Seite 2 von 6
Verfasst: Mittwoch 26. Juni 2013, 22:19
von Kadir Bashir
Was war nur in ihn gefahren? Es war raus... alles war raus oder zumindest das wichtigste. Keine Geheimnisse mehr, keine grundliegenden. Es war ein seltsames Gefühl... kaum zu beschreiben, noch nicht wirklich besser aber auch nicht viel schlechter. Erleichtert.. aiwa erleichtert war er, irgendwie zumindest.
Wie hatte er sich gefreut sie zu sehen. Er hatte wirklich nicht damit gerechnet das sie kommen würde. Er wusste nicht wann er sie wieder sehen würde, nicht nach dem gestrigen Tag und dann stand sie plötzlich einfach vor ihm. Süß wie immer... ob sie stören würde. Er war am Angeln und das wohl eher um sich abzulenken als aus irgendeinem anderen wichtigen Grund heraus. Abgesehen davon, dass er alles stehen und liegen lassen würde für sie...
Sie lies sich einfach in den Sand fallen. Sie war so unbeschwert... manchmal beneidete er sie dafür. Ihre kleinen, nackten Füße berührten das warme Meerwasser. Sie lächelte, noch etwas für seine Liste. Er musste schmunzeln, sie vergaß wirklich nichts. Er lies sich einfach neben ihr im Sand nieder, die Füße ebenfalls ins Wasser getaucht redeten sie eine ganze Weile.
Irgendwann drehte sich Hazar zur Seite, ihre Füße zeigten auf ihn. Er legte den Kopf zur Seite und sah zu ihr. Wie schön sie in diesem Licht doch war. Er lächelte. Er wollte sie richtig anschauen und so drehte er sich genau wie sie, zu ihr. Da kaum platz war und er kein Stück zurück rutschen wollte, ruhten ihre Füße ganz dicht beieinander. Mittem im Gespräch berührte ihr Fuß plötzlich seinen... Ein Schauer überlief seinen Körper. Er war völlig überwältigt von diesem kurzen, intensiven Gefühl.
Gestern schon dachte er, nur einmal, sie einmal berühren, dann würde er es schaffen sie ziehen zu lassen. Fehlgedacht... er sehnte sich nach ihrer Nähe, danach sie zu berühren.. Wieso hörte dieses Gefühl nicht auf? Es wurde immer stärker und stärker. Er mochte es so mit ihr da zu sitzen und sich einfach nur zu unterhalten.
Heute gab sie vieles von sich Preis. Wie verletzlich sie doch war. Er wusste das es etwas geben muss, dass ausgelöst hatte, das sie ihren Wert so unter den Scheffel kehrte. Er hätte nie gedacht was es war. Sie vertraute ihm, sie musste ihm vertrauen, sonst hätte sie ihm das nie offenbart.
Sie gab sich die Schuld am Tod ihrer geliebten Fidah... Wie gerne hätte er seine Arme schützend um sie geschlossen. Er wollte ihr einfach nur das gefühl geben nicht allein zu sein, für sie da zu sein, egal wann. Er streckte seinen Arm zu ihr, die Handfläche nach oben gedreht und sah sie an. Zögernd reichte sie ihm seine Hand, während sie von dem Schmerz erzählte. Von dem Tag als Eluive ihre Fidah zu sich nahm. Kadir drückte ihre Hand sanft, streichelte mit seinem Daumen über ihre Handfläche. Flüchtig, ob wirklich zufällig oder gewollt, berührte er mit seinen Füßen immer wieder die ihren.
"Oh Hazar... dich trifft keine Schuld an ihrem Tod". Er konnte den Schmerz in ihren Augen sehen, es war fast als würde er ihn spüren. Sie hatte keinen Fehler gemacht. Ihre Zeit war einfach viel zu früh abgelaufen. Sie taten was sie immer taten, ritten auf dem Rücken eines PFerdes. Lachten, hatten Spaß. Wer konnte ahnen was passieren würde? Ihre kleine Fidah starb bei dem was sie am liebsten machte und in den Armen einer Bluete die sie innig liebte. Hazar schaute ihn an.
"Wie machst du das nur? Das du immer die richtigen Worte findest". Es war nicht schwer die richtigen Worte zu finden, zumindest nicht bei so etwas. Und was machte sie die letzten Tage und Wochen? Sie heilte seine Seele mit ihren Worten. Sie brachte ihn zum lachen in Momenten wo ihm gar nicht danach gewesen wäre. Sie war bezaubernd...
Schweigen kam über sie... "Wird das nun immer so sein? Das wir reden und dann einer von uns beiden die Flucht ergreifen will?" Es war also wieder soweit. Der Moment war gekommen an dem die Situation kippte. War er ihr zu nah gekommen? Hatte er wieder etwas falsches gesagt? War es gar nicht falsch und sie machte was er getan hatte? Flüchten vor ihrer selbst, vor ihren Gefühlen, ihren Wünschen und Sehnsüchten? Machte er sich was vor und sie sah nicht mehr als einen Freund in ihm?
"Soll ich gehen?" Er musste, ihm blieb gar nichts anderes übrig. Er musste die Karten jetzt auf den Tisch packen. Er war es ihr schuldig. Wenn sie ging, dann musste sie alles wissen. Er hatte die Kraft nicht mehr all das länger mit sich herum zu tragen. Egoistisch... er verteilte die Last nun auf beider Schultern.
"Die Gedanken in meinem Kopf, die du immer wissen wolltest, sie beinhalten dich...."
"Ich hätte nie gedacht das ein Herz, welches man bereits verschenkt hatte, noch einmal so fühlen könnte..."
"... du bist ein Geschenk Eluives..."
"... ich mag dich... ich will nicht das du gehst..."
Er offenbarte ihr seine ganzen Gefühle. Verschönert, nicht direkt, anfangs noch recht vage gewann er mit der Zeit an Sicherheit und Mut. Sie schwieg, saß ruhig vor ihm, die Hände nervös in ihrem Schoss. Was sie wohl dachte? Was fühlte sie? Diese Ungewissheit...
"Es weiß niemand, ich werde niemandem etwas sagen..."
"... du hast etwas besseres verdient...."
"Ich werde deinen Wunsch respektieren Kadir". Er sah sie verwundert an. Wunsch? Was meinte sie, was würde sie respektieren? Sie wollte sich von ihm fern halten, Zahra würde Pazia und ihm das Geschenk überreichen, sie selbst würde nicht kommen. Was? Dachte sie ernsthaft sein Wunsch war sie nie wieder zu sehen?
Er blickte ihr tief in die Augen... "Mein Wunsch? Weißt du was mein Wunsch wäre? Dich für immer an meiner Seite zu wissen"... es war mit einem mal so leicht geworden zu sagen was er fühlte. Er verunsicherte sie damit, sie suchte den Blick zum Boden, wieder zu seinen Augen. Sie war völlig durch den Wind. Was hatte er ihr nur angetan?
Er hatte nach ihrer Hand gegriffen, seine um jene geschlossen auf seine Brust gelegt. Eine ganze Weile blieb sie dort während sie sprachen. Als er spürte das sie überall jetzt lieber wäre als hier hob er ihre Hand an, führte sie zu seinem Kopf. Seine Lippen hauchten, für den Bruchteil einer Sekunde, einen sanften Kuss auf ihre Hand, ehe er sie langsam zu ihrem Körper zurück führte.
"Du kannst nun ruhig gehen"... er wollte sie nicht fest halten. Doch eigentlich schon. eigentlich würde er sie am liebsten an sich ziehen und nie wieder los lassen aber er spürte das sie "luft"brauchte... Luft zum atmen, zum denken.
"Ich kann jetzt keine Entscheidung treffen". Oh nein, dass hatte er gar nicht erwartet. Es war alles über ihn gekommen. Zuviel die letzten Tage, er hatte keine Kraft mehr gehabt dagegen anzukämpfen. Sie erhob sich, zitternd, wankend. Er streckte hastig die Arme nach oben, sie stützen wollend... Ihre zarten Hände stützten sich an seiner Schulter, liebevoll sah er zu ihr auf.
Als sie sich gefangen hatte und sicher stand, löste sie ihre Hand von ihm. Sogleich stand er auf. Worte.. wenige Worte... Sekunden die wie Stunden vorkamen und doch viel zu schnell vorbei waren. Sie presste ihre Lippen zu fest aufeinander, drehte sich um.
Kadir stand dicht hinter ihr. Sie wollte etwas sagen... bitte sag es, dachte er, bitte sag was du denkst... sie behielt es für sich. Kein Wort... Für einen kleinen Moment hatte er das Gefühl sie würde sich leihct nach hinten kippen lassen. Ging es ihr doch ähnlich? Sie suchte seine Nähe...
War es richtig? Was konnte er ihr bieten? Pazia war nicht das Problem, Hazar war es... könnte Hazar damit leben? Würde er sie nach dem heutigen Tage wieder sehen? Sie eilte davon und mit jedem Schritt der sie weiter von ihm entfernte wurde sie schneller, bis er sie nicht mehr sah.
Kadir seufzte. Er liebte sie... dessen war er sich bewusster den je. Er hatte sein Herz an diese junge, unschuldige Blüte verloren. Wieso? Diese Frage würde er nie beantwortet bekommen... Er war nicht gt genug für sie...
Die Stunden vergingen und sie fehlte ihm bereits jetzt. Er machte sich auf, schlich durch die Wüste und fand sich vor dem Viertel der Ifrey. Zufall? Wohl kaum... eher Sehnsucht nach ihr. Was sie wohl tat? woran sie dachte? Hasste sie ihn jetzt? Hatte er alles zerstört was zwischen ihnen war? Er sah zu einem kleinen Zimmer auf in dem Licht brannte. Kopfschüttelnd machte er sich auf den Weg zurück. Im Sand, direkt am Strand verlor er jedoch den Zettel mit dem Gedicht (Gedicht was es ist) welches er am Vorabend auf die Rückseite einer Salzbestellung geschrieben hatte.
Allein machte er sich auf den Weg nach Hause...
Verfasst: Donnerstag 27. Juni 2013, 22:31
von Kadir Bashir
Ein Tag war vergangen... wenn man es richtig nahm war es nicht einmal ein kompletter Tag gewesen. Sie fehlte ihm... Wie schön es war als sie hier im Haus lebte. Wenn er morgens die Treppen hinunter stieg und sie in der Küche stand. Die Art wie sie ihn ansah, wie sie lächelte...
Ganz und gar, je mehr Zeit verging desto bewusster wurde es ihm. Wie hatte er es geschafft sich etwas vor zu machen? Sich Tag für Tag einzureden das da nichts war. Er fühlte das sie etwas verband... da war etwas, etwas das sie nicht aussprach. Es machte ihm ansgt weil er nicht wusste ob es gut oder schlecht war.
Würde sie immer wieder seine Nähe suchen, wenn ihr nichts an ihm liegen würde? Wenn sie nur Freunde wären? Er seufzte schwer... es machte ihm zu schaffen. Diese Ungewissheit. Wenn er doch nur nichts gesagt hätte. Wenn er still gewesen wäre, dann wäre sie jetzt hier bei ihm. Sie würden reden, gemeinsam lachen... sie würde ihn von der Seite her mit diesem Blick an sehen mit dem sie ihn so oft ansah. Ihre Augen würden ihn anfunkeln und in dem Moment wo sich ihre Blicke trafen, seine Knie nachgeben lassen...
Die Wirkung die sie auf ihn hatte war unbeschreiblich. Wie konnte sich in so kurzer Zeit soviel entwickeln? Ja, sie hatten sehr viel Zeit zusammen verbracht. Sie hatten so viel geredet. Sie kam in einer Zeit in der alles drunter und drüber ging und war sein Fels in der Brandung. Dank ihr verlor er nicht den Verstand. Sie war einfach für ihn da. Ohne Hintergedanke, ohne etwas dafür zu fordern, einfach nur weil es ihr bezauberndes Wesen war. Schon damals war da etwas zwischen ihnen gewesen. Etwas das im das Gefühl gab das er ihr grenzenlos vertrauen konnte. So erzählte er ihr was ihn beschäftigte und sie wertete nie...
War all das schon ein Anzeichen gewesen? Hätte er damals schon auf Abstand gehen sollen? Er konnte nicht... er brauchte sie, ihre Nähe, ihre Art, ihre Worte...
Immer wieder warf er seine Angel aus, während ihm all das durch den Kopf ging. Bei jedem Rascheln drehte er sich um und hoffte, sie würde einfach da stehen... nichts.
Er wollte Fisch für sie angeln. Er war gut darin und so könnte sie fleissig üben, ihn eines Tages zu kochen ohne das er ihr verbrannte. Ob sie seinen Fisch überhaupt annehmen würde? Immer ein Stück weiter nach Süden. Ein fisch nach dem anderen landete in seinem Korb. Angeln... hier am Wasser hatte er seine Ruhe, die Freiheit die er brauchte. Es war wie ein Zwiespalt, er sehnte sich nach der Ruhe und gleichzeitig nach ihrem unaufhörlichen Redeschwall.
Er musste daran denken wie sie ihm vom Tod ihrer Fidah erzählt hatte. Es hatte sie Kratf gekostet und war schmerzhaft und schwer. Dennoch erzählte sie ihm davon... weil sie ihm vertraute, dass sagte sie zumindest schon mehrmals. Vertrauen... Er sog die Luft tief ein... Am liebsten würde er die wenigen Meter bis zum Ifrey Haus laufen, klingeln und wenn sie die Tür öffnete einfach seine Arme um sie legen. Nur einmal seine Arme um sie legen...
