Verfasst: Dienstag 23. Dezember 2014, 17:24
Und ich wünschte ich könnte es noch einmal hören
wenn wir am Ende aller Zeit angekommen sind
Aber alles was ich vernehme ist das Schlagen meines Herzens
der Raum ist so leise
Sie hatte sie gesammelt wie alte Freunde, ihre dunkelsten Momente, die sich jetzt um sie scharrten und jeder Dämon, schien es ihr, forderte seinen Anteil. Wenn sie nur etwas davon hätte für sich behalten können bevor es dämmerte. Ihr war unlängst klar wie dumm und blind sie gewesen war und das die Vergangenheit noch immer hinter ihr stand wie ein ungeliebter Schatten der alles was an Licht da war ein wenig dunkler erscheinen lies. All ihre Fragen waren wie Schlüssel zu den falschen Türen. Sie hatte versucht es heraus zu schneiden, aber sie war ihn nie los geworden. Wenn sie nur die Chance hätte diese Geschichte zu einem guten Ende zu bringen, aber sie war verdammt wenn sie es tat und auch wenn nicht. Ja, sie war bereit gewesen zu hoffen, bereit zu leiden und sie hatte gelitten und sie hatte gehofft und am Ende hatte sie es einfach mit sich geschehen lassen.
Hier bin ich, ein Mädchen mit einem Herzen aus Eis
erstarrt im Licht einer untergehenden Sonne
Es war kein Geschenk, es forderte einen Preis
Wer ist das Lamm und wer das Messer
Ich habe mich umgesehn, aber dich konnte ich nicht finden
Sie hatte den Preis erhöht, sie hatte ihn erhöht, denn es war kein Geschenk gewesen, es hatte seinen Preis gefordert und jetzt war nicht mehr viel von ihr übrig. Mit dem sich drehenden Wind war sie vom Lamm zum Messer geworden, die Sonne hatte sie in blutrotem Licht gebadet. Sie wünschte sie hätte etwas für sich behalten. Vielleicht nur das Lächeln, aber vor dem Sonnenaufgang ist es immer am dunkelsten nicht wahr? Ihre Augen ruhten auf dem Menschen der da lag, von weißem Fell bedeckt, vor ihrem Kamin. Sie würde es abschütteln, irgendwann würde sie es abschütteln dieses Gefühl für ihn und auch das für ihren Bruder, sie würde es einfach aus ihrem Herzen herausschneiden, irgendwann würde sie es tun und damit auch das bisschen das noch von ihr übrig war.
Ich nenne dich nicht Dieb, bestiehl mich einfach nicht
Ich nenne dich nicht Geist, verfolg mich einfach nicht
Sie würde nicht mit ihm nach Bajard gehen, das konnte sie nicht. Sie gehörte nach Rahal. Er hatte sie hierhergebracht und sie hatte ihr Leben in gewisser Hinsicht in Seinen Dienst gestellt, auch wenn die Art und Weise noch keine richtige Gestalt angenommen hatte, war das etwas das sie begreifen konnte, das ihr real erschien. Abgesehen von diesen Dingen ging sie davon aus für Niemanden mehr so richtig gut zu sein, nicht für den Mann der sich ihren Bruder nannte und erst recht nicht für den Mann den sie hier eingesperrt hatte.
Ob ihm bewusst gewesen war, das es ihre Pflicht sein würde ihn zu töten wenn sie ihn nicht dazu brachte zu konvertieren, als er ihr hierher gefolgt war. Ob es ihm jetzt bewusst war? Nary lehnte noch immer am Rahmen des kleinen Rundbogeneingangs während ihr diese Gedanken unangenehm präsent erschienen. Sie hatte keinen Schlaf finden können und mit sich selbst gehadert. Weil das einzige Fenster im Norden lag, drang nur sperlich Licht in den Raum, gerade soviel das sie seine Silouette sehn konnte und das stehtige flache heben und senken seines Brustkorbs beobachten. Was hab ich mir nur dabei gedacht... dich hierher zu bringen. Jetzt wo sie mehr von ihm wusste, erschiehn ihr das wie ein Todesurteil, eines das sich nicht rückgängig machen lies wenn sie es nicht bewerkstelligen konnte ihm zu zeigen wie falsch seine Vorstellungen von Ehre und Mitleid waren.
