Verfasst: Mittwoch 26. August 2015, 22:23
Ashatar 1648
Obwohl nominell in den besten Jahren eines Langbartes, fühlte sich Hrorin dieser Tage als wäre er schon über 300 Jahre alt. Er war matt geworden von den vielen Anstrengungen über die Jahre hinweg und irgendwie war ihm das Leben in der Hauptstadt immer mehr über den Bart hinausgewachsen.
Das Amt des Kal Dar hatte er vor Monaten endlich abgeben dürfen, nachdem der Kal Khazad Gnade walten ließ und Hrorin nach Wirken der Hohepriesterin des Cirmias nur durch die Dâgobax-Sümpfe getrieben hatte.
Fast einen Monat hatte die Quälerei gedauert. Der kleine Gnom, den Hrorin dabei auf seinem Rücken mitschleppen musste machte die Situation auch nicht besser. Oft stellte er dem Zwergen seltsame, scheinbar widersinnige Fragen, die Hrorin immer wieder vor Rätsel stellten und ihn zwangen sich mit der Natur des Mithrill, dem Cirmiasauftrag und der eigenen Rolle in der Graik auseinanderzusetzen.
Er stellte Hrorin wieder und wieder auf die Probe, gab ihm schier unlösbare Aufgaben und Rätsel auf, die ihn das rechte Maß erfahren ließen.
[img]http://images1.laweekly.com/imager/dagobah-jedi-frog-habitat-yodas-housegue/u/original/2436676/yodahut.jpg[/img]
Und am Ende stand für den Langbart fest: Er würde das Amt niederlegen. Und das tat er auch.
In den folgenden Monaten wandelte sich der Lebensstil des Kal Dar a.D. weiter zur Einfachheit hin. Vor allem das Hüten und Versorgen der Tiere auf der Frostklamm wurde zu seiner Aufgabe. Jahrelang kümmerte er sich um Wühlschweine, Bergziegen, Schneehühner, Erdwühler... kurzum alles was in der heimischen Tierwelt kroch und floch. Das Leben Hrorins wandelte sich und Cirmias wies ihm den Weg in die neue Cohors VIII Bic'kel-man, die formiert wurde als ein junger Mykologe mit seinem Leibwächter gewaltsam und eigenmächtig die Cohors VI spaltete und neue, eigenartige Brauchtümer und Aufgaben formulierte und verlangte, die bis dato nichts mit dem Sinn und Zweck der Cohors zu tun gehabt hatten. Auch Hrorin wandte sich angewidert von der alten Kompanie ab und folgte dem Gros der Ipmanz in die neue Cohors VIII Bic'kel-Man, die sich vor allem durch ihre Einfachheit und ihre traditionalistische Haltung auszeichnete. In den Tiefen des Reichs wurden nun überall die Tätigkeiten vorangetrieben, bestimmt durch die Wahrsagungen des Schicksalswürfels Bik'kel, allenortes quittiert durch das Errichten großartiger Cirmiashügel als Lagerstätte und Vorposten der Cohors, Zeichen zwergischer Cirmiasverehrung in Anlehnung an den großen Götterberg.
Und dennoch: Hrorin war von einer inneren Müdigkeit befallen. Er fühlte sich alt und schlaff und an manchen Tagen konnte er sich kaum zum Tagwerk durchringen. Mehr als 100 Jahre hatte er nun bei den Zwergen erlebt und er hatte oft das Gefühl als würde sich die Geschichte immer wieder im Kreise drehen. Es war immer wieder das gleiche. Die gleichen Themen, die gleichen alten Streite, immer die selbe alte Leier. Viele der letzten Monate waren für ihn von Enttäuschungen und harter Arbeit geprägt gewesen. Er sprach dieser Tage nur mehr selten mit anderen Zwergen oder gar Langbeinern und seltsamerweise war er damit auch recht zufrieden. Seine Wachgänge wurden seltener, denn es drangen nun zum Glück die jüngeren nach. Auch einige altgediente Sturköpfe waren derzeit wieder zu Gast in der Hauptstadt. Cirmias allein weiß für wie lange. Hrorin war es mittlerweile alles ziemlich egal geworden. Es kümmerte ihn einfach nicht mehr richtig und die Ereignisse jener Zeit gingen zum großen Teil recht spurlos an dem Zwergen vorbei.
