Im Wandel der Ereignisse

Geschichten eurer Charaktere
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

23. Ashatar 256

Tropfnass stieg sie aus dem Bad.
Ein Handtuch um die Haare geschlungen, eines um den Leib, ehe sie, wohl eher flüchtig den Körper mit dem Handtuch abtrocknete, und nach der Flasche Lavendelöl griff.
Irgendwo hatte sie aufgeschnappt, das soll gut für die Haut des Bauches sein, wenn die Schwangerschaft schon so weit fortgeschritten ist.
Severin lag noch im Bett, hingegen seiner sonstigen Gewohnheit, früh auf zu stehen, nahm er immer mehr das Leben auf Cabeza an.
Schon einige Tage war er nicht mehr nach Adoran gereist, war seinen Dienst nicht mehr angetreten.
Vermutlich würde man ihn im Haus Dornwald schon vermissen.
Das kleine Monster, das in ihr wuchs, hielt sie auf Trab.
Lana hatte schon einige Nächte nicht mehr durch geschlafen, nicht nur weil der Bauch sie am Drehen und gemütlich liegen hinderte, sondern weil die kleine (da waren sie sich fast sicher, dass es ein Mädchen werden würde) sich immer wieder bewegte und um sich trat.

„Alles richtig gemacht Severin, alles richtig gemacht“, hatte ihr Ehemann bei der Bewunderung ihres Bauches von sich gegeben.
Ein kurzes schmunzeln huschte über die Züge der Piratin, ehe sie sich, mit Turban auf dem Kopf, auf den Weg in die Küche machte.
Mit leisem summen bereitete sie das Frühstück zu.
Brot, Marmelade, Saft, Tee, ein wenig Käse und frisches Obst.
Irgendwann würde Severin aufstehen und sich dazu gesellen, also deckte sie direkt für zwei ein, begnügte sich aber mit einem Glas frischen Apfelsaftes.

Erdbeeren…
Pfannkuchen und Erdbeeren….
Ein leises seufzten entwich ihr.
„Ich will doch sehen, wie dein Bauch wächst“
Freunde verliert man immer, wenn man am wenigsten damit rechnet.
Rohnja… Aki…
Es war allen bewusst, wie gefährlich das Leben sein konnte.
Aber Lana machte sich vorwürfe.
Hätte sie nicht auf Aki gehört, wäre er vielleicht noch am Leben. Hätte sie ihn einfach los gemacht und den Wachmann nieder geschlagen, wäre Aki jetzt hier, vielleicht nicht bei denen die er liebte, aber immerhin lebendig.
Man konnte immer irgendwas drehen.
Und wenn Less und Marek hier her kommen würden, zumindest um Aki zu besuchen, dann wäre…

Wieder erklang ein leises seufzten.
Es war, wie es war.
Ein normaler Mensch sagte sich beim Tod eines geliebten anderen Menschen, dass er nun an einem besseren Ort war.
Nein.
Sie wusste das Rohnja und Aki beide der Toro ihre Seele verkauft hatten und wer weiß, wohin noch.
Sie waren nicht an einem besseren Ort, und der Schmerz des Vermissens würde auch nicht vergehen.
Traurige Gewissheit.

Dummer Idiot.
Warum hast du das zugelassen?
Warum warst du so stur, und hast mir nicht vertraut?
Warum musstest du darauf bestehen, einer Strafe entgegen zu sehen, von der ich dir gesagt habe, dass du sie nicht überleben wirst?
Und warum habe ich das zugelassen?
„Wenn du an die Ketten gehst, steche ich mir den Dolch selber ins Herz!“
Verdammter Narr.

Menschen kommen und Menschen gehen.
Das wichtigste ist, dass man die guten Zeiten in Erinnerung behält.
Wäre Aki nicht gewesen, hätte sie niemals Severin kennen gelernt, wäre jetzt nicht verheiratet und nicht schwanger.
Auch wenn Severin sie anfangs überhaupt gar nicht interessiert hatte.
Heute war sie froh, das sie ihn hatte, und das sie sich dazu entschieden hatte, ihr Leben mit ihm zu teilen.
Egal wie anders er lebte, egal wie anders die Weltanschauungen waren, und das wofür beide einstanden.

Aki und Rohnja waren weg.
Hatten sie beide alleine gelassen.
Nun würde sie dafür sorgen, dass es neues Leben auf der Insel geben würde.
Langsam strich sie über ihren dicken Bauch.
Bald schon würde es soweit sein.
Sie würde Severin im Moment der Geburt hassen, ihn für jeden Moment des Schmerzes verantwortlich machen.
Und hinterher glücklich das Neugeborene auf dem Arm halten.

Leise, tappsend-schlurfende, Schritte sorgten dafür, dass Lana ihre Gedanken beiseiteschob.
„Guten Morgen meine Schöne“, ein schelmisches, wenngleich noch nicht ganz fittes Grinsen huschte über seine Züge.
Die Haare verwuschelt, nur mit der Lederhose bekleidet schlenderte er auf sie zu, drückte ihr einen sanften Kuss auf die Stirn und lies sich neben sie auf den Stuhl fallen.

Sie könnte sich daran gewöhnen.
Das Gespräch am vergangenen Abend zeigte ihr wieder einmal, dass er nicht gänzlich abgeneigt war, sich doch eher hier statt in Adoran weiter breit zu machen.
‚Zu gleichen Teilen Liebe und Freiheit', hatte sie in seinen Ehering gravieren lassen.
Und so hielten es beide.
Alles lag in seiner Hand.
Wenn die kleine erst einmal auf der Welt war, würde sich der Rest entscheiden.
Severin Ethered

Beitrag von Severin Ethered »

Joses Laden.. als Lana sich umdrehte, musste er tief durchatmen. Ja er verstand das der Kerl ein Freund war aber bei allem was vorgefallen war ? Er ersparte sich die Worte, war hier akzeptieren doch leichter als verstehen. Sie warf sich ihr Kleid über und er blieb im Türrahmen stehen. Seine Augen wanderten über ihren Körper, wie er es immer tat wenn er die Zeit dafür fand. Wal, Robbe.. die Spitznamen hatten sich gehäuft und waren vielfältig geworden und doch sah sie wunderbar aus. Ob sie es hören wollte oder nicht, sie gefiel ihm als werdende Mutter. Die Arme vor der Brust verschränkt, ein grinsen auf den Lippen, ließ er sich von ihr aus dem Schlafzimmer scheuchen. Jetzt oder es war zu spät. Sie mussten gehen, ansonsten würde dieser Abend früh und ausgiebig, zwischen den Laken enden.