Aber es war nicht nur dieses beschattete Dunkel der Ungewissheit die sie der fieberstillenden Ruhe der Nacht beraubte. Da war noch etwas das ihr wie ein Granitbrocken auf der Brust lag so das jeder Atemzug sie Kraft kostete. Mit einem einzigen Satz hatte sie es geschafft ihn sich selbst völlig vergessen zu lassen. Da war nie so ein Maß an Wut und so wenig Selbstbeherrschung in seinen Augen gewesen, jedenfalls zu keiner Zeit an die sie sich erinnern konnte und mitlerweile kam es ihr so vor als wäre dieser Zorn vorher schon fürsorglich geschürt worden. Als habe ihm irgendjemand eine Dunkelheit ins Herz geflüstert die sich jetzt auf dem Bild ausruhte das er von ihr haben mochte. Aber wer sollte das gewesen sein?
Jedenfalls hatte er sich während ihrer Abwesenheit weit von ihr entfernt, sehr weit und es gab keine Versicherung das sie diese Kluft je wieder überwinden würden. Er hatte sie angesehn wie eine Fremde und ihr Dinge vorgeworfen die sie nie getan, ja an die sie nicht einmal gedacht hatte. Vermutlich hatte er aber auch einfach Recht behalten als er gesagt hatte sie würde ihn nicht kennen. Wenn es nur nicht so weh tun würde... Ein schwaches Raunen das in der Stille des Raumes verloren ging, während ihre Augen sich verschmälerten und etwas wie Schmerz versuchte durch die starre Maske ihres Gesichts zu finden.
Wenn sich ihre Wege jetzt trennten, und der Alleine wusste das lag allein in seiner Hand, dann würde sie den Konvent verlassen und vermutlich würde sie sich der Garde zuwenden. Mochte sein das die Nary die aus ihr geworden war, dort besser hinein passte. Sie würde den Geruch von Büchern vermissen, den Geruch von altem, trockenem Leder. Die winzigen Erhebungen die frische Tinte auf den Seiten hinterlies. Es würde nie wieder das Selbe sein und der Schmerz den sie jetzt empfand, würde dann zum Vorgeschmack echten Schmerzes verblassen.
Wer kämpft um eine Idee, um eine große und gewaltige Idee,
der muß alle Leiden in diesem unvermeidlichen Kampf,
mit einer größten Energie zu ertragen wissen.
Aber natürlich würde sie auch das überleben, genauso wie sie den Tod ihrer Familie überlebt hatte, den Mord ihres leiblichen Bruders, die Praktiken ihres Waffenmeisters und die vielen, unzähligen Male die sie getötet hatte und in denen sie selbst Stück für Stück gestorben war. In den ersten Jahren würde sie ihm aus dem Weg gehn, würde vergessen wie er gerochen hatte, wie sich seine Nähe angefühlt hatte. Sie würde vergessen wie es war sich frei von Zwang mit ihm zu unterhalten. Sie würde aufhören an ihn zu denken und wie ein alt gewordenes Bild würde er vor ihrem geistigen Auge verblassen, bis die Farbe von der Leinwand bröckelte und alles was sie für ihn empfunden hatte im Grab eines ewigen Gesterns verscharrt lag. Dann würde sie wieder frei sein, ganz und gar frei.
