Zwischen Alkohol, Frauen und Prügeleien...

Geschichten eurer Charaktere
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

Manchmal wurde er das Gefühl nicht los, dass Temora genau darauf achtete, was er tat und entsprechend das Schicksal anpasste. So hatte er die vergangenen Wochenläufe wieder nur gearbeitet. Viel Holzhacken, Pilze sammeln, Bestellungen aufgeben, Bestellungen abarbeiten, der Umzug nach Junkersteyn, die Nacht bei Janarey inmitten von unzähligen Klamottenbergen und umgeben von vier Frauen, dann den Tag darauf direkt von morgens an wieder Kundenbesuche und die letzten Tage besonders dann das Nähen gefühlter tausend Kostüme für den Maskenball. Ohne den Mocca, der ihm ja verboten wurde von Liliana war es eine Qual, doch er legte dennoch Nachtschichten ein, nahm sich nebenbei sogar noch stundenlang mitten in der Nacht Zeit für Kunden und Besucher und ging schlussendlich auch mit Keylon und Marlon jagen. Vollkommen übermüdet ein verdammt dummer Fehler!
Jetzt lag er schon den dritten Tag im Bett oder sollte dies zumindest tun. Denn am zweiten Tag hatte er wie im Taubenschlag die Kunden im Haus zum Abholen der Kostüme. Zwar verdiente er daran auch gut, aber der Kopf dankte es ihm keineswegs. Kaum war es ruhig geworden und nur noch Adelena war im Haus, da zwang es Zahrak raus, in den Garten, wo er sich nur noch in die Hocke begab und.. naja. Sich eben noch mal alles durch den Kopf gingen ließ. Die Farbe, welche über die Nacht also wieder in sein Gesicht zurück gekommen war, wich nun erneut einer kränklichen Blässe und der Schmerz hörte gefühlt nicht mehr auf. Stundenlang lag er daraufhin im Bett und redete einfach nur, doch jedes breite Grinsen, jedes Lachen und jegliches laute Wort schmerzte sofort im Kopf. Er fühlte sich wie ein Depp, wenn er versuchte eine authentische Mimik an den Tag zu legen, ohne dabei die obere Gesichtshälfte ab den Augen aufwärts zu bewegen.
Und doch war es wie vermutet: Nur wenige Stunden ausschließliche Ruhe und dem Kopf ging es wieder gut. Bloß nicht bewegen also! Nur kurz, um eine Fremdrasur durch Liliana über sich ergehen zu lassen und dann wieder einzuschlafen. In dieser Ruhe hatte Zahrak genug Zeit darüber nachzudenken, was die letzten Tage passiert war. Aus dem 'normalen Kundenverhältnis' zwischen ihm und Adelena war zumindest etwas geworden, was man Freundschaft nennen könnte. Aber war es das wirklich? Irgendwie fühlte es sich nicht richtig an, sie 'Freundin' zu nennen. "Ein Teil des Inventars" hatte sie vorgeschlagen, doch das war selbstredend ein Scherz gewesen. "Willst du denn?", hatte Keylon gefragt. "Wenn du es nicht ernst meinst, verprügel ich dich. Sie ist eine tolle Frau und hat so was nicht verdient." Seufzend öffnete er die Augen wieder und blickte sich etwas im Raum um, womit er sich nun sinnvoller beschäftigen könnte, als mit der Frage, ob er noch mal etwas Ernstes mit einer Frau anfangen wollte. Er war kein Narr und hatte durchaus gemerkt, dass Lena ein gewisses Grundinteresse an ihm hegte, aber wollte er das wirklich wie damals einfach schamlos ausnutzen? Sie hatte offenbar selbst schon viel durch gemacht in dem Zusammenhang und aktuell von ihrem Lebensgefährten komplett zurückgelassen war sie ohnehin anfälliger für Enttäuschungen.
"Nein! Entweder ganz oder gar nicht!", dachte er sich und gab dann doch erst mal wieder dem Drang nach Schlaf nach. Es würde sich schon klären in den nächsten Tagen und Wochenläufen.
Zahrak Salberg

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Ja, ja.. Eigentlich war es nicht erlaubt und es hatte ihn schon gewundert, dass Liliana ihn trotz Verletzung nicht zu irgend welchen Bettaresten hatte zwingen wollen, aber wie immer, wenn er schlecht drauf war, regte er sich am Besten mit Hochleistungssport oder einfach reiner Anstrengung ab. Somit hing er da, knapp überm Boden, in Liegestützhaltung und drückte sich immer wieder hoch und wieder runter, hoch und wieder runter... Den Hals merkte er gar nicht richtig, so war er auf die Ausübung der Liegestützen fixiert. Langsam allmälig liefen ihm erste Schweißtropfen von der Stirn aus die Schläfen hinab und tropften schlussendlich auf den Holzboden unter sich.
Wäre Keylon hier oder Adelena, würden sie sich erstens darüber aufregen, dass er einfach schon am frühen Morgen wieder nach Junkersteyn gereist war und dann, dass er schon wieder Sport betrieb, aber sie waren nicht hier und das war auch definitiv besser so. Zahraks Laune hing dermaßen in den Seilen, dass er nicht mal in der Lage war zu lächeln. Zahrak und nicht lächeln!!! Schnaubend drückte er sich nun doch ganz auf und trocknete sich nur kurz etwas mit einem Tuch ab, was in der Nähe lag, bevor er raus ging und seinen Mittagslauf startete. Hätte man ihn in dem Moment gesehen, hätte man denken müssen, es sei sonst was passiert, doch tatsächlich hatte er einfach nur verdammt schlechte Laune und wusste nicht recht, warum...
Zahrak Salberg

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...
Temora beschützt!

Zak Stirnrunzelnd sah er die private Unterschrift an, schaute auf den Addressaten: "Euer Gnaden", schaute wieder auf die Unterschrift, strich sie durch und setzte die Richtige hin:
Z.Salberg

