Die große Veränderung im Norden
- Taliara Levar
- Beiträge: 2125
- Registriert: Donnerstag 3. Januar 2013, 05:23
Es war schon spät als sie endlich die Nachtsaat auf den Acker gebracht hatte. Und doch lagen ihr die Thyren noch am Herzen, sie mit Essen zu versorgen war ihr ein großes Bedürfnis, so machte sich sich daran einige gefüllte Ferkel zuzubereiten und andere Köstlichkeiten die gut sättigten. Dann bepackte sie eines ihrer Packpferde und machte sich auf den Weg dorthin. Nahe Keshras Hof fand sie auch schon das wohl in Eile errichtete Lager jener. Dort angekommen sah sie auch schon die Regimentler Wache haltend dort stehen.
Mit ihrem bepackten Pferd ritt sie einfach gradewegs ins Lager. Viele der dort anwesenden kannte sie nichtmal bis auf Heinrik vom Regiment. Sie reichte ihnen das Essen und bat sie falls es an irgend etwas mangeln sollte es ihr zu sagen. Gleich wurde der Wunsch nach Tabak laut, auch den Wunsch würde sie erfüllen, baute sie ihn doch an. Sie gesellte sich zu ihnen an den Tisch, auf dem waren auch schon die großen Fäßer des Kalurischen Bieres gestellt worden.l Einen Krug trank sie mit ihnen auf die Ahnen. Ein lockerer Plausch kam auf als sich Elyse zu ihnen gesellte. Wie sie erfuhr kam diese gradewegs aus Düstersse, ihre Stellung als lernende Magd hatte sie wohl dort aufgegeben, wie sich herausstellte in Gesprächen war sie nie Alatar gefolgt und scheinbar gefiel es ihr dort nicht, was wohl eher kein Wunder war.
Es war schon spät als sie sich verabschiedete, aber er war ihr ein Bedürfnis umgehend noch den Tabak hin zu bringen und so eilte sie nach der Verabschiedung Heim packte ihn in eine Tasche und brachte ihn noch schnell rüber..
Dann fiel sie müde in die Felle und schlief auch sofort ein.
Mit ihrem bepackten Pferd ritt sie einfach gradewegs ins Lager. Viele der dort anwesenden kannte sie nichtmal bis auf Heinrik vom Regiment. Sie reichte ihnen das Essen und bat sie falls es an irgend etwas mangeln sollte es ihr zu sagen. Gleich wurde der Wunsch nach Tabak laut, auch den Wunsch würde sie erfüllen, baute sie ihn doch an. Sie gesellte sich zu ihnen an den Tisch, auf dem waren auch schon die großen Fäßer des Kalurischen Bieres gestellt worden.l Einen Krug trank sie mit ihnen auf die Ahnen. Ein lockerer Plausch kam auf als sich Elyse zu ihnen gesellte. Wie sie erfuhr kam diese gradewegs aus Düstersse, ihre Stellung als lernende Magd hatte sie wohl dort aufgegeben, wie sich herausstellte in Gesprächen war sie nie Alatar gefolgt und scheinbar gefiel es ihr dort nicht, was wohl eher kein Wunder war.
Es war schon spät als sie sich verabschiedete, aber er war ihr ein Bedürfnis umgehend noch den Tabak hin zu bringen und so eilte sie nach der Verabschiedung Heim packte ihn in eine Tasche und brachte ihn noch schnell rüber..
Dann fiel sie müde in die Felle und schlief auch sofort ein.
Zuletzt geändert von Taliara Levar am Sonntag 6. November 2016, 00:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Nachdenklich saß er am Rand des zu zwei Zelten geschrumpften Lagers, Brett und Kurzdolch in der Hand. Die letzten Gäste waren gegangen, die meisten der thyrischen Flutüberlebenden zusammengepfercht in den Zelten. Sie hatten nicht mehr viel und mussten ihren Gästen -ob Kaluren, Elfen, Menekanern oder Lichtenthalern- die Speisen und Tränke vorsetzen, die sie selbst geliefert hatten. Eine Schmach für die Thyren, die für ihre Gastfreundschaft bekannt waren. Ein Brett schicken, das wäre das Mindeste, dachte er. Er fühlte sich allein.
Doch sie waren da. Die Ahnen waren gnädig. Ein langer Winter hätte sie dahingerafft - wären die anderen nicht dagewesen, die mit Holz, Nahrung und geistiger Stärke geholfen hätten.
Allen voran die Kaluren - ein stolzes Volk, wie er fand. Sie reichten ihnen gerade einmal bis vor die Knie, doch waren sie stark, stolz und ohne Groll. Ihr Hohepriester, ein weiser Zwerg namens Baznuk und all seine fleissigen Leute - Man musste sie nicht bitten. Man sagt, sie würden nur des Reichtums wegen graben - die Thyren wussten es anders.
Die Elfen, die in all ihrer Not um den Kampf um ihre Stadt und ihren Wald als ihre nächsten Partner herbeigeeilt waren, als die Not am dringensten war - er selbst hatte im Kampf um Ered Luin zusammen mit den wenig übrig gebliebenen Sturmheulern teilgenommen und einen Fingerkuppen verloren. Die Handvoll Thyren war keine große Armee, aber sie kämften wild und stark. Thalion oder "Y" wie er ihn nannten fielen ihm ein.
Die Menekaner, die Wüstenkinder im Süden, tausende Fußmärsche weit entfernt, weiter, als manch ein Nordmann je gelaufen ist - selbst sie hatten Nahrung geschickt.
Die Lichtenthaler - diese sonst so fremden Stadtmenschen. Sie waren ihnen fremd mit ihren Regeln und Gepflogenheiten - und doch kamen sie zahlreich und nie mit leeren Händen. Der Winter würde lang werden, das hatte er im Gefühl. Ihre Adeligen, noch öfter einfache Bürger kamen, wenn sie von der Sturmkatastrophe gehört hatten - und boten Hilfe. Helinsande, Henrik, Taliar, Nyome und wie sie sonst hießen - offenbar konnten sie ihnen mehr vertrauen, als ihnen lieb war.
Und da waren diese Menschen - frei von irgendeinem Glaube oder Reich - stets hatte er sie gemieden, dann ihren Wert erkannt - Iggy, Elyse oder sonstwie - auch sie waren gekommen. Und unbedarft.
Kurz nickte er, dann dachte er an den Letharen in Bajrd. Ein scharfzüngiger, gefährlicher Kerl, den sie Zyd nannten. Er fragte sie nach ihrem Glauben, nannte sie gottlos. Doch das war ein falsches Wort. Er meinte zu wissen, dass ihre Welt zu begrenzt sei - was bedeutete Gottlosigkeit schon.
Er stand auf und warf das Brett in die Ecke. Kurz versuchte er ins Weiberzelt zu linsen, während er ins Schlafzelt schlenderte. Gottlos? "Weiss der Teufel, wenns Ihn gibt", murmelte er, als er in den Fellen lag.
Doch sie waren da. Die Ahnen waren gnädig. Ein langer Winter hätte sie dahingerafft - wären die anderen nicht dagewesen, die mit Holz, Nahrung und geistiger Stärke geholfen hätten.
Allen voran die Kaluren - ein stolzes Volk, wie er fand. Sie reichten ihnen gerade einmal bis vor die Knie, doch waren sie stark, stolz und ohne Groll. Ihr Hohepriester, ein weiser Zwerg namens Baznuk und all seine fleissigen Leute - Man musste sie nicht bitten. Man sagt, sie würden nur des Reichtums wegen graben - die Thyren wussten es anders.
Die Elfen, die in all ihrer Not um den Kampf um ihre Stadt und ihren Wald als ihre nächsten Partner herbeigeeilt waren, als die Not am dringensten war - er selbst hatte im Kampf um Ered Luin zusammen mit den wenig übrig gebliebenen Sturmheulern teilgenommen und einen Fingerkuppen verloren. Die Handvoll Thyren war keine große Armee, aber sie kämften wild und stark. Thalion oder "Y" wie er ihn nannten fielen ihm ein.
Die Menekaner, die Wüstenkinder im Süden, tausende Fußmärsche weit entfernt, weiter, als manch ein Nordmann je gelaufen ist - selbst sie hatten Nahrung geschickt.
Die Lichtenthaler - diese sonst so fremden Stadtmenschen. Sie waren ihnen fremd mit ihren Regeln und Gepflogenheiten - und doch kamen sie zahlreich und nie mit leeren Händen. Der Winter würde lang werden, das hatte er im Gefühl. Ihre Adeligen, noch öfter einfache Bürger kamen, wenn sie von der Sturmkatastrophe gehört hatten - und boten Hilfe. Helinsande, Henrik, Taliar, Nyome und wie sie sonst hießen - offenbar konnten sie ihnen mehr vertrauen, als ihnen lieb war.
Und da waren diese Menschen - frei von irgendeinem Glaube oder Reich - stets hatte er sie gemieden, dann ihren Wert erkannt - Iggy, Elyse oder sonstwie - auch sie waren gekommen. Und unbedarft.
Kurz nickte er, dann dachte er an den Letharen in Bajrd. Ein scharfzüngiger, gefährlicher Kerl, den sie Zyd nannten. Er fragte sie nach ihrem Glauben, nannte sie gottlos. Doch das war ein falsches Wort. Er meinte zu wissen, dass ihre Welt zu begrenzt sei - was bedeutete Gottlosigkeit schon.
Er stand auf und warf das Brett in die Ecke. Kurz versuchte er ins Weiberzelt zu linsen, während er ins Schlafzelt schlenderte. Gottlos? "Weiss der Teufel, wenns Ihn gibt", murmelte er, als er in den Fellen lag.
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Gast
- Es war nun schon einige Tage her, dass sie eiligst das Fort und ihre Heimat verlassen mussten.
Wie auch schon ihre Vorfahren, wurden nun auch sie vertrieben. Die Quelle war zwar diesmal eine andere, doch hatte es das Volk schwer getroffen. Weniger betraf es die Zahl der Verletzten oder gart Toten, sondern wurde ihre Hoffnung und Zuversicht stark angegriffen.
Was hatten die Ahnen und Geister nur mit ihnen vor, dass sie sie auf solch eine Probe stellten? Ihnen ihr trautes Heim nahmen, wo sie doch wussten, dass dieses voller Stolz bewohnt und verteidigt wurde.
Er hatte sich einen Baum als Aussichtspunkt ausgesucht, um seiner Aufgabe als Schwert auch in dieser Lage weiter nachzugehen.
Er hatte Ausblick über das improvisierte Lager. Es war gefüllt mit seinen Leuten, aber ebenso auch Gästen, Freunden und Helfern. Viele, aus allen Himmelsrichtungen angeströmt, kamen ihnen zu Hilfe. Freunde, die von ihrer Lage mitbekommen hatten, standen ihnen bei. Und trotz der Umstände, wusste sein Volk sich in den Traditionen treu zu bleiben. So wurde jeder mit Speis und Trunk versorgt und konnte die auch sonst herrschende nordische Gastfreundschaft erfahren.
Das Lager selbst bot mit den zwei Schlafzelten das Nötigste. Aber die Sturmheuler waren die Nähe zu ihren Brüdern und Schwestern gewohnt, so störte sich Niemand daran, gemeinsam darin zu schlafen. Ganz im Gegenteil, war man sogar froh nicht alleine zu sein.
