Veränderung und Vorbereitung

Gast

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21. Cirmiasum 255

Auch wenn es kein Außenstehender bemerkt hatte in seinem Innern war er nach diesem Markttag in Rahal mehr als aufgewühlt. Viel später erst fand er Ruhe in seiner Bibliothek und dachte über seine nächsten Schritte nach. Wieder hatte er sie in ihrem unmöglichen Rosa dort in Düstersee gesehen, so fröhlich und unbeschwert, eigentlich erschien sie meist fröhlich und manchmal lies er sich auf ihre Art ein und wirkte dann nicht mehr so unnahbar und streng.
Eine seltsame Freundschaft verband sie und so zögerte er nicht lange, als sie ihn zu ihrem neuen Heim führte... konnte er doch nebenbei ihr den Stand der Fortschritte für die Vorbereitungen der Weihe der Statue in Düstersee mitteilen.

Wieder war er ihr so nahe wie damals in der Hagburg, diese Frau beherrschte ab und an seine Gedanken, er begehrte sie und dafür verdammte er sich. Es hatte nichts genutzt sie in die Arme Darkans zu treiben, es hatte nichts genutzt sie zu verletzen und sie so weit... so weit geht von sich fern zu halten. Nein selbst dann kam sie an und suchte seine Freundschaft und seinen Rat.
Innerlich zerrte ein Raubtier an seinen Ketten, das dieser Frau anders begreiflich machen wollte, dass sie ihm gehörte und nun nicht mehr nur ihr Freund sei, sondern ein Mann... ihr Mann. Ein Mann der sie forderte als Sein, mit Leib und Seele. Doch schlussendlich würde er mit Gewalt nicht bei ihr weiter kommen, er musste einen anderen Weg versuchen.
Dumm war, dass sie nun wusste, was er für ein Spiel damals in der Burg getrieben hatte. Wenn sie sein war würde er alles von ihr fordern und nur so wenig geben können, ein Leben neben ihm war nicht leicht... mit ihm zu leben noch viel schwerer. Doch er wollte sie... sie gehörte einer alten Familie an, war gläubig und würde bestimmt viele starke Söhne gebähren. Die Gefühle für sie waren etwas was er weit von sich fort schob, denn es gab neben dem Allmächtigen dafür keinen Platz in seinem Leben und konnten wirklich zu seinem Untergang führen.

Als er sie dort an der Wand drückte und seine Hände links und rechts neben ihre schmalen Schultern legte und flüsterte, bat er nicht... er forderte. Sie sah es in seinem Blick sie wusste was er wollte und zu was er zu geben bereit war. Sie sollte sein werden und dennoch gab er ihr nach, als sie ihn leise bat die Frage nicht zu stellen, jedenfalls nicht heute.
Er gab ihr wieder Luft zum Atmen und entfernte sich, lies sie in dem Glauben, dass allein ihre Berührung ihrer Hände auf seiner Brust ihn dazu bewegt hätten. So begleitete er sie zu dem Markt nach Rahal wie er es von Anfang an vorgehabt hatte.

Dort gab es viel Interessantes zu sehen und zu erleben, es herrschte reger farbenfroher Trubel und dennoch war er etwas enttäuscht, dass er keinen der anderen Mitglieder des Tempels sah. So versuchte er durch Anwesenheit jedem die selbe Aufmerksamkeit angedeihen zu lassen und so den Tempel würdig zu vertreten.

Sonderbare Gespräche wurden auch geführt, doch führte meist zu Missverständnissen, wenn man einem weiblichen Kind des Alleinen erklären musste, dass man auch als höheres Männchen sich nicht auf dem Markt mit einem Weibchen paaren dürfe oder es für sich zu beanspruchen. Obwohl wenn er es recht bedachte würde dies vieler seiner Probleme mit einem Schlag lösen. Sein Blick ging dabei immer wieder zu Cara hinüber.
Dann lernte er auch noch eine Dame von der Insel La Cabeza kennen, die einige Interessantes zu berichten hatte. Nun auch dies würde kaum zu seiner Entspannung beitragen, aber es versprach ein Ablenkung.
Er würde Cara die Zeit lassen die sie brauchte, wenn sie soweit war würde sie kommen und mit ihm sprechen wollen, wenn sie etwas drückte hielt sie es meist eh nicht lange aus. Ihre Entscheidung würde ihrer beider Leben beeinflussen, sollte sie sich ihm entsagen war er frei, doch vorher nicht.
Die Zeit der Spielchen war vorbei, er wollte alles oder nichts... nicht mehr und nicht weniger.
Einen Mond, sagte er sich, gab er ihr sich zu entscheiden...
Zuletzt geändert von Gast am Mittwoch 25. Juli 2012, 14:09, insgesamt 6-mal geändert.
Gast

Arion

Beitrag von Gast »

11. Ashatar 255


Selbstgewählte Einsamkeit war sie ein Fluch oder ein Segen? Immer weiter schien er sich von den Menschen entfernt zu haben Freunde waren verschollen oder wurden zu Fremde und Feinden.
Wie oft Fremden die Gebote gelehrt und sie auf ihrem Pfad begleitet, um bitter enttäuscht zu werden, dass sie in ihrem Eifer nachließen und sich alles um Liebe und ihre Belange drehte, als um das Erreichen SEINER Ziele auf diesem Lande?
Es war nicht wichtig, was er sich ersehnte oder was er wollte, schon vor einiger Zeit hatte er sich von den Menschen entfernt, die ihm mehr bedeutet hatten als andere. Seit wann es genau angefangen hatte? Althan konnte diese Frage nicht mehr genau beantworten.

Vor langer Zeit, wie es ihm schien, hatte er sich verändert und wenig war von der einst fröhlich frechen jungen Mann übriggeblieben. Subtile Schmerzen zogen durch seinen Körper erinnerten ihn Niederlagen, Siege und Schlachten, durch seine Seele, seelische Schmerzen die ihn daran erinnerten, dass er immer noch am Leben war und nützlich, um Sein Werk zu vollenden. Schmerzen die durch Verlust ausgelöst wurden, doch nichts im Vergleich zu der Macht, mit welche Er ihm gewährte.

Nachdenklich strich er Impetus über den Hals und sah hinaus aufs Meer. Die Dunkelheit ließ es wie ein sanftes Wesen erscheinen, das zu schlafen schien einen traumlosen Schlaf. Der Wellengang seine Atembewegungen war, sein Herzschlag. Ein Meer was viele Geheimnisse barg auch Geheimnisse von seinem Leben, dort irgendwo in Tetharion. Seine Stirn war leicht gerunzelt als er darüber nachsann. Geheimnisse, welche für immer ruhen müssen, ermahnte er sich streng.

Was war an diesem Tage anders gewesen als an den Übrigen? Was trieb ihn hinaus zu seinem Platz an der Klippe? Er ließ sich langsam von seinem Rücken rutschen und band die Zügel an einem der kleinen Büsche fest. Dann wandte er sich um und ging den Mantel enger um sich ziehend bis an den Rand der Klippe.

Der Wind zerrte an seinen Gewändern, strich über sein Gesicht und er konnte die salzige Luft kosten, während er tief einantmete... sein Blick ging starr hinaus auf die unruhige See. So viel geschah in relativ kurzer Zeit, würde er die richtigen Entscheidungen in Seinem Sinne treffen können?

Ritter Durion war verschollen, in Gefangenschaft wohl geraten und in den Kerker der Ketzer geschafft worden, Landsknecht Arok war verschwunden, Cara hatte er seit Tagen nicht mehr gesehen und Arion... hatte gestern auf schmerzhafte Weise lernen müssen, was Verbote und Grenzen bedeuteten.

Die Gischt wurde von einem heftigen Windstoss bis zu ihm herüber geweht und kurz abgelenkt sah er den nun dunkel umwölkten Himmel, der sich wie ein graues Tuch über aufgewühlte See zu decken schien. Arion... er schloss seine Augen und lauschte dem tobenden Geräuschen der See und dem Wind. Seine nächste Aufgabe, seine Prüfung, die sich wohl über Jahre hinziehen würde.

