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Verfasst: Montag 4. November 2013, 17:42
von Gast
Erbarmungslos schien die Morgensonne in ihr Schlafzimmer. Es konnte unmöglich schon Morgen sein. Wenig nette Worte murmelnd zog sie sich die Decke über den Kopf. Vielleicht konnte sie wenigstens Mala dazu bringen etwas Essbares aus der Küche zu holen. Gähnend tastet sie neben sich um sich danach mit einem Ruck aufzusetzen. Die andere Seite des Bettes war leer. Richtig, sie war nach dem Unterricht zum eigenen Haus aufgebrochen um noch etwas zu lernen und hier zu nächtigen. Sonderbar, wie konnte man sich in so kurzer Zeit daran gewöhnen nicht mehr alleine zu schlafen? Dieses Haus kam ihr so unerträglich leer vor ohne ihn. Selbst ihre Träume waren leer gewesen. Etwas das selten geschah. Es gab Zeiten da hätte sie alles dafür getan nicht mehr zu träumen und nun vermisste sie es.
Kopfschüttelnd kleidete sie sich an und verließ bald darauf das Haus. Fest zog sie den Umhang um sich. Wann genau hatte es angefangen so kalt zu werden? Nun, dann halt frierend den langen Fußmarsch in Angriff nehmen. Kein denken dran das sie nach der Nacht auch alleine Frühstücken würde. Schon gar nicht nach den gemeinsam verbrachten Tagen weit ab von jedem den sie kannten. Nach all dem was geschah, so schnell und plötzlich, hatten sie einfach einige Tage für sich gebraucht. Und es waren wirklich schön Tage gewesen. Sorglos und fröhlich. Ob Arsen und Selina schon gehört hatten das sie es tatsächlich geschafft hatten ein Schiff zu betreten ohne zu heiraten? An sich hätte man sie ja wenigstens für einen Moment in dem Glauben lassen können. Grinsend dachte sie an Arsen und Selina. Noch so etwas das plötzlich und unerwartet kam. Noch eben polterte Arsen, überaus schlecht gelaunt in ihr Haus. Sprach von gehen, niemandem lästig fallen und ähnlich düsteren Drohungen und im nächsten Moment stand er mit Selina vor dem Haus und sah alles andere als unglücklich aus.
Wahrscheinlich konnte er noch immer nicht fassen was Selina da mit ihm angestellt hatte. Ob die beiden wohl schon das Haus eingerichtet hatten? Sein Haus, natürlich. Nur sein Haus. Nun wusste sie wieder warum sie Selina so gemocht hatte. Sie hatte es immer wieder geschafft ihren Bruder auf den richtigen Weg zu bringen. Und wenn sie sich selbst dadurch auch half, dann war alles gut.
Überhaupt war alles so erstaunlich gut. Arsen und Selina fanden langsam den Weg zurück, Malachai hatte sich endlich entschieden... für sie entschieden...das Lachen um sie war erfüllt von Ehrlichkeit und hatte nicht mehr den Beigeschmack des Erzwungenen und langsam gestattete sie sich wirklich an eine gemeinsame Zukunft zu glauben.
Lächelnd blieb sie neben einem spielenden Kind stehen. Der Junge war bemüht sein kleines Papierschiff auf Kurs zu bringen. Mit etwas Konzentration und einem kleinen Fingerzeig ließ sie einige kleine Wellen auf der großen Pfütze entstehen. Ganz zur Freude des kleinen Kapitäns der jauchzend dem Schiff folgte. Elea, ihre kleine Tochter Elea. Sollten sie wirklich bald alle drei vereint sein. Eine Familie. Das erste Mal seit ihre Tochter das Licht der Erde erblickte? Nie hatte die kleine beide Eltern gemeinsam erlebt. Was würde sie dazu sagen.
Die letzten Meter zu seinem Haus lief sie, konnte es gar nicht mehr erwarten ihn zu sehen. Nagut zugegeben, ihr war auch kalt und sie hatte Hunger! Aber man wollte ja nicht kleinlich werden. Fröhlich riss sie die Tür zu seinem Haus auf und da saß er. In der Hand ein Pergament und mit nachdenklichen Blick. Sie mochte diesen Blick nicht. Meist verhieß er nichts Gutes. Nur zu leicht verfiel er wieder in Selbstzweifel und stellte alles in Frage was er tat oder war. Fast zögerlich trat sie an den Tisch heran aus Angst er könnte Dinge sagen, die sie gar nicht hören wollte. Doch diesmal sollte sie sich irren. Diesmal hatte er wirklich eine Neuigkeit die ihr Herz schneller schlagen ließ. Die unterzeichneten Scheidungspapiere und die Mitteilung, dass er die Gesellschaft verlassen würde.
Die Hoffnung dass nun wirklich alles gut werden würde war das Letzte an das sie dachte, bevor sie ihn küsste.
Verfasst: Montag 4. November 2013, 20:11
von Gast
Sie Saß am Tisch und drehte etwas in ihrer Hand. Es reflektierte flackernd das Licht der Kerze. Doch sie sah es schon lange nicht mehr an. Und offen trug sie das Segel schon eine Weile nicht mehr. Warum war sie damals geblieben, als sie nicht mehr erwünscht war?
Sie brauchte keine Antwort drauf, sie wusste sie. Sie konnte ihn nicht dort allein lassen. Wollte es nicht. Nicht solange nicht alles geklärt war. Nun eines hatte sich bereits geklärt. Arsen war nicht mehr länger dort zu finden und streit zwischen Malachai und Arsen würde es wohl auch nicht mehr geben. Sie lächelte vor sich hin und betrachtete die Muschel, die sie zwar nicht mehr als Kette trug, aber dafür an ihrem Arm. Es war erstaunlich, dass sie all die Jahre über keinen Schaden genommen hatte.Es war nur die Hälfte einer Muschel und im inneren war ein mit Silber versehenes A zu sehen. Vorsichtig strich sie über die feinen Linien. So zerbrechlich und doch so stabil, so wie das Band, was sie beide verbunden hatte. Aber konnte sie mit dem wieder gefunden Band überhaupt noch guten Gewissens zur Gesellschaft gehen? Wollte sie es? Sie wollte es zumindest nicht verheimlichen und da war das Problem an der ganzen Sache. Sie konnte sich sowohl Arsens Zuneigung sicher sein, als auch Malachais Freundschaft, konnte es sein, dass sie deswegen gehasst wurde, sollte das herauskommen?
Sie wusste, dass nicht alles zu erklären war und dass eh schon genug Missgunst gab. Sollte sie das Feuer wirklich schüren? Auf Arsens Wunsch war sie gerüstet zum Gesellschaftstreffen gegangen, allerdings verborgen unter ihrem Kleid. Musste sie wirklich solche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen?
Nach dem Treffen war sie sich sicher, sie musste. Es war verlaufen wie erwartet. Eine vollkommene andere Frau saß dort und ließ ihren Unmut freien Lauf. Nein sie konnten nicht bleiben. Das würde ihre Beziehung und Malachais auf Dauer vergiften. Aber begriff er das denn nicht? Geschlaucht war sie nach dem Treffen zum Goldenen Lamm. Dort saßen sie noch lange im Gespräch vertieft, bis sie selbst zu müde war um noch klar denken zu können. Erst am Nächsten Tag war sie dazugekommen, Arsen darum zu bitten mit Malachai zu reden. Er wand sich, meinte es würde nichts bringen. Doch sie blieb hart. Er musste endlich auch alles ins reine bringen, was zwischen ihnen vorgefallen war. Er gab nach und zog sich an um Fail zu holen. Die Kerze war seit dem um einiges herunter gebrannt und sie saß da und wartete.
Hoffentlich brachte das Gespräch das gewünschte Resultat. Das es lange dauerte, wertete sie als gutes Zeichen. Ansonsten wäre einer von beiden schon dagewesen.
Irgendwann sackte ihr Kopf auf den Tisch und sie schlief ein. Das Siegel war ihr derweil aus den Fingern auf den Tisch geglitten. Als sie das Schloss leise knacken hörte, schreckte sie hoch. Und blinzelte verschlafen zur Tür. Das erste was sie registrierte war der Geruch nach Rum.
Herje war das Gespräch so schlimm gewesen, dass er erst noch in die nächste Taverne gehen musste? Sie rieb sich kurz über die Augen und sah ihn fragend an. Nein nach einem schlimmen Abend sah er nicht aus, eher das Gegenteil. Er beantwortete ihre unausgesprochene Frage knapp mit den Worten:" Er wird die Gesellschaft verlassen und ja wir haben uns ausgesprochen"
Danach hatte er jedoch etwas anderes im Sin und trug sie ihren Protest ignorierend zu den Fellen. Er hatte gute Laune, lag es nun daran, dass er sich vieles von der Seele reden konnte, oder am Alkohol? Es war ihr egal und sie ließ sich davon anstecken. Bedeutete seine Nachricht doch auch für sie, ein wenig mehr Ruhe. Sie genoss seine Aufmerksamkeit und irgendwann schließ sie in seinem Armen ein.
Mitten in der Nacht weckte sie ein Geräusch. Sie blinzelte und sah einen Schatten in der Tür nach draußen. Sie huschet lautlos zur Tür und blickte nach draußen und beobachtete ihn. Mit dem Fuß zog sie eine Decke zu sich und wickelte sich darin ein. Eine ganze Weile stand sie so da und sah hinaus. Erst als er wieder den Rum in der Hand hatte reichte es ihr.
"Erwarte nicht das ich dich hineintrage" sagte sie dann leise mit etwas Spott in der Stimme und einem Grinsen im Gesicht. Als er auf sie zukam konnte sie nicht anders und sah missbilligend auf die Rumflasche. "Warum braucht ihr Männer immer Alkohol zum reden?"
Sie würde wohl eher Malachai fragen müssen, denn Arsen stammelte nur irgendwas und trug sie zurück ins Haus.
Verfasst: Dienstag 5. November 2013, 14:50
von Malachai Schwarzmourne
Ruhig trat Malachai an die Tür, der junge Bote blickte auf ihn herauf und hielt die Hand zu ihm auf.
Er gab ihm die beiden Pergamentrollen, eine mit der Anweisung nach Bajard, die andere zur Gesellschaft zu Kompass und Schwert.