Hand in Hand schritten sie über die Insel, dem Hafen entgegen. Wenig später öffnete sie die Türe des Hauses, ehe schon ein wildes Stimmengewirr nach aussen drang. Der Warteraum war voll und die wilden Dialekte oder die derbe Sprache sorgte dafür, dass er sich anstrengen musste, nicht völlig den Anschluss zu verlieren. Erst Jaqueline riss ihn aus seinen Gedanken und sorgte für gehobene Brauen mit ihren Vorschlägen. Körperschmuck.. unter der Gürtellinie, sie wollte immerhin dabei helfen.

Schon sah er Lana’s Finger an der Pistole, den Raum gefüllt mit dunklen Schwaden ehe ein Poltern einen leblosen Körper verriet. Irgendwann würde das passieren, dessen war er sich sicher, dann würde sie einfach schießen. Dankend lehnte er ab bevor es daran ging frische Luft zu schnappen. Das Salz in der frischen Briese, schlug ihm ins Gesicht und tief zog er den Geruch ein, der ihm mittlerweile gefiel.

Einige Tage und einige unangenehme Nächte später, konnte er sich endlich wieder an der Stelle kratzen. Die Tätowierung war wunderbar verheilt und so stand nun das feine Bild auf seiner Haut. Es zeigte den Falken in einem Kampf mit einer wütenden Schlange. Trotz das der Falke die Oberhand zu haben schien, waren die Zähne der Schlange deutlich in das Fleisch des Raubvogels geschlagen. Ein Zeichen dafür, dass es immer darum ging, ein eigenes Opfer zu bringen. Ganz gleich wie sorgsam die Tugenden behandelt wurden, etwas verlor man immer. Jedes einzelne Detail der Federn oder Schuppen wurde dargestellt, wirklich ein gelungenes Kunstwerk.

Hatte zuerst doch der Zweifel regiert, war es nun der absolute Stolz über solch eine spontane Entscheidung mit einem derartigen Ausgang.
Stets etwas wagen, darum ging es wohl..
Zuletzt geändert von Severin Ethered am Samstag 24. August 2013, 21:55, insgesamt 1-mal geändert.
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

6. Seranum 256

Nackte Füße auf grünem Gras. Das Gras ist feucht, Morgentau bildet sich.
Die Nacht ist weit voran geschritten, schon fast bereit, dem Tag zu weichen.
Der untere Teil des Kleides ist feucht, schlirrt um ihre Beine.
Klebt hier und da.
Die Luft ist kühl, füllt die Lungen bei jedem Atemzug. Ein leichtes brennen, jedoch nicht unangenehm.
Sie ist alleine.
Keiner ist weit und breit zusehen, nur die Unendlichkeit des Rasens, die irgendwann in das Schwarz-Dunkelblau des nächtlichen Himmels übergeht.
Keine Lichtquellen, nichts bei sich.
Sie fühlt sich nackt.
Nur das Kleid.
Keine Waffen, keine Pistole, nicht mal die Gift-Haarnadeln.
Nichts!
Keine Tasche, keine anderen Sachen bei sich.
Frei von allem Weltlichen, ein seltsames Gefühl.


Schwarzer, dunkler Nebel zieht auf.
Sie hat keine Angst.
Aber dennoch legen sich ihre Hände beschützend auf den Schwangerschaftsbauch.
Die Kleine hat sich nicht geregt, alles scheint in Ordnung zu sein.
Ist Bewegungslosigkeit ein gutes Zeichen?
Sorge macht sich in der Piratin breit.
Sorge, dass etwas nicht stimmen könnte, dass etwas passiert sein könnte.
Ein Gefühl, dass sie bisher nicht kennt.
Der Mann an ihrer Seite weiß sich zu wehren, sich zu verteidigen, aber das kleine Würmchen in ihr..
Muttergefühle.
Es fängt schon an.
Worin soll das noch enden?

Der Nebel wird dichter.
Zieht sich zusammen, wie ein bausch Schafswolle bei Regen.
Dahinter lichtete sich das Dunkel der Nacht.
Kleine Lichtstreifen am Firmament, verkündeten den neuen Tag, kämpften sich durch das Dunkel, um die ersehnte Helligkeit und Wärme zu spenden.
Noch würde es eine Weile dauern, bis die Sonne sich ihren Stand am Himmel zurück erkämpft hatte, noch würde es dauern, bis die Vögel ihr Lied begannen, dass erst gewohnheitsgemäß am Ende des Tages verklingen würde.
Langsam zog sich der schwarze Nebel zu einem kleinen, erst ballenförmigen Haufen zusammen, bis er sich in kleinen Teilen ausweitete.
Eine Gestalt begann sich aus dem Nebel zu erstrecken, ein kleines Tier.
Lana lies sich unwillkürlich auf die Knie sinken, beobachtete es, und störte sich nicht an Feuchtigkeit oder sonstigem drum herum.
Nur das sich bildende Etwas war von Belang.

Nach mehreren Momenten formte sich eine Schnauze, vier Pfoten, ein buschiger Schweif.
Der kleine Fuchs stand regungslos da, das Gesichtchen gen Piratin gewandt.
Dann machte er langsame, zögerliche und vorsichtige Schritte auf die Schwangere zu.
Erst als er näher kam, konnte Lana die kleinen Details betrachten, die der Nebel-Fuchs an sich hatte.
Ein grünes und ein braunes Auge, leicht Mandelförmig, schwarzes, glänzendes Fell..
Wachsam blieb er vor ihr stehen.
Gegenseitiges anstarren, ohne dass sich einer der beiden regte.
Wie lange sie so da gekniet hatte, konnte sie nicht einmal sagen.
Das Tier war wunderschön, elegant, aber gleichsam auch so neugierig.
Mit einem Mal sprang es um die Piratin herum, rannte, hüpfte, hielt an, bis es wieder vor ihr stand.
Ein quirliges Tier.
Auf den Lippen der Piratin bildete sich ein Lächeln.
Ganz unweigerlich, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte.
Stille, Bewegungslosigkeit, als wäre das Tier erstarrt.
Dann einige hastige Schritte auf die Piratin zu, bis es kaum mehr wenige Zentimeter vor ihr stehen blieb und mit der schwarzen Nase auf den Bauch der Piratin stubste.
Nur ein Stubsen, nichts weiter.
Lana schloss die Augen, und als sie sie wieder blinzelnd öffnete, war das Tier verschwunden.
Der Tag war herein gebrochen…..