Die Befestigung um das Lager war gewohnt solide. Palisaden aus Holz wurden rund herum errichtet, nachdem man den ein oder anderen feindlichen Späher ausgemacht hatte.
Diese Art der Verteidigungsanlage fand auch bei den Städter Anerkennung und wurde keineswegs feindselig oder bedrohlich aufgenommen.
Es war fast schon etwas schade, dass es erst solch eine Notlage brauchte, damit sich unsere Völker wieder etwas näher kamen. Etwas, das, sollten wir wieder irgendwann unsere Heimat zurück erobern können, ändern sollten.
Der Blick wanderte gen Nordosten.
Das Wasser stand immer noch hoch.
Und nachdem am gestrigen Tag schon Teile und Trümmer des Forts angeschwemmt wurden, lies sich wenig Hoffnung schöpfen, dass das Fort den Wassermengen Stand gehalten hatte. Es war gar nicht auszumalen, in welchem Zustand sie es vorzufinden vermochten. Ob das Wasser nur alles heraus gespült hatte, oder die Struktur so in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass nichts mehr davon übrig war.
Die Zukunft wird zeigen, welchen weg das Volk des Nordens beschreiten wird. Doch egal wie steinig und hart er werden würde, sie würden zusammenhalten.
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Kjell
Endlich konnte es beginnen und so tat er was nun nötig war und griff sich einige größere Bretter und fing an mit Kohlestiften drauf zu arbeiten. Langsam ging es zuerst voran und manches Brett wurde nach langem betrachten doch ins Feuer geworfen, aber einige wurden zur Seite gelegt. Dann machte er sich daran einen großen Tisch zu bauen, zwei mal zwei Schritt, und jener wurde dann mit dem Vorschlag bemalt. Schritt für Schritt wurde deutlich was hier entsteht, ist nichts Anderes, als eine Zeichnung eines neuen Dorfes. Die neue Heimat der Thyren.
[URL=http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=a42836-1478522801.jpg][img]http://www.bilder-upload.eu/thumb/a42836-1478522801.jpg[/img][/URL]
Danach ging es erst richtig los. Baumaterial musste her Holz aber nicht einzelne Bretter nein es wurden ganze Stämme benötigt, der Winter nahte daher musste es schnell gehen. Die Stämme sollten möglichst gleichmäßig gewachsen sein und daher stand es klar welche Bäume es galt zu fällen, es war die Stämme der Zedern und Eichen.
Als weiteres stand auf seiner liste Harz und Rinderblut um die Stämme gegen das Wetter zu schützen. Damit sollten die Stämme bestrichen werden nach ihrer Bearbeitung.
Doch das wichtigste wäre die Mengen an Stroh zu beschaffen für die Deckung der Dächer. Dazu einige Schindeln aus Holz sägen und zurecht hobeln.
Eine menge Arbeit würde da auf die Holzhände und Claner zukommen. Doch eines war Kjell klar, es geht nur wenn alle zusammenlangen und die Ahnen den rechten Platz für die neue Heimat der Thyren offenbaren.
Doch bevor es richtig los gehen kann müssen die Claner mit dem Plan einverstanden sein.
[URL=http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=a42836-1478522801.jpg][img]http://www.bilder-upload.eu/thumb/a42836-1478522801.jpg[/img][/URL]
Danach ging es erst richtig los. Baumaterial musste her Holz aber nicht einzelne Bretter nein es wurden ganze Stämme benötigt, der Winter nahte daher musste es schnell gehen. Die Stämme sollten möglichst gleichmäßig gewachsen sein und daher stand es klar welche Bäume es galt zu fällen, es war die Stämme der Zedern und Eichen.
Als weiteres stand auf seiner liste Harz und Rinderblut um die Stämme gegen das Wetter zu schützen. Damit sollten die Stämme bestrichen werden nach ihrer Bearbeitung.
Doch das wichtigste wäre die Mengen an Stroh zu beschaffen für die Deckung der Dächer. Dazu einige Schindeln aus Holz sägen und zurecht hobeln.
Eine menge Arbeit würde da auf die Holzhände und Claner zukommen. Doch eines war Kjell klar, es geht nur wenn alle zusammenlangen und die Ahnen den rechten Platz für die neue Heimat der Thyren offenbaren.
Doch bevor es richtig los gehen kann müssen die Claner mit dem Plan einverstanden sein.
- Einarr Bunjam
- Beiträge: 377
- Registriert: Samstag 27. August 2016, 00:02
Es war schon tief in der Nacht, also auch die letzten Nordmänner völlig erschöpft in die Felle gefallen sind. Der riesige Schutthaufen war endlich abgetragen. Das modrige Holz und die um gefällten Baumstämme wurden mühselig mit den Gäulern und unter Hilfe von zahlreichen Städter, Zwergen, Elfen, ja sogar das Wüstenvolk war kurz vertreten und hat mit Schaufeln tatkräftig dem langersehnten Erfolg entgegengearbeitet.
Immer wieder hatte er – Einarr, Sohn von Galinn – die Helfer und Sturmheuler damit motiviert, dass unter den Trümmern noch heile Fässer Met liegen. Viele schauten ihn unglaubwürdig an, aber dann präsentierte er ein halb volles Fass voller Met. Ließ jeden einmal davon kosten und schon war die Motivation wieder riesen groß. Ein Glück, dass sie nicht bemerkt hatten, dass ein volles Metfass aus dem Lager verschwunden ist und in den Besitz des Skalden übergangen ist. Aber das wird wohl nur Eylif merken.
Aber verzeihen werden sie es ihm sicher. Schließlich haben sie die Arbeit schneller gemeistert, als den den Holzwürmern lieb war, die noch völlig in der Planung des neuen Dorfes sind. Niemand hätte auch damit gerechnet, dass so viele fremde Hände mit anpacken und den Schutthaufen wegschaffen.
Schnell erblickten sie auch den ersten Erfolg. Die ersten Rehe und Schwalben kamen zurück auf das stolze Land der Thyren. Bald werden hier wierend und galoppierend die Kaltblüter über die Wiesen fetzen. Das Met Fässerweise am Lagerfeuer geleert und Lieder über die Sturmflut gesungen, wie die Sturmheuler diese mit Leichtigkeit bezwungen konnten.
Traurig aber blickten sie auf die ehemalige Mine zurück. Die Landmasse hat die heftige Sturmflut nicht überstanden und wurde nahezu völlig vom Meer abgetragen. Auch der Hain und der Fjord konnten der Sturmflut nicht trotzen. Aber die Hauptsache war schließlich, dass alle Nordmänner und-frauen die Flut überstanden haben.
Ein Neuanfang stand bevor ...
Immer wieder hatte er – Einarr, Sohn von Galinn – die Helfer und Sturmheuler damit motiviert, dass unter den Trümmern noch heile Fässer Met liegen. Viele schauten ihn unglaubwürdig an, aber dann präsentierte er ein halb volles Fass voller Met. Ließ jeden einmal davon kosten und schon war die Motivation wieder riesen groß. Ein Glück, dass sie nicht bemerkt hatten, dass ein volles Metfass aus dem Lager verschwunden ist und in den Besitz des Skalden übergangen ist. Aber das wird wohl nur Eylif merken.
Aber verzeihen werden sie es ihm sicher. Schließlich haben sie die Arbeit schneller gemeistert, als den den Holzwürmern lieb war, die noch völlig in der Planung des neuen Dorfes sind. Niemand hätte auch damit gerechnet, dass so viele fremde Hände mit anpacken und den Schutthaufen wegschaffen.
Schnell erblickten sie auch den ersten Erfolg. Die ersten Rehe und Schwalben kamen zurück auf das stolze Land der Thyren. Bald werden hier wierend und galoppierend die Kaltblüter über die Wiesen fetzen. Das Met Fässerweise am Lagerfeuer geleert und Lieder über die Sturmflut gesungen, wie die Sturmheuler diese mit Leichtigkeit bezwungen konnten.
Traurig aber blickten sie auf die ehemalige Mine zurück. Die Landmasse hat die heftige Sturmflut nicht überstanden und wurde nahezu völlig vom Meer abgetragen. Auch der Hain und der Fjord konnten der Sturmflut nicht trotzen. Aber die Hauptsache war schließlich, dass alle Nordmänner und-frauen die Flut überstanden haben.
Ein Neuanfang stand bevor ...
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Urda Bunjam
Sie war fassungslos, als sie an die Stelle trat wo man eigendlich hätte zum Hain gelangen sollen...
Sie sank hinunter auf die Knie...
wollte scheiend Heulen...
doch kein Laut drang aus ihrer Kehle...
Sie waren verloren!
Ihr Volk war verloren!
Verloren!
Bei allen Ahnen das durfte nicht war sein!
.
.
.
.
.
Irgendwann trat Earon hinter sie. Die Worte die er sagte lösste ihre Starre. Er fragte, hoffte... und machte sie dadurch wütend. Der Hain war weg. Alles war weg. Sah er das nicht?
Doch er sah es. Urda sah es ihm an und kraftlos sank sie wieder zurück. Wie konnte er trotzdem nur so elendig hoffungsvoll sein? Sie hasste ihn in dem Moment dafür. Sie litt so sehr und nichtmal das wollte er ihr lassen.
Hoffung!
Die Vorstellung tat fast noch mehr weh als der Verlust. Bis sich ganz leise, von Hinten, ein Gedanke einschlich. Was währe wenn....
Earon und sie gingen zum Alten. Urda traute sich nicht, bis Earons Ruf erklang es währe wohl alles gut. Schritt und Schritt trat sie näher ging auf die Knie und beugte sich vor. Sie nahm wardes eine der Sumpfweiber leis hinzutrat, konzentierte sich jedoch auf die Geisterwelt. es musste gehen!
Es betand eine Verbindung zwischen dem Alten und den Jungen. Der Geist des Alten (am ehesten war er mit einer Art moosbewachsene, rindenhäutige Kragenechse zu vergleichen) tauchte vorran und sie drei hinterher. Der Geist sprach nicht und Urda fragte nicht. So glitten sie immer weiter bis sie die Verbindung zum Jungen fanden.
Er war noch da!
Aber weiter kamen sie nicht. Die hervorschnellende "Frosch-"zunge traf Urda auf Herzhöhe und nur Bruchteile später auch an der Stirn. Das brach ihre Konzentration und der Sog, zurück in ihren Körper, übernahm.
Sie fiel schweissgebadet rücklings ins nasse Gras. Wenn sie den Jungen finden wollen würde, bräuchte sie ihre Welpen. Sie müsste weiter gehen als heute, müsste die Verbindung zu ihrem Körper kappen, aber sie würde ihn finden! Er war noch nicht verloren.
Die Thyren waren noch nicht verloren!
Sie sank hinunter auf die Knie...
wollte scheiend Heulen...
doch kein Laut drang aus ihrer Kehle...
Sie waren verloren!
Ihr Volk war verloren!
Verloren!
Bei allen Ahnen das durfte nicht war sein!
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Irgendwann trat Earon hinter sie. Die Worte die er sagte lösste ihre Starre. Er fragte, hoffte... und machte sie dadurch wütend. Der Hain war weg. Alles war weg. Sah er das nicht?