Ich bin in Ungnade gefallen
verfiel deiner Meinung
als ich anfing dich zu lieben
Aber das Fallen ist nicht das Problem
Wenn ich falle empfinde ich Frieden
es ist nur wenn ich auf dem Boden aufschlage
kostet es mich all meine Kraft
Sie war auf der Suche nach dem Atem des Lebens gewesen und hatte ihn gefunden. Wie eine kleine Berührung himmlischen Lichts zwischen all der Dunkelheit. Ein Ruf der so erhaben war, das sie all ihre Sinne verloren hatte und jetzt stand sie da, zusammengeschrumpft zu dem jungen Mädchen das sie irgendwann einmal gewesen sein musste, als sie in feinen Seidenschuhen und kostspieligen Kleidern in diese Stadt gekommen war und im Glauben an Alatar einen Weg für sich gefunden hatte. Verloren zwischen 1000 Büchern und noch mehr Träumen. Hungrig auf das Wissen nach dem Warum und zu ergeizig um zu sehen was es sie kostete. Sie war bereit gewesen den Preis zu zahlen.
Allen Veränderungen, selbst jenen, die wir ersehnt haben, haftet etwas Melancholisches an, nicht wahr? Immer lassen wir einen Teil von uns selbst zurück, müssen ein Leben sterben, ehe wir ein anderes beginnen können und jeder Tod kann schmerzlich sein.
Nary's Kopf war nach vorn gesunken, während sie sich selbst fest zu halten versuchte und salziges Nass kleine glänzende Rinnsale auf ihren Wangen hinterliesen. Sie schämte sich der Tränen, trotz der Dunkelheit und der Stille schämte sie sich ihrer. Mehr noch, sie hasste sich dafür und dieser Hass lies sie zittern wie im Fieber. Aber dieser Schmerz war zu groß und zu tief, manchmal war sie ihm einfach nicht mehr gewachsen. Dann kamen sie alle zu ihr, die Erinnerungen. Versammelten sich um sie und riefen sie an Orte die nicht mehr existierten, deren Dasein zu bloßem Schein verblasst war, trieben sie vor sich her wie ein Lamm das zur Schlachtbank geführt wird.
Es gibt einen Ort im Herzen der sich nie ausfüllen lässt, einen Raum. Und selbst in den besten Augenblicken und herrlichsten Zeiten werden wir es wissen. Es gibt einen Ort im Herzen der sich nie ausfüllen lässt und wir werden warten und warten, in diesem Raum.
Irgendwie dämmerte ihr die Lüge die sie sich selbst aufgetischt hatte als sie die Stufen zum Erdgeschoss hinter sich gebracht und vor dem Spiegel der in seinem schweren Rahmen an der Wand hing, stehn geblieben war. Da war noch mehr übrig, irgendwo begraben zwischen dicken, schweren Mauern, sah ihr die Vergangenheit aus ihren eigenen Augen direkt ins Angesicht. Alles was sie davor bewahrte das Gestern in seinem vollen Ausmaß betrachten zu können, war diese Maske zu der ihr Gesicht erstarrt war und dahinter? Dahinter lag zuviel von allem. Zuviel Schmerz, zuviel Sehnsucht, zuviel Verletzlichkeit, zuviel Hoffnung, zuviel bittere Arznei, zuviel Unschuld und zuviel Liebe.
Hab ich meinen Weg verloren?
Wenn dem so sein sollte,
dann hilf mir ihn wieder zu finden.
Ihr war alles Recht, wenn es sein musste, sollte Alatar sie doch dorthin zurückprügeln. Sie war sich nicht einmal sicher ob sie davon abgekommen war und wenn ja, wann das gewesen sein mochte, aber sicher war sicher. Die letzten Wochen waren zu chaotisch gewesen und hatten zuviel Fragen aufgegeben die irgendwie in ihrem Leben untergebracht werden wollten. Aber die Zeit blieb nicht stehn und weitere Fragen suchten nach Antworten. Was zur Hölle war mit ihrem Bruder los und was hatte es mit Thorbranths seltsamer Krankheit auf sich. Wo sollten sie ansetzen... was zuerst, was zuletzt. Zwar stahl ihr das harte Training den Großteil des Tages, aber irgendwoher würde sie die Kraft und Zeit schon nehmen sich damit zu befassen.
