Und ich wünschte ich könnte es noch einmal hören
wenn wir am Ende aller Zeit angekommen sind
Aber alles was ich vernehme ist das Schlagen meines Herzens
der Raum ist so leise
Sie hatte sie gesammelt wie alte Freunde, ihre dunkelsten Momente, die sich jetzt um sie scharrten und jeder Dämon, schien es ihr, forderte seinen Anteil. Wenn sie nur etwas davon hätte für sich behalten können bevor es dämmerte. Ihr war unlängst klar wie dumm und blind sie gewesen war und das die Vergangenheit noch immer hinter ihr stand wie ein ungeliebter Schatten der alles was an Licht da war ein wenig dunkler erscheinen lies. All ihre Fragen waren wie Schlüssel zu den falschen Türen. Sie hatte versucht es heraus zu schneiden, aber sie war ihn nie los geworden. Wenn sie nur die Chance hätte diese Geschichte zu einem guten Ende zu bringen, aber sie war verdammt wenn sie es tat und auch wenn nicht. Ja, sie war bereit gewesen zu hoffen, bereit zu leiden und sie hatte gelitten und sie hatte gehofft und am Ende hatte sie es einfach mit sich geschehen lassen.
Hier bin ich, ein Mädchen mit einem Herzen aus Eis
erstarrt im Licht einer untergehenden Sonne
Es war kein Geschenk, es forderte einen Preis
Wer ist das Lamm und wer das Messer
Ich habe mich umgesehn, aber dich konnte ich nicht finden
Sie hatte den Preis erhöht, sie hatte ihn erhöht, denn es war kein Geschenk gewesen, es hatte seinen Preis gefordert und jetzt war nicht mehr viel von ihr übrig. Mit dem sich drehenden Wind war sie vom Lamm zum Messer geworden, die Sonne hatte sie in blutrotem Licht gebadet. Sie wünschte sie hätte etwas für sich behalten. Vielleicht nur das Lächeln, aber vor dem Sonnenaufgang ist es immer am dunkelsten nicht wahr? Ihre Augen ruhten auf dem Menschen der da lag, von weißem Fell bedeckt, vor ihrem Kamin. Sie würde es abschütteln, irgendwann würde sie es abschütteln dieses Gefühl für ihn und auch das für ihren Bruder, sie würde es einfach aus ihrem Herzen herausschneiden, irgendwann würde sie es tun und damit auch das bisschen das noch von ihr übrig war.
Ich nenne dich nicht Dieb, bestiehl mich einfach nicht
Ich nenne dich nicht Geist, verfolg mich einfach nicht
Sie würde nicht mit ihm nach Bajard gehen, das konnte sie nicht. Sie gehörte nach Rahal. Er hatte sie hierhergebracht und sie hatte ihr Leben in gewisser Hinsicht in Seinen Dienst gestellt, auch wenn die Art und Weise noch keine richtige Gestalt angenommen hatte, war das etwas das sie begreifen konnte, das ihr real erschien. Abgesehen von diesen Dingen ging sie davon aus für Niemanden mehr so richtig gut zu sein, nicht für den Mann der sich ihren Bruder nannte und erst recht nicht für den Mann den sie hier eingesperrt hatte.
Ob ihm bewusst gewesen war, das es ihre Pflicht sein würde ihn zu töten wenn sie ihn nicht dazu brachte zu konvertieren, als er ihr hierher gefolgt war. Ob es ihm jetzt bewusst war? Nary lehnte noch immer am Rahmen des kleinen Rundbogeneingangs während ihr diese Gedanken unangenehm präsent erschienen. Sie hatte keinen Schlaf finden können und mit sich selbst gehadert. Weil das einzige Fenster im Norden lag, drang nur sperlich Licht in den Raum, gerade soviel das sie seine Silouette sehn konnte und das stehtige flache heben und senken seines Brustkorbs beobachten. Was hab ich mir nur dabei gedacht... dich hierher zu bringen. Jetzt wo sie mehr von ihm wusste, erschiehn ihr das wie ein Todesurteil, eines das sich nicht rückgängig machen lies wenn sie es nicht bewerkstelligen konnte ihm zu zeigen wie falsch seine Vorstellungen von Ehre und Mitleid waren.
Aber es war nicht nur dieses beschattete Dunkel der Ungewissheit die sie der fieberstillenden Ruhe der Nacht beraubte. Da war noch etwas das ihr wie ein Granitbrocken auf der Brust lag so das jeder Atemzug sie Kraft kostete. Mit einem einzigen Satz hatte sie es geschafft ihn sich selbst völlig vergessen zu lassen. Da war nie so ein Maß an Wut und so wenig Selbstbeherrschung in seinen Augen gewesen, jedenfalls zu keiner Zeit an die sie sich erinnern konnte und mitlerweile kam es ihr so vor als wäre dieser Zorn vorher schon fürsorglich geschürt worden. Als habe ihm irgendjemand eine Dunkelheit ins Herz geflüstert die sich jetzt auf dem Bild ausruhte das er von ihr haben mochte. Aber wer sollte das gewesen sein?
Jedenfalls hatte er sich während ihrer Abwesenheit weit von ihr entfernt, sehr weit und es gab keine Versicherung das sie diese Kluft je wieder überwinden würden. Er hatte sie angesehn wie eine Fremde und ihr Dinge vorgeworfen die sie nie getan, ja an die sie nicht einmal gedacht hatte. Vermutlich hatte er aber auch einfach Recht behalten als er gesagt hatte sie würde ihn nicht kennen. Wenn es nur nicht so weh tun würde... Ein schwaches Raunen das in der Stille des Raumes verloren ging, während ihre Augen sich verschmälerten und etwas wie Schmerz versuchte durch die starre Maske ihres Gesichts zu finden.
Wenn sich ihre Wege jetzt trennten, und der Alleine wusste das lag allein in seiner Hand, dann würde sie den Konvent verlassen und vermutlich würde sie sich der Garde zuwenden. Mochte sein das die Nary die aus ihr geworden war, dort besser hinein passte. Sie würde den Geruch von Büchern vermissen, den Geruch von altem, trockenem Leder. Die winzigen Erhebungen die frische Tinte auf den Seiten hinterlies. Es würde nie wieder das Selbe sein und der Schmerz den sie jetzt empfand, würde dann zum Vorgeschmack echten Schmerzes verblassen.
