[La Cabeza/ Piraten-Quest] Gezeitenwende

Gast

Beitrag von Gast »

Es war noch spät am Abend gewesen und der junge Heiler konnte einfach nicht einschlafen.
Zu viele Gedanken schwirrten in seinem Kopf umher über das an diesem Abend erlebte.

„Ich hole, was Ihm zusteht...“ Dies waren die Worte der Frauengestalt welche sich den Dreien zeigte. Selbst Sharas Bannkreis und Melinas Kugel ließen das „Vieh“ nicht weichen.
Aber was wollte es? Uns töten? Uns etwas mitteilen?
Später mit Quinton und Kessia, Shara war schon lange wieder fort gegangen, auf der Toro fanden die vier eine weitere Leiche. Ein grausamer Anblick bot sich ihnen. Eine halb enthäutete weibliche Matrosinnenleiche welche mittels Fassdauben am Holz des Mastes festgetackert wurde.
Der junge Heiler hatte zum Glück seinen Rabenschnabel dabei um, mit viel Kraftaufwand, die Leiche zu befreien. Eine einzige Sauerei die fast einem Blutbart ähnelte mit dem Unterschied dass die Person bereits tot war. Die Leiche wurde dann zu zweit bis zur Burg getragen und dort zu den Andere verfrachtet. Ein beißender Geruch stieß ihnen in die Nasse als die Türen geöffnet wurden.
Es war Absurd sie weiter aufheben zu wollen, wozu? Sie verbreiteten eh nur ihren Gestank und waren kaum noch hilfreich um Informationen zu erhalten denn die wichtigste hatten sie gleich überprüft.
Die Blutpakt-Narbe hat sich seid bei Melina und Joschuar, während der Begegnung mit der Frauengestalt, schwarz verfärbt mit klar umrissenen Linien. Genau dies weißten die Leichen auf.
Eine Kessia, sie hatte bislang nur von alle dem gehört, hatte noch eine unscheinbare Narbe, unverändert. Es musste ein Zusammenhang geben.

Immer noch zermarterte sich der junge Heiler seinen Kopf darüber und stellte sie wirrsten Theorien auf und schrieb diese nieder.

Theorie 1: Paktbrüchige werden aufgesucht und von dieser Frauengestalt umgebracht und auf grausamste Weiße zugerichtet. Als ein Zeichen für alle anderen dass sie nicht den selben Fehler begehen sollen.

Theorie 2: Paktträger werden nach und nach einer Prüfung unterzogen und müssen sich „Beweisen“ , sollten sie überleben haben sie bestanden. Eine Begegnung oder eher das antreten der Prüfung wird mit dem Färben der Narbe gekennzeichnet, ob tot oder lebendig.

Theorie 3: Sollte sich die Narbe schwarz färben, bist du der Nächste! Entkommen, sinnlos!

Theorie 4: Das Schiff ruft! Aus mir unerklärlichen Gründen ruft das Schiff nach uns und wird sie notfalls mit Gewalt dort hin treiben wollen da irgend etwas größeres geschehen wird. Wobei die Toten auf dem Schiff ein Zeichen dafür sind dass wir nirgends anders sein sollen als hier, ob Tot oder lebendig.

Theorie 5: Wir sind ALLE des Todes! Entkommen, sinnlos!
Das Buch wird nun sein ständiger Begleiter sein, denn sollte es ihn erwischen, so solle man diese Zeilen wenigstens finden können. Außerdem hat er die Ereignisse des gesamten Abends, von dem ersten Fund der dritten Leiche bis hin zum Fund der vierten Leiche niedergeschrieben.

Jacq wird hierbei eine Notiz hinterlassen mit einer Kurzfassung und den verfassten Theorien sowie dem Beisatz sich mit ihm zu treffen.

Erst am frühen Morgen des Nächsten Tages kann er die Feder aus der Hand legen und für wenige Augenblicke die Augen schließen. Lange hält dieser Zustand aber nicht denn als er vor seinem inneren Augen die Frauengestalt erblickt, mit ihren leeren Augen und der schrillen Stimme und wie Worte vom Abend wiederholt
„Ich hole, was Ihm zusteht...“ da schreckt er auf.
Gast

Beitrag von Gast »

Ein geplanter Jagdausflug bei dem die Jäger zum gejagten wurden

Am frühen Abend etwa zur 7. Abendstunde begann man sich in den Las Amigas zu sammel für die geplante gemeinsame Jagd. Man wollte so Gold ranschaffen, um es dann wider mit vollen Händen für den genuss aus zu geben.
Anfangs als Eliza, Shara, Josch und die kleine Piratin im Laden sassen und einen gemeinsamen Rum trinken wollte, nahm das Unheil seinen Lauf.
Erst verfärbte sich das Spülwasser im becken schwarz, dann begannen sämtliche Flaschen und Krüge im laden zu zerbersten. Aus Salzphiolen krochen schwarze Schatten empor, die Heldenhaft von Shara mit hilfe der Speisekarte vertrieben wurden. Man beschloss also, das man der Sache mit der Inseleigenen Magierin, Shara auf dem Grund gehen wolle und so bereitete man alles Notwendige vor.
Das Pentagramm im Keller sollte den Anwesenden den entsprechenden Schutz bieten vor diesem Wesen. Doch als Shara, Josch und die Piratin gerade dabei waren noch eine Sicherheitslinie aus Salz um das Pentagramm zu ziehen, begann sich auch im Keller das Wasser im Becken schwarz zu färben. Als das Wasser wider aufklarte, waberten schwarze Schatten aus der Feuerschale hervor und es bildete sich eine Hand daraus, die begann eine Gestalt aus der Feuerschale zu ziehen. Da stand sie nun vor uns, die Frauengestalt. Wahrhaftig hatte sie keine Augen, nur die leeren Höhlen starrten uns an, Einen Mund konnte man auch keinen entdecken. Aber als Shara begann sich zu konzentrieren um das Wesen näher studieren zu können lockte sie rasch ihre Aufmerksamkeit auf sich. Das Wesen versuchte nach Shara zu greifen und ihr habhaft zu werden. Heldenhaft rannte die kleine quirlige Piratin also auf das Wesen zu und versuchte nach ihm zu schlagen.
Es war keine gute Idee, stellte die Piratin dann jedoch fest. Das Wesen eben noch auf Shara fixiert, drehte sich Blitzschnell herum und schlug mit Rsiermesserscharfen Krallenbesetzten Händen von unten herauf zu ihr. Gerade eben konnte die Piratin das gesicht zurückziehen, doch trafen die Krallen ihren Bauch und fügten dort tiefe Schnitte zu.
Voller Mut griff Josch also zu einem der Salzsäcke und warf ihn gegen das Wesen, das den Sack von sich abprallen lies wie an einer Wand. Dies verschaffte der Piratin jedoch genug Zeit etwas zurück zu weichen und nach der Pistole zu greifen. Mit einem gezielten Schuss in richtung Bauch verfehlte sie ihr Ziel auch nicht und fügte dem Wesen so, ein ziemlich fieses Loch im Bauch zu. Just in dem Moment verwandelte sich Shara in einen Flügelgnom und griff Todesmutig mit den tödlichen Krallen das Wesen an. Schmerzverzerrt und elendig laut schrie das Wesen nun auf und versuchte Abstand zu gewinnen und flackernd begann es sich auf zu lösen mit den Worten, Ich hole was ihm zusteht.
Völlig erschöpft von diesem Kampf schauten sich die drei Streiter nun an und hatten ein Siegreiches Lächeln im Gesicht. Erst einige Momente später erkannten die Piratin und Josch, das die Narbe vom Blutpackt sich begann schwarz zu verfärben.
*Was von dieser Geschichte nun wirklich wahr ist, wenn die drei diese erzählen, weis man wohl nicht genau. Auf jeden Fall sind sie sich einig, das sie niemanden sagen, das sie im Grunde aufs Übelste von diesem Wesen zugerichtet wurden und nicht den Hauch einer Chanse hatten. Und sie eigentlich überlebt haben, ohne zu wissen warum.
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Scherben