wenn wir am Ende aller Zeit angekommen sind
Aber alles was ich vernehme ist das Schlagen meines Herzens
der Raum ist so leise
Sie hatte sie gesammelt wie alte Freunde, ihre dunkelsten Momente, die sich jetzt um sie scharrten und jeder Dämon, schien es ihr, forderte seinen Anteil. Wenn sie nur etwas davon hätte für sich behalten können bevor es dämmerte. Ihr war unlängst klar wie dumm und blind sie gewesen war und das die Vergangenheit noch immer hinter ihr stand wie ein ungeliebter Schatten der alles was an Licht da war ein wenig dunkler erscheinen lies. All ihre Fragen waren wie Schlüssel zu den falschen Türen. Sie hatte versucht es heraus zu schneiden, aber sie war ihn nie los geworden. Wenn sie nur die Chance hätte diese Geschichte zu einem guten Ende zu bringen, aber sie war verdammt wenn sie es tat und auch wenn nicht. Ja, sie war bereit gewesen zu hoffen, bereit zu leiden und sie hatte gelitten und sie hatte gehofft und am Ende hatte sie es einfach mit sich geschehen lassen.
Hier bin ich, ein Mädchen mit einem Herzen aus Eis
erstarrt im Licht einer untergehenden Sonne
Es war kein Geschenk, es forderte einen Preis
Wer ist das Lamm und wer das Messer
Ich habe mich umgesehn, aber dich konnte ich nicht finden
Sie hatte den Preis erhöht, sie hatte ihn erhöht, denn es war kein Geschenk gewesen, es hatte seinen Preis gefordert und jetzt war nicht mehr viel von ihr übrig. Mit dem sich drehenden Wind war sie vom Lamm zum Messer geworden, die Sonne hatte sie in blutrotem Licht gebadet. Sie wünschte sie hätte etwas für sich behalten. Vielleicht nur das Lächeln, aber vor dem Sonnenaufgang ist es immer am dunkelsten nicht wahr? Ihre Augen ruhten auf dem Menschen der da lag, von weißem Fell bedeckt, vor ihrem Kamin. Sie würde es abschütteln, irgendwann würde sie es abschütteln dieses Gefühl für ihn und auch das für ihren Bruder, sie würde es einfach aus ihrem Herzen herausschneiden, irgendwann würde sie es tun und damit auch das bisschen das noch von ihr übrig war.
Ich nenne dich nicht Dieb, bestiehl mich einfach nicht
Ich nenne dich nicht Geist, verfolg mich einfach nicht
Sie würde nicht mit ihm nach Bajard gehen, das konnte sie nicht. Sie gehörte nach Rahal. Er hatte sie hierhergebracht und sie hatte ihr Leben in gewisser Hinsicht in Seinen Dienst gestellt, auch wenn die Art und Weise noch keine richtige Gestalt angenommen hatte, war das etwas das sie begreifen konnte, das ihr real erschien. Abgesehen von diesen Dingen ging sie davon aus für Niemanden mehr so richtig gut zu sein, nicht für den Mann der sich ihren Bruder nannte und erst recht nicht für den Mann den sie hier eingesperrt hatte.
Ob ihm bewusst gewesen war, das es ihre Pflicht sein würde ihn zu töten wenn sie ihn nicht dazu brachte zu konvertieren, als er ihr hierher gefolgt war. Ob es ihm jetzt bewusst war? Nary lehnte noch immer am Rahmen des kleinen Rundbogeneingangs während ihr diese Gedanken unangenehm präsent erschienen. Sie hatte keinen Schlaf finden können und mit sich selbst gehadert. Weil das einzige Fenster im Norden lag, drang nur sperlich Licht in den Raum, gerade soviel das sie seine Silouette sehn konnte und das stehtige flache heben und senken seines Brustkorbs beobachten. Was hab ich mir nur dabei gedacht... dich hierher zu bringen. Jetzt wo sie mehr von ihm wusste, erschiehn ihr das wie ein Todesurteil, eines das sich nicht rückgängig machen lies wenn sie es nicht bewerkstelligen konnte ihm zu zeigen wie falsch seine Vorstellungen von Ehre und Mitleid waren.