Wer kämpft um eine Idee, um eine große und gewaltige Idee,
der muß alle Leiden in diesem unvermeidlichen Kampf,
mit einer größten Energie zu ertragen wissen.
Aber natürlich würde sie auch das überleben, genauso wie sie den Tod ihrer Familie überlebt hatte, den Mord ihres leiblichen Bruders, die Praktiken ihres Waffenmeisters und die vielen, unzähligen Male die sie getötet hatte und in denen sie selbst Stück für Stück gestorben war. In den ersten Jahren würde sie ihm aus dem Weg gehn, würde vergessen wie er gerochen hatte, wie sich seine Nähe angefühlt hatte. Sie würde vergessen wie es war sich frei von Zwang mit ihm zu unterhalten. Sie würde aufhören an ihn zu denken und wie ein alt gewordenes Bild würde er vor ihrem geistigen Auge verblassen, bis die Farbe von der Leinwand bröckelte und alles was sie für ihn empfunden hatte im Grab eines ewigen Gesterns verscharrt lag. Dann würde sie wieder frei sein, ganz und gar frei.
Ich bin in Ungnade gefallen
verfiel deiner Meinung
als ich anfing dich zu lieben
Aber das Fallen ist nicht das Problem
Wenn ich falle empfinde ich Frieden
es ist nur wenn ich auf dem Boden aufschlage
kostet es mich all meine Kraft
Sie war auf der Suche nach dem Atem des Lebens gewesen und hatte ihn gefunden. Wie eine kleine Berührung himmlischen Lichts zwischen all der Dunkelheit. Ein Ruf der so erhaben war, das sie all ihre Sinne verloren hatte und jetzt stand sie da, zusammengeschrumpft zu dem jungen Mädchen das sie irgendwann einmal gewesen sein musste, als sie in feinen Seidenschuhen und kostspieligen Kleidern in diese Stadt gekommen war und im Glauben an Alatar einen Weg für sich gefunden hatte. Verloren zwischen 1000 Büchern und noch mehr Träumen. Hungrig auf das Wissen nach dem Warum und zu ergeizig um zu sehen was es sie kostete. Sie war bereit gewesen den Preis zu zahlen.
Allen Veränderungen, selbst jenen, die wir ersehnt haben, haftet etwas Melancholisches an, nicht wahr? Immer lassen wir einen Teil von uns selbst zurück, müssen ein Leben sterben, ehe wir ein anderes beginnen können und jeder Tod kann schmerzlich sein.
Nary's Kopf war nach vorn gesunken, während sie sich selbst fest zu halten versuchte und salziges Nass kleine glänzende Rinnsale auf ihren Wangen hinterliesen. Sie schämte sich der Tränen, trotz der Dunkelheit und der Stille schämte sie sich ihrer. Mehr noch, sie hasste sich dafür und dieser Hass lies sie zittern wie im Fieber. Aber dieser Schmerz war zu groß und zu tief, manchmal war sie ihm einfach nicht mehr gewachsen. Dann kamen sie alle zu ihr, die Erinnerungen. Versammelten sich um sie und riefen sie an Orte die nicht mehr existierten, deren Dasein zu bloßem Schein verblasst war, trieben sie vor sich her wie ein Lamm das zur Schlachtbank geführt wird.
Es gibt einen Ort im Herzen der sich nie ausfüllen lässt, einen Raum. Und selbst in den besten Augenblicken und herrlichsten Zeiten werden wir es wissen. Es gibt einen Ort im Herzen der sich nie ausfüllen lässt und wir werden warten und warten, in diesem Raum.
Irgendwie dämmerte ihr die Lüge die sie sich selbst aufgetischt hatte als sie die Stufen zum Erdgeschoss hinter sich gebracht und vor dem Spiegel der in seinem schweren Rahmen an der Wand hing, stehn geblieben war. Da war noch mehr übrig, irgendwo begraben zwischen dicken, schweren Mauern, sah ihr die Vergangenheit aus ihren eigenen Augen direkt ins Angesicht. Alles was sie davor bewahrte das Gestern in seinem vollen Ausmaß betrachten zu können, war diese Maske zu der ihr Gesicht erstarrt war und dahinter? Dahinter lag zuviel von allem. Zuviel Schmerz, zuviel Sehnsucht, zuviel Verletzlichkeit, zuviel Hoffnung, zuviel bittere Arznei, zuviel Unschuld und zuviel Liebe.
Hab ich meinen Weg verloren?
Wenn dem so sein sollte,
dann hilf mir ihn wieder zu finden.
Ihr war alles Recht, wenn es sein musste, sollte Alatar sie doch dorthin zurückprügeln. Sie war sich nicht einmal sicher ob sie davon abgekommen war und wenn ja, wann das gewesen sein mochte, aber sicher war sicher. Die letzten Wochen waren zu chaotisch gewesen und hatten zuviel Fragen aufgegeben die irgendwie in ihrem Leben untergebracht werden wollten. Aber die Zeit blieb nicht stehn und weitere Fragen suchten nach Antworten. Was zur Hölle war mit ihrem Bruder los und was hatte es mit Thorbranths seltsamer Krankheit auf sich. Wo sollten sie ansetzen... was zuerst, was zuletzt. Zwar stahl ihr das harte Training den Großteil des Tages, aber irgendwoher würde sie die Kraft und Zeit schon nehmen sich damit zu befassen.
Ein Neues Kapitel
-
Gast
Nary fröstelte trotz der wollenen Decke in die sie sich eingewickelt hatte wie ein Murmeltier in seinen Winterpelz, während sie auf einem der niederen Bücherregale im Kaminzimmer des zugigen Hauses saß, das ihr einmal mehr wie eine kleine, persönliche Trutzburg erschiehn. Du hast die Sache geklärt und ihm indirekt mitgeteilt das du trotzdem da sein wirst... immer da sein wirst... mehr kannst du nicht tun... Während ihre Gedanken sich allmählich mit den von ihr getroffenen Entscheidungen und den damit einhergehenden Veränderungen die bevorstanden vertraut machten, sahen die blicklosen, trüben Augen die in ihrer Farbe so kalt waren wie die Eiskristalle am Fenster, auf die Straße hinaus.