Es wirkte wie in Zeitlupe alles. Der junge Bote nickte und machte sich auf dem Weg, als er in der frühen Dunkelheit verschwand.
Kurz schloss Malachai die Augen. Es war die richtige Entscheidung.
Er musste an den Besuch des Abends denken.
Ein unerwarteter Besuch, doch eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis Arsen ihn aufsuchen würde.
Es war der richtige Zeitpunkt, sie sprachen sich aus und wieder einmal, zeigte sich klar heraus, warum Selina so fest daran hielt, dass Sie sich ähnlich waren.
Arsen sagte genau das, was er brauchte, um sich die Zweifel nehmen zu lassen und das richtige tun.
Und es verwunderte Malachai nicht, dass sie so ähnlich waren. Malachai hörte auf ihn, weil er genauso dachte. Er schätzte schon immer seinen Rat und seine Meinung, weil er ihn mehr als gut verstehen konnte. Und am Ende, war er ihm ebenbürtig, ebenso kalt und berechnend, ruhig und nie unüberlegt handelnd. Wer sonst hätte Malachai töten können, wenn es darauf hinausgelaufen war?
Malachai erkannte die Reue in Arsens Gesicht, in seiner Stimmlage. Ja, Malachai war noch verletzt von seinem besten Freund...und die Zeit wird es brauchen, damit das Vertrauen wieder Blind ihm gegeben werden kann.
Und doch, aus all diesem Schmerz, dieses Leid, das sein bester Freund erfuhr, dass er ihm angetan hat und unter dem alle nagten, wusste er, würden Sie wachsen und daraus lernen und wie es schien, am Ende sich doch alles zum guten wenden.
Malachai´s Magen begann zu grummeln, er hatte eigentlich das letzte Mal gestern Abend was gutes gegessen und war ja die ganze Nacht aufgeblieben.
Piratenrum war auch nicht der beste Magenfüller gewesen und so blickte er auf den Hof von Amary.
So ein deftiges Frühstück täte ihm nun gut und er war schon länger nicht mehr dort gewesen. Das letzte mal mit Sienara und Selina.
Aber sie schlief noch, was klar war. Alle schliefen und er sollte eigentlich auch schlaf nachholen.
Er atmete aus, seufzend und doch erleichtert, als er ins Haus ging.
All seine Zweifel wegen der Pergamente, die Wehmut, sich nun so radikal entschieden zu haben, verflogen, als er an Sie dachte. Sie würde sicherlich bald vorbeikommen und er sehnte sich missend nach ihr. Ja, er tat das richtige und das wusste er.
Er würde Schlaf nachholen, damit er nicht wie ein ausgetrockneter Klumpen etwas wirkte...und sich dann vielleicht auch noch einmal frisch machen.
Selbst wenn er Sienaras Leidenschaft fürs Schlafen...für das solange schlafen bewunderte, wollte er doch einen schönen Morgen geniessen und legte sich auf das Sofa im Keller.
Es dauerte keine Sekunde, da war er weggetreten.
Ruhig blickte er sich im Raum um. Er musste einige Male blinzeln, sofern man das in einem Traum tut, ehe er wusste, wo er war.
Er kannte das dunkle Gemäuer, die spärlichen Lichter, die in diesem Raum gut 15 Schritte an verschiedenen Stellen bis zum Schreibtisch verteilt waren.
Dort war er, massiv und schwarz mit einigen Unterlagen versehen, vor ihm Zwei einfache Stühle, dahinter ragte ein ebenso schwarzer Thron hervor.
Es war sein altes Arbeitszimmer in der Eisenwart. Der Raum, wo er neulinge und potenzielle Verräter verhörte.
Sicher, die ganze Burg war kein angenehmer, warmer Ort. Aber an diesem Raum hier haftete der Geruch von Folter, Schrei und Tot.
"Willkommen zurück", hauchte die Stimme fast sanft hinter ihm, als er sich schnurrstrakt umdrehte.
Er legte den Kopf schief, als die Frau aus den Schatten näher trat.
"Hätte nie gedacht, dich jemals wieder zu sehen, Schattenlord der Eisenwart."
"Kalisha...", entgegnete Malachai erstaunt, als er Sie langsam näher betrachtet. Ihr Gesicht ist verdeckt, nur die Augen funkeln ihn wie aus einem Schatten heraus an.
"Richtig, Kalisha...schön das ich es noch wert bin, dass du meinen Namen kennst."
Malachai legte den Kopf leicht schief. Sie trat näher und näher und als Sie bei ihm war, sah er, wie ein lächeln aus ihr heraustrat und dann die Hand seinen Hals griff und ihn hoch hob.
Erst jetzt lichtete sich der Schatten und er sah die verheulten Augen und das Blut und die blauen Flecken auf ihrer Totenweissen Haut.
"Du hast mich getötet Malachai. Du hast mich zurückgelassen. Bei IHM. Du wusstest, was er tun würde...und du bist abgehauen wie eine feige Sau."
Es war nur ein leichter Ruck, ein sachter Stoss, doch es reichte, damit Malachai die letzten Schritte über den Schreibtisch flog.
"Du hast zugelassen, dass er seine Wut an mich herablässt. Du warst egoistisch und ein Phrasenschwafler schlechthin."
Die Wut war in ihr nicht unüberhörbar, als Sie weiter nach vorne trat, Malachai versuchte, sich zu besinnen und stand auf.
"Kalisha...das stimmt so nicht..."
"Halts Maul", fauchte Sie und warf einen Stuhl an die Wand.
"Wo warst du? Du hast UNS getraut und du warst selber der Beschützer der Eisenwartler. Warum hast du MICH nicht beschützt?"
Malachai seufzte und lehnte sich an den Tisch.
Er versuchte sich zu konzentrieren. Diese Schuldgefühle unter Kontrolle zu kriegen.
Er liess viel zurück hinter sich, als er entschied, die Burg zu verlassen.
Er erkannte Khazkals Verfall an Alatar, seinen steigenden Fanatismus. Er wandte ihnen den Rücken zu, wo er vielleicht am meisten gebraucht werden würde.
"Er tötete mich...uns. Und du warst nicht da. Deine Versprechen hast du gebrochen."
Langsam nickte er, beugte seinen Rücken durch und trat an sie heran.
"Jetzt sollst du leiden Malachai...so wie ich litt."
Wieder will die Hand an seinen Hals greifen, doch diesmal war er schneller und packte die Hand, die wie eine Kobra auf ihn schoss und hielt Sie fest. Die Zweifel, die ihn schwach machten, waren vergessen.
"Nein Kalisha...so einfach ist es nicht...", raunte er leise.
"Du wärest mir nie gefolgt. Du hast entschieden, bei ihm zu bleiben, nicht ich."
Ihre Hand senkt sich, die Augen werden klarer, blicken direkt in seine.
"Hätte ich gewusst, was passieren würde. Hätte ich es wirklich gewusst, hätte ich dich mitgenommen. Ich hätte dich von ihm weggezerrt. Aber ich wusste es nicht. Ich glaubte nicht, dass mein Alter Freund so tief fallen würde, dass die Klaue Alatars ihn so fest griff. "
Malachai schloss die Augen, seufzte und öffnete Sie dann. Er sah Sie...sie alle hinter Kalisha stehen, wie geisterhafte Schemen. Gute Männer und Frauen, die den Tot fanden. Durch den Burgherren selbst oder durch den sinnlosen Krieg, in den Sie ziehen mussten.
"Die Burg war nicht mehr die, die ich beschützen wollte. Die Ideale wurden verraten und ich konnte nicht den Mann stoppen, mit dem ich dies hier erbaut hatte. Aber...", Malachais Faust ballte sich.
"Ich trage nicht die Verantwortung für euer Handeln. Ich hätte etwas tun können...vielleicht...doch jeder ist für sich selbst verantwortlich. Ich bereue nicht mein fortgehen, nein. Jedem war klar, wohin es sich entwickelte, jeder hat die Zeichen gesehen. Macht mich nicht dafür verantwortlich, dass ich gehen konnte und ihr nicht."
Langsam entschwanden die Geister. Das Gemäuer fing an zu beben, Steine lösten sich aus der Wand und die Deckenbolzen lösten sich und krachten hinab.
"Kalisha...es tut mir leid, was dir wiederfahren ist. Wenn ich wüsste, wo du nun wärest, wenn ich könnte, würde ich dich holen und dich wegbringen. Aber das kann ich nicht mehr."
Langsam erhob sich Kalishas Hand an Malachais Wange, das Gesicht verlor das Blut, die blauen Flecken. Ein Bild, wie er Sie zuletzt gesehen hatte. Bevor er aus ihrem Sichtfeld entschwand. Sie lächelte leicht, ein sachtes nicken, dann entschwand sie und während diese Ebene in sich zusammen fiel, entschwand auch der Zorn und der Hass auf sich selber, darauf, dass Malachai einst eine Entscheidung traf für sich selber und so viele Menschen, die ihm wichtig waren, hinter sich liess.
Langsam öffnete er die Augen, blickte in das liebevolle Lächeln Sienaras, die mit der Hand sanft über seine Wange streifte.
Sie wollte gerade etwas sagen, da griff Malachai sie und schubste sie auf sich liegend rauf, um ihr einen sehnsüchtigen Kuss zu geben.
Sie erwiederte ihn, ehe sie ihm tief in die Augen blickte und leise fragte: "Hast du gut geschlafen?"
Malachai lächelte Sie an und striff ihr eine Strähne aus dem Haar.
"Nein...", antwortete er und erntete einen fragenden Blick. "Du warst nicht bei mir meine Schöne."
Verfasst: Mittwoch 6. November 2013, 14:45
von Malachai Schwarzmourne
Langsam drehte er den Schlüssel im Schloß um, ein leichtes klacken und sie öffnete sich.
Malachai blickte sich um, es war Dunkel an diesem frühen Morgen und Sie schien nicht hier zu sein.
Er rief einmal ihren Namen, nur zur Sicherheit, dann liess er sich mit einem letzten Blick nach draussen und dem schliessen der Tür auf die Bank nieder.
Langsam glitten seine Hände über das Gesicht, er war nicht müde, aber doch ein wenig fertig.