Aber es war nicht nur dieses beschattete Dunkel der Ungewissheit die sie der fieberstillenden Ruhe der Nacht beraubte. Da war noch etwas das ihr wie ein Granitbrocken auf der Brust lag so das jeder Atemzug sie Kraft kostete. Mit einem einzigen Satz hatte sie es geschafft ihn sich selbst völlig vergessen zu lassen. Da war nie so ein Maß an Wut und so wenig Selbstbeherrschung in seinen Augen gewesen, jedenfalls zu keiner Zeit an die sie sich erinnern konnte und mitlerweile kam es ihr so vor als wäre dieser Zorn vorher schon fürsorglich geschürt worden. Als habe ihm irgendjemand eine Dunkelheit ins Herz geflüstert die sich jetzt auf dem Bild ausruhte das er von ihr haben mochte. Aber wer sollte das gewesen sein?
Jedenfalls hatte er sich während ihrer Abwesenheit weit von ihr entfernt, sehr weit und es gab keine Versicherung das sie diese Kluft je wieder überwinden würden. Er hatte sie angesehn wie eine Fremde und ihr Dinge vorgeworfen die sie nie getan, ja an die sie nicht einmal gedacht hatte. Vermutlich hatte er aber auch einfach Recht behalten als er gesagt hatte sie würde ihn nicht kennen. Wenn es nur nicht so weh tun würde... Ein schwaches Raunen das in der Stille des Raumes verloren ging, während ihre Augen sich verschmälerten und etwas wie Schmerz versuchte durch die starre Maske ihres Gesichts zu finden.
Wenn sich ihre Wege jetzt trennten, und der Alleine wusste das lag allein in seiner Hand, dann würde sie den Konvent verlassen und vermutlich würde sie sich der Garde zuwenden. Mochte sein das die Nary die aus ihr geworden war, dort besser hinein passte. Sie würde den Geruch von Büchern vermissen, den Geruch von altem, trockenem Leder. Die winzigen Erhebungen die frische Tinte auf den Seiten hinterlies. Es würde nie wieder das Selbe sein und der Schmerz den sie jetzt empfand, würde dann zum Vorgeschmack echten Schmerzes verblassen.
Wer kämpft um eine Idee, um eine große und gewaltige Idee,
der muß alle Leiden in diesem unvermeidlichen Kampf,
mit einer größten Energie zu ertragen wissen.
Aber natürlich würde sie auch das überleben, genauso wie sie den Tod ihrer Familie überlebt hatte, den Mord ihres leiblichen Bruders, die Praktiken ihres Waffenmeisters und die vielen, unzähligen Male die sie getötet hatte und in denen sie selbst Stück für Stück gestorben war. In den ersten Jahren würde sie ihm aus dem Weg gehn, würde vergessen wie er gerochen hatte, wie sich seine Nähe angefühlt hatte. Sie würde vergessen wie es war sich frei von Zwang mit ihm zu unterhalten. Sie würde aufhören an ihn zu denken und wie ein alt gewordenes Bild würde er vor ihrem geistigen Auge verblassen, bis die Farbe von der Leinwand bröckelte und alles was sie für ihn empfunden hatte im Grab eines ewigen Gesterns verscharrt lag. Dann würde sie wieder frei sein, ganz und gar frei.
