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Verfasst: Freitag 1. Juni 2012, 11:13
von Vivien Myrtol
Der Mann im Kopf
Eigentlich begann der Tag für die Zwölfjährige so schön. Die Sonne schien und die Vögel zwitscherten und Vivien war auch schon auf dem Weg zur Kutsche mit einem Bündel in den Armen. Natürlich war die Kutschstation leer und so wartete sie im Grünen und pflückte noch ein paar Wegesblumen.
Ihr Ziel war natürlich die Hauptstadt des lichten Reiches, Adoran wo auch ihr Onkel dem Hören-Sagen nach wohnte.
Plötzlich tritt eine Person aus Berchgard an ihr vorbei und wollte gerade einsteigen, da kam er ihr doch bekannt vor und siehe da es war sogar ihr Onkel.
Gemeinsam fuhren sie dann in die Hauptstadt und er zeigte ihr erst das Anwesen seines Ritter Sir Thelor und dann auch sein eigenes Häuschen ausserhalb der Stadt.
Als sie eintraten spührten sie einen kühlen Wind ihnen ins Haus hineinjagen und Friedrich versperrte schnell die Türe.
Doch nach einem weiteren kühlen Hauch der Vivien umhüllte, schauderte und schüttelte sie sich so sehr, dass ihr Onkel hinaus ging um Feuerholz zu sammeln.
Viiiviiien vermisst du deine Mutter?? Eine schmeichelnde Stimme erklang, als würde jemand auf ihrem Ohr sitzen und diese Worte hineinflüstern. Sie klang schmeichelnd, verlockend.
Jaa. Bist du eine Fee? Die Stimme erklang nicht, vielleicht überrascht von den Worten des Mädchens, doch nach einer Weile erklang die gleiche Stimme wieder.
Neein, ich bin immer um dich, sitze in deiner Seele. Werde meine Braaauuut und du siehst deine Mutter wieder
In der Zwischenzeit kam ihr Onkel wieder herein und sah wie sie in den Raum rief und ging zu ihr, nahm ihre Hände un sprach behutsam auf sie ein.
" Heute Nacht sehen wir uns wieder, zum spielen"
Auch im Kopf des Onkels erklang die gleiche Stimme, sie wusste selbst nicht was jene ihm sagte, doch war sie nun verängstigt und blickte sorgenvoll zu ihm auf und bekam den gleichen Blick zurück.
Gemeinsam brachen sie sogleich auf zum Regiment und warteten bis Lilian fertig war mit ihrer Besprechung.
Vivien bekam einen Krug mit Erdbeermilch von der edlen van Valerian und beruhigte sich so langsam. Die Verdrängungstaktik hatte schon immer gut funktioniert und so schaute sie den Gardisten und Rekruten bei ihrer Arbeit zu, unterhielt sich mit ihnen und trank dabei die gereichte Milch.
Lilian verschwand eine Weile mit ihrem Onkel und als er dann wiederkam brachen sie gemeinsam zum Kloster auf, wo der Akoluth und Shala, die Waldelfe den Umstand zum Glück schon kannten und Nyome scheinbar ein ähnliches Problem hatte.
Sie erzählte noch einmal was geschah und wurde immer müder im Angesicht des aufregenden und beängstigenden Tages und legte sich schließlich nieder, nachdem sie ihren Becher ausgetrunken hat.
Eine Nacht ohne den Mann im Kopf bitte, ging ihr noch durch den Kopf ehe sie wegnickte.
Verfasst: Freitag 1. Juni 2012, 15:40
von Nyome van Belfa
Ein Tag wie jeder, nach einer Nacht wie jeder Nacht in den vergangen Wochen, nein Monaten.
Sie stand auf wie jeden Tag und begann sich ihre Haare zu kämmen und aufwändig mit Zöpfchen zu versehen. Wusste sie zwar ob der magnetischen Wirkung auf manche Persönlichkeiten, die ihre Hand nicht zurückhalten konnte, war es ihr dennoch das liebste. Zu Recht gemacht und bereit in den Alltag Berchgard’s zu huschen, warf sie die Tür des Hauses zu und grüßte schon wie beinah jeden Tag die Berchgarder mit einem Lächeln und weit erhobener Hand, manchmal sogar winkend. Bekannt war sie wohl geworden, wie ein bunter Hund, abgesehen davon, dass dieser nicht bellte und weitaus weniger farbenfroh war. Es war wie jeden Tag sehr ereignisreich und Ansträngend, die Erwachsenen wussten nicht im Geringsten wie ansträngend so ein Kindertag sein konnte!
Es war auch beinah Abend geworden und die Erinnerung wach im Kopfe, vom gestrigen Abend, eingeladen im Glaubenshaus zu Adoran, machte sie sich auf den Weg eben dort hin. Der Kutscher in Berchgard, verstand mittlerweile weitaus schneller wohin die Reise gehen sollte und so machten sie sich auf den Weg. Dort angekommen, gab es noch wie so oft wenn sie die Tore der Stadt betreten hatte, einen Abstecher zum Haus des Hochedelen von Weissenstein, irgendwann musste schließlich auch dort jemand anzutreffen sein. Dort angekommen war das Anwesen nur nicht so wie es immer war, das Banner entfernt, und im inneren, was sie durch einen gekonnten Sprung ausspähen konnte, sah es aus wie in einem Gespensterschloß. Es war nichts mehr da, eigentlich sah es fast so aus als wäre Markwart gekommen und hätte die Einrichtung gegessen, aber das war eine unsinnige Idee, nein es sah aus als wäre er ausgeraubt worden! Aber auch das konnte nicht sein, immerhin waren sie mitten in Adoran und die Gardisten waren quasi überall. Er geht weg, aber wohin?