Mit einem tiefen Luftholen erwachte sie.
Sofort begann sie ihren Bauch ab zu tasten, aber alles fühlte sich wie immer an.
Aber der Traum war so lebendig gewesen, so real.
Severin brummte kurz und schlug langsam die Augen auf.
Sein Blick zeugte von Unverständnis und er murmelte was von „Leg dich wieder hin, es ist noch früh“.
Aber Lana war hellwach.
Sie strich ihrem Mann über die Wange, der wohlig schnaufte, bis er wieder im Land der Träume angekommen war.
Sie hingegen erhob sich, an Schlaf war für sie nicht mehr zu denken.
Je näher die Geburt rückte, desto mehr veränderte sie sich.
Zum Guten? Zum Schlechten?
Wer weiß das schon?
Eines war sicher, bald würde die Quälerei ein Ende haben.
Schon bald….
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

12. Seranum 256

Der Tag war anstrengend, aber zeitgleich erfüllend gewesen.
Sie hätte mit ihrem Mann nun endlich das erste eigene offizielle Domizil bezogen.
Auch wenn sie selber eher wenig getan hatte, Severin hatte sie nicht viel tragen lassen.
Teppich ausrollen, Möbel aufbauen, alles aufstellen, einräumen.
Nicht, das sie beide fertig geworden wären, aber es war mittlerweile mehr als nur das bloße Haus.
Jetzt würde alles seine Zeit dauern, solange sie noch schonend arbeiten musste, würde nichts schnell gehen.
Und mehr als ein paar Blumentöpfe hatte Severin sie nicht tragen lassen.

Sie musste nach der Entbindung musste sie sowieso schnell wieder fit werden, das Milchgesicht von Regimentler würde sicher in Adoran Alarm geschlagen haben.
Und es war besser, wenn sie auch Kämpfen konnte, und das so schnell wie möglich.

Sie hatte sich schon früher ins Bett verzogen, während ihr Mann noch herum geräumt hatte.
Der Traum von dem Fuchs war bisher jede Nacht zurückgekommen.
Jede Nacht das gleiche.
Das kleine Füchslein, der Nebel.
So auch diese Nacht.

Das Tier, der Nebel, der erst schwer und schwarz waberte.
Doch dieses Mal war es anders.
Der Nebel verzog sich nicht, blieb hängen, und verfärbte sich von dunkelgrau zu schwarz, bis hin zu rot.
Blutrot!


Sie erwachte mit einem leisen Schrei.
Schmerz!
Unbändiger, stärker Schmerz!
"Verflucht...."
Ein hektisches greifen zur Seite und Severin wachte sofort auf, stand senkrecht im Bett quasi.
"Hol Meha und Carlos...", schnaufte sie und sofort sprang ihr Mann aus dem Bett.
Kurze Zeit später waren alle drei um sie versammelt.
Meha, hellwach, wie immer, und dieses Mal sogar mit der nötigen Ernsthaftigkeit, auch wenn die Begrüßung wie immer ausfiel: „Der Wal wird Ent-Wal-t“, sie hasste die Freundin insgeheim einen Moment dafür.
Carlos, verschlafen, fluchend und mit einer stattlichen Rum-Fahne.
Und Severin… Nervös…

Der raubeinige Pirat wies alle ein, Meha hüpfte hektisch hin und her, holte heißes Wasser, Handtücher und was sonst noch alles gebraucht wurde.
Carlos kannte sich aus, hatte dank seiner Zeit im Hurenhaus schon einige Geburten erlebt.
Lana war glücklich damit, wenigstens einer, der zumindest vom Ablauf eine Art Ahnung hatte, auch wenn sie sich nie hätte träumen lassen, ausgerechnet jemanden wie ihn bei sowas intimem dabei haben zu wollen.

Severin stand neben ihr, ließ sich brav die Hand zerquetschen und die Nägel in seine Haut bohren.
Er ertrug alles auch wenn er vollkommen hibbelig war.

Eine Vielzahl von Geräuschen schwirrten durch den Raum.
Sie keuchte und schnaufte, wimmerte zwischendurch...
Meha brabbelte irgendwas vor sich hin, was Lana nur am Rande wahr nahm, und nicht wirklich die Muse hatte, sich auf das aufgedrängte Gespräch ein zu lassen, auch wenn sie wirklich glücklich war, das Meha das tat, was sie immer tat.
Carlos fluchte lauter, je weiter die Nacht voran schritt.


Aber mit einem hatten alle Recht gehabt.
Sobald man sein Kind in den Armen hält ist alles vergessen.
Als die das kleine Würmchen auf den Bauch gelegt bekam, die dünnen schwarzen Haare am Köpfchen geklebt, total zerknautscht, war jeder Schmerz vergessen.
Jetzt wusste sie, was der Traum zu bedeuten hatte.

Inola....
Inola Ethered....
Die schwarze Füchsin….
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Carlos Viento
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Carlos Viento »

Er hätte ihr den Scheiss echt nicht anbieten sollen. Sicher war sie, wenn man das im Bezug ihrer Tätigkeit und Zugehörigkeit überhaupt sagen konnte, eine Freundin. Aber als Severin ihn mit einem unsanften und nervigem Brüllen der Nervosität vom Tresen der Kneipe aufweckte und mit sich zerrte, hätte er ihn am liebsten abgeknallt und wäre stiften gegangen. Sein Schädel brummte noch kräftig von den Rumflaschen die er sich den Abend reingezogen hatte, Meha war noch dazu fidel wie ein Welpe der auf einen Spaziergang mitdurfte und schon vor dem Haus kreischte Lana hörbar. Kaum angekommen durfte er sich wohl deutlich missgelaunt ans Werk machen. Das wievielte Balg in seinem Leben war das eigentlich? Die Zeit als er in der Bummsbude wo seine Alte gewerkelt hat und auch da immer bei solchen 'Zeremonien' helfen durfte war lange rum, dennoch waren es einige gewesen.