Flüsse aus Silber. Tanzend zeichnen sich vor deinen Augen die Brechungen des Sonnenlichts unter der Oberfläche des Wassers. In Azur und Cyan verschwimmt alle Schärfe der Formen, alle kakophonischen Laute der Welt dort oben. Nur Flüsse aus schimmerndem Silber in deinen Augen, nur laues Wasser um deine Glieder, alles leicht, alles fern. Reglos sinkst du hinab, die Oberfläche rückt ferner und das Azur verdunkelt sich zu einem samtigen Kobalt. Während die Kühle der Tiefe deine Zehen streift, wird dir mehr und mehr bewusst, dass deine Luft knapp wird. Du versuchst die Beine zu bewegen, um nach oben zu kommen, doch nichts geschieht. Immer ferner rücken die Flüsse aus Silber, die Schatten heben sich um dich her wie Rauch. Lauernd und harrend unter dir die Finsternis, die Kälte, die Stille, der Tod, in die du gefroren und machtlos hinabsinkst. Der ferne Tanz des Lichts an der Oberfläche scheint dir wie ein Hohn als sich das Eis in deine Adern ergießt. Deine Kehle fängt an unkontrolliert zu schlucken, deine Lungen brennen und in einem verzweifelten Versuch rudern deine Arme – das Aufbäumen, nutzlos.
Alles um dich her liegt in tiefem Blau, als du aufgibst. Schemenhaft erahnst du in der Weite des Nichts das Gesicht von jener einen Person, der du vertraust, die du liebst, sie begleitet deinen Weg hinüber. Für einen Herzschlag schließt du die Augen, um die Schwärze nicht sehen zu müssen, die dich umfängt. Du spürst wie dein Körper anfängt selbständig zu zucken, dein Herzschlag wird langsamer, nur noch wenige Augenblicke bis das Bewusstsein gnädiger Weise schwinden wird. Langsam und kraftlos schlägst du die Augen auf und mit plötzlichem Grauen erblickst du unmittelbar vor dir ein Gesicht, so nah, dass sich eure Nasenspitzen beinahe berühren. Die elfenbeinfarbene Haut spannt sich über die Stelle, an der ein Mund sein müsste, und in den ausgerissenen Augenhöhlen erkennst du die Finsternis der Tiefe. Mit deinem panischen Aufschrei weicht die letzte Luft aus deinen Lungen und als das Salzwasser gleichsam glühender Kohle in deine Luftröhre strömt, wispert es in deinem Ohr: "Ich hole, was ihm zusteht." Und während dein Bewusstsein schwindet, vernimmst du ein leises, melodisches Summen in der Schwärze.



Mit einem panischen Schrei fuhr der dritte Steuermann Javier Lorca aus seinem Bett hoch und stürzte davor auf die Knie, um Salzwasser auf den Boden zu erbrechen. Er wusste nicht, dass jedes andere Mannschaftsmitglied der Toro de la Muerte in dieser Nacht von demselben beklemmenden Traum heimgesucht wurde und beim Aufwachen Salzwasser spucken würde. Zitternd krümmte er sich auf dem festgetretenen Lehmboden zusammen und versuchte das Grauen aus seinem Kopf zu verbannen. Nur ein Traum, nur ein Traum, nur ein Traum... Er sagte es sich immer wieder vor wie ein Gebet, so lange bis sich sein Herzschlag etwas beruhigt hatte und er atmen konnte ohne blutigen Schaum zu husten. Bebend rappelte er sich auf die Füße und griff nach der Rumflasche, die allzeit griffbereit auf dem Tischchen neben seinem Bett stand. Gierig ließ er das Hochprozentige seine Kehle hinabrinnen, wobei er einen weiteren Hustenanfall krampfhaft unterdrückte. Als die so erleichterte Flasche mit einem Knall wieder abgestellt wurde, fühlte Javier sich schon deutlich besser, selbst wenn die Erinnerung an den Traum ihn in eine beklemmende Starre versetzte. Nur ein Traum...
Ein Knirschen ließ ihn herumfahren. Ein Riss zog sich durch seinen kleinen Spiegel an der Wand, als aus der Schwärze der Spiegelung eine Gestalt stieg. Elfenbeinfarben spannte sich die Haut über die Knochen und Gelenke, die sich dabei knackend einrichteten. Es war kein Traum! Mühsam kämpfte Javier gegen die Starre des Grauens an, die sich seiner zu bemächtigen drohte, und wich zurück. Vor ihm richtete sich die Schreckensgestalt seines Albtraums gemächlich auf. Verzweifelt tastete er hinter sich nach seinem Dolch, der Griff entwand sich seinen zitternden Fingern und die Waffe fiel zu Boden, als das Wesen mit den ausgerissenen Augenhöhlen auf ihn zusprang. Er schrie. Der Spiegel barst und die Scherben bohrten sich in seine Haut, doch dies spürte er bereits nicht mehr.


Sie holte, was Ihm zustand.


[img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/scherbensg09rly58t.jpg[/img]
Gast

Beitrag von Gast »

Das ekelerregende Gefühl Salzwasser zu spucken, war das Erste was ihn aus diesem Albtraum riss.
Immer wieder nach Luft schnappend, krümmte sich der junge Heiler auf dem Boden neben seiner Hängematte.
Mit Tränen erfüllten Augen voller Husten und Würgen versuchte er krampfhaft seine Paktnarbe zu betrachten die
immer noch schwarz verfärbt war mit klar umrissenen Linien.

Was war das für ein Gefühl gewesen.
War es wirklich ein Traum oder war er dem Tode so nahe wie noch nie?
War er der nächste der sein Leben aushauchen sollte?

Der noch immer verschwommene Blick schweifte durch sein Zimmer. Der Spiegel an der Wand war schon am Vorabend,
aus Sicherheit wohl, zerschmettert worden und die Scherben lagen noch verstreut am Boden. Der Blick ging weiter durch den sonst leeren Raum. Wankend und noch immer mit flauem Gefühl im Bauch machte er sich auf den Weg hinunter. Alles ruhig gewesen, keine Anzeichen von irgendwas.
Nachdem er seinen kraftlosen Körper mit etwas seiner alchemistischen Tinkturen gestärkt hatte war der nächste Griff zum Rum. Das Hochprozentige wurde gleich in ordentlicher Menge hinunter gekippt und zeigte Schnell die gewünschte betäubende Wirkung.
Gast

Beitrag von Gast »

..........
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 24. Januar 2016, 12:22, insgesamt 1-mal geändert.
Kessia Karus

Beitrag von Kessia Karus »

Als sie erwachte war ihr richtig übel , ein salziger Geschmack lag ihr im Mund
leicht spuckte sie es aus in einen Kübel .

*BÄHHHH das ist ja ekelig
frischer Salziger Fisch schön und gut
aber den ganzen Tag einen Geschmack von Salz im Mund ist wiederlich

*murrte sie und versuchte sich den Geschmack mit einem Minzbonbon zu
überdecken .
Dann machte sie sich auf nach Bajard

Kessia saß grübelnd in Bajard am Marktstand
bis jetzt hatte sie dieses Wesen noch nicht heimgesucht .
Auch ihre Narbe war noch nicht verfärbt .

zwischendürch schaute sie immer auf ihre Hand und schüttelt leicht den Kopf

Oft war sie die letzte Zeit auf Cabeza, hielt sich aber sehr viel in Bajard auf
um dort im Handwerkshaus ihre Waren und Schneiderdienste anzubieten.

