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Verfasst: Mittwoch 20. August 2014, 16:05
von Gast
Sein allerorten als besonders tyrannisch bekanntes Eheweib hatte ihn in den Wald geschickt, Brombeeren und Heidelbeeren zu sammeln. Nur die köstlichsten aller Waldfrüchte durften in den heimischen Kompott. Er stiefelte an den Kadavern einer jüngst begangenen Schatzjagd vorbei - Drachen, Vielaugen und Zyklopen lagen platt am Boden, als wären sie vom Himmel geregnet - und bahnte sich den Weg in den Wald, stets auf der Hut vor Räubern und Banditen, die ihm die köstlichen Früchte streitig machen wollten. Wie er sich so den Weg durch Geäst und Gestrüpp bahnte, stolperte er plötzlich über ein Hindernis, das sich im hohen Farn versteckt hielt. All die kostbaren, für die beste Ehefrau von allen gesammelten Früchte flogen in hohem Bogen durch die Luft und er landete bäuchlings im Gebüsch (beziehungsweise landete das Gebüsch glücklos unter ihm).

Brummig drehte er sich auf den Rücken, einen kümmerlichen Rest von Gebüsch freigebend, das hilfesuchend nach Atem rang, und bereitete sich darauf vor, dem gewitzten Hindernis, sei es Wurzel oder Baumstumpf, einen gepflegten Tritt zu verabreichen. Doch dann hielt er verdutzt inne, denn zwischen den Farnen blitzte es seltsam golden. Schwer schnaufend rappelte er sich vom Boden auf und schob die Blätter beiseite ... und staune nicht schlecht. Was ihn zu Fall gebracht hatte war keine Wurzel, kein Stumpf, auch kein Fels und kein Findling, sondern... sondern.... eine goldene Sau! Wahrhaftig, eine aus Gold gegossene Sau!

Er hatte ja schon von Goldtöpfen gehört, die von gewitzten Kobolden am Ende von Regenbögen vergraben wurden. Aber von goldenen Sauen hatte er noch nicht gelesen. Wo die Statue wohl herkommen mochte? Vielleicht irgendein Sauenkult? Aber davon war ihm nichts bekannt, der Professor Karlmann war auch schon länger nicht in der Gegend gesehen worden. Überhaupt erklärte das ja nicht, wieso die goldene Sau einfach so im Wald herumlag. Wer verlor schon einfach so eine zentnerschwere goldene Sau. Vielleicht lag auch ein böser Zauber darauf, eine alte Wurzelhexe hatte einen besonders gierigen Mann zu einer goldenen Sau gezaubert? Vielleicht war es der Herr Zecher. Skeptisch nahm er eine Blaubeere vom Boden auf und warf sie der Sau an die Schnüss.... aber nichts passierte. Die Sau anzufassen traute er sich nicht, sonst würde er sicher einen Lebtag daran festkleben. Ob man eine goldene Schweinshaxe mit nach Hause würde nehmen können, oder wenigstens einen Fuß oder ein Schweinsöhrchen?

Während er so vor sich hin grübelte, ob ihn der Sauenfund reicher werden ließe als der Krösus Thancred, hörte er plötzlich Hufgetrappel in der Nähe. Ohne lang zu überlegen schnappte er seinen Stock und das Beerenkörbchen und machte sich durch das Gebüsch davon, die goldene Sau erstmal eine Sau sein lassend. Er hatte ja schon genug lebendige Ferkel auf dem Hof, da musste nicht noch eine Goldsau dazu. Wer wusste schon, was sich hier für Gestalten herumtrieben. Sicher war da irgendeine Zauberei im Spiel. Seltsam war es schon... eine goldene Sau.... sapperlot.

Verfasst: Donnerstag 21. August 2014, 00:02
von Gast
Eingeschlossen mit der goldenen Ziege....na toll.....