Schließlich seufzte er einmal, erhob sich und stapfte wenig bis gar nicht galant zur Tür, stellte aber noch auf dem Weg fest, dass er keine Lust hatte nun bis zur nächsten Stadt zu laufen und legte den Brief dann doch erst mal nur auf den Tisch neben der Haustür. "Find'ste morgen scho wieder, Zak!", sagte er zu sich selbst und wollte gerade umkehren, um zum Bett zurückzustapfen, als ein kleines dunkelbraunes Tier von Katze wohl selbigen Plan gefasst hatte und die 1,82m Schneider zu Fall brachte. "MANN!", entfuhr es ihm da ungehalten und er schlug mit der Faust auf den Boden unter sich. Dann schien er zu begreifen, dass liegen bleiben nicht viel brachte und rappelte sich also wieder auf. "Blödes Katzentier..", murrte er nur vor sich hin und nahm den Weg wieder auf, ohne nur geguckt zu haben, wo sich der Kater hingeflüchtet hatte nach dieser Lautstärke. Die Nachbarn schienen den Salberg in dem Zustand auch herzlich wenig zu interessieren und so ließ er sich schließlich auf die Bettkante nieder plumpsen. Ein Seufzen entdrang ihm erneut und schon ließ er sich rücklings nach hinten fallen. Es war allein der Breite des Bettes zu verdanken, dass der Kopf nicht auch noch gegen die Holzwand knallte, sondern nur auf die weiche, aber zugehaarte Decke. Ja, der Kater hatte es sich bequem gemacht in der Woche, wo das Herrchen unverhofft nicht da gewesen war und Zahrak war bisher entweder noch nicht zum richtigen Aufräumen gekommen oder hatte keine Lust, wenn er nach stundenlangen Arbeitstagen zurück kam. Der Schrank lag nämlich auch immer noch zertrümmert auf dem Boden und das Blut klebte weiterhin daran, sowie am Boden. Aber das Ganze war ja sowieo mal ganz von dem Aspekt abgesehen, dass jeder normale Mensch eine angeknackste Rippe samt Schusswunde da drüber schonen würde. Aber dafür war er schließlich Salberg.
Und ein Saufkopf! Stellte er aufs Neue in seinem Leben fest. Wie war das gleich noch gewesen? Er war froh, dass Lena sich in der Nacht nach Nimmeruh gegen den Schnaps entschieden hatte? Er hatte Aethelinda gesagt, dass er auf Alkoholentzug war und das sie bloß nicht damit anfangen sollte? "Kein.. Kommentar, Zak!", seufzte er mehr atemlos, als schwer gen der Zimmerdecke, die er unverändert anstierte, seit er das Nachdenken angefangen hatte. Auch eigentlich wie jedes Mal, wenn er sich mitten im Suff dessen bewusst wurde, dass er Scheiße gebaut hatte, indem er nur die erste Flasche angefasst hatte. "Geht auch wieder vorbei..", murmelte er und drehte sich schwerfällig auf den Bauch, ehe er etwas höher robbte, um die langen Beine noch aufs Bett zu bekommen. Erst da feststellend, dass er noch die Straßenklamotten an hatte, fluchte er ins Kissen hinein und striff einfach die Stiefel ab, in der Hoffnung, dass eine Echsenlederhose nicht all zu unbequem war zum Schlafen.
Memo an ihn für diese Nacht: KEIN ALKOHOL MEHR!
Wer's immer noch glaubte, war schon mehr als seelig...
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Dienstag 7. Juli 2015, 00:40, insgesamt 3-mal geändert.
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

Er legte seine rechte Hand - für einen Augenblick nicht mehr der Sprache mächtig - auf die Schulter des jüngeren Bruders, welcher mit ihm im Regen, vor der Kirche Adorans stand. Nur unter Anstrengungen konnte Zahrak dem Blickkontakt standhalten und schließlich auf seine Art loswerden, was ihn an diesem Abend der Trauer und des Abschiedes bedrückte:
"Temora bewahre, Keylon..",
sagte er zu seinem Bruder und konnte die befürchtete Antwort kaum abwarten, so sehr drängte es ihn von innen heraus zur Flucht.

"So schnell lande ich nicht darin. Noch lange nicht.",
vernahm er klar und deutlich die Worte Keylons und nahm schlussendlich mit einem gelähmten Ton in seiner Stimme reiß aus.

"Das hoffe ich für dich.."
Vorwurf konnte er beim besten Willen nicht da rein packen. Auch, wenn der Bruder es in diesem Moment laut Zahraks Meinung verdient hätte für diese naive Antwort in Zeiten eines Krieges, der sich so grausam bemerkbar machte mit jedem Tag, den man hier verbrachte. Es war kein ganzes Jahr vergangen und Zahrak hatte so viele Menschen gehen sehen wie er sie in seiner Heimat nicht einmal gekannt hatte. Zu viele von ihnen waren zu junge Seelen gewesen oder eben Seelen, die treu im Dienst für Reich und Glaube gefallen waren. Und zu viele Personen fielen Zahrak ein, die nur auf die nächste Gelegenheit warteten, Keylon als Nächsten gehen zu lassen..

Das Schwierigste am Tod ist es für die Zurückgebliebenen weiterzuleben...,

hatte er unter Anderem ins Kondolenzbuch für Talianna geschrieben und dieser Satz war allgegenwärtig in seinem Kopf. Er war es gewesen, als ihn durch Heinrik die Kunde von Taliannas Tod erreicht hatte. Als er in den vergangenen Tagen verzweifelt versucht hatte, in der Öffentlichkeit für die Anderen stark zu sein und in den eigenen vier Wänden darum bemüht war, diese quälenden Gedanken an Vergangenheit und Gegenwart mit Cognac runterzuspülen. Und jetzt waren sie auch immer noch präsent, als er sich selbst versprechen musste, ein weiteres Mal die aufgerissenen Narben verheilen zu lassen und weiter voran zu schreiten. Mit genügend Zuversicht, dass er sie in Form von guter Laune an die Anderen um ihn herum weitergeben konnte.


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"Doch hör nicht auf! hör nicht auf! Hör niemals auf, dich zu verschwenden, mit vollen Händen."
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Mittwoch 26. August 2015, 22:39, insgesamt 2-mal geändert.
Zahrak Salberg

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RÜCKBLICK IN DIE VERGANGENHEIT:

"Herr Salberg, Ihr seid verhaftet wegen fahrlässigen Verhaltens mit Mord als Folge."
Dieser Satz hallte immer und immer wieder in seinem Kopf nach und wurde mit jedem Mal verzerrter. Er stand gerade mit seinem Rücken an eine kalte Steinwand gelehnt und stierte den aschgrauen Boden unter sich an, während sich seine Hände instinktiv zu Fäusten ballten.
"Herr Salberg?", ertönte da plötzlich die selbe Stimme von vorne und ließ Zahrak aufschauen. Unumgänglich war sein angefressener Blick, welcher den Wachmann traf. Dieser jedoch ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und begründete die Unterbrechung der Gedankengänge: "Ihr habt die Möglichkeit mit mir über vorgestern zu reden. Wollt Ihr das Angebot annehmen?" "Wo ist Fiedor?", antwortete der junge Mann nicht ganz so wie man es hätte vermuten können. Doch der Uniformierte ihm gegenüber interpretierte eine Redebereitschaft und öffnete somit die Gittertür, welche die beiden Männer voneinander trennte. "Wollen wir etwas gehen?", frug er den Inhaftierten freundlich und sorgte nur noch für mehr Verwirrung im ozenblauen Blick. "Behandelt Ihr alle Gefangenen so?" "Nein. Nur die, bei denen mir mein Bauchgefühl sagt, dass noch etwas Gutes in ihnen steckt." Erst setzte Zahrak zu einer Entgegnung an, tätigte dann aber einfach den Schritt über die Zellenschwelle und wandte dem durchaus auch jetzt noch notdürftig bewaffnetem Wachmann den Rücken zu. Jener deutete ihm einladend gen Ausgang und folgte ihm auf Schritt. Ihr Weg führte sie auf einen Schnne bedeckten Vorplatz des Zellentraktes. Der Himmel war gräulich durchzogen und ließ immer mehr der Flocken auf den Erdboden nieder rieseln.
Recht zügig legte Zahrak seine Arme um sich, um der Kälte des Alatners zu trotzen. Weiße Wölkchen zeugten vom Atem der Männer, während sie sich wieder begannen zu unterhalten:
"An was erinnert Ihr Euch noch Herr Salberg?"
"Von vorgestern?"
Ein fragender Blick traf den Wachmann, doch das Frieren nahm dem Unterton in der sonst so aggressiven Stimme die Schärfe. Das Nicken zur Bestätigung wurde lediglich angedeutet, während die Zwei nebeneinander her gingen.
"An Eure verdammte Stimme."
Und da schaute Zahrak auch schon wieder vor. Die Mundwinkel des Wachmanns zuckten flüchtig hoch, als er sich ungesehen sah. Dann meinte er wieder sachlich:
"Nehmt Euch die Zeit etwas intensiver darüber nachzudenken."
Eine Weile sagte keiner etwas und während Zahrak seinen fetzenhaften Erinnerungen nachhing, beobachtete der Ältere ihn einfach nur aufmerksam.
"Ciru und Fiedors Gesichter.. Wir haben gelacht und rum gealbert. ... Und diese Kellnerin. Ich hatte sie vorher schon mal gesehen. ... Ich hab getrunken wie ein Loch.. ... Qualm! Wir haben geraucht.. Und irgendwan kamen noch ein paar Frauen hinzu. Sie hatten sich zu uns gesellt.. Dann war da dieser Kerl, der Ciru eine übergebraten hat. Fiedor und ich haben ihm gedroht und sind aufgestanden, während Ciru sitzen blieb. Er ist schon zugedröhnt gewesen.. Und dann weiß ich nicht mehr weiter.. Die Bilder verschwimmen irgendwie und ich kann die Stimmen nicht mehr zuordnen."
Da stoppte Zahrak und ließ den Blick am Horizont entlang schweifen. Kommentarlos blieb auch sein Nebenmann stehen und blickte unverändert zur rechten Seite. Er hielt die Stille noch etwas aufrecht, ehe er seine Stimme wieder erhob:
"Ihr hattet den Überblick verloren. - Allesamt - und habt jeden um Euch herum angegriffen. Auch der Mann, der Euren Freund angepöbelt hatte, hatte unter Drogeneinfluss gestanden. Viele waren aus der Taverne geflohen und manche von ihnen suchten uns auf, um uns zu alarmieren."
Nun vielmehr schmerzverzerrt lenkte sich der Blick Zahraks auf den Redner.
"Ich hab ihn getroffen..",
stellte er tonlos fest und man sah ihm förmlich an, wie auch diese Erinnerungen wieder Einkehr in seinen Kopf nahmen.
"Man konnte bereits nichts mehr für ihn tun, als wir eintrafen."
"Und Fiedor?"
"Geflohen."
Erst schaute der Salberg ungläubig zum Wachmann, ehe er schnaubte, sich umdrehte und insgeheim enttäuscht wurde, als nichts in Armreichweite war, auf das er in dem Momen hätte einschlagen können.
"Könnt Ihr reiten?"
"Wieso fragt Ihr?"
"Weil ich Euch das ans Herz legen möchte. Mich selbst befreit es, wenn ich wütend bin."
"Bis ich hier raus bin, komm ich auf kein Pferd mehr hoch."
"Betet, dass mein Einfluss reicht!"
Der dunkelblonde Kopf drehte sich und ein irritierter Blick über die Schulter traf den Wachmann.
"Ich bin Unteroffizier. Lasst mich versuchen ein gutes Wort für Euch einzulegen."
"Wieso?",
kam es nur ungläubig über die Lippen des jungen Mannes.
"Das wisst Ihr bereits selbst, Herr Salberg. Ihr müsst nur anfangen, auf Euren Kopf zu hören und nicht immer nur auf Euer Herz."
Mit diesen Worten ging der Wachmann Richtung Zellentraktinneres und ließ den Gefangenen dort stehen, als sie dies das Normalste der Welt. Erst stockte jener auch, ehe er dem Gehenden hinterher rief: "Was soll das werden? Wollt Ihr mich nicht zurück in die Zelle bringen?" Und da war es diesmal der Wachmann, welcher einen Blick über die Schulter warf und vollkommen die Ruhe selbst meinte: "Wollt Ihr denn schon wieder rein?" Fassungslos schnaubte Zahrak, stapfte aber einfach hinterher und beförderte damit sogar ein Lächeln auf die Dienstvisage des Unteroffiziers. "Unter anderen Umständen wäre es mir wirklich ein Vergnügen Euch kennenzulernen, Herr Salberg.." "Mit wem hab ich überhaupt das fast-Vergnügen?" "Sewadan Dommersthal." Zahrak nickte nur kurz zu sich selbst, ehe er an der Zelle angekommen auch schon wieder den Schritt hinein tätigte. Nicht, ohne noch einmal über die Schulter zu schauen und eine Verzögerung des Türeschließens zu bewirken. Doch schlussendlich gab er sich geschlagen und legte sein Schicksal in die Hände des Unteroffiziers.


Die nächsten Tage vergingen zäh und Sewadan ließ sich nicht mehr blicken, bis es am 23. Alatner 252 dann zu den Gerichtsverhandlungen kam. Zahrak erinnerte sich im Nachhinein kaum noch daran und mehr als das Nötigste an Aufmerksamkeit schenkte er den hohen Persönlichkeiten auch nicht. Wie Sewadan ihm beim Abführen noch zugeflüstert hatte: "Seid einfach so ehrlich, wie Ihr es mir gegenüber ward. Das Schlimmste, was Ihr machen könnt, ist lügen."
Doch der Ausgang der Gerichtsverhandlungen verlief gar nicht so, wie es sich Zahrak erdacht hatte...
"Und so lautet mein Urteil: Der Freie Zahrak Salberg muss 2 Jahresläufe Gefängnisstrafe absitzen. Er darf den Zellentrakt nicht verlassen. Besuche sind nur durch enge Verwandte gestattet und auch nur in Anwesenheit von mindestens zwei Wachmännern. Des Weiteren bitte ich Sewadan Dommerstahl darum seinen Dienst als Unteroffizier der Wachbrigade Kihrantons niederzulegen. Ihm wird zu Lasten gelegt, seine Pflichten mehrfach nicht ordnungsgemäß ausgeführt zu haben und damit einem potentiell Gewalttätigen die Möglichkeit gegeben zu haben Schaden anzurichten, für den die gesamte Brigade hätte gerade stehen müssen. - Habt Ihr, Herr Salberg alles verstanden und akzeptiert dieses Urteil?" Mit fassungslosem Blick schaute Zahrak erst zu Sewadan herüber, dann jedoch zum Herzog, als keine ersichtliche Reaktion kam. Widerwillen stieg in dem Angeklagten auf und zwang ihn dazu, in das Holz vor sich zu krallen. "Habt Ihr verstanden und akzeptiert Ihr das Urteil, Herr Salberg?", wiederholte der Herzog und sah eindringlich nach unten. Seine Stimme hatte kaum hörbar an Schärfe dazu gewonnen. "Ja, habe ich.", war schließlich das Einzige, was Zahrak in seiner Wut heraus bekam und dabei blickte er nicht einmal auf. Rauh war der Unterton und die Hände verweilten immer noch krampfhaft am Geländer vor sich. "Und habt Ihr, Herr Dommersthal auch verstanden und akzeptiert das Urteil?", wandte sich der Blick des Herzogs nun zu Sewadan und fixierte jenen. "Jawohl, Euer herzögliche Hoheit!", nahm dieser es offenbar mit Fassung und wahrte auch da noch seine Haltung.
Schlussendlich musste es tatsächlich geschehen und Sewadan legte sein Amt noch am selben Abend nieder. Nur im Vorbeigehen konnte er noch ein entschuldigendes wie aufmunterndes Lächeln gen Zahrak richten, als dieser bereits wieder abgeführt wurde. Es vergingen von da an 727 Tage, in denen Zahrak immer eingekehrter wurde und nur noch das aller Nötigste mit den Wachhabenden redete. Er nahm Essen und Trinken nur aus der Notwendigkeit heraus an und Gänge auf den Vorhof wurden strickt abgelehnt. Stattdessen trainierte er jeden Morgen und jede Nacht in seiner Zelle. Liegestütze und Situps in allen möglichen Varianten, die eine einfache Zelle so bot. Einerseits war es der kalte Entzug, der ihn nicht nur Aggressionen und Ruhelosigkeit hatte verspüren lassen. Andererseits war es die unweigerliche Langeweile, die ihn jedes Mal aufs Neue heimsuchte. Natürlich kam keiner der Familie. Sie lebten alle sonst wo. Wie es zu Hause aussah, wusste er nicht und wie es den Anderen ging auch nicht. Ihn trennten unzählige Meilen vom Heimatdorf und so schnell würde er es auch nicht wiedersehen. Dieser Annahme war er auch ganz ohne das Wissen darüber, was im Jahr 253 während seiner Abwesenheit geschah...
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Dienstag 25. Juli 2017, 00:55, insgesamt 3-mal geändert.
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