Er hat sie nicht davon abgehalten ihren Rang abzulegen... obwohl er wusste das ich nie Mentorin war oder sein wollte... Die einzige Antwort die ihr auf diese ungestellte Frage kam war die, das er in den letzten Monaten mehr zu tun gehabt haben musste als gut für ihn gewesen war. Er muss müde sein... unglaublich müde... und all das Gezänke um sinnlose Missverständnisse leid... und ich bin ihm keine Hilfe... Sich das einzugestehen war schwerer, nicht etwa weil sie es nicht wahr haben wollte, sondern weil es weh tat dem Menschen nicht helfen zu können der einem so nahe gewesen war. Es ist wichtig das sie bleibt, sie kann ihm mit ihrer Fähigkeit als Mentorin mehr abnehmen als ich es mit einem Schwert je könnte... es sei denn ich erschlage alle Dummköpfe unter diesem vermalledeiten Himmel...
Ihre Erinnerungen gingen weit zurück, an einen Tag im Kellergemäuer des Konvents, als Althan auf Cara's Bitte hin vier oder fünf fremde Bajarder Fischweiber zu einem Gespräch eingeladen hatte. Gegen Ende war ihre Geduld so hauchdünn gewesen wie der Faden einer Seidenraupe und sie hatte kurz davor gestanden allen Benimm fahren zu lassen, über den Tisch zu springen und der Dame mit dem größten Starrsinn in der Runde den Schädel einzuschlagen. In diesem Augenblick hatte sie zum ersten Mal einen Vorgeschmack von Hass und die gröbste Art von Abscheu empfunden die sie je hatte ermessen können. Nicht unbedingt das Temperament das man bei einem Mentor suchte vor allem dann nicht wenn es so schwer im Zaum zu halten war.
Starrsinn und Dummheit vertragen sich eben nicht... Sie wusste dass das nicht im mindesten eine ausreichende Entschuldigung dafür war das es ihr teilweise an Kontrolle fehlte. Schwerer aber wog das sie sich nicht sicher war ob sie hier jemals an Boden würde gewinnen können. Es sind zwei paar Schuhe etwas zu wissen und es umzusetzen... Ja, sie kannte die Gesetze, konnte sie vorwärts und rückwärts aufsagen und ihre Sinnhaftigkeit aus dem Stehgreif verständlich erklären. Weil sie es damals so sehr hatte verstehen wollen und nicht losgelassen bis sie den tieferen Sinn und die Logik darin erkannt hatte. Verdammt, sie hatte ein ganzes Buch dazu verfasst. Es war ihr in Mark und Bein übergegangen, pulsierte in ihren Venen wie ein eingebranntes Mahnmal.
Und hier stand sie vor ihrem Problem: Ihr Blut war heiß und ihr Herz schlug noch, sie gehörte zu den Lebenden und sie fühlte und das oft intensiver als sie es wollte. Sie konnten wie eine Welle über ihr hereinbrechen während sie noch versuchte im losen Sand unter ihren Füßen festen Stand zu finden. Aber auch hier kann mir niemand helfen... ich weiß es ja... es ist nur soviel leichter in der Theorie den Hieb eines Gegners abzufangen und abgesehn davon mit sehr viel weniger Schmerzen verbunden... Nary wurde klar das sie völlig verkrampft und mit mahlendem Kiefer dazusitzen begonnen hatte und lies los, lies den Kopf und die schmalen Schultern nach vorn sacken und schloß die Augen vor dem grellen Tageslicht das der weiße Schnee auf Straßen und Dächern reflektierte. Die Luft schmeckte nach Frost und Eis. Bevor ich mich dazu entschlossen habe zu kämpfen... wo war da eigentlich dieses Temperament... Nein, sie wusste es. Es war mit dem Zorn gekommen.
Ein Lächeln stahl sich wie ein Dieb zwischen Schatten auf ihre Lippen, der sich in Sicherheit wog während ihre Gedanken sich vom Atem des Winters mitnehmen liesen und sie empfand soetwas wie Frieden in ihrer steinschweren Müdigkeit für die sie der durchwachten Nacht zu danken hatte. Es hat geregnet ja... und es war kalt... eiskalt... und ich hatte Angst... Eine Angst wie sie ihr heute fremd war und wie sie nur die kannten die es nie gelernt hatten sich ihrer selbst zu erwehren. Nicht überlebensfähig... allein... aber ich wollte Drachen sehn... Ein amüsiertes Schnaufen ging mit einem weichen Zusammenzucken der Schulterpartie Hand in Hand. "Drachen... womit hätte ich die wohl erschlagen? Mit einem Buch?" Das schwache Flüstern schnitt die Stille im Raum an, die nur vom Rieseln des Schnees das der Wind gegen die Scheiben blies wie feine, kristallene Sandkörnchen, untermalt wurde.
Man muss immer ein Leben sterben... um ein neues zu beginnen... und Sterben bedeutet nicht zu verschwinden... es bedeutet Wandel. Ein Zustand endet indem er in einen neuen übergeht... Das Mädchen von damals war noch da, sie hatte nur andere Waffen und sie war erwachsen geworden. Man hatte ihr mehr als ein Schwert gereicht. Man hatte ihr die Macht gegeben sich zu verteidigen und diese Macht und der Zorn aber auch das Gefühl von Selbstbestimmung hatten sie verändert. Die überlebten Wunden, die durchwachten Schmerzen hatten ihr ein anderes Bewusstsein für das eigene Selbst verliehen. Sie hatte überlebt wovon sie irgendwann einmal gedacht hatte, jeder Mensch müsse an solchen Zuständen zerbrechen. Aber sie war noch da und sie würde noch mehr ertragen.