Was auch immer den Knaben geritten hatte ihn herauszufordern, mit bloßem Einprügeln würde er nicht weiter kommen. Mehr als einmal wurde die Grenze überschritten. Die Demütigung durch Althans Eingreifen bei Arions Balanceakt auf den Steinen, durch einen magischen Pfeil, zog eine geprellte Hand und seine Wut nach sich. Ungerechtigkeit? Arion gab Althan die Schuld für sein scheitern? Das es gemein war? Als ob die Ketzer fair kämpfen würden, wenn er eines Tages vor ihnen stehen würden. Arion hatte gelernt, dass er bei Althan mit dem Unvorhergesehenen rechnen musste. Die erste Lektion, noch mehr würden an dem Abend folgen...
Langsam öffnete Althan wieder die Augen und sah auf die See. Verbote waren an diesem Abend ausgesprochen worden, Verbote die den Jungen aufzeigten, dass es für ihn keine Privilegien mehr gab wie bisher, sondern dass seine Ausbildung nun begonnen hatte. Eine Wahl würde es nicht geben, Gehorsam wurde gefordert, um sich in Seinen Augen als nützlich zu erweisen und jeder Ungehorsam eine Bestrafung nach sich zog. Das würde dem Knaben nicht gefallen haben, er würde dagegen aufbegehren und versuchen die Grenzen auszudehnen... und wenn dies geschah würde Althan mit aller Macht diesmal dazwischenschlagen.

"Arion, du wirst das rahalische Reich nicht mehr verlassen. Es wird dir erlaubt sein zu mir nach Rahal zu reisen, um deine Studien aufzunehmen, ansonsten komme ich nach Düstersee oder auf die Hagburg. Du wirst mich grundsätzlich immer um Erlaubnis fragen, wenn du Düstersee verlassen willst. Doch durch die Wälder nahe Düstersee zu streifen sei dir erlaubt. Nach Bajard darfst du nur in Begleitung und La Cazeba ist ab heute verboten, bis auf Widerruf.
Hast du das Verstanden, Arion?"


Schweigen war die Antwort, der Knabe war immer mehr in sich zusammengesunken, wich Althans strengen forschenden Blick aus und schwieg verstockt. Er wünschte, dass sein Onkel wiederkäme und sagte das auch zu Althan, dann starrte er erneut Löcher in den Boden, wich seinem Blick aus und schwieg. Von einem Manne noch weit entfernt sah Althan dort ein trotziges Kind sitzen, was fern jeder Einsicht zu sein schien. Nun, er hatte genug Methoden, um seinen Willen in dieser Angelegenheit durchzusetzen.
So versuchte er es zuerst damit ihm aufzuzeigen, dass Arion seinen Nutzen für den Allmächtigen zuerst noch zu beweisen haben werde und das von nun an jeden Tag.
Dass Althan ihn anleiten würde und prüfen, ob seiner Fortschritte von nun an jeden Tag. Der Knabe konnte ihm nicht entkommen noch seiner Strafe für sein Verhalten. Althan setzte sich neben ihm auf den Baumstamm und forderte ihn auf, sein schmerzendes Handgelenk in Althans Hand zu legen. Althan tastete mit den Fingerspitzen die Knochen und Sehnen ab, bog es etwas und betastete die Schwellung. Dann schlossen sich schmale, doch kräftige Finger um das Handgelenk des Knaben und drückten nur ein wenig zu.

„Nun.. ich stelle meine Frage noch einmal und ich hoffe du erkennst die Klarheit meiner Worte.“
Hast du meine Verbote verstanden?“
Es folgte ein hilflos gejapstes Ja.
„Das heißt... Ja, Vicarius Althan. Versucht es,“ meinte Althan fordernd, während seine Finger das geschwollene Gewebe erneut zusammendrückten. „Ja, Vicarius Althan,“ kam es schwach von Arion. „Nimm den Schmerz hin er ist ein mächtiger Verbündeter, der dir gerade etwas lehrt. Keine Heiler, keine Salben und keine Tränke. Dein geschwollenes Handgelenk soll dich an das erinnern was heute geschah. Mir zu trotzen hat dir noch etwas eingebracht. Du wirst morgen den ganzen Tag in der Hagburg verweilen und die Gebote durchgehen. Bei unserem nächsten Treffen will ich von dir wissen, gegen welche du heute Nacht verstoßen hast. Hast du mich verstanden?“
„Ja, Vicarius Althan,“ murmelte der Knabe kleinlaut.
Mit einer Geste entließ er ihn und gab ihm die Erlaubnis sich zu entfernen. Arion drehte sich um und rannte fort und Althan sah ihm ernst nach.
„Ja lauf du nur, in dem Augenblick wo du dich nach mir umblicken wirst werde ich dich von vorn erwischen,“ ein zynisches Lächeln umspielte seine Lippen als er die Kapuze tiefer ins Gesicht zog und dann in der Nacht ebenso verschwand.

Es war Zeit zurückzukehren, der Nachtwind blies pfeifend durch seine Gewänder und das tosen der See hatte sich in ein wutendes Brüllen verwandelt. Sie wirkte wie ein unbändiges Raubtier, dass an seinen Ketten zu zerren schien und sich mit aller Macht dieser Klippe und den umgebenden Felsen umspülte. Viele Jahre ging dies wohl so und noch mehr würden kommen, doch das Land hier würde sich nur langsam verändern. Anders das Leben und Wirken der Menschen auf diesem Landstrich. Ein Sturm schien erneut aufzuziehen er konnte ihn beinahe riechen und schmecken, wenn er losbrach mussten alle bereit sein. Er wandte sich um und ging zurück zu seinem Pferd.
Zuletzt geändert von Gast am Samstag 11. August 2012, 18:59, insgesamt 4-mal geändert.
Arion Mertein Drugar

Beitrag von Arion Mertein Drugar »

Der Bengel hielt sich an die Anweisung die Burg für den nächsten Tag nicht zu verlassen. Er mochte die auferlegten Vorschriften zwar ganz und gar nicht und auch wenn ihn sein kindlicher Trotz immer wieder Ärger einbrachte, so war er doch schlau genug, nicht weiter offen gegen die Regeln zu verstoßen. Sein schmerzendes Handgelenk bremste seinen Übermut sehr effektiv. Andererseits sah er aber nicht ein, die Schmerzen durch sein verletztes Handgelenk einfach hinzunehmen. Er musste sich also selber helfen, ohne dass es anderen auffiel. Cara konnte er nicht fragen, aber sicher hatte sie irgendwo in der Heilerstube etwas das ihm helfen würde, und das nicht gleich auffallen würde. So machte der Bengel sich nach dem Aufstehen auf leisen Sohlen auf den Weg in die Heilerstube. Jede einzelne Bewegung mit der verletzten Hand tat schrecklich weh, ob er nun versuchte eine Tür zu öffnen oder auch nur ein Fläschchen mit unbekanntem Inhalt in die Hand zu nehmen. Jede Drehung oder Belastung jagte Schmerz seinen Arm hinauf. Dennoch durchwühlte er die Schränke und Kisten nach Etwas, das ihm helfen würde. Schlussendlich förderte er 3 verschiedene Fläschchen zu Tage, von denen er schätzte, das sie helfen könnten. Ungeschickt, mit der linken Hand öffnete er die Phiolen und lies den Inhalt einfach über sein Handgelenk laufen. Es fühlte sich erst angenehm kühl an, und der Schmerz schien nachzulassen. Ermuntert von dem Erfolg, kippte er auch noch den Inhalt der 2 anderen Flaschen über die Verletzung. Auf dem Tisch vor ihm liefen die Mixturen zu einer bräunlichen, immer dicker werdenden Masse zusammen und die angenehme Kühle wich einem Stechen und Pieksen. Bei einem weiteren Blick auf sein Werk, kam ihm dann doch der Einfall, dass man vielleicht doch nicht 3 verschiedene bunte Tränke vermischen sollte. Vorsichtig wischte er sich mit dem Ärmel die klebrige Masse von der Haut, woraufhin das Stechen leicht nach lies und die Haut statt einer bläulichen Färbung nun eine aufwies, die ins violette ging.

Leise brummend kletterte er von dem Hocker und durchsuchte noch einmal alles in seiner greifbaren Nähe. Er fand diesmal eine Paste, die zumindest den Eindruck erweckte, als sei sie dafür gedacht irgendwo aufgetragen zu werden. Mit dieser Verschwand er nach kurzer Überlegung nach oben in sein Zimmer. Vorsichtig trug er dort die Paste auf das Handgelenk auf und wartete ab. Der pochende Schmerz nahm langsam ab und er atmete erleichtert auf. So sollte es erstmal gehen. Die Tube mit der restlichen Paste ließ er in der Tasche verschwinden, scheinbar wirkt sie ja. Nachdem er soweit den Schmerz besiegt hatte, und das ohne Hilfe und ohne das jemand etwas davon mit bekam.

