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Verfasst: Mittwoch 23. November 2016, 19:21
von Gast
Mit einem Rasseln zog Belgrom an den Ketten die ihn hielten. Jede Bewegung erzeugte ein rasseln und scheppern. Seine Arme, seine Beine, ja sogar um seinen Hals lagen Manschetten aus Metall, vermutlich sogar Metall das mit Mithrill durchzogen ist. Die Ketten selbst waren mit Mithrillbolzen vom Priester Baznuk mit kräftigen Hammerschlägen in die Hauptsäule im Obergeschoss der Bauhütte getrieben.


[URL=http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=17fb95-1479924559.png][img]http://www.bilder-upload.eu/thumb/17fb95-1479924559.png[/img][/URL]

Er war fest und konnte nicht weg...
Der Berg würde sicherer so sein...
Wer würde ihn sonst bei einem Rausch der Wut aufhalten?
Wer würde das Blutbad verhindern?
Wer würde sich ihm in den Weg stellen?

Er hatte auf sein eigenes Leben geschworen den Berg zu beschützen. Es war das oberste Gebot des Wühlerkodex und diesen würde er befolgen, auch wenn er selbst zum Schutze des Berges und seines Volkes angekettet werden musste.

Selbst sein Bruder Baznuk, einer der besonnensten unter den Khaz-Aduir war im Gespräch zwischen den beiden öfters seinem Zorn kurzzeitig erlegen. Wie würde es bei ihm selbst enden?
Für das Wohl des Berges gab es zwei Möglichkeiten. Entweder er würde angekettet werden oder aber aus der Rüstung heraus müssen.
Es war beinahe eine Beleidigung das zweite Vorhaben gegenüber einem Wühler zu erwähnen, denn es war eine lange Tradition in die Rüstung eingeschmiedet zu werden und diese Tradition war heilig. Nur entehrte Wühler wurden jemals ihrer Rüstung entzogen.

Daher kam nur das anketten in Frage. Belgrom erwies dabei jedoch kaum Widerstand. Er hatte die Notwendigkeit zum Schutze des Berges erkannt und sich den Ketten gefügt.

Doch Mngeln würde es ihm an nichts. Baznuk hatte für ausreichend Verpflegung, Bhir und Rauchkraut gesorgt, welches er behutsam in seine Reichweite gelegt hatte. Nur wenige Meter konnte er sich bewegen, was für Besucher eine gefährliche Zone darstellen würde.
Auch als Baznuk im Zorn Belgrom beleidigte, waren nur wenige Fingerbreit übrig als der Wühler voller Wut in Richtung des Priesters sprang und mit einem lauten Rascheln und Scheppern mit den Ketten gespannt zum stehen kam. Zwar knirschten die Kettenglieder bedrohlich, doch hielten sie stand.
Mit brummendem Keuchen sank er dann zurück und schnaufte bedrohlich, bis schließlich der Zorn langsam verflog.
Kurz darauf schickte er den Priester lieber fort, bevor er erneut der Wut erliegen würde und schnappte sich stattdessen einiges des Rauschkrauts und stopfte sich eine Pfeife zurecht, die ihn Beruhigen sollte.

Verfasst: Mittwoch 23. November 2016, 20:48
von Tharkosh Graufels
*Eine fast schon brüchig wirkende Steintafel wird Daz Getwergelyn vor die Tuere gestellt.*

Cirmias Mâhal großes Gotteskriegerlein!

Akh sende dâr meine Grueße und muss dâr berichten das es soweit ist!
Der Tag des Falls Nilzadans ist gekommen!
Die machthungrigen Donnerfäuste haben Belgrom weggesperrt!
Akh befürchte das Baznuk Stinkfuß Donnerfaust einen Putsch versucht!
Akh denke er will Nilzadan unterjochen!
Will sich das mächtige Krönlein aufsetzen!
Wir müssen uns gegen diesen aufrührerischen Flohbart zur Wehr setzen und Belgrom befreien!
Akh steh dâr zur Verfügung großes Gotteskriegerlein!
Akh werde mich zu Hause verbarikadieren und auf dâr Befehle warten!

Cirmias steh uns bei!

Rhukum

Tharkosh Graufels


[img]http://www2.pic-upload.de/img/32172265/armbrust.jpg[/img]

Verfasst: Mittwoch 23. November 2016, 23:26
von Theaghan Graufels
Was war das nur? Gerade erst aus den unteren Stollen wieder zurückgekehrt hatte sie sich gefreut all die vertrauten Gesichter wieder zu sehen. Vorfreudig hatte sie an diesem Tag ausgesprochen großzügig Bartglanz verwendet um die hüftlangen Bartzöpfe und deren Zierungen noch mehr zur Geltung zu bringen ehe sie auf Tharkosh traf. Hatte sogar eine Überraschung vorbereitet und irgendwie.... jetzt sah sie ihn an, sah auf die Barriere und kniff die knallgrünen Augen voller Wut zusammen.