Genau hier fanden ihre Gedanken aus irgendeinem Grund ihren Weg zurück zu Katharina und irgendwie ahnte sie sie allein bei Nacht zwischen den hohen Bücherregalen des Konvents sitzend nur um nicht in ein leeres Haus gehn zu müssen... falls sie denn eines hat das nicht aus Pergament und Leder besteht und nur gut ist um Gedanken darin wohnen zu lassen... "Ja, sie wird sich die Nächte um die Ohren schlagen... genauso wie ich damals und sie wird versuchen Althan eine Hilfe zu sein wo auch immer sie es kann... und sie wird damit allein sein... obwohl der Konvent jetzt mehr Mitglieder hat als uns damals zur Verfügung standen, also vielleicht auch nicht. Hmhm... im Selbstgespräche führen bin ich große Klasse..."
Ein wenig Selbstironie hatte noch nie Jemandem geschadet, sie nahm es gelassen. Dafür aber kam ihr dieser Streit... Nein das war nicht das richtige Wort... Diskussion? Konflikt?... Nun wie auch immer man die Situation die zwischen ihr und Katharina entstanden war, nennen wollte, schwachsinniger vor denn je. Was allerdings nichts an der Tatsache ändert, das wir es trotz mehrmaliger Versuche, nicht bewerkstelligen konnten das Kunststück eines normalen Gespräches zu vollbringen... Ihr warmer Atem schlug geben die Scheibe und tauchte die Welt dahinter in weiche Watte. Dann fuhr sie mit dem kühlen Finger darüber und hinterlies ein Wort auf dem kalten, matten Glas.
Vielleicht...
Wenn wir unsere eigenen Wahrheiten besitzen... schaffen wir es sicher auch mit den selben Worten eine fremde Sprache zu erschaffen... Ihre Augen verfingen sich im Bücherregal auf der Rückseite eines farblosen Einbandes, den ihr Althan irgendwann einmal gegeben hatte, als er der Ansicht gewesen war es wäre für sie angebracht eine Weile den Mund zu halten und ihr fiehl auf wie müde sie all der gesprochenen Worte war. Womöglich würde es ohne besser funktionieren.
Kathi, wie Nary sie insgeheim getauft hatte, war Thor's Schwester. Sie war Althan eine Stütze und nur weil Nary ihren Platz nicht länger im Konvent sah, bedeutete das nicht das sie dieser Stätte der Bücher auf ewig fern bleiben würde. Ausserdem stellte es in gewissem Sinne eine Herausforderung dar und all das, war ihr Grund genug sich nicht mit einer schlichten, beiderseitigen Ignoranz zufrieden zu geben.
Sag es mir - und ich werde es vergessen.
Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern.
Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Er hat sie nicht davon abgehalten ihren Rang abzulegen... obwohl er wusste das ich nie Mentorin war oder sein wollte... Die einzige Antwort die ihr auf diese ungestellte Frage kam war die, das er in den letzten Monaten mehr zu tun gehabt haben musste als gut für ihn gewesen war. Er muss müde sein... unglaublich müde... und all das Gezänke um sinnlose Missverständnisse leid... und ich bin ihm keine Hilfe... Sich das einzugestehen war schwerer, nicht etwa weil sie es nicht wahr haben wollte, sondern weil es weh tat dem Menschen nicht helfen zu können der einem so nahe gewesen war. Es ist wichtig das sie bleibt, sie kann ihm mit ihrer Fähigkeit als Mentorin mehr abnehmen als ich es mit einem Schwert je könnte... es sei denn ich erschlage alle Dummköpfe unter diesem vermalledeiten Himmel...
Ihre Erinnerungen gingen weit zurück, an einen Tag im Kellergemäuer des Konvents, als Althan auf Cara's Bitte hin vier oder fünf fremde Bajarder Fischweiber zu einem Gespräch eingeladen hatte. Gegen Ende war ihre Geduld so hauchdünn gewesen wie der Faden einer Seidenraupe und sie hatte kurz davor gestanden allen Benimm fahren zu lassen, über den Tisch zu springen und der Dame mit dem größten Starrsinn in der Runde den Schädel einzuschlagen. In diesem Augenblick hatte sie zum ersten Mal einen Vorgeschmack von Hass und die gröbste Art von Abscheu empfunden die sie je hatte ermessen können. Nicht unbedingt das Temperament das man bei einem Mentor suchte vor allem dann nicht wenn es so schwer im Zaum zu halten war.
Starrsinn und Dummheit vertragen sich eben nicht... Sie wusste dass das nicht im mindesten eine ausreichende Entschuldigung dafür war das es ihr teilweise an Kontrolle fehlte. Schwerer aber wog das sie sich nicht sicher war ob sie hier jemals an Boden würde gewinnen können. Es sind zwei paar Schuhe etwas zu wissen und es umzusetzen... Ja, sie kannte die Gesetze, konnte sie vorwärts und rückwärts aufsagen und ihre Sinnhaftigkeit aus dem Stehgreif verständlich erklären. Weil sie es damals so sehr hatte verstehen wollen und nicht losgelassen bis sie den tieferen Sinn und die Logik darin erkannt hatte. Verdammt, sie hatte ein ganzes Buch dazu verfasst. Es war ihr in Mark und Bein übergegangen, pulsierte in ihren Venen wie ein eingebranntes Mahnmal.
Und hier stand sie vor ihrem Problem: Ihr Blut war heiß und ihr Herz schlug noch, sie gehörte zu den Lebenden und sie fühlte und das oft intensiver als sie es wollte. Sie konnten wie eine Welle über ihr hereinbrechen während sie noch versuchte im losen Sand unter ihren Füßen festen Stand zu finden. Aber auch hier kann mir niemand helfen... ich weiß es ja... es ist nur soviel leichter in der Theorie den Hieb eines Gegners abzufangen und abgesehn davon mit sehr viel weniger Schmerzen verbunden... Nary wurde klar das sie völlig verkrampft und mit mahlendem Kiefer dazusitzen begonnen hatte und lies los, lies den Kopf und die schmalen Schultern nach vorn sacken und schloß die Augen vor dem grellen Tageslicht das der weiße Schnee auf Straßen und Dächern reflektierte. Die Luft schmeckte nach Frost und Eis. Bevor ich mich dazu entschlossen habe zu kämpfen... wo war da eigentlich dieses Temperament... Nein, sie wusste es. Es war mit dem Zorn gekommen.