Mit einer umsichtigen Bewegung, bevor er sein Zimmer verließ, zog er den Ärmel seines Hemdes soweit hinab, dass man das angeschwollene und bunte Handgelenk nicht sehen konnte. Jetzt konnte er sich die Gebote des Herrn mal ansehen, da führte kein Weg dran vorbei.
Gast

Der Wolf/Panther im Schafspelz

Beitrag von Gast »

30.Ashatar 255

Der Wolf/Panther im Schafspelz

Alles was er im Augenblick am Laufen hielt war um Sein Ziel auf dieser Welt zu erreichen. Glaubensunterrichte hatten verstärkt in Rahal und der Gemeinde Düstersee stattgefunden, Arion war mehr oder minder sein Mündel geworden um dessen Ausbildung er sich nun kümmern durfte bis zur Rückkehr des Ahads Drugar, die Bücher über die zehn Gebote des Herrn waren in Düstersee verteilt worden, er hatte den ersten Unterricht der Prätorianer im Gerichtssaal zu Rahal gehalten und dann natürlich noch seinen neuen Posten in der freien Bibliothek Gerimors gesichert.

Nun doch etwas schmunzelnd lehnte er sich zufrieden zurück und gönnte sich ein wenig der Ruhe, ja er war nicht faul gewesen oder gar dem falschen Hochmut anheim gefallen sich auf seinen Erfolgen ausruhen zu können. Fast musste er Ritter Durion dankbar sein, sein Auftreten in der Bibliothek und die Drohung sie anzuzünden hatte ihm rascher das in die Hände gespielt was er schon lange als Ziel angestrebt hatte, seine Position als Schriftgelehrter dort direkt zu sichern.

Das Lilian bei der Eröffnung die er ihr machte vor einigen Tagen mehr oder minder zwischen Wut, Blässe und Zorn schwankte hatte ihn gefallen. In was für einem Dilemma sie gerade steckte, nachdem er ihr das Ganze dargelegt hatte.
So lange der Tempel und damit er seine Studien der Schriften in dieser Bibliothek fortsetzte, von seine Heiligkeit und der erhabenen Tetrarchin abgesegnet, würde alles so bleiben wie es ist.
Tja, was aber auch hieß, dass er als Schriftgelehrter nicht nur die ketzerischen Propagandaschriften lesen musste, Kontakt zu Suchenden aufbaute und selbstverständlich seine Augen offen hielt wer dort alles ein- und ausging.
Das Lilian sich nicht vorstellen konnte, dass er urplötzlich zu einem Schriftgelehrten geworden sei war nachvollziehbar, doch auch an diesem war er schon am Arbeiten.
Es würde das schwierigste Stück in diesem ganzen Unterfangen werden, ihr Vertrauen zu gewinnen, natürlich rein zum Zwecke der Wissenschaft und Forschung, ein leichtes Grinsen umspielte bei diesem Gedanken seine Lippen.

Also... wie lenkte man Lilian am besten ab? Man gab ihr genug andere Beschäftigung die sie in Atem hielt, mürbe machte und an den Rande ihrer Kräfte bringen würde bis sie sich erschöpfte. In seinem „Kollegus“ Richard Lohengrinn hatte er da einen wertvollen Verbündeten gefunden und so gab Althan subtil Hinweise wie man die Bibliothek verschönern könnte oder andere lohnende Projekte zusammen anging in der kommendne Zeit. Er hatte ihn mit einigen Ideen geimpft und er hoffte das wenigstens ein oder zwei davon Früchte tragen würden. Was natürlich alles dazu diente, Lilian in Atem zu halten und sie vorerst von den Grenzen Rahals fern zu halten. Also hatte er ein Schaf und eine Ziege besorgt... ihr einziger Zweck, Lilian erneut zu beschäftigen.

So fanden sich die Tiere vor der Bibliothek wieder die er wenige Zeit später auch betrat. Schon zweimal war er hier gewesen um sie schlussendlich aufzufordern ihn als einen der Hüter der Bibliothek anzuerkennen. Sie sträubte sich noch, doch schlussendlich würde er ihr keine Wahl lassen, hatte sie doch von Anfang an keine wirkliches Wahl gehabt.
Ändern konnte sie nichts an der Tatsache, dass im Augenblick nur die Interessen des Tempels an der Bibliothek zwischen selbiger und dem Ritter Durion mit seinem Trupp stand. Wie süß war der Sieg und er kostete es sichtlich aus, gab ihr somit ein wenig von sich Preis, lächelte sie an und meinte dass er sich sämtlichen Herausforderungen hier stellen würde.
Er mochte dieses Spiel, dieses herantasten und ausloten der Grenzen, welche aber nie überschritten wurden. Sie war erschöpft das sah er ihr an und er wusste, dass ein unbedachtes Wort sie zu sehr reizen könnte, dennoch lehnte sie erneut sein Angebot ab ihr helfen zu können, wahrscheinlich weil sie ganz genau wusste was für einen Preis er dafür verlangen würde...

So lauschte er ihren Worten die sie an ihr eben neu erhaltenes Schaf richtete und er fragte sich ob sie ihm oder dem unschuldig grasenden kleinen schwarzen Schaf galten. Innerlich musste er schmunzeln, als sie meinte er und das Schaf, welches sie doch tatsächlich Nassis getauft hatte, wären ein und das selbe.
Er musste behutsam vorgehen und sie dazu bringen sie wirklich glauben zu lassen, dass er hier in dieser Bibliothek seinen Sinn und Zweck erfüllen würde. Wenn sie ihm dies abnahm war er schon viel weiter...

Ihr könnt doch nicht wirklich wollen, dass der Tempel die Schriften sichtet und alles brauchbare nach Rahal verlegen lässt? Es würde das was ihr hier hütet zerstören und wenn ich ehrlich bin, ich habe meine Studien noch nicht abgeschlossen. Es wir Jahre dauern.
Passiert das nicht ohnehin... wenn ihr es irgendwann getan habt ?
Ist es das was ihr fürchtet?
Vielleicht...
Ihr habt kein Vertrauen in mich und meine Handlungen...
Ich habe Schwierigkeiten alleine mit eurem Wort und dann soll ich Vertrauen in Verhandlungen setzen?
Ich wehre mich wenn ich angegriffen werde, ansonsten bin ich auch ein Suchender nach Wissen und der Erfahrung von Menschen aus längst vergangener Zeit... ich muss kämpfen können und dennoch bin ich ein Schriftgelehrter meines Reiches.
Des Reiches, dem jede Lüge recht ist, dem die Tugenden nichts bedeuten und das eine zweifelhafte Sicht von Ehre hat.

Nun gut, in diesem Punkt hatte sie nicht ganz unrecht, doch das würde er ihr nicht auf die Nase binden. Sich auszumalen, dass sie einem Reichsfeind in der Bibliothek wirken lies, dass sie damit in eine Zwickmühle geriet und er sie auch warnte, dass wenn man ihn angriff er kämpfen würde. Er brachte sie in eine unmögliche Lage und genaugenommen wollte er sich vorerst nicht ausmalen was passieren würde wenn ein Ritter, dieser Liam oder einer dieser Knappenhitzköpfe ihn in der Bibliothek sehen würde, doch alles zu seiner Zeit.
Dann wollte sie sein Wort haben... damit überraschte sie ihn sichtlich, verwirrt sah er sie an.

Wenn diese Wahl getroffen ist und ich es selbst nicht mehr kann, schreibt ihr es nieder um es für die Nachwelt fest zu halten und dort ein zu sortieren, wo es hin gehört.
Ihr meint die Bestätigung vom Tempel und dem Alka diesen Ort unangetastet zu lassen, so lange der Tempel hier seine Studien fortführt?
Nein.. die gesamte Geschichte...unsere Geschichte und deren Ende.
Unsere beider Geschichte?
Ich denke unser Buch hat noch viele offene Seiten die ich zu füllen gedenke, doch ich gebe euch mein Wort, dass ich unsere Geschichte aufzeichnen werde.


Sie hatte ihn damit mehr als überrascht und dennoch gab er ihr sein Wort, wie auch immer es ausgehen würde, nichts sollte vergessen werden was hier geschah und noch geschehen wird.
Diese Frau war faszinierend und sonderbar, das Einzige was ihr wichtig schien, war... dass ihrer beider Geschichte für die Nachwelt festgehalten werden sollte, wenn sie es nicht mehr tun konnte. Nun er würde es aus seiner Sicht schreiben, dessen war sie sich sicher bewusst und dennoch schien ihr das zu genügen.