Sie waren morgens zu Selina und Arsen gereist zum Frühstücken.
Eigentlich fing der Tag gut an, die Nacht endete ja aber auch schön.
Sie schliefen in den Armen ein, so wie Sie da lagen, gemeinsam, nachdem Malachai an der Akademie auf Sienara gewartet hatte.
Er wollte ihr unbedingt etwas zeigen. Einen kleinen Schatz, den er gefunden hatte. Etwas, wo er wusste, er hätte es nie verloren oder weggeworfen.
Und er wusste, Sie würde sich riesig darüber freuen.
Und dann redeten Sie, wie früher, als Sie noch verheiratet waren. Eigentlich hatte sich nichts verändert, er genoss die Zeit mit ihr so sehr.
Und doch, als er sich hinsetzte auf die Bank, sie nicht da war und er in seine Tasche griff und das kalte Metal an seinen Fingern spürte, wusste er, es hatte sich viel verändert.
Sie ging von Arsen und Selina, eigentlich recht Wortlos und meinte, sie würde am Haus warten.
Man musste kein Hellseher sein, um zu wissen, dass Sie etwas störte oder ihr etwas negativ aufschlug.
Er ging bei dem Gespräch während des Frühstücks hinaus, musste durchatmen, nachdenken.
Etwas, das er nun am Haus, wartend auf die Frau, die er liebte, ebenso tat.
Wollte Sie den Malachai haben, der er einst war? Vor sovielen Jahren.
Dabei ist soviel passiert.
Ja Sien sprach euphorisch von der Idee, doch als es hiess, ihn aus dem Ruhestand zu holen, bemerkte Malachai es: Er war nicht mehr der Schattenlord. Schon lange nicht mehr. Lange auch, bevor das schwarze Blut aus seinem Körper floss.
Und er wollte es auch nicht sein, er wollte es nie sein.
Seit er auf Gerimor landete, wünschte er sich nur eines: ein ruhiges, friedliches Leben, fern ab von Gewalt, Hass und Tot.
Doch ihm wurde eine Bürde auferlegt, er trug Verantwortung für andere Menschen....Menschen, die er Freunde und Familie nannte. Auch für Sienara damals.
So erhob er die Klinge...immer und immer wieder. Er tötete, weil er keinen anderen Weg sah. Er leitete an, gab Befehle, verband soviele miteinander.
Sicher, das, was er ist, kann er nicht leugnen. Aber muss er es deswegen gut finden?
Er war alt...ja...aber nicht alt genug, um weiter zu machen.
Doch er wollte es nicht. Selbst wenn es das einzige war, was er kann, so ist er es leid, Angst um andere zu empfinden und sein Adrenalin soweit hoch zu pressen, dass er selber keinen Schmerz und kein Empfinden mehr spürt und tötet.
Und das sagte er auch Selina draussen in ihrem kleinen Garten. Er dachte da schon drüber nach, ob er Sie enttäuschen könnte...ob Sie irgendwann merkt, dies sei nicht der Malachai, den sie liebte.
Seine Finger griffen ins Holz des Tisches, wieder diese Selbstzweifel, wieder das überlegen, ob man wirklich alles richtig mache.
Sicher, er hatte sich entschieden und bereute es nicht eine Sekunde. Er liebte Sie...so wie sie ist...und auch damals war. Doch vielleicht...bereut Sie es irgendwann. Vielleicht will Sie was anderes im Leben?
Eine neue Gemeinschaft aufziehen, die Schatten wieder einen?
Er senkte sacht den Kopf und seufzte. Er wusste es nicht...er konnte jetzt hier nur sitzen und warten, dass Sie wieder Heim kommt und dann, könnten Sie vielleicht reden.
Verfasst: Donnerstag 7. November 2013, 15:49
von Gast
Fröhlich summend lief sie durch die Wälder nach Hause. Die Schatzsuche war erfolgreich in vielerlei Hinsicht. Was die Tage als Idee in ihrem Kopf herum gespuckt hatte nahm langsam Gestallt an. Sie war froh sich zu der Schatzsuche entschlossen zu haben ansonsten würde sie wohl immer noch überlegen. Doch nun hatte sie sich entschlossen. Zugegeben war die Planung dazu zwischen Drachen und Dämonen eher ein fragwürdiger Ort, aber sie wollte es nun so schnell wie möglich erledigt haben. Und so hatte auch ihr Gesprächspartner durchaus nichts dagegen einzuwenden.
Jetzt musste sie nur noch zusehen, dass alles schön geheim blieb und sie sich nicht selbst verriet.
Doch nun brauchte sie wirklich Hilfe um alles weitere zu planen und in die richtigen Bahnen zu leiten. Als sie zurück nach Düstersee kam, hatte sie schon einige Ideen mehr im Kopf, doch wollte sie Malachai und Sienara nicht mehr stören, als sie sah, dass dort kein Licht mehr brannte. Nun der nächste Tag war auch noch früh genug. Zu Hause war auch alles Dunkel, was hieß Arsen schlief entweder schon, oder er war noch unterwegs. Letzteres war ihr grade lieber, so konnte sie in Ruhe noch ihre Gedanken ordnen. Als sie im Haus war sah sie recht schnell, dass Arsen noch unterwegs war. Wunderbar. Sie ging mit einem Becher Tee in den Garten und machte es sich neben der Feuerschale gemütlich. Was brauchte sie alles?
Zu erst einmal Malachai und Sienara. Ohne die beiden ging es nicht. Sie schmunzelte vor sich hin. Ja es war wirklich eine erfolgreiche Jagd gewesen. Sie hatte nicht einmal blaue Flecken. Wohl auch besser so bei dem was in ihrem Kopf rumspuckte. Sie ließ den Abend noch einmal revue passieren und grinst fröhlich vor sich hin. Ja doch sie hatte sich richtig entschieden.
Irgendwann hörte sie hinter sich die Tür ins Schloss fallen. Sie trank den Becher aus und ging immer noch grinsend ins Haus. Herje sie würde sich direkt verraten. Und prompt kam die Frage warum sie so ein Grinsen im Gesicht hatte. Sie lachte leise und ging einfach auf ihn zu und umarmte ihn. Ja sie konnte seine Gedanken schnell zerstreuen, wenn sie wollte. Auch wenn das für sie eine kurze Nacht bedeutete.
Am Nächsten morgen hatte er zum glück einiges zu tun und so konnte sie ungestört zu Malachai und Sienara gehen. Beide waren begeistert von ihrer Idee und schnell waren sie sich einig, was noch zu tun war und wie sie es umsetzen konnten. Sie lachte fröhlich. Nun konnte nicht mehr viel schief gehen, hoffte sie zumindest.
Verfasst: Donnerstag 7. November 2013, 16:51
von Malachai Schwarzmourne
Langsam blickte er sich um. Er hörte so etwas wie schemenhaftes Lachen, während, wie Geister oder Nebelerscheinungen, Personen um ihn und förmlich durch ihn durchliefen.
Sie waren fröhlich, genossen diese Nacht, hielten sich ihre Masken vor das Gesicht, Tanzten und genossen Speis und Trank.
Malachai wusste, wo er war, er wusste, was ihn erwarten würde, während er, weit entfernt, Musik spielen hörte.
Er ging durch diese schemenhaften Gestalten vorbei, ehe er sich auf einer Bank nieder liess und das Gesicht in seinen Händen kurz vergrub.
Als er aufblickte, waren die Figuren wie steinerne, puppenhaften Statuen erfroren, nur eine stand vor ihm, in Schwarz gehüllt mit einer schmerzverzerrend wirkenden Maske, blickte auf ihn herab. Er sah sie, klarer ging es nicht.
"Wir schworen uns, aufeinander aufzupassen. Wir leisteten den Blutsschwur, Bruder.", hallte es durch den Saal, als würden alle Figuren auf einmal sprechen, obwohl es nur eine Stimme war.
Malachai versuchte durch die Augen etwas zu erkennen, schwache, trübe, blaue Augen, die wie Tot wirkten, blickten ihn reglos an.
Er nickte nur.
"Ich weiss. Ich war nicht für dich da. Ich liess dich im Stich. Ich entschied, ruhig und normal Leben zu wollen. Ich liess mich in die Feierlichkeiten der feineren Gesellschaft herab und besuchte diesen Maskenball."
Er blickt sich um. Ja Malachai würde nie diesen Ort vergessen. Vor über einem Jahrzehnt, als er hier war, als Menekaner verkleidet.
Er fühlte sich nicht wohl in der Rolle, ein lachender, fröhlicher Geselle zu sein und sorglos über den Alltag zu sprechen. Aber er tat es für Inara, sie wollte es so gerne und so begleitete er Sie....dafür zahlte er einen teuren Preis.
Malachai lehnte sich zurück, seufzte.
"Ich dachte...ich könnte ein normaler Mann sein. Ein Ehemann, ein Vater...sorglos...ja ich dachte, eine ehrliche, einfachere Arbeit zu tätigen. Du..du warst ein Ungestüm. Du hast erst gehandelt, dann nachgedacht. Das führte zu dem einen oder anderen Problem."
Die Figur steht nur weiter dort. Als würde Sie nicht leben, keinerlei Regung, nicht einmal ein Atem.
Malachai erhob sich, seine Hand griff an die Maske und zog sie langsam weg.
"Ich hätte bei dir sein sollen, Valion...ja vielleicht. Ich hätte dich abermals von Dummheiten abgerungen, hätte Rücken an Rücken die Klinge mit dir gezogen und jeden getötet, der uns Schaden wollte."
Er blickt in das verbrannte Gesicht seines alten Bruders.
"Du hast mich verraten Malachai.", schemenhaft, nur leicht, wie ein knurren bewegen sich seine Lippen. "Du hast geschworen, wie ich schwur. Und nun bin ich tot. Ein Haufen Asche über dem Meer zerstreut."
"Und es tut mir Leid, Bruder...ich bereue seit jenen Abend, dass ich nicht bei dir war."
Malachais Augen sind leicht feucht, doch er atmet einmal tief ein.
"Doch, es ist nicht meine Schuld.", dann legt er die Hand auf die schwarze Schulter.