Ein Lächeln stahl sich wie ein Dieb zwischen Schatten auf ihre Lippen, der sich in Sicherheit wog während ihre Gedanken sich vom Atem des Winters mitnehmen liesen und sie empfand soetwas wie Frieden in ihrer steinschweren Müdigkeit für die sie der durchwachten Nacht zu danken hatte. Es hat geregnet ja... und es war kalt... eiskalt... und ich hatte Angst... Eine Angst wie sie ihr heute fremd war und wie sie nur die kannten die es nie gelernt hatten sich ihrer selbst zu erwehren. Nicht überlebensfähig... allein... aber ich wollte Drachen sehn... Ein amüsiertes Schnaufen ging mit einem weichen Zusammenzucken der Schulterpartie Hand in Hand. "Drachen... womit hätte ich die wohl erschlagen? Mit einem Buch?" Das schwache Flüstern schnitt die Stille im Raum an, die nur vom Rieseln des Schnees das der Wind gegen die Scheiben blies wie feine, kristallene Sandkörnchen, untermalt wurde.
Man muss immer ein Leben sterben... um ein neues zu beginnen... und Sterben bedeutet nicht zu verschwinden... es bedeutet Wandel. Ein Zustand endet indem er in einen neuen übergeht... Das Mädchen von damals war noch da, sie hatte nur andere Waffen und sie war erwachsen geworden. Man hatte ihr mehr als ein Schwert gereicht. Man hatte ihr die Macht gegeben sich zu verteidigen und diese Macht und der Zorn aber auch das Gefühl von Selbstbestimmung hatten sie verändert. Die überlebten Wunden, die durchwachten Schmerzen hatten ihr ein anderes Bewusstsein für das eigene Selbst verliehen. Sie hatte überlebt wovon sie irgendwann einmal gedacht hatte, jeder Mensch müsse an solchen Zuständen zerbrechen. Aber sie war noch da und sie würde noch mehr ertragen.
Genau hier fanden ihre Gedanken aus irgendeinem Grund ihren Weg zurück zu Katharina und irgendwie ahnte sie sie allein bei Nacht zwischen den hohen Bücherregalen des Konvents sitzend nur um nicht in ein leeres Haus gehn zu müssen... falls sie denn eines hat das nicht aus Pergament und Leder besteht und nur gut ist um Gedanken darin wohnen zu lassen... "Ja, sie wird sich die Nächte um die Ohren schlagen... genauso wie ich damals und sie wird versuchen Althan eine Hilfe zu sein wo auch immer sie es kann... und sie wird damit allein sein... obwohl der Konvent jetzt mehr Mitglieder hat als uns damals zur Verfügung standen, also vielleicht auch nicht. Hmhm... im Selbstgespräche führen bin ich große Klasse..."
Ein wenig Selbstironie hatte noch nie Jemandem geschadet, sie nahm es gelassen. Dafür aber kam ihr dieser Streit... Nein das war nicht das richtige Wort... Diskussion? Konflikt?... Nun wie auch immer man die Situation die zwischen ihr und Katharina entstanden war, nennen wollte, schwachsinniger vor denn je. Was allerdings nichts an der Tatsache ändert, das wir es trotz mehrmaliger Versuche, nicht bewerkstelligen konnten das Kunststück eines normalen Gespräches zu vollbringen... Ihr warmer Atem schlug geben die Scheibe und tauchte die Welt dahinter in weiche Watte. Dann fuhr sie mit dem kühlen Finger darüber und hinterlies ein Wort auf dem kalten, matten Glas.
Vielleicht...
Wenn wir unsere eigenen Wahrheiten besitzen... schaffen wir es sicher auch mit den selben Worten eine fremde Sprache zu erschaffen... Ihre Augen verfingen sich im Bücherregal auf der Rückseite eines farblosen Einbandes, den ihr Althan irgendwann einmal gegeben hatte, als er der Ansicht gewesen war es wäre für sie angebracht eine Weile den Mund zu halten und ihr fiehl auf wie müde sie all der gesprochenen Worte war. Womöglich würde es ohne besser funktionieren.
Kathi, wie Nary sie insgeheim getauft hatte, war Thor's Schwester. Sie war Althan eine Stütze und nur weil Nary ihren Platz nicht länger im Konvent sah, bedeutete das nicht das sie dieser Stätte der Bücher auf ewig fern bleiben würde. Ausserdem stellte es in gewissem Sinne eine Herausforderung dar und all das, war ihr Grund genug sich nicht mit einer schlichten, beiderseitigen Ignoranz zufrieden zu geben.
Sag es mir - und ich werde es vergessen.
Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern.
Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
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Gast
Und ich dachte es ginge um den Dienst am Herren und den in einer Gemeinschaft in seinem Sinne... aber wie mir scheint stehe ich damit alleine. Die Frauen der Prätorianer plagt ganz offensichtlich eher die Angst um die Treue ihrer Gatten sieht man zu einem, ihrer Meinung nach falschen Zeitpunkt in das falsche Gesicht. Als befände man sich nicht unter Menschen, sondern lediglich zwischen Geschlechtsteilen. Was mache ich hier eigentlich...
Mit müder Hand kratzte die Feder über das lose Pergament das vor ihr lag. Sie hatte in ihrem Leben keinen Mann gehabt und kein Mann hatte sie besessen und da suchten sie sich für ihre Eifersuchtstiraden gerade Nary aus. Eben noch, als sie da in der Gaststube gesessen hatte, von Ritter Wolfseiche dazugeladen, glaubte sie sich in einem Gespräch um Belange der Prätorianer und deren Einstellung gegenüber Mitgliedern des Konvents.
Im nächsten Moment aber, verschuldet durch einen Blick auf den Ritter Wolfseiche, bezüglich eines Vergleiches den er eine Weile zuvor gezogen hatte, und den die Ritterin Lilienhayn wohl für unpassend hielt, sah sie sich in ein Verhör gedrängt das sie zunächst beschuldigte die beiden Frauen zu ignorieren, mit denen Nary hingegen geglaubt hatte sich doch gerade zu unterhalten. Und auf dem Fuße folgend stand sie schließlich im Verdacht darauf aus zu sein den werten Ritter Wolfseiche verführen zu wollen. Zu guter letzt, während sie noch da saß und nicht recht wusste was hier vor sich ging, beschuldigte Fann Thalwa sie in Selbstmitleid zu ertrinken. Und so hatte man sie aufgrund eines Blickes zu einerm rückratlosen, verabscheuungswürdigen, Männerverspeisenden Ungetüm gemacht.
