knospen an ihr hafteten die nach und nach ebenso an Größe gewannen und trotz des eisigen Winters zu blühen begannen. Der Mutterboden schien wohl der rechte zu sein, er schien wohl die Blume zu nähren, so wie sie es brauchte. Irgendwann kam ein junger Mann herbei welcher die Blume erblickte, welche dort in dem strahlenden weiß des Schnee's gefangen ihre Schönheit tristete. Er riss sie aus dem Boden und nahm sie mit zu seiner Frau um ihr ein Geschenk zu machen. Nun war sie herausgerissen aus dem Boden der sie pflegte und hegte, der ihr die Kraft schenkte zu wachsen und die Möglichkeit sich zu entfalten. Sie musste sich neu finden, sie brauchte Nahrung um zu überleben, einen Mutterboden um sich daran zu nähren. Die Frau pflanzte die Rose in ihren Garten und sie verlor an Farbe und verlor an Blütenblättern, bis nur noch der lose Stängel mit dem Blütenkopf zu sehen war. Ein ganzes Jahr verging ehe sich die Rose wieder erholte und abermals von neuem zu blühen begann, diesmal jedoch schien sie noch kräftiger als zuvor.
Veränderung birgt Möglichkeiten.
Veränderung birgt Möglichkeiten...
Ja, das tut sie in der Tat und es hatte sich einiges geändert. Es sind sogar Dinge geschehen, mit denen keiner gerechnet hätte und manch einer wohl auch gar nicht rechnen wollte.
So kam es nun, das er sich zu Beginn des letzten Wochenlaufes auf machte zum Regimentsgebäude. Schon seit seiner Rückkehr auf Gerimor in den Sommermonden, wurde ihm einige Male recht deutlich vermittelt, dass man seine Rüstung gern in den schillernden Farben des Regiments sehen wolle. Während der Privataudienz bei Baron von Gipfelsturm und Lady Helisande, sprach man nach der Klärung der sehr amüsanten Eskapaden, welche zu jener Audienz führten, zwar von einer Frist von vier Wochenläufen... aber einen Versuch war es dennoch wert. Und Frau Oberst schien noch immer angetan von ihrem damaligen Bestreben, sodass sie ihm die Möglichkeit gewährte, wenn auch unter Auflagen. Der Forderung einer tadellosen Soldatenlaufbahn und dem Versprechen einer unehrenhaften Entlassung, bei einer weiteren Eskapade, folgte die Zustimmung seinerseits.
Tadellose Soldatenlaufbahn... das bedeutete für ihn, nicht nur gehorsam den Dienst zu verrichten, sondern auch pflichtbewusst Mängel und eventuelles Fehlverhalten aufzudecken, egal wen es betrifft. Und schnell sollte sich herausstellen, das es dafür so einige Anlässe geben sollte...
Bereits am nächsten Tag war es die Vorzeigesoldatin schlechthin, welche für ihn unverständliches Verhalten vorwies. Nicht nur vor ihm, sondern auch vor zwei weiteren Rekruten, einem Gardisten und zwei weiteren Wachtmeistern.
Eine Soldatin, welche sich selbst als Vorbild und Vorzeigesoldat bezeichnet und dann solche lapidaren Verhaltensmuster an den Tag legt? Wie dem auch sei, er war sofortiger Klärung der Missstände bedacht und sprach diese offen an, denn wie sagt es das Diensthandbuch des Regiments: im Dienst wird laut und deutlich gesprochen, kein genuschel, kein getuschel.
Doch was war geschehen?
Nun, als die Wachtmeisterin alle verfügbaren Soldaten zum aufstellen auf den Regimentsplatz rief, ging er - vielleicht auch mit Absicht - nur mit einem Salut und einem "Wachtmeister Rabbe" an der Wachtmeisterin vorbei, hinaus zum Regimentsplatz, um dort in der schön formierten Reihe Stellung zu beziehen. Natürlich nahm die Wachtmeisterin jenes Verhalten direkt zum Anlass, um den neuen Rekruten anzusprechen und auf seinen Fehler aufmerksam zu machen, allerdings ohne dabei zu bemerken, das sie selbst gerade in einen Fehler gestürmt war...
Kila Rabbe: Rekrut Gutshand, wer hat euch eingewiesen?
Khalrox: Rekrut Khalrox, Wachtmeister Rabbe.
Khalrox: Nicht Gutshand.