Doch er sah es. Urda sah es ihm an und kraftlos sank sie wieder zurück. Wie konnte er trotzdem nur so elendig hoffungsvoll sein? Sie hasste ihn in dem Moment dafür. Sie litt so sehr und nichtmal das wollte er ihr lassen.
Hoffung!
Die Vorstellung tat fast noch mehr weh als der Verlust. Bis sich ganz leise, von Hinten, ein Gedanke einschlich. Was währe wenn....
Earon und sie gingen zum Alten. Urda traute sich nicht, bis Earons Ruf erklang es währe wohl alles gut. Schritt und Schritt trat sie näher ging auf die Knie und beugte sich vor. Sie nahm wardes eine der Sumpfweiber leis hinzutrat, konzentierte sich jedoch auf die Geisterwelt. es musste gehen!
Es betand eine Verbindung zwischen dem Alten und den Jungen. Der Geist des Alten (am ehesten war er mit einer Art moosbewachsene, rindenhäutige Kragenechse zu vergleichen) tauchte vorran und sie drei hinterher. Der Geist sprach nicht und Urda fragte nicht. So glitten sie immer weiter bis sie die Verbindung zum Jungen fanden.
Er war noch da!
Aber weiter kamen sie nicht. Die hervorschnellende "Frosch-"zunge traf Urda auf Herzhöhe und nur Bruchteile später auch an der Stirn. Das brach ihre Konzentration und der Sog, zurück in ihren Körper, übernahm.
Sie fiel schweissgebadet rücklings ins nasse Gras. Wenn sie den Jungen finden wollen würde, bräuchte sie ihre Welpen. Sie müsste weiter gehen als heute, müsste die Verbindung zu ihrem Körper kappen, aber sie würde ihn finden! Er war noch nicht verloren.
Die Thyren waren noch nicht verloren!
Zuletzt geändert von Urda Bunjam am Dienstag 8. November 2016, 13:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Gast
Die Prüfung war also noch nicht vorbei.
Es hatte vor einigen Monden damit angefangen, dass Teile des Waldes auf Stormmouve abstarben und der Ahnenbaum, den die Druiden bewachten, viel zu spät aus seinem Winterschlaf erwachte.
In gemeinsamer Runde hatten Schwestern und Druiden im Tal der Übersetzung des alten Bretts gelauscht.
Hatten die Kunde des Erzürnens der Ahnen und der Totems vernommen.
Und gemeinsam hatten sie eines beschlossen: Sie würden beistehen und helfen!
Als der Kriegsdämon mit seiner höllischen Armee Wulfgard belagerte, wirkte sie im großen Ritual mit, um den Dämon verwundbar zu machen und zu erschlagen.
Als Urda beschloss den Ahnenbaum (der Alte) zu heilen und ihm die fehlende Blütezeit zurückzugeben, die er im langen Schlaf verloren hatte, standen ihr Schwestern und Druiden bei.
Es schien, als wäre die erste Etappe der Prüfung bestanden und Ruhe kehrte ein.
Doch, als sie das tosende Donnern des Wassers hörten und sie alle abgehetzt aus Wulfgard flohen, wusste Veilya, dass es noch nicht vorbei war.
Auch diesmal stellte sie sich ohne große Worte an Urdas Seite und half ihr der Wassermassen Herr zu werden, bis jene an der Brücke zum ursprünglichen Festland Halt machten und sich in den Fluss ergossen.
An den darauf folgenden Tagen packte sie sich eine Schaufel, um beim Schutt einsammeln zu helfen, während sie viele Fragen bei der schweißtreibenden Arbeit beschäftigten.
War dieser Niedergang ein solcher, der Platz für Neues schaffte?
Wo war der Hain der Geisterrufer? Wo war der zweite Ahnenbaum?
Und egoistischerweise besorgte sie am Meisten die verschwundene Donnereiche...immerhin hatten 'sie' eine besondere Bindung zu jenen.
Als sie am Abend Urda und Earon auf dem Plateau antraf, verhielt sie sich leise, um Urda nicht zu stören.
Sie setzte sich zu Earon ins Gras und tauschte mit ihm gedämpfte Worte aus.
Sie beide machten sich Sorgen um Urda:
Der Thain war verschollen.
Lidwina verschollen.
Und so lastete die Verantwortung der Führung des Rudels zu beträchtlichen Teilen auf den Schultern ihrer Freundin.
Und bedauerlicherweise merkte man ihr diese Last an.
Das kämpferische Aufbäumen Urdas, gleich einer Mutter, die ihren Wurf schütze, als der Dämon ihren Schutzkreis sprengte...
Das verbissene Umgraben des Flussbettes, selbst dann noch, als die Wassermassen zurückgingen...bis Elu's sanfte Berührung sie beruhigte.
Das verzweifelte Fiepsen und Wimmern, als Urda das Fehlen des Ahnenbaums (der Junge) und Hains bewusst wurde.
Und so blieb Veilya nur eines zu tun: Beizustehen und zu helfen, so wie sie es von Anfang an beschlossen hatten.
Mitfühlende, verständnisvolle Blicke. Stummes, helfendes Wirken...
"Du hast recht, Earon. Es ist eine harte und schwere Zeit der Prüfungen, sowohl für das Volk der Thyren, wie auch für Urda.
Wir können an ihrer Seite stehen und ihr helfen, soweit es uns möglich ist.
Doch wir sollten sie nicht von ihrem Weg abbringen, auch wenn wir meinen eine andere oder bessere Lösung zu sehen..."
Es hatte vor einigen Monden damit angefangen, dass Teile des Waldes auf Stormmouve abstarben und der Ahnenbaum, den die Druiden bewachten, viel zu spät aus seinem Winterschlaf erwachte.
In gemeinsamer Runde hatten Schwestern und Druiden im Tal der Übersetzung des alten Bretts gelauscht.
Hatten die Kunde des Erzürnens der Ahnen und der Totems vernommen.
Und gemeinsam hatten sie eines beschlossen: Sie würden beistehen und helfen!
Als der Kriegsdämon mit seiner höllischen Armee Wulfgard belagerte, wirkte sie im großen Ritual mit, um den Dämon verwundbar zu machen und zu erschlagen.
Als Urda beschloss den Ahnenbaum (der Alte) zu heilen und ihm die fehlende Blütezeit zurückzugeben, die er im langen Schlaf verloren hatte, standen ihr Schwestern und Druiden bei.
Es schien, als wäre die erste Etappe der Prüfung bestanden und Ruhe kehrte ein.
Doch, als sie das tosende Donnern des Wassers hörten und sie alle abgehetzt aus Wulfgard flohen, wusste Veilya, dass es noch nicht vorbei war.
Auch diesmal stellte sie sich ohne große Worte an Urdas Seite und half ihr der Wassermassen Herr zu werden, bis jene an der Brücke zum ursprünglichen Festland Halt machten und sich in den Fluss ergossen.
An den darauf folgenden Tagen packte sie sich eine Schaufel, um beim Schutt einsammeln zu helfen, während sie viele Fragen bei der schweißtreibenden Arbeit beschäftigten.
War dieser Niedergang ein solcher, der Platz für Neues schaffte?
Wo war der Hain der Geisterrufer? Wo war der zweite Ahnenbaum?
Und egoistischerweise besorgte sie am Meisten die verschwundene Donnereiche...immerhin hatten 'sie' eine besondere Bindung zu jenen.
Als sie am Abend Urda und Earon auf dem Plateau antraf, verhielt sie sich leise, um Urda nicht zu stören.
Sie setzte sich zu Earon ins Gras und tauschte mit ihm gedämpfte Worte aus.
Sie beide machten sich Sorgen um Urda:
Der Thain war verschollen.
Lidwina verschollen.
Und so lastete die Verantwortung der Führung des Rudels zu beträchtlichen Teilen auf den Schultern ihrer Freundin.
Und bedauerlicherweise merkte man ihr diese Last an.
Das kämpferische Aufbäumen Urdas, gleich einer Mutter, die ihren Wurf schütze, als der Dämon ihren Schutzkreis sprengte...
Das verbissene Umgraben des Flussbettes, selbst dann noch, als die Wassermassen zurückgingen...bis Elu's sanfte Berührung sie beruhigte.
Das verzweifelte Fiepsen und Wimmern, als Urda das Fehlen des Ahnenbaums (der Junge) und Hains bewusst wurde.
Und so blieb Veilya nur eines zu tun: Beizustehen und zu helfen, so wie sie es von Anfang an beschlossen hatten.
Mitfühlende, verständnisvolle Blicke. Stummes, helfendes Wirken...
"Du hast recht, Earon. Es ist eine harte und schwere Zeit der Prüfungen, sowohl für das Volk der Thyren, wie auch für Urda.
Wir können an ihrer Seite stehen und ihr helfen, soweit es uns möglich ist.
Doch wir sollten sie nicht von ihrem Weg abbringen, auch wenn wir meinen eine andere oder bessere Lösung zu sehen..."
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 8. November 2016, 14:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Der Erzähler
Einige Tage waren nun vergangen seit das stolze Volk im Norden von der großen Flutwelle getroffen wurde. Viele retteten sich in letzter Sekunde über die Brücke im Westen ehe die Wassermassen Sturmouve erreichten und verschlangen. Der Schock war ihnen allen buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Zwar war das Rudel auf Ereignisse vorbereitet, jedoch überstieg das Ausmaß der Katastrophe ihre Vorstellungskraft bei Weitem. Es blieb nicht einmal die Zeit das Nötigste auf ihre Rösser zu verladen und so wurde alles Materielle zurückgelassen...
Die Claner waren noch damit beschäftigt einige ihrer Brottr und Sistr über die Klippen ans Ufer zu ziehen als auch schon die ersten Wanderer und Späher hinzukamen. Menschen, Kaluren und Elfen waren herbeigeeilt um sich ein Bild der Lage zu verschaffen. Die Auswirkungen der Welle waren bis weit ins Innere Gerimors zu hören gewesen. Aus freien Stücken sicherten viele ihre Hilfe zu und ließen sogleich Taten folgen...
Es dauerte drei Tage und drei Nächte bis Überflutung die verbleibende Landmasse zum Vorschein brachte. Erstmals seit der verheerenden Welle setzten die Clanner einen Fuß auf ihr Land. In der großen Hoffnung noch Vermisste unter den Trümmern zu finden arbeiteten sie sich Schritt für Schritt durch das zurückgebliebene Chaos. Umgestürzte Bäume, matschige Erde und haufenweise Geröll musste aus dem Weg geschaffen werden um nach den ersten Stunden knochenharter Arbeit traurige Gewissheit zu erlangen. Wulfgard das Fort der Sturmheuler konnte den Wassermassen nicht trotzen. Das einst so große und standhafte Bollwerk und Heim des Volkes in Trümmer zerschlagen und in Schlamm gebettet…
Das Volk war sich einig und entschlossen ihrem Land nicht den Rücken zuzukehren. So wurde umgehend mit der großflächigen Beseitigung der Trümmer begonnen. Die Holzhände, die Baumeister des Volkes waren tagsüber damit beschäftigt brauchbare Stämme vom unnützen Treibholz zu selektieren. Kein saftiger Baum soll unnütze gefallen sein. Nach dem Abendbrot saßen sie oft Stunden am Feuer um den Clanern einige Vorschläge zu unterbreiten wie die zukünftige Heimat des Volkes aussehen könnte. Nach zig Vorschlägen hatte man sich später auf einen Entwurf geeinigt. Der Hof habe oberste Priorität. Er soll am Fuße des Berges eingebettet sein wo einst das mächtige Fort thronte. Eine große Halle soll nördlich des Hafens auf der Lichtung errichtet werden. Später folgen rundum Kerlekammer und Weyberkammer sowie die Händeecke mit großem Lager. Rund um jenes Zentrum können die Clanner später ihr eigenes Heim errichten sodass später eine kleine heimelige Siedlung erwächst. Wehranlagen auf Höhe der Brücke, beim Hafen und Wachtürme gen Süden um gegen Angriffe der Federweiber gewappnet zu sein….