Gib mir deine Hände,
ich werde sie halten,
wenn du Angst hast.
Ich werde sie wärmen,
wenn dir kalt ist.
Ich werde sie streicheln,
wenn du traurig bist.
Und ich werde sie loslassen,
wenn du frei sein willst
Das wusste er mit Sicherheit... er würde sie niemals zwingen. Niemals würde er zu Zafer gehen und mit ihm einen Preis über Hazar verhandeln um sie zu sich zu holen. Natürlich könnte er das... aber er wollte das sie aus freien Stücken bei ihm bleiben wollte. Er wollte das sie genau so fühlte wie er. Das er ihr fehlt, dass sie ihn just in diesem Moment genau so vermisste wie er sie..
Er hörte etwas hinter sich und drehte sich um. Erstaunt blickte er zu Aaminah... erst jetzt bemerkte er das seine Füße ihn wie von alleine direkt in das Viertel der Ifrey getragen hatten. Es war ihm unangenehm. Es war nicht Hazar die vor ihm stand, es war Aaminah und das in mitten ihres zu Hause. Sie fragte ihn mit gutem Recht was er denn hier mache. Das mit dem Angeln glaubte sie ihm nicht wirklich, lächelte und huschte davon.
Kadir beschloss sich auf den Rückweg zu machen. Hatte Salzmähne gerade mit dem Fisch beladen als Aaminah wieder hinter ihm stand. "Hazar hat gesagt ich soll dich holen". Für einen Moment flammte die Hoffnung in ihm aus, die nur einige Worte später wieder erlosch "oder einen Mann. Kadir es ist wichtig hat sie gesagt"... wichtig...
Aaminah klang besorgt nur deswegen ging er mit. Er wollte schliesslich Hazar's Wunsch respektieren und ihr die Zeit geben die sie brauchte. Zeit... wenn man sie brauchte verging sie wie im Flug, wenn sie einem lästig war, zog sie sich dahin wie Kupfer...
Ihre Blicke trafen sich als er das Haus betrat. Ihre Augen sagten mehr als 1000 Worte, sie hatte nicht damit gerechnet das Aaminah ausgerechnet mit ihm wieder kam. Es ging um Zafer und so hatte sie keine Wahl, sie musste ihn dulden. Rashid wollte ihm einen Finger abnehmen und Kadir sollte Zafer fest halten. Noch nie zu vor war er bei so etwas dabei gewesen. Jetzt aber konnte er ihrer Familie helfen, so wie sie der seinen geholfen hatte.
Er stützte sich auf seiner Hand ab um sicher zu stellen, dass er jene ruhig halten würde. Das Geräuscht während Rashid mit der Säge... Blut überall war Blut... Kadir redete immer wieder beruhigend auf Zafer ein. Er solle an Aaminah denken und das alles wieder gut werden würde. Es kam ihm vor wie eine Ewigkeit bis Rashid alles verbunden hatte und sagte, dass es vorbei sei. Vorbei... endlich. Hier im haus, so nah bei ihr und doch so weit entfernt... er wusste nicht wie lange er das schaffen würde. Zafers Beine gaben nach als er sich aufstellte. Ohne zu zögern packte Kadir stützend nach ihm, er legte Zafers Arm um seinen Hals und lief, ihn stützend, hinaus. Er kannte den Weg nicht aber Zafer musste sich ausruhen und er würde ihn nicht sich selbst überlassen.
Aaminah und Hazar standen nicht weit "komm hier her Kadir, ich zeig dir den Weg" hörte er ihre sanfte Stimme... Er folgte ihr, einige Schritte lagen zwischen ihnen. Zafer murmelte immer wieder unverständliche Dinge vor sich her. Der Schmerz, der Schock, der Schnaps... "ich lass sie nicht gehen". Kadir redete ihm zu das er das nicht müsse Aaminah würde niemals gehen, wieso auch?
Kurz bevor sie um die Ecke zu den Schlafsälen bogen sah Zafer ihn an "Ich werde sie dir niemals geben"... er wusste es... Zafer hatte es gemerkt. war es so offensichtlich?
Merkte es jeder nur er selbst hatte viel zu lange gebraucht um es zu erkennen? Als er Zafer auf das Kissen setzte und Aaminah den Raum betrat wollte er die beiden alleine lassen. Zafer blickte ihn noch einmal an "hörst du... ich werde sie dir niemals geben". Kadir schluckte schwer, sein Herzschlag beschleunigte sich. Es war Zeit zu gehen, er war hier nicht erwünscht und Hazar musste ihn auch schon viel zu lange ertragen. Als er die Tür raus trat stand sie vor ihm. Er konnte nicht anders, nur ein Blick...
"Dhabir" hauchte sie kaum hörbar. Sie bot ihm an sich hier zu waschen aber er verneinte. Er wollte sie nicht beläsitigen, wollte nicht das sie sich Umstände machte und wollte sich lieber zu Hause waschen. Hazar begleitete sie zum Hinterausgang. Ehe er hindurch trat sah er sie an und hauchte "er weiß es..."
Ihre Augen suchten seinen Blick. Sie verstand nicht gleich und so erklärte er ihr was Zafer gesagt hatte. Es war nicht was er nicht längst geahnt hätte. Ihm war bewusst das Zafer ihm Hazar nie einfach so geben würde... ein kostbares Kleinod.
Die Tür fiel ins Schloss, die Gittertür stand zwischen ihnen. Welch Ironie... Hazar streckte ihre Hand durch das Gitter, als er ihr die seine entgegen streckte lies sie jene unberührt. Sie legte die Hand an seine Brust, dort wo sein Herz schlummerte. "ich... Kadir..." Bitte sag doch was... bitte rede weiter, bitte Eluive lass sie ihren satz beenden aber sie konnte es nicht.
"Darf ich dir noch etwas sagen ehe ich gehe" fragte er sie sanft. Sie nickte sachte.
"Meine Mara sagte früher immer zu meinen Fidahs, wenn es ihnen nicht gut ging oder sie nicht weiter wussten...
Wenn deine Augen keinen Weg mehr sehen, schliesse sie und folge dem Weg den dir dein Herz zeigt...:"
"Herz..." hauchte sie leise. Er sah sie einfach nur an, trat einen Schritt zurück. Es war Zeit zu gehen
"Ich komme dich besuchen. Nicht heute, nicht jetzt. Ich muss in die Akademie, ich kann nicht schon wieder fehlen. Ich brauche Ruhe". Kadir nickte nur "Inshalla.
Er lief davon, zu Salzmähne, nahm sie an den Zügeln und lief am Wasser entlang nach Hause. Zafers Worte liesen ihm keine Ruhe.
Am Bashirviertel angekommen lies er sich erschöpft in den Sand fallen. Er zog das Hemd über den Kopf und legte es neben sich. Den Turban nahm er ebenfalls ab, ehe er einfach ins Wasser eintauchte um das Blut, die Gedanken, den Schmerz, den gesammten Tag von sich zu waschen.
[url=http://www.bilder-hochladen.net/files/4yd2-u-3417-jpg-nb.html][img]http://www.bilder-hochladen.net/files/4yd2-u-3417.jpg[/img][/url]
Verfasst: Samstag 29. Juni 2013, 14:36
von Hazar Sevinc Bashir
Der kleine Baldachinüberdachte Platz mit den Kissen war in den letzten Tagen einer meiner Lieblingsplätze geworden.
Ich mochte das Zusammenspiel der Elemente, in dem ich hier immer wieder versinken konnte.
Den Klängen des Liedes lauschend, wie schon am Anfang meiner Ausbildung und einfach die Gedanken schweifen lassen.
Das Meer rauschte, auch wenn die Sonne noch nicht völlig aufgegangen war.
Der Wind wog die Blätter der Palme sanft hin und her, und noch war der Sand nicht ganz so heiss, sondern angenehm kühl.
Ich hatte eine Tasse Kaktusblütentee und mein Notizbuch mitgebracht.
Das ganze Geschirr von meiner nächtlichen Kochaktion für meinen Magen und die Männer meiner Familie, hatte ich schon früh am Morgen weg gespült und nun konnte keine Natifah meckern.
Die Küche war wieder ordentlich.
Ich hatte zumindest jetzt eine grobe Idee, welches Thema ich für meine Shoka Arbeit nehmen wollte.
Es passte ganz gut, und interessierte mich sehr, also wollte ich natürlich mein Bestes geben.
So machte ich einige Notizen in das Buch, eher grobe Ideen und, noch, wirre Gedankenkonstrukte.
Ich musste erst einmal alles Notieren, und dann konnte ich sortieren und Nachforschungen anstellen.
Nach einer Weile des Schreibens legte ich die Feder nieder und lies meinen Blick über das Meer schweifen.
Die Luft roch salzig, und da es noch früh am Morgen war, löste ich den Schleier um mir den sanften Windzug um die Nase wehen zu lassen.
Ich genoss die Stille und die Einsamkeit. So sehr ich meine Familie liebte, so sehr brauchte ich zwischendurch auch mal ein wenig Ruhe für mich.
Dann lies ich meinen Blick durch die Umgebung schweifen.
Ein, fast ganz vom Sand bedeckter Zettel fiel mir auf und so erhob ich mich, um, meiner Neugier getreu, zu sehen was das war.
Eine Salzbestellung.
Zahra’s? Neda, keine Handschrift einer Natifah.
Wahid? Könnte sein.
Wer sonst schrieb Salzbestellungen auf?
Ich drehte den Zettel in meinen Händen, bis mir das Gedicht auf der Rückseite auffiel.
Einige Male wanderten meine Augen über die Zeilen ehe ich sachte nickte.
Er war also doch hier gewesen. Hatte er den Zettel verloren?
Ich nahm den Zettel mit zu meinem Platz, legte in in das Buch.
Dann erst griff ich wieder zu meiner Teetasse. Der Tee tat gut, ich trank in der letzten Zeit zu viel Mocca.
Meine Ernährung war auch gerade nicht die beste.
Ich vergaß zu essen bis meine Hände so zitterten, dass ich kein Getränk mehr vernünftig halten konnte. Und dann fiel mir mitten in der Nacht ein, das ich unbedingt noch etwas essen musste, und der Schlaf war danach so schwer.
Aufgrund des Lammeintropfes von dieser Nacht hatte ich jetzt natürlich auch keinen Hunger, aber ich würde mir etwas zum Mittag machen, einfach, damit sich mein Körper wieder an den Rhythmus des Essens gewöhnte.
Auf meinem Nachttisch sammelten sich die kleinen Geschenke.
Die Zuckerschneeflocke von Kadir, dazu gesellte sich seit dieser Nacht eine Salzrose von Haroun.
Ich sollte mich weniger um meine Familie und alle anderen sorgen, sondern mich um mich kümmern.
Ein guter Ratschlag, aber mir ging es doch gut?
Ich hatte es gestern geschafft, den Spieß herum zu drehen. Dieses Mal war nicht ich die Verwirrte sondern Rashid war es.
Meine Gedankensprünge waren vielleicht auch nicht für jeden verständlich.
Das Gespräch war gut.
Ich war ihm dankbar, dass er mir half. Und das in mehreren Belangen. Wenn Hassan also noch einmal eine Frage hätte, würde ich sie an Rashid weiter leiten.
Er war der Hakim, und er konnte sich besser damit auseinander setzen.
Ich war sicher, dass dies eine gute Zusammenarbeit werden würde.
Nicht nur, dass er mir auch noch den ein oder anderen Trick und Kniff verraten wollte, ich hatte ihn als Ansprechpartner. Das war gut so.
Ich war so dankbar, dass er Zafer geholfen hatte, und auch, das Kadir irgendwo in der Nähe des Hauses war, so das Aaminah ihn gefunden hatte.
Auch wenn ich die Heilerstube danach gründlich reinigen musste.
Aber nun gut, Hauptsache Zafer ging es wieder besser.
Er lud mich zu sich ein, und schon lenkte sich das Thema auf Kadir.
Mir war durchaus bewusst, dass er von Kadir ins Vertrauen gezogen wurde, und so wollte ich auch nicht um den heißen Brei schleichen.
In einem Punkt hatte er Recht.
Es lag nicht in meiner Entscheidung, wie viele Frauen sich ein Mann kaufte, es kam nur auf den Preis an, und ich hatte kein Recht mir einen Mann nur für mich zu wünschen.
Das Kadir Interesse an mir hatte, konnte ein guter Vorteil für mich sein.
Es gab gewisse Vorzüge.
Er war freundlich, höflich, ehrlich, sorgte sich und ich mochte ihn.
Zudem hatte er eine gute Position, Oberhaupt der Familie und Handelsminister.
Das wichtigste an allem war, das er mich mochte. Das er mich zu nichts drängen oder zwingen wollte.
Auch wenn es natürlich sein gutes Recht war, zu Zafer zu gehen und mit ihm über meinen Preis zu verhandeln.
Aber das wollte er nicht.
Dank Rashid hatten wir uns ausgesprochen.
Keiner von uns beiden wollte die Flucht ergreifen, kein schwerer Nebel des Schweigens lag zwischen uns, wir unterhielten uns und am Ende des Abends konnten wir sogar wieder ganz unbeschwert miteinander lachen.
Ich hatte ihm gesagt, dass ich wollte, dass er sich erst einmal um seine Hochzeit kümmerte.
Auch wenn Pazia wieder zu ihren Eltern gereist war, so sollte erst einmal dieses alles geschehen.