Das sie gerade jetzt auch noch gehört hatte das es vielleicht tatsächlich Ansteckend ist, macht all das nicht gerade einfacher. Aber sie hatte ihre Aufgabe und die war es sich um das Vieh zu kümmern, ihr Blut abzunehmen und Haare zu rupfen damit die Untersuchung durchgeführt werden konnte. Noch immer raffte das Vieh vor sich hin und es wirkte nicht so als würde es nur ansatzweise eine Besserung herbeiführen, aber auch eine direkte Verschlechterung konnte sie persönlich mit bloßem Auge nicht sehen, zumindest nicht jetzt.
Außerdem, wenn es wirklich ansteckend wäre....dann würde doch wohl auch sie sich angesteckt haben!?
Vielleicht war es ein Fluch wie Althan behauptete?!
Wieder waren es tausend Fragen die ihr noch bis in die Nacht im Kopf herumschwirrten.

Verfasst: Donnerstag 21. August 2014, 10:30
von Shyra Dynar
Ich traute meine Augen nicht, als ich am Wegesrand mit Lao unterwegs war. Grauenvolle, elende, dem Tod nahende Schreie eines Tieres, vernahm ich noch dazu und bemerkte einen Hirsch, der röchelnd sein Leben aushauchte. In der nähe ein Reh, ebenso dem Tode geweiht, qualvolle Schreie von sich gebend.
Mit fassungslosem Blick schaute ich zu Lao und meinte nur entsetzt leise
"Bitte Schatz erlöse sie von ihrem Elend, ich kann das nicht mit ansehen"

Schnell zog er seinen Bogen und machte diesem Grauen ein Ende. Was war das nur, fragte ich mich immer wieder, wer macht sowas nur.
"Wir müssen herausfinden wer so etwas tut, ich werde nicht eher ruhen bis derjenige der dies tut zur Strecke gebracht ist"

Irgendwie seltsam war es, am späten Abend kam ein Händler ins Kontor, er verkaufte Schnittmuster für Kleidung und da fiel es ihr schon auf, er verlangte keine Münzen, nein er war ganz versessen darauf an Goldbarren zu gelangen. Die Gier wenn er sie an sich nahm war erschreckend und er Blick dem eines Irren, wenn er sie in Händen hielt. All das erzählte sie auch Lao, dem es nicht aufgefallen war, aber sie als Frau beobachtete die Kerle ganz genau und wenn es nur darum ging den Preis herunter zu handeln, was ihr auch gelang...

"Den Kerl müssen wir im Auge behalten Lao, der hat was zu verbergen, sieh dir mal seine Augen an, wenn er das Gold annimmt"

Lao schien nichts dergleichen bemerkt zu haben, mir jedoch war es furchteinflössend.

Verfasst: Samstag 23. August 2014, 20:53
von Hrorin
"HA!!! Jetzt hab ich ausgesorgt!", dachte sich der Zwerg Hrorin auf seinem Weg durch den Wald.
Dort hatte er einen ganz und gar zu Gold erstarrten Hirsch gesichtet und sorgfältig versteckt. Nun holte er seinen Steinbeißer Stainaz hervor und einen Karren und genug Stoff um das Goldtier zu verdecken.


Solchergestalt karrte er es vorsichtig und klammheimlich nach Nilzadan.
Er würde es im Keller einschmelzen und zu Goldbarren verarbeiten, die er wiederum von den heiligen Priestern der Bauhütte gegen Goldmünzen tauschen können würde.

Voller Freude rieb er sich die Hände.
"Heißa, so etwas könnte gerne öfter passieren! Dank dir Cirmias, gütiger Bewahrer der Esse!"
Und er richtete ein langes Dankesgebet an seinen Gott und bracht ihm viele Edelsteine am Hausaltar dar. Denn solches Glück ist selbst für Zwerge wahrhaft selten.

