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Verfasst: Sonntag 22. Juli 2012, 22:35
von Gast
Es erfasst dich und reißt dich mit sich wie ein tobender Sturm. Vollkommen unerwartet drückt es dich nieder, drückt deine Lungen zusammen bis du nach Luft ringst und um dein Überleben kämpfst.

Und in dem Moment wo du dich damit abfindest, hier dein Ende erreicht zu haben, nachdem du endlose Stoßgebete gen Himmel gesendet hast, versucht hast dagegen anzukämpfen, aber letzten Endes doch resigniert hast, in diesem Moment, endet der Sturm.


Sie hatte aufgegeben ihn zu suchen. Die Hoffnung ihn noch einmal zu sehen, aufklärende Worte zu erhalten, fortgefegt von dem Sturm, wie ein trockenes Laubblatt. Sie fand Unterschlupf. Hilfe. Hilfe in Form von Arbeit. Eine Schreinerin, vom selbigen Schlag wie sie, gewann sie, einen Laden in Adoran zu eröffnen. Was hatte sie zu verlieren? Konnte es schlimmer kommen? Und ihr Leben ging den Weg weiter, setzte einen Schritt vor den anderen, und sie fand sich damit ab.

Und in diesem Moment endete der Sturm.

In der Mine Lameriasts, dort, wo ihre Geschäftspartnerin sie absetzte um bessere Erze aufzutreiben, stand er plötzlich vor ihr. Ihr stockte der Atem, ihr Herz raste und wäre fortgerannt, hätte es einen Ausgang gefunden. Die Zeit schien still zu stehen, einige Momente die ihr wie halbe Ewigkeiten vorkamen, blickten sie sich fassungslos an. Beide hatten wohl nicht mit dem Erscheinen des Anderen gerechnet, was in den Gesichtern deutlich zu lesen war. Doch weitere Gefühle brodelten in Tarina. Wut, Trauer, Hoffnung, Schmerz, Liebe. Oft hatte sie sich ausgemalt wie eine Begegnung mit Rory enden würde. Steht sie ihm nun stark gegenüber, zeigt ihm was er verpasst hat, oder fällt sie ihm weinend in die Arme in der Hoffnung er nimmt sie zurück. Und nun, da er vor ihr stand, übermannten sie ihre Gefühle und ließen nicht zu, dass sie eine rationelle Entscheidung trifft.

Es dauerte lange bis das erste Wort fiel. Eine wohl bekannte Stimme, die noch immer ein Beben in ihr auslöste, dass sie beinahe willenlos gemacht hätte. Doch all der Schmerz, der Kummer, all die Erlebnisse die geschehen sind und was er ihr angetan hatte, trieben sie an, ihrem Ärger Luft zu machen. Es platzte nur so aus ihr heraus. Vorwürfe, er habe sie benutzt und wie eine Dirne bezahlt. Er sei fortgerannt nachdem er sie fragte ob sie ihn heirate. Und doch war ihr klar, dass der einzig wahre Fehler bei ihr lag. Sie hätte es nie so weit kommen lassen dürfen.

Ein langes, sehr impulsives Gespräch folgte, Tränen flossen, eine Ohrfeige lies Rory spüren wie sie sich fühlte. Und doch kniete er vor ihr und bat um Verzeihung.

Wer von uns beiden ist nun des Wahnsinns?

Sie nahm ihn mit in den Laden, zeigte ihm wo sie nun lebte und wie sie ihr täglich Brot verdiente. Und er lud sie ein zum Essen an einem der kommenden Tage. Herrje er hätte sie alles fragen können und sie hätte ohne zu überlegen oder ihren gesunden Menschenverstand einzuschalten ja gesagt! So wie er vor ihr stand, selbst voller Hoffnung und Freude. So wie er sie küsste, wie er sie anfasste. So wundervoll wie es schon immer mit ihm war. Und so einfach war sie wieder in seinem Bann… Sie schloss die Tür, sank zu Boden, noch immer raste ihr Herz, doch die quälenden Schreie, die es zuvor noch ausspie, verstummten. Und für den Moment, war sie glücklich.

Er wird nicht kommen… Er wird wieder fort bleiben… Und wieder werde ich verletzt sein… Was tue ich hier nur? Temora hilf mir! Lass nicht zu, dass ich wieder hoffe…

Und dennoch verbrachte sie viel Zeit vor ihrer Kommode, wählte Kleidung und Schmuck aus welchen sie tragen würde, käme er wirklich wieder um sein Versprechen wahr zu machen. Die Nächte waren kurz, die Träume wild, voller Hoffnung und Leidenschaft, voller Vorfreude und Begierde. Und als sie die Augen öffnete herrschte wieder die Angst, wieder fallen gelassen zu werden.

Arbeit half ihr, dass die Zeit schneller verging, bis sie herausfand, wie ernst er es diesmal meinte…