*Was will dieses Wesen ? Ist es da um alle zu töten , oder nur gewisse Leute.?*

immer noch lag ihr der Salzgeschmack im Mund der nicht weg gehen wollte
egal was sie aß.

dachte dabei an die Leichen die bis jetzt schon entdeckt wurden.
An Melinas Verletzung , dem Gedanken das Salz wie auch das Spiegel abdecken nichts bringen würde.

*Wie kann man das Wesen vernichten so das es verschwindet und nicht mehr wieder kommt ?*

all diese Fragen schossen ihr dürch den Kopf , murmelte sie leise vor sich her .
Verrückt machen brachte nichts, sie muss es auf sich zukommen lassen.
Entweder holt es sie auch oder eben nicht .

*dachte sie und sortierte weiter die Kleidungstücke die sie am Markt verkaufen wollte .
Nach oben »
Zuletzt geändert von Kessia Karus am Sonntag 24. Januar 2016, 12:35, insgesamt 2-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Löschen! *Brummel*
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 24. Januar 2016, 14:50, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

In lodernden Flammen trieb das Boot langsam auf das offene Meer hinaus und sank samt der vier Leichen zum Grund hinab.

Wie am Abend noch besprochen trafen sich Melina Nora und Josch am Strand von Cabeza.
Leopold was aus Gründen fern geblieben und schaffte es wohl nicht mehr, jedenfalls war er wohl noch am Leben, versicherte Nora.
So saßen die Drei eine weile Schweigend da, gezeichnet von der letzten Nacht und diesem einen Traum. Dann begann Joschuar seine nieder geschriebenen Theorien zu verkünden.

Doch eines war ihnen klar, die Leichen, welche in der Burg aufbewahrt wurden, mussten weg. Es gab keinen Sinn jene weiter in diesen Räumen verrotten zu lassen. So entschloss der junge Heiler sie zu verbrennen und mischte einmal eine hoch brennbare Flüssigkeit aus zermahlenen Pyrianerz und zerkochter Schwefelasche an, welche in Verbindung mit einer weiteren Flüssigkeit und Sauerstoff zu brennen begann. Jene zweite Flüssigkeit gewann er aus Zitronensäure und abermals zerkochter Schwefelasche.

Mit etwas Mühen wurden die Vier Toten auf eines der ausrangierten Beibote der Toto gehievt und mit der Schwefelzitronen Tinktur benässt. Die Seile wurden gekappt und das Boot Richtung offenes Meer geschubst. Ein gezielter Wurf der zweiten Flüssigkeit traf, wenn auch mehr als aus Zufall als aus Können, die Leichen auf dem Boot und ließen eine Stichflamme auflodern.
Die Toten samt Boot wurden langsam von den Flammen verbrannte und schließlich vom Meer verschluckt.
Eine letzte Ehre mit Rum angestoßen, wurden den Matrosen zu teil.

Auf das Pack!
Gast

Beitrag von Gast »

Er war doch gerade erst wieder auf der Insel angekommen!
So eine verdammte Scheiße aber auch.
Es war einige Monde her, dass Quinton sich auf der Insel herum trieb. Er wusste nichtmal selber, wieso er von ihr weg Fuhr, aber vielleicht braucht er das einfach mal wieder, eine lange Seereise, mit allem drum und dran. Und die Gelegenheit bot sich einfach, als er vom Kapitän eines Schiffes angeheuert wurde, das bei weiterm nicht so groß war die die Muerte, aber es war ein Schiff. Einen Kiel, immerhin 2 Etagen unter Deck, 2 große Maßten. Aber das war jetzt auch vorbei.
Seine, von ihm selbst ernannte, Heimat hatte ihn wieder.
Und dann passiert direkt so eine Scheiße?!
Er war gerade dabei mit seinem neuen besten Freund zu entspannen. Einer ordentlich gedrehten Fluppe.. mit Zusatz. Erst wusste er nicht, ob er sich das Vieh nur einbildete, vorallem, da es, scheinbar völlig mühelos, an einer Stelle verschwand, nur um wenige Schritte weiter wieder aufzutauchen. Er blinzelte einige Male ungläubig, wenn auch bedauern, immerhin von hinten sah die weiße Frau ohne Oberteil ziemlich gut aus. Und er hatte doch so lange keine wirkliche Frau mehr ...
Das Öffnen der Tür eines der Häuser riss ihn aus seinen Gedanken. Eine Frau in Robe kam, gefolgt von Melina und Josch, aus dem Haus raus. Er war doch froh die beiden mal wieder zu sehen, auch wenn sie nicht wirklich begeistert aussahen. Nagut, es lag immerhin nicht an ihm, ihn hatten sie noch nicht gesehen. Aber irgendwas war faul.
Quinton ging auf das Haus zu, Josch und Melina verschwanden schon wieder, hecktisch wirkend, im Haus und die Frau in Robe verabschiedete sich auch schneller als er gucken konnte.
Immerhin erkannten die beiden ihn wieder, als sie dann wieder draußen waren. Hier sah Quinton auch die Wunde an Mels Bauch. Vielleicht lag es an dem Kraut, das er da gerade geraucht hatte, oder er hatte etwas schlechtes gegessen, aber ehe er sich versah standen sie auf der Toro. Sie waren mitlerweile zu viert und irgendetwas blutiges hatte sich auf dem Schiff zugetragen. Normalerweise wäre er ja einfach wieder gegangen und hätte sich gedacht 'Macht euern Scheiß doch alleine', aber dafür war er entweder zu benebelt, oder hatte die anderen doch zu gern.. irgendwie.
Eine Leiche! Genau, ein totes Wesen. Ein titer Mench. Eine tote Frau, um ganz genau zu sein. Gehäutet, auf dem vordersten Mast fest getackert. Wunderbar! Die Rückkehr auf die Insel fing ja gut an. Und dann musste er die auch noch in die Festung schleppen. Ja, genau in die Festung. Bei der karibischen Wärme, in eine steinerne festung, wo schon drei Leichen lagen. Der Gestank da drin war wirklich zum kotzen. Schnell wieder raus da, am zum Stand und erstmal runter kommen.
Aah, da war er wieeder, sein guter Freund. Und irgendwie schien der Rum diesen Abend sogar zu schmecken. Oder der Rum, den er auf der Fahrt hatte war einfach nur mist. So oder so, der Abend war immerhin entspannend. Und er war froh wieder da zu sein. Und vielleicht, aber nur vielleicht, würde er ja auch bald ein Teil der Toro, ein Teil des Packs werden.

Die Nacht war schnell vorüber, irgendso ein Penner meinte, mitten in der Nacht, die ganze Insel zusammen brüllen zu müssen. Nicht mal in Ruhe schlafen kann man hier.. naja, immerhin schaukelte es nicht.
Nicht lange später drang noch ein Schrei über die Insel, aus einer ganz andere Ecke. Was war hier los? Hatte es etwas mit dieser Weißen zu tun? Hatte Mel nicht irgendwas, von einem schwarzen Mal gesagt?
Er hatte keines, konnte keines haben, er hatte den Blutpackt noch nicht geleistet. Dennoch würde er die anderen unterstützen, wenn er denn wenigstens mal etwas Schlaf bekommen würde.
Der nächste Schrei kam aus dem Nachbarzimmer. Quinton hörte ein seltsames Würgen, gefolgt von heckitschen Geatme. Er klopfte einige male an die Wand. "Ruhe da drüben!". Er war zu müde, um sich jetzt darum zu kümmern.
Aber er würde ja sicherlich am nächsten Morgen sehen, was genau auf dieser Götter verlassenen Insel los war.
Raul Vincente Perera

Beitrag von Raul Vincente Perera »

Seit Tagen hatte er sich in seiner Kajüte eingesperrt und alle Schreiben und alles Klopfen ignoriert. Nun schien der Ruderer erleichtert, als sie endlich auf der Insel angekommen waren und das Boot am Hafen vertäut war.
Torkelnd stieg Raul aus dem Beiboot, das ihn von der Toro ans Festland gebracht hatte. Die leere Rumflasche ließ er aus seiner Hand ins Hafenbecken fallen.