... sind Freunde manchmal das Einzige, das einem noch bleibt.

"Temora bewahre, Keylon.."
"So schnell lande ich nicht darin. Noch lange nicht."
"Das hoffe ich für dich.."

"Key!? Key, du verdammter Mistkerl! Sag was!"
"Du, elender Idiot!"
"Key, wenn du mir hier jetzt weg stirbst, hol ich dich eigenhändig zurück, um dir eine zu verpassen."


"Papa..?"
"Aye..?"
"Versprich mir, jetzt nicht zu weinen!"
...
"Du lässt dich auch nicht von den bösen Menschen aus dem Westen unterkriegen."




Malena hatte Recht behalten. Die vergangenen zwei Tage waren Albtraum frei geblieben. Aber oft bedarf es nur eines Auslösers und schon wird der blockierte Mechanismus wieder frei gesetzt. So war Kheldairons Brief an Zahrak und die Geste, welche die Glaubensbücher aus dem Westen darstellten der Auslöser für seine folgenden Träume, die alles Andere als schön waren. All jene Gefühle, die er den Tag über mit Arbeit erstickt hatte, stiegen nun - ungehalten vom schlafenden Bewusstsein - in ihm hoch und sorgten für Unruhen im Kopf. Mehrfach drehte Zahrak sich in seinem Bett und verbarg irgend wann sogar das Gesicht im Kopfkissen, als bringe ihm das irgend etwas.
Doch nichts half und so sah er unverändert seinen Bruder vor sich stehen, wie er ihm in seiner zuversichtlichen Art zulächelte. Hinter ihm die Kirche Temoras. Es war der Abend gewesen, an dem sie nach dieser Saphira Nojah nun auch noch Talianna van Hainklang zu Grabe getragen hatten. Die zweite engagierte Regimentlerin für dieses Jahr.
Er sah das Blut durchtränkte Hemd und das fahle Gesicht seines Bruders, als dieser bewusstlos vor ihm lag und immer mehr einer Leiche glich. Er schaute auf seine Hände herab, welche willkürlich versuchten die Blutung unter sich zu stoppen und dabei nur noch selbst immer blutiger wurden.
Und als alles in ihm hoch zu steigen schien, sah er auch noch Tius vor sich im Bett liegen. Trotzig und doch so zerbrechlich. Sein schwaches, aufmunterndes Lächeln, gepaart von Enttäuschung über die aufkommenden Tränen im Gesicht des Vaters
.
Keuchend riss Zahrak die Augen auf und stierte unweigerlich erst einmal auf sein Kopfkissen. Zerknautscht lag es unter ihm und wurde von den unterm Kopf verschränkten Armen zusammen gedrückt. In seinem Zimmer brannte nunmehr nur noch der Rest einer Wandfackel, die zur Orientierung diente, für die Falle, in denen er des Nachts wach wurde. Das ihm nicht nur im Schlaf die Tränen über das verhältnismäßig ungepflegte Gesicht gelaufen waren, bemerkte er erst im zweiten Moment. Sofort jedoch wischte er sie mit dem Handballen weg und setzte sich auf. Mit fern gesteuerten Bewegungen trugen ihn seine Beine zum Wasserbecken, aus welchem er sogleich Wasser schöpfte und sich das Gesicht wusch. Ein Blick in den Spiegel zeigte ihm im Dämmerlicht einen Mann, der vielmehr die 40 ansteuerte, als gerade einmal 29 werden zu wollen. Der Bart war seit nun beinahe drei Tagen nicht mehr gestutzt wurden und die Haare hätten eigentlich auch schon vor Wochenläufen einen Barbier vertragen können. Doch zu all dem fehlten im Zeit und die richtige Stimmung. Ein Blick auf die dunklen Augenringe, welche dem Ozeanblau jeglichen Glanz zu nehmen vermochten, verdeutlichte dies nur zu gut.
Eine Weile hatte er sich einfach nur im Spiegel betrachtet, ehe er schließlich nach den nächst besten Klamotten griff und die Schlafklamotten gegen jene tauschte. Ein Mantel wurde noch über gezogen und so ging es dann auch schon vor die Haustür. Die Arme vorm Oberkörper verschränkend und die Hände unter den Oberarmen vergrabend stapfte er langsamen Schrittes in Richtung des Bauernviertels von Adoran. Immer wieder, in regelmäßigen Abständen bildeten sich kleine Wölkchen vor seinem Gesicht und zeugten von seinem Atem. Etwa einen halben Stundenlauf später blieb er schließlich an einem bestimmten Haus stehen und blickte nachdenklich auf das Hausschild. Fin wohnte hier und schlief vermutlich schon längst. Ihr Dienst war anstrengend und raubte ihr im Prinzip genauso viel Zeit wie es seiner bei ihm tat. Und dennoch hatte sie ihm die Tage mehrfach angeboten, dass er zu ihr kommen könnte, wenn was war. Vermutlich waren weitere 15 Minuten vergangen, bis er zum Klingeln angesetzt hatte. Einerseits in der Hoffnung, sie nicht zu wecken und einfach weiter gehen zu müssen. Insgeheim aber auch betend, dass sie da war, um ihm zumindest für einen klitze kleinen Moment die Anspannung zu nehmen...
Zahrak Salberg