Tatsache war, er hatte schon das ein oder andere Mal den Gedanken gehabt das Lana ein echt lohnendes Ziel für einen Blick unter den Rock war, aber das hier? Der erste Blick liess ihn erstmal dezent aufrülpsen, immerhin kam kein Land mit - hervorragend. "Hrm, aye. Dann entkujeln wa' dich ma'. Ihr beeden Vöjel holt mir heesset Wasser, een paar voll Handtücher, ne Zange zur Sicherheet un' starken Alkohol un' 'ne Flasche Rum, un' zwar pronto!" bellte er gereizt. 'Wozu der Rum?' fragte einer von den beiden zwischenzeitlich. "Na für mick, dow Scherzkeks, alsow beweycht euch!".

Die Bestellung war schnell geliefert und er machte sich an die vermaledeite Arbeit. Bei jedem Schrei der Piratin fluchte er mal leiser, mal lauter mit, zeitweilig ob ihrer Lautstärke und seinen damit pochender werdenden Kopfschmerzen, zeitweilig wegen dem Anblick der gesamten Sauerei die eine Geburt so mit sich brachte und ihm - nicht zum ersten mal - fast den Magen umdrehte. "Scheisse, Meha. Hör uff zu hibbeln, un' halt mir die Kackflasche an die Lippen." Sie tat es widerwillig, aber die Hände brauchte er gerade für...gewisse Zupackdienste und der Alkohol, das wurde selbst dem blindesten klar, brauchte er definitiv dafür um seine Hände ruhig zu halten. Es reichte immerhin schon das diese von oben bis unten mit Blut und anderen Sauereien besudelt, da musste es ja auch nicht sein das er dabei noch zitterte. Irgendeinen bissigen Kommentar der quirligen Piratin überhörte er geflissentlich. "Was ne kacksooerei." murmelte er in sich hinein.

Lana presste ächzend, laut kreischend und dann fluppte es. Der beherzte Griff erging zu dem Bündel was sich endlich löste. Sein Fluchen nahm kein Abriss als er merkte das er wahrscheinlich seine Stiefel wegschmeissen konnte aufgrund.... uninteressant. Ein Mädchen. Spannende Stille, es gurgelte leicht. Er wischte mit einem Handtuch über Schnute und Nase das Neugeborenen, ein Schnippser erfolgte auf den Neugeborenen Hintern des Babys. Dann endlich das Schreien. Er verengte ein Auge ob des schrillen gekreisches, aber ausnahmsweise fluchte er nicht. "Buenos Tardes un' willkommen uff La Cabeza, kleene." er gab das Kind Meha, die es säuberte und in ein Tuch einwickelte ehe sie es Lana übergab. Er wusch sich die Hände, öffnete ein Fenster, schob sich eine Zigarre in den Mund und zündete sie an. Die Flasche in der linken dabei setzte er sich auf die Fensterbank und beglotzte sich das Glück der Eltern mit einem tiefen durchatmen. Er schaute auf den Boden, Blut....andere Appetitlichkeiten. Sicher war das er die Sauerei nicht wegmachen würde. Sicher war auch, das Lana dieser Freundschaftsdienst irgendwann mal einen beträchtlichen Gefallen kosten würde....
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

17. Seranum 256

Die kleine schlief friedlich.
Sie konnte stundenlang ihrer kleinen beim schlafen zu sehen.
Erschreckend, wie ruhig die Piratin in der Nähe des Säuglings war.
Ganz entgegen ihrer sonstigen natur. Sie liebte das kleine Würmchen.
Der Mutterinstikt war etwas, das komplett neu für sie war.
Schwarze Haare, ein grünes Auge mit bernsteinfarbenen Sprenkeln, ein braunes Auge mit grünen Sprenkeln, als hätte sie sich nicht zwischen den Augenfarben der Eltern entscheiden können.
Friedlich und unschuldig., nur den ersten trieben eines Menschen nachgend, wenn sie Hunger hatte, oder die Windeln voll waren.
Mama Lana....
Noch immer eine Bezeichnung, die ihr schwer fiel.





Als sie von einem halb konspirativen Treffen mit einem fremden (der früh verschwunden war), Carlos, Meha und einer gewissen Auriah, die durchaus Minfays Mädchen konkurenz machen konnte mit ihrer art, sich zu Präsentieren, lag ein Zettel auf dem Küchentisch.


Die Kleine ist bei Minfay.
Bin noch mal unterwegs


Severin

Aye, dann halt erst das kleine Monster abholen.
Noch sichtlich gut gelaunt machte sie sich auf den Weg ins Hurenhaus.
Sie wusste, das sich die alte Bordellmutter gut um die Kleine kümmerte, und auch ihre Mädchen taten das.
Cabezianische Frauen halten zusammen.
Ein kurzes Gespräch und schön wanderte Lana mit ihrer Tochter wieder heim.

Zu Hause war alles wie immer.
fertig konnte man sagen, war die Behausung noch lange nicht, aber man konnte drin leben.
Inola füttern, wickeln, dann schlafen legen.
Irgendwann würde Severin heim kommen.

Lana legte sich auf das andere Sofa, beobachtete ihre Tochter beim schlafen, bis sie von einem leisen Wimmern geweckt wurde.
Offenbar war sie doch eingeschlafen.
Der Schlaf war rar die kleine brauchte regelmäßig ihre Milch.
"Is' schon wieder so weit?", nuschelte sie und rieb sich über die Augen.
Wieder wurde die kleine gefüttert.
Severin war immer noch nicht zu hause.
Nach der Milchmahlzeit schlief Inola auch direkt wieder ein.
Wo zum Teufel war ihr Mann?
Sie kannte es durchaus, ihn längere Zeit nicht zu sehen, aber da wohnte er noch in Adoran.
Und jetzt?
Wo steckte der Kerl?
Bei einer heimlichen Liebschaft?
Auf der Jagd?
In irgendeinder Spelunke?
Ein leises, verärgertes Schnaufen erklang.
Das fängt ja gut an, kaum ist die kleine auf der Welt, Verkrümelt sich der Herr.
Unfassbar.
Sie kramte ihre silberne, völlig abgegriffene Krautröllchen Dose aus der Umhängetasche und die Zunderbüchse und trat vor die Türe.
Erstmal eine rauchen.