Wie konnte ER es wagen SIE einzusperren?

War er denn noch ganz normal? Es galt den Berg zu schützen dazu MUSSTE sie aus dem Haus heraus. Was dachte sich der Graufels eigentlich wer er war? Dann noch einfach sehlig zu schlafen, die Armbrust neben sich?! Bei Cirmiâs! Knurrig und brummig ging sie auf ihn zu, griff nach der Armbrust und spannte den Bolzen mit einem leisen Klackgeräusch ein. Einsperren.. niemand sperrt eine Graufelsin ein oder hält sie von ihren Pfli...

Bei Cirmiâs was tat sie denn da?! Verwirrt schüttelte sie den Kopf und zog sich eilig von 'ihrem' Rhukum zurück. Was war da nur über sie gekommen, woher kam all die Wut? Besorgt und mit einer gewaltigen Portion Misstrauen sich selbst gegenüber stiefelte die griffige Kalurin in ihr Labor und begann wie eine Besessene für sich Baldrinwurzeln zu zerstampfen.

Verfasst: Samstag 26. November 2016, 17:30
von Der Erzähler
Wenn die Nacht ihre dunkle, weiche Decke über das Land ausbreitet, dann ist es nicht der Mangel an Licht, der selbst die Kaluren in die Betten treibt, sondern der Wunsch nach dem Schlaf der Gerechten und eine Hoffnung auf Erhohlung...
Von sehr viel mehr als verzweifelter Hoffnung konnte auch seit Tagen nicht die Rede sein, denn da drückte nach wie vor eine ätzende Schwäche auf die Gemüter, als nage der Winter jetzt bereits vollends an den Knochen und würde Kraft saugen, wie ein hungriges, boshaftes Kind. Obendrein kam hinzu, dass diese Müdigkeit eben nicht zu vertreiben schien, sondern so ein gemeiner, fieser Dauerzustand blieb, der die Gemüter auf sehr seltsame Art und Weise vergiftete. Während die Gesichter fahler und etwas aschig grauer wurden, loderte im Herzen dann und wann eine so ohnmächtige Wut auf die Mitglieder des eigenen Volkes, mal gezielt auf einzelne und dann wieder auf ganze Sippschaften oder gar das Volk schlechthin, auf, dass dieses Feuer bald drohte, sich gänzlich zu entladen. Was also blieb als, sich trotz der schwindenden Kraft in die Arbeit stürzen, den anderen (wenn irgendwie möglich) erst einmal instinktiv aus dem Weg zu gehen und vor allem die Erlösung im Schlaf zu suchen?

Erlösung... ja...
Wer glaubt, dass Kaluren zu stolz sind, ein Gebet (oder gar mehrere!) zu sprechen, der irrt sich und so waren es viele, mal leise gesprochenen, mal verzweifelt alleine herausgeworfenen Anrufungen an den Vater des Volkes, den Herren des Schmiedefeuers und den Schutzpatron des Berges, den Bären Cirmias, die offenbar den Weg zu ihm fanden.
Er lauschte und beschloss einen Wink zu senden, löffelten seine stolzen Kaluren doch die Suppen, die sie sich selber eingebrockt hatten, am liebsten selber aus. Ein Wink also, ein Zeichen. Es sollte an Baznuk gehen.

Impressionen aus vielerlei Traumszenen:

