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Verfasst: Freitag 13. Mai 2016, 08:49
von Gast
Während sie sich für den Dienst umzog, ging ihr noch durch den Kopf das Florentine erstaunlich ruhig reagiert hatte.
Nicht einmal eine Schimpftirade war sie los geworden.
Seltsam.
Verdammt seltsam.
Mit deutlichem Unwohlsein ging es dann zum Kloster.
Dienstantritt.
Eigentlich war sie davon überzeugt, dass heute vor allem Zuhören auf dem Programm stand. Aber irgendwie war es klar gewesen, dass das einfach nicht alles sein konnte. Manchmal war sie verflucht naiv... oder eben voller Hoffnung.
Kam wohl auf den Standpunkt an.
Laufübung zum eigentlichen Lernziel - Meinetwegen. Laufen, in hübscher Landschaft. Eigentlich ja, hübsch? Schnelles laufen, hrm.
In Adoran angekommen, machte sich schon deutlich, dass das keineswegs ein Spaziergang sein würde oder war.
Sie war mehr als deutlich aus der Übung, aber der Heimweg sollte noch viel schlimmer werden....

Nachdem das "ruhige" des Abends beendet war, der Appell mit allem was angedroht wurde überstanden, ging es dann im Lauftempo zurück.
Ziemlich bald war die sonst so leichte Rüstung, eindeutig zu schwer, zu warm und hinderlich.
Kurzzeitig kam ihr der Gedanke zu schummeln, wie schnell könnte sie es sich leichter machen...
Aber ihr Stolz war nicht so sehr eingestaubt wie ihre Form und so überstand sie den Weg irgendwie.
Am Kloster dann angekommen, hatte sie das Gefühl dass ihr irgendwas die Luft geklaut hatte.
Am Hosenboden versuchte sie eine ganze Weile das Rauschen in den Ohren, und das sich drehende Bild der Mauer des Wachhauses vor sich anzuhalten.
Während der Rest sich .. übers "Schleifen" unterhielt.
Furchtbar, einfach nur furchtbar.
Würde das jetzt jedes Mal so sein?
Gemeinsame Übungen...... brrr... wieder in Form kommen.. brrr...
Mit einem Male war das Blau schon gar nicht mehr so hübsch,
eigentlich fand sie Florentine sollte es schnell auswaschen, wirklich schnell.
Am Besten gleich?
Sie könnte auch das nächste Mal einfach so tun als hätte sie ihre Stimme verschluckt. Dann müsste sie keine Angst davor haben schlecht zu Lügen, sie würde einfach gar nichts sagen!
Das würde natürlich auch verhindern, so etwas dummes zu tun, wie einfach alles zu gestehen!
Jetzt hatte sie den Salat.
Kraftübungen... zur achten Stunde.
Ihr war beängstigend nach einem Mord, aber sie würde sich nicht klein kriegen lassen.
NIEMALS
oder doch?
[....]


Verfasst: Freitag 13. Mai 2016, 10:25
von Heinrik von Alsted
Sieben Uhr. Gästehaus des Klosters.
Man erhob sich aus einem fremden Bett, der Schlaf wurde aus den Augen gewaschen und schließlich der Rest vom Kerl. Der Waschbärbauch ist kleiner geworden seit dem Dauerdienst und der körperlichen Ertüchtigung für seinen Schützling. Ein Brummen kam aus dem angemieteten Zimmer und schien zum morgendlichen Ritual zu werden. Zum Glück kam das Regiment für die Miete auf, wenn er schon näher am Kloster ist als er jemals wollte. Schwingenstein war ein verschlafenes Nest wie er es vermutete und ablehnte. Was soll man machen? Erstmal die Rüstung reinigen und die Waffen kontrollieren. Tränke bereit legen und das Bett machen. Routine die Halt gibt und beim wach werden hilft.

Halb Acht. Wachtturm der Klosterwache.
Der Wachwechsel war schon etwas her und so fand er seinen Teller gefüllt mit Frühstücksbrei allein und verlassen auf einer dieser Wärmeplatten aus Pyrian von Meister van Rakil wieder. Lauwarm und gut gewürzt. Die Witzbolde der Klosterwache hatten wieder den extra rot-gold angemalten Teller verwendet. So wusste zwar jeder das man das nicht anrührt, aber irgendwie sonderte es auch ab. Merkwürdiges Gefühl in einer fremden Truppe, fern der eigenen, zu sein. Beim Kloster hatte er immer ein mulmiges Gefühl. Würde es je wieder weichen? Ein Jahr ist bald her und doch sind die Worte noch in seinem Kopf. Gruselig und doch ist das direkte Wissen darum, das dort jemand ist, auch ein Halt im Leben. Er hoffte dennoch das es keine weiteren Begegnungen gab. Sowas ist zu erschütternd und beängstigend.
Der Brei wurde gelöffelt und mit dem klaren Wasser heruntergespült. Onald begrüßt, der ewige Wächter im Turm. Er verstand Onald. Hatte er doch seinen eigenen Lieblingswachplatz am Tor. Ein Ort an dem jeder Stein und alles in der Umgebung vertraut war.