"So lange ich es mir eingeredet habe, solange ich darum bettelte, diese Last von dir zu nehmen...ich weiss nun, es ist nicht meine Schuld. Du wusstest, nein du wünschtest mir dieses Leben. Du wolltest mir immer helfen, das zu erreichen, du hast mir den Tritt gegeben, Inara nicht aufzugeben."
Er seufzt.
"Ich wollte dich unseren Sohn vorstellen. Du warst...du bist mein Bruder. Und du hast mich nicht im Stich gelassen. Du liessest mir Cyrion und ich weiss, wenn du irgendwo über mich wachen wirst, dann passt du weiterhin auf mich auf.
Doch ich wusste nicht, was du vor hattest. Ich hätte immer an deiner Seite sein müssen, um das zu verhindern. Ich trauere jetzt noch sehr um dich...daran, was auch ich verloren habe und ja, ich wünschte, ich wäre statt deiner gestorben."
Der schwarze Stoff fängt an, von Valion abzublättern wie auch seine Haut es langsam tut.
"Ich habe dich nicht getötet Bruder. Das weiss ich nun. Und du weisst es auch."
Langsam kommt grelles, weißes Licht zum Vorschein, während die Lippen Valions sich zu einem Lächeln erheben und irgendwann erfüllt seine Gestalt den ganzen Raum und blenden Malachai.
Langsam öffnet er die Augen. Sein Rücken schmerzte ein wenig, als er sich erhob und aus dem Fenster heraus das schwache Licht der aufgehenden Sonne vernahm.
Ja, der Sessel ist wahrlich kein Ort für einige Stunden schlafen.
Er blickte auf den Boden, als eine Decke von seinem Schoss hinabfiel. Sienara ist wohl des Nachts heimgekommen und hat ihn zugedeckt.
Eigentlich wollte er warten, bis Sie kam...doch er schlief schon fast 2 Tage nicht mehr. Stetig zviele Gedanken, stetig dieses Ungewisse, wo die Träume enden würden.
Er erinnerte sich, dass er wieder in der Schwärze gefangen war...doch dann auf einmal, verschwand Sie. Er spürte etwas, seine Hand gleitet instinktiv an seine Stirn und er konnte nur mutmassen, ab dem Moment, wo er im Schlaf Sienara spürte, wie Sie ihn zudeckte, vielleicht einen Kuss gab, ab dem Moment war er konzentriert, konnte seine Träume steuern und sich seinen Emotionen stellen.
Er ging die Treppen hinauf, als er durch den Vorhang sah, streckte Sienara sich gerade.
Er lächelte, er tat es immer, wenn er Sie sah. So wunderschön, so einmalig.
Ihm war gerade egal, weshalb er auf Sie warten wollte...weshalb Sie weg war. Er liebte diese Frau dort, dessen Haare vom Schlaf so zerzaust waren, die sich müde über die Augen rieb und ihr Nachthemd richtete.
Er trat zu ihr, legte sich neben Sie und nahm Sie in den Arm, einen sanften Kuss.
Er hat Sie einmal verloren, nun will er Sie nie mehr verlieren.
Sie sprachen, sie erzählte ihm, was Sie so unstimmig werden liess. Und gerade das erste, konnte er mehr als gut nachvollziehen.
Doch mehr als Worte, brauchte es taten, um ihr die Unsicherheit und die Angst zu nehmen, die Sie hatte, dass Malachai nicht doch irgendwann Verdania wieder haben möchte.
Er nahm ihre Hand, blickte ihr in die Augen und schworr, dass er nun nur noch Sie will, ein Schwurr, dicker, als ein Bräutigam es seiner Braut zur Hochzeit schwören könne.
Sicher, es gab vieles zu klären. Wo sollten Sie wohnen? In Düstersee oder Kronwalden?
Malachai verstand Siens Einwand gegen Kronwalden, er hatte sich auch stetig falsch ausgedrückt. Er wollte nicht dort mit ihr Leben, er wollte bloß nicht in Düstersee leben. Wo es sonst wäre, wäre ihm egal Egal, ob es sein Haus in Kronwalden wäre, egal ob Sie ein neues bauen würden.
So sprachen Sie...über eine Idee, die Sie hatte, über ihre Gedanken und ihre Gefühle. Ihre Ängste und ihre Zuneigung.
Und am Ende, beugte sie sich über ihn, legte ihre Hand an seinen Nacken...der Blick, den beide austauschten, verstand jeder für sich sofort: Sie liebten sich. Und das vom ganzen Herzen.
[img]http://imageshack.us/a/img843/9180/d6c7.jpg[/img]
Verfasst: Sonntag 10. November 2013, 22:48
von Gast
Dunkelheit umschloss sie. Sie konnte die Hand nicht vor Augen sehen und doch wusste sie genau wo sie war. Ein großer unterirdischer Raum in einer verfallenen Ruine. SIe lauschte. Stille. Irgendwo unterbrach Wasser die Stille und tropfte stetig von der Decke. Es war fast wie das ticken einer Uhr. Präzise und unaufhaltsam, zeigte es ihr, dass die Zeit voran schritt. Und dennoch durfte sie sich noch nicht rühren. Sie war durch einen kleinen Schacht ins Innere des Raumes gelangt. Sie wartet auf ein Zeichen doch es blieb alles still. War etwas schief gegangen? Nein es konnte nicht schief gegangen sein, nicht bei ihm. Ihre nerven waren gespannt. Jeder Tropfen grub sich in ihr innerstes ein und zerrte an ihr. 100....110....120... Und dann doch endlich das ersehnte Geräusch. Sie schlich an der Wand entlang. im Geist ging sie den Plan und die verwitterte Karte durch. Ein Sprung, einmal ducken, ein Schritt zur Seite.Sie schaffte es ohne eine Falle auszulösen durch den Raum und wartete wieder, mit gezückten Waffen im Durchgang. Und dann sah sie bereits Licht und hörte Stimmen. Sie waren alarmiert. Das sollte nicht sein. Was war schief gelaufen, wo war er? Tief war ihre Kapuze ins Gesicht gezogen, verbarg das helle Haar, machte sie nun fast unsichtbar. Immer noch nichts. sie wagte sich weiter vor und dann sah sie ihn? Er rannte zog sie mit sich. Nur ein Schatten und doch wusste sie, das es nur er sein konnte. Sie rannten. Schatten huschten um sie herum. Sie flohen in einen der vielen Tunnel. Es war wieder stockfinster und dennoch ließ seine Geschwindigkeit nicht nach. Ein Schrei. Mark erschütternd ging er durch die Höhle und dann Stille. Sie Rang nach Luft, japste. Irgendetwas hinderte sie am Atmen. Sie wurde getragen. Schritte. Keuchen. Stille. Ein sengender Schmerz zog sich durch ihren Körper. Sie wollte schreien, doch noch immer drückte sich etwas fest auf ihren Mund. Sie versuchte sich zu wehren, doch der Griff wurde fester. Schwärze. Nichts mehr. Sie Schrie erneut. Diesmal hallte der Schrei durch die Nacht. Sie versuchte zu Blinzeln. Feuer flackerte. Sie lag irgendwo. Konnte es nicht zu ordnen. Eine Hand tastete nach Ihr sie Schrie erneut auf und richtete sich auf.Ihre Hand ging instinktiv an ihre Hüfte.
" Komm zu dir, du bist zu Hause!" Leise und sanft kam die Stimme neben ihr aus dem halb Dunkel. Ihre Hand tastete noch einmal an ihrer hüfte entlang. Ja kein Leder, nur hauch dünner Stoff. kein Dolch. Sie drehte den Kopf. Langsam hatten sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt. Sie war tatsächlich zu Hause. Er lag neben ihr. Sie schüttelte den Kopf. Sie wollte nicht daran denken. nein es sollte verschwinden. Sie spürte wie sie sacht wieder zurück auf die Felle gezogen wurde, sanft schlossen sich seine Arme um sie. Sie zitterte. Wann hatte sie zuletzt daran gedacht? Nein der Traum verblasste nicht. Stockend erzählte sie was passiert war. Ja er erinnerte sich. SIe sah es ihm an. Doch sie hatten nie darüber geredet, was schief gegangen war. So langsam kam ihre Erinnerung daran zurück. Er war es gewesen, der sie getragen hatte und am Schreien gehindert hatte. Ein vergifteter Pfeil hatte sie getroffen gehabt. Er hatte sie damals irgendwie aus dem Labyrinth gebracht. Doch das wie fehlte in ihrer Erinnerung. Doch nicht nur das, ihr fehlten auch die folgenden Tage. Sie wusste nur noch, dass sie irgendwann aufbrachen, mit dem was sie gesucht hatten. Doch wie sie in den Besitz gekommen waren, war ihr Schleierhaft. Sie konnte es nur raten. Und er stritt es nicht ab. ergänzte Teilweise, was passiert war. Doch wenn sie es sich recht überlegte, wollte sie es gar nicht ganz so genau wissen. Sie wusste nur die Ruine ging in Flammen auf, bevor sie sie verließen.
Er sah sie besorgt an. Sie hatten nie wieder darüber gesprochen und Alpträume hatte sie selten gehabt. Eigentlich immer nur dann, wenn sie aufgewühlt war, wenn sie zu ließ, dass Erinnerungen hochkamen. Seit sie jede Nacht in seinem Arm schlief hatte sie keine mehr gehabt. Davor waren sie eine Plage gewesen, doch nie so schlimm, dass sie sich nicht bewusst war, das es ein Traum war. Sie hatte in den Wochen, bevor sie wieder bei ihm war viel Erinnerungen durchlebt. Es waren meistens nur Bilder, Bruchstücke. Nie oder nur selten eine ganze Szene so deutlich wie eben. Nur einmal war es ihr passiert, das sich die Erinnerungen so klar ihren Weg gebahnt hatten, aber da war sie wach und sie hatte sie steuern können, dachte sie zumindest. Sie wusste noch sehr gut, wie niedergeschlagen sie war und sie fühlte sich um Jahre gealtert. Später hatte es ihr ironischer weise halt gegeben, mit Malachai zu reden, obwohl er der Grund war, weswegen sie so aufgewühlt und neben sich war. Danach hatte sie ihre Selbstbeherrschung wieder gefunden. Aber warum kamen die Träume jetzt. Sie war doch Glücklich. Der Abend an der Reitschule viel ihr ein. Es war eigentlich ein schöner Abend, wenn man einmal das Ambiente außer Acht ließ. Nein sie fand keinen Gefallen daran, sich zu gruseln. Sie hatte in ihrem leben genug Blut gehabt. Das war es aber nicht alleine. Schon während des Festes hatte sie gefroren und sie hatte unweigerlich ein Bild vor Augen. Egal, was sie tat, sie wurde es nicht los. Kein wunder bei all dem Gerede von Köpfen. Sie sah neben sich. Deutlich sah sie unter der Tätowierung die Narbe an seinem Hals. Viel hatte damals nicht gefehlt und er wäre endgültig aus ihrem leben verschwunden gewesen und er hätte sie nicht erschrecken können und jetzt wäre mit Sicherheit alles anders.