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"Zahrak was hast du vor?" Er erinnerte sich noch zu gut an die skeptische Frage der Heilkundigen. Fin wusste einfach mittlerweile, wann er wieder irgend etwas potentiell gefährliches ausheckte. Er war nunmal eben ein Salberg. Das war normal. Doch genauso normal war es, dass er vorbeugende Hinweise und Mittel bekam und natürlich auch die Verpflichtung zu kommen, wenn was passieren würde...
Wochenläufe waren seit dem Gespräch vergangen. Wochenläufe, in denen er - wie es sich für einen Salberg gehörte - mit dem Feuer gespielt hatte. - Im wahrsten Sinne des Wortes. - Immer schön nachts, hinterm Haus. Dort, wo es niemand sah, außer den wenigen Tieren, die zu jenen Zeiten wach waren. Es hatte ihn einige Nerven aufreibende Schockmomente gekostet, überhaupt erst einmal das richtige Konstrukt für seinen Spaß zu finden. Der Spaßfaktor musste garantiert sein, ein wenig Nervenkitzel durfte nicht fehlen, aber vor allem musste er auch für seine eigene Sicherheit und für die seiner Umwelt sorgen. Spätestens seit dem zweiten Abend wusste er, warum er stets einen Wassereimer dabei gehabt hatte.
Surren, Zischen, Rauchen, pfeifen und so viel Einklag mit sich selbst, wie er es schon lange nicht gehabt hatte. Wie beim Tanzen war es. Ganz auf die eigene Art mit der Körpersprache das ausdrücken, was man fühlte. Der Traum davon war schon lange vorhanden gewesen und am 20. würde er diesen Traum in die Tat umsetzen. Doch sollten die Menschen wissen, dass er es war, der sie in seine Welt mit hinein nahm? Es war etwas sehr Privates, wenn man es durchschaute und nicht jeder musste es mögen. Außerdem tat ein wenig Anonymität manchmal ziemlich gut, wenn man sonst nur so umdrängt von Menschen war. All diese Gedanken wirbelten ihm durch den Kopf, während er trainierte und trainierte und trainierte und trainierte...
Und am 20. Searum 258 war dann sein großer Tag gekommen. Wann er das letzte Mal wirklich Lampenfieber gehabt hatte? Bei der Verlobung mit Linnea vermutlich. Also nun schon wieder gut 8 Mondläufe in der Vergangenheit. Glücklicherweise hatte er es auch dieses Mal weitesgehend unter Kontrolle, sodass ihn sein Feingefühl in den Händen nicht verließ. Die Menschen sahen einen in schwarze Kleidung gehüllten Mann mit nachtschwarzem, langen Haar, welches zu einem einfachen Zopf über die Schulter gebunden war. Mehr als das halbe Gesicht wurde von einer feuerroten Maske bedeckt und verwehrte somit den Blick auf die nur all zu markanten ozeanblauen Augen, welche ihn sofort verraten hätten. Auch die Hände waren - trotz des Schutzes der Nacht - in Handschuhe gehüllt, um gar nicht erst Rückschlüsse auf sein eigentliches Handwerk ziehen zu können und so ließ er zum ersten Mal die Menschen um ihn herum an seinem neu gefundenen Hobby Teil haben. Auf dem Kostümball von Helisande. Natürlich wusste sie nicht, dass er dies vor hatte. Er hatte sich nicht angekündigt und den ganzen Abend lang stand er auch brav am Verkaufsstand, zeigte sich in einem eisigen Kostüm und sorgte für gute Laune. Woher sollten sie also ahnen, dass er so etwas plante?
Der Abend war gelungen und Zahrak schlussendlich so geschafft, wie schon lange nicht mehr. Nicht körperlich. Dafür steckte zu viel Energie in dem Salberg. Aber der Geist war befreit vom Tatendrang. Zumindest für heute..
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Dienstag 25. Juli 2017, 00:47, insgesamt 1-mal geändert.
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

ALTES AUS DER ERINNERUNGSKISTE ZIEHEN

"Du kannst dir gar nicht vorstellen, was für eine große Ehre du mir hiermit erweist, mein Freund.", lächelte Gion seinen Freund an, während er mit dem Rücken zu den Gästen da stand und die Hände vor Nervosität vor sich ineinander gefalten hatte. Zahrak, der wesentlich entspannter, aber immer noch dem Anlass entsprechend seitlich zu ihm stand, grinste folglich und meinte mit seiner gewohnt gut gelaunten Art: "Ich hab doch gesagt, du hast noch was gut bei mir. Das ist wirklich das Mindeste, was ich tun kann." Gion lachte leise auf und brachte seinen alten Bekannten zu Selbigem. "Extra aus dem Nachbarherzogtum hier her reiten, das Kleid und den Anzug schneidern, Tanzunterricht erteilen und dann auch noch Trauzeuge spielen nennst du also 'das Mindeste'. Gut zu wissen." "Na, hör mal! Du hast mir wortwörtlich das Leben gerettet." "Ach, übertreib nicht. Der hätte dich schon nicht wirklich getötet." "Bitte? Ich war sturzbetrunken. Der hätte mit mir alles gemacht.", wurde Zahrak nun immer leiser, was ihm aber nicht das Grinsen nahm. "Außerdem reden wir hier von deiner Schwester, die damals der Grund dafür war." Dabei deutete er nur flüchtig mit dem Kopf nach links, wo besagte Person ebenso unter den Gästen war und es sich bereits auf einem der Stühle bequem gemacht hatte. "Ich weiß. Aber irgendwie scheint mich mein Gefühl ja nicht getäuscht zu haben, Zahrak." "Hm?" "Tu nicht so. Du weißt genau, was ich meine. Man sieht es an ihrem Blick. Im Gegensatz zu dir ist sie keine begnadete Lügnerin." Und schon nahm wieder das Grinsen Einzug auf dem soeben noch verwirrten Gesichtsausdruk des Salbergs. "Siehst du!? Ich wusste es. Aber ehrlich: Es stört mich nicht. Ich bin froh, wenn sie das Ganze wieder überwinden kann." Zahrak lächelte auf und nuschelte dann: "Schlechtes Thema, Gion.." Noch bevor dieser überhaupt zur Entschuldigung ansetzen konnte, erblickte Zahrak rettenderweise die Braut und richtete sich räuspernd auf. "So und jetzt heißt's 'Lebe wohl, Freiheit.' Bereit?" Ein leises Lachen ertönte aus Gions Mund und war dem Schneider Antwort genug. Während sich sein Blick auf die Braut legte und er ihr aufmunternd zulächelte, stierte Gion den Priester vor sich an.
...
"Gut schaust du aus.", lächelte Tania auf, als Zahrak bei ihr angekommen war und erntete gleich ein charmantes Lächeln, als wäre nie etwas passiert. "Ich versuche nur einer gewissen Person hier gerecht zu werden." "Du weißt, dass du da nicht viel für tun musst." "Dem muss ich mir wohl immer wieder auf's Neue gewahr werden. - Gewährst du mir die Ehre?" "Natürlich, Zahrak. Immer noch der Alte.", ging sie gar nicht groß auf seine Formalitäten ein und ergriff die dargebotene Schneiderhand, während sie ihre andere Hand auf seiner Schulter ablegte. "Treibst du wieder regelmäßiger Sport?", frug sie und schaute aus ihren olivgrünen Augen zu ihm hoch. Gerade zog er sie mit einem Mindestmaß an Diskretion an sich, als sie das frug und brachte ihn dazu, einmal an seiner Seite runter und wieder hoch zu schauen. "Fällt das etwa auf?" "Nein. Ich bin bestimmt nur schmäler geworden.", erklang es nun deutlich ironischer aus ihrem Mund und sorgte für ein leises Lachen, während die Beiden begannen sich im Takt in den Tanz zu schleichen. "Keine Sorge. Das kann deiner Schönheit nichts anhaben." "Immer noch derselbe Charmeur. Was tust du nur in Lichtenthal? Ich habe das Gefühl, du wirst da nicht ganz gefordert, was deinen breiten Charakter angeht." "Das Gefühl hab ich wohl auch. Aber welchen Teil meines Charakters fordert denn schon Handwerksarbeit im Akkord? Es geht auf den Winter zu und das Volk ist in Feierlaune." "Ich bin dafür, dass du dir ein paar Tage Auszeit nimmst." Gerade wollte Zahrak zu einer Erwiderung ansetzen, da unterbrach sie ihn gleich: "So komplett, mein ich. Auch keine Arbeiten für Freunde. Komm doch einfach nächsten Mondlauf noch mal zu mir. Hm?" Ein herzliches Lächeln legte sich auf ihre feinen Züge und es dauerte auch nicht lange, da senkte Zahrak seinen Kopf nach unten, um ihr etwas ins Ohr zu flüstern: "Ich bespreche das mal mit dem Rest der Familie, aye?" "Warte nich zu lange damit. Du weißt doch: Der Winter ist immer viel kälter, wenn man warten muss." "Keine Sorge. Du wirst bald wieder von mir hören.", begleitete seine Stimme ganz leise ihre unbedachten Tanzschritte auf dem hellen Steinboden. Um sie herum tanzten unzählige andere Tanzpaare und die Musikanten gingen nahezu in ihrer Musik auf. So viel Harmonie hatte ihn schon lange nicht mehr umgeben und er genoss es...
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