Ob ich zur Hochzeit aber dann erscheinen würde, wusste ich noch nicht.
Vielleicht blieb ich dann lieber zu Hause, und lies Zahra das Vergnügen unser Geschenk zu überreichen.
Ich würde abwarten, wie sich alles entwickeln würde. Ich hoffte, dass er damit leben konnte.
Er hörte jedenfalls nicht auf, mich mit seinen Worten und seinen Gesten zu berühren.
Es war wunderbar, ihn wieder öfter Lachen zu hören und das funkeln in seinen Augen zu sehen.
Diese Unbeschwertheit hatte ich vermisst.
Bei ihm und bei mir, waren unsere Gespräche doch ernst geworden.
Und doch war jedes Lächeln wieder ein kleiner Sonnenstrahl mehr.
Ein kleiner Schimmer.
Und vor allem, gut für meine Laune.
Als er mich nach Hause brachte, um sich danach um Rashid’s Belange zu kümmern, tappste ich vergnügt ins Haus und sah Haroun am Arbeitstisch sitzen.
Ich war gut gelaunt, der Abend, trotz des seltsamen Gespräches mit Nazeeya, war gut gewesen, ich hatte mich sehr wohl gefühlt.
Kadir lachte mit mir, Rashid war… zum Schluss hin ein wenig seltsam, aber dazu neigte er.
Und Haroun war ins Bashirhaus gekommen um nach mir zu suchen.
Und nun lief ich ihm wieder über den Weg.
Seine Worte waren für mich eine deutliche Überraschung.
Haroun Ifrey: [menek] ich habe zu Eluive gebetet, sie möge dich bald zu mir zurück schicken...und sie hat mich wohl erhört
Ich wusste im ersten Moment gar nicht, wie ich darauf reagieren sollte.
Und dann schenkte er mir noch diese Salzrose. Ein wunderschönes Kleinod, und er entschuldigte sich auch noch dafür, dass er nichts Wertvolleres für mich hätte.
So ein Unsinn.
Ich musste schon grinsen. Jetzt fing auch noch Haroun an, mich zu überraschen.
Was war nur los?
Als ich ins Bett ging, legte ich die Salzrose neben die Zuckerschneeflocke.
Ein schönes Bild.
Und ein Lächeln zierte meine Lippen, als ich einschlief.
Es war ein guter Tag gewesen.
Und ich freute mich schon auf den nächsten Tag. Immerhin hatte ich ja eine Art von Verabredung.
Verfasst: Sonntag 30. Juni 2013, 10:41
von Kadir Bashir
"Rashid sagte er habe dich selten so glücklich gesehen"... das hatte er zu Hazar gesagt? So sah Rashid ihn also und er hatte recht...
Die letzten beiden Tage waren so ereignisreich, so wohltuend, so unbeschwert.
Er hatte sie vermisst aber er wollte auch nicht einfach zu ihr gehen. Sie hatte ihm schliesslich gesagt sie würde kommen um zu reden. Er wollte gerade Salzmähne abladen als Rashid vor ihm stand und ihm sagte, dass er mit Hazar gesprochen hatte. Kadir wurde ganz flau im Magen. Hatte es was gutes zu bedeuten?
In seinem Haus angekommen redete Rashid etwas um den heißen Brei und lies ihn mit einem mal allein. Manchmal war er wirklich seltsam... Als er Schritte hörte die die Treppe runter kamen drehte er den Kopf und traute seinen Augen kaum. Hazar...
Sie setzte sich direkt neben ihn und sein Herz begann auf anhieb einen Takt schneller zu schlagen. "Ich könnte es schlechter treffen... eigentlich habe ich es sogar recht gut getroffen". Jener Satz verpasste ihm einen Stich in seinem Herzen, genau wie die Tatsache dass sie ja eigentlich nichts zu sagen hat und er durchaus einfach zu Zafer gehen könnte um mit ihm zu verhandeln.
So einfach war das nicht... Er wollte sie nicht zwingen bei ihm zu sein, er wollte das sie aus freien Stücken heraus bei ihm sein will, dass sie für ihn so fühlte wie er für sie. Zum anderen waren da noch Zafers Worte die er im Delirium gesprochen hatte "ich werde sie dir niemals überlassen"... Wie also sollte er bei Zafer Erfolg haben, wenn es nicht auch Hazars Wunsch war mit ihm zu leben?
Wenn er jetzt nicht alle Karten offen auf den Tisch legen würde wäre es zu spät und die Möglichkeit würde sich vielleicht nie wieder ergeben. So erklärte er ihr, dass er so nicht war. Das er nie ohne ihre Zustimmung zu Zafer gehen würde. Er lies sein Herz reden und nicht länger seinen Verstand. Sie lächelte ihn an, ihre Hände berührten sich wieder. Wie sollte er die Worte werten die sie sprach? "Ich mag es wenn dein Herz schlägt"... ja es schlägt, es schlägt ihm in diesem Moment bis zum Hals und all das nur wegen ihr. Die Wirkung die sie auf ihn hatte war unbeschreiblich und schien von Tag zu Tag stärker zu werden. Ob noch mehr merken würden was los war?
Sie ging vor ins Familienhaus, wollte Mocca kochen und etwas essen. Kadir musste noch etwas mit Rashid klären und wollte gleich nach kommen. Als er die Küche betrat stand sein Mocca auf dem Platz neben ihr und sein Herz lachte. Hatte es was zu bedeuten? Haroun war da... Er mochte Haroun und in diesme Augenblick machte er sich keine Gedanken um seinen Besuch. Immer wieder verstohlene Blicke zu Hazar. Ihr Duft der in seine Nase zog... Er musste sich zusammen reisen, sie waren nicht allein. Aber sie lachten, sie alberten, sie waren unbeschwert all das wofür er sie liebte. Wie leicht es war, wenn man den verstand einfach mal abschaltete und den Zeitpunkt genoß.
Haroun verabschiedete sich und auch Hazar wollte sich kurz darauf auf den Weg machen. Seine Chance noch einen Moment mit ihr allein zu sein. "Soll ich dich nach Hause bringen". Ein lächeln und ein ja folgten. Als sie am Ifrey Viertel angekommen waren standen sie sich direkt gegenüber. Er wollte nicht gehen... er wollte bei dieser Natifah bleiben. Ihre Augen trafen sich. Da war es wieder, dass Gefühl das sie etwas verband, das Gefühl das sie ihn nicht nur einfach mag... Einbildung?
Er legte die Hand die Hand kurz auf ihren Oberarm und streichelte ihn hinab.
"Ganz egoistish wie ich bin könnte ich dich rein bitten und du würdest
deiner höflichkeit entpsrechend neda ablehnen
und dann würdest du neda mehr aus meinen krallen kommen" Wie konnte sie das jetzt sagen? Wo es ihm eh so schwer fiel sich von ihr los zu reisen. Er konnte nicht anders als ihr zu sagen, dass er an keinem Ort lieber wäre als jetzt bei ihr aber Rashid brauchte ihn und nur deswegen musste er gehen. "Bis morgen?" Wie konnte sie nur fragen... natürlich bis morgen und er freute sich schon jetzt auf sie.
Als er sie am nächsten Tag aufsuchte um ihr den Fisch und so zu bringen war Zafer auch da. Er wusste nicht ob er sich daran erinnert was er zu Kadir gesagt hatte, daher fühlte sich Kadir recht unwohl. Zafer machte sich aber bald auf den Weg nach Adoran und Hazar drehte sich zu ihm. Sie redeten eine Weile bis sie unbedacht erwähnte das sie gestern noch für Haroun gekocht hatte. Mhh Haroun ging nach Hause und Kadir war davon ausgegangen, um zu schlafen. Nun ergab Rashids Frage plötzlich eine ganz andere Bedeutung "Wieso war Haroun bei uns"... "Oh Rashid er wollte nur Hazar besuchen". Bei uns zu Hause... er suchte Hazar im Haus der Bashir... wieso?
Er legte den kopf schief und lauchte weiter ihren Worten. Er hatte sie verwirrt. Gut, es war nicht sonderlich schwer Hazar zu verwirren aber er wollte den Grund dafür dennoch wissen. "Er schenkte mir eine Salzrose, er sagte er habe sie gesehen und an mich gedacht". Kadir atmete tief durch, da war es wieder, dass Gefühl jemand würde ihm die Luft abschnüren. Er konnte nicht anders, in seinem Kopf begannen die Gedanken sofort zu rotieren. Sie waren fast im gleichen Alter. Hazar verwirrte die Frage und er wusste er konnte sie mit einem "ich habe nur so gefragt" nicht mehr abspeißen. So erzählte er ihr, dass Haroun ein junger Mann sei, der sich Gedanken über die Zukunft macht. Ihr Geschenke überbringt die ihn an sie denken lassen und das Rashid sein Besuch seltsam vorkam.
Große Augen sahen ihn an "du meinst..." nun hatte sie es auch verstanden aber was dachte sie darüber? Sie gestand ihm das Haroun gesagt hatte er habe sie vermisst und zu Eluive gebeten das sie...
Sie musste den Satz nicht beenden, Kadir wusste genau was folgen würde. Sein Herz wusste es und sein Herz bekam nun ein Problem...
Gassur kam und ging... Nie war man ungestört. Sie wollte in Zukunft darauf besser achten aber das musste sie doch gar nicht. Sie war frei, es war ihr recht und er ihre Chance. Durch ihn könnte sie bei ihrer Familie bleiben. Er wollte keine Geheimnisse vor ihr und sagte ihr, dass es einen unterschied zwischen ihm und Haroun gab, nämlich das er ein Ifrey war...
Sein Herz zog sich zusammen... wie könnte er jenen Kampf gewinnen?
Gerade noch rechtzeitig löste er seine Hand von ihrem Kinn, als Zafer wieder die Küche betrat. Es war wirklich wie verhext das sie nie lange allein sein konnten. Als Zafer weg war erhob sich Hazar, packte einige Dinge zusammen und sah ihn auffordernd an. "Du vertraust mir doch oder". Er musste schmunzeln, war das sonst immer seine Frage gewesen. er folge ihr, in die Stadt, die Stadt hinaus, durch die Wüste, bis zu jenem alten Frack am Wasser. Sie setzte sich in den Sand und er sich direkt daneben. Endlich allein mit ihr. Konnte bitte jemand die Zeit anhalten?
"Ich habe Sachen dabei und ich mag den Ausblick". so so... natürlich waren das die Gründe das sie ihn hierher geführt hatte. "Gib zu es war eine gute Idee" blinzelte sie ihn an und Kadir konnte nicht anders als ihr zuzustimmen und zu fragen "Du wolltest also mit mir alleine sein". Sie wurde verlegen, stotterte bis sie irgendwann einfach zustimmte. Sein Herz hüpfte vor Freude. Sie wollte allein mit ihm sein das war doch gut oder? Sie war gerne in seiner Nähe, sie wollte alleine mit ihm sein, sie mochte wenn sein Herz schlägt, sie mochte ihn, sie mochte wenn er sie berührte... Hatte sie Gefühle für ihn? Kadir traute sich nicht sie einfach zu fragen. Sie mussten aufpassen, nein eigentlich musste er aufpassen. Er hatte sie mehr berührt als Shakur es je getan hatte... sie machte sich Sorgen deswegen und nicht ohne Grund. Er durfte nicht ihre Hand halten oder seine Hand unter ihr Kinn legen.
Es würde ihm schwer fallen in Zukunft noch mehr darauf zu achten wo er doch am liebsten die ganze Zeit ihre zarte Hand in seiner halten würde. Er gestand ihr das ihm das mit Haroun Angst machte. Ob sie verstand wieso? War ihr bewusst das wenn Haroun zu Zafer gehen würde sie sich nicht mehr sehen durfen. Zumindest nicht mehr so? War ihr bewusst das er sie verlieren würde? Doch kann man etwas verlieren was einem nicht gehört? Er hatte kein Anrecht auf sie auch wenn er sie liebte.
Die Zeit war um... wie immer viel zu schnell aber das Gespräch im tempel... er konnte sie nicht warten lassen. Und er musste ihr schliesslich noch etwas geben. Den Fisch und so... sie war neugierig was und so war doch er schwieg. Sollte er ihr sagen das er ihr einen Brief geschrieben hatte? Und das ein Schluessel in dem Beutel bei lag? Nein...
Kurz vor dem Tempel trennte sich ihre Wege und er gab ihr das kleine Päckchen. Was sie zu dem Brief sagen würde? Zu dem Schlüssel? Würde sie das passende Schloss finden?
Mit diesen Gedanken machte er sich den Pfad hinauf zum Tempel. sie würde ihm die Kraft geben seiner Fidah gegenüber zu treten und ruhig zu bleiben. So wie sie ihm immer Kraft und Hoffnung gab...
Verfasst: Montag 1. Juli 2013, 11:19
von Hazar Sevinc Bashir
Nachdem er zum Tempel abgebogen war, huschte ich nach Hause. Ich war schneller als eigentlich beabsichtigt.
Ein kurzes Gespräch mit Suraya, dann schnell nach Hause.
Was hatte er sich nur ausgedacht?
Ich lief an Zahra vorbei, nach oben ins Natifahzimmer.
Keiner da.
Noch ein prüfender Blick durch den Raum, ehe ich den Beutel vorsichtig öffnete.
Verrückter Kerl.
Fisch.
Und… ein Brief. Ich legte den Brief heraus, erst ein wenig später fiel mir der Schlüssel auf.
