Verfasst: Donnerstag 18. Oktober 2012, 06:59
Glamorous stars darken the day
The shadows of night lighten their way
The wisdom of fools is not easy to learn
So go one step ahead and two in return
Sie schloss die Augen, wandte ihr Gesicht in den aufkommenden Wind. Salz, frische Meeresluft. Eine wunderbare Abwechslung nach dem trockenen Staub in der Amtsstube und den alkoholgeschwängerten Gerüchen in der Taverne, vermischt mit dem Schweiß zu vieler Abende. Dieser Abend endete für ihre Verhältnisse zu früh, sie war noch längst nicht müde, doch war ihr Denken, ihr Empfinden zu aufgewühlt für belangloses Gerede oder weitere Fragen Iras.
Meuterei.
Das Wort hatte im Raum geschwebt wie ein verdorbener, perverser Gestank nach Verwesung. Sie hatten es nicht ausgesprochen, doch beiden war klar gewesen, dass es genau das war. Wie konnte man nur so lange um ein Wort herum lavieren? Ein Kompromiss. Eine notwendige Entscheidung, immerhin war es notwendig das man Handlungsfähig blieb. Hübsche Worte. Worte die beider Gewissen beruhigten und um das böse, drohende Wort im Raum herum tanzten. Eine vorübergehende Entscheidung. Er könnte das Ruder wieder übernehmen wenn er zurück kam.
Meuterei blieb Meuterei.
„Egal was das für die Insel bedeuten würde?“ hatte sie gefragt und es ernst gemeint. Es war eine Frage der Prinzipien. Seine Antwort war so schlicht gewesen. Nur ein einziges Wort, doch sie brauchte seine Zustimmung. Sie konnte das nicht tun, ohne seinen Rückhalt, ohne seine Unterstützung. Also hatte sie seiner Bedingung zugestimmt. Vorerst. Das Wort war vermieden worden, die Spannung langsam von ihr gewichen. Aber das Gefühl blieb. Konnte sie das wirklich? Nein, die Frage war nicht ob sie es konnte, sondern ob sie eine andere Wahl hatte. Sie hatte keine.
Kälte legte sich über ihre Gedanken, ihr Empfinden, und dieses Mal hieß sie diesen Effekt des Paktes mehr als bereitwillig willkommen. Ob die anderen das Lauern ebenfalls spürten? Die Erwartung in der Luft, das pulsieren in ihrem Blut? Fühlten sie die Veränderung, die der Wind mit sich trug?
Nur langsam drangen die Worte aus der Taverne in ihren Verstand vor, breiteten sich in ihrer vollen Tragweite vor ihr aus. Raindri war ein Idiot. Nun gut, das war nichts neues. Raindri war verletzt. Nicht gut, der Gedanke behagte ihr nicht, aber sie war zu wütend auf ihn um sich bei ihm sehen zu lassen und damit das Risiko einzugehen, dem Regiment in die Arme zu stolpern. Ira würde einen Mann suchen der sie Raindri vergessen ließ, und es würde kein Nestor sein. Gut, mit dem letzten Punkt konnte sie sich im Zweifel anfreunden, aber was sollte das bedeuten, Ira würde einen Mann für sie suchen?
Entsetzen legte sich wie eine Decke über die schwarzhaarige Piratin und ließ sie einen Moment erschaudern. Natürlich, Ira kannte sie verhältnismäßig gut, aber die beiden Frauen legten doch einen gewissen anderen Schwerpunkt bei der Männerwahl. Am Ende würde sie ihr noch irgendeinen Regimentler bringen, und dann wäre Raissa gezwungen, sie umzubringen. Langsam. Nun, sie könnte natürlich immer noch ablehnen... aber so etwas ließ sich nicht machen ohne die Freundin zu beleidigen. Sie könnte behaupten es gebe keinen der das ersetzen könnte, was sie verloren hatte, aber auch das würde Ira höchstens anspornen, und wer wusste schon was sie DANN aussuchen würde?
Nein, das Beste würde es wohl sein abzuwarten und dem Kerl dann höflich zu verstehen zu geben dass sie an Frauen interessiert war. Oder an Feldhamstern. Oder Kaninchen. An allem – außer ihm. Wenn sie Glück hatte würde Iras Vorhaben im Alkohol- und Krautrausch untergehen und sie würde es vergessen. Einen kurzen Moment hielt sie inne, überdachte diesen Gedanken noch einmal. Es ging um sie. Resigniert seufzte sie auf. Nein, das Vorhaben würde nicht im Rausch verloren gehen, und Ira würde sich mit aller Ernsthaftigkeit zu der sie fähig war dem Vorhaben widmen. Blieb zu hoffen, dass es keine zu große Katastrophe werden würde.
Mit einem Lächeln wandte sie sich dem Weg auf die Klippen zu. Ein bisschen frische Luft würde ihr wirklich nicht schaden... Frische Luft und die Vorfreude auf den Unterricht, um den sie die beiden Nestor-Brüder bitten würde.