"Seid Ihr sicher, dass Ihr alles dabei habt, Herr Salberg? Ihr verreist weit. Ich kann Euch nichts mal eben rüber bringen.", vernahm er die Stimme Irinias neuerlich in seinem Kopf, während er gerade an den Stallungen ankam. Ein Schmunzeln huschte über sein Gesicht. Die Frau war bald fürsorglicher, als Amelie. Aber gut, sie meinte es ja genauso nur gut. Und natürlich konnte er mit bald 29 Jahren bereits selbst einschätzen, was er brauchen würde.
Eine 4-tägige Reise lag vor ihm. Dieses Mal würde er sich nicht hetzen lassen. Immerhin galt es zu entspannen. Gut, die Hälfte der Auszeit ging dennoch für Hin- und Rückreise drauf. Aber das war eben der Nachteil, wenn man so viele Meilen weit reisen musste, um nicht mehr von irgendwelchen potentiellen Kunden erkannt zu werden.
Florenz wurde schließlich aus ihrer Box geführt und gesattelt. Alle Gurte zog er gut fest, auf dass sie auch sicher seines und das Gewicht des Gepäcks tragen würden. Keine schweren Lasten in dem Sinne. Aber er mochte dennoch mit Ausrüstung und Gepäck gut und gerne 100 Steine aufwiegen. Und das war nennenswert. Auch für ein Pferd. "Dann geht's jetzt also doch schon zusammen auf die Reise, hm? Dotalov wird dir bestimmt gefallen. Ganz viele Hügel und weite Flächen zum Ausreiten. Und Tania kommt bestimmt auch mit ihrer Scarlette mit. Ich hoffe, du hast kein Problem mit Schiffen. Reicht nämlich, wenn mir dabei schlecht wird. Ist auch nicht lang, aber irgendwie müssen wir ja übersetzen.", redete er mit der Rappenstute, während sie sich das Beladen gefallen ließ. Als alles dann fest saß, verabschiedete er sich noch kurz von Estrella und Amelie, nebenan. Dann sattelte er auch schon auf und ritt los, gen Bajard. Von dort aus würde er mit dem Schiff übersetzen, Richtung Dotalov. Ab da übernahm dann wieder Florenz als Fortbewegungsmittel, bis sie den nördlichen Rand des Dorfes erreicht haben und für einige Tage bei Tania übernachten würden...
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Sonntag 18. Oktober 2015, 20:39, insgesamt 1-mal geändert.
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

Eiskalte, unbehagliche, befremdliche und nahezu schlaflose 4 Tage waren verstrichen. Was dazu geführt hatte, dass der Salberg sich so unwohl gefühlt hatte? Nun, das war ganz einfach in wenige Worte zu fassen: Kein Mocca, keine Arbeit, viel zu viele Zwerge um sich herum und kein Rückzugsort. Ah, nicht zu vergessen dieser schwachsinnige Krieg! Wenn man Zahrak frug, konnte er keine schöneren Worte für dieses Köpfe einschlagen finden. Oder vielmehr wollte er es auch gar nicht erst. Krieg forderte Leben, Lebensmut und Lebensgrundlagen. Ironie des Schicksals, dass die Mutter allen Lebens diesen Krieg zwischen jenen, die für ihre Kinder streiteten auch noch unterstützte. Aber gut, sei's drum. In den späten Nachtstunden des 25. Rabenmondes 258 war er aufgebrochen, um am nächsten Morgen, noch vorm Sonnenaufgang in Kronwalden anzukommen. Eine lange und anstrengede Reise lag hinter ihm. Von Nilzadan aus über den Stollen zwischen Berg und Berchgard, durch Berchgard selbst und quer durch den Wald, gen Kronwalden. Dort war ja noch alles vorbereitet.
Einmal angekommen, ließ er den großen Rucksack, mit eingerollter Decke darauf, Wasserschlauch daran und Gürteltasche um die Hüfte einfach auf den Boden fallen. Seine halb erfrorenen Beine trugen ihn nur noch runter in den Keller, Richtung wärmendem Bad. Nungut, es musste noch vorbereitet werden. Aber die Zeit hatte der Älteste jetzt auch noch. Schließlich musste er schon 4 Tage darauf warten. Als das Wasser schließlich warm in der entsprechenden Vorrichtung dafür war, entledigte er sich seiner dreckigen Kleidung und stieg ein in die warmen Wellen. Sanft plätscherten sie um seinen Körper, während die Temperatur die ersten Atemzüge lang noch brannte, im Versuch die Kälte der Natur aus ihm zu treiben. Dennoch entweichte ihm ein wohliger Seufzer und er ließ sich vollkommen entspannt zurück sinken, nur um dann unterzutauchen, für einen Moment. Die ozeanblauen Augen schlossen sich und der Atem hielt an. Absolute Ruhe! Das aufgeregte Gerede der Familie war verstummt, die hektischen Bewegungen einer nervösen Nichte waren außer Sicht geraten und statt kaltem Unbehagen umgab ihn jetzt warme Geborgenheit. Unweigerlich breitete sich ein ganz leichtes Lächeln auf seinen Zügen. Gesichtszüge, die eigentlich immer nur so von Emotionen lebten und in den letzten Tagen immer mehr einer starren Maske gewichen waren, um das Innere innen zu halten. Der Herbststurm, den Zahrak in sich trug, durfte in Zeiten der internen Gereiztheit nicht auch noch wüten. Er würde alles mitnehmen, was nicht bei Drei auf dem Baum mit den dicksten Wurzeln saß.
Kurz bevor die Atemnot ihn zu Schnappatmungen hätte zwingen können, tauchte er wieder auf und sog die angewärmte Luft ein, ohne jegliche Hektik. Erst nach einem vollendeten Atemzug öffnete er dann die Augen wieder und schaute nur geradeaus auf die tiefgraue, teils rote Kellerwand. Ruhe war ein Segen, wenn man sie begrüßen und genießen konnte. Und mehr wollte er für heute nicht erkennen.