Nein, das sah ihrem Mann nicht ähnlich.
Klar, mal einen Wein in irgendeiner Taverne, oder eine Jagd, das war sie gewohnt.
Aber gerade in der letzten Zeit?
Er wollte doch bei ihr sein.... Bei seiner Familie.....
Wo also steckte er?
Und was bei allen Göttern war so wichtig, das er nicht nach Hause kam?
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Dienstag 17. September 2013, 06:35, insgesamt 1-mal geändert.
Severin Ethered
Beiträge: 4
Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:53

Beitrag von Severin Ethered »

Der Blick hing auf dem Gemäuer ohne das er einen Teil davon fixierte. Viel mehr starrte er seit schier unendlicher Zeit ins leere. Liegend verbrachte er die Zeit auf dem fleckigen Lager, dass ihm als Schlafstätte diente.
Das erste mal seit all der Zeit würde sie sich nun Sorgen um ihn machen müssen.
Wie schlecht hatte er den Zeitpunkt nur gewählt dafür ? Gab es überhaupt einen besseren ?
Jede Stunde hier schien ihm vergeudet und doch irgendwie zurecht. Zeit die Gedanken zu ordnen, hatte er nun mehr als genug.
Lieber der Knast von Adoran als der von Rahal, schoss es ihm durch den Kopf und doch löste sich die Anspannung nicht.
Zu viele Dinge blieben ungewiss.

Gewiss war nur das es in dieser Situation einzig Falsch und Falsch gab.
Wegzulaufen und ewig darauf zu hoffen, nicht erwischt zu werden war Falsch. Es entsprach einfach nicht seiner Natur und seinem Verständnis vor Konsequenzen die Flucht zu ergreifen.
Andererseits hatte er gehofft damit niemanden in Gefahr zu bringen und wurde bitter enttäuscht.
Eine Enttäuschung die sich irgendwo vergrub und sich bitter festsetzte.
Die Lippen zu einer dünnen Linie gepresst, entfuhr ihm ein Schnaufen. Er wusste sie konnte sich wehren, sie würde sich wehren..
So wie er wusste sie würde ihn suchen...
Und dies blieb auch seine einzige Hoffnung, dass sie es eben nicht tun würde.
Ein Wunder wie das die Hölle zufriert, so hoffte er das sie nicht suchen würde, sondern auf das Kind aufpassen würde. Ganz zuwider ihrer eigentlichen Natur.

Warten und hoffen.. das gefiel ihm. Hier einfach zu liegen, die Wand anzustarren und auf das unausweichliche zu warten. So ist es eben wenn man sich entscheidet keine Wahl zu haben und genau das hatte er getan.
Zuletzt geändert von Severin Ethered am Dienstag 17. September 2013, 13:23, insgesamt 2-mal geändert.
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

19 Seranum 256

Sie lief wie ein verletzter Tiger in der Wohnung umher.
„Verfluchter Dreck“, maulte sie leise vor sich hin, während sie fast schon Laufwege in den Teppich getrampelt hatte.
Zu Hause sitzen beim Kind und warten bis der Mann heim kam?
Verdammt, auf gar keinen Fall.
Sie packte Inola in ihre Decke, und brachte sie zu Minfay.
Die Hurenmutter war nicht sonderlich begeistert, das Balg schon wieder da zu haben, aber Lana hatte die besseren Argumente.
Sie waren glänzend und hart.
Einige Goldmünzen wechselten die Besitzerin und schon machte sich Lana auf den Weg nach Bajard.

Bajard…. Dreckskaff.
Hier traf sich alles. Umso besser, zumindest gerade.
Sie suchte ihre Kontakte auf, fragte in den dunklen Gassen, ob jemand ihn gesehen hatte.
Nichts.
Wo bei allen Höllen war Alayna?
Schlecht gelaunt stapfte die Piratin durch die Gegend.
Er würde doch wohl nicht…?
Er hatte doch nicht…?
Wie gut kannte sie ihren Mann nochmal…?
Ein Kopfschütteln.
Nein, er würde sich nicht der Gräfin gestellt haben, um die Sache zu klären?
Nein, auf keinen Fall.
Er war keiner, der Dinge unerledigt hinterließ.
Er war auch kein Feiger Mensch, der sich nicht den Problemen stellte, aber gleichzeitig hatte sie ihn doch in diese Lage gebracht?!
Ein leises seufzten erklang.
Doch, die Möglichkeit bestand, das er wirklich nach Adoran gegangen war.
„Verfluchter….“, das wilde, mehrsprachige, piratische Gefluche ging in einem treten gegen das nächstbeste Ziel ein klein wenig unter.

Sie wanderte zu Alayna’s und Lucien’s Kneipe.
Türe zu.
Gut, keiner da.
Verdammt.
Sie hinterließ einen Brief für ihre Informantin, den sie hoffentlich bald finden würde.


Ahoi Chica!

Ich brauch deine Hilfe, und das echt dringend.
Ich zahl dir das auch wirklich gut.
Du kennst den Kerl an meiner Seite. Der ist verschwunden.
Chica, schau ob du ihn finden kannst, oder was herausfindest.

Du weisst, wo du mich findest.

Maria
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Donnerstag 19. September 2013, 20:13, insgesamt 1-mal geändert.
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

21. Seranum 256

Erkenntnis

Das „Wo“ war nun keine Frage mehr.
Es lohnte sich zu investieren, auch wenn sie, ihrer Natur entsprechend, recht ungerne Gold aus den Fingern gab, wusste sie genau, wo es sich lohnte.
Und Alayna war lohnenswert.
Schnell und effektiv.

