Seite 2 von 3
Verfasst: Montag 24. Oktober 2016, 12:33
von Felizitas Hohenburgen
Der Beginn der dritten Woche als Leben einer Tavini.
Soviel ist geschehen in diesen drei Wochen. Man erklärte ihr das sie nun ein jedem Menekaner freundlich und Respektvoll zu behandeln habe und jedes Familienmitglied des Hauses Yazir als Herr oder Herrin an zu sehen hat.
So eines der Familienmitglieder etwas forderte, habe sie zu gehorschen und es zu tun. Die erste Woche so dachte sie wäre die schwierigste und war froh als sie diese überstanden hatte. Immer darauf bedacht, ihren Verstand statt Gewalt als Waffe zu nutzen, lernte sie viel durch zuhören und Beobachten. Vieles was sie nun tun musste, kannte sie bereits aus ihrem vorherigen Leben von Zuhause her. Nur das sie hier diejenige war die bedienen lies und andere die Arbeit machten.
Es gelang ihr nach einiger Zeit zumindest das Wohlwollen der meisten ihr bisher bekannten Menekaner zu erlangen und genoss so, mit jedem Tag ein wenig mehr vom guten Leben einer Tavini. Sie sollte sogar an einer Sprachschule teilnehmen um die Muttersprache zu erlernen um sich so besser zurecht zu finden in Menekur.
Soweit schien ihr Plan, sich zu fügen und aus ihrem Sandstein bestehenden Käfig, einen goldenen Käfig wie Zuhause zu machen, auf zu gehen.
Doch der gestrige Tag war wohl der bisher schwärzeste in ihrem Leben indem sie es gewohnt war, alles zu bekommen was sie wollte. Es war eine derbe Niederlage, begangen durch einen Fehler ihrerseits.
Sie schaffte es einfach nicht, ihre Rolle vor Inaani ein zu nehmen und trat ihr immer wider als das, was sie noch immer tief in ihrem Herzen war gegenüber.
Im Grunde hatte sie nicht einmal etwas gegen Inaani. War sie doch wie sie eine Tavini die das gleiche Leben führte wie sie. Doch lag es wohl an dem Unterschied der gewissen Freiheiten der beiden der es verhinderte.
Sie lies sich auf ein Gespräch ein das zu einer Klärung dieser Problematik führen sollte und war nicht im Stande das gelehrte ihrer Eltern um zu setzen und sich als Anpassungsfähig zu zeigen. Wie ein verzogenes kleines Gör von oben auf Inaani herabblickend steuerte sie das Gespräch in eine Katastophe.
Als am Nachmittag dann auch noch Sabsi von Khalida ob ihres Ungehorsams bestraft werden sollte war da etwas, das den kleinen Blondschopf zum zweifeln brachte.
Vorlaut und ohne wirklich darüber nach zu denken warf sie Khalida ihre eigenen Worte entgegen und erinnerte sie daran, das auch sie bestraft werden wird wenn Sabsi nicht Gehorsam war. So kam es das Khalida mit zunehmend schlechterer Laune ohne zu zögern auch sie mit der gleichen Strafe belegte. Beide wurden nun geknebelt und die Hände auf den Rücken gefesselt. Ebenso nahm sie ihnen das Augenlicht durch eine Binde und zerrte sie wie ein ungehorsames haustier nach draussen vor ddie Türe.
So halb nackt bekleidet wie sie waren wurden sie an die Kette, die gerade mal ein bis zwei Schritt Bewegung zuliessen gelegt und mussten sich mit dem wenigen Schatten den der Eingangsbereich hergab verweilen. Erst in der Nacht durften sie dann von Inaani reingeholt werden um vor der Türe auf dem Teppich liegen und schlafen. Die helle Haut des Blondschopfes war durch die Sonne und dem heissen Wüstenwind stark gerötet und es hatte sich ein Sonnenbrand gebildet. Inaani gab den beiden dann etwas zu trinken, das sie ihnen an den Mund setzte zum schlucken, da sie nicht ihre Fesseln abnehmen durfte. Der Knebel wurde allerdings entfernt, damit sie wie ein Tier aus der Schale gefüllt mit Datteln essen konnten.
So verbrachte der Blondschopf dann die Nacht mit der brennenden Haut auf dem immer kälter werdenden Boden und nur sehr spät vor lauter Erschöpfung schlief sie trotz des leichten Schmerzes und des Frierens ein.
Verfasst: Donnerstag 27. Oktober 2016, 23:26
von Felizitas Hohenburgen
Nach einigen Tagen, sie durfte mittlerweile wider im Haus bleiben und ihr starker Sonnenbrand wurde behandelt widmete sie sich wider dem, was sie am liebsten tat. Sie schneiderte die verschiedensten Kleider, nur um sie anschliessend wider auf zu trennen und den Stoff wider zu verwerten.
Heute war der erste Unterricht in der Menekanischen Sprache den sie erhalten sollte. Sie freute sich bereits darauf und machte sich extra neue Kleider zum anziehen dafür. Umgeben von den schönsten Teppichen die sie jemals gesehen hatte saßen alle im Kreis auf Kissen. Neugierig musterte sie die Teppiche mit ihrem Blick und auch ertastend mit ihren Händen. Auch wenn sie dabei ziemlich Abwesend wirkte, so saugte sie dennoch jedes gesprochene Wort auf und verinnerlichte dieses. Es viel ihr schon als kleines Kind nicht sonderlich schwer schnell und viel auf einmal zu lernen. So erweckte sie durch ihr tun wohl den Eindruck bei Raniya das sie sich langweile und unmissverständlich durch ein klopfen mit der flachen Hand auf dem Teppich, lenkte sie die Aufmerksamkeit wider auf sich. So bekam dann auch Faatimah eine Hausaufgabe von Raniya wie die anderen auch.
Deine Aufgabe wird sein die ersten Seiten, einschliesslich Seite 5 zu lernen und dich durch Inaani und Ayashana abfragen und helfen zu lassen.
Zudem bekommst du die Aufgabe mir aufzuschreiben was dich derzeit beschäftigt und was die besonderheit an diesem Teppich ist.