Mit etwas schwermütigem Blick, sah sie zum Postkasten hin, würde sie ihn schon nicht kennen lernen, so sollte er zumindest erfahren das jemand ihm die besten Wünsche hinterlässt, was nicht heißen musste das es ganz anders sein könnte, doch sei es drum. So zog sie aus ihrem reichhaltigen Schatz aus Pergamenten ein einigermaßen sauberes hervor und begann so dann zu schreiben.
Doch kaum war der Kohlestift aufgesetzt, beschlich sie ein unheimliches Gefühl, kalt streifte sie ein Windhauch und es überkam sie das Gefühl, als ob sie jemand geradezu anstarren und so sah sie sich um, doch ohne Erfolg, es war niemand auch nur in der Nähe. Mit leichtem Kopfschütteln wendete sie sich wieder dem Pergament zu, ein Schmierer, ein richtig fieser!
Leise murrte sie vor sich hin, wie ungeschickt man nur sein konnte und da war es wieder, dieses lästige, unheimliche Gefühl, doch diesmal war es wohl nicht genug und es drang ein Flüstern an sie heran.
Nyomeeeee… duuuu bisssst… aaaalleeeeineee….
Deutlich aufgeschreckt, jagte ihr ein weiterer Schauder über den Rücken und so blickte sie sich um, um den bösen Schelm zu entdecken der ihr hier wohl einen Streich spielen wollte, doch wieder nichts.
Wieder wollte sie weiterschreiben doch, dieses Gefühl und auch die Stimme wollten es ihr wohl nicht erlauben, erneut ertönte sie, wollte sie weismachen, sie zu beobachten wenn sie schlafen würde. Seltsame Gedanken gingen ihr durch den Kopf. War es ein Geist?! Vielleicht der Hochedle von Weissenstein, war er gestolpert, die Treppe herunter gefallen und… nun verfolgte er sie?!
Glücklicherweise unterbrach ein Gardist ihre Gedankengänge als, sie sonst so selbstbewusst, nun es doch etwas mit der Angst zu tun bekommen hatte. Er war sogar so nett ihr ein Andenken aus Gabriel’s Haus zu holen, was sie mit der härtesten Währung in Bar bezahlte, einem Schokoladentaler. Die Freude über das Andenken war ihr deutlich anzusehen und so machte sie sich nach dem Abschied, auf zum Glaubenshaus, doch kaum war der Gardist außer Sichtweite, wollten ihre Beine wohl etwas schneller voran, zumal die Gedanken an einen Geist wieder aufzukeimen versuchten.
Vielleicht war es auch dieses Andenken, dieses bemalte Glaskätzchen, vielleicht war es Verflucht…?
Deutlich Abgelenkter als sie es sonst war, blieb sie eine ganze Weile in der Lehrstunde, Julian’s stehen und lauschte den Worten, nicht ohne ein schlechtes Gefühl im Hinterkopf. Heute blieb sie mit Sicherheit nicht allein, bis morgen, das nahm sie sich vor…
Der nächste Tag sollte nicht viel besser verlaufen, grauenhafte Träume die selbst einem gestanden Ritter eine Gänsehaut brächten und ständig diese Stimme in den eigenen Gedanken. In einem Moment der Ruhe besann sie sich darauf zu jenen zu gehen die es gut mit ihr meinten. Sie machte sich mit dunklen Rändern unter den Augen auf zum Glaubenshaus in Adoran, der Weg war ansträngend mehr als sonst, was wohl auch an der Müdigkeit lag.
Dort angekommen, traf sie auf Julian und ein Stein viel ihr vom Herzen, auch da sich die Stimme schon länger nicht bemerkbar machte und als schließlich Shala mit Lun’mellin eingetroffen war, war ihr um vieles wohler. Doch die Stimme wollte nicht schweigen, nein, wollte sie weiter ängstigen und vor allem Shala vertreiben. Doch wollte sie nicht allein mit IHM bleiben und die Elfe die sie in so kurzer Zeit so lieb gewonnen hatte, nicht nur ob ihres liebevollen Wesens auch ihrer amüsanten Eigenheiten wegen, immerhin fragte sie sich auch ab und an was wohl passieren würde, würde man Shala in einen Ozean von Erdbeeren werfen, wollte sie mit Sicherheit ebenso wenig fort schicken.
Nachdem die Stimme erneut zum Schweigen gebracht wurde, oder auch nur fürs erste kein Interesse mehr hatte, folgte alles wie in Trance, der Weg ins Kloster, der Baum, Vivi… es folgte ein traumloser Schlaf und dennoch war er beruhigender und auffrischender als die Zeit in der die Stimme noch da war.
Verfasst: Samstag 2. Juni 2012, 02:01
von Shalaryl Di'naru
Nach den Geschehnissen des Tages, der steigenden Zahl an Kindern und
Nyos Blick war klar, dass sie im Kloster bleiben musste. Sie hatten nun den
Namen des Wesens und immer mehr suchten damit nach Wissen über es.
Aber an die Bibliothek der Elfen kam natürlich nur eine Elfe...rasch schrieb
sie eine Botschaft und bat eine Schwalbe, sie zu überbringen.
Eine normale Schwalbe flattert zum Wohnbaum des Tweldan, eine kleine
Schriftrolle in den Füßchen, die präzise auf ihm abgeworfen wird:
Ich brauche deine Hilfe, Lu. Ein Wesen, das Kelos genannt wird, dringt in
die Gedanken und Träume der Menschenkinder ein. Es labt sich an ihren
Ängsten. Ich wache über jene jungen Klänge, die ins Kloster der Temora
gebracht wurden. Bitte, suche in der Bibliothek der Edhil nach Wissen über
dieses Wesen! Ich bin nicht sicher, ob unser Volk, arm an Kindern und jene
bereits mit Phanodains Segen versehen, Kelos je Beachtung schenkten...
doch wenn dem so ist, muss ich alles über ihn wissen. Du wirst mich im
Kloster finden, so ich es verlasse kann man dort sagen, wo ich dann bin.