Sein Weg führte ihn ohne Umwege zu Minfay`s. Schwungvoll stieß er die Türen auf und setzte sich an die Theke, um sich eine teure Flasche Rum zu bestellen. Wozu noch der Geiz? Madame Minfay betrachtete denn Kapitän besorgt, während sie ihm die Flasche Rum auf den Tresen stellte.

"Es ist gut, Kapitän, dass du da bist. Da draußen herrscht nur noch Chaos. Die ganzen Cabezianer drehen durch seit dieser Geist umgeht und die Leichen aufgetaucht sind.", sprach sie ihn schließlich an. Sie wählte die Worte mit Bedacht, denn Rauls Stimmung wirkte unbeständig, möglicherweise gefährlich, und sie wollte ihn nicht erzürnen.

"S`isss mir ejaaal!", erwiderte dieser langgezogen, die Zunge schwer vom Alkohol.

Verständnislos schüttelte Minfay den Kopf und betrachtete ihn einige Momente stumm. Der Kapitän wirkte seit ihrer letzten Begegnung um Jahre gealtert. Seine Haut war fahl und grau, es schien kein Leben mehr in seinem Blick zu liegen. Dennoch raffte sie ihren Mut zusammen und sprach eindringlicher zu ihm hin: "Aber deine Mannschaft braucht dich, Raul! La Cabeza braucht dich!" Vorsichtig umfasste sie seine Hand und drückte sie aufmunternd.

Mit einem unwirschen Knurren löste der Kapitän sich von ihr und drehte die Hand um, sodass Madame Minfay einen Blick auf sein Paktmal werfen konnte. Von der verfärbten Schnittlinie zogen sich schwarze Adern in seine ganze Handfläche. Erschreckt zog sie die Hände zurück und legte sie vor ihren Mund, leise flüsternd: "Putain de merde!"

Raul griff nach der Rumflasche, entkorkte sie etwas unkoordiniert und führte sie an die Lippen, um einige tiefe Schlucke zu nehmen. Erst als er die Flasche wieder abgestellt hatte, hustete er und setzte wieder zu sprechen an: "‘S wer’n nich‘ alle schaff’n, so isses! Aber die meist’n der Mannschaft ham `ne Chance..." Er nahm nochmals einen Schluck, dann ging sein Blick in weite Ferne, um kaum hörbar hinzuzufügen: "Im Geg`nsatz zu mir..."

Madame Minfay betrachtete den Kapitän mit wachsender Sorge. Sie hatte den schrulligen Seebären immer gemocht, seine raue Art, seine grobschlächtige Erscheinung, seine Treue zur Insel. Ihn nun so gebrochen zu sehen, so hoffnungslos und leblos, traf sie hart. Sie atmete einmal tiefer durch und rief über die Schulter: "Josefina, Lola, kümmert euch um den Kapitän!" Mit dem sorgenlosesten Lächeln, das Minfay zustande brachte, wand sie sich wieder an Raul und flüsterte ihm verschwörerisch zu: "Sie werden sich gut um dich kümmern."

Der Angesprochene nahm noch einen Schluck von dem teuren Rum und nickte dann eher ergeben: "Aye. Noch`n mal Spaß hab`n klingt gut..."
Jacqueline Perera
Beiträge: 1109
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Jacqueline Perera »

Wasser...verdammt...Wasser....ich versuche zu Atmen, Luft. Kein einziger Atemzug wird meine Lungen in jenem Moment beflügeln, es scheint als sind alle Wege dorthin abgeriegelt. Meine Augenlider wandern ruckartig empor, die Sicht scheint verschwommen, als würde ich es nicht gänzlich wahrnehmen können und scheiße, es brennt wie Feuer! Wasser....erst jetzt wird mir bewusst das ich unter Wasser bin, das Gefühl der Schwerelosigkeit, der absoluten Ruhe, das sanfte, eintönige Rauschen. Doch führt dieses wundervolle Element eine tödliche Gefahr mit sich, für jegliches Wesen welches stetig die Luft benötigt....und zu jener Art gehöre ich. Ich bin kein Fisch, ich bin ein Mensch und ich brauche die Luft....ist jene nicht da, so sterbe ich eines qualvollen Todes. Dem des Erstickens.
Während sich das brennen in meinem Brustkorb ausbreitet und das schlucken stetig trockener wird, entwickelt sich in mir eine mir fast bekannte Panik, ich sehe in meinem inneren Auge eine Frau mit dunklen, schwarzen Harren unter einer Eisschicht zappeln, es ist als würde ich selbst jene sein und doch...scheint mit jene absolut unbekannt. Die Panik jedoch fühle ich selbst, als wäre es die meine als würde ich selbst versuchen eine Eisschicht über mir zu zerstören.
Dann jedoch folgt ein Bildwechsel, braunes Haar, locken, hier und da glitzert die ein oder andere Perle auf, die Bewegungen jedoch fallen kaum auf, es ist als würde ich mich selbst hinab sinken lassen, mich treiben lassen. Die Augen sind weit geöffnet, der Blick von außen, fällt auf mich selbst. Der Mund ist ein Spalt geöffnet, Luftblasen steigen vereinzelt nach oben, hab ich mich aufgegeben? Immer tiefer sinke ich in die Dunkelheit hinein und während ein Teil in ihre wohl gegen eine Eiswand zu kämpfen scheint, scheint in einer gänzlich anderen Traumphase und jene welche wohl tatsächlich stattfindet, eine dunkle Bläue sie zu umhüllen. Das Wasser umschließt sie und reißt sie in die Tiefen hinein, Dunkelheit, Schwerelosigkeit, Atemlos.....Bewegungslos....und als ein Ruck durch ihren Körper fährt wird sie die Augen aufschlagen und vor sich die schwarzen Augenhöhlen erblicken, die Nasenspitzen fast so nah das es sich anfühlt als würden beide einander berühren. Ein jeder Atemzug welcher jetzt getätigt werden könnte würde die Haut beider wie ein lauer Sommerwind streifen.
Dann kam er, jener Aufschrei welcher ihr den letzten Schreck in die Glieder stieß. Ihr Mund klappte auf und zog aus Reflex das Wasser hinein. Sie spürte noch wie der Druck sich in ihrem Inneren ausbreitete und das brennende Gefühl einer Erstickung gleichkam.

Dann schreckte sie aus ihrem Schlaf auf. Die Augen blicken geweitet auf die Wand ihr gegenüber, die Hängematte, welche ihren Bewegungen durch eigenen nachgab, schwankte hin und her. Ein Husten kam über sie, ein Husten welcher von blutig schaumigem Schleim begleitet wurde, kam über sie. Die Finger, beschmutzt von jenem, rieben sich an dem Mantel ab und hinterließen dort ihre Spuren. Erst als der Husten sich legte, was eine Weile dauerte, wanderten die Finger in den Stoff der Decke, ein krampfendes Halten, nur für einen Moment. Dann löste sie sich. Die Schritte, schwach, kaum von Elan gezeichnet, werden in Richtung Deck führen, den nächsten Wachmann ablösend bis eben jener....ebenso in seinen Schlaf fand. Ob er selbiges träumte?