Anschliessend wurde Faatimah noch von Raniya und Ayashana wider zurück in das Sklavenhaus gebracht wo sie sich sofort wider umzog und sich versuchte mit der Schneiderei ab zu lenken. Doch schien ihr dies am heutigen Abend nicht zu gelingen und so kreisten unzählige Gedanken durch ihren Kopf und die sonst so kleine Dame die sich meist unter Kontrolle hatte, begann zu weinen. Sie trat an den Vorhang des kleinen Fensters und schob ihn mit der Hand beiseite und lies ihren Blick in die weite langsam kälter werdende Wüste streifen.
Das Heimweh das sie plagte wurde zunehmend größer und schmerzte in ihrer Brust. Sie sehnte sich nach ihrer Heimat, ihren Eltern und Geschwistern.
Die grünen Wiesen, die plätschernden Bäche und die vielen Ackerbaufläschen ihrer Familie. Doch alles was sie erblickte war Sand.
Bis tief in die Nacht hinein stand sie dort am Fenster und starrte hinaus in die Dunkelheit. Als sie sich dann daran machte einen Teil ihrer Hausaufgabe zu erfüllen. Sie nahm ein Blatt Papier und schrieb in einer sehr sauber vefassten mit schwungvollen Schnörkeln versehenen Schrift einen Brief für Raniya.
Verehrteste Raniya Sahar Bashir
Ich möchte euch den ersten Teil meiner Hausaufgabe zukommen lassen um euch zu zeigen das ich trotz meines Fehlers den ich begangen habe, euch nicht die notwenidige Aufmerksamkeit zu kommen zu lassen, dennoch nicht unachtsam war.
Ihr möchtet wissen was mich beschäftigt und mich so besser kennen zu lernen, damit ihr wisst wie ihr mich am besten in euren Unterricht integrieren könnt und mir die Lehren zukommen zu lassen die mich auf mein weiteres Leben als Tavini vorbereiten sollen.
In mir drin sind zuviele Gedanken die meinen Kopf verwirren. Doch ist die Sehnsucht nach den grünen Wiesen und Blumen meiner Heimat am stärksten und so dominieren diese Gedanken in mir derzeit. Ich werde noch einige Zeit benötigen mich an mein neues Leben zu gewöhnen und hoffe, ihr werdet diese Geduld mit mir haben.
Was die Besonderheiten eures Teppichs betrifft, so war ich fasziniert von der überaus Meisterlichen Knüpfarbeit und den wohl unzähligen Stunden die es wohl braucht, um solch ein Meisterwerk zu vollenden. Ich kenne mich leider auf diesem Gebiet nicht sonderlich aus, da ich bisher nur lernte einfach Kleidung zu fertigen. Verzeiht daher bitte mein überaus grosses Interesse an diesem Teppich.
So wird sie dann diesen Brief durch die Gitter an eine der wachen reichen in der Hoffnung das diese ihn als Unbedenklich einstufen und ihn zu Raniya überbringen werden.
Verfasst: Mittwoch 2. November 2016, 12:02
von Felizitas Hohenburgen
Wider ist viel Zeit ins Land gegangen in der Khalida weiter daran gearbeitet hatte die beiden neuen Tavinis zu brechen. Was bei Faatimah offenbar recht gute Vortschritte machte im gegensatz zu Wasila.
Dennoch kam es immer wider dazu, das auch Faatimah sich versuchte mehr Freiheiten raus zu nehmen, als ihr gestattet wurden. Sei es, das nicht einhalten der Kleiderordnung im Sklavenhaus oder die viel zu schnippigen Damenhaften Kommentare die sie von sich gab.
Nichts blieb natürlich ungesühnt und wurde stets bestraft. So auch der letzte, wohl grösste Fehltritt der am gestrigen Abend von Wasila und Faatimah begangen wurde.
Nachmittags als Faatimah in den Keller ging um nach Wasila zu sehen fand sie jene im Bauernbereich vor wie sie sich an den Alkoholregalen zu schaffen machte. Als Wasila dann begann den Alkohol zu kosten wurde auch Faatimah neugierig und lies sich relativ schnell von Wasila überreden, dies auch zu tun.
So machten sich die beiden daran, sich durch sämtliche Alkoholika zu kosten.
Es dauerte nicht all zu lange, da zeigten sich bei Faatimah die nie zuvor Alkohol zu sich genommen hatte die ersten Anzeichen von Betrunkenheit.
Die beiden schienen durch den Alkohol immer mehr ihre Sorgen zu verlieren und es endete in ein Lustiges Saufgelage zwei junger Tavinis im Keller.
Am Ende dann gegen Nachmittag lagen beide Tavinis volltrunken im Keller zwichen verschütteten Alkoholfützen und zerborstenen Flaschen.
Doch sollte dies nicht lange unentdeckt bleiben und so passierte was pasieren musste und Khalida betrat den Keller. Dem Alkoholgeruch folgend, fand sie dann beide so vor.
Viel Zeit und wahrscheinlich noch viel mehr Nerven muss es Khalida wohl gekostet haben die beiden dann in den Schlafraum zu verfrachten. Da besonders Faatimah ziemlich flügge schien nach dem wachwerden und immer wider versuchte auf Khalida zu zu gehen um ihr dienen zu können, beschloss Khalida beide Tavinis erst einmal die Ketten an das Halsband zu legen und sie an die Wand zu ketten. Anschliessend wurde noch die Gittertüre verriegelt damit beide auch ja nicht auf die Idee kamen hier irgendwie heraus zu gehen.
Die Angedroht Strafe der Herrin folgte dann am heutigen Morgen auf dem Fusse. Und so nahm Khalida sich als erstes Faatimah an die Kette und verlies das Haus um der Tavini unmissverständlich klar zu machen was es bedeutet, vor den Augen der Herrin zu versagen.
Verfasst: Donnerstag 10. November 2016, 09:04
von Felizitas Hohenburgen
Die ersten wirklichen Freheiten die ihr bisher zugesprochen wurden waren eigentlich recht einfache. Aber es war für Faatimah etwas ganz besonderes das sie über all die Wochen nicht hatte in denen sie hier war.
Khalida gab ihr den Auftrag sich ein wenig Gold aus der Tasche im Sklavenhaus zu nehmen und damit dann zum basar zu gehen und einiges an Obst ein zu kaufen. Sie durfte zum ersten mal ganz alleine durch die Stadt gehen und musste sich nur bei den Wachen vor der Türe ordentlich ab und natürlich auch wider anmelden, damit man sie raus und wider rein lies in das Haus.