Sie vergrub ihr Gesicht an seinen Hals und ein Schluchzen ging durch ihren Körper. Wie lange sie so dalag wusste sie nicht. Nach und nach brach der Schmerz der über Jahre geschlummert hatte hervor und riss sie mit. Er versuchte sie nicht zu beruhige. Sagte nichts. Er hielt sie einfach nur fest. Bis sie irgendwann in der morgen Dämmerung wieder eingeschlafen war.
Verfasst: Montag 11. November 2013, 19:33
von Arsen Talmar
Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch die zugezogenen Vorhänge und fingen sich in dem blonden Locken die unter der Decke hervor kamen. Es hatte sehr lange gedauert bis sie sich beruhigt hatte und einschlief, so das er sich aus den Decken schälen konnte. Er beobachtete sie nachdenklich von der kleinen Fensterbank aus auf der er Platz genommen hatte, das eine Bein angewinkelt und das Glas voll Absinth in den Fingern drehend. Er wusste nur zu gut wovon sie geträumt hatte, die Bilder standen deutlich vor ihm von dem was damals geschehen war, damals..als er sie das erste mal zu seiner „Arbeit“ mitnahm....
Sie hatte ihm damals deutlich zu verstehen gegeben, dass sie nicht tatenlos zu Hause sitzen und sich Sorgen machen würde während er sich in Gefahr begab. Entweder er nahm sie mit oder sie würde ihm heimlich folgen..beide Möglichkeiten stießen ihm so sauer auf wie der Saft einer Zitrone, also wählte er das kleiner Übel.... lieber wissen wo sie war und was sie tat. Er hatte ihr die Karte gezeigt und sie hatte einen Plan ausgearbeitet, etwas das sie bis zur Perfektion beherrschte, das musste er neidlos anerkennen. Er konnte es drehen wie er wollte, der Plan hatte keine Schwachstelle und so stimmte er zu. Die Nacht war stürmisch, Wolkenfetzen rasten am Himmel entlang und gaben nur selten den Blick auf den Mond frei als sie die verfallenen Ruine erreichten. Schnell war auch der verborgene Eingang gefunden, alles war wie beschrieben und ruhig..doch genau das störte ihn. Es ging alles zu glatt, zu perfekt..er spürte wie sich ihm die Nackenhaare aufstellten, von jeher ein ungutes Zeichen. Aber es war schon zu spät ihr ein Zeichen zu geben, sie hatten sich schon laut ihrem Plan getrennt. So schob er sich vorsichtig weiter, wich geschickt den Fallen aus und hatte schon die kleine Kammer erreicht, doch dann blieb er stehen...um zu lauschen und zu beobachten, zu warten. Nichts tat sich, sollte er sich doch geirrt haben, sein Gefühl getrogen haben?
Er war kurz davor endlich den letzten Schritt zu tun, da bemerkte er den Schatten eines Mannes an der gegenüberliegenden Wand, nur für den Hauch einer Sekunde, aber für ihn lange genug. Eine Falle..man hatte sie erwartet! Bei allen Göttern, Selina..würde sie die Falle erkennen in die zu laufen drohten? Es war ihr erstes Mal! So schnell es nur ging zog er sich zurück um zu ihr zu gelangen. Schon hörte er Stimmen die sich in ihre Richtung bewegten, da sah er ihren zierlichen Schatten und schnellte vor, doch er zog sie fast zu spät zurück, der Pfeil streifte noch ihre Seite. Jetzt galt es keine Zeit mehr zu verlieren, er warf sie in seine Arme, hielt ihr den Mund zu dann flog er förmlich mit ihr durch das Labyrinth der Gänge, hinaus, nur hinaus um sie in Sicherheit zu bringen...
Er nippte wieder am Absinth, sein Blick immer noch auf ihre jetzt golden schimmernden Locken gerichtet. Es hatte Tage gedauert bis sie das Gift, das in ihren Adern floss, überwunden hatte, selbst mit dem Gegengift hatte er Mühe gehabt sie am Leben zu halten. Er machte sich noch heute Vorwürfe das er damals nachgegeben hatte, sie war für dieses Leben nicht geschaffen. Sicher sie war geschickt, aufmerksam, sie hatte alles was man brauchte und doch...sie war und blieb das kleine, zitternde Bündel Mensch das damals in ihn gerannt war..mit all ihren Ängsten und Skrupeln, und das war gut so, es gab ihm das Gefühl sie nicht völlig verdorben und auf einen Weg geführt zu haben, der irgendwann ein vorbestimmtes Ende bedeutete. Aber hatte er vielleicht doch zu viel getan, sie zu sehr verbogen und auf einen falschen Weg geführt? War das die Ursache für ihre Alpträume die immer wieder kamen? Sie würde ihm keine Antwort geben sollte er sie fragen, das wusste er, sie versuchte das alles mit sich selbst ab zu machen..aber war das gut? Konnte sie die Träume so wirklich los werden? Nun jedenfalls konnte Hilfe nicht schaden und der einzige Mensch dem er in so einer Situation bedingungslos vertraute wohnte zum Glück nur ein paar Schritte weiter... seine Schwester Sienara. Vielleicht konnte sie wirklich helfen...so hoffte er...
Verfasst: Donnerstag 14. November 2013, 15:57
von Malachai Schwarzmourne
Augen zu. Augen auf.
Es war nur ein Herzschlag, wo er vom Bett neben ihr in der kleinen Holzhütte stand. Schwach flackerte das Licht, die Möbel waren umgeworfen und sein Herz stockte.
Er wusste genau wo er war, ihm war jetzt klar, was ihn erwarten würde.
Er blickte sich um, da lag Sie, die Axt auf dem Boden, Blutverschmirrt und im Schatten der dunklen Ecke konnte er schemenhaft die Gestalt einer Frau ausmachen.
Sie hob die Hände und applaudierte, langsam, genervt wirkend.
"Gratulation Bruder. Soviel Verschlagenheit und Arroganz gehört gelobt."
Sie trat vor, die Augen waren mit Blut verschmiert, ebenso wie ihr samtenes, goldenes Kleid. Das Haar lag über ihre Wangen, und doch hatte sie ein bösartiges Grinsen im Gesicht.
"Fiona...", entkam es Malachai leise seufzend.
"Oh, wie schön. Der feine, lebende Herr kennt noch meinen Namen."
Malachai´s Hände ballten sich zu Fäusten. Soviel Wut staute sich in ihm auf. Nicht nur auf sich, auch auf Sie.
"Na, denkst du noch oft daran, wie du mich ermordet hast?", hauchte Sie ihm entgegen, als Sie die Arme sinken liess und auf ein Schwert deutete, was rostig unter der Axt lag.
"Du hast mir keine andere Wahl gelassen", knurrte Malachai ihr entgegen.
"Keine Wahl?", fauchte Fiona zurück. "Du hast immer nach Lösungen gesucht. IMMER. Ausser bei mir? Da blieb dir keine andere Wahl? Kein Ausweg?"
"Du wolltest mir nicht zuhören. Du glaubtest, was du spürtest, was uns verband, wäre Liebe. Aber du irrtest.", schrie er ihr entgegen.
"Ja, du liebtest SIE. Und deswegen musste ich sterben."
Malachai winkte ab und sank den Kopf.
"Ja das tat ich. Und ich wusste damals nicht, was ich spürte. Das, was dich zu mir zog. Es war keine Liebe zwischen Mann und Frau. Es war die Liebe zwischen Bruder und Schwester. Ich bat dich, zu warten, ich wusste, dass da irgendwas war..."
"...ja...die Schatten. Wenigstens ein gutes, das mein Tot hervorgebracht hat. Du hast herausgefunden, wer DU warst."
Malachai blickte auf, trat zu ihr. Sie zuckte zusammen und wollte ausweichen.
"Dein Tot hatte nie etwas gutes. Ich hasse mich selber dafür. Du warst meine erste große Entscheidung. Ich musste wählen und das im Bruchteil einer Sekunde. Ich tat alles, um dich aufzuklären, alles, um das in Ordnung zu bringen. Aber ich kam zu spät. Ich sah dich nur noch mit der Axt auf Sie zurennen und musste handeln. Das schlimmste, was ich je getan habe."
Er seufzt und senkt den Kopf, die blutigen Arme Fionas schliessen sich um ihn drücken ihn an sich.
"Dann lass endlich los, Bruder. Bereue nicht, was du nicht zu verantworten hast. Du hast alles getan. Ich...du weisst...ich hätte Sie getötet. Das, was man uns gab, machte mich wahnsinnig. Und ich war nicht gewillt, etwas anderes zu sehen."
Er seufzt leicht. Ja, Malachai war damals stark genug, sich nicht von dem inneren leiten zu lassen. Versuchend, Rational zu denken.
"Du hast herausgefunden, was unser Schicksal war. Was unseren Eltern passiert ist. Du hast die Bürde an dich genommen und bist in die Fußstampfen unseres Vaters getreten. Du hast es dir zur Aufgabe gemacht, andere vor meinem Schicksal zu beschützen. Du weisst, was diese Macht aus einen Menschen macht und deswegen hast du sovielen unsererseits den Weg gezeigt."
Malachai hebte den Kopf und blickte in ihre Augen, die nun klar seinen Blick erwiederten. Die Haare waren offen, das Blut verschwunden.