Verfasst: Samstag 23. August 2014, 23:53
von Althan Vylen
*Eine gesiegelte Abschrift ergeht an den Maestro, dem Orden, dem Konvent, der Garde und dem Rat der Altruisten...*

"Adaven und des Herrn Segen mit euch, [jeweilige Anrede]

Hiermit sende ich euch die Forschungsergebnisse des Konventes, welche wir
bisher für den Orden und den Rat der Altruisten zusammen tragen konnten.
Es fand eine Zusammenarbeit mit der Garde statt, als Vertreter waren
Landsknecht Allturius und Trabant Bruchsteig zu späterer Stunde zugegen.
Die Forschungsergebnisse wurden von einem Anwärter des Konventes Herrn
Eyon Tinet in meinem Auftrage niedergeschrieben.

gez. Magister Althan
[url=http://postimage.org/][img]http://s11.postimg.org/xb3ei6p33/siegelarkorither.png[/img][/url]



„Die angegoldete Ziege (zusammengefasst von Eyon Tinet, Anwärter des Konvent des Wissens)

21. Ashatar 257

Anwesende:

Katharina Vylen
Naryella
MagisterAlthan
Catula Rilytia
Kama Deares
Eyon Tinet
Serafina Simaion
Hannah (Kein Konventsmitglied, aber eine Verbündete)

Später:

Trabant KorlayBruchsteig
Landsknecht Allturius Mandors (Mitglied der Academia Arcana)




Die Mitglieder des Konventes kamen zusammen, um am dritten Tag in Folge Untersuchungen an der gefangenen angegoldeten Ziege, durchzuführen. Zum Anfang des Treffens berichtete Catula Rilytia über ein Ereignis, das sich zwei Tage zuvor mit einer ebenfalls von Gold überzogenen Dame ereignet hatte. Dazu folgt im Anhang ein Ausschnitt aus dem Gardebericht.

Als es daran ging die Ziege in den Raum zu führen (es handelte sich hierbei um das Laboratorium im Kellergewölbe des Konventes), um die Untersuchung durchzuführen, gebar sie ein letztes Mal auf und stürmte durch den Raum und kam zuletzt vor dem Gittertor zum Stehen. Wir waren uns einig, dass dies wohl Panik war, ausgelöst zweifellos von dem bevorstehenden Tod.
Die Ziege wurde zunächst äußerlich untersucht, wobei festgestellt wurde, dass Fell sowohl auch die Haut deutlich an goldener Farbe zugenommen hatte. Ganz im Gegensatz zu dem zuvor entnommen Blut-, Gewebe und Fellproben die Tage zuvor.
Nach einer Untersuchung auf Liedebene durch Magister Althan wurde dann auch klar, dass auch hier der Verwandlungsprozess deutlich fortgeschritten war und die Ziege ihrem Tode rasch entgegeneilte.
Da die Ziege nunmehr bloß noch vor sich hin röchelte, wurde auf Anregung von Katharina Vylen die Entscheidung getroffen, ihrem Leben mit einem Genickbruch ein Ende zu setzen, was dann auch zeitnah durchgeführt wurde.
Während ihres Ablebens beobachtete Magister Althan weiter das Klanggefüge und stellte dabei, eine weitere, chaotische und nicht erklärbare Präsenz fest, die jedoch beim Tod der Ziege sofort verschwand.
Die Vermutung zu dieser Zeit war, dass es sich um etwas wie einen Dämon handeln müsse, da ein sehr hohes Maß an Macht für eine solche Veränderung im Klanggefüge notwendig wäre.
Nach dem Tod der Ziege, war sowohl äußerlich als auch im Lied nur noch reines Gold zu finden. Die Form einer Ziege wurde beibehalten.

Zu diesem Zeitpunkt stießen nun zwei Reichsgardisten dazu, Trabant Bruchsteig und Landsknecht Mandros. Man einigte sich auf einen Austausch an gesammelten Informationen. Im Verlauf daran wurde der Gardebericht vom 19. Ashatar übergeben.
Jener Bericht nennt den Vorfall einer jungen Dame, die mit goldenen Händen und Haaren die heilige Stadt betreten hatte und dort von mehreren Gardisten zu ihrem Zustand befragt wurde. Ergebnisse waren unter anderem, dass sie zusammen mit vielen Gleichgesinnten an einem unterirdischen Ort lebt. Er wird von einem Unbekannten und jenem Marshal geleitet. Jener Unbekannte giert nach Gold und das so sehr, dass es ihm möglich ist ein Wesen mit einem Parasiten zu infizieren, der dieses Wesen dann in Gold verwandelt. Es breitet sich über die Blutbahn aus. Bei dieser Dame wurde der Versuch unternommen mit Hilfe von zwei Magistern, einem Pentakel und mit der heilenden Hilfe von Catula Rilytia diesen Parasiten zu entfernen. Bei diesem Versuch sprang ein Lethar in die Mitte des Pentakels, wie Catula Rilytia berichtete und enthauptete die Frau, die bevor sie niedergestreckt wurde noch den Namen 'Sirahl' ausrief. Der Parasit war auf den Letharen übergegangen, denn es wurde nicht nur äußerlich sichtbar es war auch im Lied festzustellen.
Der Lethar konnte von dem Parasiten befreit werden, was auf wohl auf die noch nicht komplett vollzogene Einnistung zurückzuführen war. Herkunft der Frau – unbekannt.