'der Capt'n ist eben aufs Beiboot!' *hektisch klingen die Worte von dem Jungspunt als er ihr die Nachricht überbringt. Die Hände der Piratin legen sich hinter dem Rücken ineinander, ein tiefer Atemzug erklingt ehe sie sachte Nicken wird* 'Gracias' *eine eher hinfort wirkende Geste.* 'Sag Carlos bescheid. Wir setzen über sobald er Zeit hat, vielleicht erwischen wir ihn noch.' *die nächsten Schritte waren geübt und liefen wie von selbst. Die Pistole wurde gereinigt, Schießpulver zurecht gelegt, die Entermesser gesäubert. Dann wusch sie sich, zog sich um und wartete auf Deck bis Carlos aus der Kajüte kam. Dann nahm sie die Zeilen an sich die sie von dem Heiler bekommen hatte und widmete dem Schreiben einige Augenblicke. Die Züge rührten sich keinen Millimeter, lediglich ein Nicken wird zu vernehmen sein ehe sie das Schreiben wieder in ihrer Manteltasche verschwinden lies.* 

So vieles war nun passiert und ihr war klar das die Mannschaft ein Gespräch forderte....ja es war so klar wie der Sternenhimmel in dieser Nacht. Sie hatte nicht ohne Grund auf die Toro gerufen, der Hintergedanke lag darin, dass keiner alleine ist und die Crew beisammen ist um gemeinsam den Sachen auf den Grund zu gehen. Das dies nun nicht zustande kam war schon fast beschämend. Es zeigte wie wenig Einigkeit herrschte und wie wenig die Crew als eine Gemeinschaft existierte. Das sollte sich ändern, es war an der Zeit.... 
Sie war sich bewusst das sie gerade erst Briefe aussendete in denen sie an jene verwies welche die Führung darstellten, sollte sie noch Zeit verstreichen lassen oder sollte sie ein Treffen einberufen? Eine gute Frage, nach den jüngsten Ereignissen egal in welchen Belangen, war sie sich bewusst das es mit einer geringen Wahrscheinlichkeit scheitern könnte. Aber sie war Teil der Crew und auch wenn sie sich nicht Gefühlsduseleien hingab, so war ein jedes Mitglied ein wichtiger Bestandteil jener und jeder Verlust wäre fatal. So setzte sie abermals einige Schreiben auf. 

*wieder eilten einige Boten durch die Insel und suchten dies Bewohner auf, mit eingeschlossen den Capt'n und alle Offiziere und die Führung der Insel.* 


Buenas Noches, 

die jüngsten Ereignissen sind ein schwerer Schlag für die Crew. Ich rufe daher abermals zu einem Treffen. Ich würde, da die Zeit drängt, den ersten Tag dieses Wochenlaufes vorschlagen zur 20sten Abendstunde bei Minfay da dort ein großer Tisch ist an dem ein jeder von euch Platz findet. 

Gez. 

Jacq




Alles verging im Fluge, alles ging so schnell, keine Zeit, kein wirkliches eindringen in ihre eigenen Gedanken, kein sinnieren oder nachhängen. Ein Zigarillo und schon standen die nächsten da und vielen von jenen hatte sie den Blutpakt genommen. Anwesend, heute, und als das Summen erklang und die Ohren füllte....wurde ihr gänzlich anders. Das erste Mal hatte auch sie es gehört, es vernommen, es wahrgenommen und zwar wirklich. Leo und Nora, sie erwähnten das es sich holte, es will Seelen, also....weshalb also sollte sie nicht gleich damit beginnen neue Seelen anzuheuern? Bei jedem Schnitt ging man den Bund ein.
Doch....als die Finger sich um ihren Hals krallten....die Worte in ihren Gedanken widerhallten, war sie sich unsicher ob das Ganze noch das war, was gewünscht war. Den Pakt gebrochen? Sich hohlen was Ihm gehört? Was Beim Klabautermann gehörte ihm? Ein jeder auf der Toro ging einen Pakt ein, die Seelen an ihn zu liefern, ja....wir hatten schon lange keine Fahrt mehr....aber hatten wir deshalb den Pakt gebrochen? Wobei man nie weiß was hinter alle dem steckt, wer weiß schon was ihr Onkel wirklich besprochen hatte und wer weiß schon was mit uns passieren würde, halb tot...halb lebendig. Was bringt uns das eine oder das andere? Freiheit ist es was uns zieht, die Crew, die Gemeinschaf, der Reichtum...und.....das ewige Leben!

*Die Finger wandern an dem Hals entlang, Blau, Grün, Gelb, Lila, Orange...Rot....alle Farben hatte jene Stelle und wenn man genau dahin blicken wollte, so würde man wohl die Hand und Fingerabdrücke erblicken können. Quin, Carlos, sein Kleiner und alle jene welche wohl an jenem Abend auf der Toro in der Mannschafstkajüte verweilen würden, würden das krächzende pfeifen hören welches ein jeden Atemzug begleiten würde.*
Zuletzt geändert von Jacqueline Perera am Montag 25. Januar 2016, 00:20, insgesamt 3-mal geändert.
Auch du bist nur ein Mensch.
Johanna Hohenhain

Beitrag von Johanna Hohenhain »

  • Über ihren Köpfen raschelte vertraut das golden schimmernde Laub des Lichtbaumes unter dem teils mit grauen Wolken überzogenen Himmel. Der letzte Schneefall hatte vor einer kurzen Weile geendet und der graue Schleier brach auf, für ein paar hoffnungsvolle Blicke auf das dahinter liegende sternenklare Firmament. Das Licht der Kerzen flackerte zu ihren Füßen, als die zwei Dienerinnen Temoras ihren Platz einnahmen und die mit Wasser gefüllte Schale auf einen von Schnee freigemachten Flecken Grün setzten. Es war das erste mal, dass Johanna - nun seit einigen Monaten Akoluthin im Namen Temoras - ein Wasser weihen sollte. Der Vorschlag war aus dem Geist von Diakonin Demarkes entsprungen, als Folge auf Johannas langen Bericht über die Ausführungen des kleinen Burschen von der Insel LaCabeza. Erst vor wenigen Tagen war sie unerwartet in Adoran auf ihn gestoßen und hatte ihn ins Warme geholt, wo sein Frösteln langsam abebben konnte und er die Ruhe fand von diesen absurden und blutigen Erlebnissen in seiner Heimat zu erzählen. Aufmerksam hatte sie gelauscht, konzentriert Fragen gestellt, ihn ab und an versucht ein wenig aus der Ernsthaftigkeit zu holen und ihn doch ernst zu nehmen. Ihr Sohn wollte in diesem Alter auch ernst genommen werden, aber dennoch sollte solch eine Verantwortung und solch ein Grauen nicht auf den Schultern eines Kindes liegen. Sie fand es feige, dass sein Vater ihn vorschickte, andererseits hatte er den Jungen somit für einige Stunden von der Insel geschafft, wo vermutlich mehr Gefahr auf ihn wartete. Zumindest erschloss sie sich dies aus dem, was Matti ihr berichtet hatte. Die große Frage war, mit was hatten sie es zu tun: War es magisch oder klerikal zu bekämpfen?
    Allein aus Erzählungen konnte sie als Akoluthin gewiss nichts dazu sagen, außer zu versprechen sich zu informieren und zu helfen es herauszufinden. Sie wusste jedoch auch nichts von der Insel und ihren Bewohnern und erfuhr erst von Florentine, mit was für einem gesetzlosen und dem alatargläubigen Volk nahen Gesindel man es eigentlich zu tun hatte. Auf die Insel zu reisen konnte gleichsam nicht nur aufgrund dieses blutrünstigen Wesens enorme Schwierigkeiten bedeuten. Dennoch war man sich einig, dass man hier nicht in der Verantwortung politischer Grenzen stand, sondern jenen des Glaubens und der Möglichkeit Seelen die Hand zum Licht zu reichen, die nicht schwarz und unrettbar waren. Und wer wusste schon, ob diese Kreatur ewig allein auf LaCabeza bleiben würde? Die Hintergründe zu alledem hatten die Priesterschaft Temoras nicht erreicht. Zumindest war Johanna sich mit sich selbst darüber einig, dass ein gewissen Maß an Hilfestellung gegeben werden kann. Florentine offenbarte die Möglichkeit dies zu tun, ohne dafür auf die Insel zu müssen.