Faatimah erhoffte sich im Basar wider Raniya an zu treffen und so griff sie in ihrer Schneiderecke nach den benötigten Materialien um einen Wandteppich zu knüpfen für Raniya.
Mit diesem wollte sie sich auf der einen Art für ihre Freundlichkeit ihr gegenüber bedanken und auf der anderen wollte sie ihr nebst ihrer alten Hausaufgabe die sie ihr ja per Brief zu kommen lies, ansehnlich verdeutlichen warum sie ein so grosses Interesse an den Teppich beim Unterricht hatte.
Den Teppich dann im Gepäck machte sie sich auf den Weg zum Basar um dort ihrer Aufgabe nach zu kommen.
Wie erhofft traf sie Raniya dort an, die sie direkt hereinbat ins Haus. Es wurde leckerer Saft getrunken und einiges besprochen ehe Faatimah dann den Teppich an Raniya überreichte. Es erfüllte Faatimah mit Stolz als sich Raniya tatsächlich über das Werk zu freuen schien.
Ihr Aufgabe nicht vergessend bekam sie auch anschliessend einen wundervoll gefüllten Obstkorb mit leckeren Säften und etwas Dattelwein für Khalida in die Hand gedrückt. Sich schon auf den nächsten Besuch freuend machte sie sich dann mit dem Korb wider zurück in das Sklavenhaus.
Mittlerweile durfte sie sogar schon weitere male alleine das haus verlassen mit der Auflage, sich nur zur goldenen Stadt zu bewegen und wider zurück um das Badehaus regelmäßig auf zu suchen. Das Angebot nahm sie dankend jeden Morgen war und genoss es sich ausgiebig in einem so grossen Becken waschen zu können, das wesentlich mehr Luxus zu bieten hatte, als die kleine Waschschüssel im Sklavenhaus.
Am gestrigen Abend waren dann wider Elfen zu Besuch im Familienhaus. Sie sollte sich dann mit Inaani gemeinsam darum kümmern das diese entsprechend bewirtet werden. Die Elfen waren gekommen um mit der Familie Handel zu treiben und es sollte dem Besuch an nichts fehlen um sich wohl zu fühlen. Jedoch war es widermal die Kleidung die Faatimah falsch gewählt hatte und wurde bestimmend von Khalida aufgefortert diese schnellstmöglich zu wechseln.
Die angedrohte Strafe sollte dann am heutigen Morgen dafür folgen als Khalida das Sklavenhaus betrat. Doch alles richtig machend mit einem ihr auferlegten Begrüßungsritual, wusste sich Faatimah entsprechend zu verhalten um ihre Herrin am frühen Morgen zu besänftigen und die Gedanken von der im Kopf lauernden Strafe ab zu wenden und in etwas erfreulicheres zu wandeln.
Verfasst: Donnerstag 10. November 2016, 10:29
von Eona´sala´a´tan
- *Der heiße Sand unter den nackten Füßen war jedes Mal wieder eine Herausforderung. Das kühle Nass des Nebelwaldbodens war eine ganz andere Geschichte, und doch konnte sie nicht abstreiten, dass sie sich gern im Familienhaus der Yazir aufhielt.
Für ihren Geschmack war Khalida eine wunderbare Gesellschaft.
Rücksichtsvoll, und immer darauf bedacht alles richtig zu machen.
Vorfreudig hatte sie einen kleinen Efeubeutel mit den wichtigsten Dingen gepackt, ehe sie und der ältere Bruder aufgebrochen waren, um in die Wüstenstadt einzukehren.
Kaum angekommen und sich wie angewiesen, wie zuhause fühlend, ließen sie sich auf die weichen Kissen am großen Tisch nieder.
Einen Augenblick später aber, wurden die silbrigen Irides auf die beiden Frauen gerichtet, welche scheinbar wie aus der Luft gegriffen im Torbogen erschienen.
Menekanerinnen waren es nicht, soviel stand fest.
Die helle, fast fahle und uninteressante Haut verriet die Zwei sofort.
Iritiert war sie aber mehr von dem Halsband, welches unschwer als solches zu erkennen um den Hals der Blonden lag.
Nachdem die geschätzte Freundin das Mädchen, welches sich später als Faatimah herausstellen sollte am Halsband packte, und sie nach der richtigen Kleiderordnung fragte, musste die Lindil sich tatsächlich einen Moment zusammenreißen und den Kopf abwenden.
Mit gespitzten Ohren erfuhr sie aber, dass das Menschenkind sich nicht an die Kleiderordnung hielt...
Als sie einige Zeit später zurückkahm, ein menekanisch gebundenes Kleid um den Körper geschlungen, sah sie garnicht soviel anders aus als zuvor.
Der Hut.., es war der Hut der das Äußere störte.
Der den schönen Stoff der Wüste als solchen nicht hervorhob, und auch einen Schleier trug sie nicht. Ob er ihr nicht gestattet wurde?
Inaani hingegen war vorbildlich wie eh und je.
Sie mochte die Menschenfrau mit den roten Haaren, auch wenn es vielleicht nicht angemessen schien, doch zumindest hatte sie den Anstand bewiesen sich beim letzten Basar selbstständig vorzustellen, ohne das die Grüne sie danach fragen musste.
Eona fürchtete, die blonde Sterbliche würde noch das eine oder andere Mal gerügt werden, so höflich wie sie auch zu sein versuchte,
so konnte die erfahrenere Elfe sehen, was unter dem künstlichen Lächeln zu sehen war.
Natürlich würde sich rein garnichts zu dieser Situation sagen.
Die Eledhrim waren mit den Menekanern verbündet, und so Khalida mit ihr selbst so umging wie bisher, konnte die Grüne ihr keinen Vorwurf machen. Schließlich sagte jene auch nichts über ihre grüne Hautfarbe, die in der Wüstenstadt sooft verpönt wurde.
Sicher würde sie das Mädchen noch einige Male erblicken, und wer weiß, vielleicht hatte sie bald raus, wie sie sich den Belehrungen entziehen konnte.
Hier waren, wie es schien Gehorsam und Mühe die Schlüsselwörter.