Kila Rabbe: Ihr habt euch als gutshand vorgestellt.
Kila Rabbe: Also, beantwortet bitte meine Frage.
Khalrox: Frau Oberst verordnete die Rekrutierung unter dem Namen Khalrox.
Kila Rabbe: Wer... hat euch eingewiesen?
Khalrox: Am ersten Tag Wachtmeister van Daske, beim Rundgang Gardist Lenjar, beim Tor Gardist Lenjar
Khalrox: Wachgang Berchgard Wachtmeister van Daske.
Khalrox: *wird er dann alles mal so aufzählen.*
Kila Rabbe: *sie blickt gen Merrik.*
Kila Rabbe: *dann wieder zurück*
Kila Rabbe: tretet bitte vor und zeigt den Kameraden wie man korrekt den ranghöchsten begrüßt.
Khalrox: *macht einen Schritt nach vorn, richtet den Blick geradeaus*
Khalrox: *hebt dann die Hand zum Salut*
Khalrox: Krone und Reich zur Ehr, Wachtmeister.
Kila Rabbe: Ihr könnt es also doch.
Kila Rabbe: Dann zeigt uns doch bitte, wie man verabschiedet.
Khalrox: Dafür müsste zuerst Euer Salut erfolgen.
Khalrox: Und Euer Befehl.
Kila Rabbe: Es ist lediglich eine Übung. WO liegt also das Problem?
Khalrox: Korrekte Ausführung ist essenziell. Selbst bei einer Übung.
Kila Rabbe: Da ihr so ein klugscheißer seid, dürft ihr nun mit Gardist Lenjar das 30 mal üben.
Kila Rabbe: Ausführen!
... nicht nur hatte sie es anscheinend versäumt, sich vor dem Dienstantritt die aktuellen Berichte und Akten anzusehen, so wie es von jedem Soldaten verlangt wird. Nein, anscheinend ist es als Vorzeigesoldat auch üblich, zumindest im Osten, das man bei Übungen etwas lasch vorgeht. Erklärt diese Einstellung auch die Niederlagen des Knappen Salberg und der Wachtmeisterin beim Zweikampfturnier zur Einweihung der Ritterburg? Nur korrekt ausgeführte Übungen, führen auch zu korrekt ausgeführten Handlungen in einem reellen Szenario. Was also, wenn man auch bei Kampfübungen mal hier und da, das ein oder andere weglässt, weil es ja nur eine Übung ist? Ein roter Faden, welcher sich bis zum Feind ziehen und dort unweigerlich zum Tod führen kann. Das er nicht wie nach Handbuchsvorschrift am Ende der Reihe stand, als neuester Rekrut, sondern direkt zwischen Gardist und Dienstältestem Rekruten, fiel der Wachtmeisterin dabei nicht einmal auf.
Die anschließenden Tage waren mit Dienst nach Vorschrift, einigen Besorgungen und wegweisenden Gesprächen gefüllt. So kam er auch immer öfter in den Genuss, sich des Abends die Zeit nehmen zu können, in Ruhe ein Abendessen in seinem Haus genießen.
Wenn die karge Umgebung von einem Funkeln durchdrungen wird,
sollte man sich nicht fragen was dort funkelt.
Nein, man muss sich nur fragen, riskiert man einen Blick oder bleibt man auf dem kargen Pfad.
Aber trotz aller erfreulichen Ereignisse dieser Tage, so gab es auch noch unerfreuliche Dinge zu klären. Dinge, bei denen sich manch einer wohl in Sicherheit wog...
Nachdem die Sache mit dem Kunstwerk eines Wandteppichs bereits geklärt war, brachte die Vogtin erneut schwere Vorwürfe gegen seine Person vor und dieses Mal hätten sie sogar sein Leben kosten können. Eine Tatsache, die er, anders als geplant, nicht auf sich beruhen lassen konnte und wollte. Es war eine Sache, ihm das Wort Kunst in Verbindung mit Geschichte zu verbieten, sein Haus zu versiegeln und zu durchsuchen. Aber es war eine völlig andere Sache, sich in der astralen Welt tanzend um ein Feuer zu bewegen, aus allen Richtungen irgendwelche Wissensfäden heranzuziehen und zu einem Katzenknäul zu formen, während man fröhlich vor sich her sang: "Ach wie gut das niemand weiß, das mein falsches Wissen wert ist einen scheiß."