Ja Malachai weiss nun, dass dieser Moment ihn seinen Weg aufzeigte. Er wollte nie wieder, dass irgendwer wegen diesem...Fluch leidet. Das jemand Wahnsinnig wird...allein deswegen nahm er den Titel an und nannte sich Schattenlord. Nur wegen diesen Tag, widmete er sich Arsen, Selina und Sienara. Nur deswegen, sind Sie vielleicht alle heute diejenigen, die sie sind. Erwachsene Menschen...mit Familien und Kindern.
Und nur deswegen hütete Malachai Sarah wie ein Ei. Immer bedacht, sie zu beschützen, selbst wenn er dabei öfters über die Stränge schlug.
Fiona erhellte sich, der Raum auch, blendete ihn abermals. Mittlerweile hasste Malachai das am meisten in seinen Träumen.
Und als er die Augen öffnete, schien die Sonne durchs Fenster auf ihn herab. Er drehte sich auf die leere Seite des Betts. Sienara war wohl schon wach. So schlief er noch einige Momente, bis er ihre Schritte vernahm, spürte, wie die Matratze sich wölbte und ein Arm sich um sie legte.
Er wollte sich nicht regen, nicht zeigen, dass er wach war. Er genoss es einfach nur, seine Haut an ihrer zu spüren. Sie bei sich zu haben. Solange, bis Sie anfing, Löckchen in seine Haare zu drehen.
Malachai schmunzelte und erhebte sich, nahm sie in den Arm und wuchtete Sie auf sich.
Sie verbrachten den Morgen ruhig, lange im Bett, einander gekuschelt.
Sie beredeten einiges, unter anderem stand noch die Frage im Raum, in welches Haus Sie ziehen würden und, wenn Sie ihre Tochter abholen würden, dass umgebaut werden müsste.
Eigentlich nicht gerade die spannensten Themen, konnte Sie schon ab und an ein wenig Verzweiflung mit sich bringen, wenn man keine Lösung fand. Und dennoch, für Malachai das schönste Thema derzeit.
Sie würden wieder eine Familie werden. Es dauerte lange, doch von Tag zu Tag mehr, blühte sein Herz weiter auf, wenn er Sie sah, an Sie dachte oder sie spürte.
Eng umschlungen, verbrachten Sie die Zeit. Sicher, sie waren nicht Mann und Frau...nicht mehr...doch das war Malachai egal.
Er gab ihr einen Schwur, leise hauchend in ihr Ohr, der mehr wiegen sollte, als eine Floskel vor einem Priester. Er schwor ihr, er ist ihr Mann und Sie seine Frau. Egal, ob ein Gott dies besiegelt oder es irgendwo auf einem Dokument stehen mochte.
Irgendwann erhoben Sie sich, machten sich frisch und assen in Ruhe etwas. Frühstück zum Mittag ist doch das Beste.
Dann trennten sich ihre Wege. Sie hatte viel vorzubereiten, wollte noch einmal bei Seli vorbeischauen und auch Malachai hatte eine Mission heute Abend.
Er packte das Päckchen ein, das er bekam, dann straffte er seine Kleidung und nahm sich Proviant mit.
Nachher müsse er los reiten, er wird Arsen sicher schnell finden...nur kurz Instruieren, wo er seine Hilfe bräuchte und dann von dannen reiten.
Irgendwie...freute sich Malachai schon fast so sehr darauf, wie an den Gedanken, Sienara bald wieder im Arm zu halten.
Verfasst: Donnerstag 14. November 2013, 16:39
von Gast
Früh morgens hatte sie sich aus dem Haus geschlichen. Sie gähnte herzhaft, als sie Taras aus dem Stall zog. verflucht war die Nacht kurz geworden, aber er hatte eindeutig zu viele fragen gestellt, da musste sie seine Gedanken etwas zerstreuen. Auch ihr treuer grauer Hengst Taras, war noch nicht wirklich gewillt den gemütlichen Stall zu verlassen. Doch ging es nicht anders. Sie hatte noch einiges zu tun. Widerwillig ließ sich das Tier satteln und auch die größeren Taschen ertrug er. Sie ritt in den Wald und sammelte Feuerholz ein. So lange bis sich der Graue weigerte noch mehr zu tragen.
Vorsichtig führte sie dann das Tier zu einem kleinen See und verstaute das Holz dort gut versteckt unter einem Gebüsch. Mehrere Male führte sie das Tier in den Wald und kehrte schwerbeladen mit ihm zurück. Sie fluchte leise. Warum musste sie das eigentlich selber machen. Hätte sie nicht Malachai dazu verdonnern können? Sie hätte bestimmt, aber sie hatte schlichtweg vergessen zu fragen. Aber so konnte sie ihre Gedanken in ruhe Ordnen und alles noch einmal durchgehen. Sie hatte nichts vergessen. Hoffte sie zumindest. Der gefüllte Korb, wartete bei Philo, darauf, dass sie ihn abholte und Arsen hinsehen konnte. Die kleine Schachtel ruhte gut versteckt in ihrer Tasche. Sie hatte Malachai die Sachen gegeben und ihre Lagen gut versteckt in ihrer Banktruhe.
Und das beste war, Arsen hatte noch immer keine Ahnung, was sie vorhatte.
Oh was hätte er gestern Abend dafür gegeben, zu wissen, was sie plante. So hat sie ihn selten gesehen. Skeptisch und neugierig hatte er gefragt. Doch sie schwieg eisern. Er traute ihr einiges zu und das sie ein Geheimnis hatte, wurmte ihn. Sie genoss es irgendwo ihn hinzuhalten und nichts zu verraten. Auch wenn sie sich im nach hinein etwas gemein vorkam. Aber er hatte es verdient. Er sollte ruhig ein paar Zweifel hegen und sich fragen, was so geheimnisvoll war. Den schlaf würde es ihn nicht rauben. Sie saß auf der Lichtung und ließ Taras fröhlich grasen.
Dabei ging sie noch einmal ihre Liste durch. Das Feuerholz würde wohl reichen, dass es ihnen warm wurde. Wobei Arsen sicher auch ohne Feuer warm werden würde. Sie lachte leise. Ob er einen schreck bekommen würde? Oder würde er gar sprachlos sein? Sie versuchte sich immer und immer wieder sein Gesicht vorzustellen, aber es wollte ihr nicht gelingen. Das war etwas, was ihr sorgen bereitete. Sie konnte ihn nach all den Jahren in der Hinsicht immer noch nicht einschätzen.
Er war nicht der Mann, der Überraschungen liebte. Nun sie würde sehen. Sie ritt langsam zurück und fluchte über all die Blätter in ihren Haaren. Also auch noch Haare waschen. Irgendwie rann ihr die Zeit davon.
Verfasst: Freitag 15. November 2013, 15:53
von Gast
Für immer Dein, in Liebe Malachai
Lächelnd sah sie auf ihren alten Ehering am Finger hinab. Genau so hatte sie vor sehr langer Zeit schon einmal im Bett gesessen. Neben sich den Mann den sie liebte in einem ruhigen Schlaf. Auch damals konnte sie nicht fassen diesen Ring am Finger zu haben. Hätte man sie vor einem Mondlauf gefragt ob sie jemals vor hatte diesen Ring wieder zu tragen, wäre die gnädigste Antwort wohl ein Fingerzeig an die Stirn gewesen.
Wenn sie ehrlich war hatte sie auch gestern nicht erwartet diesen Ring an den Finger gesteckt zu bekommen. schließlich ging es gestern um Arsen und Selinas Wiedervereinigung. Den ganzen Tag war sie auf der Suche nach einem passenden Geschenk gewesen. Nichts schien wirklich passend zu sein für diesen romantischen Anlass. Tagelang konnte sie es kaum erwarten das dumme Gesicht ihres Bruders zu sehen, der von all dem keine Ahnung hatte. Geschah ihm Recht einmal unwissend in etwas zu rennen, wo er doch sonst überall hinterher schlich und seine Nase hinein steckte. Und der Abend war wirklich schön gewesen! In kleinem Kreis hatten die beiden sich erneut ihr Versprechen gegeben, ihre Ringe getauscht und wollten fortan erneut gemeinsam durchs Leben gehen. Diese Zeremonie war so einfach gewesen, so perfekt und völlig genügend. Der eine oder andere Anwesende musste sich eine Träne weg blinzeln, darunter auch sie selbst.
Lächelnd nestelte sie sich zurück in die Arme von Malachai, bemüht ihn nicht dabei zu wecken. Sie liebte diese Momente der Ruhe, an denen sie ihn einfach nur betrachten konnte, an denen sie ihm nahe sein und trotzdem ihren Gedanken nachhängen konnte. Das war nicht immer leicht wenn er wach war. Ihre Hand legte sich auf seine Schulter um weiterhin ab und an eine Blick auf den Ring werfen zu können.
Der Abend nahm einen fröhlichen Verlauf bei Musik und Tanz. Etwas das sie eindeutig öfters tun sollten, tanzen. Wer hätte gedacht das Mala so gut tanzen konnte. Das letzte Mal hatte sie das bei ihrer eigenen Hochzeit erlebt, vor so vielen Jahren. Und da waren beide noch etwas unbeholfen. Sonderbar, vieles hatte sie nur mit ihm erlebt und sonst mit niemandem. Hatte nicht einmal das Bedürfnis es mit anderen zu erleben. Als wenn sie immer auf ihn gewartet hätte. Das ganze Leid, die Trennung, die Einsamkeit einfach nur eine düstere Episode in ihrer Beziehung. Und dann kam der Moment wo er sie an die Hand nahm und von den anderen weg führte, in den angrenzenden Wald. Im ersten Moment dachte sie, er wolle sich verabschieden da er noch einer anderen Verpflichtung nachgehen musste, sie hatte schon Luft geholt um ihn dafür zu Rügen. Aber da nahm er schon ihre Hand und legt ihr seinen alten Ehering auf die Handfläche. Einen unsinnigen Augenblick lang dachte sie tatsächlich er wolle ihre Beziehung beenden, was sonst konnte es bedeuten den Ring zurück zu erhalten, den man bei der Hochzeit ausgetauscht hatte.