Später im Baumhaus war sie froh, dass sie ihren Beinschnörkel hinabwinden konnte. Die Halskette, welche aus weichen Kirschholzperlen bestand, wurde sogar ganz freiwillig um den Hals behalten.*
Verfasst: Freitag 18. November 2016, 08:50
von Felizitas Hohenburgen
Tag ein, Tag aus übte sie sich in dem Handwerk das ihre Mutter ihr schon in frühen Jahren begonnen hatte bei zu bringen. Es war etwas, das sie auch hier als Tavini weiter führen sollte. Auch wenn sie keine fachkundige Anleitung an ihrer Seite hatte wie Zuhause ihre Mutter, so gab sie sich dennoch größte Mühe sich stetig darin zu verbessern.
Doch wozu das alles? War es zwar ihr Ehrgeiz der sie dazu immer wider antrieb zu üben. Doch durfte sie niemals ihre zukünftig geschneiderten Kleider mit ihrem wirklichen Namen versehen. Tooru jedoch ermutigte sie und trug ihr eine Arbeit auf damit sie im kalten Grünland nicht frieren müsse. Und sie verlangte sogar, das sie ihr echtes Siegel mit einstickte. Vermutlich wollte sie der Tavini damit eine Freude machen, was ihr durchaus auch gelang.
Fleisig machte sie sich daran einen flauschigen Schal und mit Lamawolle gefütterte Handschuhe zu fertigen, auf denen sie dann mit einem zufriedenen Lächeln ihre Siegel mit einstickte.
Schlag ein, Schlag aus musste sie nun auch erfahren, warum alle immer sagten, sie solle sich vor Renanas speziellen Art in Acht nehmen.
Sie war eine sehr neugierige Frau und wollte immer stets alles erfahren was um sie los war. So auch an jenem Tag als sie in das Tavinihaus kam. Ausflüchtend versuchte die junge Tavini ihre Fragen geschickt zu umgehen und sie auf andere Themen zu lenken. Doch dies schien ihr nicht zu gelingen und so zeigte sich Renana von der Art, vor der sie gewarnt wurde.
Sie fesselte der jungen Tavini die Hände auf den Rücken und sorgte mit unzähligen Schlägen auf das blanke Hinterteil dafür, das die einst blasse Haut sich rötete und Wund wurde. Anschliessend befahl sie ihr sich auf dem Holzschemel in ihrer Schneiderecke zu setzen und dort sitzen zu bleiben, bis sie des Abends ins Bett begab. Unter Tränen ob des Schmerzes den ihr wundgeschlagener Hintern verursachte legte sie sich dann auf dem Bauch in die Felle und schlief dann irgendwann ein. Am nächsten Tag als Khalida und Tooru kamen, wurde das Hinterteil dann erst einmal mit Salbe versorgt.
Am Abend dann war es endlich soweit. Der Sprachunterricht in Menekanisch sollte folgen und so begab sie sich zum Basar der edlen Künste.
Doch statt sie hinein zu bitten, schloss Raniya die Türe und ging mit Inaani und ihr zu der geplanten Überraschung.
Raniya führte die beiden mit Erlaubnis des Emirs in die Oase um dort den Unterricht ab zu halten. Schon beim betreten der Oase überkamen der jungen Tavini unmengen an Gefühle die ihr sehr viel abverlangten um das über Jahre hinweg antrainierte damenhafte Verhalten zu wahren.
War es doch genau solch ein Ort, der ihr zugleich Schmerz und Freude bescherte. Doch mit Mühe schaffte sie es, sich auf den Unterricht zu konzentrieren und fleissig mit zu machen. Die vielen Wörter die sie in der letzten Zeit immer wider in ihrem alltäglichen Leben gebrauchte, wurden stolz ausgesprochen. Und als Inaani dann ihre für sie noch viel zu schwierige Hausaufgabe vortrug, versuchte sie immer wider die gesprochenen Worte lautlos mit den Lippen mit zu formen. Doch war Inaani viel weiter und so blieb es nicht aus, das die junge Tavini nur hier und da einige Worte wider erkannte.
Zum schluss des Unterrichts bekam die junge Tavini eine neue Hausaufgabe. Die nächsten beiden Seiten aus ihrem Vokabelbuch sollte sie nun zusätzlich üben und verinnerlichen. Sowie fünf Sätze die sie aufschreiben sollte die darüber handelten was ihre Eindrücke waren hier an diesem für sie wundervollen Ort.
Raniya erlaubte es ihr, wärend sie noch mit Inaani etwas besprach, die Oase genauer erkunden zu dürfen. Und so erhob sie sich und ging in kleinen langsamen Schritten mit den nackten Füssen über die Wiese.
Immer wider ging sie in die Hocke und lies die Hand über die Wiese und Blumen gleiten und schloss für einen Moment die Augen als sie den herrlichen Duft der Blumen einatmete. Am Ufer des von Eluiv geschaffenen Sees verharrte sie still, ging in die Hocke und tauchte eine Hand in das Wasser ein, um damit leicht kreisend Ringe auf der Oberfläsche zu produzieren denen sie beim größer werden zusah.
Dann zog sie die Hand wider aus dem Wasser und ihr Blick legte sich auf ihr eigenes Spiegelbild das der See ihr zu erkennen gab. Langsam zog sie ihren Hut ab und legte eine Hand verdeckend auf das Halsband.
Da war sie, die junge Edeldame die sonst stets über alles erhaben wirkte und keine Schwächen zeigte. Doch war sie schwach und ihr Herz war gefüllt mit einem Schmerz der sich Heimweh nannte. Und so konnte sie es nicht verhindern das einzelne Tränen über ihre Wange liefen.
Irgendwann standen dann Raniya und Inaani hinter ihr und sie erhob sich langsam und mühte sich, das Damenhafte Verhalten wider an den Tag zu legen. Doch Raniyas Worte waren eindeutig als sie sagte, man darf auch Gefühle zeigen.
Nach einigen Momenten führte Raniya die beiden Tavinis dann nach draussen und beendete den Unterricht. Verabschiedend wandte sich die Junge Tavini dann ab und ging zurück in das Sklavenhaus um dort sofort mit den Hausaufgaben an zu fangen.
Salam Aleikum werte Raniya aus dem Hause der Bashir
Erneut möchte ich euch vorab meine Hausaufgabe zukommen lassen.
Satz 1: Als ich die Oase betrat spürte ich die warme feuchte Wiese unter meinen Füßen.