Adoran Knast…!
Ein kurzes, freudloses grinsen huschte über die Züge der Piratin.
Welche Ironie.
Der Mann, der immer dafür gesorgt hatte, das sie sich von Adoran und der Gräfin fern hielt, der dafür gesorgt hatte, das Adoran nicht von den Piraten als näheres Ziel in Betracht gezogen wurde.
Und jetzt?
Anklage… Prozess…
Ein leises seufzten erklang.
Alayna und Carlos hatten ihr verboten, die Insel zu verlassen und sie taten, wenn man es rein logisch betrachtet, auch gut daran.
Ja, sie war zu bekannt.
Ihr Gesicht war bekannt.
Auch die Alina-Verkleidung war nicht mehr sicher.
Sicher ging es um Severin, aber eine Piratin als Sahnehäubchen?
Vaughain würde sicher nicht lange fackeln, und sie mitnehmen.
Das würde nichts bringen, sie musste sich auch noch um Inola kümmern.

Gut, aber, sie musste irgendwas tun.
Irgendwas, damit sie ihm etwas mitteilen konnte.

Noch mitten in der Nacht lief sie bei Meha vorbei und weckte die Rasta-Piratin.
Alles wurde von neuem aufgerollt, Nameha wurde informiert und bekam einen Zettel in die Finger gedrückt.

Die rothaarige machte sich auf den Weg, und Lana wanderte Heim.
Schlafen war jetzt eh nicht mehr drin.
Also begann sie einen Lageplan zu zeichnen.
Adoran grob zusammen gefasst, das Regimentsgebäude eingezeichnet.
Der Kerker wurde detailliert mit Zellenaufteilung auf ein weiteres Pergament gezeichnet.
Beide Pläne wurden, nach Stundenlanger Kleinarbeit, eingerollt und gut eingepackt.
Diese sollten ihren Besitzer wechseln und von einem Matrosen zu Carlos gebracht werden.
Keine weitere Notiz oder dergleichen, nur die reinen Lagepläne.

Meha hingegen, brachte Lanas kleinen Zettel nach Adoran, und warf es, durch den kleinen Schießschacht zu Severins Zelle.
Severin wird, so er das Zettelchen findet, nur kleine Worte erkennen können, aber das Schriftbild dürfte ihm durchaus bekannt sein.


Wir lieben dich

I & L
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Samstag 21. September 2013, 13:52, insgesamt 2-mal geändert.
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

23. Seranum 256

Einer der Matrosen klopfte an ihre Türe.
Schlecht gelaunt würde diese geöffnet und mit quengeligem Kleinkind auf dem Arm blickte sie hinaus.
Der Matrose reichte ihr einen abgerissenen Aushang und versuchte möglichst schnell wieder das weite zu suchen.
Aufmerksam würde der Wisch studiert.


Thelor von Schwertfluren hat geschrieben:Ausruf zur Gerichtsverhandlung

Bürger, am 24. Searum 254 lädt das Alumenische Reich zur 20. Stunde zum Besuch der Verhandlung über: Bürger Severin Ethered.

Die Anklage lautet auf Verrat gegenüber ihrer Erlaucht, Mariella von Dornwald, Gräfin von Meerswacht, Baronin von Dornwald und Freiin von Dragenfurt. Sie wird geführt von seiner Hochgeboren, Freiherr von Dragenfurt.

Die Verteidigung des Bürgers obliegt Schwester Sorcha Llastobhar, Akoluth der Schwertherrin.

Sir von Schwertfluren, Kronritter seiner Majestät und Hochgeboren von Nebelpass werden Gericht über den Bürger halten.

Zur 19. Stunde wird das Gericht seine Türen öffnen. Die Verhandlung wird pünktlich zur 20. Stunde beginnen. Zutritt wird allen Bürgern des Reiches gewährt, ein Bürgerbrief ist mitzuführen.

Im Auftrag des Gerichts

Sir  Thelor von Schwertfluren
Kronritter seiner Majestät Ador dem Ersten
Freiherr von Schwertfluren

"Verrat....", nuschelte sie.
Verrat... Gut, morgen.
Neue Kleider, Haarfarben, Absätze, sie musste heute einkaufen.
Die Kleine musste unter gebracht werden.
Bürgerbrief...
Auch das sollte machbar sein.
Sie wanderte erst im Raum umher, ehe sie nickte.
Inola schlief wieder und so war es an der Zeit, ein zu schreiten.
Jedoch nicht ohne das Pack zu informieren.
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »


Die Verkleidng war gut gewählt gewesen, ihre und die ihres Begleiters.
Der Bürgerbrief gefälscht.
Schein und Sein, zwei dinge die gerade unterschiedlicher nicht sein konnten.
Kribbelnde Nervosität.
Die ganze Gerichtsverhandlung über sass sie stocksteif auf ihrem Platz, jeder Muskel bis zum zerreissen gespannt.

Das Todesurteil.
Als die Worte den Mund des Richters verließen, war es wie ein Schlag ins Gesicht.
Aber nein, es ging noch weiter.
Gnade, sie wollten Gnade zeigen und sein Leben gegen Inolas eintauschen.
Gnade.... Ein grösserer Hohn hätte ihr nicht entgegen gebracht werden können.
Und warum das alles?
Weil er sich gestellt hatte?
Weil er verdamt noch mal, alles richtig machen wollte?
Weil er ein idiot war!

Sie wusste von Anfang an, das das nur schlecht ausgehen konnte.
Sie trug ihre Narben nicht umsonst.
Warum glaubte ihr eigentlich nie jemand?

Ihr Begleiter hatte sie am Arm gefasst und schob sie hinaus.
Er tat Gut darin, allein wäre sie nicht gegangen.

Er hatte diesem Tausch zu gestimmt.
Sein leben gegen das ihrer Tochter.
Niemals!
Nie, solange sie selbst noch lebte würden diese Bastarde ihre Tochter kriegen.
Niemals!

Die beschimpfungen gegen ihre Person, die beleidigung "Hure", und was auch sonst gingen im Dröhnen ihres Kopfes unter.
Ruhig, ganz ruhig war sie.
Kein Wort hatte sie gesagt, den ganzen Weg über.