Wie hätte sie jetzt auf soetwas reagieren sollen. Das war wie ein plötzlicher Schneesturm im Hochsommer bei wolkenlosem Himmel. Also war sie aufgestanden, hatte sich für eventuelle Missverständnisse entschuldigt, gezahlt und war gegangen. Soviel zu den Prätorianern. Sie wusste zwar auch nicht länger was sie in Magister Althan für einen Menschen vor sich hatte, aber sie wusste das sie ihn geliebt hatte wie einen Bruder und ihr jetzt nurnoch danach war, all diese Leute einfach zu vergessen. Alle miteinander, sie und deren Probleme.
Mit müder Hand kratzte die Feder über das lose Pergament das vor ihr lag. Sie hatte in ihrem Leben keinen Mann gehabt und kein Mann hatte sie besessen und da suchten sie sich für ihre Eifersuchtstiraden gerade Nary aus. Eben noch, als sie da in der Gaststube gesessen hatte, von Ritter Wolfseiche dazugeladen, glaubte sie sich in einem Gespräch um Belange der Prätorianer und deren Einstellung gegenüber Mitgliedern des Konvents.
Im nächsten Moment aber, verschuldet durch einen Blick auf den Ritter Wolfseiche, bezüglich eines Vergleiches den er eine Weile zuvor gezogen hatte, und den die Ritterin Lilienhayn wohl für unpassend hielt, sah sie sich in ein Verhör gedrängt das sie zunächst beschuldigte die beiden Frauen zu ignorieren, mit denen Nary hingegen geglaubt hatte sich doch gerade zu unterhalten. Und auf dem Fuße folgend stand sie schließlich im Verdacht darauf aus zu sein den werten Ritter Wolfseiche verführen zu wollen. Zu guter letzt, während sie noch da saß und nicht recht wusste was hier vor sich ging, beschuldigte Fann Thalwa sie in Selbstmitleid zu ertrinken. Und so hatte man sie aufgrund eines Blickes zu einerm rückratlosen, verabscheuungswürdigen, Männerverspeisenden Ungetüm gemacht.
Wie hätte sie jetzt auf soetwas reagieren sollen. Das war wie ein plötzlicher Schneesturm im Hochsommer bei wolkenlosem Himmel. Also war sie aufgestanden, hatte sich für eventuelle Missverständnisse entschuldigt, gezahlt und war gegangen. Soviel zu den Prätorianern. Sie wusste zwar auch nicht länger was sie in Magister Althan für einen Menschen vor sich hatte, aber sie wusste das sie ihn geliebt hatte wie einen Bruder und ihr jetzt nurnoch danach war, all diese Leute einfach zu vergessen. Alle miteinander, sie und deren Probleme.
Zuletzt geändert von Gast am Montag 29. Dezember 2014, 01:03, insgesamt 3-mal geändert.
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Gast
Was andere uns zutrauen,
ist meist bezeichnender für sie als für uns.
Nary öffnete eines, der unter schweren Lidern liegenden Augen, dann das zweite - Dunkelheit. Entweder lag sie hier noch nicht lange genug, oder bereits zu lange, vermutlich letzteres. Aber der Alleine wusste sie hatte diesen Schlaf bitter nötig gehabt. Als sie sich regte, spürte sie das unangenehme Ziehen und Brennen in ihren Gliedern. Ihr tat noch immer alles weh von der durchwachten Nacht zuvor. Das sie sich am vergangenen Abend so gut auf den Beinen gehalten hatte grenzte an ein Wunder und demnach auch das sie sich so gut gehalten und nicht noch den letzten Nerv verloren hatte. Nein, sie war einfach nur müde gewesen, zu müde für alles und jeden. Was sie an Worten zu hören bekommen hatte, lag ihr noch immer wie der unangenehme Nachgeschmack einer vergohrenen Suppe auf der Zunge. Scheinbar hatten diese Prätorianer auch mit dem ein oder anderen Problem der Selbstbeherrschung zu kämpfen. Sie wusste garnicht mehr wie oft sie sich entschuldigt hatte.
Auf jeden Fall als die Damen fälschlicher Weise glaubten sie würden ignoriert, während Nary noch mit dem zu kämpfen gehabt hatte und verdammt nochmal, Dazen hatte es erzählt und nicht etwa diese Fann Thalwa oder Lilienhayn, was ihren "Bruder" betraf, da hatte sie sich mehr als ansprechend entschuldigt und Ritter Lilienhayn schien damit auch zufrieden gewesen sein. Fann hatte letztlich gemeint sie müsste ihr ganzes Arsenal an Vorurteilen aufbieten, um was eigentlich zu erreichen? Letztlich hatte sie aber auch nicht hören wollen was Nary ihr an Erklärungen bot und wenn Jemand nicht hören wollte, dann sollte man es gut sein lassen. Hätte eine der beiden Frauen ihren ersten Ansprechpartner gestellt, wäre sie vermutlich auf eine von ihnen fixiert gewesen.
Nein, gegen Ende war es zuviel geworden, und bevor es eskalierte, hatte sie schon die Hälfte des Gespräches nicht mehr mitbekommen, es wäre angeraten gewesen früher zu gehn als sie es letzten Endes getan hatte. Was glaubten die Vier warum Nary nach draussen gegangen war? Der Freude an der Kälte wegen? Das war nicht einfach ein - "Wir haben Probleme mit dem Konvent" - das betraf sie ganz persönlich. Aber was wussten diese Leute schon über ihre Person. So gut wie nichts und anstatt zu fragen, stopften sie ihre Lücken mit dem was die gute alte Ramschkiste - Vorurteil/beschränkte Erfahrungen, hergab.