Verfasst: Samstag 2. Juni 2012, 02:35
von Rafdarn
Müde war sein Körper. Kanubio legte die Beine hoch aufs Geländer des Ratshauses zu Berchgard, doch seine Sinne waren wach. Das, was ihm der Welpe erzählt hatte, konnte er sich nicht zu einem kompletten Bild zusammenreimen. Teile davon waren ihm bekannt, doch nicht in dieser Konstellation.
Ein Städterwelpe wars, doch ein mutiger Städterwelpe, der sich einst furchtlos im Kampf gegen den Thain gestellt hatte. So ein Welpe war es wert, ihm Schutz zu vermitteln und diesen Schutz würde er ihm geben.
Verfasst: Samstag 2. Juni 2012, 09:36
von Swantje Scherenbrueck
Die Bratwürste waren lecker. Nichts ging über Bratwürste und schon garkein Bratfisch. Während sich die Vierjährige beim gemeinsamen Abendbrot mit den Eltern befand, hatte sie auf einmal das Gefühl jemand würde durchs Fenster, direkt aus der dunkler werdenden Nacht, herein sehen. Da rutschte sie doch lieber mal etwas näher zum bärenstarken Papa.
Die kleinen Händchen wuschelten durch die eigenen dunkeln Locken und brachten dort noch mehr Verwüstung zustande, als ohnehin gerne auf dem Kopf herschte. Da war doch was im Haar gewesen. Sie hatte es gespürt. Vielleicht einer dieser Nachtfalter oder so und sicherheitshalber sah der Papa einmal nach, ob’s auch keine Läuse waren. Die folgende Ruhe hielt nur für wenige Wimpernschläge an, als der Smutje vom Stuhl sprang und wie ein Derbisch um sich selbst wirbelte, die Händchen wischwedelten um ihren Körper herum. Da war was! „Tu’s weg, Tu’s weg!“ Irgendetwas krabbelte an ihrem Rücken. Aber die Mama, die gleich besorgt aufgesprungen war, hat nichts gefunden oder sie hatte es doch einfach weggewischt, auf jeden Fall, war’s nun weg und in der Umarmung der Mama wurde sie so müde, so müde. Aber da war diese Stimme, jemand der mit ihr spielen wollte. Spielen. Was für ein Spiel wohl? Die Grossen, die störten dabei, aber das taten sie ja meistens. War’s also ein Spiel nur für sie, die Kleinen halt. Er würde nicht spielen, wenn die Grossen da waren, also drückten, die kleinen schon müden Ärmchen die Mama etwas von sich, als jene sie ins Bett gebracht hatte und es dauerte auch viel zu lange, bis die nun leicht besorgte Mama endlich zur Türe ging, dabei musste sie doch hinaus zur Türe, sonst würde er nicht mit ihr spielen. „geh weg, wir wollen spielen“.
Von dem was dann geschah bekam die Vierjährige nichts mehr mit. Sie war wie in Watte gepackt und sah aus als würde sie seelig schlafen. Sie bekam nicht mit wie wie Lairja erstarrt nach Beldan rief, nicht wie jener nach der wie gläsern aussehenden Tochter greifen wollte und jene für einen Moment ins Nichts zu verschwinden schien, ehe die starken Arme sie doch umfingen und nicht wie die Hunde, einer nach dem Anderen Alarm schlugen, allen voran Kassius, bis schliesslich der ganze Bauernhof lauthals auf den Beinen war. Erst jetzt blinzelten die Augen mit kindlichem Erstaunen. „Wollt ihr auch mitspielen?“ „Mit wem wollen wir spielen?“ „Weiss nicht. Aber er kommt wieder! Hat er versprochen!“
Das die geliebte Mutter besorgt war, merkte Smutje dann doch, wie sie so umarmt und geherzt wurde und die Mama ihr eindringlich sagte, dass sie nicht mit Fremden spielten und sie laut rufen solle, so laut, dass das ganze Dorf es hören können solle. „musst keine Angst haben und ich ruf ganz ganz laut“, verprach ihr das Töchterchen noch, ehe sie dann doch zu Bett gebracht wurde und dort in einen ganz normalen, ruhigen Schlaf fiel.
Verfasst: Samstag 2. Juni 2012, 12:08
von Hanna Radenbruck
Irritiert sah sie auf den Zettel - keine Frage, die Nachricht stammte von den Mareaux' und die Botschaft ließ sie auch nach mehrerem Lesen mit gleichermaßen Verwirrung und Unbehagen zurück. Noch hatten sie keine Kinder hier am Weiler, selbst wenn es bei den Eheleuten Tulena und Wieland Radenbruck nur noch eine Frage der Zeit sein würde, bis doch ein Hosenmatz über den Hof wackeln würde. Aber noch gellte kein glucksendes Babylachen über die Weilerhäuser und somit dauerte es, bis derartige Nachrichten an die Ohren der Bauernfamilie drangen.
Sie müsste sehr dankbar über den schnellen Informationszuspruch seitens der beiden, doch diesmal überwog die Sorge.
Sie hatte den Traumwandel, seit ihrer herben Bruchlandung auf die sprichwörtliche Nase, weiter geübt, doch bestimmt noch nicht perfektioniert. Was, wenn da wirklich irgendein Wesen in den Traumschleiern sitzen würde? Was, wenn sie ihren Weg ein weiteres Mal darin verlieren würde? Was, wenn sie auf immerdar geistig im Land der Träume festsitzen würde und ihr Körper langsam quasi hirnlos vor sich hersiechen müsste?
Panik kroch ihr den Nacken entlang und sie merkte, wie die Fingerspitzen, die das Pergament noch immer berührten, unangenehm wackelig zu zittern begannen. Es dauerte allerdings nur wenige Augenblicke (und vor dem inneren Auge einige Bilder derer, die sie nun um Hilfe baten), um sich selber einen Feigling zu schalten und mit grimmiger Entschlossenheit aufzustehen. Die alte Truhe klapperte und aus einem recht verknautschten Beutelchen wurden Mohnstroh, Nachtschatten und getrocknete Pilze in recht giftigen Farben gezogen.