Acht Uhr. Klosterplatz
Da kam sie. 1,80 Meter groß, blond, ansprechendes Äußeres und müde. Seine Schutzbefohlene und der Grund wieso er mit seiner Rüstung verschmolz. Kurz zuckten seine Gedanken zum eigenen Blondschopf, den er nun schon eine Weile nicht mehr gesehen hatte. Dienst, Pflicht und Ehre. Drei Worte die die Sehnsucht im Zaum hielten und doch nie vollständig vergessen ließen. Heute jedoch schien es nicht nur Müdigkeit zu sein. Sie sah gerädert aus und schlimmer als gestern nach dem Ritual. Mit so einem Haufen Elend war an Krafttraining nicht zu denken und laufen kann sie wohl auch keine 10 Meter gerade. Ein leises Brummen ging von ihm aus und sie setzte sich einfach auf die Klostertreppen. Sie schien selbst zu müde für ihren bekannten Unwillen, wenn es um körperliche Ertüchtigung geht. So würde das nichts werden.
Langsam ging er auf sie zu mit einer leisen Erkundigung nach ihrem Befinden. Es kam nicht mal ein "Will nicht." sondern nur etwas gemurmeltes, was den Wiederwillen ausdrückte. Das schien keine normale Müdigkeit. So schlimm sah er nicht einmal mit einem Kater aus. Kurz gedacht und dann getan holte er Pferde und brachte sie zum Nebelpass. In eine ruhige Ecke des Kellers. Er saß daneben an die Wand gelehnt und blickte zwischen Buch, Umgebung und dem furchtbar schnarchenden Bündel einher. Die Übung musste warten, aber war bestimmt nicht vergessen.

Verfasst: Dienstag 31. Mai 2016, 09:27
von Gast
Sie saß im Wachhaus über einem kleineren Stapel Papiere, in den Händen einen Feder.
Mit gerunzelter Stirn wurde der verursachte Tintenklecks mitten auf dem Schriftstück betrachtet.
Den würde sie bestimmt nicht mehr mit einem Buchstaben retten können, oder vielleicht doch?
Von einem Geräusch abgelenkt, wanderte ihr Blick in Richtung der verschlossenen Tür.
Es war schön nicht mehr alleine zu sein.
Sie hatte während der Abwesenheit so Einiges gelernt, vor allem über Tees, Kräuter und deren beruhigende Wirkung.
Vielleicht sollte sie sich einmal zu einer Vertiefung der Kenntnisse bei Lucien melden, irgendwie kam das Gefühl auf, dass man im Dienst häufiger solche Tee's bräuchte.
Aber jetzt hatte sie wieder Verstärkung was das anging und sie musste sich nicht mehr darauf konzentrieren, dass Niemand in der Arbeit unterging, in Sorgen ertrank oder vielleicht sogar versuchte zu Türmen.
Schön wenn es wieder vier Augen waren, die dass im Blick behielten.
Allerdings ergaben sich dabei auch gewisse Nachteile für sie selbst...
Die Aufmerksamkeit gehörte wieder dem leidigen Klecks auf dem Pergament.
Sie hatte geglaubt, dass die zusätzlichen Stunden der Übungen sie ein wenig fitter gemacht hätten.
Es hatte nur einen einzigen Abend gebraucht sie eines besseren zu belehren.
Einen!
Also noch mehr Übungen... inklusive der Fehler die man so begehen konnte, wenn man mal einen Augenblick nicht an alles dachte.
Außerdem hatte sie leidig bemerken dürfen, dass ihr Umfeld gerne Rückkehrende mit ausführlichen Berichten über ihre Schandtaten versorgte.
Vielleicht hatte sie ja nur die Hälfte davon wirklich getan!
Einen Teil, aber nicht alles.. bestimmt.
Da das Weglassen von Wahrheiten damit keine Option mehr war, hatte sie am gestrigen Abend dafür gesorgt das jegliche Geheimnisse beseitigt waren.
Mit gerunzelter Stirn wurde die kleine Blume, einstmals ein Tintenklecks in Augenschein genommen.
Also das .. war nun wirklich hoffnungslos verloren.
Mit einem Seufzen legte sie die Feder bei Seite und ging statt dessen zu dem kleinen Schrank mit den Akten.
Vielleicht sollte sie einfach eine Weile Spazieren....