Und so tat er etwas unvorhergesehenes, er brachte den Tatbestand der Verleumdung und des Rufmords in besonderer Schwere zur Anzeige, gegen die Vogtin und die beiden anderen Personen, welche ihr als Quelle gedient haben sollen. Wobei er noch immer nicht weiß, was eine Klosterwache mit der ganzen Sachen zu tun haben soll. Nun, für diesen Umstand, das er ebenso eine unbekannte Klosterwache in die Anzeige mit aufnahm, entschuldigte er sich zumindest bereits bei Hochwürden Hohenhain und erklärte ihr die Umstände.
Aber das war wohl eines der geringeren Übel, welche zur Zeit existierten. Ein viel schlimmeres wurde in den Rücken eines jeden Bürgers Lichtenthals ausgeführt, geschürt und einfach als nichtig abgetan.
Er selbst machte sich lange Zeit nicht allzu große Gedanken darüber, war Adoran doch nur eine Stadt in der er ein Haus hat. Doch nun ist er im Regiment, soll das Herzogtum gegen äußere und innere Feinde schützen und pflichtbewusst handeln. Er haderte ein wenig mit sich selbst, doch sah er eine Gefahr, welche viele nicht einmal kannten. Und manch einer wohl einfach verdrängte oder als unwichtig ansah. Er konnte sich genau an die Worte der Frau Oberst erinnern:
"Merken, Piraten, pfui".
So pfui, das eine Wachtmeisterin, damals im Range einer Gardistin, mit eben jenen Pfuiraten einen Vertrag im Namen Lichtenthals abschloss über 1500 Kronen? Er konnte sich noch an diese Zeit erinnern, es war während der Faustbelagerung und die Situation schien festgefahren. Da kam die damalige Vorzeigegardistin auf ihn zu und bat ihn sie zu einem Treffen mit den Piraten zu begleiten. Es kamen ebenso noch zwei andere Zivilisten mit zu diesem Treffen, das auf der Sagen umwobenen Legado stattfand. Laut den damaligen Worten handelte die heutige Wachtmeisterin eigenständig. Er wunderte sich zwar stets, woher sie 1500 Kronen nehmen wolle, aber das wäre ja dann stets ihr Problem gewesen und nicht seines...
Der Vertrag wurde erfolgreich beschlossen, doch Gold haben die Piraten bis heute nicht erhalten. Nun, sicher könnte man nun sagen, das sich der Zweck dieses Vertrages in Luft aufgelöst hat, weil die Belagerung der Faust ein friedliches Ende fand... doch sollte man sich an versprochene Worte stets halten. Denn selbst die zugesicherte Anzahlung fand wohl nie ihren Weg.
Es ist eines, einen Menschen der einem Nahe steht um Gold zu bringen... er wird dich aus seinem Leben verbannen.
Es ist etwas anderes, einen Kaluren um Gold zu bringen... er wird dich mit Bier und Essensresten bespuckend anschreien, verfluchen und mit seinem großen Hammer hinter dir her rennen.
Aber es ist etwas völlig anderes, einen Pfuiraten um Gold zu bringen... und wenn man ihn im Namen eines ganzen Herzogtums um einen Schatz bringt, dann sollte man lieber nicht anwesend sein, wenn jene ihre Rache vollziehen und sich das holen, was ihnen zusteht.
Er wollte also zunächst für Gerechtigkeit sorgen, im vertraulichen Gespräch. Doch war Frau Oberst leider nicht anzutreffen die letzten Abende. Wie der Zufall es wollte, kam der Kronritter einen Abend am Haupttor vorbei, als er gerade Wache hielt und sie kamen ein wenig ins Gespräch. Er respektierte den Kronritter und hatte Hochachtung vor ihm, vor allem wegen seiner gutherzigen und offenen Art. Umso bedauerlicher, was dann im Namen des Regiments über ihn gesagt wurde.
Während des Gesprächs, sprach ihn der Rekrut auf jenen Vertrag mit den Piraten an. Da er ja schließlich von so etwas wissen müsste, als Kronritter...
Thelor von Gipfelsturm: *es hebt sich bei seinen worten langsam eine braue*
Thelor von Gipfelsturm: ähm über derlei dinge Befragt ihr besser Frau oberst
Khalrox: Jawohl, Sir.
Thelor von Gipfelsturm: aber ich glaube der Vertrag wurde nicht beschlossen
Thelor von Gipfelsturm: aber ich bin da wirklich die falsche person wenn ihr genaue Auskünfte wollt
Khalrox: In Ordnung, habt dank.