War es so schwer, sich vorzustellen das hier Jemand saß der seinen Glauben ernst genug nahm um Dinge wie Familiengründungen und Liebesbeziehungen nicht interessant genug zu finden? Lief ein schlechtes Gefühl letzten Endes wirklich immer darauf hinaus, das derjenige dem gegenüber man es empfand, schuldig war? Nary konnte auch ein Arschloch sein wenn sie wollte, aber sie zog es meistens vor die Dinge nicht mit einem Vorschlaghammer anzugehn. Und eine Taverne war dafür der am wenigsten geeignete Ort. Dort versuchte man am Abend wenn der Tag mit seinen ewigen Höhen und Tiefen zur Neige ging, herunter zu kommen, abzuschalten und nicht sich gegenseitig aufzuputschen. Das man ihr nicht vertraute konnte sie verstehen, aber das dieses Fehlen an Vertrauen dazu führte, das man das schlechteste von Jemandem denken musste, das nicht.
Und was war mit ihr? Legten ihr die gemachten Erfahrungen gerade Steine in den Weg und putschten die Situation künstlich auf? Vermutlich. Sie hatte jetzt schon zuviele Frauen erlebt die sich unnötiger Weise Sorgen um ihre Männer gemacht hatten und Nary hatte sich nicht für einen auf diese Art und Weise interessiert die notwendig gewesen wäre um das zu rechtfertigen. Ja, es hatte etwas nicht mit ihr gestimmt, aber das hatte mit den anwesenden Personen gerade soviel zu tun gehabt, als das einer von ihnen ihr Dinge erzählt hatte von denen sie nie etwas mitbekommen hatte und allein die Option das etwas davon der Wahrheit entspräche bedeutete für sie, das sie sich sehr lange hatte ausnutzen lassen. War sie zu gutgläubig? Und wenn ja, würde ihr die gegenteilige Eigenschaft mehr nutzen?
Nein, sie war gerade nicht die gekonnteste Optimistin und wenn sie es versuchen würde, konnte sie sich sicher auch in Thalwa hinein versetzen oder in Lilienheyn. Sie hatte ja selbst genug schlechte Erfahrungen gemacht, wenn auch auf anderer Ebene, die des Vorabends mit eingeschlossen. Nein, sie war nicht ohne Vorurteile, aber sie war zumindest ohne Vorurteile in dieses Gespräch gegangen. Wenn die Damen wüssten wie irritiert sie gewesen war als Dazen ihr die Tür aufgehalten hatte. Das war das letzte Mal vorgekommen als sie noch Bibliothekarin und ein junges Mädchen gewesen war, seitdem hatte sie es vorgezogen den Anderen, unabhängig vom Geschlecht, den Vortritt zu lassen und sich wie ein anständiger Mensch, aber sicher nicht wie eine Frau, zu verhalten.
Sie war, rein körperlich gesehen eine Frau, ja, aber sie sah sich schon lang nicht mehr als solche. Sie war einfach nur Nary, der Mensch Nary, nicht mehr oder weniger. Klar, nicht ohne Fehl, das war sicher, aber auch nie mit den schlechten Absichten im Rucksack unterwegs. Es sei denn natürlich es ging um das Alumenische Reich, aber das verstand sich von selbst. Ja, womöglich würde sich die eine oder andere Wahrheit irgendwann ändern, aber noch war es nicht soweit und ob das je eintraf, stand in den Sternen.
Sie war nicht im Zorn gegangen, oder geflüchtet, sie war einfach nur müde gewesen, unglaublich müde und hatte zudem erkannt das sie aufgrund dessen nicht mehr die Fähigkeit besessen hatte dieses Gespräch in eine andere Richtung zu wenden. Wer schon einmal so müde gewesen war wie Nary in diesem Augenblick, der hätte es verstanden. Keine Ahnung ob sich da irgendetwas kitten lies, aber wie hieß es:
Wer aufgibt, wird aufgeben.
und
Unsere Größte Schwäche ist die Angst
uns lächerlich zu machen.
Die Wissenden. Das waren sie allesamt gewesen - manchmal stellten einem die eigenen Erfahrungen durchaus auch ein Bein - empfanden nunmal Furcht, weil sie immer darauf gefasst waren das schlechteste im Anderen zu finden. Und am vergangenen Abend, war mehr als nur einer dieser Furcht erlegen, sie waren alle wissend gewesen. Aber das war auch nur was sie daraus schließen konnte - Vermutungen. Am Ende war es vielleicht wie die Sache mit Katharina: Viel Trubel um Nichts. Ein sich irgendwie ständig wiederholender Prozess der anstrengend, anscheinend aber unvermeidlich schien wenn man versuchte aus etwas Fremdem schlau zu werden. Alatar wusste es, sie nicht.
ist meist bezeichnender für sie als für uns.
Nary öffnete eines, der unter schweren Lidern liegenden Augen, dann das zweite - Dunkelheit. Entweder lag sie hier noch nicht lange genug, oder bereits zu lange, vermutlich letzteres. Aber der Alleine wusste sie hatte diesen Schlaf bitter nötig gehabt. Als sie sich regte, spürte sie das unangenehme Ziehen und Brennen in ihren Gliedern. Ihr tat noch immer alles weh von der durchwachten Nacht zuvor. Das sie sich am vergangenen Abend so gut auf den Beinen gehalten hatte grenzte an ein Wunder und demnach auch das sie sich so gut gehalten und nicht noch den letzten Nerv verloren hatte. Nein, sie war einfach nur müde gewesen, zu müde für alles und jeden. Was sie an Worten zu hören bekommen hatte, lag ihr noch immer wie der unangenehme Nachgeschmack einer vergohrenen Suppe auf der Zunge. Scheinbar hatten diese Prätorianer auch mit dem ein oder anderen Problem der Selbstbeherrschung zu kämpfen. Sie wusste garnicht mehr wie oft sie sich entschuldigt hatte.