Es galt Tee zu brauen, Ritualkreise zu ziehen, sich zu reinigen und zuletzt einfach nur mit Hilfe der Opiate in die Traumwelt zu segeln und dort bewusst zu wandeln - auf der Suche nach der Gefahr.
Verfasst: Samstag 2. Juni 2012, 13:51
von Esteban Noa Sylva
Heftige Alpträume rissen ihn schon nach kurzer Zeit wieder aus dem Schlaf, die kleine Stirn mit Schweißperlen benetzt schaute er sich hektisch im Zimmer um. Das kleine Pferd wurde gegriffen und er rannte zum Hafen so schnell er konnte, er wollte nicht mehr alleine zuhause sein, nicht mehr alleine auf der Insel, bestimmt war es ein Böser Inselgeist der ihm diese Angst einjagte. Er wollte nur zu seiner Mama und seinem Papa doch alleine würde er sie nie finden, also führte ihn sein Weg auf ein Schiff welches in Richtung Bajard fuhr. Das kindliche Gesicht gezeichnet vom weinen, betrat er die Bank, dort traf er auf eine Menge Leute was ihn aber auch nicht viel mehr beruhigen konnte, nur Eenja schaffte es ein wenig. Aber plötzlich war es wieder da, etwas starrte ihn an das spürte er und dann auch noch dieser eisige Hauch der wieder durch die Bank zog, komplettiert wurde das Ganze von der Stimme die in seinen Kopf drang.
„Du hast glück.. Es sind zu viele Erwachsene da, aber in deinen Träumen bist du allein!“
Esteban begann wieder zu weinen der Geist hatte ihn bis hierher verfolgt, und scheinbar merkten auch die anderen das etwas nicht stimmt, nochmals erklang die Stimme in seinem Kopf diesmal jedoch süßlich und zugleich angsteinflößend.
„Du bist alleine Esteban, du vermisst deine Mama, nicht? Ich werde wieder kommen..“
Danach war es wieder ruhig, nur die Tür öffnete sich wie von Geisterhand und nach kurzer Zeit trat ein vermummter Diener Kra’thors hinein. Eenja und die anderen Frauen wollten Esteban ins Kloster bringen zu einem Baum der angeblich schützen sollte. Doch der Diener wollte dies verhindern und so sprach auch er jetzt in Estebans Kopf.
„Es sind Hexen, vertraue ihnen nicht sie werden dich in einen Keller bringen und dir alle Finger und die Zunge abschneiden, dort wird dich niemand hören. Komm mit mir ich kann dich beschützen und bringe dich zu deiner Mama“
Der kleine wollte sich von Eenja losreisen und zu dem Mann gehen, er vermisste seine Mutter und seinen Vater doch so sehr. Die mittlerweile drei Frauen wollten ihn davon abhalten, noch einmal glitt der Blick aus den blauen Kinderaugen über die Anwesenden scheinbar hatte ihn die cabezianische Art schon in seinen jungen Jahren eingenommen und so entschied er sich lieber für die drei schönen Frauen. Der Diener sah seine Niederlage ein und verschwand wieder aber nicht ohne noch in Estebans Kopf zu sagen dass sie ihn jetzt umbringen werden. Er umschlang Eenjas Beine und drückte sich ganz feste an sie. Doch als Zwei der Drei Frauen verschwanden packten ihn die Zweifel, hätte er doch mit dem Mann gehen sollen? Vielleicht konnte er ihn wirklich zu seinen Eltern bringen.
Wieder sprang die Tür der Bank auf und ein hühnenhafter Schatten war zu erkennen, Kanubio stapfte in die Bank und sah zu Eenja und Esteban. Der kleine erzählte auch ihm was alles Passiert war und irgendwie kam Kanubio so einiges bekannt vor, als ein weiterer Mann die Bank betrat musste Eenja die beiden verlassen weil sie den Mann verprügeln musste. Kanubio sagte er würde auf Esteban aufpassen und das beruhigte den kleinen, würde es doch bestimmt kein Geist wagen sich mit Kanubio anzulegen. Als dann auch noch Cedric und Kisuri kamen, brachten sie ihn nach einer kleinen Auseinandersetzung ins berchgarder Rathaus, Kanubio und Kisuri teilten sich die Wache vor dem Zimmer und Cedric wachte am Bett des kleinen, er versprach ihn zu wecken wenn der böse wieder kam..
Verfasst: Sonntag 3. Juni 2012, 11:40
von Beldan Scherenbrueck
Da saß er mal wieder im Kloster, der alte Scherenbrueck. Diesmal in übernatürlicher Sache bzw. in Angelegenheiten seiner Tochter, die zwar anders als die anderen Kinder keine Albträume hatte – vielleicht weil sie wie ihr Vater wie ein Stein schlief, den selbst eine Herde Kühe, die durchs Schlafzimmer galoppierten, nicht würde aufwecken können -, aber doch zumindest seltsame Dinge erlebte. Zwischen den verwaisten Kindern und Mündeln besserer Familien fiel ‚der Smutje‘, der nichts über die Glaubenslehren Temoras wusste, sich weder über Kuchen noch Erdbeeren freute, sondern auf Bratwurst mit Speck und Eiern bestand (gleichwohl sie einfach alles in sich hineinstopfte was man ihr hinhielt), und alles begrabschte – Gräfinnen eingeschlossen – was ihr so in den Weg kam, als etwas wild und unerzogen auf und warf vermutlich nicht das beste Licht auf die Familie Scherenbrueck. Aber dass der Vater den Abend bei den Zwergen am Bierfass verbrachte, rundete den Eindruck vermutlich stimmig ab. Zum Glück wechselten die Priester hier recht häufig. Jedenfalls erkannte er niemanden wieder.