Thelor von Gipfelsturm: Meine Gattin weis da wirklich mehr
Also machte er sich erneut auf die Suche nach Frau Oberst, doch jene war wohl von anderen wichtigen Dingen zu sehr eingespannt. Die letzte zeitnahe Möglichkeit sah er darin, jemanden zum Gespräch in der Ritterburg über die Angelegenheit mit den Kindern zu begleiten. Das ihm kein Einlass gewährt wurde, störte ihn dabei nicht. Immerhin war er kein Vater und hatte sonst auch keine anderweitige direkte Verbindung zu einem Kind. Die frisch in den Stand eines Knappen erhobene Wachtmeisterin, begrüßte ihn und die Begleitung angemessen und gewährte seiner Begleitung Einlass in die Burg, um an dem Gespräch teilzunehmen. Sein nachfragen, ob die Lady denn schon zugegen wäre, da er noch ein persönliches Anliegen hätte, ignorierte die frisch erhobene Knappin gekonnt. Obwohl sie kurz davor noch mit beiden sprach und auch als der Baron kurz darauf die Treppen hinauf kam, öffnete sie ihm direkt in aller Höflichkeit die Tür und begrüßte ihn. Wahrscheinlich war sie die 5 Sekunden dazwischen, in denen er seine Frage stellte, kurz von einer Fliege abgelenkt oder musste die Sauberkeit ihres Wappenrocks prüfen.
Nun, er konnte die schon viel zu lange bestehende Gefahr nicht weiter in den Rücken der Bürger lauern lassen. Und so machte er sich direkt auf zum Regimentsgebäude, wo er glücklicherweise Wachtmeister van Daske antraf.
Jener reagierte aber etwas, für sein Verständnis, etwas merkwürdig und widersprüchlich. Aber vielleicht lag das auch an nur am subjektiven Betrachtungswinkel...
Merrik van Daske: Also, ihr wollt Kila Rabbe anzeigen?
Khalrox: Richtig.
Khalrox: Oder auf jeden Fall den Umstand geklärt wissen, da es nicht nur um mein Leben geht
Khalrox: sondern um das eines jeden Lichtenthalers.
Merrik van Daske: Koennt ihr nochmal worauf ihr sie anzeigt und aus welchem Grund?
Khalrox: Frau Oberst sagte zu mir, Piraten sind pfui.
Khalrox: Also tabu.
Khalrox: Kila Rabbe schloss mit ihnen einen Vertrag ab, im Namen Lichtenthals.
Khalrox: In Höhe von 1500 Kronen.
Khalrox: Unter anderem.
Merrik van Daske: Und da seid ihr euch sicher?
Khalrox: Ich war anwesend.
Khalrox: Ebenso wie zwei andere Bürger Lichtenthals.
Khalrox: Und die Besatzung der Legado.
Khalrox: Wie gesagt, es gibt Zeugen für jenen Vertrag.
Merrik van Daske: Wen?
Khalrox: Mich, Janarey, Loraine Devenue
Khalrox: Capitan Jacq, Pirat Yako, Nora, Tom
Merrik van Daske: Die Piraten interessieren mich einen Scheiß.
Khalrox: Ich bin nur gründlich.
Khalrox: Da der Vorwurf schwerwiegend ist.
Merrik van Daske: Deren Aussagen haben weniger Gewicht als die Federn an einem Pfeil.
Merrik van Daske: Ihr kennt also ausschlißlich den Umstand, dass Kila Rabbe mit den Piraten gesprochen hat und
Merrik van Daske: etwas ausgehandelt hat?
Khalrox: Ich kenne die Details.
Khalrox: Da ich anwesend war.
Merrik van Daske: Die Details interessieren mich nicht, sondern die Umstaende.
Khalrox: Es war während der Belagerung durch die Faust.
Khalrox: Sie wollte die Piraten für ihre Sache gewinnen, sie im Kampf gegen die Faust vom Seeweg
Khalrox: zu unterstützen. Und tat dies aber alles im Namen Lichtenthals.
Merrik van Daske: Gut.
Khalrox: Es wurden den Piraten 1500 Kronen zugesichert, plus Frachtgut.
Khalrox: Die versicherte Anzahlung wurde bis heute nicht getilgt.
Khalrox: Weshalb besonders das Leben der drei anderen anwesenden
Khalrox: und eines jeden Lichtenthalers stets n Gefahr ist.