    "Ihr werdet eine Bitte formulieren, wofür dieses Wasser verwendet werden soll, Eure Kraft einfließen lassen und die Göttin mit einem Gebet anrufen. Ich unterstütze Euch."

    Und so formulierte sie ihre Bitte. Bat um Klarheit, bat um Offenbarung, bat um einen Spiegel, der die Wahrheit offenlegte und die Schatten spaltete, welche die Seelen und Geister täuschen und verletzen wollten. Sie bat darum, dass der Glaube und die Demut von Temoras Dienern ihre Gnade erweckten, um das in ihrem Namen geweihte Wasser die gewünschte Wirkung zeigen zu lassen. Gepriesen wurde die Gerechtigkeit über die Grenzen von Schmerz und Unrecht sehen zu lassen, denn der Dienst lag im Höheren. So sei es.

    Licht tanzte wie Nebel am Morgen über seinem See über die Wasseroberfläche, verband die Kraft beider Priesterinnen. Und das heilige Licht klärte das Wasser. Sie hielten Weihwasser in ihren Händen. Es sollte reichen um dem Zweck dienlich zu sein.

*Und so hinterlegte sie wie versprochen dem Jungen einen Brief in der Bank von Bajard, den er seinem Vater überreichen sollte.*



24. Hartung 259,
Kloster zu Schwingenstein

Der Herrin Segen mit Euch, Matti's Vater.

Gewiss seid Ihr sehr stolz auf Euren Sohn, dass er mit solch tapferer Unterstützung und wachem Geist seine Aufgabe erfüllt hat in Eurem Namen mehr über die Geschehnisse auf LaCabeza herauszufinden. Die Priesterschaft Temoras besprach sich über diese Vorkommnisse und wir werden auch noch die Meinung eines hochrangigen Magiers hinzuziehen, was die von Eurem Sohn beschriebenen Erscheinungen betrifft.
Uns ist bereits bekannt, dass Ihr das Wesen nicht mit Waffen zurückschlagen könnt und Euch fragt, ob die Kreatur magischen oder dämonischen Ursprungs ist. Um Euch bei der Klärung jener Frage zu helfen haben wir Temora um Hilfe gebeten und in ihrem Namen Wasser geweiht und gereinigt. Drei Phiolen werden wir Euch in der Bank von Bajard überreichen, auf neutralem Boden als Zeichen guten Willens und Vertrauens. Ich kann Euch nur anraten eine der Phiolen stets bei Eurem Sohn zu belassen, denn die Seele eines Kindes ist dem Licht und Temora nah. Zudem suchte die Frauengestalt ihn bereits einmal auf.
Versucht das Weihwasser auf das Wesen zu bringen, es damit zu begießen, zu bespritzen. Sollte es zu einer Reaktion kommen könnt Ihr damit eine Eurer Fragen beantworten.

Als Termin zur Übergabe biete ich Euch den ersten Wochentag an, ab der 16. bis zur 20. Stunde.



Das Licht der Schwertherrin mit Euch,

Johanna Hohenhain
-Akoluthin der Lichtherrin Temora-


[img]http://fs2.directupload.net/images/150314/eoxhkbn3.png[/img]
Zuletzt geändert von Johanna Hohenhain am Sonntag 24. Januar 2016, 21:28, insgesamt 1-mal geändert.
Yakobo Jehlani

Beitrag von Yakobo Jehlani »

Mit Schweißperlen auf der Stirn wachte er in Sitzposition auf und kotze, gefühlt, das halbe Meer zwischen seine Beine auf den Boden. Die Augenringe zeugten von schlaflosen Nächten. Albträume, Visionen, Stimmen. Mit der Pistole in der einen und seinem Entermesser in der anderen Hand, suchte er vergebens in dem Berg der YaBa Stummel, welcher sich neben ihn türmte nach was rauchbarem. In der geheimnisvollen Bucht bekam er von all dem Treiben auf der Insel nicht viel mit. Er wartete. Seit nun schon 5 Tagen verharrte er und wartete auf sie, doch Mahu erschien nicht. Manchmal wartete man ganze Mondläufe ohne Gewissheit ob sie auftaucht. Im Haus wurden zwar die nötigen Vorkehrungen getroffen doch fühlte er sich dort nicht sicher. Selbst in der Bucht war er nicht sicher. Niemand war mehr sicher, egal wo.

Schon öfter hatte Yako einfache Rituale abgehalten und kleine Opfergaben wie Rum, Tabak oder Fleisch dargeboten. Ein Überbleibsel aus der Kultur vor seiner Zeit als Pirat - Voodoo. Weder besitzt er magische Kräfte oder wirklich tiefgehendes Wissen um sich als Priester zu titeln jedoch war er seit jeher abergläubisch und pflegte den Brauch die Loa (Geister) zu besänftigen. Bei diesem Wesen handelte es sich offensichtlich um einen mächtigen Geist, einen Dämonen oder ähnliches. Ohne den Rat und die Macht von Mahu wäre es viel zu gefährlich dieses Wesen anzurufen. Es könnte ihn sein Leben kosten. Vielleicht würden jedoch Talismane helfen? Die Kraft die von ihnen ausgeht ist zwar an den Aberglauben des Trägers gekoppelt aber zumindest er selbst würde besser schlafen. Benötigte Utensilien wie z.B. ein Schwein, zu Pulver gestampfte Eierschalen, das linke Auge einer Eule, jede menge Kräuter und Rum wurden zusammengestellt und vorbereitet. Die linienförmigen Skarifizierungen in seinem Gesicht wurden mit einer weißen Paste bedeckt und den Mund zierte ein aufgemaltes, wirres Dauergrinsen. So hockte er sich vor den Fetisch-Schrein und begann sich in Trance zu rauchen, was durch seinen sonstigen Dauerkonsum wahrlich einige Zeit in Anspruch nahm. Vor dem Schrein auf dem Boden wurde in einer sehr langgezogenen Prozedur mit dem Eierschalenpulver der Schutzgeist 'Bosou Koblamin' als Veve gezeichnet und mit den anderen Komponenten verziert.