Auf jeden Fall als die Damen fälschlicher Weise glaubten sie würden ignoriert, während Nary noch mit dem zu kämpfen gehabt hatte und verdammt nochmal, Dazen hatte es erzählt und nicht etwa diese Fann Thalwa oder Lilienhayn, was ihren "Bruder" betraf, da hatte sie sich mehr als ansprechend entschuldigt und Ritter Lilienhayn schien damit auch zufrieden gewesen sein. Fann hatte letztlich gemeint sie müsste ihr ganzes Arsenal an Vorurteilen aufbieten, um was eigentlich zu erreichen? Letztlich hatte sie aber auch nicht hören wollen was Nary ihr an Erklärungen bot und wenn Jemand nicht hören wollte, dann sollte man es gut sein lassen. Hätte eine der beiden Frauen ihren ersten Ansprechpartner gestellt, wäre sie vermutlich auf eine von ihnen fixiert gewesen.
Nein, gegen Ende war es zuviel geworden, und bevor es eskalierte, hatte sie schon die Hälfte des Gespräches nicht mehr mitbekommen, es wäre angeraten gewesen früher zu gehn als sie es letzten Endes getan hatte. Was glaubten die Vier warum Nary nach draussen gegangen war? Der Freude an der Kälte wegen? Das war nicht einfach ein - "Wir haben Probleme mit dem Konvent" - das betraf sie ganz persönlich. Aber was wussten diese Leute schon über ihre Person. So gut wie nichts und anstatt zu fragen, stopften sie ihre Lücken mit dem was die gute alte Ramschkiste - Vorurteil/beschränkte Erfahrungen, hergab.
War es so schwer, sich vorzustellen das hier Jemand saß der seinen Glauben ernst genug nahm um Dinge wie Familiengründungen und Liebesbeziehungen nicht interessant genug zu finden? Lief ein schlechtes Gefühl letzten Endes wirklich immer darauf hinaus, das derjenige dem gegenüber man es empfand, schuldig war? Nary konnte auch ein Arschloch sein wenn sie wollte, aber sie zog es meistens vor die Dinge nicht mit einem Vorschlaghammer anzugehn. Und eine Taverne war dafür der am wenigsten geeignete Ort. Dort versuchte man am Abend wenn der Tag mit seinen ewigen Höhen und Tiefen zur Neige ging, herunter zu kommen, abzuschalten und nicht sich gegenseitig aufzuputschen. Das man ihr nicht vertraute konnte sie verstehen, aber das dieses Fehlen an Vertrauen dazu führte, das man das schlechteste von Jemandem denken musste, das nicht.
Und was war mit ihr? Legten ihr die gemachten Erfahrungen gerade Steine in den Weg und putschten die Situation künstlich auf? Vermutlich. Sie hatte jetzt schon zuviele Frauen erlebt die sich unnötiger Weise Sorgen um ihre Männer gemacht hatten und Nary hatte sich nicht für einen auf diese Art und Weise interessiert die notwendig gewesen wäre um das zu rechtfertigen. Ja, es hatte etwas nicht mit ihr gestimmt, aber das hatte mit den anwesenden Personen gerade soviel zu tun gehabt, als das einer von ihnen ihr Dinge erzählt hatte von denen sie nie etwas mitbekommen hatte und allein die Option das etwas davon der Wahrheit entspräche bedeutete für sie, das sie sich sehr lange hatte ausnutzen lassen. War sie zu gutgläubig? Und wenn ja, würde ihr die gegenteilige Eigenschaft mehr nutzen?
Nein, sie war gerade nicht die gekonnteste Optimistin und wenn sie es versuchen würde, konnte sie sich sicher auch in Thalwa hinein versetzen oder in Lilienheyn. Sie hatte ja selbst genug schlechte Erfahrungen gemacht, wenn auch auf anderer Ebene, die des Vorabends mit eingeschlossen. Nein, sie war nicht ohne Vorurteile, aber sie war zumindest ohne Vorurteile in dieses Gespräch gegangen. Wenn die Damen wüssten wie irritiert sie gewesen war als Dazen ihr die Tür aufgehalten hatte. Das war das letzte Mal vorgekommen als sie noch Bibliothekarin und ein junges Mädchen gewesen war, seitdem hatte sie es vorgezogen den Anderen, unabhängig vom Geschlecht, den Vortritt zu lassen und sich wie ein anständiger Mensch, aber sicher nicht wie eine Frau, zu verhalten.
Sie war, rein körperlich gesehen eine Frau, ja, aber sie sah sich schon lang nicht mehr als solche. Sie war einfach nur Nary, der Mensch Nary, nicht mehr oder weniger. Klar, nicht ohne Fehl, das war sicher, aber auch nie mit den schlechten Absichten im Rucksack unterwegs. Es sei denn natürlich es ging um das Alumenische Reich, aber das verstand sich von selbst. Ja, womöglich würde sich die eine oder andere Wahrheit irgendwann ändern, aber noch war es nicht soweit und ob das je eintraf, stand in den Sternen.
Sie war nicht im Zorn gegangen, oder geflüchtet, sie war einfach nur müde gewesen, unglaublich müde und hatte zudem erkannt das sie aufgrund dessen nicht mehr die Fähigkeit besessen hatte dieses Gespräch in eine andere Richtung zu wenden. Wer schon einmal so müde gewesen war wie Nary in diesem Augenblick, der hätte es verstanden. Keine Ahnung ob sich da irgendetwas kitten lies, aber wie hieß es:
Wer aufgibt, wird aufgeben.
und
Unsere Größte Schwäche ist die Angst
uns lächerlich zu machen.
Die Wissenden. Das waren sie allesamt gewesen - manchmal stellten einem die eigenen Erfahrungen durchaus auch ein Bein - empfanden nunmal Furcht, weil sie immer darauf gefasst waren das schlechteste im Anderen zu finden. Und am vergangenen Abend, war mehr als nur einer dieser Furcht erlegen, sie waren alle wissend gewesen. Aber das war auch nur was sie daraus schließen konnte - Vermutungen. Am Ende war es vielleicht wie die Sache mit Katharina: Viel Trubel um Nichts. Ein sich irgendwie ständig wiederholender Prozess der anstrengend, anscheinend aber unvermeidlich schien wenn man versuchte aus etwas Fremdem schlau zu werden. Alatar wusste es, sie nicht.
Zuletzt geändert von Gast am Montag 29. Dezember 2014, 22:25, insgesamt 1-mal geändert.