Ein Metaphorischer oder Metaphysischer Hinweis?
Ich setzte mich im Schneidersitz auf mein Bett, legte den Schlüssel neben mich und begann den Brief zu lesen.
Meine Augenbrauen hoben sich, bei jeder Zeile, bei jeder Seite, ehe ich am Ende angekommen war.
Ich legte den Brief auf meinen Oberschenkeln ab und griff nach dem Schlüssel.
Dieser wurde dann einer genaueren Begutachtung unterzogen.
Wo ich das Schloss wohl finden würde?
Ich hatte da schon Ideen, wahnwitzige Ideen, aber ich wollte es ausprobieren.
Dann packte ich den Schlüssel wieder ein. Eine kleine Tasche meines Gürtels musste als verwahrungsort herhalten.
Ich wollte ihn nicht an meinen Schlüsselbund machen.
Dann las ich den Brief noch einmal…. Und ein drittes Mal.
Erst dann faltete ich sorgsam die Seiten zusammen, und schob sie in eine andere Gürteltasche.
Diesen Brief durfte niemals jemand sehen.
Eilig, und mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, huschte ich die Treppen wieder herab.
Eigentlich wollte ich mich direkt auf den Weg machen, bis ich Zahra, halb verschwunden im riesigen Kochtopf in der Küche erblickte.
Sie war nicht gut gelaunt, das konnte man sehen.
Also führte ich ein längeres Gespräch mit ihr.
Der Schlüssel du das Schloss konnten warten, jetzt war Zahra erst mal wichtiger.
Sie weinte, sackte auf die Knie und ich hielt sie.
Sie tat mir leid, ich fühlte mit ihr. Sie war enttäuscht und zweifelte an sich selber.
Aber das musste sie nicht.
Sie war eine wunderschöne Natifah, sie vollbrachte kleine Meisterwerke mit ihren Händen. Sie konnte die Tränen Eluives finden.
Und vor allem, ihr Herz war rein und sie war eine tolle Cousine.
Sie musste sich keine Sorgen machen. Jeder Mann, der sie verschmähte, war ein Idiot.
Irgendwie schien dieses Thema dauerhaft bei mir zu sein.
Aber dieses Mal war ich diejenige, die ihrem Gegenüber das sagte.
Als es klingelte, und Amar vor der Türe stand, um mit Zahra zu sprechen, nutzte ich die Gunst der Stunde und schlich mich ungesehen aus dem Haus.
Wenn nicht jetzt, wann dann?
Ich eilte ins Bashir Viertel.
Je näher ich dem kam, desto weicher wurden meine Knie.
Ich holte mit bebenden Fingern den Schlüssel aus der Tasche und steckte ihn ins Schloss.
Ein kurzer Widerstand, dann ein klacken, ehe das was verschlossen war, auf ging.
‚Ach Kadir…‘, ging mir durch den Kopf. Einerseits war ich völlig überrascht, auf der anderen Seite auch Besorgt.
Schnell drehte ich den Schlüssel zurück, lies mit leisem knacken, das Schloss wieder einrasten und machte mich auf den Rückweg.
Mein Herz klopfte schnell, meine nackten Füße trugen mich hastig wieder nach Hause.
Hoffentlich war Zahra noch nicht wieder da.
Aber ich hatte Glück.
Sie kam erst wieder herein, als ich brav und artig am Herd stand, als sei nie etwas gewesen.
Erst danach beruhigte sich mein Herzschlag, und ich begann wieder eine längere Unterhaltung mit Zahra zu führen, natürlich versprach ich ihr, niemandem etwas davon zu erzählen.
„Woher weisst du das alles?“ Fragte Zahra mit großen Augen, nachdem ich eine Rede über Sitte und Anstand gehalten hatte, und dem bekannten Gefühl, einfach in den Arm genommen werden zu wollen.
„Ach, ich… ähm… Ich sollte doch verheiratet werden, Shakur, du weißt schon….“, puh, gerade rechtzeitig noch mal die Kurve bekommen.
Wie geläufig mir diese Gradwanderung war.
Ich konnte Zahra also gut verstehen, auch wenn ich das weder zugeben wollte noch konnte.
Immer wieder schlich bei dem Gespräch ein leichtes Lächeln auf meine Lippen, es kostete mich Mühe, mich einzig und alleine auf das Gespräch zu konzentrieren.
‚Weg, raus aus meinem Kopf… Hazar, konzentrier dich, hör auf zu grinsen…‘, schalt ich mich gedanklich selber.
„Denk dran Zahra, du bist eine stolze und ehrenwerte Blüte der Familie Ifrey. Wir lassen uns neda unterkriegen, wir tragen das Haupt erhoben. Du darfst dich neda unter Wert verkaufen und vor allem, gib den Werbungen neda zu schnell nach. Lass ihn sich anstrengen.“
Kam das gerade aus meinem Mund?
In Ratschlägen verteilen war ich gut. Etwas anderes war es, sie selber zu beherzigen.
Verfasst: Montag 1. Juli 2013, 12:54
von Kadir Bashir
Er war froh das er den Tag bisher mit Hazar verbracht hatte. Sie hatte ein wahnsinniges Talent dafür ihn abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen. Im Tempel angekommen warteten Nazeeya, Suraya und Sharif schon. Mit einem flauen Gefühl im Magen setzte er sich dazu. Erst kurze Zeit später schlich sich von Hinten Rashid an, der jedoch nicht nach vorne trat.
Das Gespräch verlief nicht wie erhofft, jedoch wie erwartet. Ein Zwiespalt, wie so oft in letzter Zeit. Er hatte lange darüber nachgedacht was er sich für diesen Tag hoffte. Als Nazeeya ihm von dem Treffen erzählte war er nicht begeistert. Wie sollten Wunden heilen wenn sie immer wieder aufgerissen werden? Er wollte abschließen, am liebsten alles vergessen, auch wenn er das niemals schaffen würde.
Heute, hier und jetzt hoffte er inständig, dass sie sich besinnt hatte. Das sie einsah wieso es ein Fehler war. Ihm sagte das es ihr leid tut, dass sie nie wieder so handeln würde. Nichts...
Sie würde es immer wieder tun... sie hat nichts falsch gemacht... Sie begann sich mit Onkel Marek zu streiten. Keiner hörte auf die Worte der Preehatim. Ein Wort gab das andere. Kadir sagte ihnen sie sollen ruhig sein, keine Reaktion. Wut war entfacht, es war zum zerschneiden gespannt.
Erst als er erneut gen Suraya das Wort erhob und Marek einen vielsagenden Blick zu warf schwiegen sie. Dafür erhob Nazeeya das Wort. Es war vorbei... alles beim alten. Als Suraya den Tempel verlies hörte er wie sie sagte "es ist traurig das die Yazir für mich mehr Familie sind als ihr es seit"... Er konnte nichts darauf sagen. Was hätte er sagen sollen? Er war so bemüht ruhig zu bleiben. Er hatte keine Kraft mehr jenen Kampf zu führen. Es zerriss ihm das Herz als sie ging...
Eile Weile saß er noch mit Sharif im Tempel. Er konnte ihn inzwischen verstehen, verzeihen würde jedoch noch ein langer Weg bedeuten. Kadir machte sich nichts vor, das wusste er.
Gedankenverloren lief er den Weg vom Tempel hinunter in die Stadt. Seine Füße trugen ihn wie von allein zu den Ifrey. Wie oft er dort in den letzten Tagen gewesen war. Ob man Verdacht schöpfte?
Es war ihm egal. Er musste sie jetzt sehen, ihre Stimme hören, ein Lächeln von ihr. Er brauchte sie jetzt um seine Wunden zu schliessen, um dem Schmerz Abhilfe zu schaffen. Wäre er doch einfach mit ihr in der Durrah sitzen geblieben...
"Es ist nicht deine Schuld Kadir". Sie hatte recht, was hätte er tun sollen? Auch er hatte früh seine Eltern verloren, musste Verantwortung für seine Geschwister tragen. Er war noch so jung und sollte mit einem Mal nicht nur Fadrim sondern auch Vater und Mutter sein? Unmöglich... Er hatte diese Aufgabe nicht geschafft. Es wurmte ihn, war er stets bedacht alles perfekt zu machen.. hier hatte er versagt. Naadja war einfach anders gewesen, er hätte Suraya nicht mit ihr vergleichen sollen. Nun blieb ihm nur es ab jetzt zumindest bei Sharif richtig zu machen. Würde er es schaffen?
Er neigte den Kopf zur ihr, ihre Augen trafen sich. Da war es wieder, dieses Gefühl das durch und durch ging. Wie gerne würde er diesem Gefühl den ganzen Tag nachgeben aber er konnte nicht. Er war nervös, würde sie ihn nach dem Brief fragen? Etwas dazu sagen?
Sie fragte ihn nach dem Schlüssel. Er musste schmunzeln das sie bereits heraus gefunden hatte, wo das passende Schloss dazu war. Sie war so neugierig aber das gefiel ihm.
Es sollte als Rückzugsort für sie dienen. Wenn sie einfach einmal ruhte brauchte. Wenn sie kochen oder lernen wollte. Wenn sie mal wieder keinen Schlaf fand und einfach jemanden zum Reden brauchte. Er würde immer für sie da sein, so wie sie für ihn da war. Sie behielt den Schlüssel. Ein gutes Zeichen?
Sie wollte das er ihr sein Haus zeigte. Natürlich würde er das tun. Damit sie nicht stürzt wenn sie im Dunkeln das Haus betreten würde. Sie sollte wissen wo alles steht.
Sein Herz klopfte wie verrückt. Wenn er die Gabe des Liedwebens erhalten hätte, würde er in diesem Moment die Zeit anhalten. War das überhaupt möglich? Egal, ihm war danach... er genoß die Momente mit ihr so sehr. Sie waren viel zu schnell vorüber.
Es war Zeit zu gehen, so gern er das geändert hätte, er konnte nicht. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging er zum Haus. Sharif war dort. Sie reden lange. Über alles mögliche und wohl das erste mal ganz ruhig, ohne Streit, ohne Vorwürfe. Kadir wusste, auch das hatte er Hazar zu verdanken.
"Und wenn es mehrere Frauen sind" fragte Sharif seinen Bruder, als sie sich über die Natifahs des Landes unterhielten. Kadir schmunzelte "dann geht es dir wie mir" kam es über seine Lippen noch ehe er nachdenken konnte. Mist. Nicht aufgepasst... Er konnte sich gerade noch aus der Situation retten und machte sich kurze Zeit später auf den Weg in sein Haus.
Ob sie den Schlüssel jemals benutzen würde? Er würde am Morgen dennoch alles aufstellen. Für den Fall der Fälle sollte alles vorbereitet sein. Es musste alles da sein was sie brauchte. Er konnte nicht aufhören an sie zu denken. Angst legte sich um sein Herz. Angst war so irrational das er nichts dagegen tun konnte. Es gehörte sich einfach nicht eine Natifah nach ihren Gedanken und Gefühlen zu fragen... oder schob er nur seine Feigheit vor. Was würde passieren wenn Haroun Anspruch auf Hazar erheben würde?
Er dreht sich um, zog ein Kissen dicht zu sich heran und hoffte das Eluive ihm bald den Schlaf bringen würde den er brauchte. Noch mehr als das hoffte er von ihr zu träumen...
Verfasst: Dienstag 2. Juli 2013, 08:13
von Hazar Sevinc Bashir
Ich war nach Hause gerannt.
Normalerweise bin ich eher der Schlenderer, aber heute musste ich einfach.
Es war dunkel, die Nacht war bereits kalt, und auf bloßen Füssen huschte ich durch die Durrah. Ich kannte den Weg sehr gut, ich war ihn dutzende Male bereits gelaufen. Ich wusste in etwa, wo ich hin treten muss, auch wenn natürlich, gerade mit nackten Füssen, das Risiko groß war, einem Skorpion zu nahe zu kommen.
Aber ich hatte Glück. Kein Skorpion, keine Schlange, kein anderes Viehzeug.
Als ich die Türe öffnete, um das Haus zu betreten, und wirklich nur, schnell und eilig, die drei Schritte durch die Küche zu machen, musste ich feststellen, dass doch noch nicht alle Familienmitglieder schlafen gegangen waren.
Ausgerechnet Zafer und Aaminah saßen da.
„Salam… Lasst euch neda stören, ich bin sofort wieder weg“, versuchte ich einerseits die Höflichkeit zu wahren, andererseits um Fragen aus dem Weg zu gehen.
Aber nein.
Aaminah forderte mich auf, mich dazu zu setzen.
Das Lächeln auf meinen Lippen erstarb, und eine eher Sorgenvolle Mine machte sich breit.
„Ach, sag mal, weißt du, wo Kadir war? Er war neda im Familienhaus, neda in seinem Haus… Ich wollte ihm die Bestellung vorbei bringen, aber du siehst ihn sicher früher als ich, also sag ihn doch hudad, dass ich seine Bestellung in die Lieferkiste gelegt habe.“ Aamimah plapperte vor sich hin, und still blieb ich einfach auf meinem Kissen knien.
Nun mischte sich Zafer doch ein.
„Was hat er denn Bestellt?“ Ganz beiläufig, den Blick auf den Teller vor sich gerichtet.
„Vorhänge und Kissen“ Antwortete Aaminah. „Hazar, kennst du seine Wohnung? Das wird bestimmt schön aussehen und du wirst dich da sicher sehr wohl fühlen, wenn alles einmal fertig ist.“
‚Verdammt, Minchen, halt doch bitte bitte den Mund‘, ging es mir durch den Kopf, während Zafers Blick düsterer wurde.