Weiteres Geschubse bis sie die Leiter in den Schiffsbauch herab kletterte.
Ihr Begleiter gab seiner Wut freien lauf.
Er flüchtet, schrie und warf den speckigen Hut in die Ecke um darauf herum zu trampeln.
"Diese Bastarde machen nicht mal Halt vor Kindern..", sowas, oder was ähnliches schrie er vor sich hin.
Sie konnte nicht.
Die einzigen Worte, die für den Rest des Abends ihren Mund verliessen, waren:
"Ich werde viel zu tun haben in der nächsten Zeit!"
Alayna war ruhig, bot sich jedoch an, zu helfen.

Lana verließ die beiden in Bajard.
Sie wollte alleine sein.
Ruhige, langsame Schritte zu ihrem Haus, ein Griff zu den Rumflaschen, und zwar nicht den süssen Kokosrum, den sie sonst trank, sondern das Zeug, das einem die Schleimhäute beim trinken wegätzte.
Damit bewaffnet ging es zur Toro.
Ein Tabakröllchen, ein Schluck Rum und der Blick aufs Meer.
Sie kletterte ins Krähennest.

So würde sie ein gleichaltriges Kind suchen, und die Mutter hatte dann Pech.
Niemals Inola.
Sollte jemals einer ihre Tochter anfassen, würde es blutig enden.
Ohja.

Langsam trank sie die erste Flasche leer.
Der Rausch setzte ein, befriedigte aber nicht und die Gedanken tilgte er auch nicht.
Eine Fluppe nach der nächsten, und trotz allem, fühlte sie sich so unendlich leer.

War sie bereit Severin zu opfern?
Nein!
Inola abgeben?
Niemals!

Zeit an Stühlen zu sägen.
Betrunken. Und kein Stück weiter, schlief sie zusammengekauert im Krähennest ein.
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Mittwoch 25. September 2013, 06:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Carlos Viento
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Carlos Viento »

Als er die kleine ins Bett gebracht hatte, verschränkte er die Arme und betrachtete das schlafende Kind mit einer Mischung aus Nachdenklichkeit und vielleicht sogar 'gerechtem' Zorn. "Onkel Caaaarloooos" Aye...das kleine Mädchen hatte sogar das sonst so schwer bewehrte Herz des Piraten erweicht und sich eingeschlichen ohne jedwede Gegenwehr der schweren Geschütze die Gefühlswallungen für gewöhnlich abwehrten, als ob ein schweres Schlachtschiff wie die Toro eine kleine Handelsbrigg zerfetzten. Als ob es in irgendeiner Weise in Frage kam, das sich irgendjemand anderes ausser 'der Familie' um das kleine Mädchen kümmerte. Selten so gelacht. Die schwarzhaarige neben ihm wurde mit einem Nicken bedacht, viele Worte mussten darum gar nicht gesagt werden. Manche Menschen verstanden sich blind, das war auch unter den Wölfen der Meere nicht anders, auch wenn sie stritten, sich schlugen und hin und wieder auch mehr antaten. Es gab immer dieses Gefühl der Zugehörigkeit, bei den einen mehr und den anderen weniger, die einen wurden Vertraute, die anderen....benutzt, verkauft und am Ende... mal schauen.

Die Zigarre glühte warm auf als er am Hafen stand. Ein Bein stemmte er auf einen der Leinenhalter am Anleger und blickte auf das Meer hinaus. Die vorbeiziehenden Hafenarbeiter machten meistens einen Bogen um diejenigen die irgendeiner Mannschaft angehörten, vor allem um die Schläger, mehr aber noch um die stillen, denkenden. Letzterer Kaste gehörte er eher an. Hinter den grünen Augen arbeitete ein heimtückischer Verstand, der zugleich einen nicht ganz ungefährlichen Jähzorn mit sich trug, gepaart mit einer dezenten...Rachsucht. Haus Dornwalt also. Eine zickige mit Egoismus und beknackten Wertvorstellung behaftete Gräfin, ein Lackaffe und Speichellecker von Ankläger, ein Oberst der seiner Lehnsherrin nach der Schnauze redete. Gegner die unheimlich tief fallen konnten, und beim Aufprall wahrscheinlich wie ein Wasserballon zerplatzten. Er lächelte fast schon sanftmütig. Wieder glühte die Zigarre und sein Gesicht leuchtete dabei im halbdunkeln des Sonnenuntergangs darunter auf. Alles für ein kleines Kind, einem Vater, einer Mutter. "Scheesse, ick werd echt weich."

Der Unmut des Volkes war zu spüren, selbst im Gerichtssaal. Die Fraktion der Temoragläubigen war teilweise fassungslos. Selbst die treuen waren nicht nur ob des Strafmaßes erstaunt sondern auch der Art der umschiffung des schlimmsten. Ein Kind, ja.... Haus Dornwald zog Kinder mit sich in Verhandlungen, verurteilte sie für ein Leben ohne die Eltern. Das alles für die lächerliche Tat des Vaters eine der Gräfin ungefällige zu schwängern, zu heiraten und mit ihr ein Kind zu haben. Respekt. Ein Punkt zum ansetzen. Das Volk. Aye, aye. Ein schöner kleiner Hebel. Hübsch. Niedlich. Einfach. "Perfecto, "
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

 Süße kleine Wanderfüßchen tapsen hin und her,
 leise wie auf engelsflügeln kommts der Mutter immer näher,
 lieblich blicken kleine Äuglein müde zu ihr rauf,
 zärtlich in den Arm genommen schläft gleich auch wohlauf.


Leise ist das tapsen von den kleinen Füsschen zu vernehmen, kaum hörbar schreiten diese unaufhörlich in Richtung Bett der Eltern. In der rechten das Kissen, unter dem Arm Matrose Petz und auf der Schulter die Decke. Immernoch war ihre Mama so alleine im Bettchen, kein Papa da...wo war denn Papa? Wieso war er nicht Zuhause bei Mama, sie sieht so traurig aus...

Langsam krabbelt die Kleine auf das Bett, legt ihr Kissen zurecht, sanft bewegt sich ihre Mutter im Schlaf hin und her leise vor sich hersäuselnd, liebevoll gibt ihr die Kleine noch einen Kuss auf die Wange und flüstert ein leises 'Ich liebe dich' in ihr Ohr. Kurz darauf kuschelt sich das kleine Würmchen zu ihrer Mutter und drückt sich an sie, liebevoll werden die Arme der Mutter um ihr kleines gelegt und sogleich schwindet Inola wieder in ihre Traumwelt hinein.