Merrik van Daske: Klappe! Ich habe gut gesagt!
Merrik van Daske: Ich bin jetzt dran.
Merrik van Daske: Verstanden?
Khalrox: Sprecht.
Merrik van Daske: Das Thema der Faustquest ist beendet. Alles was im Rahmen des Szenarios passierte, gerade von
Merrik van Daske: Mitgliedern des Regiments und Lichtenthals aus, sollte genau so passieren.
Merrik van Daske: Eure Anzeige, wegen Hochverrats, ist demnach vollkommen unbegruendet.
Merrik van Daske: Vielmehr noch.
Khalrox: Nun, Baron von Gipfelsturm wusste nichts davon.
Merrik van Daske: Seid still!
Merrik van Daske: Ich bin noch nicht fertig. Und ihr haltet die Klappe, solange ich rede.
Merrik van Daske: Ob der Baron davon wusste oder nicht, als ihr ihn danach fragtet, sei dahin gestellt.
Merrik van Daske: Der Kronritter hat die Vorgehensweisen authorisiert.
Merrik van Daske: Wessen Feder der Plan entspringt ist unwichtig.
Merrik van Daske: Eure Anzeige, wegen Hochverrats, richtet sich in dem Fall, den ihr gerade vortragt, nicht an
Merrik van Daske: Kila Rabbe, die in dem Moment die ausfuehrende Person war, sondern direkt gegen den Baron und
Merrik van Daske: Kronritter, Sir Thelor von Gipfelsturm.
Merrik van Daske: Und jetzt frage ich euch noch einmal. Seid ihr euch wirklich sicher, dass ihr diese Anzeige aufgeben
Merrik van Daske: wollt?
Khalrox: Wenn Kila Rabbe nur die ausführende Schachfigur war, so zählt sie wohl trotzdem zum Kreis
Khalrox: der beschuldigten, da es ihre Pflicht als Gardist gewesen wäre, es abzulehnen.
Khalrox: Aber ja.
Khalrox: Mein Pflichtbewusstsein, macht auch vor einem Kronritter nicht halt.
Merrik van Daske: *er atmet einmal tief durch und klappt das kleine Buechlein zu, das er wohl zum Mitschreiben bereit*
Merrik van Daske: *gelegt hatte*
Merrik van Daske: *fuer einige Herzschlaege wird Khalrox lediglich ausdruckslos angesehen, ehe er wieder*
Merrik van Daske: *seine Stimme erhebt*
Merrik van Daske: Gut. Wenn das euer Wunsch ist, seid ihr dazu angehalten euch direkt an den Hofkanzler zu wenden
Merrik van Daske: und ihm, schriftlich, eure Anzeige vorzulegen.
Khalrox: Es ist dann aber amüsant, das sie es als IHRE Idee vorbrachte.
Khalrox: Aber nungut.
Khalrox: Dann werde ich jenes tun.
Merrik van Daske: Gut. Aber lasst euch vielleicht noch eines gesagt sein.
Merrik van Daske: Jemanden, unbegruendet, wegen Hochverrats anzuklagen, ist, mehr oder minder, ein eigenes Todesurteil
Merrik van Daske: das man mit Großbuchstaben unterschreibt und an die Tuer jedes Hauses des Koenigreichs
Merrik van Daske: haengt.
Khalrox: Nun, ist das aushandeln eines Vertrages mit Reichsfeinden
Khalrox: unbegruendet?
Khalrox: Das ignorieren der Pflicht?
Khalrox: Sie hätte an ihrer Stelle den Kronritter auf jenes hinweisen können. Bracht es dann aber
Merrik van Daske: Euch ist aber schon bewusst, dass ihr als Buerger dazu im Begriff seid Adel anzuzeigen, oder?
Khalrox: als ihre eigene Idee vor. Und auch der Adel
Khalrox: sollte sich seiner Regeln und Gesetze
Khalrox: bewusst sein.
Merrik van Daske: Dennoch habt ihr nicht das Recht dazu den Adel anzuzeigen. Ihr seid Buerger.
Merrik van Daske: Aber bitte, geht euren Weg.
Khalrox: Nun, dann tue ich es in Uniform?
Khalrox: Direkt vorm Palast.
Merrik van Daske: Nicht in Uniform.
Merrik van Daske: Privat.
Khalrox: Weshalb?
Merrik van Daske: Und wenn irh es in Uniform tut, zaehle ich das als Befehlsverweigerung.