Gleich am nächsten Morgen liefen die Vorarbeiten für den Neubau an. Die Clanner teilen sich in 2 Gruppen. Die Eine greift den Holzhänden unter die Arme um die nötigen Balken und Stämme in Form und Länge zu bringen. Die Andere kümmert sich um die Bodengegebenheiten. Sie tragen Hügel ab und stopfen störende Furchen um eine solide Basis für den Wiederaufbau zu schaffen. Es wird wohl nicht lange dauern, wird mit dem Bau der ersten Hütte begonnen werden...
Die Claner waren noch damit beschäftigt einige ihrer Brottr und Sistr über die Klippen ans Ufer zu ziehen als auch schon die ersten Wanderer und Späher hinzukamen. Menschen, Kaluren und Elfen waren herbeigeeilt um sich ein Bild der Lage zu verschaffen. Die Auswirkungen der Welle waren bis weit ins Innere Gerimors zu hören gewesen. Aus freien Stücken sicherten viele ihre Hilfe zu und ließen sogleich Taten folgen...
Es dauerte drei Tage und drei Nächte bis Überflutung die verbleibende Landmasse zum Vorschein brachte. Erstmals seit der verheerenden Welle setzten die Clanner einen Fuß auf ihr Land. In der großen Hoffnung noch Vermisste unter den Trümmern zu finden arbeiteten sie sich Schritt für Schritt durch das zurückgebliebene Chaos. Umgestürzte Bäume, matschige Erde und haufenweise Geröll musste aus dem Weg geschaffen werden um nach den ersten Stunden knochenharter Arbeit traurige Gewissheit zu erlangen. Wulfgard das Fort der Sturmheuler konnte den Wassermassen nicht trotzen. Das einst so große und standhafte Bollwerk und Heim des Volkes in Trümmer zerschlagen und in Schlamm gebettet…
Das Volk war sich einig und entschlossen ihrem Land nicht den Rücken zuzukehren. So wurde umgehend mit der großflächigen Beseitigung der Trümmer begonnen. Die Holzhände, die Baumeister des Volkes waren tagsüber damit beschäftigt brauchbare Stämme vom unnützen Treibholz zu selektieren. Kein saftiger Baum soll unnütze gefallen sein. Nach dem Abendbrot saßen sie oft Stunden am Feuer um den Clanern einige Vorschläge zu unterbreiten wie die zukünftige Heimat des Volkes aussehen könnte. Nach zig Vorschlägen hatte man sich später auf einen Entwurf geeinigt. Der Hof habe oberste Priorität. Er soll am Fuße des Berges eingebettet sein wo einst das mächtige Fort thronte. Eine große Halle soll nördlich des Hafens auf der Lichtung errichtet werden. Später folgen rundum Kerlekammer und Weyberkammer sowie die Händeecke mit großem Lager. Rund um jenes Zentrum können die Clanner später ihr eigenes Heim errichten sodass später eine kleine heimelige Siedlung erwächst. Wehranlagen auf Höhe der Brücke, beim Hafen und Wachtürme gen Süden um gegen Angriffe der Federweiber gewappnet zu sein….
Gleich am nächsten Morgen liefen die Vorarbeiten für den Neubau an. Die Clanner teilen sich in 2 Gruppen. Die Eine greift den Holzhänden unter die Arme um die nötigen Balken und Stämme in Form und Länge zu bringen. Die Andere kümmert sich um die Bodengegebenheiten. Sie tragen Hügel ab und stopfen störende Furchen um eine solide Basis für den Wiederaufbau zu schaffen. Es wird wohl nicht lange dauern, wird mit dem Bau der ersten Hütte begonnen werden...
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Kjell
Nach dem Beschluss wie es nun gemeinschaftlich weiter gehe, machte sich Kjell dran die Pläne zu erstellen nach den Wünschen der anwesenden Thyren. Schnell wurden Breiböcke und Zweibaum erstellt zum bewegen der schweren Holzbalken. Ebenso wurde eine Zimmerei eingerichtet in welcher das gesammelte Holz sich schnell stapelte.
Mitten in der Freiluftzimmerei stand der große Tisch mit dem Plan wie es mal werden sollte sowie einiger anderer Tische mit den einzelnen Gebäuden darauf.
Ein Wettlauf gegen die Zeit begann den der Winter naht. Schnell war klar was die ersten Bauprojekte waren, der Bauernhof und danach die Methalle. Ehe es mit den Werkstätten und Wohnhäuser weiter geht.
Nach prüfen der Böden begann sogleich das festigen des Untergrundes durch versenken von Pfählen zur Gründung einer Stützereihe. Auf dieser sollten später mit Querbalken die Häuser darauf angebracht werden.
Akyr und Kjell teilten sich die Aufgaben so gut es ging oder übergaben nach Einweisung an andere einzelne Abschnitte. Es waren nun mal nur zwei Holzhände.
Auch an Halgar erging eine bitte die Fertigung von Nägel und Balkenschuhen um die Zapfverbindungen zusätzlich mit geschmiedetem Eisen zu sichern.
Jeder faste mit an, dort wo er gebraucht wurde egal ob beim Fällen von Bäumen und deren Bewegung zur Säge, oder an den Winden um die fertigen Stämme zu einer Wand zu vereinigen. Wieder andere drehten Seile oder begannen Gerüste zu errichten. Alles ging wie nicht anders zu erwarten Hand in Hand.
So ging es voran mit der Axt, Spaten, Hammer , Säge und den Hobel auf das Wulfgard neu erwache.
Mitten in der Freiluftzimmerei stand der große Tisch mit dem Plan wie es mal werden sollte sowie einiger anderer Tische mit den einzelnen Gebäuden darauf.
Ein Wettlauf gegen die Zeit begann den der Winter naht. Schnell war klar was die ersten Bauprojekte waren, der Bauernhof und danach die Methalle. Ehe es mit den Werkstätten und Wohnhäuser weiter geht.
Nach prüfen der Böden begann sogleich das festigen des Untergrundes durch versenken von Pfählen zur Gründung einer Stützereihe. Auf dieser sollten später mit Querbalken die Häuser darauf angebracht werden.
Akyr und Kjell teilten sich die Aufgaben so gut es ging oder übergaben nach Einweisung an andere einzelne Abschnitte. Es waren nun mal nur zwei Holzhände.
Auch an Halgar erging eine bitte die Fertigung von Nägel und Balkenschuhen um die Zapfverbindungen zusätzlich mit geschmiedetem Eisen zu sichern.
Jeder faste mit an, dort wo er gebraucht wurde egal ob beim Fällen von Bäumen und deren Bewegung zur Säge, oder an den Winden um die fertigen Stämme zu einer Wand zu vereinigen. Wieder andere drehten Seile oder begannen Gerüste zu errichten. Alles ging wie nicht anders zu erwarten Hand in Hand.
So ging es voran mit der Axt, Spaten, Hammer , Säge und den Hobel auf das Wulfgard neu erwache.
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Halgar
Leyra schnaufte erschöfpt hinter ihm und auch Halgars Kräfte gingen dem Ende zu. Viele Stunden hatte es gedauert, bis er die Mine in Bajard erreicht hatte, um ihr mit emsigen Bemühen das nötige Erz abzuringen, welches die Thyren nun so dringend benötigten. Und noch länger erschien ihm nun der Rückweg durch die finstre Nacht.
Nicht wenige Menschen in Bajard hatten ihn auf die Katastrophe angesprochen, die ganz Alathair beschäftigte, ihm ihr Beileid ausgedrückt und waren ihm zur Hand gegangen. Als sein Packpferd Leyra endlich vollbeladen mit Erzen war, da ging er hinüber zu der Esse und verbrachte weitere mühsame Stunden damit, diese mit Kohle und Eisen zu befeuern.
Die Zeit verging weiter, das Lodern der Glut flackerte im trüben Abendlicht über Halgars schweißgebadeteten Oberkörper. Zunächst fertigte er armlange, dicke Nägel an, stark genug, um ganze Baumstämme miteinander zu verbinden. Der klobige Hammer prallte unverweilt weiter auf den Amboss, während in Bajard schon die Läden ihre Türen schlossen. Als nächstes fertigte er Verbindungsteile, Türangeln, alles was an grobem Material benötigt wurde, um die Fassaden der Hütten zu errichten.
Sein Blick wanderte gen Himmel, wo sich die ersten Sterne am Firnament zeigten. Sein Atem ging schwer, der Hammerarm drohte zu erlahmen, doch Halgar konnte nicht zurückkehren, ehe er auch die letzten Teile gefertigt hatte. Der Gedanke an seine Brottrs und Sisstrs, die in überfüllten Zelten, dem kalten Herbstwind fast bar ausgesetzt, schlafen mussten, trieb ihn weiter an. Die Zeit lief gegen sie, bald würde der erste Frost anrücken und Krankheit, gar Tod über sie hereinbringen.
Seine groben Hände formten mühevoll zuletzt auch kleinste Nägel, die die Dekoration, Möbel und ähnliches zusammenhalten würden. Viele Nägel brachen unter der Wucht seiner mächtigen Schläge, die er kaum zu dosieren gewöhnt war. Schließlich aber, als der Mond seinen breiten Rücken schon in weißes Licht tauchte und das Feuer der Esse, welches es nach neuer Kohle verlangte, zurückging, da hatte er ein ansehliches Bündel zusammengestellt. Keine meisterliche Ware, jedoch aus gutem, starken Metall, welches einige Zyklen überdauern würde.
Zufrieden mit sich selbst sattelte er sein Tier und machte sich auf den Rückweg. Die klamme Luft ließ ihn sogar unter dem dicken Bärenpelz erzittern, den er über der Schulter trug. Sein Pferd schreckte zurück vor den nächtlichen Räubern, die sich durch schrille, laute Töne zu verstehen gaben. Doch den Ahnen sei Dank wagte sich kein Tier an den Hünen heran. Als er endlich das Zeltlager erreichte, leinte er das Tier an und ließ sich müde in sein Fell fallen. Sie waren ihrem Ziel wieder ein Stück näher gekommen.
Nicht wenige Menschen in Bajard hatten ihn auf die Katastrophe angesprochen, die ganz Alathair beschäftigte, ihm ihr Beileid ausgedrückt und waren ihm zur Hand gegangen. Als sein Packpferd Leyra endlich vollbeladen mit Erzen war, da ging er hinüber zu der Esse und verbrachte weitere mühsame Stunden damit, diese mit Kohle und Eisen zu befeuern.