„Ich denke neda, das ein Mann einer unverheirateten Natifah JEDEN Winkel seiner Wohnung zeigen sollte. Ach, und… sag mal, wo kommst du eigentlich her?“ Zafer sah mich an.
„Ich… ähm…äh…“, ich seufzte leise. „Ich war bei Kadir“, Lügen konnte und wollte ich nicht.
Zafers Mine schlug um.
„Ich weiss, es ist spät, das gehört sich neda, es tut mir leid…“, versuchte ich noch irgendwas zu retten.
Und natürlich tat es mir leid, und ich machte mich schon darauf gefasst, mir etwas anzuhören.
Aber nichts.
Schweigen.
Zafer sah mich an mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck.
Das war schlimmer als das was Talib immer gemacht hatte.
Toben, Schreien, Strafen verhängen. Damit wäre ich zurecht gekommen. Aber Enttäuschung?
Ich sah auf den Tisch, ich wollte ihn nicht ansehen.
Er lies sich von mir eine Flasche Schnaps geben, und trank das erste Glas recht zügig aus.
„Ich werde keine Fragen mehr stellen, auf die ich die Antwort nicht hören will. Ich habe schon einen Freund verloren“, der Satz hatte gesessen.
Beschämt und Traurig sah ich weiter auf den Tisch.
Ohne weiter darauf ein zu gehen, verabschiedeten sich die beiden ins Bett.
Ich räumte noch das Geschirr ihres Abendessens weg, spülte und brachte die Küche in Ordnung. Nicht das Aaminah viel Chaos hinterlassen hätte, viel war nicht zu tun, nur das Geschirr.
Dann schnappte ich mir die Tasche, machte mich auf den Weg zur Treppe und hörte sie oben noch reden.
Das war das letzte was ich jetzt wollte.
Ihnen nochmal in die Arme laufen. Ich wusste jetzt nicht, wo genau sie standen, aber die Lautstärke der Stimmen deutete darauf hin, dass sie nicht weit von der Treppe standen.
Kurz überlegte ich mir, sie einfach zu belauschen, aber das gehörte sich nicht.
Also drehte ich mich herum, ging zurück in die Küche, von dort aus nach draußen.
Ich lies mich unter das Baldachin fallen, und betrachtete das Meer.
Verdammt… Der Abend war so schön gewesen.
Und jetzt zog sich alles zusammen, mein Magen, meine Kehle….
Verfasst: Dienstag 2. Juli 2013, 18:01
von Kadir Bashir
Sein Blick verharrte ruhig auf der Tür die gerade ins Schloss gefallen war. Er hatte nicht bemerkt wie spät es geworden war... hoffentlich würde sie niemand sehen. Kadir drehte sich mit dem Rücken zur Tür und lies sich langsam hinab sacken. Dort saß er, die Beine angezogen, die Hände zusammen gefaltet, so dass seine Fingerspitze seine Nase berührten.
All das erschien so unwirklich. War das wirklich passiert? War es nur ein Traum, ein Hirngespinst, ein Wunsch der wahr wurde? Er schmiegte lächelnd die Arme um seine Beine und schloss die Augen. Im Geiste lies er alles noch einmal geschehen.
Hazar, die plötzlich vor seiner Tür stand damit er sein Versprechen einlösen konnte. Er konnte ihr an der Nasenspitze ansehen wie neugierig sie war und doch stieg sie die Treppen nicht hinauf um zu sehen wie er sein Schlafgemach eingerichtet hatte. Er hätte gewartet, er wusste was sich gehört aber so neugierig wie sie war, so stur konnte sie auch sein. Frotzelnd sagte er nur zu ihr "du wärst eh nur neidisch auf mein Bett" und stieg grinsend die Treppe hinab. Sie sah sich alles genau an, doch ihre Augen weiteten sich erst als er ihr den kleinen Platz zeigte den er für sie hergerichtet hatte.
Nichts besonderes. Ein Teppich, einige Kissen, Vorhang drum herum damit sie ihre Ruhe hatte, Bücherregale. Einige Pergamentrollen, eine Feder, leere Bücher und frisches Obst. Er wollte ihr einen Rückzugsort bieten an dem sie in Ruhe lernen und ihre Shoka Arbeit schreiben konnte. der Eigennutz daran war, dass es sich gut anfühlte sie in seiner Nähe zu spüren. Er wollte ihr helfen ihre Ziele zu erreichen, ihre Träume zu erfüllen. Sie standen im Türrahmen des leeren Zimmers, dessen Sinn und Zweck noch nicht gefunden war. Hazar sah Kadir an... ihre Blicke trafen sich. Was sie doch alles mit nur einem Blick in ihm auslösen konnte. Hazar erzählte ihm von einem langen Gespräch mit Zafer...
Der Name brachte einen bitteren Nachgeschmack. er mochte Zafer aber seine Worte gingen ihm einfach nicht aus dem Kopf. Sie hatten ausgemacht, dass Zafer sie nicht einfach verheiraten würde, dass er sie fragen würde, doch wenn der Omar zurück kehren würde und sie verlangt, so seien ihr die Hände gebunden. "Egal wie sehr mein Herz schreit"... Kadir wollte das nicht. Er wollte nicht das sie einem anderen Mann versprochen wird. Ihm war gleich ob ein Omar, Haroun oder ein Yazir. Er wollte sie doch... er wollte sie für immer an seiner Seite wissen.
"Ich will das nicht..." kam es einfach so über seine Lippen. Hazar neigte den Kopf zur Seite. Sie hatte recht, mitten in einem Türrahmen solche Dinge zu besprechen... es gab bessere Orte. Kadir ging hinauf und schnappte alles an Getränken was ihr schmecken könnte. Als er zurück in den Keller ging saß sie schon auf einem der Kissen und schmunzelte ob der Vielfalt die er mit gebracht hatte.
Er setzte sich leicht versetzt neben sie, den Blick nicht von ihr lassend. Ob sie wusste was sie ihm bedeutete?
Hazar verstand nicht was er alles für sie tat. "du bist so selbstlos". Gibt es etwas wichtiges als die Natifah die man liebt auf Händen zu tragen und ihr jeden Wunsch zu erfüllen? So war er doch erzogen worden. Hazars Worte hallten in seinem Kopf "Talib hat nur Rija, Zafer nur Aaminah"... Er hatte schon Pazia und er wusste, all das wäre soviel leichter wenn dem nicht soo wäre. Eine Situation die er nicht ändern konnte. Eluive muss sich etwas dabei gedacht haben, dass sie Hazar in sein Leben brachte, dass sie sein Herz für ihre Worte öffnete und er nun hier saß und verrückt nach dieser Blüte war.
Als sie wieder mal ihren Blick senkte, schob er die Kokosmilch bei seite und setzte sich vor sie. Seine Hand griff unter ihr Kinn und hob es sachte an. "Du bist so wunderschön, du hast keinen Grund dich zu verstecken". Wie erwartet konnte sie damit nicht umgehen. Inzwischen sollte sie doch wissen wie wundervoll sie ist. Er legte seine Hand an ihre Wange. Erst spannte sich jede Faser ihres Köprers an. Als er schon versucht war sie wieder weg zu nehmen entspannte sie sich. Jetzt, genau jetzt. Er musste es tun. Es würde keinen besseren Zeitpunkt mehr geben und es quälte ihn. "Hazar ich.. ich muss... darf ich dich etwas fragen". Er durfte und so tippte er sich mit seiner freien Hand sachte gegen seine Brust. "Was fühlst du"
"Kadir ich..." gespannt wartete er. Die Sekunden bis sie weiter sprach kamen ihm wie eine Ewigkeit vor. Hatte er sich getäuscht? Was würde sie sagen? "ich mag dich wirklich gern. Ich freue mich jeden Tag darauf dich zu sehen. Ich bin so gerne in deiner Nähe und lasse mich von dir von allem anderen ablenken. Egal wie schlecht die Tage sind, bei dir kann ich mich fallen lassen. Ich habe Angst etwas falsch zu machen... Angst wieder verletzt zu werden"....
Verletzen? er würde dieses wundervolle Geschöpf niemals verletzten, dazu war sie ihm zu wichtig, dazu liebte er sie zu sehr. Als er sie nach den Fehlern fragte die sie nicht machen will und sie ihm antwortete "ich würde gerne einfach den schleier vom Kopf reisen und mich an dich lehnen und einfach in deinen Armen sein"... Kadirs Herz begann wie verrückt zu schlagen. War das ihre Art zu sagen, dass sie im Grunde genau so fühlte wie er? Sie sehnte sich nach seinen Armen, das hatte doch etwas zu bedeuten. Es war das was er hören wollte, was er gehofft hatte zu hören. Natürlich respektierte er ihren Wunsch und er würde sie nie zu etwas drängen. Gleich wie groß seine Sehnsucht sein mochte, Geduld... er musste Geduld haben. Noch war sie nicht sein...
Er wünschte sich sie wäre früher in sein Leben getreten. Er konnte und er wollte offen und ehrlich zu ihr sein. Erklärte ihr von seinen Gedanken, was wäre gewesen wenn? Doch spielte es eine Rolle? Die Vergangenheit konnte man nicht ändern und vielleicht sollte es genau so sein wie es nun war. Vielleicht sollte sie erst in diesem Moment in sein Leben treten. Als sie im garten vor ihm saß und zu ihm sprach... dort erst war ihm aufgefallen, welch bezauberndes Wesen dort vor ihm sitzt. Wem musste er dafür danken, dass all das mit Rashid passierte, dass der Shanun Hazar ins Bashirhaus schickte?
Kadir versuchte ihr zu erklären, dass nicht nur ihr Aussehen und ihr Wesen total gegensätzlich waren sondern das auch die Gefühle sich unterschieden. Er liebte Pazia, keine Frage und es würde sich nicht ändern. Er würde sie heiraten und dafür sorgen, dass sie das Leben bekam was sie verdiente. Er würde immer für sie da sein. Aber dennoch unterschieden sich die Gefühle. Es war so schwer in Worte zu fassen und doch versuchte er es so gut er konnte.
Hatte sie es verstanden?
"ich bin jung, dumm und unerfahren"... Glaubte sie wirklich was sie da sagte? Dumm? Kadir hatte noch nie eine so junge Blüte gesehen, die so klug war. Natürlich war sie unerfahren und machte ihre Fehler aber das gehört doch dazu. Er mochte sie genau so wie sie war.
"das du anders bist weiß ich, sonst wäre ich nicht so gerne in deiner Nähe". Wieder begann sein Herz zu hüpfen. Die Worte berührten sein Herz, jedes einzelne. Jedes noch so kleine Wort berührten in tief in seiner Seele. So sehr hatte er gehofft, so sehr sich danach gesehnt.
Noch kämpft sie dagegen an, so wie er vergeblich gekämpft hatte. Würde auch sie erkennen, dass man diesen Kampf nur verlieren kann?
Sie hatte Ansgt ihn zu enttäuschen, Angst das er sie eines Tages nicht mehr mögen würde. Oh Eluive, zeig ihr wie wichtig sie ihm ist. Welchen Platz sie in seinem Leben eingenommen hatte. Er würde alles für sie geben wenn es sein müsste. Die Gefühle tief in seinem herzen würden nicht einfach wieder verschwinden. Es machte ihm oft selbst Angst wie stark sie waren. Gerade wenn er daran dachte was passieren würde wenn sie doch einen anderen... Dann musste er sie los lassen ob er wollte oder nicht.
Es beruhigte ihn zu wissen, dass Zafer diese Entscheidung nicht ohne Hazar treffen würde. Würde sie ihm dann sagen was sie wirklich will? War er überhaupt was sie wirklich wollte? Er besinnte sich in dem er auf ihre HÄnde hinab sah. Beide ineinaner verschlungen, wie eins... Sie wusste es... tief in ihrem Herzen waren sie verankert und suchten ihren Weg an die Oberfläche. Er würde hier sein, wenn dieser Tag gekommen war. Er würde auf sie warten. Die Arme öffnen und sie liebevoll darin empfangen... Geduld Kadir... Geduld.
Zafer hatte sie gefragt wieso er so oft bei ihr war. Erinnerte er sich wohl doch an seine Worte während dem Delirium? War er wirklich so oft dort? er musste wohl besser aufpassen. Es war so spät... leider schon viel zu spät. Wieso verging die Zeit mit ihr nur wie im Fluge und die Zeit ohne sie, sidete endlos dahin?
Beide erhoben sich, standen sich dicht gegenüber. Neckereien, Lachen, leuchtende Augen. Wenn er diesen Moment doch nur fest halten könnte. Wieso nicht? Weil er den nächsten, viel wichtigeren, einprägsamen und unvergesslichen Moment sonst nie erlebt hätte. Sie öffnete ihre Arme und legte jene vorsichtig, gar flüchtig um ihn. Eine Umarmung? Kadir war für den ersten Moment so perplex. War es wirklichkeit? Bevor er den Moment verpassen würde zog er sie dicht an sich heran und schmiegte seine Arme um sie. Nicht zu fest, nicht zu nah und doch nah genug um ihre Wäre zu spüren. Sein Herz klopfte wie verrückt. Er wollte sie nie wieder los lassen aber er musste. Kaum hatte er daran gedacht löste sie sich zaghaft von ihm und er lies sie los.