Satz 2: Die vielen exotischen Düfte betörten meine Sinne und trugen mich fort in eine neue Welt.
Satz 3: Dieser wundervolle Ort lies mich trotz der aufwühlenden Gefühle ein stück Heimat erleben.
Satz 4: Die Oase bereitete mit Schmerz in meinem Herzen und gleichzeitig Freude in meinem Verstand.
Satz 5: Als ich in das Wasser blickte, sah ich eine junge Frau die ich glaubte zu kennen und doch war sie mir Fremd.
Ich möchte euch noch einmal von ganzem Herzen danken für diesen wundervollen Abend und den lehrreichen Unterricht.

Verfasst: Mittwoch 23. November 2016, 09:43
von Felizitas Hohenburgen
Mehr als vier Tage sind wider vergangen in denen die junge Tavini sehr viel über ihre derzeitige Situation nachgedacht hatte. Und immer wider stellte sie sich die eine einfache Frage: Warum bin ich noch hier, wo ich mich doch bereits frei in Menek'ur und der Durah bewegen darf?
Ihr Herz drängte sie mit jedem verlassen des Sklavenhauses dazu die Flucht zu ergreifen. Doch war es ihr Verstand der sie daran hinderte und immer wider zurück kehren lies.
Soviel sprach dagegen die Flucht zu ergreifen und alles hinter sich zu lassen.
Hätte sie doch nicht einmal gewusst wo sie hätte hin fliehen können. Es würde keinen Ort auf Gerimor geben auf dem man sie nicht finden würde. Und Menschen die ihr helfen würden sie zu verstecken würde sie in Gefahr bringen.
In die Heimat hätte sie nicht reisen können zu dieser Jahreszeit, da die Gewässer rund um Horkwegen mittlerweile vereist sind und unpassierbar.
Hinzu kam die Angst das man ihr vieleicht sogar folgen würde und ihrer Familie etwas antun könnte.
Das alles lies die junge Tavini resignieren und so gab sie sich irgend wann auf und fügte sich in ihr neues Leben ein. Sie wollte nicht das irgendwer wegen ihr zu Schaden kam, so wie es mit den Gefolgsleuten von Wasila demonstriert wurde. So versuchte sie aus ihrem neuen Leben das Beste zu machen indem sie folgsam ihren Aufgaben nach kam und lernte schnell, das Gehorsam mit Annehmlichkeiten belohnt wurde.
Verfasst: Dienstag 20. Dezember 2016, 16:18
von Felizitas Hohenburgen
Fast vier Wochenläufe sind wider ins Land gezogen. Eine Zeit in der sie viele neue Erfahrungen machen konnte. Sie beschäftigte sich damit das kochen zu erlernen indem sie das Fleisch des Wildes das sie jagde verarbeitete. Selbst die Angel wurde ergriffen um am Strand von Menekur Fische zu fangen. Diese wurden dann filetiert und gebraten.
Ebenso schulte sie immer wider ihr können im Umgang mit dem Bogen wenn Khalida sie mal mit in die Höhlen nahm. Ihrer Meinung nach war sie mittlerweile sogar eine recht passable Schützin geworden. Zumindest traf sie die meisten Ziele die sich ihr boten. Doch der Trick eine maus mit nur einem Versuch zu treffen, der gelang ihr einfach nicht.
Doch all das war nur eine Ablenkung für sie um nicht ihren Gedanken nach zu hängen die sie ständig plagten. Immer wider erwischte sie sich dabei wie sie Morgens nach ihrem Gang zum Badehaus in den Tempel ging um dort Zeit in stillen Gebeten zu verbringen. Ihre Bitten an die Mara waren stets die selben, doch wurden sie scheinbar nicht erhört.
Häufig saß sie auch Abends am Strand und sah der Sonne dabei zu wie sie im Ozean versank und die Sterne sich am Himmelsfirmament zeigten. Einzig die aufkommende Kälte trieb sie dann wider in das Sklavenhaus zurück.
Ich bin da um zu dienen.
Ich bin da um mir eure Sorgen an zu hören.
Ich bin da damit ihr euch an mir abreagieren könnt.
Ich bin da um euch in den Arm zu nehmen und euch Geborgenheit zu geben.
Ich sehe euch alle und erkenne euren Bedarf.
Doch wer bin ich?
Erkenntnisse und Fragen die sich auf taten und sie nachdenken liessen. War das der Moment wo sie sich begann zu gewöhnen, sich auf zu geben und zu fügen?
Verfasst: Dienstag 20. Dezember 2016, 17:22
von Keylon von Salberg
Interessiert las er die Aushänge die der Diakon vor Bajard angebracht hatte.
Ja er hatte schon einmal davon gehört das immer wieder Frauen verschwinden würden in Bajard...
Aber Bajard war ... Bajard.
Es ging ihn eigentlich nichts an.
Aber jetzt gab es einen Namen und der Diakon hatte sich eingeschaltet.
Vielleicht war ein wenig Hilfe brauchbar. So entschied er sich einen Brief an
Antorius zu schreiben, der auch sofort zum Kloster gebracht wurde zu Händen des Diakon.
Temoras Segen Eurer Gnaden Antorius,
Ich hörte davon das in Bajard ab und an gerade Frauen verschwinden würden.
Jetzt las ich auch euren Aushang, auf der Suche nach der Dame Hohenburgen.
So ihr Ideen, Hinweise habt, bin ich sofort bereit euch in jeglicher Hinsicht zu unterstützen, begleiten oder zu schützen.
Lasst nur von euch hören.
Hochachtungsvoll

Verfasst: Samstag 24. Dezember 2016, 17:13
von Felizitas Hohenburgen
Es sollte ein Tag wie jeder andere werden in ihrem neuen Leben als Tavini. Sie machte sich auf den Weg zum Familienhaus um dort ihrer täglichen Arbeit nach zu gehen und zu schauen, ob sie einem der Familienmitglieder dienlich sein konnte. Kaum die Türe rein, stand auch schon Khalida vor ihr und winkte sie mit sich. Ihr wurde dann von Mariyah eine Rüsttasche in die Hand gedrückt. Dann schickte Khalida sie runter in den Keller um jene an zu legen.
Schon oft hatte sie dem ein oder anderen aus oder in solch eine Rüstung geholfen. Doch noch nie musste sie sich selber so eine anlegen. Etwas Ungelenk legte sie sich die einzelnen Rüstteile an und machte sich dann wider nach oben. Ihr übliches leichtfüssiges Tabsen war nun mehr ein steifes stampfen.