Die Zeit verging weiter, das Lodern der Glut flackerte im trüben Abendlicht über Halgars schweißgebadeteten Oberkörper. Zunächst fertigte er armlange, dicke Nägel an, stark genug, um ganze Baumstämme miteinander zu verbinden. Der klobige Hammer prallte unverweilt weiter auf den Amboss, während in Bajard schon die Läden ihre Türen schlossen. Als nächstes fertigte er Verbindungsteile, Türangeln, alles was an grobem Material benötigt wurde, um die Fassaden der Hütten zu errichten.
Sein Blick wanderte gen Himmel, wo sich die ersten Sterne am Firnament zeigten. Sein Atem ging schwer, der Hammerarm drohte zu erlahmen, doch Halgar konnte nicht zurückkehren, ehe er auch die letzten Teile gefertigt hatte. Der Gedanke an seine Brottrs und Sisstrs, die in überfüllten Zelten, dem kalten Herbstwind fast bar ausgesetzt, schlafen mussten, trieb ihn weiter an. Die Zeit lief gegen sie, bald würde der erste Frost anrücken und Krankheit, gar Tod über sie hereinbringen.
Seine groben Hände formten mühevoll zuletzt auch kleinste Nägel, die die Dekoration, Möbel und ähnliches zusammenhalten würden. Viele Nägel brachen unter der Wucht seiner mächtigen Schläge, die er kaum zu dosieren gewöhnt war. Schließlich aber, als der Mond seinen breiten Rücken schon in weißes Licht tauchte und das Feuer der Esse, welches es nach neuer Kohle verlangte, zurückging, da hatte er ein ansehliches Bündel zusammengestellt. Keine meisterliche Ware, jedoch aus gutem, starken Metall, welches einige Zyklen überdauern würde.
Zufrieden mit sich selbst sattelte er sein Tier und machte sich auf den Rückweg. Die klamme Luft ließ ihn sogar unter dem dicken Bärenpelz erzittern, den er über der Schulter trug. Sein Pferd schreckte zurück vor den nächtlichen Räubern, die sich durch schrille, laute Töne zu verstehen gaben. Doch den Ahnen sei Dank wagte sich kein Tier an den Hünen heran. Als er endlich das Zeltlager erreichte, leinte er das Tier an und ließ sich müde in sein Fell fallen. Sie waren ihrem Ziel wieder ein Stück näher gekommen.
- Torjan Eichental
- Beiträge: 978
- Registriert: Freitag 28. Dezember 2007, 03:30
Er wollte gar nicht dorthin, doch sein Schülermäderl überredete ihn, zu die Fellleut zu gehen, um denen zu helfen.
Was er da sah, war erschreckend. Alles war weg. Alles futsch. Und wer weiß was noch, was außer seiner Sicht war.
Zutiefst motiviert half er mit, schleppte Bodenbretter und schaffte es in peinlichst genauer Schnitzarbeit, auch vier in dem neuen Haus zu verlegen.
Müde von der Arbeit gingen Amber und er wider heim ins Hospital.
Ein neuer Tag im Hospital. Eine Behandlung von Lungenpest. Amber wollte ins Bett. Torjan schloss den Laden und ging wieder hin zu die Fellleut und frage, ob er helfen könnte.
Er solle bereit sein, um zu helfen, wenn sich einer verletzten würde, sagten ihm einer von die Fellleut.
So setzte er sich auf einen Heuhaufen. Abwartend.
Ein rollernder Stein errang seine Aufmerksamkeit. Etwas blitzte daraus hervor. Ein seltsames Wesen, was er noch nie zuvor gesehen hatte, schälte sich aus den Steinen. Er überließ die Fragerei den Fellleuten, doch drängte es ihm, als sie nicht nach dem Namen des Wesens zu fragen, dies selbst zu tun.
Wie heißt denn du? fragte er frei heraus.
Bambudeja - antwortete das Wesen mit dem silbernen Helm auf dem Kopf. Es war ein ER und er hatte auch ein Weib, dass Äpfel liebte.
Es zeigte ihnen, wo sie graben sollten, um einen neuen Eingang in eine Mine auf ihrem Gebiet zu finden.
Torjan hatte das Gefühl, dass er sich bei den Fellleuten unbeliebt machte, als deren Ahnenruferin beschloss, pro Tag zwei Äpfel als Geschenk für diesen Troll zu geben. Er selbst hätte wohl zehn oder mehr gegeben.
Mundtot gemacht schwieg er, sich der Entscheidung des Volkes der Fellleut unterordnend.
Auch wenn alles für ihn persönlich da nicht gut lief, gab es doch etwas, was ihn in Euphorie versetzte. Nach langer Zeit traf er sein Enkerl wieder und genoss es, sie in seine dürren Arme zu schließen und zu erfahren, dass es ihr wohl erginge.
Mit diesen Erlebnissen machte er sich auf, um in seinem Lehnstuhl im Adorener Hospital die wohle Nachtruh zu finden.
Was er da sah, war erschreckend. Alles war weg. Alles futsch. Und wer weiß was noch, was außer seiner Sicht war.
Zutiefst motiviert half er mit, schleppte Bodenbretter und schaffte es in peinlichst genauer Schnitzarbeit, auch vier in dem neuen Haus zu verlegen.
Müde von der Arbeit gingen Amber und er wider heim ins Hospital.
Ein neuer Tag im Hospital. Eine Behandlung von Lungenpest. Amber wollte ins Bett. Torjan schloss den Laden und ging wieder hin zu die Fellleut und frage, ob er helfen könnte.
Er solle bereit sein, um zu helfen, wenn sich einer verletzten würde, sagten ihm einer von die Fellleut.
So setzte er sich auf einen Heuhaufen. Abwartend.
Ein rollernder Stein errang seine Aufmerksamkeit. Etwas blitzte daraus hervor. Ein seltsames Wesen, was er noch nie zuvor gesehen hatte, schälte sich aus den Steinen. Er überließ die Fragerei den Fellleuten, doch drängte es ihm, als sie nicht nach dem Namen des Wesens zu fragen, dies selbst zu tun.
Wie heißt denn du? fragte er frei heraus.
Bambudeja - antwortete das Wesen mit dem silbernen Helm auf dem Kopf. Es war ein ER und er hatte auch ein Weib, dass Äpfel liebte.
Es zeigte ihnen, wo sie graben sollten, um einen neuen Eingang in eine Mine auf ihrem Gebiet zu finden.
Torjan hatte das Gefühl, dass er sich bei den Fellleuten unbeliebt machte, als deren Ahnenruferin beschloss, pro Tag zwei Äpfel als Geschenk für diesen Troll zu geben. Er selbst hätte wohl zehn oder mehr gegeben.
Mundtot gemacht schwieg er, sich der Entscheidung des Volkes der Fellleut unterordnend.
Auch wenn alles für ihn persönlich da nicht gut lief, gab es doch etwas, was ihn in Euphorie versetzte. Nach langer Zeit traf er sein Enkerl wieder und genoss es, sie in seine dürren Arme zu schließen und zu erfahren, dass es ihr wohl erginge.
Mit diesen Erlebnissen machte er sich auf, um in seinem Lehnstuhl im Adorener Hospital die wohle Nachtruh zu finden.
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Halgar
Das Minenlager
Und wieder dieser Traum, doch dieses Mal war er anders:
Halgar erwachte schweißgebadet aus seinem ohnehin nur leichten Schlaf. Die letzten Tage hatte niemand in seinem Dorf schlafen können, wo doch schon solange keine Kunde mehr vom Nachbarort kam; einer Gemeinde von Mandre die sie regelmäßig mit Waren versorgten und dafür die wertvollen erbeuteten Felle und Leder der Hinrah erhielten.
War der Späher zurückgekehrt? Halgar war es, als hätte er einen Schrei gehört. Vielleicht ein freudiger Ausruf über den heimgekehrten Brottr?
Als er in die mondbeschienene Nacht hinauslief, da wurde ihm gewiss, dass das nicht der Fall war.
"Dye Panther seyn da! Alle Schwerter zu dye Waffen!"
"Bryngt dey Weyber mit dey Welpen zum Schiff!"
Ein Kerl rannte auf ihn zu, der Statur nach musste es sein Dah sein. Doch das Gesicht; es war Norwin!
"Dat Rudel braucht so schnell wye mögley neues Rüstzeug!"
Verdutzt ob dieser Aussage konnte Halgar nur den Kopf schütteln. Alles ging rasent schnell. Die Schwerter bildeten eine schützende Linie um das Dorf, stellten sich den feindlichen Horden trotz einer immensen Unterlegenheit entgegen - sicherten den anderen den nötigen Vorsprung zur Flucht.
"Mögen dye Ahnen myt uns seyn. Stolz und Ehre!", brüllte sein Dah, den langen Spieß auf den Feind gerichtet.
Die Armeen prallten aufeinander, alles schien sprunghaft zu geschehen, Halgar war mehr Zuschauer denn aktiver Teilnehmer der Schlacht. Ein Feind stieß gegen ihn, drängte ihn zurück. Halgar wollte auf ihn einschlagen, doch er hatte nur seinen Schmiedehammer bei sich. Ein weiterer Hieb brachte ihn zu Boden. Das Gesicht des Gegners tauchte vor Halgar auf, drohend und wild. Doch entgegen der erwarteten halbverwesten Fratze sah ihm ein bärtiges Gesicht entgegen und blaffte ihn an:
"Willst dar ein ordentlicher Schmied werden oder ein Hochstapler ?!
Tatendrang und Fleiß sind es die am Ende zählen mein Freund."
Damit fügte er ihm mit der Axt eine breite Wunde über den Bauchbereich zu. Der folgende Schlag eines Axtstiels ließ ihn ins Koma fallen. Ihm war, als hörte er noch eine vertraute Frauenstimme:
"Bald kommt die Zeyt wo dey auch mal was im Griff haben musst Halgar."
Eylif! Abrupt richtete Halgar sich auf. Sein Rücken brüllte vor Schmerz, was mit seinen klopfenden Kopfschmerzen und dem Brennen seines Beins ein wahres Crescendo der Pein über ihn brachte. Was war passiert? Sein Bein steckte unter einem Felsbrocken fest ...
Den Vorbereich der Mine wollte er freiräumen für ein neues Lager. Mit Leyra, seinem treuen Pferd, war er losgezogen, um diese Aufgabe bewältigen zu können.
Er war nicht unbeeindruckt, als er die kolossalen Felsgetüme davor erblickte, die sich ihm Zweiköpfen gleich entgegenstellten. Er musste alleine zurechtkommen. Jeder hatte seine Aufgabe im Rudel und tat sein Bestes, diese zu erfüllen. Das Schmieden und die Mine waren die seinige. Und er sollte verdammt sein, wenn er die ausgezehrten Kräfte der anderen weiter auslaugte, indem er ihnen seine Last mit auflud.
Kaum dass er den ersten Stein mit der Picke bearbeitete, erinnerte ihn sein Rücken daran, dass er Eylif zugesagt hatte, ihn zu schonen. Aber wie sollte er das guten Gewissens tun, wenn um ihn herum die Rüstungen der Schwerter zerfielen, die Schilde verbeulten und die Äxte stumpf wurden? Sein Clan brauchte ihn nun als Schmied, egal ob er das auf allen Vieren oder stolz und aufrecht tat.