Nach weiteren Überlegungen wurde die goldene Ziege in die Bank Rahals gebracht, um sie dort sicher zu verwahren und dann zu überlegen wie man demjenigen eine Falle stellen kann.“



22. Ashatar 257

Niedergeschrieben von Magister Althan

„Am Morgen war die Ziege verschwunden, man vermutete dass jener Dämon sie sich geholt hatte über Nacht. Daraufhin informierte ich die Garde und man sammelte sich gerade für einen Erkundungsritt, als erneut eine Frau mit goldenen Haaren und Händen zu uns trat. Das Spiel wiederholte sich man redete mit ihr und sie wollte uns, nachdem sie stabilisiert worden war, zum Unterschlupf jenes Dämons führen, der sich Sirhal nannte. Die Garde informierte die Bürger und die Letharen, die Anwesenden des Ordens Elegida Taruval, Bruder Corvus und meine Person folgten.
So kämpften wir uns durch die unterirdischen Gewölbe Varunas auf der Suche nach jenem Dämon. Die Gewölbe in denen wir uns bewegten waren interessant und bargen noch viele Rätzel. Schlussendlich trafen wir auf den Dämon, der uns eine Schar von Höllenhunden und anderes Getier entgegenwarf. Auch die goldene Ziege fanden wir wieder, die noch bevor sie in der Lava versenkt werden konnte vom Dämon verschlungen wurde. Schlussendlich floh der Dämon aus dem Kampf und nachdem wir seine Armee niedergerungen hatten machten wir uns auf den Rückweg nach Rahal... wir wussten es war noch nicht vorbei.
Ich würde den Orden und den Rat den Bericht zusenden und informieren.“

23. Ashatar

Niedergeschrieben von Magister Althan

„Frau Kiara Thanel kam in die Bibliothek Grenzwarths, um mich zu unterrichten, dass sie sieben goldene Tierleichen gezählt habe. Der Fortschritt der Verwandlung sei auch bei den Anderen weit fortgeschritten. Ich vermute der Golddämon Sirhal wird bald reiche Ernte einfahren können und ich hoffe er gewinnt durch diese 'Nahrung' nicht an Stärke, doch ich vermute es.
Ich versicherte Frau Thanel, dass die Garde, der Rat, das Konvent, der Orden informiert und ich mich weiter um sie kümmern würde und sie informiere.“

Verfasst: Sonntag 24. August 2014, 11:06
von Gast
„Beilt... rettn ... adere...“

Die letzten mühsamen Worte eines Sterbenden, der an diesem Abend seine letzte Kraft und den letzten Mut zusammen genommen hatte, trotz allem eigenen Widerstreben, noch einmal zum Ort seines Entkommens zurück zu kehren, in der Hoffnung andere könnten noch gerettet werden.
Zum Händchen halten war ich nicht geschaffen, konnte nur dabei stehen, statt beizustehen. Ich betrachtete die sitzende goldene Statue neben mir und konnte mich eines tiefen Seufzers nicht erwehren.
Entgegen dem güldenen Fräulein in Berchgard, war Gerdan zumindest nicht unmittelbar neben mir weggestochen worden. Letztendlich geholfen hatte ihm das aber auch nicht. Auch aus ihm war jedwedes Leben gewichen.
Ich nahm mir vor dem nächsten, der mir mit einer Goldschicht begegnen würde, die Wahl zu lassen zwischen sterben und sterben. Das Berchgarder Goldmariechen verlor nach dem Attentat, bis auf wenige wohl zu weit fortgeschrittene Körperpartien, wie die Finger, ihre Goldschicht wieder und konnte so zumindest als Mensch, statt als Goldklumpen zur Ruhe gebettet werden. Sollten sie selbst wählen dürfen zwischen dem einen oder anderen Tod.