"Dhabir" hauchte sie leise. Ihr gefiel es also auch. "Geh.. ehe ich dich nicht mehr gehen lasse".. Sie zwinkerte ihm zu und machte sich auf den Weg nach oben. Vorsichtig öffnete sie die Tür und blinzelte hinaus. Niemand dort.
Sie war überzeugt davon das Eluive ihr schöne Träume bescheren würde. Würde sie von ihm träumen? Hatte sie vielleicht schon einmal von ihm geträumt und es nur nicht erzählt? Er hob seinen Blick und löste die Arme die um seine Beine geschlungen waren. Er wollte schlafen, er wollte ihr in seiner Traumwelt wieder begenen und er wollte das die Nacht schnell vorüber ging, damit er sie bald wieder sehen konnte.
"Ich liebe den Moment, in dem du mir in die Augen schaust und zwischen uns etwas passiert, was Worte niemals ausdrücken können"
Verfasst: Mittwoch 3. Juli 2013, 06:45
von Kadir Bashir
Da war es wieder, das Gefühl das ihm die Luft abschnürte. Er war spät dran aber was hätte er tun sollen? Als es klingelte war er fest davon überzeugt es würde Hazar sein. Schmunzeld lief er die Treppen hoch, sie hatte doch einen Schlüssel wieso nutzte sie ihn nicht einfach? Als er die Tür öffnete kannte er die Antwort. Zafer und nicht Hazar stand vor seiner Tür. Jetzt war es also soweit... So schnell hatte er nicht mit seinem Besuch gerechnet. Zafer blieb freundlich, entschuldigte sich für seine Worte die er im Delurium gesprochen hatte. Kadir war verunsichert, war das ein Test? War Zafer wirklich nur hier um ihn aufzuklären das Hazar eine unberührte, junge Blüte der Ifrey war? Ihm sei aufgefallen das er oft bei ihnen war, um ihretwillen...
Ein Test, es musste ein Test sein.... "Zafer ich mag sie sehr" Zafer lächelte nur. Er wusste es, Kadir war sich sicher das er wusste das es nicht einfach nur mögen war... "Ich kann es mir zusammen Reimen" sagte er lächelnd. War das nun gut oder schlecht? Zumindest hatte Kadir seinen Kopf noch. Sollte er näher darauf eingehen? Sollte er ihm sagen das er gerne um sie werben würde? Er wollte erst noch einmal mit Hazar darüber reden und so traf es sich gut das Zafer noch zu Rashid wollte.
Hastig zog sich Kadir die Stiefel an und eilte durch die Stadt in Richtung Ifrey. Er war nur wenige Minuten zu spät dran aber darüber konnte Hazar sicher hinweg sehen wenn sie erfuhr weshalb.
Er wollte gerade um die Ecke biegen als sie, auf ihrem Pferd sitzend, um die Ecke bog... Nicht allein... Sie wollte sich gerade auf den Weg zu Althan machen... Mit Haroun. Es versetze seinem Herzen einen Stich, die beiden so zu sehen. "Möchtest du trotzdem noch mit kommen?" Nein...
Das war ihre Verabredung gewesen... Ja er war zu spät aber doch nur wegen Zafer.... Und nun sollte er als 5. Rad am Wagen mit ihnen reisen? Die Luft in seiner Brust wurde immer dünner, dieser Anblick schmerzte ihm. Kadir wünschte ihnen eine gute Reise und drehte sich sofort zum gehen um.
Wieso ausgerechnet Haroun? Sie dachte sich sicher nichts dabei sagte ihm die Vernunft, sein Herz hingegen krampfte sich schmerzlich zusammen.
Stunde um Stunde verging. Immer wieder sah er zu seiner Tür und hoffte sie würde davor stehen. Als ihm die Decke auf den Kopf fiel machte er sich auf den Weg zum Familienhaus. Kurze Zeit später klingelte es. Hazar? Er schüttelte den Kopf, wollte sich keine Hoffnung machen.
Es war Yasmeen.... Und es Tat so gut sie zu sehen. Er offenbarte sich ihr. Sie redeten lange "kadir sie scheint dir sehr gut zu tun" ja das Tat sie
"Gib nicht auf! Kämpfe um sie"... Jene Worte hallten immer wieder durch seinen Kopf während er an diesem Abebd vergebens wartete... Hatte er am gestrigen Tag doch etwas falsch gemacht?
Verfasst: Mittwoch 3. Juli 2013, 19:38
von Hazar Sevinc Bashir
Was für ein Tag.
Erst hatte ich mir stundenlang überlegt, was ich anziehen wollte, dann musste ich auch noch meine Geduld erweitern.
Ich hasste warten.
Aiwa, sicher, ich wusste das es eine Weile dauern würde, aber ich war schon so voller Vorfreude, wenn das Zimmer endlich eingerichtet war.
Herrjeh.
Ein Bücherregal stand in meiner zukünftigen Bibliothek, und das war auch noch beim Umzug in den neuen Raum kaputt gegangen.
Und nichts destotrotz war ich begeistert von der Idee, und Zafer sehr dankbar das er mir das erlaubt hatte.
Ich alleine trug die Verantwortung. Ich alleine würde die Konsequenzen tragen, wenn irgendwas schief gehen würde.
Es lag in meiner Verantwortung, alle Bücher sorgsam zu prüfen ob sie für alle Familienmitglieder geeignet waren.
Alle anderen Bücher, würde ich bei mir unter Verschluss halten.
Es war etwas anderes, ob ich mit dem Inhalt umgehen konnte, oder ob es alle konnten.
Langsam wurde es Abend. Und so sehr ich auch in meinen Planungen gefangen war, jetzt wurde es langsam Zeit, aufzubrechen.
Ich zog mir meine Hadrirobe über, legte das Kopftuch in der passenden Farbe über den Kopf und band alles fest, ehe ich mit dem Stab bewaffnet nach unten lief.
Ich wollte schon zu Kadir, wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg halt zum Propheten.
Vergnügt vor mich hin grinsend, schlenderte ich in Richtung Tor.
Und, wie konnte es anders sein, ich traf auf Haroun.
Er schien sich zu freuen mich zu sehen, er lächelte, und auch seine Augen zeigten, dass er sich freute.
Wie es geht, was man so macht, alles Fragen, die nun mal aufkommen, wenn man sich einige Tage nicht gesehen hat.
Ich erklärte, das ich meinen Zielen und Wünschen ein kleines Stück näher gekommen war, und er freute sich für mich.
So erzählte ich ihm überschwänglich von meiner Bibliothek, von dem was da noch so alles kommen sollte und ich zeigte ihm den Raum.
Er wollte sogar einige der Geschichten aufschreiben, die seine Mara ihm abends immer erzählt hat.
Eine schöne Idee, ich würde sie gerne hier für alle hinlegen.
Ich dankte ihm dafür und das Gespräch ging noch ein wenig weiter.
Ich erzählte ihm, dass ich noch nach Grenzwarth müsse und das meine Begleitung sicher gleich kommen würde.
„Ich würde für dich durchs Feuer gehen…“, seine Worte, als es um meinen Begleitschutz ging.
Meine Augen weiteten sich und ich legte den Kopf schief. Das musste ich jetzt nochmal hinterfragen.
„Für MICH oder die Familie?`“
„Für dich UND die Familie“
So, ich wurde also extra aufgezählt. Hm, naja, ich würde abwarten.
Kadir war nicht gekommen, und ich konnte jetzt auch nicht zu ihm gehen.
Haroun wollte meinen Schutz und mich begleiten.
Auf dem Weg aus der Stadt, es war wie verhext, trafen wir erst auf Zafer, der das ganze Wohlwollend abnickte, und dann auf Kadir, der, durchaus nachvollziehbar, gekränkt war.
Es tat mir leid, ihn so zu sehen, aber er wollte dann auch nicht mit.
Irgendwie verständlich, aber ich musste einfach fragen.
Der Besuch bei Althan war, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Er redete viel.
Und man musste so aufpassen. Er dreht einem die Worte im Mund herum, und wenn man nicht wirklich gut aufpasste, verwendete er sie gegen einen.
Es war durchaus interessant sich mit ihm zu unterhalten, auch wenn seine Worte voller Überzeugung für den falschen (für mich) Weg tropften.
Der Heimweg war befreiend.
Mitten drin hielt Haroun an.
„Heee, Hazar..“
„Aiwa?“
„Was hälst du von einem kleinen Wettrennen? Wer als erster am Tor ist?“
Uuuuhhh, ein Wettrennen.
Natürlich willigte ich sofort ein, ein Wetteinsatz war auch schnell gefunden.
„3….2….1….los..“, rief ich und trieb meine Stute an.
Ein glückliches jauchzen konnte ich mir nicht verkneifen.
Der wilde Ritt durch die Durrah lies mein Herz höher schlagen.
Gerade am Tor angekommen, hatte ich noch die Zeit das Tier zu wenden, und obgleich wir, meine Stute und ich, außer Atem waren, konnte ich mir ein freches:
„Na, wo bleibst du denn..?“, nicht verkneifen.
Er lachte und verneigte sich theatralisch vor mir.
„Ehre wem Ehre gebührt, oh Hazar, Wirbelwind in der Durrah“
„Na, so kannst du mich ab jetzt immer nennen“, erwiderte ich grinsend.
„Das könnte dir so passen, ich werde mich hüten“
„Nur so ab und an?“
„Nagut, vielleicht ab und an mein Wirbelwind“, ich lies den Satz unkommentiert, und wir ritten nach Hause.
Er hielt sich an sein Wort, und wir setzten uns in die Küche.
Nach und nach trudelten alle ein.
Zafer, Aaminah, Gassur, Malaika… Haroun und ich….
Zafer und ich neckten uns, ehe Malaika kam. Es war ein schöner Moment, ein Moment in dem ich so glücklich und zufrieden war.
Auch wenn die Spannung zwischen Gassur und Zafer förmlich greifbar war.
Irgendwann, so hoffe und bete ich, wird sich das wieder legen.
Ich war froh, Malaika mal wieder zu sehen, wir sahen uns ja im Moment nicht so oft.
Eine Herzliche Umarmung, dann verabschiedeten Haroun und ich uns ins Bett.
Auch wenn ich gerne länger geblieben wäre, meine Augen fielen mir zu. Ich musste ins Bett.
Als ich im Bett lag, konnte ich eine Weile lang nicht einschlafen.
Der Blick von Kadir ging mir nicht aus dem Kopf.
Wie ich ihn enttäuscht hatte.
Die Sätze von Haroun.
Der Blick von Zafer.
So viel, und alles auf einmal.
Kaum drei Stunden später, erhob ich mich wieder, nach unruhigem Schlaf.
Verfasst: Donnerstag 4. Juli 2013, 18:30
von Kadir Bashir
Wenn sie doch nur 2 Minuten später gekommen wäre...
Kadir hatte es sich in seinen Kissen gemütlich gemacht. Was ein Tag... sein Herz klopfte noch immer wie verrückt. Ja, die letzten Momente waren nicht mehr ganz so schön gewesen aber dafür konnte Hazar nichts und er wollte sich davon auch nicht diesen wunderschönen Tag kaputt machen lassen.
Nichtsahnend war er in den Keller herunter gelaufen und wollte den Obstkorb mit frischem Obst füllen. Da lag sie... in ihrer Hand ein offenes Buch. Eingekuschelt in die Kissen schlief sie seelenruhig und friedlich. Wie schön sie war... Er setzte sich zu ihr, den Kopf zur Seite geneigt beobachtete er sie stillschweigend. Was sie wohl träumte? Er hatte nicht damit gerechnet sie hier schlafend zu finden und der Schmerz, die quälenden Gedanken in seinem Kopf schwanden wie von allein. Sie war hier, bei ihm, nirgendwo sonst...
Vorsichtig streckte er die Hand aus und legte das Buch beiseite. Er wollte sie nicht wecken. Zum einen schien sie ihren Schlaf zu brauchen und zum anderen war es so schön ihr dabei zu zu sehen. Ihr Kopftuch und ihr Schleier waren leicht verrutscht. Ihre Augen zuckten... Er berührte zaghaft mit seiner Hand ihre Wangen. Leichtes Blinzeln... total verschlafen setzte sie sich auf und sah ihn an. Solche Momente wünschte er sich öfter... da zu sein wenn sie ihre Augen aufschlug...
Sie entschuldigte sich für den Vortag. Erklärte ihm wie es dazu kam und das sie ihm nicht weh tun wollte. Ja der Anblick hatte ihm geschmerzt, er hatte nicht damit gerechnet die beiden zu sehen. Nicht so, nicht zu diesem Zeitpunkt wo sie beide verabredet waren. Er nannte ihr den Grund für sein zu spät kommen... Zafer.
Hazar machte die Sache mit ihrer Familie sehr zu schaffen, sie hatte hier Ruhe gesucht, nach einer fast schlaflosen Nacht. Sie war hier immer willkommen und er hoffte das wusste sie.
sie hatte die Muscheln gefunden die er vor die Tür gelegt hatte. Natürlich wunderte sie sich wieso er nicht geklopft hatte, genau so wie über seine Nachricht heute morgen... Beschämt senkte er den Kopf... er hatte gedacht sie würde ihn nicht sehen wollen. Wie lächerlich das war wurde ihm erst jetzt bewusst. Erstaunlich wie verrückt die Gedanken spielen wenn man liebte... Hirngespinste...