Eigentlich hatte er so recht keine Zeit, seine Stunden im Kloster zu verbringen und auf seine Tochter aufzupassen. In Bajard machten vor allem die Cabezianer, kaum dass die Letharen etwas Ruhe gaben, wieder jede Menge Ärger. Vier ihm bekannte Zwischenfälle innerhalb der letzten beiden Wochen, davon ein sehr ernster, und dazu der Überfall in Berchgard, bei dem er nicht viel mehr hatte tun können als dem Handgemenge der Bewaffneten zuzusehen, waren mehr als ein kleines Ärgernis. Er würde die Tage unbedingt noch einmal nach Berchgard müssen, um seinem Richtschwert einen neuen Schliff verpassen zu lassen. Aber viele Chancen malte er sich nicht aus. Selbst wenn es gelänge ein oder zwei Piraten aufzugreifen, unterm Strich blieb eine unangreifbare Pirateninsel mit einer unbesiegbaren Flotte, die Bajard jederzeit in Schutt und Asche würde legen können. Keine ganz faire Ausgangsposition. Aber er war es mittlerweile gewohnt, mit einem ziemlich hohen Rückstand in Auseinandersetzungen zu gehen. Ein bisschen Ansporn musste wohl sein, auch wenn er sich manchmal fragte, ob der alte Horteras es nicht ein bisschen zu gut mit ihm meinte. Er konnte ja nicht den Rest seines ohnehin schon fortgeschrittenen Lebens damit zubringen, die halbe Welt zu befehden. Andererseits...
Aber für den Augenblick galt es erst einmal eine sinnvolle Beschäftigung zu finden, um die Zeit im Kloster totzuschlagen. Seine Frau erhob berechtigten Anspruch, auf dem Bauernhof zu bleiben und das Vieh im Auge zu behalten. Er konnte das gut verstehen. Nach drei oder vier Tagen mangelnder Aufsicht sah so ein Bauernhof schlimmer aus als Bajard nach drei Tagen Kanonenbeschuss. Und so lieb ihm Bajard war, genoss der Smutje doch Präferenz. Im Dorf war augenblicklich ohnehin nicht viel zu retten. Wenn nur nicht so viele Frauen im Kloster wären. Dazu ein Randri, der seit er der Klosterwache beigetreten war, auf mysteriöse Weise seine Zunge verloren hatte und das Charisma eines Mauerpfeilers ausstrahlte. Da waren ihm diese umständlich freundlichen Priestergestalten fast lieber - aber irgendwie auch nur fast. Seufzend schielte er in Richtung Bierfass.
Verfasst: Sonntag 3. Juni 2012, 11:50
von Der Erzähler
Diesmal wartete ER einfach, versuchte ein wenig Ruhe einkommen zu lassen und beobachtete stumm. Sicherlich, nachdem sie ihm nun schon Wandler in seine Hallen schickten, kümmerte ER sich ein wenig mehr darum, dass all seine Pläne und sein Tun unter einem undurchdringbaren Schleier verborgen blieben. Sollte sie stöbern, ER war mächtiger denn je und dort wo die Grenze zur "wachen Welt" dünner wurden, konnte ER sie im Traum selbst fester ziehen und so würde die neugierige Wandlerin schlichtweg an die Linien wie kleine Mauern stoßen, während dennoch weitere Namen sein Buch zierten:
- Allerich
- Swantje
Interessanter war da, was derzeit in der "wachen Welt" zu sehen war...
In den Alatar-treuen Gegenden herrschte Aufruhr, Kinder wurden bewacht und für sie gebetet. Im Kloster der Lichtbringerin hingegen stapelten sie die Kinder regelrecht. Es war zu faszinierend dieses Ameisengewusel zu betrachten, um es gleich jetzt zu zerstören... ein ganz klein wenig würde ER einfach noch warten.
Bis das Interesse vergangen und das Ziel in greifbarer Nähe war - dann würde ER einfach nur die Hand ausstrecken...
[img]http://file052.bebo.com/8/mediuml/2009/12/01/22/9605962291a11925306994ml.jpg[/img]
Verfasst: Sonntag 3. Juni 2012, 12:58
von Julian Ruyven Lavern
Mitten in der Nacht erwachte er an dem Schreibtisch, an dem er eingeschlafen war beim Lesen des Berichtes, den er von Friedrich bekommen hatte und blinzele müde. Das Kloster lag still da. Die Kinder schliefen, die Erwachsenen wohl auch.
Etwas träge und steif erhob er sich von seinem Stuhl und begann in seiner Truhe herumzuwühlen und zu suchen. Er wusste, irgendwo hatte er noch einen silbernen Ring aufbewahrt, für den er eine spezielle Verwendung hatte. Ein Kleinod, das er weihen und Nyome mit an die Hand geben wollte für den Fall der Fälle.
Kaum gefunden, machte er sich mit dem kleinen Schmuckstück auf den Weg zum Lagerraum, suchte die entsprechenden Kräuter zusammen. Totes Holz, einige Blätter des Nachtschattens, viel Alraune, Schwefel, ein wenig Torf und Kohle, dazu eine saubere Silberschale für die Räucherung. Er setzte sich an den Tisch und begann die einzelnen Substanzen zu zerstampfen im Mörser, zu einem einheitlichen Pulver zu zerkleinern und zu vermengen, welches er letztlich in die Silberschale gab.
Damit war er gut und gerne ein gutes halbes Wassermaß mindestens beschäftigt und der Arm schmerzte ihm danach nicht wenig, aber das war es wohl wert. Irgendwo in den Lagerbeständen fand er noch ein kleines Gitterrost aus Silber, das er oben auf die Schale legen konnte. Damit bewaffnet machte er sich auf den Weg in den Tempel in der Mitte des Klosters, wo er die Schale aufstellte, das Rost darüber legte und den Silberring auf diesen.