[img]http://up.picr.de/15983399nr.jpg[/img]
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

27. Seranum

Am Vorabend

Es war nicht schwer, eine Entscheidung zu fällen, vor allem nicht, wenn man selbst einige andere Optionen sah.
So war der Plan schnell gefasst.
Ein anderes Kind musste her.
Niemals würde sie Inola abgeben, niemals.
Und sie war nicht alleine. Das Pack, jeder mit dem sie gesprochen hatte, stand hinter ihr.

Eine gute, beträchtliche Summe und einige Gespräche später, hatte Lana ein gleichaltriges Kind im Arm, das noch unschuldig, auf seine Zukunft vertraute.
„Aye, meine kleine, heute geht’s in die große, weite Welt, und du wirst es bestimmt gut haben, beim Temora Kloster“, säuselte die Piratin dem Mädchen zu.
Wäre es nicht mit Gold gegangen, hätte Lana auch ein Kind entführt.
Auch wenn es interessante Pläne gab, Rahaler Kinder zu entführen, nur um die Streitigkeiten und Angriffslust wieder zu wecken, so hatte sie sich dazu entschieden, erst mal das Gold walten zu lassen.
Gold regiert die Welt, nicht die Moral.


Dieser Tag:


Das kleine Würmchen in Bauchgurt tragend, machte sie sich auf zum Kloster.
Raindri…
Nicht das sie nicht schon dauernd ihre Probleme mit diesem großkotzigen Kerl hatte.
Jetzt musste sie auch noch mit ihm verhandeln.
Sie konnte diesen Kerl einfach nicht leiden.
Aber dennoch wurde sie völlig überrascht.
Eigentlich wollte sie das Kind abgeben und wieder nach La Cabeza reisen, aber nichts da.
Das Kloster und seine Pläne.
Sie wollten das Mädchen so nicht annehmen und nun musste die Piratin sehen, wie sie damit zurecht kommen würde.
Sie bat um Zeit, die ihr gewährt wurde.
Am nächsten Tag sollte sie wieder kommen, mit ihrem Gepäck und dem Kind.


[img]http://up.picr.de/15980501kj.png[/img]


„Deine Mama ist eine Wölfin und sie hat keine Angst vor dem Adler“, Liv war mit der kleinen Beschäftigt, wärend Raindri und Lana taten, was sie immer taten.
Sich umkreisen und gucken, wie man selber zuschnappt.
In einem Punkt waren sich beide ähnlich, erst beißen, dann fragen.
Aber auch er war händelbar.
Nichts destotrotz war der Abend ein Teilerfolg.

Was tat man nicht alles, um dem Mann die Schlinge zu ersparen.
Das Spiel mitspielen, weil das Kloster seine eigenen Pläne hat.
‚Verfluchter Dreck‘, immer wieder wirre Gedanken, die nur unterbrochen werden, um das Gespräch mit Liv und Raindri nicht außer Acht zu lassen.
Ab jetzt hieß es, Konzentration wahren.
Morgen würde es losgehen, morgen würde sie sich freiwillig in die Hände des Klosters begeben.

Es galt noch einiges Vorzubereiten…
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Samstag 28. September 2013, 02:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Svetlana Ethered
Beiträge: 425
Registriert: Dienstag 21. August 2012, 04:55

Beitrag von Svetlana Ethered »

30. Seranum 256

Hier waren alle so furchtbar….. nett.
Selbst die Eminenz war…. Nett….
Sie alle sorgten sich und versuchten Lana Mut zu machen, Mut, den sie gar nicht brauchte.
Die Eminenz hatte beschlossen, die Akoluthen mögen sich um Lana kümmern, sie auf den „rechten Pfad“ führen.
Und sie meinten das wirklich ernst.
Alle…
Ein kurzes Kopfschütteln erfolgte.

Sie war nun schon einige Tage hier, sie war nicht gerne hier, aber immerhin versuchte man es ihr so angenehm wie möglich zu machen.

Sie saß mit dem Säugling auf dem Schoß auf den Treppen des Klosters, ein wenig frische Luft schnappen.
Auch wenn alle betonten, sie sei keine Gefangene, fühlte es sich ein wenig so an.
Ja, sie konnte gehen, wenn sie wollte.
Aber was würde dann passieren?
Was würden die verrückten Adoraner mit Severin machen?
Er litt schon genug darunter, keine Frage.
Gerade nach ihrem letzten Brief, der beabsichtig, sehr vage formuliert gewesen war, konnte sie sich das vorstellen.
Letztlich war und blieb ihr Mann Adoraner.
Rechtschaffen… meistens….
Wie gerne würde sie ihn jetzt beruhigen und ihm sagen, dass sie einen Plan hatte?
Ein weiteres leises seufzten erfolgte, ehe sie mit den Fingern über den Anhänger der neuen Kette strich.
Da taten sich Abgründe auf.
Ein kurzes grinsen huschte über ihre Züge.
Wer weiss, wer weiss.
Die Zeit hier im Kloster war meistens langweilig, und doch ab und an taten sich spannende Dinge auf.
Wie am gestrigen Abend.
Sie hatte nicht damit gerechnet, und doch hatte er sie überrascht.
Tatsächlich hatte er dieses mal etwas anderes gezeigt, als die kühle, Holzkopf-Seite. Der erste Griff nach ihr löste das unbändige Gefühl in ihr aus, ihm einfach ins Gesicht zu schlagen.
Jeder weitere Griff, jedes Festhalten, jede Umarmung ließ sie ruhiger werden.
Die Gedanken schwirrten.
Vorteile, Vorteile.
‚Mädchen du musst aufpassen‘, wären Severins Worte gewesen.
Semborel…
Ihr doch egal, was das für eine gewesen war.
Der Baum? Ein Baum, was sonst?
Nichtsdestotrotz musste sie über seine Worte nachdenken.
Über alles was geschehen war.
Ein Spiel….
Lerne die Regeln des Spiels….

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