Er sah wie viel Kraft sie dieses Gespräch wieder gekostet hatte, doch Mitleid hatte er deswegen nicht mit ihr, so war sie deutlich umgänglicher als wenn sie im Vollbesitz ihrer Kräfte war.

Geht wieder hinein, wenn ihr euch umsehen werdet, werde ich schon fort sein.

… und so war es dann auch.
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 30. August 2012, 19:26, insgesamt 2-mal geändert.
Gast

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10. Searum 255

An diesem Nachmittage war es ruhig in der Bibliothek, die Sonne hatte nicht mehr die wärmende Kraft des Sommers und so war es in den hohen Gemäuern schon nötig die Feuer in den Kaminen zu entzünden. Er hatte sich gerade damit beschäftigt eines der Bücher abzuschreiben, als ein Luftzug und eine entschieden geschlossene Türe seine Aufmerksamkeit von dem Pergamente direkt zu der derangierten, abgehetzten und hm... verwundeten Gestalt sein Interesse erregte. Sein Blick glitt zurück von ihr zur Türe, welche sie schloss und sich keuchend an sie legte.
Wurde die Bibliothek gleich gestürmt? Seine Brauen zogen sich zusammen und er beschloss aufzustehen, noch in der Bewegung wurde dies von ihr verneint, dass sie nur „spazieren“ war wie sie es nannte glaubte er nicht einen Augenblick. So lehnte er sich an dem Steintisch und wartete schweigend ab, sie rutschte an der Tür hinab und ging in die Hocke, er registrierte, dass sie unendlich erschöpft, müde war und immer noch blutete. Dass ihr Gespräch nunmehr wie ein Verhör seinerseits glich lag wohl einfach daran, dass er erfahren wollte wo sie gewesen war.
Sie erhob sich langsam während sie sprachen, wohl um sich vor ihm keine Schwäche anmerken zu lassen. Dennoch sah er wie viel Mühe es sie kostete sich von der Türe abzudrücken und aufrecht stehen zu bleiben, innerlich musste er schmunzeln... sie war eine Kämpferin und er zeugte ihr schweigend seinen stillen Respekt.
Dennoch würde sie heute wieder etwas lernen und ein erneutes Schwanken ihrerseits, lies ihn erkennen, dass es nicht mehr lange dauern würde bis sie zusammenbrach. Wieder sprach er davon, dass sie lernen sollte ihm zu vertrauen, was sie... wie sollte es auch anders sein... vehement ablehnte. Er würde einfach warten bis sie umkippte, dann brauchte er ihre Einwilligung nicht mehr, um das zu tun was er im Gespräche hier mühsam erarbeiten musste. Er sah wie blass sie wurde, schlussendlich war ihr dazu der Gedanke bisher nicht gekommen oder ihr ging es wirklich schlechter, wer weis.

Ihr seid hier allein, schwach und angreifbar und dennoch vertraut ihr mir, dass ich mich an unsere Abmachung halte, dass euch hier nichts geschehen wird. Interessant nicht?
Viel mehr... bleibt mir gerade nicht übrig, nicht wahr? Selbst wenn ich euch nicht vertrauen würde.
Nein... das gefällt euch nicht, hmh?
Mhhm.
Also... warten wir bis ihr umfallt, oder gebt ihr nach? Ob ihr es glaubt oder nicht, auch ich kenne den Begriff von Ehre und Anstand, gleich was eure Priester über uns hetzen.
Ist mir .. bisher wohl entgangen.

Kraft kostete sie dieses Gespräch, das merkte er deutlich. Sie kämpfte darum wach zu bleiben, doch er sah sie immer öfters blinzeln und die Augen schließen, sie dann wieder öffnend. Da wusste er, dass sie den Kampf bald verlieren würde und es nicht mehr lange dauernd würde.

Vertrauen, Lilian...

Er machte einen Schritt auf sie zu und fing sie auf als sie in sich zusammen sank. So, nun galt es schnell zu handeln. Er sah schon die Hetzschriften der Ketzer vor sich, sollte sie hier so mit ihm gefunden werden. „Der Templer war es er hat sie verprügelt und zum Sterben wohl zurückgelassen!“ Also trug er sie in den Keller sich dabei nochmals kurz im Vorraum der Bibliothek umsehend, doch nichts wies darauf hin was darauf hinwies was geschehen war.

Er nahm den ersten Raum den er mit einem Tritt seines Fußes öffnen konnte, eine Alchemieküche... nun das reichte für seine Zwecke. Er legte sie auf den Tisch ab und schob die Gegenstände etwas zurück an die Wand, dann zückte er seinen Dolch. Ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig während sie so schlaff und regungslos vor ihm lag, er setzte den Dolch oberhalb ihres Kragens an und zog ihn vorsichtig bis zum Saum zu ihren Füßen durch. Sie dann von den Fetzen der Robe befreiend war er doch verblüfft, dass sie nicht einmal eine Rüstung trug, sondern nur ihre Unterwäsche. Was vielleicht ihre Worte von vorhin bestätigte, dass sie wirklich auf ihrem Spaziergang angegriffen worden war. Er lies die Robe zu Boden fallen und scheidete den Dolch. Dann inspizierte er ihre Wunden vom Haupt bis zu ihren Zehenspitzen, wobei er rasch vorging und ohne zu zögern, ihre Reize dabei so gut es ging aus seinen Gedanken verbannend. Er fand mehrere kleine Schnittwunden an ihrem Oberkörper von denen zwei tiefer waren und noch bluteten, dazu sah die aus als ob sie verprügelt worden war. Während er die Wunden etwas reinigte, um zusehen wie tief sie gingen sprach er mit ihr, oder eher führte ein Selbstgespräch, da sie immer noch vor sich hindämmerte.

Also, damit wir zwei uns hier genau verstehen, Lilian. Alles was ich tue hat einen Sinn und Zweck, hier gerade nun eure Dummheit auszugleichen. Ich glaube immer noch daran, dass ihr einen Nutzen habt, als Werkzeug für den Herrn. Der Unterricht ist noch nicht beendet.

Die Reinigung der Wunde schien zu schmerzen und sie wehrte sich gegen ihn schwach. Bald würde sie wieder aufwachen und so beendete er es sie finster ansehend.

Spazieren... allein, hmh? Für so dumm habe ich euch nicht gehalten. Ja, ja ihr könnt auf euch allein aufpassen. Sieht man ja.

Wieder wehrte sie sich gegen ihn, als er den tiefen Schnitt am Arm inspizierte und er hielt sie fest. Althan sammelte sich, machte seinen Geist frei von allem Ballast und begann leise Worte zu intonieren. Seine tiefe Stimme war dabei ruhig, so wird sie wohl das Erste sein was sie hören wird, wenn sie erwachen würde.
„Das wird dir nun nicht gefallen, Lilian...“ murmelt er.

Allmächtiger, ich Dein Diener rufe dich an.
Sieh auf sie hinab und sieh was sie eines Tages,
in Deinem Namen, wirken könnte.
Verblendet ist sie, doch trägt sie Deinen Zorn
als Saat in sich.

Sie erwachte, blickte sich um und wehrte sich schwach gegen seinen Griff, als sie sich aufbäumen wollte, den Blick panisch auf ihn und dann auf ihre Umgebung richtend, drückte er sie mit seiner rechten Hand, die er ihr oberhalb auf den Brustkorb legte, wieder auf den Tisch nieder und hielt sie dort unerbittlich fest. Er sah ihr Entsetzen, als es ihr dämmerte was er da tat, sie spürte den Schmerz, fühlte wie er in kleinen Wellen ihren Körper durchzog. Ihre Wunde schloss sich, doch der Schmerz blieb als wäre die Wunde noch vorhanden.

Um mit meinen Händen, Deinen Willen in diese Welt zu bringen.

Dann löste er den Griff und trat zurück, die Robe aufnehmend durchsuchte er sie mitsamt ihrer Schärpe nach Brauchbarem, während die Schatten ihn fast verschluckten. Wusste sie doch, dass er noch da war und sie zu beobachten schien. Entsetzen spiegelte sich auf ihren Zügen und als sie die geschlossene Wunde betrachtete wurde sie wieder blasser. Ruckartig setzte sie sich auf und er bemerkte erneut, dass sie sich damit wieder viel zu viel zumutete, doch er konnte verstehen was sie antrieb. Er fand ein Zettelchen in ihrer Robe und hielt es etwas näher ans Licht, während er ihren unzusammenhängenden Worten lauschte sie über den Rand des Zettels ansehend.