Sie wollte das er ihr eine Kette aus der Muschel fertigte, wenn er ausgelernt hatte und in der Lage war jene auch mit seinem Siegel zu versehen. Es freute ihn, dass sie etwas von ihm bei sich tragen wollte.
Sie redeten über so vieles... über ihr Gespräch mit Zafer, über sein Gespräch mit ihm. Über Rashid, seine Reise... Gedanken und Gedanken. So vertraut, so nah...
Sie neckten sich gegenseitig und Hazars Worte brachten ihn zum Schmunzeln "Siehst du, ich bin die Rettung in der Not gewesen"... "Natürlich ich bin Hadri, ich bin klug"... da war sie... für einen kurzen Moment blitzte sie auf, die Hazar die sie war, wenn sie sich nicht hinter ihrem Schleier versteckte. Sie war so frech... so unbeschwert und süß. Als sie es auf die Spitze trieb und zu ihm "aiwa Oberhaupt" sagte konnte er nicht mehr an sich halten. Das musste bestraft werden.
Kadir legte die Hände rechts und links an ihre Seite und begann sie zu kitzeln. Sie lachte, quickte, zappelte und versuchte seine Hände abzuwehren... sie war frei... sie war einfach nur sie in diesem Moment, keine Regeln, kein Verstecken, kein Scham...
"Kadir hudad... Gnade... " Sie lies sich lachend zur Seite fallen während sie ihn weiter bat endlich aufzuhören. Mit einem Schmunzeln lies er langsam von ihr ab. Nach Luft schnappend setzte sie sich auf und sah ihn an. Sie machte dem Fehler ihm zu verraten das sie sehr kitzlig war und nur ein Blick und eine andeutung auf ihre Füße und er wusste, dass sie auch dort sehr kitzlig war. Wer weiß wozu das eines Tages noch gut sein würde. Sie schmollte... wie hätte er da wiederstehen können? Sanft streichelte er ihr über die Wange "wie schön zu sehen was für eine Wirkung das hat"... sie hatte es ausgenutzt... so ein freches Biest aber er liebte sie, er liebte sie genau deswegen....
Als ihr Magen anfing zu knurren wurde das reden leiser... ein Geheimnis wollte sie ihm verraten. Sein Herz schlug wie verrückt... ihre Stimme klang noch soviel sanfter wenn sie so leise sprach. Sie redeten über sich in der dritten Person... so fiel es ihr vielleicht leichter ihm zu sagen das sie ihn mag. Wenn er doch nur wüsste wie er dieses mögen deuten durfte. "du bist das wichtigste für mich"... verlegen senkte sie den Kopf. da blitzte sie wieder auf, die kleine, schüchterne Hazar. Ehe er sich jedoch versah hob sie den Kopf, legte ihre Hand ruhig auf seine Brust "Ich weiß Kadir... das es für mich schlägt".
Wenn er doch nur wüsste ob das ihre auch für ihn schlägt. Zumindest kam es immer wieder eimal vor, dass sie ihn berührte, sie die nähe suchte und all das musste eine Bedeutung haben. Sie wollte ihm etwas zeigen und dann etwas essen. Er folgte ihr, wieso auch nicht? Er vertraute ihr schliesslich und war gespannt darauf was sie ihm unbedingt zeigen wollte. Als sie am Ifreyviertel ankamen waren sich Zafer und Malaika gerade am verabschieden... es klang nicht friedlich. Hazar drückte sich an den beiden vorbei und Kadir folgte ihr auf Schritt und Tritt. Ins Haus die Treppe hinauf, ein Schild... eine Stolze Hazar neben ihm, die über beide Ohren grinste.
Als sie den raum betraten stand dort genau ein Bücherregal. In der mitte des Raums stand Hazar, drehte sich, erzählte, wedelte mit den Händen und erkärte ihm was sie alles geplant hatte. Eine Sitzecke, viele Bücher, Regale, ein Schreibtisch... Er hörte ihre Worte doch viel schöner als das war ihr dabei zu zu sehen. Ihr Traum... ihre eigene Bibliothek, sie war so euphorisch, so voller Vorfreude und das berührte sein Herz tief im inneren. Wenn er sie nicht bereits lieben würde, wäre das wohl der Moment gewesen in dem der Funke übergeschlagen hätte.
Sie gingen in die Küche, wo Hazar ihnen etwas köstliches zauberte. Sie saßen nebeneinander. Verstohlene Blicke, lachen, giggeln, die Stimmung war wunderschön. Ihre gute Laune war so deutlich zu spüren das man sie fast berühren konnte. Sie hatte die Last für einen Moment von ihren Schultern gegeben und genoß einfach nur das hier und jetzt.
Aaminah kam, kurze Worte. Gedrückte Stimmung und er spürte das mit ihr etwas nicht stimmte. Hazar wollte sich zu diesem Zeitpunkt davon noch nicht anstecken lassen und kaum hatte Aaminah das Haus verlassen, holte sie den Nachtisch.
"Schließe die Augen". er tat wie ihm geheißen. Die Augen geschlossen öffnete er seinen Mund und wartete was sie ihm auf dem Löffel in den Mund schob. Es schmeckte köstlich... süß, fruchtig, einfach wunderbar. Lächelnd sah er zur Seite als er die Augen wieder öffnete.
Vor ihr stand nichts... sie war satt und könne sich ja von ihm was mopsen. " wenn du lieb fragst brauchst du es dir nicht mopsen" sagte er schmunzelnd zu ihr gewandt. Mit großen Augen sah sie zu ihm, lieblich und süß sage sie "ooohhhh, hudad Kadir, wäre es möglich ein wenig Nachtisch von dir zu bekommen?" Seine Chance... MIt der Erdbeere hatte es nicht geklappt aber vielleicht heute? Er nahm den Löffel und packte etwas von dem köstlichen Nachtich darauf. Langsam streckte er seinen Arm zu ihr hin. Prüfend wanderte ihr Blick durch das Haus. Jede Tür, jedes Fenster... als sie sicher war, dass gerade niemand hier war löste sie ihren Schleier für einen kurzen Moment und öffnete ihre Lippen.
Kadirs Herz machte einen aussetzer... sie war schöner als er es sich je erträumt hatte. Jede Sekunde nutzte er aus, ehe sie den Schleier wieder anlegte. Ihm zeigte es wie sehr sie ihm vertraute. Da waren sie wieder, die Schmetterlinge in seinem Bauch, die wild umher flatterten. Alles kribbelte... gab es ein schöneres Gefühl?
Hazar setzte gerade an... "ich bin mir neda sicher... ob ich eurer trauung wirklich beiwohnen will" er sah sie fragend an... sein Herz klopfte, seine Atmung flacher... "Ich weiß nicht ob ich das schaffe"... war das der Moment auf den er so lange gewartet hatte. Mutig ergriff er das Wort und fragte sie geradewegs heraus "weil es dich schmerzen würde? aiwa?" Als sie gerade ansetzen wollte um ihm zu antworten klopfte Aaminah an der Tür...
Wieso jetzt? Bei Eluive wieso tust du mir das an... schoß es Kadir durch den Kopf der nicht mehr davon ausging das er noch eine Antwort erhalten würde, geschweigedenn diese Antwort weiter hinterfragen konnte. Liebte sie ihn? Sie zwinkerte ihm zu und während Aaminah den Raum betrat flüsterte sie leise "aiwa, ich glaube es würde schmerzen"...
Sein Herz klopfte... er wusste das der Moment durch Aaminahs kommen verstrichen war. Würde er wieder kommen? Würde er noch mal jene Chance erhalten? Sooo nah ...
Hazars Stimmung schlug um... das alles setzte ihr unendlich zu. Sie hatte ein schlechtes Gewissen weil sie glücklich war, während hier Freundschaften zerbrachen und ihre Familie sich stritt. Das alles war nicht ihre Schuld... sie hatte ein Anrecht auf ihr Glück, wie jeder anderer in dieser Familie auch. Ihr Kopf wusste das, aber das Herz... es geht manchmal andere Wege. Kadir beschloss das es Zeit war zu gehen. Sie brauchten alle Zeit für sich. Es tat ihr so leid, dass der schöne Tag nun so zu Ende ging. Er war ihr nicht böse deswegen... er war zu wunderschön gewesen als hätte er ihn sich dadurch nehmen lassen. Auch wenn Aaminah schimpfte das si eso nah beieinaner saßen und direkt auf Abstand gingen... Nichts und niemand würde ihm diesen Tag kaputt machen.
Er wollte sie gar nicht alleine lassen... am liebsten hätte er sie einfach mit genommen. Sie brauchte Ruhe und jemand der sie einfach nur festhielt.... fest halten. Er sah sich um, niemand da... Er griff nach ihrem Arm und zog sie mit einem Ruck und doch vorsichtig ganz dicht an sich heran. Liebevoll schmiegte er die Arme um sie, während sie ihren Kopf an seine Brust legte. *pock, pock, pock* Seinem Herz gefiel diese Nähe. Wie der Anstand es wollte lies er sie jedoch los, lächelte sie liebevoll an. "ich hatte das Gefühl du brauchtest das". sie nickte... er hatte es richtig gedeutet und richtig gehandelt.
Ob sie ihr Versprechen halten würde und an etwas schönes denkt um ruhigen Schlaf zu finden? Er würde es tun... All ihre Worte, ihr lachen, ihre Berührung... mit einem glücklichen lächeln schlief er in dieser Nacht ein und freute sich schon darauf sie bald wieder zu sehen
Verfasst: Donnerstag 4. Juli 2013, 23:26
von Kadir Bashir
Verfasst: Freitag 5. Juli 2013, 07:41
von Kadir Bashir
Er hatte ihr das Schreiben bringen lassen, kaum das Zafer sein Haus verlassen hatte. Was ein Tag… was ein Gespräch… hatte er wirklich etwas anderes erwartet?
Es war so schön als sie plötzlich einfach vor ihm stand und sich direkt vor ihn setzte. Ihre Füße die den Weg immer wieder zu mir suchten auch wenn sie einen ganz anderen Weg einschlagen wollte. Ihre Füße, die dem Ruf ihres Herzens folgten. Wann würde sie es erkennen?
Würde er ihr jemals erklären können wie sehr er sie liebte? Was sie ihm bedeutet? Wie wichtig sie ihm war? Keine Tag wollte er mehr ohne sie sein. Ohne ihr bezauberndes Lächeln, ihre leuchtenden Augen, dieser schelmische Blick wenn sie mal wieder etwas ausheckte…
„Ich hoffe du hast auch die Stärke sie gehen zu lassen wenn sie etwas anderes will“… Zafers Worte hämmerten in seinem Kopf… so sehr, dass jener bereits schmerzte. An Schlaf war nicht zu denken. Was für eine Wahl hätte er schon? Sollte er sie zwingen bei ihm zu bleiben? Sie würde ihn hassen und das würde sein Herz nicht ertragen. Er würde sie gehen lassen, auch wenn es ihm das Herz brechen würde…
Er hatte nach dem Anblick von Hazar und Haroun, Zafer um ein Treffen gebeten. Er wollte für reinen Tisch sorgen, ihn bitten sie an keinen anderen Mann zu übergeben, bis er ihrem Wunsch Folge geleistet hatte. Kaum hatte er die Worte ausgesprochen merkte er wie idiotisch sie gewesen waren. Als würde Zafer ihm Hazar reservieren… Wenn es doch nur etwas gäbe was er tun konnte.
Er versuchte sich ihr Lächeln in die Gedanken zu rufen, den Moment als sie sich auf ihre Zehen stellte, ihren Kopf direkt neben den seinen legte und ihre Wangen sich leicht berührten. „Flüstere nicht wenn ich so weit weg stehe“… Ja geflüstert hatte er, weil er mal wieder zu feige gewesen war einfach zu sagen was er fühlte.
Er hatte Angst sie damit zu verschrecken. Was würde sie denken wenn er grenzenlos ehrlich wäre? Bei der Erinnerung an diesen Moment begann sein Herz wieder heftig zu schlagen… Er vermisste sie. Was würde er darum geben sie jetzt noch einmal sehen zu können. Jetzt war er der jenige der sich nach einer Umarmung von ihr sehnte. Der sich wünschte jemand würde sagen es würde alles gut werden. Kadir setzte sich auf, zog die Beine an sich und schloss seine Arme darum. „Eluive ich will sie nicht verlieren…“
Er fuhr sich durch die Haare, vergrub die Hände darin… „ich mag deine Haare..“ er hörte es so deutlich in seinem Kopf als würde sie vor ihm stehen. Wenn doch Aaminah nur einen Moment später gekommen wäre, vielleicht wüsste er dann jetzt was sie fühlte. Es ahnen, es vermuten… um sich am Ende doch zu irren? „Ich bin nicht gekommen weil ich bedrückt bin, ich… ich wollte dich sehen“. Sie suchte seine Nähe… sie hatte an ihn gedacht. Vermisste sie ihn?
Noch nie hatte er sich so gefühlt… nicht so… es war übermächtig. Jemanden um den Verstand bringen bekam plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Sie brachte ihn um den Verstand…
Sein Blick schweifte zum Fenster… wenn es doch nicht schon so spät wäre. Ob sie noch wach ist? Er verwarf den Gedanken ganz schnell. Wenn er sich jetzt auf den Weg zu ihr machen würde, würde Zafer ihm doch noch die Hand abschlagen… er musste warten. Warten bis zum nächsten Morgen, bis die Sonne auf ging. Dann könnte er sich auf den Weg zu ihr machen. Mit ihr reden… Er musste ihr alles erklären.