Der bloße Wille gab ihm die Kraft. Immer brachte er zuerst die Mitte der Steine zum Erzittern, ehe er hinaufkletterte und den oberen Teil an passenden Stellen spaltete. Mit der Hilfe Leyras zog er die Brocken herunter, wo sie sich vollends in Geröll zerteilten. Die Arbeit war hart, aber je länger er sie vollbrachte, je mehr sein Blut sich dabei erhitzte, desto besser ging sie ihm von der Hand. Immer weiter ging es, Halgar geriet in einen regelrechten Fluss. Noch zwei Brocken. Langsam wurde der Thyre übermütig und die heraufziehende Dunkelheit trieb ihn an. Dieses Mal rutschte er von dem Felsen herunter, statt sicheren Weges zu klettern. Die Ahnen bestraften seinen Hochmut sogleich, als er über eine scharfe Kante schlitterte und sich eine längliche Wunde über den Oberschenkel zuzog.
"Scheyße!", fluchte Halgar wiederholt. Seine Wut über sich selbst entlud sich in den wüstesten Beschimpfungen, die er sich selbst an den Kopf warf. Er musste zu einem Medizinmann. Die Wunde war vielleicht nicht tödlich, aber ließ sein Bein fast erlahmen. Er blickte zu dem letzten Stein. Es würde nicht allzu lange dauern. Das bisschen Schutt konnte er ja dann morgen fertigmachen. Aber er könnte zurückkehren und stolz verkünden, dass er die Aufgabe erledigt hatte.
Wild entschlossen band er eine Bandage stramm um das Bein und schleifte es hinter sich her.
Halgar wischte sich den Schweiß aus den Augen. Ein völlig unnötiges Manöver, wo sein Ärmel doch bereits vor Nässe triefte. Sein stetig blinzelnder Blick war trüb. Die Nacht war vollends über ihm hereingebrochen und riet ihm wiederum die Arbeit bei Tageslicht fortzuführen.
"Hoffentlich hast dey auch guad bey den Ahnen für mey gebetet Linory", sprach er sich selbst in gewohnt scherzendem Ton Mut zu.
Mühevoll erklomm er den Brocken, das Seil gleich mit sich führend. Mit nur einem Bein und den feuchten Händen rutschte er ständig ab, schürfte sich die Haut ab, doch das ließ den Hinrah nur geradezu lustvoll grinsen.
Es war wie der unermüdliche Kampf gegen einen übermächtigen Gegner, den er zu bezwingen gedachte.
Sein Schlag traf genau die Mitte des Steins mit solcher Brutalität, dass die Picke mitsamt dem Stein barst. Nun nur noch die Brocken von oben wegziehen. Er band das Seil rundherum und schnürte es fest. Verärgert bemerkte er, dass er das Pferd zu nahe am Felsen platziert hatte. Wenn es jetzt losging, dann könnte es von Steinen getroffen werden.
Vorsichtiger geworden machte er sich an den Abstieg, dabei fiel ihm die triefnasse Wolfsmaske ins Gesicht und ließ ihn vollends erblinden. Er griff instinktiv nach ihr und rutschte ab. Ein peinigender Schmerz seines Beins ließ ihn erzittern, als er auf allen Vieren landete. Leyra, wohl nicht sicher, wen sie da vor sich hatte, wieherte aufgrund des Schreis auf und preschte los. Halgar riss in Panik die Mütze vom Kopf, er hörte das Krachen der Gesteinsmassen hinter sich, versuchte wegzuspringen, doch sein Bein ließ ihn im Stich. Der Schmerz währte nur kurz als ein faustgroßer Brocken seinen Kopf traf und ihn vornüber kippen ließ ...
... Eine verdammte Schande. Sein eigener Stolz hatte ihn nun in diese Lage gebracht. Der Moment, in dem er sein Tier versuchte mit einer Birne zu locken, schien sich in die Unendlichkeit zu dehnen.
Nur der schwache Mondschein drang schwächlich durch die dicken Wolken, spendete ihm ein graues unstetes Licht. Endlich war das Tier da. Mithilfe seiner Kraft, ließ er sich unter dem Stein hervorziehen, was das eingeschlossene Bein mit einem unschönen Geräusch quittierte. Halgar biss erneut die Zähne zusammen. Zumindest konnte der Tag nicht noch beschissener werden.
Er blickte zum Hof hinüber. Doch, das konnte er; wenn Eylif mitbekam, was er angestellt hatte. Er seufzte auf, was in diesem Moment eher wie der Klagelaut einer gepeinigten Seele klang. Er hatte Eyk ohnehin zugesagt sich fernzuhalten. Besser er kehrte sofort zum Lager zurück. Sein Körper war bereits in eine beinahe angenehme Taubheit verfallen, sodass er es kaum spürte, dass sein Pferd ihn hinter sich herschleifte. Im Lager war schon alles ruhig, die Felle der Kerle waren beinahe voll besetzt.
Bestürzt rannte Aswin ihm entgegen, als sie den Verletzten erblickte. Kaum eine Stelle seines Körpers ohne Blessuren und das seltsam verbogene Bein.
"Mey suche morgen eynen Medizinmann auf. Mey geht es soweyt guad, bitte lass dey Clanner pennen. Sey brauchen ihre Kräfte dringend."
Wenngleich ihre Miene deutlichen Protest spiegelte, so machte ihr der ungewohnt ernste Gesichtsausdruck Halgars doch klar, dass er keinen Widerspruch duldete.
Er kroch so leise wie es ihm möglich war in die Felle, nachdem er den Verband noch einmal nachbearbeitet und die Wunde gründlich
ausgespült hatte. Dann endlich legte er sich zur Ruhe. Wie immer holte er das Schwert seines Dahs unter dem Fell hervor und legte es an seine Wange.
"Meyn Dah, dey wirst sehen, noch eynmal wird mey nyt versage."
Doch trotzdem holte ihn sein Traum wieder ein und ließ ihn dieses Mal die wirkliche Schlacht seiner Kindheit bis ins grauenvollste Details wiedererleben.
Halgar erwachte schweißgebadet aus seinem ohnehin nur leichten Schlaf. Die letzten Tage hatte niemand in seinem Dorf schlafen können, wo doch schon solange keine Kunde mehr vom Nachbarort kam; einer Gemeinde von Mandre die sie regelmäßig mit Waren versorgten und dafür die wertvollen erbeuteten Felle und Leder der Hinrah erhielten.
War der Späher zurückgekehrt? Halgar war es, als hätte er einen Schrei gehört. Vielleicht ein freudiger Ausruf über den heimgekehrten Brottr?
Als er in die mondbeschienene Nacht hinauslief, da wurde ihm gewiss, dass das nicht der Fall war.
"Dye Panther seyn da! Alle Schwerter zu dye Waffen!"
"Bryngt dey Weyber mit dey Welpen zum Schiff!"
Ein Kerl rannte auf ihn zu, der Statur nach musste es sein Dah sein. Doch das Gesicht; es war Norwin!
"Dat Rudel braucht so schnell wye mögley neues Rüstzeug!"
Verdutzt ob dieser Aussage konnte Halgar nur den Kopf schütteln. Alles ging rasent schnell. Die Schwerter bildeten eine schützende Linie um das Dorf, stellten sich den feindlichen Horden trotz einer immensen Unterlegenheit entgegen - sicherten den anderen den nötigen Vorsprung zur Flucht.
"Mögen dye Ahnen myt uns seyn. Stolz und Ehre!", brüllte sein Dah, den langen Spieß auf den Feind gerichtet.
Die Armeen prallten aufeinander, alles schien sprunghaft zu geschehen, Halgar war mehr Zuschauer denn aktiver Teilnehmer der Schlacht. Ein Feind stieß gegen ihn, drängte ihn zurück. Halgar wollte auf ihn einschlagen, doch er hatte nur seinen Schmiedehammer bei sich. Ein weiterer Hieb brachte ihn zu Boden. Das Gesicht des Gegners tauchte vor Halgar auf, drohend und wild. Doch entgegen der erwarteten halbverwesten Fratze sah ihm ein bärtiges Gesicht entgegen und blaffte ihn an:
"Willst dar ein ordentlicher Schmied werden oder ein Hochstapler ?!
Tatendrang und Fleiß sind es die am Ende zählen mein Freund."
Damit fügte er ihm mit der Axt eine breite Wunde über den Bauchbereich zu. Der folgende Schlag eines Axtstiels ließ ihn ins Koma fallen. Ihm war, als hörte er noch eine vertraute Frauenstimme:
"Bald kommt die Zeyt wo dey auch mal was im Griff haben musst Halgar."
Eylif! Abrupt richtete Halgar sich auf. Sein Rücken brüllte vor Schmerz, was mit seinen klopfenden Kopfschmerzen und dem Brennen seines Beins ein wahres Crescendo der Pein über ihn brachte. Was war passiert? Sein Bein steckte unter einem Felsbrocken fest ...
Den Vorbereich der Mine wollte er freiräumen für ein neues Lager. Mit Leyra, seinem treuen Pferd, war er losgezogen, um diese Aufgabe bewältigen zu können.
Er war nicht unbeeindruckt, als er die kolossalen Felsgetüme davor erblickte, die sich ihm Zweiköpfen gleich entgegenstellten. Er musste alleine zurechtkommen. Jeder hatte seine Aufgabe im Rudel und tat sein Bestes, diese zu erfüllen. Das Schmieden und die Mine waren die seinige. Und er sollte verdammt sein, wenn er die ausgezehrten Kräfte der anderen weiter auslaugte, indem er ihnen seine Last mit auflud.
Kaum dass er den ersten Stein mit der Picke bearbeitete, erinnerte ihn sein Rücken daran, dass er Eylif zugesagt hatte, ihn zu schonen. Aber wie sollte er das guten Gewissens tun, wenn um ihn herum die Rüstungen der Schwerter zerfielen, die Schilde verbeulten und die Äxte stumpf wurden? Sein Clan brauchte ihn nun als Schmied, egal ob er das auf allen Vieren oder stolz und aufrecht tat.
Der bloße Wille gab ihm die Kraft. Immer brachte er zuerst die Mitte der Steine zum Erzittern, ehe er hinaufkletterte und den oberen Teil an passenden Stellen spaltete. Mit der Hilfe Leyras zog er die Brocken herunter, wo sie sich vollends in Geröll zerteilten. Die Arbeit war hart, aber je länger er sie vollbrachte, je mehr sein Blut sich dabei erhitzte, desto besser ging sie ihm von der Hand. Immer weiter ging es, Halgar geriet in einen regelrechten Fluss. Noch zwei Brocken. Langsam wurde der Thyre übermütig und die heraufziehende Dunkelheit trieb ihn an. Dieses Mal rutschte er von dem Felsen herunter, statt sicheren Weges zu klettern. Die Ahnen bestraften seinen Hochmut sogleich, als er über eine scharfe Kante schlitterte und sich eine längliche Wunde über den Oberschenkel zuzog.
"Scheyße!", fluchte Halgar wiederholt. Seine Wut über sich selbst entlud sich in den wüstesten Beschimpfungen, die er sich selbst an den Kopf warf. Er musste zu einem Medizinmann. Die Wunde war vielleicht nicht tödlich, aber ließ sein Bein fast erlahmen. Er blickte zu dem letzten Stein. Es würde nicht allzu lange dauern. Das bisschen Schutt konnte er ja dann morgen fertigmachen. Aber er könnte zurückkehren und stolz verkünden, dass er die Aufgabe erledigt hatte.