„Beilt... rettn ... adere...“

Ein tiefes Durchatmen ehe ich anmerkte, dass Herr Gerdan hier wohl warten wird.
„Wir holen ihn auf dem Heimweg,“ erhielt ich zur Antwort, ehe ich ebenso die Stufen nach unten ging, um mich dem restlichen Trupp wieder anzuschließen.


Es wurde ein langer Abend, getrieben von der Suche nach Antworten und Lösungen, getragen von Kämpfen, ein paar Verführungen, und noch mehr Kämpfen. Wir wateten durch Blut und Körperteile und kurz rang ich mit der Sorge das ganze Blut könnte irgendwie meine Sinne vernebeln, aber die Beigaben dieser blutigen Suppe hielten mich in der Wirklichkeit. Es war einfach nur eine widerliche und ekelhafte Sauerei, nichts um darin zu schwelgen.
Und dann fanden wir uns in einer großen goldenen Kammer wieder, wo wir uns letztendlich einem geiferndem und höhnendem dämonischen Wesen gegenüber sahen. Sirhal...
Der Kampf war lang, ermüdend und wie wir uns wohl eingestehen müssen, ergebnislos. Sirhal verschwand, hatte sich kaum selbst dazu herabgelassen in den Kampf einzugreifen, hatte seine Dienerschaft überwiegend für sich kämpfen lassen und verschwand irgendwann lachend und spottend. Das war wohl kaum als Sieg zu verbuchen, vor allem nachdem die Geräusche hinter uns eindeutig davon zeugten, dass wir in Kürze vom Rückweg abgeschnitten und eingeschlossen sein würden. Also traten wir den Rückzug an und fanden nach einem kurzen Marsch durch die Reisesphäre wieder vor Varuna zusammen.


„Beilt... rettn ... adere...“

Als zur Heimkehr gerufen wurde, erlaubte ich mir zumindest noch die Frage was mit Gerdan sei.
„Wir holen ihn ein andermal. Als Statue wird er kaum weglaufen.“
Auf dem Heimweg holen … ein andermal holen … vermutlich endete es in einem irgendwann ... oder nie. Und ehe ich mich versah war der Trupp versprengt, stand ich allein.
Das Ende des Passes erreicht, überlegte ich kurz den direkten Weg zur Bibliothek einzuschlagen, aber ich hatte noch den Schild bei mir, den das Regiment Gerdan zum Schutz mitgegeben hatte. Also doch noch ein kurzer Abstecher nach Adoran, nur den Schild abgeliefert, und dann heim.
Ich fand mich im Zwiespalt mit meiner Wut, die mich einerseits wütend machte, und andererseits doch wohlwollend durchströmte, wie etwas lang vermisstes.


„Beilt... rettn ... adere...“

Und wen hatten wir an diesem Abend nun gerettet? Niemanden ...außer uns selbst.

Verfasst: Sonntag 24. August 2014, 16:17
von Gast
Alleine war er aufgebrochen, um ein Wort einzuhalten, dass er gegeben hatte.
Es war kein großer Dienst, keine Heldentat und sicher nichts, an das sich kommende Generationen erinnern würden.
Aber es war ein Abschluss, eine Sache, die erledigt werden musste, ein Dienst, den sich ein braver Mann verdient hatte, wenn schon nicht mehr.


Irgendwo in Varuna sieht man am Tag nach dem Kampf ein Zweigespann durch die Ruinen marschieren. Ziestrebig bewegen sie sich, wissen offenbar genau, wohin.
An ihrem Ziel angekommen machen sie sich daran, den armen Mann zu bergen. Eine zusammen gesunkene Gestalt, scheinbar ermattet, und hier zum Rasten nieder gegangen, um sich nie wieder zu erheben und zu Gold zu werden. Eine makabere Erinnerung daran, wie leicht das Leben ausgelöscht werden konnte.