Diesen Augenblick würde sie in mehr als einer Hinsicht niemals vergessen. Weder den Schreck im ersten Augenblick noch die unsagbare Freunde als sie begriff was er vor hatte. Feierlich tauschten sie abermals ihre Eheringe aus, wie auch zuvor Arsen und Selina. Tauschten erneut den Schwur für den anderen da zu sein, ihn zu lieben und gemeinsam durchs Leben zu gehen. Und diesmal für immer. Nie wieder wollten sie den Trennungsschmerz durchleben. Er war ihr Mann, auch wenn dieser Bund weder vor Zeugen noch einem Priester geschlossen wurde. Alles was zählte waren ihre Gefühle für einander und den Schwur den sie sich selbst gaben. Und was brauchte sie mehr um diesen Bund zu besiegeln als einen Kuss. Sehr viel später traten sie aus dem Wald hinaus um sich den Feiernden wieder anzuschließen. Über das ganze Gesicht strahlend und glücklich wie schon lange nicht mehr. Selinas wissendem Blick würde sie sich ein anderes Mal stellen und einfach das kleine Geheimnis noch ein wenig hüten.
Sanft fuhr sie dem schlafenden Mann neben sich mit einem Finger über das Gesicht. Ihr Mann. Der Vater ihrer Tochter und hoffentlich am Ende ihres Lebens der Mann im Schaukelstuhl neben sich.
Verfasst: Samstag 16. November 2013, 02:02
von Rafdarn
Malachai und Sienara ...
Arsen und ... - alles in ihm stockte - ... und Selina.
Er mochte dieses Mädchen, seitdem Malena sie bei einer Übung aneinandergefesselt und er sie wie eine Feder auf seine Hüfte geschwungen hatte. Sie war wunderbar, einfühlsam und stets, wenn er sich mit seinen Gefühlen im Unklaren war, verstand sie ihn und versuchte ihm zu helfen. Und doch war er sich bewusst, dass er zu alt für dieses junge, quirlige Wesen war.
Marlena wies ihn zu einer Feier, einer, wo Selina ihren Treueschwur mit Arsen erneuerte.
Alles an der Feier war wunderbar. Der erneuerte Schwur, das Lied, welches er und Marlena sangen. Nein, er war nicht eifersüchtig auf Arsen, war Rafdarn doch im Alter fast wie ein Vater zu Selina.
Dennoch fragte er sich, wohin er gehörte. Zur Gesellschaft? Zu jenen, die er respektvoll zu schätzen gelernt hatte, welche an jenem Tage hier waren und welche sich von der Gesellschaft getrennt hatten? Sie alle auf dieser Feier schienen sich gut zu verstehen. Er stand etwas abseits, mit dieser toten Ratte auf einem Holzstab - nur um zu verhindern, dass Marlena dieses zarte Fleisch zu einem Kohleklumpen briet.
Tief in sich gehend nach dieser Feier bemerkte er die Mauer, die er um sich aufgebaut hatte. Eine Mauer, die ihm früher wohl getan hatte, nun aber beengte, da er feststellte, dass hier niemand diese Mauer zu würdigen wusste. Eine Mauer gebildet aus Respekt und Hochachtung, eine Distanz, die für ihn selbstverständlich war, um keinem näher zu kommen, als es die Situation und seine Position als Kämmerer erlaubte.
Vieles konnte er sein ... ein Krieger ... ein respektabler Erzschürfer ... ein vorzüglicher Holzfäller ... ein passabler Liedersänger und Schauspieler ... oder ein ... Landsknecht.
Er winkte ab bei den Gedanken.
Vieles konnte er und noch viel mehr, dessen war er sich voll bewusst.
Doch kaum jemand schien einen "Kämmerer" zu würdigen.
Malachai ... viele Geschichten trug er über jenen in seinen Gedanken, die er nie ausgesprochen hatte. Er bewunderte jenen Mann. Jenen Mann?
Rafdarn brummte. War es tatsächlich der Mann oder die Geschichten, die sich um ihn rankten?
Im Truhenlager zu Bajard ließ er sich nieder, auf einem einfachen Fell. Er schloss die Augen. Das Antlitz von Selina trat in seine Gedanken.
"Selina, werde glücklich, ich wünsche es dir aus tiefstem Herzen", dachte er, bevor er einschlief.
Verfasst: Samstag 16. November 2013, 11:04
von Gast
Sie hatte es tatsächlich geschafft vor allen anderen, fertig angezogen und frisiert am verabredeten Ort zu sein. Und sie konnte sogar noch etwas durchatmen. Sie hatte die Augen geschlossen. Sie wusste immer noch nicht was sie sagen sollte. So viele Möglichkeiten und keine war passend. Sie hatte sogar überlegt Malachai zu bitten, die Ehe aufzulösen, aber das brachte sie nicht über ihr Herz, so gemein konnte sie einfach nicht sein. Vor Allem hätte Malachai kein Wort herausbekommen, ohne Schwierigkeiten zu bekommen. Und sie selber, wäre wohl nicht einmal dazu gekommen, den zweiten Teil auszusprechen.Zumindest nicht bis sie Arsen beruhigt hätte. Nein so verlockend es war, Arsen zu erschrecken, das wäre eindeutig zuviel des Guten. Dennoch spann sie in Gedanken die Szene durch. So gesehen war sie schon amüsant. Doch sie wusste genau, wie er auf so eine Eröffnung reagieren würde. Nein der Dolch sollte dort bleiben wo er war. Nämlich gut verborgen unter seiner Kleidung.
Unwillkürlich dachte sie an ihre letzte Hochzeit. Ein Lagerfeuer prasselte im Hintergrund. Die Sonne war untergegangen und doch war es noch nicht Dunkel. Sie hatte immer schon eine Schwäche für diese Zeit des Tages gehabt. Und so war auch damals ihr Kleid passend. Silbergrau mit Sternenstickerei und ein Schleier, der die blonden, ungezähmten Locken verbarg. Arsen ebenfalls in Silbergrau. Am liebsten hätte sie ihm genau die Jacke rausgesucht, aber das hätte ihm wahrscheinlich alles verraten, egal was Malachai ihm erzählen mochte. Also musste sie etwas anderes finden. Die Lederweste und der edle Umhang waren sicher ein guter Ersatz dafür, nur das Siegel gefiel ihr nicht. Aber das konnte sie jetzt wohl nicht mehr ändern. Aber in Zukunft würde sie es tun. Sicher es war eigentlich unwichtig, aber in dem fall störte es sie. Sie sollte keine Rolle mehr in seinem Leben spielen und sei es nur so eine kleine.
Hufgeklapper lockte sie aus ihren Gedanken. Rafdarn und Malena waren gekommen. Sie kannte die beiden noch nicht lange und trotzdem gehörten sie zu den wichtigsten Menschen die sie hatte. Sie freute sich, dass die beiden ihre Eiladung angenommen hatten. Auh wenn sie wusste, dass es Rafdarn sicher schwer fiel, heute dabei zu sein. Doch sie wollte auf ihn nicht verzichten. Sie hatte ihn nie als Kämmerer gesehen, sondern immer als freund und so war es für sie selbstverständlich, dass sie ihn mit eingeladen hatte. Er sollte heute genau soviel Spaß haben wie alle anderen auch. Und Malena, sie mochte sie einfach. ihre fröhliche und schelmenhafte Art, aber auch ihre ernste Seite.
Fröhlich begrüßte sie die beiden. Sie war froh, dass die beiden schon da waren und auch über Sienaras Erscheinen kurz darauf. Sie wusste eigentlich gar nicht mehr, warum sie solche Abneigung gegen sie entwickeln konnte. Aber zum Glück hatte sich das ja nun auch geklärt und sie konnten wieder wie früher mit einander umgehen. Sie wurde zusehends nervöser und spielte immer wieder mit der kleinen Schatulle in ihrer Hand. Langsam konnte Malachai mit Arsen kommen. Auch Amelia fehlte noch. Wo blieben sie nur. Sie sah immer wieder zum Weg. Fand Malachai den weg vielleiht nicht? Hätte sie ihm den noch einmal zeigen sollen. Doch da waren sie. Endlich.
Sie musterte Arsen. Sah seine Verwirrung, als er sie alle sah. Sah die dämmernde Erkenntnis in seinen Augen, das Malachai ihn vorgeführt hatte. Er nahm sie gar nicht wahr. Sein Blick war auf Malachais Rücken fixiert. Doch als er die Hand hob und zum Nacken greifen wollte, glitt sie lächelnd in sein Blickfeld. Wieder sah sie Verwirrung in seinen Augen und dann das Leuchten, als er sie endlich richtig ansah. Tara hatte ganze Arbeit geleistet. Sie lachte vergnügt. Doch was nun?
Sie hatte immenroch keine Ahnung und sie sah wie langsam Arsens Ungeduld wuchs. Ja er mochte wirklich keine Überraschungen. Bevor sein Ärger über Malachais Geschichte erneut hochkam, was auch immer er erzählt hatte, er würde dafür noch büßen, dass wusste sie, kniete sie sich vor ihm hin.
Nun war er endgültig verwirrt. Bevor er etwas sagen konnte, fing sie einfach an zu reden. Sie überlegte nicht mehr, die Worte kamen von ganz allein. Sie sah ihn wieder vor sich. Vor so vielen Jahren, als sie blind vom regen und ihren Haaren in ihn hineinlief. Sie hatte ängstlich den Blick gehoben und in spöttische blaue Augen gesehen. Sie waren nicht nur spöttisch gewesen, sie waren warm und vertraut und irgendwie war ihre Angst wie weggeblasen. Sie hatte ihm vom ersten Augenblick an vertraut. Aber auch geliebt? Das kam wohl erst später. Sie war damals noch so unglaublich jung gewesen, aber sie hatte bis dahin mehr erlebt, als sie alleine verkraften konnte. Er war damals Trost und Halt gewesen. Irgendwann hatte sie ihm ihr Herz geöffnet und seit dem hatte es sich nie wieder geschlossen. Mit ihm war das Leben so unglaublich einfach, es war so als war sie nie vollständig, wenn er fort war. Ihr Leben hatte sich grundlegend geändert und sie bereute nur eine Sache. Ihn gehen gelassen zu haben. Aber das beabsichtigte sie nun zu bereinigen. Sie erhob sich wieder. Ihr Herz klopfte wie wild, als sie seine Hand nahm und ihm vorsichtig und vor seinem Blick verborgen den Ring an den Finger steckte. Einen Ring als Zeichen für die Unendlichkeit. Nein nie wieder wollte sie ihn gehen lassen. Den Fehler hatte sie einmal begangen. Und nun sagte sie es ihm vor den Menschen die ihr am wichtigsten im Leben waren.