Ihr habt doch nicht.. ihr habt nicht.. was ich denke.. oder .. ihr habt nicht, das würdet ihr .. niemals.. würdet ihr nicht.


Nun, ich habe getan was ich tun musste, Lilian. Ihr solltet liegen bleiben. Na, das nenne ich einmal interessant, Wulfgard. Ich denke ihr habt mir heute mehr als genug von euch gezeigt, meint ihr nicht? Nicht dass ich es nicht reizvoll finde, was ihr präsentiert, aber ich denke diese Botschaft hier wird der Tempel nur zu gern erfahren.

Es war ein Genuss zu sehen wie sich ihre Wangen rötenden und sie ihre Arme schützend um ihren Leib schlang, als wolle sie damit seinen Blicken Einhalt gebieten. So langsam wurde ihr bewusst, dass sie keine Robe mehr trug und als ihr Blick auf die Fetzen der Robe in seinen Händen fiel vertiefte sich ihre Röte noch weiter. Als sie nach der Robe in seinen Händen verlangte hielt er den Fetzen hoch und zerriss ihn endgültig an zwei Fetzen die er zu Boden fallen lies, sie weiterhin angrinsend.
Zornig funkelte sie ihn an, als er ihre Umgänglichkeit von ihrer spärlichen Bekleidung abhängig zu machend schien. Aus den Resten der Roben stieg eine kleine Rauchsäule auf und dann entflammte sie sich, misstrauisch sah er zu ihr. Dann als die Robe brannte nährte ein Wind das kleine Feuer und verteilte den Rauch und die Asche rasch in aller Winde. Da entschied er dass es Zeit war zu gehen.

Geht euch etwas anziehen ich warte draußen, aber ich warte nicht lange. Glaubt mir beim Anziehen brauche ich länger als beim Auszuziehen.

Sie hatte sich nicht bewegt und murmelte leise Worte, ihr Haupt immer noch von der gleichen Röte wie zuvor. Fast meinte er das Wort „Temora“ zu vernehmen, doch er könnte sich auch getäuscht haben. So lies er sie in Ruhe, für diesen Tag hatte sie genug zu verarbeiten und noch mehr hatte er ihr gegeben über das sie nachdenken würde und musste.
Wenig später kam sie durch die Türe.
So sah er sie an, als sie durch die Türe schritt, den Kopf leicht angehoben, ihr Blick zornig doch mied sie direkten Augenkontakt, ihr Gang so würdevoll es ihr möglich war, oh ja... sie würde nichts vergessen.

Was habt ihr heute gelernt?

Nicht vor euren Augen zusammenbrechen.
Gut.. und was noch?
Euch umbringen, bevor ich umfalle.
Dass ihr nicht fürchten müsst, dass die Bibliothek brennt wenn ihr außerhalb selbiger den Wunsch verspürt mich anzugreifen. Nunja... ich denke kaum, dass ihr dies schaffen werdet, Seine Macht ist stark in mir.
Es wird das Erste sein was mich morgens begleitet und das Letzte wenn ich abends zu Bett gehe.
Euer Zorn, den ihr euch nicht eingestehen wollt behindert euch in eurem ganzen Tun. Ich wusste ja nicht, dass es so in euren Gedanken manifestiert ist ich denke es bezieht sich auf mich als Diener des Herrn und nicht auf meine Person?
Überraschung.

Er lachte als er die Stufen hinaufging, ihrer Antwort gedachte und ihr den Rücken zukehrte. Eigentlich sollte er sie im Keller einsperren, doch damit würde er ihre mühsam aufrecht gehaltene Selbstbeherrschung wohl schlussendlich zusammenbrechen sehen.
Er legte den Kellerschlüssel auf den Tisch, nahm die Bücher von ihr entgegen und den Hut des Hüters der Bibliothek. Kurz wanderte sein Blick dabei zu der feinen Narbe an ihrem rechten Arm. Ja, er war gespannt wie es weiter gehen würde.
Dass sie sich nicht an seine Anweisung halten würde keine Spaziergänge mehr nach Lameriast zu unternehmen, nunja auch das war ihm klar. Das Weib machte ja nie was er ihr sagte!

Seinen Segen mit euch und möge er seine schützende Pranke über euch halten.
Hoffentlich tut er das nicht.
Aber Lilian, Er hat mich euch heilen lassen, schon vergessen?

Lachend ging er hinaus und lies sie mit der gewonnen Erkenntnis allein zurück.


Die Wunde war geheilt, eine feine Narbe blieb auf dem rechten Arm zurück. Dennoch würde die Wunde schmerzen wie eine unbehandelte offene Wunde und zwar so lange bis sie auf natürlichem Wege geheilt wäre. Sollte sie Schmerzmittel einsetzen, wird dies etwas gelindert werden können. Nur leicht würde sie diese Wunde einschränken, sie aber erinnern was geschehen war in diesem Keller.
Zuletzt geändert von Gast am Montag 10. September 2012, 09:35, insgesamt 3-mal geändert.
Gast

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Eine kleine Drehung, das weiche Fell kitzelte in der Nase, ein stechender Schmerz im Arm.
Mit einem Male war sie wieder schlagartig wach und setzte sich auf.
Die kühlen Fingerspitzen fuhren langsam die helle feine Linie am Unterarm entlang, zischend zog sie die Luft ein.
Während der Blick noch auf ihrem Arm weilte, vernahm sie eine vertraute Stimme, die ein warmes Lächeln auf ihre Lippen zauberte:
'Bei eurem Talent, solltet ihr als erstes die Selbstheilung lernen.
Sie hinterlässt keinerlei Narben. …‘

Ein Tiefer Seufzer entfuhr ihr bei der Erinnerung.
Sie hätte eindeutig bei der Wahl der Talente wählerischer sein sollen, aber dafür war es jetzt wohl zu spät. Ein bitteres Lächeln, dann erfolgte ein tiefer Atemzug und sie bemühte sich um Konzentration.
Die eigene Melodie kennen…
Der erneute Schmerz riss sie sogleich wieder aus der Ruhe und mit einem weiteren Schnauben, drückte sie sich aus dem Fell nach oben. Eine Bewegung die sie sehr schnell bereute.
‚Dieser verfluchte…. Dreckige…‘
Das laute Fluchen hatte mittlerweile auch die letzten Bewohner in ihrer näheren Umgebung aufgeschreckt, protestierendes Gackern aus dem einen Raum, ein tiefes Quaken aus dem Anderen. Kopfschüttelnd verließ sie die Dunkelheit, hier würde sie doch keine Ruhe mehr finden.
Oben ließ sie sich in der Nähe des Knisternden Kamins nieder.
Zwei tiefe Atemzüge, die Augen schließend. Ein neuer Versuch.
Langsam tauchte sie in eine völlige andere Welt ein, dort waren die aggressiven Töne des Feuers..
Eine leichte Bewegung des Armes ließ sie wieder aus den Gedanken aufschrecken. So wurde das nichts, sie brauchte etwas beruhigendes.. Einen Tee! Der würde beruhigen, ganz gewiss.
Flink war sie wieder auf den müden Füßen unterwegs durch die Räumlichkeiten, während der Zubereitung schweiften ihre Gedanken wirr durch die letzten Tage, über Berichte ..
‚…höchstens einen Mondlauf..‘
hin zu stagnierenden Projekten ‚..es gibt kein passendes Gelände..‘ hinüber zu den Schülern
‚..der Canis Tartari..‘.
Kopfschüttelnd rieselten die Kräuter im Glas zu Boden.
Kurz darauf folgte das heiße, dampfende Wasser. Den Kopf an die kühle Mauer gelegt, das Glas in den Händen bemühte sie sich um einen weiteren Versuch.
Völlig ruhig verharrte sie an dem kühlenden Mauerwerk.
‚Es kühlt langsam ab Lilian.‘
Ein tiefer Atemzug.
Konzentrier dich verdammt noch mal!
Ein leises Knistern aus der Richtung des Kamins, etwas weiter entfernt die Geräusche der Tiere aus dem kleinen Gatter. Ein Rascheln ließ sie erneut aufschrecken, erschrocken sah sie sich um.
‚Wer ist da?!?‘
Hörte sie ihre eigene Stimme durch die scheinbar leeren Räumlichkeiten hallen.
Hatte sie sich das eingebildet?!? Nein. Hier war etwa gewesen.
‚Wo versteckst du dich, du Bastard?‘
Heiße Wut stieg langsam in ihr auf, er würde es doch nicht wagen sich schon wieder hier herum zu treiben?!?
Und da war es wieder, dieses leise Rascheln, was sie aufschrecken und herum wirbeln ließ.
Heißes Wasser rann über den Rand des Glases auf die blauen Teppichflusen.
Sie würde ihn erwischen und wenn es das Letzte wäre, was sie tun würde…. Und er hätte noch nicht einmal die Zeit es zu bereuen.
Ein freudloses Lächeln, während sie die Richtung im Auge behielt aus der zuletzt das Geräusch ertönte, es war ganz leicht, sie musste das Gefühl, dass gerade in ihr aufgestiegen war nur als Fokus verwenden. Sie brauchte noch nicht einmal zu suchen..
Ein Kinderspiel!
Sie nahm die Hitze welche sich vor ihr ausbreitete kaum wahr, der kleine tänzelnde Feuerball, lodernder Flammen welcher frei schwebend vor ihr einen kleinen Tanz vollführte.
Aber für dieses Schauspiel hatte sie selbst kein Blick, statt dessen folge sie langsam gleich einer schleichenden Katze auf Samtpfoten der Herkunft des Geräusches.
Kaum war sie im Nebenraum verschwunden, huschte wie gehetzt ein beige farbenes Tier, gepaart mit gelben funkelenden Katzenaugen aus dem Raum.
Im Raum selbst ist ein Knall zu hören, mehrere Schläge und lautes Klirren als etwas zu Bruch geht.
Sie selbst stand in einem Blätterregen aus Pergamenten, wild vor sich hin fluchend.
Hätte sie doch beinahe Artemis um die Ecke gebracht..
Völlig aufgebrachte machte sie sich daran die Scherben aufzusammeln, immer noch gefangen in lodernder Wut.
Der metallisch süße Geruch ließ sie die Schimpftirade abebben und sie sank im vollendeten Chaos des Raumes zu Boden.
Direkt vor ihr eine halb angesengte Seite Pergamentes…:


,Kleine Marionette

Ich zieh am linken Faden
und Du hebst flink Dein Bein.
Zerr an Deinen Waden,
finde es drollig und fein.

Ich zupft am rechten Band,
nun ist Dein Kopf geneigt.
Find mich dabei noch Galant,
Mächtig - ich hab es Dir gezeigt.

Kleine Marionette

was bin ich doch Mächtig und gut,
ich beherrsch Dein Holz mit Händen.
Doch an den Fäden klebt mein Blut,
werd Dich als Kaminfutter verwenden.

Oh ja ich bin wirklich Machtvoll.
sprach der Narr und brach sich
selber das Genick!

Und die Moral an die ich denke,
wenn ich Narren Worte schenke?
Fäden schenkt Dir das Leben,
Seile muss man selbst draus weben.

Denn ehe man sich umgedreht,
hat man sich einen Strick gedreht
und ....

...knacks

...zu spät!‘
Zuletzt geändert von Gast am Montag 10. September 2012, 15:09, insgesamt 2-mal geändert.
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27. Searum 255

Zuviel war geschehen in den vergangenen Tagen, und so genoss er die Ruhe und Stille wenn er sich zurückziehen konnte und seinen Gedanken nachhing. Es wurde immer komplexer das Netz dessen Fäden er zu weben begonnen hatte. Er musste Yxul Recht geben, damals hatte er es nicht geglaubt und doch sah er es nun nur allzu deutlich vor sich. Es war nicht von Belang für ihn wie Andere nach Seiner Gunst strebten es war wichtig, dass er die Anderen überflügelte und somit in seinem Tun nicht nachließ. Gerade jetzt wo er jemand benötigte, der ihm neue Wege offenbarte, war er allein und er wusste nicht, wann er den Hauptmann wiedersehen würde.
Fast musste er schmunzeln, als er seine Gläubigen als seine Schäfchen bezeichnete, natürlich nicht offen, sondern eher nur für sich. Jedes für sich individuell und etwas besonderes, alle unterschiedlich im Streben nach Seiner Gunst und dennoch gemeinsam waren sie stark und ergänzten sich, achteten darauf die Schwächen des Anderen umzuwandeln und abzuändern. Trotz all dieser Menschen, wurde er sich schmerzlich bewusst, dass er eigentlich allein war und weiterhin eine Maske trug. Doch ist es nicht so, dass eigentlich Alle die er kannte auf die ein oder andere Art Masken trugen? Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, an dem es nicht mehr möglich ist sie abzunehmen, ohne dabei ein Stück unserer Haut mit abzutrennen.
Er musste vieles noch vorbereiten, dass Treffen mit Lyss, der Rabendiener, der Besuch in Berchgard und nicht zu vergessen die Vorbereitung zur Prüfung von Frau Virr. Eines hatte er gelernt, wenn man will dass es anständig gemacht wird macht man es am besten selbst. Auf seinem Schreibtisch lies er zwei Bücher offen liegen, einmal ein Buch über die Rabendiener und die Lehren Kra'thors und das andere war ein Buch über die Schattenkünste.
Doch genug der Gedanken, er musste hinunter zum Dunkelhof eine Messe durchführen unten hantierte sie herum, er unterhielt sich kurz mit ihr, der Ablauf für die kommenden Tage wurde festgelegt, ehe er aufbrach.

Der Festplatz und das Podest waren feierlich geschmückt und man hatte sich alle Mühe gegeben, zufrieden sah er sich um, begrüßte Gabriella und Menos zuerst, dann die Anderen. Viele der Prätorianer waren schon anwesend und so konnte die Messe als alle anwesend waren beginnen.
So trat er vor, die Stimme fest und begann mit der Segnung des Hofes...

„Die Anfänge gehen auf das Lied der Göttin Eluive zurück, die dadurch aus dem Nichts eine Welt
formte und mit allerlei Flüssen, Gebirgen, Pflanzen und Tieren, schließlich sogar mit den
Menschen versehen hat.
Doch bestand die Welt nur aus Chaos und Unordnung, denn durch das Lied allein konnte zwar
geschaffen, doch nicht gelenkt oder geordnet werden.
So sollte diese Welt, ein wilder Haufen, wo die Menschen unablässig gegen gefährliche Tiere
und Katastrophen der Natur zu kämpfen hatte, geordnet werden.
Den Überflutungen, Erdbeben und Vulkanausbrüchen der jungen Welt sollte Einhalt geboten
werden, die wilden Tiere hingegen sollten besänftigt werden, auf dass der Mensch zu dem
heranwachse, wozu er seit je her bestimmt gewesen war, zum Herrscher über Tiere und
Pflanzen der Welt, denn von allem, was auf der Welt weilte, war der Mensch das Höchste
und Größte
So bedeutend dies Ziel auch war, so wenig konnte Eluive dafür tun, war sie doch nicht
in der Lage, zu leiten und zu lenken, wusste sie doch nicht, wie sie mit dem von ihr
Geschaffenen auf die rechte Weise verfahren sollte.
So kam es, dass sie zwei Kinder gebar: Getares, einem Vogel ähnlich und Alatar, in
Panthergestalt. Getares als der ältere Bruder sollte sich um die Menschen kümmern und Alatar,
als der Jüngere um die Tiere und Pflanzen.
Schon als Eluive sich nach Nilzadan begab um ihren zweiten Sohn zu gebähren hatte sie
ihm durch seinen Namen einen Auftrag erteilt. Dieser Name war Alatar, Freier Gedanke.
Die Fähigkeit seinen Geist frei streifen zu lassen, über seine Aufgabe hinaus zu denken
führte ihn zu wirklicher Weisheit, eine Gabe die sein Bruder niemals besitzen würde.
Nach wenigen Götterjahren merkte Alatar, dass seine Kräfte mit seiner Aufgabe niemals
ausgenutzt sein würden. So machte er sich daran neben den Tieren auch die Menschen zu fördern.
Seine Geschenke an die Menschen war die Möglichkeit über ihr hier und jetzt hinaus
die Gedanken schweifen zu lassen, so erhielten auch sie die Gaben der Weisheit
und der Fortentwicklung.“

Die Panther an seiner Seite wurden unruhiger während er sprach und dunkelrote Augen musterten die Anwesenden prüfend, fast war es so als versuchten sie tief in ihr Innerstes zu blicken. Er Hob die Hände an und sprach den Segen, über den Hof, die Bewohner die Felder und das Vieh...