Bestenfalls die Steinbeißer seiner Zucht versorgte er noch, oder er ging Holz hacken. Unermüdlich sammelte er Scheit um Scheit. Später würde er irgendwann einmal das Bognern damit meistern vielleicht. Mal wieder. Abends saß er jetzt oft brütend über den alten Werkzeugen, mit denen er als Kurzbart bereits meisterliche Arbeiten verbracht hatte. Diese Zeiten waren jetzt weit entfernt für ihn und er fragte sich wohin das ganze Wissen nur gekommen sei. Ob er das Feinschmieden wohl noch einmal aufnehmen sollte? Es schien ihm alles so schwer und träge von der Hand zu gehen seit er den Weg des Steinskalden eingeschlagen hatte. Ob es wohl die richtige Entscheidung gewesen war? Außer von den Elfen wurden seine Dienste eh nicht in Anspruch genommen. Und selbst den Elfen hatte er in den letzten Wochen nur wieder abgesagt. Etwas hatte sich geändert. Er hatte keine Lust mehr irgendjemanden zu sehen. Er war jetzt in "diesem Alter", in dem viele Zwerge so etwas wie eine Lebenskrise haben. Dieses Alter über 120, wo viele Zwerge in etwa die Hälfte ihrer Lebenserwartung erreicht haben und sich seltsam grüblerisch Gedanken über das machen was hinter ihnen liegt und was noch kommen mag.
Vielleicht war es ja einfach nur das.
Er klopfte die alte, cirmiasblaue Pfeife aus. Der Kal Khazad hatte sie ihm bei ihrem ersten Treffen geschenkt und Hrorin hatte sie seither stets gut aufbewahrt. Der Blick schweifte umher, durch den mit Gerümpel gefüllten, neblig-feuchten Innenraum des Graufelser Haufe, den er einst selbst aufgeschüttet hatte. Ein großer Hügel, manche würden sagen: Ein kleiner Berg, aus Geröll und Schutt und Erzen, festgebacken durch Teer und Eisen. Ein unglaublich windschiefes Eigenheim. Müde schaute der Zwerg auf die große Landkarte mit den Stollen und Tunneln des Zwergengrßreichs Kalurien. Ja, es gab noch so viele andere schöne Orte im Zwergenreich. Nilzadan war buchstäblich nur die Spitze des Eisberges.
Obwohl nominell in den besten Jahren eines Langbartes, fühlte sich Hrorin dieser Tage als wäre er schon über 300 Jahre alt. Er war matt geworden von den vielen Anstrengungen über die Jahre hinweg und irgendwie war ihm das Leben in der Hauptstadt immer mehr über den Bart hinausgewachsen.
Das Amt des Kal Dar hatte er vor Monaten endlich abgeben dürfen, nachdem der Kal Khazad Gnade walten ließ und Hrorin nach Wirken der Hohepriesterin des Cirmias nur durch die Dâgobax-Sümpfe getrieben hatte.
Fast einen Monat hatte die Quälerei gedauert. Der kleine Gnom, den Hrorin dabei auf seinem Rücken mitschleppen musste machte die Situation auch nicht besser. Oft stellte er dem Zwergen seltsame, scheinbar widersinnige Fragen, die Hrorin immer wieder vor Rätsel stellten und ihn zwangen sich mit der Natur des Mithrill, dem Cirmiasauftrag und der eigenen Rolle in der Graik auseinanderzusetzen.
Er stellte Hrorin wieder und wieder auf die Probe, gab ihm schier unlösbare Aufgaben und Rätsel auf, die ihn das rechte Maß erfahren ließen.
[img]http://images1.laweekly.com/imager/dagobah-jedi-frog-habitat-yodas-housegue/u/original/2436676/yodahut.jpg[/img]
Und am Ende stand für den Langbart fest: Er würde das Amt niederlegen. Und das tat er auch.