[img]http://i.imgur.com/Z5zvigN.png[/img]
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Mittwoch 25. November 2015, 17:51, insgesamt 1-mal geändert.
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

Der Morgen wirkte grauer als er es war. Nicht nur der Himmel trug diese Farbe. Auch der verdreckte Schnee, die Steine der Häuser, seine Stimmung. Die letzte Nach hätte er lieber zurückgedreht. Zu viel Alkohol, zu ehrliche Worte, der Besuch einer alten Bekannten.. All das wünschte er sich ungeschehen und doch wusste er genau, dass es bei einem Traum bleiben würde. Er hatte sein Versprechen schon längst gebrochen, aber gerade fühlte es sich 10-fach gebrochen an. Dass er sich noch daran erinnerte irgendwann auch mal wieder nach Hause zu gehen, war das Mindeste gewesen. Dann aber betrunken und in absolut mieser Verfassung zum Familienhaus zu gehen, dort wo er seine 10-jährige Nichte befürchten musste, war wirklich nicht der hellste Einfall gewesen. Da hatte er wirklich schon bessere gehabt. So oder so, die Nacht nahm weiter ihren Lauf und zur 10. Stunde des neuen Jahres startete Zahrak ganz langsam von vorne.
Ein extra leichter Kaffee wurde aufgekocht und dafür trank er gleich zwei Tassen, während er sich vorsichtig an einem Laib Brot und etwas Käse probierte. Dann ging er sich waschen, umziehen und machte sich auf den Weg zum nahegelegenen Wald. Dort ließ er sich mit dem Rücken an einem Baum hinunter auf den Hintern rutschen und blickte sinnierend auf das Haus, was sich ihm von dort aus zu erblicken gab.
Linneas Haus.. War es wirklich so hart, wenn man wahrhaftig liebte? Konnten so leichtfertig auf die Schulter genommene Gefühle dermaßen viel Schaden anrichten, wenn sie groß geworden waren? So groß, dass man sie alleine nicht mehr tragen konnte. Berchgard! Pf! Ein gemeinsamer Laden mit Valgar. Statt sich einmal wenigstens zu melden, tat sie offenbar so, als wäre sie noch aktiv da. Für's Reich, für ihre Bekannten, für ihn greifbar.. Ein Scheiß war! Er hatte sie weder zu Gesicht bekommen seit dem, noch von ihr gehört oder nur etwas von ihr gelesen. Es könnte genauso gut sein, dass sie schon längst über alle Berge war, seit Mondläufen tot oder schon einen Neuen hatte. Am besten noch diesen Valgar.. Ja, Tania war immer schon ein netter Zeitvertreib gewesen. Und der Tod ihres gemeinsamen Sohnes, 7 Mondläufe war er nun schon her, hatte sie auf eine Art verbunden, auf die sie durch nichts Anderes hätten jemals verbunden werden können. Aber nie, auch nur eine Sekunde in seinem Leben hatte Zahrak das Gefühl gehabt, er könne die Zuneigung zu ihr nicht mehr alleine tragen. Es war ein Leichtes damit klarzukommen und auch eine Tania schien es nicht all zu schwer zu haben. Linnea aber.. Sie wühlte ihn auf, ohne dass er nur irgend etwas von ihr sah. Er brauchte nur an eine andere Frau denken, über die anstehende Verlobung von Keylon und Adelena nachdenken oder das Nachbarshaus anschauen und schon erblickte er ihr Gesicht vor seinem inneren Auge. Er fühlte eine stechende Leere in seinem Herzen und wäre er nicht so stur, so wusste er, würde er auch noch um die 7 Mondläufe trauern. Nicht, weil sie verschwendet worden waren, sondern weil er da einen vorher nie da gewesenen Teil gelassen hatte, den er schmerzlichst an sich vermisste.
In diesen 7 Mondläufen lagen Motivation, Aufopferung, Sorge, Hingabe, Wandel, Schwächen, Hoffnung und Liebe. Dinge, die er zu großen Teilen nie wieder danach spüren zu können glaubte.
Sicher, Motivation für neue Arbeit, Aufopferung für die Familie, Sorge um seinen Bruder, Hingabe? Wandel? Schwächen.. Die hatte er genug. Hoffnung? Und Liebe..? Nicht wirklich. Wenn er doch wenigstens wüsste, dass es vorbei war und nicht immer nur davon ausgehen musste, dass seine Worte für ein offenes Ende gesorgt hatten. Wenn er wüsste, dass es ihr gut ging und sie glücklich war, so wie es nun ist. Dann wäre es alles bestimmt so viel leichter. ... Dachte sie auch so? Mit diesen Gedanken im Kopf verbrachte er Stunden an diesem Baum und wurde regelrecht eingeschneit von dem stetig anhaltenden Schneefall des Hartungs. Schon wieder ein Jahr um. Das erste hier auf Gerimor. Mit allen erdenklichen Höhen und Tiefen. Er war als Schneidermeister berühmt geworden, hatte seine Rolle als Familienoberhaupt angetreten und verinnerlicht, war Mitglied der wohl mächtigsten Handwerksgilde Gerimors geworden und hatte mehr als nur einen Krieg miterlebt. Alatar Gläubige - die Ketzer seiner Kindheit -, Diener Kra'thors - Schuldige am Untergang seines Heimatdorfes -, Piraten - das Abbild einer alten Freundschaft - und Orks. Er hatte es überlebt. Und bisher auch der Rest seiner Familie. Aber seit der Erkenntnis darüber, dass seine kleine Schwester fehlte, spurlos verschwunden war, da glaubte er nicht mehr daran, dass das Glück so viel Geduld mit einem haben konnte. "Das Glück ist mit den Dummen.", aber so dumm war er nicht.
Irgendwann fielen ihm vor Müdigkeit die Augen zu. Auch nach 7 Stunden Schlaf und so verlor er irgendwann das Gleichgewicht. Mit einem Knirschen und Rascheln landete er seitlinks in der Schneedecke des Bodens und konnte sich bis zum nächsten Abend an nichts Weiteres mehr erinnern. Irgendwer musste ihn gesehen und schnell ins Haus gebracht haben. Denn als er aufwachte, lag er in mehrere Wolldecken eingewickelt im Bett und war von Teegeruch umgeben. Wie war das gleich noch mit den Streiks des Körpers, Lu? Mal sehen, ob er nun daraus lernte. Wahrscheinlich nicht...
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

Es war früher Mittag, als Zahrak aus seinem komatösen Schlaf aufwachte und direkt das Gesicht verzog. Das Zwielicht des Winters brannte im ersten Moment unangenehm in seinen Augen. Mehrfach blinzelte er, ehe er sich dann ganz vorsichtig aufsetzte. Wohlweislich, denn seine Erinnerung täuschte ihn nicht, als sie ihn an den Alkohol der letzten Nacht denken ließ. Wie oft er sich wohl schon in seinem Leben geschworen hatte nie wieder so übermäßig zu trinken? Er wusste es schon gar nicht mehr. Die altbekannten Mittel halfen jedoch auch dieses Mal. So wurde sich langsam bewegt, aber eiskaltes Wasser zum wach werden benutzt. Im Anschluss zog er sich etwas Wärmeres an und stapfte die Treppen runter. Ein Ei briet er sich selbst und würzte es möglichst scharf, ohne es ungenießbar zu machen. Dazu kam fettiger Speck, der einfach mal so lange in der Pfanne gelassen wurde, bis er gewohnt bräunlich aussah. Ohne nachdenken konnte auch er tatsächlich etwas in der Küche zubereiten. Schließlich hatte er es ja mal gelernt, nur vergessen, dass dem so war. Mit einem stark aufgebrühten Mocca setzte er sich sodann an den Esstisch. Amelie war arbeiten, Millie spielen, Estrella im Wald Bäume fällen.. Also sonst keiner da und so genoss er ausnahmsweise mal die erste Mahlzeit des Tages. Im Anschluss spülte er sogar das Geschirr und räumte es in den Schrank zurück. Dann führte ihn sein Weg zielstrebig ins Eigenheim. Aller Alkohol wurde wahllos gegriffen und in eine Kiste gepackt. Diese genommen und rüber zu Keylons Haus gekarrt. Dort in die Küche gestellt und ohne eine Nachricht der Erläuterung stehen gelassen. Im bunten Kessel wurde eine kurze Notiz hinterlassen:
"Schneider fällt heute aus, weil wegen Baum."
Schließlich spazierte er wieder gemütlich zurück nach Kronwalden und legte sich in sein Bett. Immer mal wieder döste er ganz weg, dann entspannte er nur eine Weile und ganz selten begab er sich auf Klo. Erst zum frühen Abend hin in etwa würde man ihn wohl wieder gebrauchen können. Bis dahin hieß es weiter dran glauben, dass der letzte "Kein Alkohol mehr"-Schwur bleiben würde...
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