Du bist nicht alleine, um dich herum sind viele und sie stehen stets gemeinsam. Ihr alle erst bildet das große Ganze und dein Platz in dieser Mitte fühlt sich warm, selig und gesegnet an. Wohlbefinden, Glück, Gemeinschaft. Wie eine schimmernde, blaue Kuppel zieht sich jenes Band des Zusammenhalts über euch hinweg und bildet das Volk der Kaluren.
Da wird plötzlich etwas Anderes in eurer Mitte stark, leuchtet noch heller, schöner und verheißungsvoll. Eine Bärenstatue ist's, so filigran und edel gearbeitet - das wahre Angesicht Cirmis'?
Ihr Licht durchdringt dich und die Anderen, glüht in ihnen und obwohl es so gleißend ist, bemerkst du, dass die Wärme fehlt. Schlimmer noch, es fühlt sich so kalt an und noch während du das Eis in deinen Adern suchst, realisierst du, dass deine Haut grau wird. Du willst deine Freunde ansprechen, doch kein Wort kommt über deine Lippen und sie starren dich mit hasserfüllter, steinerner Miene an. Steinern? Ohja, die Gesichter sind grau und wirken porös, wie schlecht bearbeiteter, kalkhaltiger Stein. Du siehst an ihnen hinauf und kannst sehen, dass die blaue Kuppel der Gemeinschaft von hellen Schlieren durchzogen und zerknittert ist, als würden sich Adern in ein vorher reines Gemenge ziehen und es nach und nach aufsplitten... zersplittern?
Noch während dich die Angst und Panik ergreift und du nicht weißt, ob es der eisige Stein oder der Gemeinschaftszerfall ist, der dein Untergang bedeutet, spürst du eine Bewegung in eurer Mitte - ein Schemen nur, von blauschwarzer Farbe und doch kennst du ihn, weißt dass seine Augen Klugheit und seine Bewegung Kraft bedeuten. Der Bär!
Er nimmt vor der Statue Haltung an und tatsächlich gleichen sie einander von Form und Anmut, dass man glauben könnte, man habe es doch mit einem göttlichen Spiegelbild zu tun. Da erhebt er seine mächtige Tatze und du bist dir zuerst sicher, dass er die Statue zerschmettern will, doch stattdessen legt er sie segnend auf den hölzernen Bärenkopf.
Ein ohrenbetäubendes Getöse erhebt sich, Flügel scheinen um euch herum zu rauschen und ein wütendes Kreischen gellt in deinen Ohren, doch als der Bär die Tatze löst, ist das grelle Glimmen verschwunden und die Wärme kommt zurück, tritt stärkend in die Glieder und lässt nicht nur dich aufatmen. Du siehst dich lächelnd um, bemerkst dass die Gesichter deiner Freunde und Familienmitglieder nicht weiter hässlich entstellt, sondern entspannt und zufrieden wirken.
Als du allerdings zurück zum Bären blicken willst, sind sowohl Schemen als auch Statue verschwunden... doch was ist das? Wo zuvor das hübsche Holzgebilde stand, liegt eine einzelne, blauschwarze Feder und noch als du erschrocken einen Namen rufen willst, erwachst du...


... und damit war es wieder an den Kaluren selbst zu rätseln, zu verstehen und zu handeln.

Verfasst: Samstag 26. November 2016, 21:18
von Baznuk Donnerfaust
Kräftezehrend und aufreibend war die heute Ratssitzung, anders konnte man dieses durcheinander, die Streitlust nicht beschreiben. Baznuk war froh darum das alle Punkte soweit angesprohen und behandelt werde konnten. Eiligst, nachdem die Hammergrund Tochter die Sitzung beendet hatte brachte er den in Ketten gelegten Wühler Belgrom wieder in die Bauhütte. Ein abschließendes kurzes Gespräch folgte noch mit Tharkosch ehe der sich selbst in sein Zimmer im Sippenhaus zurück kehrte. Schlimm waren die Tage. Schlimmer könnten sie noch werden wenn nichts passiert. Alles begann mit dieser vermaledeiten Statue im verschütteten Stollen. Es verging einige Zeit bis der endlich in den Schlaf gefunden hatte, zu aufgewühlt waren seine Gedanken.
Impressionen aus vielerlei Traumszenen:

Du bist nicht alleine, um dich herum sind viele und sie stehen stets gemeinsam. Ihr alle erst bildet das große Ganze und dein Platz in dieser Mitte fühlt sich warm, selig und gesegnet an. Wohlbefinden, Glück, Gemeinschaft. Wie eine schimmernde, blaue Kuppel zieht sich jenes Band des Zusammenhalts über euch hinweg und bildet das Volk der Kaluren.
Da wird plötzlich etwas Anderes in eurer Mitte stark, leuchtet noch heller, schöner und verheißungsvoll. Eine Bärenstatue ist's, so filigran und edel gearbeitet - das wahre Angesicht Cirmias?
Ihr Licht durchdringt dich und die Anderen, glüht in ihnen und obwohl es so gleißend ist, bemerkst du, dass die Wärme fehlt. Schlimmer noch, es fühlt sich so kalt an und noch während du das Eis in deinen Adern suchst, realisierst du, dass deine Haut grau wird. Du willst deine Freunde ansprechen, doch kein Wort kommt über deine Lippen und sie starren dich mit hasserfüllter, steinerner Miene an. Steinern? Ohja, die Gesichter sind grau und wirken porös, wie schlecht bearbeiteter, kalkhaltiger Stein. Du siehst an ihnen hinauf und kannst sehen, dass die blaue Kuppel der Gemeinschaft von hellen Schlieren durchzogen und zerknittert ist, als würden sich Adern in ein vorher reines Gemenge ziehen und es nach und nach aufsplitten... zersplittern?
Noch während dich die Angst und Panik ergreift und du nicht weißt, ob es der eisige Stein oder der Gemeinschaftszerfall ist, der dein Untergang bedeutet, spürst du eine Bewegung in eurer Mitte - ein Schemen nur, von blauschwarzer Farbe und doch kennst du ihn, weißt dass seine Augen Klugheit und seine Bewegung Kraft bedeuten. Der Bär!
Er nimmt vor der Statue Haltung an und tatsächlich gleichen sie einander von Form und Anmut, dass man glauben könnte, man habe es doch mit einem göttlichen Spiegelbild zu tun. Da erhebt er seine mächtige Tatze und du bist dir zuerst sicher, dass er die Statue zerschmettern will, doch stattdessen legt er sie segnend auf den hölzernen Bärenkopf.
Ein ohrenbetäubendes Getöse erhebt sich, Flügel scheinen um euch herum zu rauschen und ein wütendes Kreischen gellt in deinen Ohren, doch als der Bär die Tatze löst, ist das grelle Glimmen verschwunden und die Wärme kommt zurück, tritt stärkend in die Glieder und lässt nicht nur dich aufatmen. Du siehst dich lächelnd um, bemerkst dass die Gesichter deiner Freunde und Familienmitglieder nicht weiter hässlich entstellt, sondern entspannt und zufrieden wirken.
Als du allerdings zurück zum Bären blicken willst, sind sowohl Schemen als auch Statue verschwunden... doch was ist das? Wo zuvor das hübsche Holzgebilde stand, liegt eine einzelne, blauschwarze Feder und noch als du erschrocken einen Namen rufen willst, erwachst du...
Noch in den frühen morgen Stunden schreckte er verschwitzt auf und starrte mit aufgerissenen Augen in die dunkle Nacht. Ja, das muss es sein. Nur das kann uns das Übel aus dem Berg schaffen.
Eiligst kleidete er sich mit dem nötigsten, bevor er sich gleich daran machte für den Abend einen noch fähigen Tross zusammen zu stellen um die Statue aus Ihrem duftenden Grab zu befreien und sie zu Weihen...zumindest glaubte der Priester aus dem Traum heraus das dies den vermeintlichen Fluch brechen würde...

Verfasst: Samstag 26. November 2016, 23:20
von Daz Getwergelyn
*Eine Steintafel von beachtlicher Größe wird trotz der schwierigen Umstände von einem Stoßtrupp bis an die Zähne bewaffneter (bildlich gesprochen, die meisten sind zahnlos) Elitegreise an Tharkosh Graufels zugestellt.
Folgendes ist darauf zu lesen:
  • Cirmias Segen Tharkosh Graufels, Waffenträger des Kal Khazads!

    Folgender Sonderauftrag wird von der Wühlerschaft vergeben:


    Bring dem mächtigen Gotteskrieger Kal Khazad, dem Heiligen ungezählter Schlachten, Scheîpmîr, die übervolle Schiebetruhe mit den ältesten Artefaktwaffen der Runenschmiede.

    Eine davon soll dir verliehen werden um dieser Bedrohung zu begegnen.

    Ruhm und Ehre den Kal Khaz-Graik!

*Daunter prangt das Wühlerwappen des Kal Khazads:*

[img]http://s28.postimg.org/f03he9oml/khaz_graik.png[/img]

Verfasst: Sonntag 27. November 2016, 16:24
von Tharkosh Graufels
Ein angestrengtes Schnaufen ging von Tharkosh aus welcher vor Scheîpmîr gespannt war und mit polternden Lauten durch Nilzadan rollte. Ab und an war zu vernehmen wie etwas metallisches gen Boden schlug, bei genauerem hinsehen verlor das Gefaehrt alle paar Schritte eine der wertvollen Artefaktwaffen des großen Gotteskriegerleins welche den Kaluren wenige Meter weiter stoppen ließen um die verlorenen Artefakte wieder ein zu sammeln und in das Fass zu legen.
Mühevoll ging der Transport von statten, doch Tharkosh war es gewohnt mittlerweile und so stand er letzten Endes vor der Behausung des Kal Khazads.