Danach erst kniete er sich hin, verharrte letztlich auch so und begann zunächst mit einem mehr geflüsterten Eingangsgebet.
Meine Herrin!
Dir will ich gehören ganz und gar, vor dir senke ich mein Haupt,
in deine Hände gebe ich mein Leben.
Von neuem widersage ich dem dunklen Feinde und allen seinen Werken,
und gelobe, dass ich dich niemals durch meine Worte oder Taten beleidigen will.
Segne, Herrin im Licht, diesen meinen Vorsatz, damit ich ihn treu erfülle.
Gib mir, o Temora, die Kraft, heute und zukünftig die Fehler zu meiden,
zu welchen mich meine Neigungen und Gewohnheiten so oft verleiten.
Ich will mich redlich bemühen in deinem Geiste
täglich so viel Gutes zu verrichten, wie ich kann.
Denn dein Wille ist mir Befehl!
Einen Moment lang verblieb er so, still, in sich gekehrt, ausgeglichen, ruhend, dann hob er die Hand und hielt sie über die Silberschale, eine stumme kleine Bitte, woraufhin das Pulver darinnen sich entzündete und die kleine Flamme rasch zu Glut wurde, die sich durch das Pulver zog. Heller Rauch stieg auf, der Geruch der Kräuter und des Torfes verbreitete sich langsam, hüllte den Silberring darüber gänzlich ein.
Sieh her, Lichtbringerin, auf Deinen Diener.
Sieh her, ich bitte Dich, auf das Kleinod vor mir.
Dafür bin ich gekommen, eine weitere gute Tat zu vollbringen.
Nicht für mich, sondern für eine Deiner kleineren Diener,
die hier in unserer Obhut weilen, wie Du weißt.
Segne diesen Ring durch mich,
auf dass er der Trägerin das Herz mit Tapferkeit erfüllen möge,
wenn die Angst zu groß wird.
Segne diesen Ring durch mich,
auf dass er der Trägerin das Herz mit Mitgefühl erfüllen möge,
wenn die Angst zu groß wird.
Segne diesen Ring durch mich,
auf dass er der Trägerin das Herz mit Gerechtigkeit erfüllen möge,
wenn die Angst zu groß wird.
Erfülle sie mit Deiner Kraft, Deinem Mut, Deiner Liebe und Deiner Wahrheit,
auf dass sie erkennen möge und sich ihren Ängsten stellen kann.
Er hob die Hand und schlug das Henkelkreuz über den Ring, strich einmal sanft über das Kleinod am Ende und für einen kurzen Moment nur schien es im, als ginge ein warmes Licht von ihm aus, bevor sich regelrecht in den Ring zurückzog.
Die Wärme, die er spürte, fühlte er nicht zum ersten Mal und sie ließ ihn selbst auch beruhigt zurück, die Sorge um die Schützlinge etwas gemildert, wenngleich auch fern davon ganz getilgt zu sein. Es war nur ein kleiner Schritt voran, aber wenigstens schon einmal einer.
Ich danke Dir, Herrin des Lichts,
danke Dir für Deinen Beistand,
danke Dir für Deinen Trost,
danke Dir für Deine Nähe,
danke Dir für Deine Lehren,
danke Dir für Deinen Segen.
Leite und führe uns durch die dunkle Zeit,
leite und führe uns von den Albträumen zu den Segensreichen,
leite uns führe uns von der Dunkelheit ins Licht,
denn das Licht vertreibt die Dunkelheit.
Lux Tenebrae Vincat.
Mit steifen Knien kam er schließlich am Ende wieder zum Stehen. Eine tiefe Verneigung gen Altar folgte diesem und er nahm behutsam den Ring an sich, ebenso die Silberschale und verließ den Tempel wieder, um die Schale zu leeren und zu reinigen. Den Ring verstaute er in einem kleinen Leinenbeutel, um ihn später der zukünftigen Trägerin zu geben. Vorher jedoch, bis zum Aufwachen der Kleinen, hatte er noch etwas anderes zu erledigen.
[img]http://www.t-zone24.de/images/g_R8519_01.jpg[/img]
Sein Weg führte ihn aus dem Kloster hinaus in die freie Bibliothek, wo er sich auf die Suche nach den Büchern machte, die die Gräfin dort hinterlassen haben sollte laut Herrn Katuri.
Es waren noch gute zwei Stunden bis zum ersten Morgengrauen, also noch gute drei bis vier Stunden Zeit, bis die ersten Kinder aufwachten.
Julian hoffte, Zeit genug, um etwas zu finden.
Vielleicht war es die Fügung der Lichtbringerin, vielleicht auch einfach nur Zufall, kurz bevor er aufgeben wollte, um zurückzukehren, rutschte aus dem Band, den er zuletzt griff, ein Pergament heraus. Erst wollte er es nur zurückschieben, warf dann aber einen genaueren Blick auf die kindliche Schrift. Allein das ließ ihn schon stutzen, und dann begann er aufmerksamer zu lesen.
Pfeife dreimal in den Wind,
Haste keine Angst mein Kind.
Danach ist deine Fantasie dran
Und das Monster hat keine Hosen an!
Jetzt ist es nur noch ein armer Wicht
Und deine Träume bekommt’s nicht.
Merke dir, das tut sehr gut:
Frechheit, Rotz und warmer Mut!
Angst passé und Albtraum ade.
Rasch holte er ein weiteres sauberes Pergament aus seiner Tasche, ebenso einen Kohlestift und schrieb den Brief ab, in seiner Gänze, auch das Gedicht am Ende. Woher auch immer der Brief stammte, wer auch immer der Bursche namens Hannis war, er dankte der Herrin im Stillen inständig dafür, dass es ihn gab, dass der Brief hierher gefunden hatte und packte eilig alle Bücher zurück ins Regal nach getaner Arbeit. Den Brief von dem Jungen legte er der Leiterin der freien Bibliothek auf den Schreibtisch, auf dass die Edle oder ihr Gatte ihn finden mochten, um es weiter zu verbreiten. Eine kleine Randnotiz von ihm fand sich darunter:
Egal welches Kind ihr finden mögt in der nächsten Zeit, bringt ihm das Gedicht bei wider der Albträume, der Stimmen in ihren kleinen gequälten Köpfen und Seelen und wieder des Kelos.