Ich bin in Ungnade gefallen
verfiel deiner Meinung
als ich anfing dich zu lieben
Aber das Fallen ist nicht das Problem
Wenn ich falle empfinde ich Frieden
es ist nur wenn ich auf dem Boden aufschlage
kostet es mich all meine Kraft
Sie war auf der Suche nach dem Atem des Lebens gewesen und hatte ihn gefunden. Wie eine kleine Berührung himmlischen Lichts zwischen all der Dunkelheit. Ein Ruf der so erhaben war, das sie all ihre Sinne verloren hatte und jetzt stand sie da, zusammengeschrumpft zu dem jungen Mädchen das sie irgendwann einmal gewesen sein musste, als sie in feinen Seidenschuhen und kostspieligen Kleidern in diese Stadt gekommen war und im Glauben an Alatar einen Weg für sich gefunden hatte. Verloren zwischen 1000 Büchern und noch mehr Träumen. Hungrig auf das Wissen nach dem Warum und zu ergeizig um zu sehen was es sie kostete. Sie war bereit gewesen den Preis zu zahlen.
Allen Veränderungen, selbst jenen, die wir ersehnt haben, haftet etwas Melancholisches an, nicht wahr? Immer lassen wir einen Teil von uns selbst zurück, müssen ein Leben sterben, ehe wir ein anderes beginnen können und jeder Tod kann schmerzlich sein.
Nary's Kopf war nach vorn gesunken, während sie sich selbst fest zu halten versuchte und salziges Nass kleine glänzende Rinnsale auf ihren Wangen hinterliesen. Sie schämte sich der Tränen, trotz der Dunkelheit und der Stille schämte sie sich ihrer. Mehr noch, sie hasste sich dafür und dieser Hass lies sie zittern wie im Fieber. Aber dieser Schmerz war zu groß und zu tief, manchmal war sie ihm einfach nicht mehr gewachsen. Dann kamen sie alle zu ihr, die Erinnerungen. Versammelten sich um sie und riefen sie an Orte die nicht mehr existierten, deren Dasein zu bloßem Schein verblasst war, trieben sie vor sich her wie ein Lamm das zur Schlachtbank geführt wird.
Es gibt einen Ort im Herzen der sich nie ausfüllen lässt, einen Raum. Und selbst in den besten Augenblicken und herrlichsten Zeiten werden wir es wissen. Es gibt einen Ort im Herzen der sich nie ausfüllen lässt und wir werden warten und warten, in diesem Raum.
Irgendwie dämmerte ihr die Lüge die sie sich selbst aufgetischt hatte als sie die Stufen zum Erdgeschoss hinter sich gebracht und vor dem Spiegel der in seinem schweren Rahmen an der Wand hing, stehn geblieben war. Da war noch mehr übrig, irgendwo begraben zwischen dicken, schweren Mauern, sah ihr die Vergangenheit aus ihren eigenen Augen direkt ins Angesicht. Alles was sie davor bewahrte das Gestern in seinem vollen Ausmaß betrachten zu können, war diese Maske zu der ihr Gesicht erstarrt war und dahinter? Dahinter lag zuviel von allem. Zuviel Schmerz, zuviel Sehnsucht, zuviel Verletzlichkeit, zuviel Hoffnung, zuviel bittere Arznei, zuviel Unschuld und zuviel Liebe.
Hab ich meinen Weg verloren?
Wenn dem so sein sollte,
dann hilf mir ihn wieder zu finden.
Ihr war alles Recht, wenn es sein musste, sollte Alatar sie doch dorthin zurückprügeln. Sie war sich nicht einmal sicher ob sie davon abgekommen war und wenn ja, wann das gewesen sein mochte, aber sicher war sicher. Die letzten Wochen waren zu chaotisch gewesen und hatten zuviel Fragen aufgegeben die irgendwie in ihrem Leben untergebracht werden wollten. Aber die Zeit blieb nicht stehn und weitere Fragen suchten nach Antworten. Was zur Hölle war mit ihrem Bruder los und was hatte es mit Thorbranths seltsamer Krankheit auf sich. Wo sollten sie ansetzen... was zuerst, was zuletzt. Zwar stahl ihr das harte Training den Großteil des Tages, aber irgendwoher würde sie die Kraft und Zeit schon nehmen sich damit zu befassen.