[img]http://www2.pic-upload.de/img/29536754/bosou.jpg[/img]

Viele kleine Fetische, etwa einhandbreit groß, wurden geschnitzt und in das Blut vom geopferten Schwein getunkt um sie mit einem Schluck Rum zu bespucken und für den Rest der Nacht auf der Mandala artigen Abbildung von 'Bosou Koblamin' liegen zu lassen. Mit ein paar Reststunden Schlaf bis zum Morgengrauen nahm er seinen Kram und die Talismane um die Bucht mit dem kleinen Ruderboot Richtung Toro de la Muerte zu verlassen.
Benutzeravatar
Jean Laval
Beiträge: 166
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Jean Laval »

Ein tiefes Knarzen ging durch die Tempelhalle als das massive Tor am Eingang aufgedrückt wurde. Jean, der in seiner Ecke auf der Empore hinter dem Altar saß, noch verborgen vor den Blick der Anwesenden die nach und nach eintrafen, lauschte lediglich still den Worten die vor dem Altar gesprochen wurden und bis zu ihm hinauf hallten. In der Zeit die er nun bereits im Tempel verbracht hatte, bemerkte er dass hier gesprochene Worte eine besondere Bedeutung inne hatten. Alles was gesagt wurde klang viel durchdringender, wurde von den Wänden zurückgeworfen in einem unheimlichen Hall, als wolle der Stein des Tempels selbst die Anwesenden an ihre eigenen Worte erinnern. Er hatte die ganze Nacht vor dem Altar verbracht. Gebetet, wie die Tetrarchin und Muireall es ihm angewiesen hatten. Zunächst waren die Worte die er sprach nur in seinen Gedanken und verließen seine Lippen nicht. Doch tief in der Nacht, als die Straßen verwaist und der Tempel gänzlich leer war, ließ er sich hinreißen vernehmlicher zu sprechen. Die Worte die er in jener Nacht gefunden hatte sollten ein Geheimnis bleiben. Allein zwischen ihm und jener Pantherstatue die ihn von ihrem Podest hinter dem Altar aus anblickte. Hatte er den Blick dieser Statue zunächst als bohrend und unangenehm empfunden, soweit man das von einer Statue behaupten konnte, wurde ihm mehr und mehr bewusst dass der Blick des steinernen Panthers weit über ihn hinaus ging. Es war eine seiner Eigenarten dass er stets davon ausging, das Zentrum von allem zu sein. Der Mittelpunkt um den es sich in seinem Leben einzig und allein dreht. Die Erfahrungen die er seit seiner Zeit in Rahal gemacht hatte lehrten ihn bisweilen etwas anderes. Doch war es diese Nacht, die Stille, die Kälte die ihm diese schlichte Tatsache bewusst werden ließen. Eine jede Stunde führte er vor dem Altar seinen Dolch in seine Handinnenfläche um den am Abend dort aufgesetzten Schnitt wieder zu öffnen und nach seinem Gebet weitere Tropfen des Blutes in die Schale träufeln zu lassen in der er sein Blut sammelte. Jede Stunde schien die Hand deutlicher zu schmerzen wenn er den Dolch ansetzte doch hatte er keine Wahl mehr in dem was er tun musste. Wann immer sein Blick dabei zur Statue hinauf ging, blickte sie reglos in seine Richtung. Vielleicht hatte er erwartet dass sie sich bewegt, dass sie zu sprechen beginnt, ihn wahrnimmt. Eine Vorstellung die nur all zu gut in sein Selbstbild passte, dass gerade er jemand Außergewöhnliches war. Aber die Statue blieb stumm. Während sich die Schüssel mit seinem Blut füllte lauschte er den Klängen die des Nachts im Tempel vernehmbar waren. Die flackernden Fackeln an den Wänden, knackende Kohlebecken. Hin und wieder glaubte er Schritte zu hören, vielleicht lag es aber auch nur an der Menge an Blut die er lassen musste. Nachdem die Schüssel gefüllt war begann er die kleine Bandage um seine Hand zu wickeln die Muireall ihm am Abend zu diesem Zweck da gelassen hatte. Noch immer schwieg die Statue ihm gegenüber, der Blick unverändert. Nein, diesmal konnte er sich nicht herausreden. Diesmal konnte er sich nicht auf Glück und Schicksal berufen, nicht auf Aberglauben und Hokuspokus. Mit jedem Blick den er der Statue zuwarf erkannte er nur umso deutlicher dass ein Mann allein nie die Größe all dessen erreichen würde, wofür die Mauern um ihn herum standen. Ehrfurcht nannten sie es, wenn sie darüber sprachen. Er hatte nie viel darum gegeben, sich von Göttern so gut es ging fern gehalten. Man legte sich nicht mit ihnen an aber man versuchte auch nicht ihren Fokus auf sich zu lenken. Er brach seine eigenen Regeln gleich zweimal hintereinander. Erst streckte Krathor seine Klauen nach ihm aus, nun wandte er sich in vollem Bewusstsein Alatar zu und erhoffte gar, dass dieser seinen Blick auf ihn richten würde. Seit über einem Jahr schon lernte er von Muireall was es bedeutete zu glauben, was der Glaube für sie bedeutete. Obgleich er die Lehren für sich angenommen und zu großen Teilen umsetzte und er spürte, welche Vorteile es ihm im Gegensatz zu anderen gab, war er doch nie mit großem Fanatismus gesegnet. So war auch seine Konvertierung vor der Hochzeit eine eher formelle Angelegenheit. Er spürte, dass nach diesem Tag alles anders sein würde. Der Blick der Statue verriet es ihm. Als wolle sie ihm seine für sich selbst erdachte Größe nehmen und ihn dafür Teil von etwas Großem sein lassen.

Ein lautes Geräusch holte ihn aus seinen Gedanken wieder in die Realität. Der Ketzer, welcher vor dem Altar geknebelt an einen Pfahl gebunden war zappelte in den Ketten als nach und nach die Templer in die Halle traten. Offenbar schien er die größte Angst vor dem Anblick der letharischen Templer zu haben, obgleich sie ihre Gesichter mit den Kapuzen weitgehend verdeckten. Die Tetrarchin, Ar'ynx, Kheldairon und ein Lethar der ihm unbekannt war. Er hatte nicht damit gerechnet dass der Tempel einen so großen Aufwand betreiben würde. Zumindest hatte ihm die Nacht jeglichen Gedanken dazu ausgetrieben, dass es alles nur seinetwegen geschehen würde. Er war jetzt Teil von etwas, das in Gang gesetzt wurde und in dem er seine Aufgabe erfüllen würde. Selbst die Garde erschien schließlich an den Toren, Ritter Wolfseiche und Fann hatten als Tempelwachen ihre Position bezogen. Die Templer versammelten sich vor dem Altar während Jean noch einmal tief durchatmete um dann seinen Weg hinunter anzutreten und sich für einen Moment in einem der Seitengänge neben Muireall zu stellen. Es gab kein Zurück mehr. Und er wollte auch nicht zurück. Als er an diesem Abend über den Altar hinweg zu der Pantherstatue blickte, da wirkte sie für ihn nicht mehr bedrohlich. Nicht bohren, urteilend. Die Templer die erschienen waren, ganz besonders die Anwesenheit der Letharen die für ihren Fanatismus bekannt waren, die Garde, die Tempelwache, Ritter, Scharfschützin, seine Frau. War es das, was der Blick des steinernen Panthers versuchte ihm klar zu machen? Auf La Cabeza hatte er gelernt, dass jeder sich selbst der Nächste war. Dass man sich einzig um sich selbst kümmern musste und alle lautstarken Beschwörungen von Gemeinschaft, von Mannschaft, von Zusammenhalt nur so lange hielten, bis jemand für sich selbst etwas besseres herausschlagen konnte und dafür alle anderen über die Klinge springen ließ. Die letzte einzelgängerische "Verhandlung" einiger weniger Piraten hatte das gezeigt. Sie nahmen keine Rücksicht auf andere, auf Verluste. Ihnen war nur wichtig was für sie selbst am besten war. Hier, in diesen Mauern, musste niemand die Gemeinschaft mit großen Worten preisen, sie überschwänglich immer und überall hinaus posaunen und sich gegenseitig ach so guter Kameradschaft versichern wie selbst Kapitän Perera es immer tat obgleich seinen großen Worten nie Taten folgten. Hier, in diesen Mauern erschienen sie alle. Still, ohne ein Wort dazu zu sagen. Als wäre es völlig selbstverständlich. Nicht für Jean Laval ... sondern für ein Mitglied der Gemeinschaft. Für einen Anhänger des All-Einen...