So in der für sie schier unbeweglichen Rüstung nahm man sie dann mit auf einen Ausflug in die Höhlen. Die sonst so behebe Tavini musste gleich erfahren das sie sich damit nicht wie in ihrer alten lederrüstung bewegen kann und schaffte es nicht, rechtzeitig dem anstürmenden Biest aus zu weichen und wurde von jenem zu Boden gerissen. Kaum das es auf sie drauf fiel rollte es auch schon getötet von den anderen zur Seite von ihr runter. Schockiert und Ängstlich lag sie dann einen kurzen Moment regungslos am Boden. Die einzigen Worte die sie vernahm waren " du musst dich daran gewöhnen und anders agieren kleines."
Beim aufstehen tastete sie sich am ganzen Körper ab und stellte erleichtert fest, das sie wenigstens mehr Schutz wie ihre alte Rüstung bot. So setzte man dann den Streifzug durch die Höhle fort und sie mühte sich damit ab, sich an die neue Rüstung zu gewöhnen.
Völlig erschöpft kam sie dann anschliessend wider ins Tavinihaus und war heilfroh die Rüstung ausziehen zu dürfen. Sie schlief die Nacht wie ein Stein und machte sich mit einem gehörigen Muskelkater am nächsten Morgen daran das Frühstück vor zu bereiten. Früher als erwartet stand dann auch schon Khalida vor der Türe und erklärte ihr, du brauchst dich nicht umziehen, lasse das Hemdchen an und komme mit. Zusammen gingen sie dann ein paar Häuser weiter zu Yaras Haus. Khalida und Yara unterhielten sich darüber das es Zeit wurde der jungen Tavini Yaras Spezialität zukommen zu lassen.
Und so wurde sich darauf geeinigt, das es ein Brustpircing werden sollte.
Kleine Metallstäbchen die an beiden Seiten mit einer kleinen schwarzen Kugel aus Onyx durchstochen und verschlossen wurden, wurden der jungen Tavini als Pircing verpasst. Anschliessend wurde ihr genauestens von Yara und Khalida erklärt worauf sie die nächsten Tage zu achten habe damit sich keine Entzündung bildet oder der Schmuck verwächst.
Sie war froh dies überstanden zu haben, war es auch wenn Khalida meinte sie wäre tapfer gewesen doch eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit.
Verfasst: Mittwoch 11. Januar 2017, 14:13
von Felizitas Hohenburgen
Gut zwei Wochen sind ins Land beziehungsweise in die Wüste gezogen.
Zwei Wochen in denen viel passiert ist. Es gab Trauerfeiern zu denen auch sie mit hingenommen wurde. Und auch wenn sie die verstorbenen nicht kannte, so ging es ihr doch ans Herz.
Dann war da noch die für sie furchtbar lange Zeit wo Wasila von ihr getrennt wurde. Sie wusste nicht wo Khalida sie hingebracht hatte oder was sie mit ihr tat. Und auch wenn Wasila nicht immer die Freundlichste zu ihr war, so vermisste sie ihre Tavinischwester. Jeden Abend kehrte sie wider ins Tavinihaus zurück und blickte sich suchend nach Wasila um. Doch das begrüßende Salam Käsebrot blieb aus, sie war alleine.
Dann,eines Abends setzte sie sich an ihren Arbeitstisch in der Schneiderei und begann einen Brief auf zu setzen. Auf der Rückseite schrieb sie das der Zielort wohl Horkwegen wäre.
Lieber Herr Papa und Frau Mama
Sehr lange ist es her das ihr ein Lebenszeichen von mir vernahmt.
Heute schreibe ich euch um euch einen Teil eurer Sorgen zu nehmen und euch wissen zu lassen, das ich noch lebe.
Ich bin in ein neues Leben getreten, das nicht für mich bestimmt war. Ein Leben für das ich glaubte nicht geschaffen zu sein. Ein Leben auf das ich nicht vorbereitet war.
Doch ich bin dabei es zu leben und fange an mich daran zu gewöhnen. Es macht mir allerdings Angst, das es mir immer leichter fällt mich darin ein zu fügen. Das einzig gute daran ist, das ich sehr viel Neues lerne. Auch wenn ich noch nicht weis was ich mit dem neu erlernten anfangen soll.
Man lehrt mich zum Beispiel eine neue Sprache. Und ich lerne eine völlig neue Kultur kennen.
Aber all das lässt mich nicht vergessen wer ich bin, oder woher ich komme. Denn zu gross ist die Sehnsucht nach meiner Heimat und meiner Familie.
Ich vermisse euch so sehr das es manches mal in meinem Herzen schmerzt. Doch werde ich nicht mehr in mein altes Leben zurück kehren können und muss mich mit meinem neuen abfinden.
Ich weis es wird euch schwer fallen nicht nach mir zu suchen sobald Horkwegen wider mit dem Schiff zu verlassen ist. Doch bitte ich euch von ganzem Herzen darum.
Macht euch bitte keine Sorgen um mich und behaltet mich so in Erinnerung wie ihr mich kanntet. Denn ich werde im Herzen immer eure Tochter bleiben und euch dort mit mir tragen.
in Liebe eure
Dann rollte sie diesen Brief fein säuberlich zusammen und steckte ihn in einer leere Flasche die sie sorgsam wider verkorkte und ging damit zum Strand.
Dort angekommen stand sie Barfuss im feuchten Sand und lies sich die Brandung um die Füsse spülen. Ihr Blick geht zur Flasche, dann wider hinaus auf das weite Meer und mit ruhiger Stimme und Tränen in den Augen flüsterte sie:
Mögest du ein Schiff finden das dich mitnimmt.
Anschliessend warf sie die Flasche so weit sie nur konnte auf das offene Meer hinaus. Ob die Flasche ihren Zweck erfüllt und von einem Schiff mitgenommen wird, oder sie vieleicht irgendwo auf Gerimor wider angespült wird, das vermochte sie nicht zu wissen.