[img]http://www2.pic-upload.de/img/32192695/6a00e0099229e88833012875a5ff34970c-500wi.jpg[/img]

Verfasst: Sonntag 27. November 2016, 16:56
von Kolgrin Feuerklinge
Knapp zwei Wochen war Kolgrins Ankunft im Nilzadan nun her. Zu Anfang unterschieden sich seine Geschwister hier nicht übermäßig von denen seiner Heimat. Natürlich gab es kleinere kulturelle Unterschiede, was wohl nicht verwundert, wenn man bedenkt wie weit entfernt die beiden Zwergenzivilisationen voneinander entfernt liegen. Das eine Heim im Herzen Gerimors, das andere weit weg im nördlichen Kontinent. Aber abgesehen von solchen Kleinigkeiten waren es Kaluren wie er sie kannte und liebte.

Irgendwann jedoch, vor vielleicht einer Woche, begann er Merkwürdigkeiten zu bemerken. Einige Geschwister stritten sich, wobei hier nicht von einem zivilisierten Streit unter Zwergen die Rede ist, nein. Bei jedem Zank war zu befürchten, dass sich gleich an die Gurgel gegangen wird oder noch schlimmer, die Äxte und Hämmer gezogen werden. Immer öfter wurde er bei seinem Tagesgeschäft und auf seinem Weg durch Nilzadan Zeuge von heftigen Streitereien die hinter verschlossener Türe stattfanden, aber dennoch bis zum Marktplatz zu hören waren.
Kolgrin fragte sich, wieviele Geschwister im Nilzadan wohl schon vom eigenen Volke erschlagen wurden, dieses Verhalten schien ja offenbar normal zu sein im Nilzadan. Es stimmte ihn traurig und... wütend.


Ich beginne eine Abneigung gegen meine eigenen Brüdern und Schwestern zu empfinden. Sie sind hier so anders als in Garabar. Und obschon ich dem Graik von Garabar das, was in Donnerheim geschah nicht verziehen habe, vermisse ich allmählich meine eigene Heimat. Das Lachen der Kinder und Schwestern, die gröhlenden Zechgelage im Graik... im Nilzadan dagegen herrscht Ödnis und Kälte. Ich hasse sie.

Und so verzog er sich immer mehr und immer tiefer in die Mine Nilzadans, wo der vertraute Klang seiner Spitzhacke die Streitereien über ihm auf eine beruhigende Weise übertönte und es auch vermochte, das fortlaufende Echo der Streitigkeiten aus seinem Geist zu bannen.

Was zu Anfang bloß eine Flucht vor den anderen Zwergen war, wurde nach wenigen Tagen zu einer zwanghaften Suche nach Erzadern. Das erste Mal in seinem Leben war er auf Diamanterzadern gestoßen und den Mythen nach soll tief im Nilzadan das heilige Erz Cirmias' liegen: Mithril. Dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr los, er war tagein, tagaus nur noch in der Mine anzutreffen, wer ihn dabei beobachtete konnte sehen wie ein fiebriger Glanz auf seinen Augen lag. Wer ihn übermäßig bei seinen Grabungen störte, konnte die Fratze des Wahns sehen, die die anderen anbellte ihn nicht zu stören, wenn sie nach seinem ersten "Mâhal!" keine Ruhe gaben.

Das Loch, das er seit dem frühen Tagesanbruch schräg in die Erde grub, war nun fast 15 Fuß tief und er atmete das Gestein, erfühlte mit seinen klobigen Kalurenfingern die Erzadern in seiner Umgebung auf der wahngetriebenen Suche. Und schließlich fand er eine kleine, blau funkelnde Ader. Er schlug wie ein Wahnsinniger auf das umliegende Gestein und lockerte so die Erzbrocken darin. Als er das Erz wieder oben unter Fackelschein genauer betrachtete, konnte es keinen Zweifel geben: Mithril!
Kiira hatte ihn beobachtet, und in diesem Moment seiner Freude über den Fund des heiligen Erzes war er befreit von jedem Schatten der Niedertracht. Da sie bei seinem Fund zugegen war, schenkte er ihr einen der beiden Erzbrocken, bestand darauf. Zum einen war die Ader weiter unten noch etwas tiefer, zum anderen wollte er seine Freude mit jemandem teilen. Später, als die Freude ihn nicht mehr völlig vereinnahmte und die Kälte wieder hereinbrach, verfluchte er seine Großzügigkeit.


Warum habe ich ihn ihr nur gegeben? Es war meins... meins alleine! Sie hat es nicht gefunden! Cirmias hat ihn ihr nicht gegeben! Meins! MEIN ERZ!