[url=http://desmond.imageshack.us/Himg109/scaled.php?server=109&filename=hannisbrief.jpg&res=landing]Brief des Jungen Hannis[/url]
Verfasst: Sonntag 3. Juni 2012, 13:10
von Nyome van Belfa
Es hatte sich schon eine ganze Weile nicht mehr blicken lassen, ein Glück.
Aber dafür wäre auch beinah keine Zeit gewesen, immerhin gab es so viel zu bereden, vor allem die Erwachsenen wussten ja ach soviel von dem was in den Köpfen der Kindern wütete. Nein scheinbar hatten sie sogar mehr Angst davor das ER, auch sie heimsuchen könnte, wenn er die Kinder schon nicht bekommen würde. Ein seltsamer Gedanke, schließlich waren sie es, die zum großen Teil behaupteten sie hätten keine Angst, keine Furcht.
Julian hatte recht mit dem was er sagte, keine Angst zu zeigen wäre besser, auch wenn es dumm und töricht wäre ES nicht zu fürchten. Die Geschichten von denen die Erwachsenen sprachen, gefangen in den eigenen Träumen, sie schienen selbst wohl auch um ihr eigenes Wohl besorgt, kurzum sie fürchteten sich.
Aber auch die Gräfin von Dornwald bekräftigte sie in ihrem Denken. Es waren ihre eigenen Träume, ihre eigenen Gedanken und nichts und niemand hatte dort etwas zu suchen, solange es nicht ihr Wunsch ist. Sie war offenbar auch nicht die einzige die ihre Träume so auslebte wie andere ihre Gedanken und das würde sie auch tun. Schon einmal hatte sie vor langer Zeit einen bösen Traum willentlich geändert. Die Träume waren frei und alles war dort möglich und wollte sie dort nicht alleine sein dann war sie es auch nicht. Doch ein Rest von Zweifel blieb.
Vivien, ihre beste Freundin und stärkste Mitstreiterin, sie trieb die Angst wohl wirklich sehr, sprach sie doch davon verzaubert zu werden und von der Hilflosigkeit. Doch auch Vivien hatte ein Mittel um dem entgegen zu treten was sie quälte, sie hatte den Glauben. Der Glaube selbst und Temora sollten ihr helfen. Sollte das nicht genügen so hatten sie immer noch sich und alle anderen die sich so liebevoll um sie kümmerten.
Nachdenklich blickte sie zu Vivien, die bereits schlief und legte vorsichtig die Hand auf ihre Schulter. Die Angst und Unsicherheit schob sie von sich soweit sie nur konnte und der Gedanke war gefestigt, würde ER wieder kommen, würde sie nicht so einfach in Angst verfallen, nein es war ihr Traum und dort konnte aus dem Nichts, ein plüschiges, süßes, regenbogenfarbenes Schmusehäschen werden, welches mitten auf einer bunten Frühlingswiese hoppelte, alles was auch nur den Hauch vom Bösen hatte verschwinden, Markwart frisch rasiert sein mit stattlicher Statur, Shala im Erdbeerozean planschen, Julian sich vor Lachen winden, kurzum alle waren dort, was nun aber wichtiger war..
Wir sind und waren zusammen!
So schlief auch sie langsam aber gewappnet ein, doch ein Rest der Zweifel blieb…
Verfasst: Sonntag 3. Juni 2012, 13:24
von Lu'araiel
Leises zirpen der Grillen, eine klare Nacht ohne Mond und das helle Flackern der Kerzen. Jener Kerzen, die ihren Schein durch die großen marmornen Torbögen werfen, hinauf auf das Nordmeer zur einen und in das schlummernde Ered'Luin auf der anderen Seite. Die typischen Nebelverhangenen Berge bei Nacht geben dem Kerzenscheinen einen unwirklichen Glanz und nehmen ihm seine schärfe. Aber so man sich dem Gebäude von dem er ausgeht nähert, formt sich ein klares Bild. In mitten riesiger Regale und Stapel voller Bücher, Schriften und Karten, die den gesamten Zyklus der Eledhrim wiedergeben. Hier in dieser alten Halle sitzt ein alter Lindil und wirkt fehl am Platze. Umringt von den Licht spendenden Kerzen zwischen Büchern, einige aufgeschlagen und zum weiter lesen bereit andere schon lange weit weggelegt auf den Stapel der gelesenen Bücher. Im Schoß ein weiteres Buch, dessen Seiten in einem beruhigenden langsamen Turnus wie von selbst umzuschlagen scheinen. Nur die Augen des Lindil verraten das er jede Zeile überfliegt und nach den Worten sucht die auf das passen was er zu finden erhofft. Und wieder fügt sich der schwere Buchrücken auf die letzte Seite und das Buch erhebt sich vom Schoß des alten Lindil. Langsam schwebt es auf den Stapel der Gelesenen, während sich der alte Lindil streckt und bereits das nächste Buch schleifend seinen Regalplatz verlässt und sich in seinen Schoß bettet. Langsam nur blättern sich die Seiten durch und der alte Lindil greift zur Seite sich schlürfend einen Schluck von seinem Tee gönnend. Als auch dieses Buch mit einem dumpfen Ton zu schlägt und es sich grade anheben will fällt der Blick des alten Lindil auf eine Ecke. Eine Ecke an der Kante wo keine Ecke sein sollte. Die feingliedrige Hand mit den schlanken filigranen Fingern fährt die Kante entlang und die Ecke vergrößert sich. Vorsichtig greifen zwei seiner Finger das Stück Ecke und ziehen daran und dabei kommt ein alter Umschlag hervor auf dem die Notizen einer Fenva in Sindarin verfasst wurden: „ An den Archivar der Bibliothek zu Ered Luin, dieser Brief mit einem Kindergedicht der Edain würde eure Sammlung sehr gut ergänzen…“ Kindergedichte der Talari waren nun wirklich nicht das was er suchte, aber es war schon spät und ein wenig Erheiterung, bei dieser ansonsten sehr Erfolg armen suche wäre angenehm. Bedacht das alte schlechte Papier der Talari nicht zu beschädigen öffnete er den Umschlag und faltete das Pergament auseinander. „Alpträume… Zauberspruch? Bei der Weberin!“ eiligst erhob sich der alte Lindil nur um zu merken das scheinbar der Rest seines Körpers schon in einen schlafenden Zustand gefallen war. Torkelnd und sich an den raschelnd umkippenden Büchertürmchen halten stakst er aus dem Kerzenbeleuchteten Raum ins Freie und hinaus in den Nebel zu seinem Heim um ein Schreiben auszusetzen und sich auf den Weg zu machen…
Sanya’sala Shalaryl,
Fae habe etwas gefunden was dhao vielleicht helfen kann.