Verfasst: Mittwoch 11. Januar 2017, 17:17
von Hadir Yazir
*Noch immer zog es ihn an den Strand. Oft lief er die gesamte Südküste Menek'urs entlang einfach nur um den Wellen und manchmal den weit entfernten Schiffen zuzusehen, wie sie ihre Fahrt von oder Richtung Menek'urs fortsetzten. Noch immer erfüllte das Geräusch brandender Wellen den Zweck seine Gedanken zu klären und erfüllte ihn mit einer seltsamen, schwer greifbaren Vertrautheit. Und so ging Hadir auch an diesem Tag den Strand entlang und ließ seine Gedanken schweifen, als sein Blick auf die Flaschenpost fiel. Ein leichtes Schmunzeln zog seine Lippen nach oben, denn ein Nostalgischer Schauer durchflutete ihn. Wie oft haben sie mitten auf hoher See, nachdem die ein oder andere Flasche Rum geleert worden war, auf Pergamenten unsinnige Nachrichten geschrieben wie: An den der das liest, bitte 2 Kisten rum zur "goldenen Sand" liefern ... oder haben falsche Schatzkarten gemalt um sie dann in genau jenen Flaschen auf hoher See über Bord gehen zu lassen. Doch dies hier war anders. Allein das Pergament sah viel zu sauber aus.
[img]http://www.hochzeit-feiern.net/wp-content/uploads/2011/03/Flaschenpost_Fotolia_23514573_XS_%C2%A9-gradt.jpg[/img]
Er näherte sich der Flasche und entkorkte jene vorsichtig um mit viel Geschick und sehr behutsam das Schreiben herauszuholen. Es sauber auseinander faltend stellte er sich schon darauf ein, doch eine der Scherzflaschen gefunden zu haben, doch als seine Augen sich immer mehr des Inhalts gewahr wurden, schluckte er hart den Kloß der Rührung im Hals hinunter. Er brauchte nicht lange um festzustellen, dass dies nur ein Schreiben von eine der Tavini aus dem Tavinihaus sein konnte. Bei dem unten prangenden Namen war er sich nicht ganz sicher, glaubte jedoch ihn zu Faatimah einordnen zu können. Erneut las er die Zeilen und überlegte was er nun tun sollte. Er könnte es dem Schicksal überlassen und die Flasche an der Stelle Menek'urs ins Meer werfen, an der die Strömung sie vom Ufer wegspülen würde, aber es müsste schon an ein Wunder grenzen wenn die Flasche dort ankommen täte wo sie hin sollte.
Eine weitere Option wäre wohl dies Khalida zu melden, denn er konnte sich nicht vorstellen, dass derartige Kommunikation, selbst mit der geringsten Wahrscheinlichkeit auf Erfolg gewünscht war. Erneut glitten die Augen über die rührenden Zeilen des Briefes und er musste an die vielen Dienste und das tadellose Benehmen von Faatimah denken und so entschied er sich für die Dritte Möglichkeit.
Es half, dass Faatimah keine Adresse oder auch nur einen Hinweis aus Menek'ur in diesem Schreiben versteckt hatte, denn dann hätte er sich zwischen der Treue zu seinem Haus und dem Herzschmerz der jungen Frau entscheiden müssen, aber so kaufte Hadir sich den teuersten verfügbaren Briefumschlag und eine Kerze mit edelstem Siegelwachs und versiegelte das Schreiben der Tavini in beidem. Die Adresse Horkwegen wurde in fein stilisierter Handschrift auf den Brief gepinselt, mit dem kleinen Zusatz: Eltern von Felicitas.
Dann beauftragte er seinen zuverlässigsten Boten, inkognito einen ebenso zuverlässigen Boten der Nordländer zu finden, ihm den von Hadir ausgelegten Beutel mit Goldkronen zu reichen und diesen zu beauftragen das Schreiben an sein Zielort zu bringen.
Mit sich zufrieden verließ er dann die Karawanserei und machte sich auf den Weg seinem Tagewerk nachzugehen. Er war sich sicher, dass das Schreiben nun eine wesentlich höhere Chance hatte den richtigen Empfänger zu finden und gleichzeitig wenig Erfolg versprach den Ursprung der Nachricht herauszufinden. Denn gewiss hatte niemand in seinem Hause Interesse an den Ärger mit den Eltern. Faatimah oder viel mehr Felicitas würde hier in seinem Volk sowieso ein viel lohnenswerteres Leben führen als unter den Nordländern, dessen war er sich sicher ... *
[img]http://www.adpic.de/data/picture/detail/Roter_Siegel_26588.jpg[/img]
Verfasst: Montag 16. Januar 2017, 19:56
von Felizitas Hohenburgen
*Und so wird sich wer finden der diesen Brief an sich nimmt und verspricht, das er jenen auf seiner nächsten Reise in Richtung Horkwegen mitnehmen wird sobald die Gewässer im Frühjahr wider passierbar sind.*
In der Zwichenzeit ging die junge Faatimah ihren täglichen Arbeiten nach wie eh und jeh. Jeden Morgen vor Sonnenaufgang rüstete sie sich und zog aus in die Durrah um dort Federn, Leder und Fleisch zu erjagen.
Das Leder wurde für die Schneiderarbeit verarbeitet, die Federn fleissig für Familie und Armee gesammelt und das Fleisch wurde genutzt um damit ihre Fähigkeiten am Herd zu verbessern.
Anschliessend machte sie sich dann auf den Weg in das Familienhaus um dort den Garten ab zu ernten und die Tiere zu versorgen, so dies nicht schon einer der anderen Frühaufsteher erledigt hatte.
Immer häufiger zog es sie dann nach einer erholsamen Pause in das Ahnengrab um dort den Umgang mit dem Bogen und der Peitsche zu üben. Warum genau sie das tat, konnte sie sich selbst nicht einmal beantworten. Vieleicht war es die Langeweile, oder es diente einfach nur der Ablenkung um die vielen Gedanken aus ihrem Kopf zu bekommen.
Doch egal wie erschöpft sie von all dem auch wider ins Tavinihaus zurück kam, so lies sie es sich nicht nehmen kurz vor Sonnenuntergang zum Strand Menekurs zu gehen. Dort angekommen setzte sie sich in den warmen Sand und streckte die nackten Füsse aus um sie von der seichten Brandung umspülen zu lassen. Der Blick dabei immer auf das offene Meer gerichtet und dem Sonnenuntergang zusehend.