Merrik van Daske: Ihr seid ja jetzt auch privat hier, nicht?
Khalrox: Befehlsverweigerung.
Khalrox: *schmunzelt*
Khalrox: Es wird gerade ironischer, Wachtmeister.
Khalrox: Aber das wisst Ihr selbst.
Merrik van Daske: Ernsthaft?
Merrik van Daske: Ist das jetzt wirklich euer Ernst?
Khalrox: Nun, war es dann nicht ebenso bei Fräulein Rabbe eine Befehlsverweigerung
Khalrox: mit der sie das Leben der Lichtenthaler, im Namen des Kronritters
Khalrox: aufs Spiel setzt?
Merrik van Daske: Haltet, um Temoras Willen, eure Klappe und geht! Ich will euch fuer den Rest den Mondes nicht
Merrik van Daske: mehr in Uniform sehen!
Khalrox: Die Wahrheit schmerzt?
Khalrox: Aber gut.
Khalrox: Dann schönen Abend noch
Merrik van Daske: Verschwindet!
Wachtmeister van Daske zeigte in dem Fall vorbildliches Verhalten, er schützte eine Kameradin. Aber er vergaß dabei, das man als Bürger sehr wohl den Adel anzeigen darf. Opferlämmchen, mit dem Ziel, jemanden von einem Weg abzubringen, bringen nichts... wenn dieser sich seiner Rechte und Pflichten durchaus bewusst ist. Denn als mehr sah er den Kronritter, vor dem er größten Respekt hat und der von diesem Vertrag wohl keine Kenntnis hatte, in dieser Rolle nicht. Nur als Opferlämmchen, das durch eine entweder gesetzte oder nicht gesetzte Unterschrift in das Sichtfeld gerückt wird, in voller Pracht präsentiert.
Hofkanzler, oh Hofkanzler... so durchstoße Euer Urteil ihre heuchlerischen Brustpanzer.
Wer die Geister nutzt um zu lauschen, wer die Geister vernimmt um zu tun, wer den Geistern eine Stimme gibt und ihnen die Möglichkeit gibt eine Richtung zu erschaffen. Der begibt sich in eine Balance die mit einer Gnade der Schönheit versehen ist. Eine Balance die sowohl die eine als auch die andere Seite vernimmt und mit beidem im Einklang lebt. Beneidenswert ist wer in einer solchen Gnade seinen Weg beschreitet.
Bisher sind mir nur wenig Menschen untergekommen der diese Balance der Gleichheit in sich Vereinen, welche eine als auch dir andere Seite vernehmen und sie in das Ganze einfügen. Zu viele Extreme beherrschen die Welt der unsrigen und zuwenige sind bereit sich dem ganzen zu widmen. Bist du bereit dich dem ganzen zu widmen? Denkst du, du kannst, du kannst beide Seiten Vereinen in dir? Eine Medallion besteht nie aus nur einer Seite und so schön ein Diamant anzusehen ist, soviele Kanten hat er auch um seiner Schönheit willen noch mehr Ausdruck zu verleihen. Um das Licht als auch die Dunkelheit durch sich hindurch scheinen zu lassen um in Perfektion zu glänzen.
Ein Diamant ist immer in seiner ganz eigenen Art etwas einzigartiges. Jede noch so feine Linie, jede noch so grobe Kante ist es, welche ihn ausmachen. Welche durch die Einflüsse die er über die Zeit äußerlich und innerlich erlebte geprägt wurden. Zu jedem noch so klaren, hindurchscheinendem Fleck gehört auch immer ein mattes, unreines Pünktchen. Es gibt kleine feine Einkerbungen und dann aber auch grobe Ausläufer. Und alles zusammen ergibt die wundervoll anzusehende Form des Edelsteins, welcher vor den Augen im Lichtschein erstrahlt und sich je nach Lichteinfall in einem anderen Glanz präsentiert. Und jeder Glanz birgt neue Geschichten, neue Erfahrungen...
Doch liegt es auch immer am edlen Stein selbst, ob er jemandem den Blick in die schönen, sowie unreinen Stellen gewährt oder ob er durch sein glänzendes Antlitz eine Täuschung bevorzugt und eben nur der Edelstein bleibt, der er auf den ersten Blick ist.
Bevor er sich aber nun weitere Gedanken machte über das was war und das was eventuell folgen wird, entschloss er sich die Augen nochmal für einige Momente zu schließen,...