Verfasst: Samstag 16. November 2013, 16:29
von Arsen Talmar
Der Wind zerrte an seinen Haaren und zerstob die letzte Glut des Feuers an dem sie vor wenigen Stunden alle noch gesessen hatten. Es hatte ihn einfach hierher zurück gezogen, nachdem sie tief und fest eingeschlafen war, kein Wunder nach der kurzen Nacht des Vortages und all der Aufregung, wie er sich selbst schmunzelnd eingestand. Er selbst konnte nicht schlafen, nein das war unmöglich bei all den Gedanken die ihm durch den Kopf gingen und so hatte er sich aus dem Haus gestohlen und war hierher zurück gekommen.
War es wirklich erst Stunden her dass er hier gestanden hatte? Kaum zu glauben bei all den Gedanken und doch war es so. Er hatte immer noch vor Augen wie Malachai ihn unter einem Vorwand hierher gelockt hatte. Er hatte sie alle Grinsen gesehen und kam sich in diesem Augenblick vor wie das Opfer eines schlechten Scherzes, das Opfer über das sie sich nun lustig machten. Er spürte wieder wie die Wut hochkochte und seine Hand fast wie von selbst nach dem versteckten Dolch griff um es diesem hinterhältigen Kerl heimzuzahlen, der ihn da lächerlich machen wollte. Aber dann sah er sie wie sich sich vor seinen Blick schob....Selina. Oh ja sie wusste genau was in ihm vorging und hatte den Moment nur zu gut abgepasst um jenen Gedanken aus seinem Kopf zu scheuchen der sich grade festsetzen wollte.
Er schüttelte lächelnd den Kopf. Sie war schon ein kleines hinterhältiges Biest, natürlich hatte sie das alles geplant, niemand sonst hätte ihn wohl so hinters Licht führen können. Er war mehr als verwirrt gewesen in dem Augenblick als sie so vor ihm stand in ihren neuen Sachen, die sie wohl eigens für diesen einen Augenblick hatte von Tara schneidern lassen. Aber sie schaffte es ihn dann völlig aus dem Gleichgewicht zu bringen als sie sich auf einmal vor ihn kniete und zu sprechen anfing. Nein das konnte nun kein Scherz mehr sein, mit dem was sie da tat und sagte trieb sie keinen Schabernack, und als sie dann vor ihm stand sah er einfach nur in ihre Augen und genau in diesem Moment verschwand die Welt um beide herum.
In ihren wunderschönen, grünen Augen konnte er nun alles lesen... die stumme Bitte sie festzuhalten, die Bitte ihr zu Vertrauen trotz allem was sie ihm in den letzten Tagen und Wochen gebeichtet hatte, das Versprechen ihn nie mehr gehen zu lassen, immer in seinem Rücken und an seiner Seite zu sein, das schier grenzenlose Vertrauen in ihn..und er begriff. Er begriff das all dieses drum herum nur ein schöner Schein für all jene waren, die sie lieb gewonnen hatte und die ihr gute Freunde geworden waren und auch mehr als das, aber dass sie alle völlig unwichtig wurden wenn es um ihn, um sie beide ging. Und ebenso begriff sie das er es verstanden hatte was sie ihm sagen wollte als er sie ohne große Worte vor all jenen in die Arme nahm und lange und innig küsste, denn ihre Augen begannen zu leuchten wie sie es damals getan hatten, an jenem Abend in der Akademie als der Druide sie verbunden hatte.
Das Geräusch der sich nähernden Pferdehufe riss ihn aus seinen Gedanken heraus und brachten ihn leise zum lachen. Oh nein, er brauchte sich erst gar nicht um zudrehen um zu wissen wer da vorm Pferd sprang. Sie kannte ihn, sie hatte gewusst das er hier her zurück musste und schlang nun einfach die Arme um ihn, schmiegte sich von hinten an ihn und..schwieg. Kein Wort kam über ihre Lippen und doch wusste er sie lächelte glücklich und so standen sie dort noch eine ganze Weile schweigend, in Gedanken und Gefühlen so nahe wie man nur sein konnte...
Verfasst: Montag 18. November 2013, 16:21
von Malachai Schwarzmourne
Malachai wusste eigentlich nicht wirklich, was ihn geritten hatte.
Die letzte Zeit dachte er oft über gewisse Dinge nach, griff unbewusst in die Tasche und umschloss das Kalte Metal des kleinen Rings in diesem.
Ja, er fühlte sich glücklich, sehr sogar. Und die beiden waren schon immer für ihre Spontanität in dieser Ehe bekannt.
Und so erhob er sich vom Feuer, beflügelt von der Stimmung dieser schönen Feier, die Selina für ihren Arsen ausgerichtet hatte, und bat Sienara um eine Minute ihrer Zeit.
Sie gingen einige Schritte in den Wald, fernab neugieriger Blicke, zwischen den Bäumen versteckt, als er ihr tief in die Augen blickte und ihr den Ring reichte.
Er dachte garnicht daran, dass Sie etwas falsches denken konnte. Er verlor sich nur in ihrem Blick, während sein Herz wie verrückt schlug.
Er sagte es ihr zwar schon einmal, offenbarte ihr, dass Sie seine Frau ist, dass er keinen Priester oder sonstwen brauchen würde, der ihnen etwas besiegelte, was beide wussten und sich mit jedem einzelnen Kuss schworen.
Und doch, war der Moment perfekt. Ja Selina und Arsen waren hierfür die, die zeigten, dass es funktioniert. Auch wenn die beiden noch verheiratet sind.
Doch das zählte für Malachai nicht. Er brach nach und nach heraus aus diesem Wall aus Dunkelheit und Schatten. Sicher, er hätte es auch irgendwann alleine geschafft, doch das Sienara für ihn da war, seine Hand hielt, liess ihn förmlich aufsteigen und alles schlimme vergessen.
Der Schmerz heilt innerhalb von wenigen Sekunden, wenn er ihre Berührung spürt und alles Schlechte scheint wie verflogen.
Und so begann er, leise, nur für Sie hörbar, den Schwur zu leisten. Jenen, impulsiv aus seinem Herzen heraus, ohne darüber nachzudenken. Könnten Herzen sprechen, täten Sie es in diesem Moment und seine Gedanken verloren sich in ihrem freudigen Lächeln.
Er versuchte nicht zu zittern, als Sie ihm den Ehering, den er über all die Jahre verschlossen hatte, an den Finger steckte.
Doch ehe Sie diesen Bund besiegelten, schwor auch Sienara ihre Liebe und Treue Malachai gegenüber. Sein Herz schien förmlich herumzuspringen, jeden ihrer Worte aufsaugend und wie heilenden, wärmenden Balsam in sich einzuschliessen.
Ihre Hand dann zu nehmen, den Ringfinger hervorhebend und den Ring an diesen steckend, ja, mehr brauchte er nicht.
Er umschloss Sie, ein langer, sehnsüchtiger Kuss, in diesem Moment alleine, nur für sich.
Andere mochten darüber schmunzeln, Gottesgläubige dieses als Ketzerei abstempeln. Doch wer entscheidet, wann ein Bund des Lebens nur durch eine Person oder einen Repräsentanten geschlossen werden muss?
Wer bestimmt, dass es so und so ablaufen kann oder soll, damit es gültig ist?
Malachai war immer ein Atheist in diesen Dingen. Er bestimmte immer sein Leben und richtete es nach seinen Freunden und seiner Familie aus...nachdem, was ihm wichtig war.
Und was ihm am wichtigsten erschien, hielt er gerade lange im Arm, während seine Lippen sanft auf ihren ruhten und diesen Moment einfach nur genossen.
Er würde sein Leben für diese Frau geben, wie er auch seine Liebe ihr gab. Er würde Sie immer beschützen, sie immer im Arme haltend und für Sie da sein, wenn Sie es brauchten.
Er bereute nicht, dass Sie sich einst trennten, er hinterfragte nicht mehr, warum Sie damals weglief.
Er bereut auch nicht die Zeit, die dazwischen kam. Keine Sekunde. Vielleicht sollte das Schicksal so sein, vielleicht, wenn er darauf Wert legen würde, lenkten ausnahmsweise Götter oder sonstwer die Wege zu seinen Gunsten. Und er verschwendete keine Zeit mehr an die Vergangenheit, an den Schmerz, der ihn widerfahren ist und er auch ihr vielleicht gab. Für ihn war die Zukunft wichtig, mehr nicht und er sah hoffnungsvoll in jene hinein.
Sie gingen langsam, Hand in Hand zurück. Vielleicht verriet sein Lächeln den argwöhnischen Augen der anderen, was geschehen mag, doch er musste nicht darauf näher eingehen.
Dies war Selinas und Arsens Abend und sollte es bleiben.
So behält er diesen Tag stetig der vielen Dinge in guten Gedanken, die ihm öfters ein Lächeln auf das Gesicht zaubert.
Arsen, wie verdutzt er Blickte, als er doch nicht den vermeintlichen Adligen spielen sollte. Der dankbare Moment, dass Selina sich vor ihm stellte, ehe er einen Dolch in Malas Rücken werfen konnte (es ist immer gut, eine Rüstung zu tragen), der wunderbare Tanz, wo er in den Drehungen und Bewegungen einzig in Sienaras Augen blickte und das schöne Lied, das Malena und Rafdarn von sich gaben.
Selbst das Stirnrunzeln kommt immer wieder, wenn Malachai sich fragte, was der alte Kämmerer mit der Ratte am Spieß vor hatte.
Doch das springen seines Herzens, dieses Gefühl, das seinen ganzen Körper durchzog, kam nur, wenn er an die Minuten mit Sienara im Wald dachte. Ein Gedanke, der immer wieder aufkommt, wenn er auf seine Hand starrte und den kleinen, goldenen Ring begutachtete, auf dem filligran einige Lettern zu lesen sind.