Anbei findest ti eine Abschrift des Textes,
fae werde eine weitere Abschrift in Reinform anfertigen und dhao zum Kloster bringen.
Möge die Weberin dhao beistehen,
Die Abschrift des Briefes:
An die liepe Milara unt Tante Liwia
seit drai Tagn ist der Apltraum nimmer schlimm unt ich wein auch nimmer wenn ich aufwachn tu Mutti hat gesacht ich soll mich bedankn. weil ich sicher immanoch ins Bett machn würd wen nicht eiyn Brief gekommn wär.
Der Zauberspruch von Milara hat arg gut geholfn unt ich kann den nun ganz auswendig. Damit der net verlorn geht hap ich den Brief draymal abgeschriepn und verschenk den nun. Viellaicht hülft er mal einem wie mia. der plöd schlafen tut unt sich dann net zum Donnabalken traut.
Oya Hannis
Pfayfe draymal in den Wint
haste kayne Angst mein Kint
Danach ist dayne Fanntasi dran
und das Monster hat kayne Hosn an!
Jetzt ist es nur noch n armer Wicht
und deine Träume bekommts nicht.
Merke dir, das tut sea gut:
Frächhayt Rotz und warma Mut!
Angst passee unt Alptraum adee.
Verfasst: Sonntag 3. Juni 2012, 16:34
von Cara DelMur
Gut, Althan wollte auf die Kinder Nachts acht geben, aber als sie dann früh morgens, noch im Nachthemd, ins Kinderzimmer schaute und er in voller Montur wie der Rachegott persönlich dort lauerte, da fragte sie sich ernsthaft, wie das nun zu besserem Schlaf und weniger Alptraum führen sollte.
Die nächste Nachricht war, dass er auf Reisen ging, begleitet mit dem Schrieb des Klosters. War etwa doch etwas dran an den Alpträumen? Den Schrieb legte sie zu den wichtigen Papieren für Aylia, mit einem persönlichen Hinweis, dass sie die Kinder im Auge behalten solle.
Und schliesslich setzte sie sich doch hin und begann etwas zu basteln, was sie im Zimmer von Yassi, Mo und Arion aufhängte, um ihnen vielleicht eine ruhige Nacht zu bescheren. Dabei flüsterte sie leise Worte..
Feuerfaden bild den Saum,
hölzern Perl vom Donnerbaum,
eine Feder spielt im Wind,
Kristallklar das Wasser Kind.
Mit den gütig Mächten Gaben,
seien Träume hier getragen,
solln gefangen, nicht vergehen,
mit dem Spiel des Fängers gehn.
[img]http://www.wunderweib.de/media/redaktionell/wunderweib/liebehoroskop/freundschaft/traumdeutung/traumfaenger-308.jpg[/img]
Verfasst: Sonntag 3. Juni 2012, 21:07
von Ysarja Zestoris
Ein Aushang im Tempel über Kinder und Albträume. Gelesen hatte es die Catula und verstanden auch das sie nichts mehr tun konnte als die Kinder, die sie traf zu befragen.
Die kleine Ella lief ihr als sie Arlon abholte über den Weg. Das Kind suchte nach der Vicaria und nach einiger Zeit des Gesprächs erinnerte sich die junge Catula an ein Schreiben von Althan.
"Ob sie Alpträume hätte?"
"Nein sie schlief niemals viel, zuviel Angst das man sie finden könnte."
"Sie solle sich dennoch an die Vicaria oder sie wenden wenn sie böse Träume hätte."
"Sie würde es tun ganz bestimmt. Könnte man sich nicht davor schon segnen lassen?"
"Keiner der Vicarien seien da man würde es nachholen."
Nachdenklich betrachtete sie das kleine Mädchen eine Weile. Was träumt man als Kind? Was hatte Ysarja als Kind geträumt? Würden sich die Kinder in des Panthers Obhut von solchen Träumen überhaupt schrecken?
Sie hatte alles getan.
Mit einem Aufseufzen wandte sie sich zu Arlon um seinen Traum wahr zu machen...
Verfasst: Montag 4. Juni 2012, 00:52
von Shalaryl Di'naru
Der Spruch, der Vers...bei Eluive, er musste helfen. Wenn selbst die Edhil
ihn aufgehoben hatten, dieses plumpe Werk aus Menschenhand...dann
mussten sie erkannt haben, dass es wichtig war.
Der Tee, der die Kinder im Kloster ohne Träume schlafen liess, war durch
die Menge an geplagten Geistern aufgebraucht. Nun hing alles vom Schutze
Temoras und des kleinen Spruches ab...denn den Plan, den sie nun hatten,
um Kelos ausfindig zu machen, konnten sie erst am nächsten Tag umsetzen.