In den folgenden Monaten wandelte sich der Lebensstil des Kal Dar a.D. weiter zur Einfachheit hin. Vor allem das Hüten und Versorgen der Tiere auf der Frostklamm wurde zu seiner Aufgabe. Jahrelang kümmerte er sich um Wühlschweine, Bergziegen, Schneehühner, Erdwühler... kurzum alles was in der heimischen Tierwelt kroch und floch. Das Leben Hrorins wandelte sich und Cirmias wies ihm den Weg in die neue Cohors VIII Bic'kel-man, die formiert wurde als ein junger Mykologe mit seinem Leibwächter gewaltsam und eigenmächtig die Cohors VI spaltete und neue, eigenartige Brauchtümer und Aufgaben formulierte und verlangte, die bis dato nichts mit dem Sinn und Zweck der Cohors zu tun gehabt hatten. Auch Hrorin wandte sich angewidert von der alten Kompanie ab und folgte dem Gros der Ipmanz in die neue Cohors VIII Bic'kel-Man, die sich vor allem durch ihre Einfachheit und ihre traditionalistische Haltung auszeichnete. In den Tiefen des Reichs wurden nun überall die Tätigkeiten vorangetrieben, bestimmt durch die Wahrsagungen des Schicksalswürfels Bik'kel, allenortes quittiert durch das Errichten großartiger Cirmiashügel als Lagerstätte und Vorposten der Cohors, Zeichen zwergischer Cirmiasverehrung in Anlehnung an den großen Götterberg.
Und dennoch: Hrorin war von einer inneren Müdigkeit befallen. Er fühlte sich alt und schlaff und an manchen Tagen konnte er sich kaum zum Tagwerk durchringen. Mehr als 100 Jahre hatte er nun bei den Zwergen erlebt und er hatte oft das Gefühl als würde sich die Geschichte immer wieder im Kreise drehen. Es war immer wieder das gleiche. Die gleichen Themen, die gleichen alten Streite, immer die selbe alte Leier. Viele der letzten Monate waren für ihn von Enttäuschungen und harter Arbeit geprägt gewesen. Er sprach dieser Tage nur mehr selten mit anderen Zwergen oder gar Langbeinern und seltsamerweise war er damit auch recht zufrieden. Seine Wachgänge wurden seltener, denn es drangen nun zum Glück die jüngeren nach. Auch einige altgediente Sturköpfe waren derzeit wieder zu Gast in der Hauptstadt. Cirmias allein weiß für wie lange. Hrorin war es mittlerweile alles ziemlich egal geworden. Es kümmerte ihn einfach nicht mehr richtig und die Ereignisse jener Zeit gingen zum großen Teil recht spurlos an dem Zwergen vorbei.
Bestenfalls die Steinbeißer seiner Zucht versorgte er noch, oder er ging Holz hacken. Unermüdlich sammelte er Scheit um Scheit. Später würde er irgendwann einmal das Bognern damit meistern vielleicht. Mal wieder. Abends saß er jetzt oft brütend über den alten Werkzeugen, mit denen er als Kurzbart bereits meisterliche Arbeiten verbracht hatte. Diese Zeiten waren jetzt weit entfernt für ihn und er fragte sich wohin das ganze Wissen nur gekommen sei. Ob er das Feinschmieden wohl noch einmal aufnehmen sollte? Es schien ihm alles so schwer und träge von der Hand zu gehen seit er den Weg des Steinskalden eingeschlagen hatte. Ob es wohl die richtige Entscheidung gewesen war? Außer von den Elfen wurden seine Dienste eh nicht in Anspruch genommen. Und selbst den Elfen hatte er in den letzten Wochen nur wieder abgesagt. Etwas hatte sich geändert. Er hatte keine Lust mehr irgendjemanden zu sehen. Er war jetzt in "diesem Alter", in dem viele Zwerge so etwas wie eine Lebenskrise haben. Dieses Alter über 120, wo viele Zwerge in etwa die Hälfte ihrer Lebenserwartung erreicht haben und sich seltsam grüblerisch Gedanken über das machen was hinter ihnen liegt und was noch kommen mag.
Vielleicht war es ja einfach nur das.
Er klopfte die alte, cirmiasblaue Pfeife aus. Der Kal Khazad hatte sie ihm bei ihrem ersten Treffen geschenkt und Hrorin hatte sie seither stets gut aufbewahrt. Der Blick schweifte umher, durch den mit Gerümpel gefüllten, neblig-feuchten Innenraum des Graufelser Haufe, den er einst selbst aufgeschüttet hatte. Ein großer Hügel, manche würden sagen: Ein kleiner Berg, aus Geröll und Schutt und Erzen, festgebacken durch Teer und Eisen. Ein unglaublich windschiefes Eigenheim. Müde schaute der Zwerg auf die große Landkarte mit den Stollen und Tunneln des Zwergengrßreichs Kalurien. Ja, es gab noch so viele andere schöne Orte im Zwergenreich. Nilzadan war buchstäblich nur die Spitze des Eisberges.