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Mühsam machen sie sich auf den Heimweg, über Stock und Stein, tragen sie den Mann aus Gold. Schweiss fliesst, gerötete Gesichter, das Schnauben eines müden Pferdes.

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Aber irgendwann ist es getan und der Mann zuhaus. Zumindest an einem Ort, der sein Zuhause hätte sein können. Einem Ort, wo man ihn zur letzten Ruhe betten würde, falls notwendig.

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Dann löst sich die Gruppe auf. Zurück bleibt der Ritter, ohne schlechtes Gewissen, aber mit einem Gefühl von Erleichterung. Den Goldmann hatte er kaum gekannt und konnte seinen Tod daher auch kaum bedauern.
Aber dennoch konnte er ein kurzes Gebet für ihn sprechen und für seinen Mut danken, den ein so einfacher Mann doch noch in sich gefunden hatte.

Verfasst: Montag 25. August 2014, 16:20
von Gast
25. Ashatar 257

"Die Hoffnung stirbt zuletzt", pflegen die Stadtmenschen zu sagen, wenn alles aussichtslos erscheint. Für mich kam die Zeit, an diesem Spruch festzuhalten; zumal der Dämon, für die vergoldeten Tiere verantwortlich, nicht bezwungen werden konnte. Sirhal floh und hinterließ ein Gefühl der Leere zurück. Sicherlich: Man konnte die Mühen schönreden, das Offensichtliche war jedoch nicht zu verschleiern: Immer noch lagen Tiere aus Gold in den Wäldern herum, nach wie vor hatte man die Gewissheit nicht, dass der Albtraum vorbei sei. Was bringt es, anfängliche Disziplin zu zeigen, wenn man nach zwei oder drei Tagen in den quälenden Alltagstrott zurückfällt? Ich war nie der Mensch, der sich für kleine Fortschritte selbst auf die Schulter klopfen und loben konnte; ich wollte Ergebnisse sehen. "Sei vorsichtig mit rahalischem Denken", hörte ich eine vorwurfsvolle Stimme in meinem Kopf hallen, aber so sah aktuell die Realität aus. Aller Mühen zum Trotz, dass sich die tapfere Kampftruppe durch die erstaunlich sauber wirkenden Hallen dieses unterirdischen Kultisten-Verstecks kämpfen konnte, - das Resultat erschien unverändert.

Verfasst: Montag 25. August 2014, 16:59
von Shyra Dynar
Nie im Leben hätte sie gedacht auch nur ansatzweise, das ihnen gelingen würde, die Ursache für die elend sterbenden Tiere, die sich langsam zu Goldstatuen verwandelten, zu finden. Aber gemeinsam hatten sie alle Monster besiegt. Was ihr etwas Sorgen bereitete war, das Sirhal davon gekommen war, war das nun das Ende des Elends oder erst der Anfang....

Verfasst: Dienstag 26. August 2014, 16:29
von Der Erzähler
Ein leises Schnüffeln war zu vernehmen, ehe die Realität mit einem berstenden Knirschen aufbrach und sich ein Riss auftat. Die roten Klauen griffen heraus und legten sich um die Ziege. Deren Klang war schon längst vergangen und hatte sich zu reinem Gold gewandelt, die Augen blickten starr und leer ins Nichts. Gierig bohrten sich die Nägel des Dämons in das Gold und zerrten es in die Zwischenwelt, wo das Dunkle die Gestalten umfing.
Nach und nach schwanden in den folgenden Tagen die goldenen Statuen der Tiere aus den Wäldern und auch von allen verborgenen Orten spurlos.