Kein Auge machte er zu… die Zeit schien langsamer denn je zu verstreichen, bis endlich die ersten Sonnenstrahlen durch sein Fenster fielen…
„Hazar…“ sagte er und erhob sich um sie zu suchen…
Verfasst: Freitag 5. Juli 2013, 11:02
von Hazar Sevinc Bashir
”Ich denke, das Gespräch ist zu deiner Zufriedenheit verlaufen…”, Zafers Worte waren ruhig und besonnen.
Aber das konnte alles und nichts heißen.
Der Brief von Kadir machten die Gedanken noch schlimmer. Was tat ihm leid?
Was hatten die beiden besprochen?
Kadir wollte doch nicht, hingegen der Absprache, doch schon um den Preis feilschen?
Ich lag im Bett und mir ging der ganze Tag durch den Kopf, eigentlich sogar die ganzen letzten Tage.
Aaminahs Abweisung mit dem Verdacht, dass sie nicht nur wegen der ganzen Situation zu Hause so war, sondern das es wirklich an mir liegt.
Zafer und seine Worte.
Gassur, der genauso stur war, wie der Rest der Familie.
„Du bist im Moment die einzige Vertraute die ich hier habe“
„Ihr müsst beide über euren Schatten springen“
„Ich liebe meine Rani“
„Du willst immer nur reden Cousine“
„Das heisst, wir sollen uns streiten?“
Hach, so viele Gespräche.
Und immer wieder musste ich feststellen, dass ich viele Worte verlor, die genau den Effekt hatten, den ich mir erhofft hatte, manchmal darüber hinaus.
Aber manchmal, wenn ich versuchte irgendwas wirklich Kluges zu sagen…. Verstand man mich nicht.
Vielleicht sollte ich aufhören damit.
Der Tag war vollgepackt mit Ereignissen.
Der Unterricht für Hassan, das Gespräch mit Zafer…
Das Gespräch mit Kadir, meine Sorgen, die ich ihm mitgeteilt hatte, das unterbrochen wurde von Zafer.
Das anschließende Gespräch mit Gassur und Haroun, bei dem ich immer wieder über die Schulter Richtung Türe gesehen hatte.
Nichts, keine Aufklärung an diesem Abend.
Auch wenn er wieder gekommen war, so hatte ich nichts wirklich erfahren.
Auch der nächste Tag schien wie verhext.
Als Aaminah die Türe herein geprescht kam, war ich einerseits glücklich sie wieder fröhlicher zu sehen und andererseits zog sich mein Herz zusammen.
Und immer noch brannte die Neugier.
Herrjeh. Würde das jemals aufhören?
Zafer lies Aaminah und mich in der Küche alleine. Mit den Worten, das er ein üppiges Mahl wolle, wenn er am Mittag wieder kehren würde.
„Und denkt daran, ich kann es schmecken wenn ihr neda dabei fröhlich geschnattert habt, dann schmeckt es nämlich nicht…“
Als Aaminah und ich alleine waren, herrschte die ersten Momente stille.
Das konnte ja noch was geben.
Neugier ist eine furchtbare Eigenschaft....
Manchmal.....
Verfasst: Samstag 6. Juli 2013, 11:42
von Kadir Bashir
Er war aufgeregt als er das Tor des Familienviertels der Ifrey passierte. Hatte Zafer ihr alles erzählt? Was wusste sie? Würde sie ihn direkt weg schicken ohne das er sich erklären konnte? Er musste klingeln, denn nur so würde er es heraus finden.
Freundlich wie immer öffnete sie die Tür. Nach einer schlaflosen Nacht tat es gut sie zu sehen. Er fragte ob sie Zeit habe und sie wollte ihn schon hinein bitten als er den Kopf schüttelte und ihr sagte das er sie gerne mit nehmen würde. Das ganze Spiel einmal umgedreht.
Er führte sie durch die Wüste, vorbei am Wasser und immer weiter zum Bergpass. Als sie an dem alten Schiffswrack angekommen waren schmunzelte sie "den Ort kenn ich doch".
Ja sie kannte ihn, sie waren schon einmal hier gewesen. Das letzte mal hatte sie ihn hier her geführt um mit ihm allein zu sein und heute war er es.
"Es tut mir leid Hazar"... er gestand ihr das er nicht geschlafen hatte und das er gestern mit Zafer um ihretwillen sprach. Sie nickte, wusste wohl schon etwas aber scheinbar nicht alles und lies Kadir einfach erklären. Die Gründe wieso er zu Zafer gegangen war. Das er ihn bitten wollte, sie niemandem zu versprechen... Er wollte Hazars Wunsch respektieren aber gleichzeitig bereitete es ihm Angst und Sorge das er sie in dieser Zeit verlieren konnte.
Natürlich lehnte Zafer ab. Es war im nachhinein lächerlich gewesen ihm um das zu bitten aber er wusste jetzt wie Kadir für Hazar empfand. Er wollte ihr Herz entscheiden lassen und gab ihm zumindest das Versprechen, dass nur Hazars Herz erst der Weg zu seinem Ohr sei und er sie nicht leichtfertig einem anderen Mann überlassen würde..
Ein kleiner Sieg, denn in ihrem Herzen, so hoffte er, hatte er einen Platz gefunden, auch wenn er noch nicht wusste wie groß jener Platz sei. Hazar sah ihn verständnisvoll an. Sie war nicht böse. Er hatte damit gerechnet das sie wütend wäre, nicht verstehen könnte wieso er das tat.
Seine Gefühle waren so stark, dass sie ihm angst machten. er nicht immer das richtige tat. Es war alles so anders, es verunsicherte ihn.
"Weißt du was ich fühle wenn du da bist?" fragte er sie, die Augen nicht von ihr nehmend. "nicht direkt Kadir"...
"Ich wusste nie was Heimat bedeutet. Dann lernte ich dich kennen, blickte in deine Augen, in dein Herz und schließlich in deine Seele. Da lernte ich, was es heißt, angekommen zu sein"... In seiner Hand hielt er etwas versteckt das er aus seiner Tasche gezogen hatte. "Ich habe Angst vor ihrer Rückkehr". Er konnte sie so gut verstehen, auch wenn sie keine Angst haben musste, denn nichts würde sich zwischen ihnen beiden ändern. Es war der Zeitpunkt an dem er einfach fragen musste, an dem die Unsicherheit ein Ende haben musste.
"Wieso hast du Angst vor ihrer Rückkehr?"
"Wieso willst du nicht mehr zur Hochzeit kommen?"
"Wieso bist du hier?"
Viele Fragen und es tat ihm leid das er jene nun stellen musste aber sein Herz schrie nach einer Antwort.
"Ich habe Angst das sie auch nur ansatzweise so reagieren könnte wie Aaminah und im Gegensatz zu ihr hätte sie allen Grund dazu"
"Ich bin hier Kadir... weil ich gerne in deiner Nähe bin. Egal wo. weil ich froh bin das du vor meiner Tür gestanden hast"
"In meinem Herzen ist soviel Chaos, soviel Gefühle, Angst, Neid..."
Sie hatte keinen Grund neid zu empfinden. Seine Gefühle waren übermächtig und wurden von Tag zu Tag stärker. Er konnte ihr nicht alles dazu sagen, damit sie nicht schlecht von ihm dachte, auch wenn er für seine Gefühle nichts konnte. Es machte ihm Angst, dass die Gefühle kein Ende zu nehmen schienen, wo sollte es hinführen?
"Ich stehe auch vor einer Entscheidung Kadir... wähle ich die Vernunft Kadir so würde ich Haroun wählen. Er ist ruhig, ich wäre die Einzige und ich bliebe in meiner Familie und letztendlich kann mir dort nicht viel passieren"
Da waren die Worte vor denen er solche Angst hatte. Er wusste das es besser für sie wäre wenn sie Haroun wählte aber er liebte sie doch... er wollte sie an seiner Seite wissen und nicht an der eines anderen.
"Und was will dein Herz Hazar". So große Angst er vor dieser Frage hatte, so erleichtert war er als sie ausgesprochen war.
"Wenn ich mein herz entscheiden lasse, dann warte ich nur darauf das du Pazia heiraten wirst. Auch wenn ich genau so Angst davor habe"
Sie liebte ihn also... Sie sehnte sich genau so nach ihm wie er nach ihr. Jede Berührung, jede Tat, jedes Wort von dem er gehofft hatte es würde genau das wiederspiegeln wurde nun belegt und sein Herz klopfte vor Freude. Er streckte ihr seine freie Hand hin. Zögerlich legte sie ihre hinein um sie sogleich wieder weg zu ziehen. "Vertrau mir" Tiefes Durchatmen und dann bekam er sie. Liebevoll streichelte er über ihre Hand ehe er beide drehte, so dass seine Hand auf der ihren lag. Er legte seine Hand unter ihre, ihre Handfläche zeigte nach oben. Während er sie ansah, lies er das was in seiner anderen Hand versteckt war in die ihre rieseln.
Eine goldene Kette... ein Herzanhänger aus Glas gefüllt mit Sand und einer Gravur "wo Heimat ist"...
Jene Kette trug er seit Tagen mit sich herum. Sie dürckte alles aus was er fühlte. Der Sand, der die Erde wiederspiegelt der sie sich so verbunden fühlt.Das Herz... ihr Herz... und die Gravur, Heimat, sie, die seine Heimat war.
Sie freute sich, nahm ihr kopftuch und ihren Schleier ab und legte die Kette um ihren Hals. Wie schön sie war... ihre schwarzen langen Haare, ihr Gesicht... ihr schöner schmaler Hals. Sie war wahrlich ein Geschenk Eluives. Kaum angelegt verschleierte sie sich wieder so wie es gehörte. Sie griff nach einen Händen, ein Blick, Unsicherheit und sie lies sie wieder los. Er konnte spüren wie sie mit sich haderte, wie sie innerlich ihren Kampf ausfochte. Die vernunft...
"Kadir sag mir was soll ich wählen". Konnte er ihr antworten ohne egoistisch zu klingen? Würde sie nicht denken das er alles nur sagte um sein eigenes Ziel zu erreichen. sie verneinte jene Frage und so verglich er sie einfach mit Yasmeen. Er würde das Herz wählen. Keine Entscheidung bleibt ohne Konsequenzen und gleich was sie wählen würde, würden immer schwere Zeiten kommen. wählt sie jedoch den Verstand so sehnt sich ihr Herz nach etwas anderem und sie wird sich immer fragen ob es richtig gewesen ist, nicht auf das Herz zuhören. Nur wer auf sein herz wählt kann wirklich glücklich sein, alles andere ist nur ein sich Arrangieren mit der Situation aber kein richtiges Leben.
All das war der GRund gewesen das er irgendwann ihren Fragen einfach nach gab und ihr von ihren Gefühlen erzählte. Scheinbar hatte Zafer ihr auch zu ihrem Herzen geraten, doch über wsa sie genau gesprochen hatten wusste er nicht.
Hazar lies sichzurück fallen. Er bat sie ihre Augen zu schliessen und sie tat es. er betrachtete sie, viel zu lange denn er merkte das sie nervös wurde. er näherte sich ihr etwas mehr, so dass sie seinen ruhigen Atem spüren konnte. die Lieder hörten auf zu zucken, doch als seine Lippen für einen kleinen Moment den Schleier berührten unter der Stelle sich ihre Lippen befanden, spannte sich alles an. Ihre Hand hob sich, er dachte sie wolle ihn weg drücken, wolle weg laufen aber sie legte sie auf die Schulter, streichelte seinen Hals entlang... Er löste sich von ihr.
Als sie sich gerade wieder einmal entschuldigen wollte, legt er er ihr den Finger auf die Lippen "shhhht". Sie lächelte. Es musste nichts gesagt werden, es war alles gut. Er musste es tun er musste es einmal tun und er wusste niemand könnte ihm diesen Moment mehr nehmen, gleich was passieren würde.
Es wurde kalt und sie machten sich auf den nach Hause weg. An er Weggabelung blieben sie stehen. "willst du nach Hause", sie schüttelte den Kopf und er war glücklich darüber denn das hieß sie würde noch mit zu ihm kommen und das tat sie auch. Setzte ihnen einen Mocca auf und schickte ihn schon mal zur Sitzecke nach unten. Sie hingegen gab endlich ihrre Neugier nach und sah sich sein Schlafzimmer an. Das wusste er als sie, den Schleier gelöst zu ihm kam und sagte sie musste noch etwas nachsehen. Oh wie sehr er sie liebte.
Die Zeit verging viel zu schnell. Er wusste sie hatte recht, es war besser zu gehen. Es war spät geworden. sie fühlte sich hier wohl... wie schön es war all das zu hören. Wie schön es war zu wissen das ihr Herz sich nach ihm sehnte. Er versuchte die Angst, sie könne die Vernunft wählen beiseite zu schieben und als ihre Arme sich um ihn legte, sie ihren Kopf an seine Brust legte, da fiel es ihm ganz leicht, nur an ihr Herz zu denken.
Sie eilten hoch, ein kurzer Blick durch die Tür und sie huschte hinaus. Er streckte seinen Kopf hinterher und konnte nicht anders "Das Herz.. wähle das Herz" rief er ihr mit einem Lächeln hinterher ehe er glücklicher denn je die Tür hinter sich schloss.
Ihr Herz gehörte ihm...
[URL=http://s1.directupload.net/file/d/3308/4au4a2wy_jpg.htm][img]http://s1.directupload.net/images/130706/temp/4au4a2wy.jpg[/img][/URL]