Wild entschlossen band er eine Bandage stramm um das Bein und schleifte es hinter sich her.
Halgar wischte sich den Schweiß aus den Augen. Ein völlig unnötiges Manöver, wo sein Ärmel doch bereits vor Nässe triefte. Sein stetig blinzelnder Blick war trüb. Die Nacht war vollends über ihm hereingebrochen und riet ihm wiederum die Arbeit bei Tageslicht fortzuführen.
"Hoffentlich hast dey auch guad bey den Ahnen für mey gebetet Linory", sprach er sich selbst in gewohnt scherzendem Ton Mut zu.
Mühevoll erklomm er den Brocken, das Seil gleich mit sich führend. Mit nur einem Bein und den feuchten Händen rutschte er ständig ab, schürfte sich die Haut ab, doch das ließ den Hinrah nur geradezu lustvoll grinsen.
Es war wie der unermüdliche Kampf gegen einen übermächtigen Gegner, den er zu bezwingen gedachte.
Sein Schlag traf genau die Mitte des Steins mit solcher Brutalität, dass die Picke mitsamt dem Stein barst. Nun nur noch die Brocken von oben wegziehen. Er band das Seil rundherum und schnürte es fest. Verärgert bemerkte er, dass er das Pferd zu nahe am Felsen platziert hatte. Wenn es jetzt losging, dann könnte es von Steinen getroffen werden.
Vorsichtiger geworden machte er sich an den Abstieg, dabei fiel ihm die triefnasse Wolfsmaske ins Gesicht und ließ ihn vollends erblinden. Er griff instinktiv nach ihr und rutschte ab. Ein peinigender Schmerz seines Beins ließ ihn erzittern, als er auf allen Vieren landete. Leyra, wohl nicht sicher, wen sie da vor sich hatte, wieherte aufgrund des Schreis auf und preschte los. Halgar riss in Panik die Mütze vom Kopf, er hörte das Krachen der Gesteinsmassen hinter sich, versuchte wegzuspringen, doch sein Bein ließ ihn im Stich. Der Schmerz währte nur kurz als ein faustgroßer Brocken seinen Kopf traf und ihn vornüber kippen ließ ...
... Eine verdammte Schande. Sein eigener Stolz hatte ihn nun in diese Lage gebracht. Der Moment, in dem er sein Tier versuchte mit einer Birne zu locken, schien sich in die Unendlichkeit zu dehnen.
Nur der schwache Mondschein drang schwächlich durch die dicken Wolken, spendete ihm ein graues unstetes Licht. Endlich war das Tier da. Mithilfe seiner Kraft, ließ er sich unter dem Stein hervorziehen, was das eingeschlossene Bein mit einem unschönen Geräusch quittierte. Halgar biss erneut die Zähne zusammen. Zumindest konnte der Tag nicht noch beschissener werden.
Er blickte zum Hof hinüber. Doch, das konnte er; wenn Eylif mitbekam, was er angestellt hatte. Er seufzte auf, was in diesem Moment eher wie der Klagelaut einer gepeinigten Seele klang. Er hatte Eyk ohnehin zugesagt sich fernzuhalten. Besser er kehrte sofort zum Lager zurück. Sein Körper war bereits in eine beinahe angenehme Taubheit verfallen, sodass er es kaum spürte, dass sein Pferd ihn hinter sich herschleifte. Im Lager war schon alles ruhig, die Felle der Kerle waren beinahe voll besetzt.
Bestürzt rannte Aswin ihm entgegen, als sie den Verletzten erblickte. Kaum eine Stelle seines Körpers ohne Blessuren und das seltsam verbogene Bein.
"Mey suche morgen eynen Medizinmann auf. Mey geht es soweyt guad, bitte lass dey Clanner pennen. Sey brauchen ihre Kräfte dringend."
Wenngleich ihre Miene deutlichen Protest spiegelte, so machte ihr der ungewohnt ernste Gesichtsausdruck Halgars doch klar, dass er keinen Widerspruch duldete.
Er kroch so leise wie es ihm möglich war in die Felle, nachdem er den Verband noch einmal nachbearbeitet und die Wunde gründlich
ausgespült hatte. Dann endlich legte er sich zur Ruhe. Wie immer holte er das Schwert seines Dahs unter dem Fell hervor und legte es an seine Wange.
"Meyn Dah, dey wirst sehen, noch eynmal wird mey nyt versage."
Doch trotzdem holte ihn sein Traum wieder ein und ließ ihn dieses Mal die wirkliche Schlacht seiner Kindheit bis ins grauenvollste Details wiedererleben.
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Halgar
Nach schier endlosen Diskussionen darüber, dass er seinen Fuß schonen musste, hatte Halgar sich endlich durchsetzen können, doch an dem Aufbau weiter mit helfen zu dürfen. Dummerweise hatte man ihn ausgetrickst, er hatte einen Sitzplatz bekommen.
Mit gemischten Gefühlen betrachtete Halgar nun die letzten Schritte bei der Fertigstellung der Siedlung.
Einerseits war er froh, dass die Arbeiten sich dem Abschluss zuwandten, andererseits ärgerte es ihn doch, bei dem geschäftigen Treiben nicht selbst Hand anlegen zu können.
Auf dem Hautplatz wurden restliche Arbeiten an den wichtigsten Versorgungsgebäuden getätigt. Man setzte Türen ein, dichtete Lücken in der Fassade mit Moosen, Wolle und Leintuch ab und zuguterletzt befestigte man das Ganze mit einer dicken Lehmschicht oder dergleichen.
Weiter im hinteren Bereich der Siedlung hörte man Hämmern und Sägen. Die Häuser für die Hände oder Thyren, die sich die entsprechende Ehre verdient hatten, wuchsen nur so aus dem Boden. Der Erfolg trieb die Thyren an, ließ ihnen die Arbeit leicht von der Hand gehen.
Eine Gruppe Weyber spazierte an Halgar mit Körben voller Fressen für die hungrigen Arbeiter vorbei. Als sie ihn erblickten kam eine auf ihn zu und legte kichernd ein frisch gebackenes Brot mit Wurst und Käse auf seinem Tisch ab.
"Für was kann man dey denn alles gebrauchen?", fragte sie mit einem kecken Grinsen.
"Für alles, was mey hiermit fertigbringt", antwortete er barsch und ließ das geschiente Bein von unten gegen die Tischplatte stoßen.
"Oh, da kann mey sych aber eyne Menge vorstellen ..." Die ganze Weybergruppe brach in Gelächter aus.
"Bringt's das Fressen zu den Kerlen bevor es kalt wird!" Halgar deutete ihnen mit finsterem Blick in die Richtung, aus der der Krach besonders laut kam. Das ließen sich die Damen nicht zweimal sagen und schon waren sie auf und davon.
Ein wenig ärgerlich wanderte sein Augenmerk über die Einkerbung am Tisch, wo ein trunkener Kerl zum Spaß "Kerl für alles" eingeritzt hatte. Ja, das war er zur Zeit. Während er im Sitzen weiter Nägel zurechtschlug, verbogene Metallteile in Ordnung brachte oder Spezialanfertigungen für die Holzwürmer bereitstelle, da bekam er auch eine Menge mit.
Er sah, wo sich die tragenden Rollen im Aufbau hinbewegten und wo gerade noch eine helfende Hand gebraucht wurde. Somit wurde er langsam zum Erstkontakt für Neuankömmlinge und Hilfesuchende, während er nebenher Kleinarbeiten für jedermann tätigte.
Er biss kräftig von seinem Brot ab und würzte den Bissen mit einem Humpen Met nach. Bei den Ahnen, wenn er nicht bald wieder heil wurde, würde ihm noch ein richtiger Städterarsch vom Sitzen wachsen. Damit nahm er sich seine Krücken und eine frische Ladung Nägel unter den Arm, die er sogleich zu den neuen Hütten führen würde.
Mit gemischten Gefühlen betrachtete Halgar nun die letzten Schritte bei der Fertigstellung der Siedlung.
Einerseits war er froh, dass die Arbeiten sich dem Abschluss zuwandten, andererseits ärgerte es ihn doch, bei dem geschäftigen Treiben nicht selbst Hand anlegen zu können.
Auf dem Hautplatz wurden restliche Arbeiten an den wichtigsten Versorgungsgebäuden getätigt. Man setzte Türen ein, dichtete Lücken in der Fassade mit Moosen, Wolle und Leintuch ab und zuguterletzt befestigte man das Ganze mit einer dicken Lehmschicht oder dergleichen.
Weiter im hinteren Bereich der Siedlung hörte man Hämmern und Sägen. Die Häuser für die Hände oder Thyren, die sich die entsprechende Ehre verdient hatten, wuchsen nur so aus dem Boden. Der Erfolg trieb die Thyren an, ließ ihnen die Arbeit leicht von der Hand gehen.
Eine Gruppe Weyber spazierte an Halgar mit Körben voller Fressen für die hungrigen Arbeiter vorbei. Als sie ihn erblickten kam eine auf ihn zu und legte kichernd ein frisch gebackenes Brot mit Wurst und Käse auf seinem Tisch ab.
"Für was kann man dey denn alles gebrauchen?", fragte sie mit einem kecken Grinsen.
"Für alles, was mey hiermit fertigbringt", antwortete er barsch und ließ das geschiente Bein von unten gegen die Tischplatte stoßen.
"Oh, da kann mey sych aber eyne Menge vorstellen ..." Die ganze Weybergruppe brach in Gelächter aus.
"Bringt's das Fressen zu den Kerlen bevor es kalt wird!" Halgar deutete ihnen mit finsterem Blick in die Richtung, aus der der Krach besonders laut kam. Das ließen sich die Damen nicht zweimal sagen und schon waren sie auf und davon.
Ein wenig ärgerlich wanderte sein Augenmerk über die Einkerbung am Tisch, wo ein trunkener Kerl zum Spaß "Kerl für alles" eingeritzt hatte. Ja, das war er zur Zeit. Während er im Sitzen weiter Nägel zurechtschlug, verbogene Metallteile in Ordnung brachte oder Spezialanfertigungen für die Holzwürmer bereitstelle, da bekam er auch eine Menge mit.
Er sah, wo sich die tragenden Rollen im Aufbau hinbewegten und wo gerade noch eine helfende Hand gebraucht wurde. Somit wurde er langsam zum Erstkontakt für Neuankömmlinge und Hilfesuchende, während er nebenher Kleinarbeiten für jedermann tätigte.
Er biss kräftig von seinem Brot ab und würzte den Bissen mit einem Humpen Met nach. Bei den Ahnen, wenn er nicht bald wieder heil wurde, würde ihm noch ein richtiger Städterarsch vom Sitzen wachsen. Damit nahm er sich seine Krücken und eine frische Ladung Nägel unter den Arm, die er sogleich zu den neuen Hütten führen würde.
-
Urda Bunjam
Sie trug grade eine neue Ladung angemischtes Ochsenblut heran, als sie bemerkte das sich etwas um sie herum tat. So richtete sie ein Teil ihrer Aufmerksamkeit auf die Geisterwelt.