Tag 1
Zum Abend hin hatten wie befürchtet die ersten Symptome eingesetzt. Der Körper wusste durch den mittlerweile wieder klaren Verstand genau, was ihm bevor stand und so wartete er erst gar nicht lange auf Nachschub. Etwa zur 6. Stunde nach dem Mittagsläuten, gerade als alle für die letzten Stiche an den Kostümen kamen, ereilte den ältesten Salberg ein leichter Schwall von Fieber und die Konzentrationsstärke glich einem Sturzbetrunkenen. Über die Nacht wurden seine Hände und Füße trotz zwei dicker Wolldecken kalt und die Haut um seine Nase herum begann langsam allmälig zu fetten. Das Fieber ging trotz aller Bemühungen mit Kräutertee und viel Ruhe nicht weg. Schlimm genug, dass er sich überhaupt so erniedrigen lassen und selbst ins Bett verdonnern musste. Aber er wusste, dass kein Heiler ihm etwas Anderes geraten hätte, in diesem Fall. Es war schließlich nicht das erste Mal, dass er diese Phase durchlebte. Und auch nicht das erste Mal, dass er es im Alleingang versuchte. Wie oft hatte er seit der letzten Trunkenheit nun schon gesagt: "Kein Wort zum Rest der Familie, aye?" Sicher waren seine Absichten gut gemeint. Doch insgeheim wusste er genau, dass sein tiefstes Inneres dies nur von ihm verlangte, damit er sich nicht noch mehr Scham hingeben musste. Vielleicht verlangte diese Sucht, wo auch immer sie her kam, damit sogar nach seiner Niederlage.
"Ihr Salbergs gewinnt doch auch ein Blickduell mit einem Esel, oder?", war das Letzte, das ihn in der Stimme Cirus in eine weitere, ungezählte Schlafphase begleitete. Zumindest konnte er noch schlafen. Noch! ...
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Montag 18. Januar 2016, 16:35, insgesamt 2-mal geändert.
Zahrak Salberg

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Tag 2
In den frühen Morgenstunden rissen ihn nach kurzer Zeit mal wieder Gedanken aus dem Schlaf. Ein Rückblick auf die letzten 15 Monde?
Ankunft auf Gerimor, Finden der Familie
Beitritt im Handwerkshaus zu Gerimor
Kennenlernen seines 8-jährigen Sohnes, Kampf gegen die Alkoholsucht
Kennenlernen Melina Waldesruhs, Austritt aus dem Handwerkshaus zu Gerimor
Zusammenkommen mit Linnea Kardice, das erste Familienfest nach 13 Jahren
Eröffnung des Handelshaus Allerleis, Verlobung mit Linnea
Tod seines Sohnes, Trennung von Linnea, Auflösung des Haus Allerleis, Neubeginn des Alkoholismus
Beitritt im bunten Kessel
Nathelia und Enndres finden zur Familie
Fluch im Dreierpack - mit einem Fuß im Gefängnis, Wiedertreffen Melinas auf entgegengesetzten Seiten, Näherkommen mit Adelena Bergon, Absetzen des Alkoholismus
gescheiterte Beziehungsversuche mit Adelena
Angriff der Orks
Trennung von Hailey Lynn Drachenfels und Keylon Salberg
keine Kontaktaufnahme zu Linnea möglich, ihr Name auf Valgars Ladenschild
Tode 2 langjähriger Soldatinnen durch den Feind, Neubeginn des Alkoholismus
Kampf Keylons gegen Kheldairon
Schwingensteinbelagerung
kleine Schwester verschollen
Verlobung Keylons und Adelenas

War das Leben außerhalb Gerimors wirklich so langweilig gewesen oder war es das Fieber, das ihn so schweren Atems auf die ganzen Erinnerungen blicken ließ? Er schloss die Augen und versuchte tief durchzuatmen, während er halb aufgerichtet auf dem Bett saß. Um ihn herum war es dämmrig und die ersten Strahlen der Morgensonne kündigten sich förmlich erst zwischen den Baumstämmen und Ästen des nahegelegenen Waldes an. Es war eigentlich noch viel zu früh zum Verlassen des Bettes. Doch die Blase meldete sich auch bereits wieder. Und so wühlte Zahrak sich aus seinen Wolldecken raus, legte seine Jacke über die Schultern und machte sich erstmal daran den alltäglichen Bedürfnissen nachzugehen. Nachdem auch neuer Tee beschafft war, wusch er sich nur kurz und verschwand dann wieder ins Bett. Zu mehr war ihm trotz allen salbergtistisch männlichen Stolz nicht zumute. Er würde das schon irgendwie aussitzen. Auch mit puderrotem Kopf und glühenden Wangen...
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Montag 18. Januar 2016, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

Tag 3
Das nächtliche Gespräch mit Nyome hatte zumindest in den ersten Stunden danach für ein bisschen Schlaf gesorgt. Doch auch, wenn die Albträume diese Nacht ausblieben, rissen den Salberg Fieber, Schüttelfrost und schweißnasse, zittrige Hände um den 4. Glockenschlag des Tages herum aus dem Schlaf. In erster Gewohnheit trieb es ihn unüberlegt in die Küche, wo er sich automatisch in die Nähe von Alkohol begab. Zugegeben war die Verlockung groß. Doch als wache eine höhere Macht über ihn, bildete er sich Geräusche aus dem Zimmer seiner Nichte ein, woraufhin er die Augen schloss, durchatmete und sich abwandte. Erneut oben im Zimmer angekommen suchte er einfache, aber möglichst warme Kleidung heraus. Es dauerte etwas länger und zwischendurch fluchte er über seinen Zustand. Schließlich aber hatte er es geschafft, verließ das Haus und ging in Richtung See. Dort verweilte er gut einen Stundenlauf lang und stierte einfach nur auf die zugefrorene Wasseroberfläche. Zitternd wurden die Hände in den Mantelaschen vergraben und der Kopf in den dicken Schal runtergezogen. Die glasig blauen Augen mit roten Rändern und dunklen Schatten unter sich blinzelten so lange kaum, bis sie fast zufielen und Zahrak dazu brachten wieder heimzukehren. Wenige Augenblicke später hatte er sich wieder von der Winterkleidung getrennt und schnell unter Wolldecken geflüchtet. Jene waren ihm in den letzten Tagen zu einem treuen Begleiter geworden.
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Mittwoch 20. Januar 2016, 14:47, insgesamt 1-mal geändert.
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