Dieser Ort war für sie wie ein Magnet geworden in den lezten Wochen die sie hier war. Sie genoss diesen Anblick und nicht selten saß sie einfach nur still da, schloss die Augen und lauschte dem Rauschen. Hier war der Ort an dem sie sich einfach mal fallen lassen konnte und sich nicht darum scherte was andere von ihr halten würden oder wie man sie sehen könnte.
Die sonst so peniebel wirkende junge Edeldame war hier wie ausgeglichen und machte einen recht einfachen Eindruck würde man sie beobachten. Das sonst stets aufgesetzte Damenhafte Lächeln wisch aus ihrem Gesicht und sie wirkte einfach nur Glücklich. Hier war sie weder Faatimah, noch war sie Felizitas, keine Edeldame und keine Tavini.
Sie war einfach nur sie selbst.
Verfasst: Mittwoch 1. Februar 2017, 06:04
von Felizitas Hohenburgen
Ich tue was ich tun muss, um ein angenehmes Leben hier zu führen
Die letzten Unterhaltungen mit Wasila brachten die kleine Tavini immer wider zum Nachdenken. Hatte sie sich etwa tatsächlich verändert? Wurde sie von dem braven Engel zur verdorbenen Tavini?
Sie stand an der Kochstelle und übte sich wider einmal im richtigen Umgang mit den Lebensmitteln. Die Tipps die ihr Tooru dafür mit auf den Weg gab, wurden allerdings heute nicht wirklich gut umgesetzt. Viel zu abgelenkt war sie bei der Sache. Ständig drehten sich ihre Gedanken um die Aussage Wasilas. So stand sie da, den Fisch in der Pfanne und das leise knistern des Feuers unter dem Gitter und das bruzeln des Fisches im heissen Fett liessen sie mit den Gedanken völlig abschweifen.
So unendlich viel ist passiert die letzte Zeit das die kleine blonde Tavini erst einmal in ihrem Köpfchen zu sortieren versuchte. So viele Gefühle die sie immer wider im eisernen Griff hielten. Freude, Angst, Scham und Sehnsucht vermischten sich in ein wares Gefühlschaos.
Und so kam es, wie es kommen musste und sie vergass den Fisch in der Pfanne. Erst als ein beissender Gestank und Qualm sich begannen an der Kochstelle breit zu machen schrak sie aus ihrer Gefühlswelt auf.
Schnell zog sie die Pfanne vom Feuer und fluchte leise auf, sich über ihre eigene Unachtsamkeit grämend. Die Fenster wurden rasch geöffnet um ein Durchzug zu schaffen, der den Gestank und Qualm aus dem Hause tragen sollte.
Dann zog sie ihre Taviniuniform an und machte sich auf den Weg zum Strand. Wie jeden Abend setzte sie sich an den kleinen Steg und blickte hinaus auf das weite Meer und lauschte dem rauschen der Brandung. Die blauen Äuglein schauten empor zu der untergehenden Sonne und leise sprasch sie
Habe ich mich wirklich so sehr verändert Mara? Bin ich neda mehr die kleine Felizitas die vor einigen Monden hier her kam?
Das Eluive ihr nicht antworten würde war der kleinen Tavini durchaus klar, doch war es Khalida die ihr sagte das sie ihr zuhören würde.
Und so glaubte sie fest daran, sich so zumindest der Mara offenbaren zu können. Als die Sonne dann kurz davor stand ganz im Meer zu verschwinden, senkte sie für einen kleinen Augenblick das Köpfchen ab. Dann schaute sie wider hinaus auf den Horizont der sich in einem wunderschönen Orange präsentierte und rief dieses mal etwas lauter, so als wolle sie das man es sehr weit hören können.
Mama, Papa, ich bin auch wenn ich mich verändere immer eure kleine Tochter.
Dann stand sie auf und wendete sich zum gehen ab hielt aber am Sand angekommen noch einmal kurz inne und blickte über die Schulter gen Meer und sprach leiser.
Haltet mich so in Erinnerung wie ihr mich kanntet.
Verfasst: Donnerstag 9. Februar 2017, 13:51
von Felizitas Hohenburgen
Eine Tavini wird heimlich flügge
Gehe gelegentlich nach Bajard und suche dort Ailidia auf und lasse dir etwas beibringen waren die Worte ihrer Herrin.
Eine weitere Freiheit die sie der kleinen Tavini damit zugestand und auch ein Stück weit mehr Vertrauen das man ihr entgegen brachte.
Und so machte sich die kleine immer wider einmal mit dem Schiff auf den Weg in die kalten Nordlande und suchte dort die Schneiderin Ailidia auf um sich von ihr einige neue Schnitte beibringen zu lassen. Der süße Geruch der Freiheit, er war wundervoll und verleitete die kleine Tavini dazu die Lernausflüge immer mehr dazu zu nutzen um sich ein wenig auf Gerimor zu bewegen und es zu erkunden.
Immer weiter traute sie sich vom Fischerdorf Bajard weg und auch die ein oder andere Höhle wurde gelegentlich aufgesucht um dort mit Salz und Gerbermesser bewaffnet sich die ein oder andere Lage Leder selber zu organisieren.
Einzig von der Westlichen Grenze hielt sie sich fern aus Angst dort auf böse Menschen zu treffen die ihr etwas antun könnten. Denn mag sie zwar mittlerweile eine passable Bogenschützin geworden sein, wusste sie doch sehr wohl das sie es mit Kampferprobten Menschen nie und nimmer aufnehmen könne. Immer wider lies sie sich von den Wachen die draussen am Tavinihaus standen ihre Waffen aushändigen und meldete sich zum Federn und Wildleder sammeln in der Durrah ab.
So hoffte sie, das niemand mitbekommen würde, das sie sich ohne Erlaubniss in den kalten Nordlanden aufhielt. Schliesslich sammelte sie ja auch reichlich Federn womit sie es beweisen könne, so glaubte sie.
Doch statt dem Drang der Freiheit vollends nach zu gehen blieb sie immer wider stehen am Hafen Bajards und blickte lediglich auf die grossen Segler die dort draussen vor Anker lagen. Irgendetwas veranlasste sie dann doch immer wider auf das Schiff zu steigen, das sie wider zurück nach Menekur brachte.
Sie wusste nicht warum, aber etwas hielt sie in Menekur fest. Und es waren dieses mal keine Ketten an ihrem Sklavenhalsband.