„Wenn ihr nun den Geboten des Allmächtigen gehorcht, auf daß ihr haltet und befolgt
alle seine Gebote, die ich euch heute gebiete, so wird der Allmächtige seine schützende
Pranke über euch, euren Hof und die Tiere halten.
Weil ihr der Stimme des Allmächtigen gehorsam seid, werden über euch kommen und
euch zuteil werden alle diese Segnungen:

Gesegnet werdet ihr sein in der heiligen Stadt, gesegnet werdet ihr sein auf eurem Acker.
Gesegnet wird sein der Ertrag eures Ackers und die Jungtiere eures Viehs.

Die Garde wird euch schützen in der Stadt und die Prätorianer, werden euch Gläubige
schützen und eure Feinde, die sich gegen euch erheben, vor euren Augen erschlagen.

Der Allmächtige wird gebieten dem Segen und wird euch segnen in dem
Land, das euch der Allmächtige gegeben hat.

Dies alles wird Bestand haben so lange ihr die Gebote des Allmächtigen
befolgt und auf Seinem Wege wandelt.

Wenn ihr aber nicht gehorchen werdet Seiner Stimme und Geboten,
so wird das Land verdorren, euer Vieh verenden und der Ertrag eures
Ackers euch niemals ernähren können.

Der Allmächtige wird machen, daß ihr Überfluss haben werdet,
an Jungtieren eures Viehs und an Ertrag eures Ackers.

Der Allmächtige wird eurem Land Regen geben zur rechten Zeit
und das Er segne alles Schaffen eurer Hände.

Ihr werdet nicht abweichen von all den Worten,
die ich euch heute Gebiete...

Doch all Sein Tun geschieht nicht zum Wohle des Einzelnen,
sondern um mit dem Überschuss das gesamte Reich zu unterstützen und zu stärken!

All dies geschieht, um Sein Ziel zu erreichen und bald ist der
Tag nahe an dem Er hinabfahren wird wie es in der Prophezeiung
verkündet wird, um Seine Herrschaft in unserer Welt anzutreten!“


Inzwischen war die Dunkelheit über das Land gezogen, die vielen Feuer flackerten unruhig und bildete gespenstische umher zuckende Schatten von bizarrer Form und Größe. Langsam schritt er die Stufen hinab und berührte einen der Panther an der Schulter. Seine Hand spürte die Hitze die von dieser Raubkatze ausging, das seidige Fell, die Kraft der Muskeln, die ihr inne wohnte und das leise Zittern ob in Erwartung des Kommenden, die zuckende Schwanzspitze. Gemeinsam mit dem mächtigen Tier ging er hinauf zu dem Opferstier. Oben angekommen drehten sich die beiden anderen Panther mit um und bewegten sich geschmeidig auf den Stier zu, ehe sie ihn gemeinsam angriffen und zu Boden warfen, ihn zerfetzend. Das Blut des Stiers tränkte den Boden, lief die Treppe hinab, wurde von seinem Robensaum etwas aufgesogen und wie ein lebendiges Wesen suchte es sich seinen Weg hinab zu den Gläubigen. Berührte sie erfüllte sie mit Seiner Essenz. Die Raubkatzen sammelten sich um ihn und er legte seine Hände auf ihre Schultern, während er schwer atmend zusah was geschah. Die Luft war geschwängert von Blut und Seiner Anwesenheit und Althan spürte wie er sich veränderte was das Blut bei ihm auslöste. Er sah wie sich Pflanzen veränderten, wuchsen und beinahe grotesk wirkten, er sah wie das Blut die Gläubigen berührte, ihre Füße umspielte und von den Rüstungen scheinbar aufgenommen wurde.
Als das gesamte Blut verschwunden war hob er erneut die Hände und sprach den Abschlusssegen.

„Der Allmächtige segne Euch, möge er den Eifer in eurem Innern entfachen,
um ein Gefäß seiner Macht zu werden und sie aufzunehmen.

Der Allmächtige sieht auf euch, und am Ende eurer Tage wird er über euch richten
ob ihr einziehen dürft in Nileth Azur oder dem Seelenfresser Kra'thor gehören werdet.

So geht hinaus in die Welt und verkündet seine Gebote, bekehrt die die nicht danach
leben und richtet über die die nicht fähig sind zu verstehen.

Der Allmächtige will es!“

Laut erwiderten die Anwesen seine letzten Worte, die einem Schlachtruf gleich von ihm aus ruhig bis nach Adoran zu hören sein sollte! „Heil, Alatar!“ und „Der Allmächtige will es!“

Die Segnung war vorüber, nun konnte das Fest beginnen!
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 27. September 2012, 23:54, insgesamt 3-mal geändert.
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08. Goldblatt 255

In ihm loderte immer noch der helle Zorn als er in dieser Nacht den Weg vom Anwesen Gabriella Mittgensteins zur Kutschstation schritt. Sein Kopf brummte und sein Körper fühlte sich an als habe er ziemlich heftige Bekanntschaft mit einem oder zwei Pferde gemacht, von den Reitern darauf nichtmal zu sprechen!
Er war immer noch wütend, dass er sich von den Beiden wie ein Hase jagen lassen musste, dennoch gelang es ihm währenddessen auf ihren Wortführer zu halten und Wellen des Zorns in seinen alternden Leib zu jagen. Den anderen Kerl der Weißberobten, er glaubte das Gesicht erkannt zu haben und sich zu erinnern schon einmal mit ihm die Klinge gekreutz zu haben, hatte er aus den Augen verloren und er konnte nicht sagen, ob er überlebte oder fiel da er mit diesen beiden Berittenen zu kämpfen hatte.
Nein, er würde einfach weiter gehen einen Schritt vor den Anderen setzend. Es hatte ihn schon schlimmer erwischt, heute hatte er nur eine Kopfwunde die zwar sein Haupt wie eine Glocke zur Messe dröhnen lies, aber auch das würde er überleben. Noch bevor er Menos, der ebenfalls von einer Begegnung mit einem der Temoraketzer vor wenigen Tagen berichten konnte, zu Gabriella begleitet hatte hatte er die Wunde mit einem Gebet an den Allmächtigen gereinigt und verschlossen. Dies hatte ihn unnötig Kraft gekostet, doch er tat dies lieber selbst bevor er in die Hände einer Heilerin fiel. Nicht, dass er damit einer gründlichen Inspizierung von Frau Demarkes entgehen konnte, wie konnte er so etwas auch nur hoffen, es wurde betastet und angesehen ehe er ein blutiges Steak in die Hand gedrückt bekam.
Welch trauriges Ende für das schöne Stück Fleisch, mitteldurch mit Bratkartoffeln wäre es ihm lieber gewesen!

Dass seine Schritte heute nicht mehr so schwungvoll waren wie sonst war verständlich, seine verkrampften Muskeln schmerzten, ebenso wie die Prellungen durch den verfluchten Ketzergaul! Finsteren Blickes stieg er in die Kutsche, oh ja... er hatte sich alle Gesichter gemerkt die heute dabei gewesen waren und er würde diese Rechnung begleichen mit Einem nach dem Anderen Stück für Stück, er lächelte düster bei dem Gedanken.
Er lehnte sich zurück und versuchte etwas die Augen zu schließen, lies es dann aber dennoch sein. Ihm schwindelte und die Kopfschmerzen kehrten durch das Schwanken noch verstärkt zurück. Also richtete er seinen Blick hinaus durchs Fenster auf einen Punkt am Horizont, die erhabene Stadt Rahal.