Als die Zeremonie begann und er die Knie abermals vor dem Altar beugte und zu Boden blickte, lauschte er still den Worten der Templerschaft. Es waren keine ausschweifenden fanatischen Reden über Macht oder darüber, wie schlecht alle anderen Götter wären. Es waren schlichte Worte. Worte einer sehr einfachen und dafür umso stärkeren Gemeinschaft. Blut floss. Seines, das er in der Schale die ganze Nacht über gesammelt hatte und schließlich das des Ketzers, der zu diesem Zweck in den Tempel gebracht wurde. Das Blut beider traf auf das vormals unscheinbar aussehende Amulett das Kheldairon noch in der Nacht hatte anfertigen lassen. Als die Templerin Ar'ynx schließlich aus ihrer knienden Position aufstand und ihre Worte sprach wurde ihm die Bedeutung dessen, was er mit sich tragen würde bewusst. Nicht nur in seiner physikalischen Form. Es würde ihn schützen. Den Blick der Geschöpfe Krathors von ihm ablenken und ihn bewaren vor dem was hätte geschehen können, davon war er fest überzeugt.
[img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/post1lzqdbpsnfu.png[/img]
Nach dem Ende des Rituals, als die Templer sich wieder in die Katakomben des Tempels zurückzogen, die Garde abmarschierte und er durch das Tor an die frische Luft trat atmete Jean tief durch. "Bis ans Ende der Welt und über alle Meere werde ich das Zeichen des All-Einen tragen." hallten ihm seine Worte nochmals durch die Gedanken als er das Amulett an seinem Hals betrachtete. Worte, die von dem schweren Gemäuer zurückgeworfen wurden als er sie sprach als wollten sie ihn daran erinnern und mahnen. Er blickte nochmals zurück, den langen Weg entlang der Bankreihen bis hin zum Altar und der Statue dahinter. Noch immer blickte der steinerne Panther ihn stumm an, noch immer keine Regung.
[img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/kettef8gjnqz56x.png[/img]
Benutzeravatar
Carlos Viento
Beiträge: 282
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Carlos Viento »

Toro de la Muerte - Nacht

Er hatte den Bengel gerade ins Bett gebracht, nun saß er wachend an dessen Seite. Niemand durfte alleine bleiben in diesen Tagen, das waren die Mannschaftsräume zwar sowieso nicht, aber er hatte lieber selber ein Auge auf den kleinen. Das Angebot der Priesterschaft war... nicht das schlechteste wenns um reine Sicherheit ging, und sicherlich war es auch nicht falsch das er wahrscheinlich aufgrund seiner "Unschuld" (wie unschuldig war schon ein Cabezianisches Kind, das dort 8 Jahre aufgewachsen ist?) von der Adlergöttin aufgenommen wüde. Aber es kam nicht infrage. Matti hatte genug in seiner Zeit als Knirps zurückgelassen und auf seine Weise Verrat erfahren, das er sicherlich nicht mit derlei anfangen würde nur weil es auf eine gewisse Art und Weise 'bequemer' war. Er zündete sich die Zigarre an, das halbschummerige Licht von den wenigen Kerzen die hier brannten wurde kurz heller als das Silberne Zunderzeug den Raum kurz erhellte. Hier roch es eh nach Rauch, Rum und sonstigen Ausdünstungen piratischer Schlafhabita.

Ein Griff in die Innentasche seines Mantels beförderte die durchsichtige und schmucklose Phiole hervor die ihm mitgegeben wurde. Er wog sie in die Hand und schaute dann hindurch.
"Jeweihtes Wasser... sow unscheynbar..." murmelte er vor sich her und sog an der Zigarre, die in seinem linken Mundwinkel steckte. Wer wusste schon was dieses Zeug bewirkte, ob es überhaupt half... aber sie versicherten immerhin das es eine Reaktion hervorrufen würde. Sollte er sicherheitshalber seine Kugeln darin baden? Seine Klinge damit einschmieren? Das ganze Zeug an und für sich werfen? Das Vieh war schnell und es hatte bisher jedem Versuch es zu erschiessen standgehalten. Und im Gegensatz zu den meisten einfachen Matrosen war er ein ziemlich guter und schneller Schütze, getroffen hätte er sie. Nur war sie schneller.... nein das mit den Waffen war keine gute Idee... Waffen würden hier wahrscheinlich nicht sonderlich gut helfen. Magie... nach den Schreiben von Mel und Shara war Magie auch ziemlich unnütz. Wieder wog er das Weihwasser in der Hand und runzelte die Stirn für einen Moment der Nachdenklichkeit. Auch das hatte Priesterin gemutmaßt. Sie war ein bisschen älter als die Hochwürden, weniger erfahren, genauso distanziert, eine Spur skeptischer, kinderlieb und offenbar ängstlich. Ein Kind und ein einzelner Mann benötigte auch sicherlich schonmal zwei bis vier Leibwächter... ein schmunzeln huschte über seine Lippen wobei er dem Bengel über das Haupt strich der in seiner Hängematte vor sich hin schnorchelte. "Ers' acht Jahre alt un' schown Kontakte zur Ostprominenz...dow wirs' mich irjendwann jehörig überflüjeln." raunte er leise, aber nicht ohne Stolz im raubtierhaften lächeln.

Rauch stob bei einem weiteren Zug aus seiner Nase. Auch die anderen hatten einiges erfahren und hatten auch Blessuren von sich getragen. Jacq war fast zu Tode gewürgt worden, ein neuer Matrose aufgeschlitzt, einer seiner Vertreter abgemurkst. Entweder er hatte ein unverschämtes Glück... oder war irgendwann auch dran. Immerhin war er ein bisschen vorbereitet und nicht blauäugig in eine Krallenhand gerannt wie die ersten Opfer die kaum Gegenwehr gezeigt hatten. Und aus irgendeinem Grund war Matteo so ziemlich der einzige der das Vieh gesehen und nicht von vorn herein angegriffen worden war. Hatte das einen Grund? Lag es alles an dem Pakt der Toro? War es für dieses Ding ein Spiel? Vielleicht war es eine seltsame Mischung aus allem die das Unheil brachte. Viel zu viele schlechte Nachrichten. Die schiefergrünen Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, erneut das Phiölchen drehend und hindurchschauend, sinnierend.

Der Käpt'n war nach Jacq irgendwo auf der Insel.... auch ihn musste man wieder 'einfangen' auch wenn das schwierig war wenn er es nicht wollte. Dennoch... er war der Käpt'n und jegliches Vorrücken musste auch über seinen Kopf gehen. Das war so und das wird immer so bleiben, selbst wenn er draufgehen sollte, es gab immer einen neuen Käpt'n in diesem Falle würde es wohl Juan sein. Ausser seine... Überlegungen stimmten, dann war der Fall nicht ganz so einfach. Er schnaufte aus. Mit dem Atemzug schwoll ein besonders dichter Vorhang aus rauch, der letzte Zug ehe er die Zigarre neben sich in den bereitgestellten Ascher ausdrückte. Konnte es nicht irgendwann mal etwas normales sein was sie heimsuchte? Ein Sturm? Ein Feuer? Nein... es waren immer Geister, Dämonen, verrückte Kapitäne und Flüche. Vielleicht sollte er wirklich einen anderen Lebensweg einschlagen. Ein braver Fischer in Bajard, ein gefragter Kartograph in Adoran, ein Lehrer in Duestersee, oder ein Botschafter in Nilzadan. Faul und Fett werden. Ein leises, annähernd unheimliches lachen keimte von ihm auf.


"Wo blieb' da der Spass?"
Antworten