Still und lautlos hing Sirhal an einer der Gewölbedecken und beobachtete seine Anhängerschaft in den Hallen wie sie nun wieder strebsam an der Gewinnung des Goldes arbeitete. Es war ihm nicht begreiflich warum diese Menschen so schnell dem Wahnsinn anheimfielen. Was bedeutete es schon das Leben für ein höheres Ziel zu opfern? Er hatte ihnen Werkzeuge in die Hand gegeben, die sie in ihren vorherigen nutzlosen Leben nicht einmal hätten ermessen können. Als er dem Marshall einen Teil seiner tiefen Vorhabe offenbart hatte, war er völlig durchgedreht. Offenbar war der menschliche Geist sehr viel kleiner und zerbrechlicher als er angenommen hatte – ein Fehler, der ihn teuer zu stehen gekommen war.
Die Flucht einiger Kultisten hatte verhindert, dass er ihre fortschreitende Vergoldung rückgängig hatte machen können und sie wieder als treue Anhänger in seiner Gemeinschaft hätte versammeln können wie es bei allen anderen der Fall gewesen war. Schlimmer jedoch als der Verlust der Arbeitskräfte wog, dass diese nutzlosen Menschen ihr Geheimnis verraten hatten. Mehr noch, sie hatten die Reiche auf sie aufmerksam gemacht und zu den Hallen geführt. Zwar waren deren Angriffe nicht verheerend gewesen, doch Sirhal war sich sehr bewusst, dass sie fortan immer und immer wieder versuchen würden die Gemeinschaft zu verjagen und ihn selbst zur Strecke zu bringen.
Nun, sollten sie eben kommen, diese schwachen, so begrenzten Menschlein, und versuchen ihm das abzutrotzen, was er erbaut hatte! Ein vorfreudiges Zittern erfasste ihn. Große Mäuler hatten sie bei ihren ersten Besuchen schon bewiesen, er war gespannt ob sie überhaupt die Kraft hatten den Worten Taten folgen zu lassen. Er zweifelte daran…

Dennoch würde das Wissen um das Goldgrab alles Fortkommen erschweren und die Arbeiten verlangsamen. Er würde hungern müssen, er würde sich sehr zurückhalten müssen. Wütend riss er ein Stück des Gewölbes heraus und ließ es nach unten in die Hallen krachen, wo einige seiner Anhängerschaft erschreckt zur Seite sprangen und bange Blicke miteinander tauschten, ehe sie sich wieder ihrer Arbeit zuwandten.
Einzig die Tatsache, dass all jene Verräter nun tot waren, bereitete ihm eine gewisse Befriedigung. Eine war aus einem ihm unbekannten Grund bereits am Abend der Flucht umgekommen, zwei hatte der Attentäter erwischt und die letzten beiden, die schlimmsten von allen, hatten den Fehler begangen auf sein Terrain zurückzukehren. Gerdan und Fennja waren zu schimmernden Statuen geworden, die Qual zeichnete sich auf ihren Gesichtern ab und Sirhal beschloss sie nicht zu verspeisen. Er würde sie jeden Tag mit Genugtuung betrachten und sie würden zudem die anderen der Gemeinschaft daran erinnern, was im Goldgrab mit Verrätern geschah.


Er würde sich für einige Zeit zurückhalten bis die Aufregung um die vergangenen Ereignisse sich gelegt hatte. Er würde beobachten. Nur eines stand für ihn unumstößlich fest: Das Goldgrab gehörte ihm, ihm allein. Mochten die Menschlein ihre stärksten magischen Kräfte und ihre schärfsten Schwerter gegen ihn erheben…

            • Das Goldgrab gehörte ihm.
    • [img]http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sirhalk39yebvm2x.jpg[/img]

Verfasst: Samstag 30. August 2014, 14:21
von Althan Vylen
Wie ihn die Erforschung dieses Grabes doch in den Fingern juckte, allein der Gedanke was man dort an Büchern finden konnte. Er hatte die Bibliotheken dort drinnen gesehen und es zog ihn wie magisch immer wieder an. So kämpfte er sich allein jeden Tag so weit vor wie er es wagen konnte und durchforstete die Gänge, Kerker und Gewölbe auf der Suche nach... verschollenem Wissen.
Gut, diesem Dämon wollte er auch noch in den Sack treten, doch er war realistisch, allein konnte er ihn nicht besiegen. Ob Sirhal wusste, dass er dort war und ihn beobachtete?