The shadows of night lighten their way
The wisdom of fools is not easy to learn
So go one step ahead and two in return
Sie schloss die Augen, wandte ihr Gesicht in den aufkommenden Wind. Salz, frische Meeresluft. Eine wunderbare Abwechslung nach dem trockenen Staub in der Amtsstube und den alkoholgeschwängerten Gerüchen in der Taverne, vermischt mit dem Schweiß zu vieler Abende. Dieser Abend endete für ihre Verhältnisse zu früh, sie war noch längst nicht müde, doch war ihr Denken, ihr Empfinden zu aufgewühlt für belangloses Gerede oder weitere Fragen Iras.
Meuterei.
Das Wort hatte im Raum geschwebt wie ein verdorbener, perverser Gestank nach Verwesung. Sie hatten es nicht ausgesprochen, doch beiden war klar gewesen, dass es genau das war. Wie konnte man nur so lange um ein Wort herum lavieren? Ein Kompromiss. Eine notwendige Entscheidung, immerhin war es notwendig das man Handlungsfähig blieb. Hübsche Worte. Worte die beider Gewissen beruhigten und um das böse, drohende Wort im Raum herum tanzten. Eine vorübergehende Entscheidung. Er könnte das Ruder wieder übernehmen wenn er zurück kam.
Meuterei blieb Meuterei.
„Egal was das für die Insel bedeuten würde?“ hatte sie gefragt und es ernst gemeint. Es war eine Frage der Prinzipien. Seine Antwort war so schlicht gewesen. Nur ein einziges Wort, doch sie brauchte seine Zustimmung. Sie konnte das nicht tun, ohne seinen Rückhalt, ohne seine Unterstützung. Also hatte sie seiner Bedingung zugestimmt. Vorerst. Das Wort war vermieden worden, die Spannung langsam von ihr gewichen. Aber das Gefühl blieb. Konnte sie das wirklich? Nein, die Frage war nicht ob sie es konnte, sondern ob sie eine andere Wahl hatte. Sie hatte keine.
Kälte legte sich über ihre Gedanken, ihr Empfinden, und dieses Mal hieß sie diesen Effekt des Paktes mehr als bereitwillig willkommen. Ob die anderen das Lauern ebenfalls spürten? Die Erwartung in der Luft, das pulsieren in ihrem Blut? Fühlten sie die Veränderung, die der Wind mit sich trug?
Nur langsam drangen die Worte aus der Taverne in ihren Verstand vor, breiteten sich in ihrer vollen Tragweite vor ihr aus. Raindri war ein Idiot. Nun gut, das war nichts neues. Raindri war verletzt. Nicht gut, der Gedanke behagte ihr nicht, aber sie war zu wütend auf ihn um sich bei ihm sehen zu lassen und damit das Risiko einzugehen, dem Regiment in die Arme zu stolpern. Ira würde einen Mann suchen der sie Raindri vergessen ließ, und es würde kein Nestor sein. Gut, mit dem letzten Punkt konnte sie sich im Zweifel anfreunden, aber was sollte das bedeuten, Ira würde einen Mann für sie suchen?
Entsetzen legte sich wie eine Decke über die schwarzhaarige Piratin und ließ sie einen Moment erschaudern. Natürlich, Ira kannte sie verhältnismäßig gut, aber die beiden Frauen legten doch einen gewissen anderen Schwerpunkt bei der Männerwahl. Am Ende würde sie ihr noch irgendeinen Regimentler bringen, und dann wäre Raissa gezwungen, sie umzubringen. Langsam. Nun, sie könnte natürlich immer noch ablehnen... aber so etwas ließ sich nicht machen ohne die Freundin zu beleidigen. Sie könnte behaupten es gebe keinen der das ersetzen könnte, was sie verloren hatte, aber auch das würde Ira höchstens anspornen, und wer wusste schon was sie DANN aussuchen würde?
Nein, das Beste würde es wohl sein abzuwarten und dem Kerl dann höflich zu verstehen zu geben dass sie an Frauen interessiert war. Oder an Feldhamstern. Oder Kaninchen. An allem – außer ihm. Wenn sie Glück hatte würde Iras Vorhaben im Alkohol- und Krautrausch untergehen und sie würde es vergessen. Einen kurzen Moment hielt sie inne, überdachte diesen Gedanken noch einmal. Es ging um sie. Resigniert seufzte sie auf. Nein, das Vorhaben würde nicht im Rausch verloren gehen, und Ira würde sich mit aller Ernsthaftigkeit zu der sie fähig war dem Vorhaben widmen. Blieb zu hoffen, dass es keine zu große Katastrophe werden würde.
Mit einem Lächeln wandte sie sich dem Weg auf die Klippen zu. Ein bisschen frische Luft würde ihr wirklich nicht schaden... Frische Luft und die Vorfreude auf den Unterricht, um den sie die beiden Nestor-Brüder bitten würde.