Sie konnte sich ein Leben ohne die manchmal neugierigen oder den ängstlichen, teils brummeligen, frech fordernden oder auch den genügsamen Gesellen nicht mehr vorstellen. Sie liebte sie alle! Und das Werken des Rudels lockte immer mehr von ihnen an. Mit jedem Haus das fertig wurde, gab es einen von ihnen der sich ganz diesem neuen Ort wittmen wollte. Auch die Pfähle von Wolf und Bär hatten schon Hüter gefunden.
Und jetzt bevor die Wohnhäuser gebaut werden sollten, bekam Urda Besuch von einem guten Dutzend der unterschiedlicher Wesen, sie verlangten nach ihrer Aufmerksamkeit. Deutlich aber mit Respekt bat sie darum wenigstens die Farbe abliefern zu können. Sie nahm diejenigen ihrer Welpen mit zurück, die ihr dabei über den Weg liefen und kehrte zu den Wartenden zurück. Ohne groß Federlesen erklärten sie den Schamanen das sie sich schon Plätze ausgesucht hätten an dem das Rudel ihrer Meinung nach die Wohnhäuser bauen sollten. Somit rief Urda nach Kjell und gemeinsam ließen sie sich Platz um Platz zeigen. Manchmal war es einfach die Wünsche des jeweiligen Geistes zu erfüllender dort gedachte über die Hütte wachen zu wollen, manchmal musste diskutiert werden, doch immer gab es zum Schluss ein guten Kompromiss.
Schlussendlich hatten alle Bauplätze eines gemeinsam bevor man mit dem Bau beginnen konnte. Mit Met und Spucke waren drei Runen von einem der Schamanen auf die Erde gezeichnet worden und unterschiedliche Geschenke waren ausgelegt oder vergraben.
Sie konnte sich ein Leben ohne die manchmal neugierigen oder den ängstlichen, teils brummeligen, frech fordernden oder auch den genügsamen Gesellen nicht mehr vorstellen. Sie liebte sie alle! Und das Werken des Rudels lockte immer mehr von ihnen an. Mit jedem Haus das fertig wurde, gab es einen von ihnen der sich ganz diesem neuen Ort wittmen wollte. Auch die Pfähle von Wolf und Bär hatten schon Hüter gefunden.
Und jetzt bevor die Wohnhäuser gebaut werden sollten, bekam Urda Besuch von einem guten Dutzend der unterschiedlicher Wesen, sie verlangten nach ihrer Aufmerksamkeit. Deutlich aber mit Respekt bat sie darum wenigstens die Farbe abliefern zu können. Sie nahm diejenigen ihrer Welpen mit zurück, die ihr dabei über den Weg liefen und kehrte zu den Wartenden zurück. Ohne groß Federlesen erklärten sie den Schamanen das sie sich schon Plätze ausgesucht hätten an dem das Rudel ihrer Meinung nach die Wohnhäuser bauen sollten. Somit rief Urda nach Kjell und gemeinsam ließen sie sich Platz um Platz zeigen. Manchmal war es einfach die Wünsche des jeweiligen Geistes zu erfüllender dort gedachte über die Hütte wachen zu wollen, manchmal musste diskutiert werden, doch immer gab es zum Schluss ein guten Kompromiss.
Schlussendlich hatten alle Bauplätze eines gemeinsam bevor man mit dem Bau beginnen konnte. Mit Met und Spucke waren drei Runen von einem der Schamanen auf die Erde gezeichnet worden und unterschiedliche Geschenke waren ausgelegt oder vergraben.
- Linory Wikrah
- Beiträge: 4
- Registriert: Sonntag 16. Oktober 2016, 19:05
Fyn war sein Name, ein äußerst wählerischer Geist, der sich da unter dem Haus niedergelassen hatte, vor dem Linory gerade stand. Der Bau an allen anderen Hütten verlief problemlos. Die Geister waren satt an ihren Geschenken, scherten sich nicht darum, wie das Bauwerk aussehen sollte.
Aber Fyn war da anders. Den ganzen Tag schon hörte Linory die Kerle maulen, dass kein Nagel halten wollte, kein Balken grade in der Erde stehen blieb und das Holz binnen Stunden feucht wäre, als hätte es tagelang darauf gegossen.
Mit tadelndem Blick ging Linory neben dem Fundament in die Hocke:
"Dey hast doch Geschenke und Süßygkeyten im Überfluss bekommen. Warum byst dey so unzufrieden?"
Es dauerte eine ganze Weile, bis der Geist sich die Mühe machte, ihr seinen Willen mitzuteilen: "Ich möchte kein garstiges Zedernholz auf meinem Boden!"
"Warum denn nycht?", hakte sie nach.
"Es stinkt."
Linory rollte mit den Augen, aber sich gegen den Willen des Geistes durchzusetzen, würde ihnen kein Glück bringen. Sie tippte einem der Kerle auf die Schulter, welcher sich ihr mit bitterböser Miene entgegenstellte: "Was ys?!"
Linory lächelte ihn verständnisvoll an. Das Haus sah nicht gerade nach Plan gebaut aus. Überall fauliges Holz, schiefe Wände.
"Sag mey, aus welchem Holz ys dyeser Boden gemacht?"
"Zeder, wieso?"
"Der Geyst mag keyn Zedernholz", sagte sie nüchtern.
"Und jetzt sollen wey alles wieder rausreyßen, oder was?", fragte der Kerl. Sein Ton machte klar, dass er nicht mit einem 'Ja' als Antwort rechnete.
Ohne mit der Wimper zu zucken nickte Linory einfach nur. "Wenn yhr noch yn dyesem Leben damyt fertyg werden wollt."
Es dauerte eine Weile bis alle von ihrem Plan überzeugt waren, doch schließlich wollte man dem Wort einer Ahnenruferin, wenngleich noch in ihrer Ausbildung, nicht widersprechen. Vielleicht fürchtete man aber auch, Linory würde nötigenfalls Urda dazuholen, um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen. Schließlich staunte man nicht schlecht, als sich die Bretter fast wie von selbst auf den darunterliegenden Balken einfügten, die Nägel mit nur einem Schlag im Holz verankert war und das Ganze derartig gerade war, dass man es nicht für möglich hielt.
Doch noch waren sie nicht am Ende. Der Geist hatte noch einen weiteren Wunsch genannt.
"Der Stamm da muss ausgetauscht werden. Er ist von Insekten befallen und wird das Haus in wenigen Jahren zum Einsturz bringen."
Dieses Mal bedachte man sie gleich mit weniger Vorhalt.
"Aber wenn wey den rausnehmen, brechen alle Wände eyn."
Tatsächlich stützte der Stamm alle bereits aufgestellten Wandteile. Und diese standen ohnehin schon leicht schief da.
"Es wird nicht geschehen", meinte sie mit selbstsicherem Ton, wenngleich sie sich selbst da nicht mer ganz so sicher sein konnte. Doch der Geist hatte es ihr so aufgetragen.
Also entfernten die Kerle den Stamm und wundersamerweise hielten die Wände. Nach längerer Untersuchung entdeckten sie einen kaum erkennbaren Termitenbestand in dem Stamm, welchen sie sofort verbrannten. Kaum war ein neuer Balken aufgestellt, da schien es, als würden die Wände sich regelrecht aufrichten und endlich entsprach das Haus der gewohnten architektonischen Fähigkeiten der Thyren.
Linory lobte alle Anwesenden für ihre gute Zusammenarbeit.
"Aber dass yhr mey ja keyne Zeder mehr hyer eynbaut!", sagte sie noch im Gehen.
Der Geist wiederrum schwieg nun, tat sich an seinen Geschenken gütlich und würde das Haus nach bestem Können vor Gefahren schützen.
Aber Fyn war da anders. Den ganzen Tag schon hörte Linory die Kerle maulen, dass kein Nagel halten wollte, kein Balken grade in der Erde stehen blieb und das Holz binnen Stunden feucht wäre, als hätte es tagelang darauf gegossen.
Mit tadelndem Blick ging Linory neben dem Fundament in die Hocke:
"Dey hast doch Geschenke und Süßygkeyten im Überfluss bekommen. Warum byst dey so unzufrieden?"
Es dauerte eine ganze Weile, bis der Geist sich die Mühe machte, ihr seinen Willen mitzuteilen: "Ich möchte kein garstiges Zedernholz auf meinem Boden!"
"Warum denn nycht?", hakte sie nach.
"Es stinkt."
Linory rollte mit den Augen, aber sich gegen den Willen des Geistes durchzusetzen, würde ihnen kein Glück bringen. Sie tippte einem der Kerle auf die Schulter, welcher sich ihr mit bitterböser Miene entgegenstellte: "Was ys?!"
Linory lächelte ihn verständnisvoll an. Das Haus sah nicht gerade nach Plan gebaut aus. Überall fauliges Holz, schiefe Wände.
"Sag mey, aus welchem Holz ys dyeser Boden gemacht?"
"Zeder, wieso?"
"Der Geyst mag keyn Zedernholz", sagte sie nüchtern.
"Und jetzt sollen wey alles wieder rausreyßen, oder was?", fragte der Kerl. Sein Ton machte klar, dass er nicht mit einem 'Ja' als Antwort rechnete.
Ohne mit der Wimper zu zucken nickte Linory einfach nur. "Wenn yhr noch yn dyesem Leben damyt fertyg werden wollt."
Es dauerte eine Weile bis alle von ihrem Plan überzeugt waren, doch schließlich wollte man dem Wort einer Ahnenruferin, wenngleich noch in ihrer Ausbildung, nicht widersprechen. Vielleicht fürchtete man aber auch, Linory würde nötigenfalls Urda dazuholen, um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen. Schließlich staunte man nicht schlecht, als sich die Bretter fast wie von selbst auf den darunterliegenden Balken einfügten, die Nägel mit nur einem Schlag im Holz verankert war und das Ganze derartig gerade war, dass man es nicht für möglich hielt.
Doch noch waren sie nicht am Ende. Der Geist hatte noch einen weiteren Wunsch genannt.
"Der Stamm da muss ausgetauscht werden. Er ist von Insekten befallen und wird das Haus in wenigen Jahren zum Einsturz bringen."
Dieses Mal bedachte man sie gleich mit weniger Vorhalt.
"Aber wenn wey den rausnehmen, brechen alle Wände eyn."
Tatsächlich stützte der Stamm alle bereits aufgestellten Wandteile. Und diese standen ohnehin schon leicht schief da.
"Es wird nicht geschehen", meinte sie mit selbstsicherem Ton, wenngleich sie sich selbst da nicht mer ganz so sicher sein konnte. Doch der Geist hatte es ihr so aufgetragen.
Also entfernten die Kerle den Stamm und wundersamerweise hielten die Wände. Nach längerer Untersuchung entdeckten sie einen kaum erkennbaren Termitenbestand in dem Stamm, welchen sie sofort verbrannten. Kaum war ein neuer Balken aufgestellt, da schien es, als würden die Wände sich regelrecht aufrichten und endlich entsprach das Haus der gewohnten architektonischen Fähigkeiten der Thyren.
Linory lobte alle Anwesenden für ihre gute Zusammenarbeit.
"Aber dass yhr mey ja keyne Zeder mehr hyer eynbaut!", sagte sie noch im Gehen.
Der Geist wiederrum schwieg nun, tat sich an seinen Geschenken gütlich und würde das Haus nach bestem Können vor Gefahren schützen.