Der geschätzte Ala'thraxor Tluth wollte dass er das Gespräch mit den Ketzern vom Orden der Temora führte. Er kam dem nach und wandte sich an den Wortführer, einem Mann der schon die Blüte seiner Jugend weit überschritten zu haben schien, was ihn aber nicht weniger gefährlich machte, mit dem Alter kam die Erfahrung und Althan hatte nicht vor ihn zu unterschätzen!
Fast hätte er diese verfluchten Ketzer vom Temoraorden soweit gehabt, dass sie Rahaler in Bajard angegriffen hätten, was wäre es für ein genialer Schachzug geworden! Propaganda für das Reich durch eine unbedachte Handlung des Temoraordens!
Während die Rahaler sich an die Gesetze hielten und zeigten, dass sie keinen Streit suchten, statt dessen lieber die Ordensbrüder als Unruhestifter dastehen lassen. Innerlich hatte er schon triumphiert, dass sie ihm so leicht auf den Leim zu gehen schienen. Garun ahnte vielleicht was er vorhatte, doch nachdem Ahad Swynedd ihn zurückpfiff konnte er nur innerlich laut aufbrüllen, sah sie nicht was er gerade tat?! Innerlich kochte er als er ihre Worte vernahm. Ein Kampf vor Bajard? Wo man anstatt fünf der Gegner nun das Doppelte erwarten konnte? Wütend funkelte er sie an, doch er gehorchte.
So zerstoben sich seine Hoffnungen durch ihn mit Rahalern die Mitglieder vom Temoraorden in Misskredit zu bringen durch eine Rahalerin selbst. Am liebsten hätte er über diese Ironie lauthals gelacht.
Die Kutsche war am Ziel angelangt...

Schweigens schritt er durch die dunklen Gassen Rahals, dann nahm er den kleinen Korb von Gabriella hervor und stellte auf seine Haustürentreppe dieses widerliche Letharengesöff und begoss seinen Gruselkürbis mit einem blumig duftenden Rosenöl. So, das würde ihn vor Frass durch Letharen gewiss schützen, wenn die Letharen mehr von dem Gesöff wollten würde er ihnen sagen woher sie es bekommen können. Allein wie er sich deren blauen verdutzten Gesichter dabei vorstellte entschädigte es ihn für den ganzen schlimmen Abend!

Mit einem ächzenden Laut schälte er sich aus seiner Rüstung, wo ihm nun die hilfreichen Hände einer Frau wirklich genehm gewesen wären. Es dauerte länger als sonst sich zu entkleiden und zu waschen. Doch das kühle Wasser vertrieb etwas den Schmerz in seinem Schädel, er blinzelte und besah sich die feine Narbe die sich von der rechten Seite seines Haaransatzes bis zur Hälfte der Schläfe zog. Nachdenklich zog er sie nach und betastete das noch geschwollene Fleisch.
Dann verschwamm das Spiegelbild als er mit seinen Händen ins Wasser tauchte und erneut sich das Gesicht wusch, die Bewegungen langsamer nun ausführend da er in immer kürzeren Abständen Sterne sah.
In seinem Haus war es still, sehr still irgendwie vermisste er etwas ohne es genau beschreiben zu können. Arion war öfters wieder in der Hagburg oder bei Cara auch wenn er ihn in Rahal unterrichtete. So sehr ihn seine Haushälterin manchmal mit ihrem summen und wirren Plappern auf den Nerv ging, an solch einem Tag fehlte ihm einfach ein hübsches Gesicht, ihr Gesicht.
Mit einem Seufzen öffnete er den Käfig und lies Askavi frei, sie würde wie jede Nacht über seinen Schlaf wachen. Gedankenverloren strich er der jungen Pantherin über das schwarze Haupt, ja bald würde sie ausgewachsen sein und ihn auf der Jagt begleiten können.
Er zog sich eine schlichte Robe über und ging barfuß hinunter in das Gewölbe seines Hauses.

Am nächsten Tag, in früher Morgenstunde gibt er ein Schreiben an seine Heiligkeit ab...
Zuletzt geändert von Gast am Montag 8. Oktober 2012, 10:57, insgesamt 4-mal geändert.
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Messe mit Ketzeropfer für Alatar (FSK 18)

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15. Goldblatt 255

Die Nacht senkte sich über Rahal, der heiligen Stadt und Herz des heiligen rahalischen Reiches hinab. An diesem Abend schienen viele ihren Weg in den Tempel zu finden. Gerüchte hatten ihre Runde gemacht, dass es gelungen war einen Ketzer, angeblich einen Anhänger der Temora zu fangen und zu verhören. Zuviel war in der Vergangenheit schon geschehen, um nun nicht einmal deutlich zu zeigen, dass es genug war was die Ketzer trieben. Erst der Kampf vor Bajard mit dem Orden der Temora am Markttag in Bajard, dann der Besuch von Mitglieder des Adoraner Regimentes am Dunkelhof und schlussendlich der Versuch die Angurenfestung in Schutt und Asche zu legen. Ein deutliches Zeichen galt es zu setzen, um die Herzen der Gläubigen zu entflammen und mit flammenden Zorn erneut hell auflodern zu lassen.
Ein Mann lag in Ketten gelegt auf dem großen Steintisch vor dem Altar, daneben ein weißes Buch auf dem „Die Kinder der Temora“ stand und eine große Feuerschale in der in einem dunkelroten Schimmer die Kohlen glühten.
Diesmal trug der Vicarius nicht nur die Robe wie zu solch feierlichen Anlass, nein er war gerüstet wie für eine Schlacht, mit allem was dazugehörte. So hob er seine Stimme als sich die Reihen füllten und langsam Ruhe einkehrte und sprach laut und deutlich zu den Gläubigen.

„Seht in das wahre Gesicht, derjenige die meinen nach außen hin ehrenwert,
gerecht und mitfühlend zu tun.
Oft genug kann man sie beobachten wie sie sich selbst beweihräuchern
im Namen ihrer falschen Götter.
Wo sie meinen nach deren vorgegebenen Tugenden zu leben, zu handeln
und zu wandeln.“


Er hält inne und sein Blick schweift über die Anwesenden seine Worte wirken lassend. Prüfend sah er in jedes der Gesichter um seinen Mund bildete sich ein entschlossener Zug.

„Doch ich sage euch, dass ist nicht das wahre Gesicht das sie uns zeigen,
üble Heuchelei ist es, denn ihr wahres Gesicht ist meist grausamer als das
zu dem wir offen stehen.“


Mit einer langsamen Bewegung zieht er den Opferdolch aus der Scheide und matt dunkelrot wirkt
die Klinge, als sich der Schein der brennenden Fackeln darauf spiegelt. Er deutet damit auf das Buch, welches vor ihm liegt.

„Ihre Bücher sind voller Ungereimtheiten, geschrieben und hochgehalten von
ihren lügnerischen Priestern die mit ihrer Zunge den Geist vergiften und
benebeln.
Dreist wagen sich die Ketzer an die Grenzen unserer heiligen Lande vor.
Töteten die Unsrigen, verschleppten oder nahmen sie gar gefangen!“


Seine Worte sind eindringlich voller flammender Zorn mit denen er die Massen versucht mitzureißen. Mahnend hebt er das Buch in die Höhe, damit es alle sehen können.

„Wenn Ihr ihnen dies gestattet, noch viel länger damit fortzufahren,
werden sie eines Tages auch vor den Toren eures Heimes stehen
und erneut Forderungen stellen... ich sage Euch, lass sie nur kommen!
Denn ihr seid nicht allein! Der Alleine ist mit euch!
Seid bereit auf diesen Tag, wo wir mit reinigenden Worten und flammenden
Schwert über sie richten werden im Namen des Allmächtigen!
Deshalb ermahne ich euch, nein nicht ich, sondern der Allmächtige,
dass ein jeder sich diesen verblendeten Menschen in den Weg stellt
und sie bekehren oder richten möge!“


Das Buch wird neben der Feuerschale abgelegt und er sieht auf den Ketzer hinab. Schwach wirken seine Bewegungen, weis Alatar allein was er inzwischen schon durchgemacht haben wird. An ihm sind jedenfalls keine sichtbaren Verletzungen zu erkennen.

„Ich richte mich heute an die Anwesenden und verkündet es denen die abwesend
sind, es ist Sein Wille!“


Dann geht Althans Blick wieder langsam nach oben und er sieht die Gläubigen an während er seine Stimme nun laut erheben wird den Dolch in der Hand haltend und langsam seine Hände seitlich und sichtbar nach oben hebt. Etwa auf seiner Schulterhöhe verharrt er in dieser Haltung. Ein harter Zug ist um seinen Mund zu erkennen und man wird sehen, dass er fanatisch an das glaubt was er dort vollzieht.

„Allmächtiger wir rufen Dich an, lasset uns Seine Streiter sein!

Lasse in uns den hellen Zorn auflodern gen die Ketzer.
Was wir tun muss getan werden, in Seinem Namen.
Wir alle wissen, dass es sein muss,
um den Ketzern Einhalt zu gebieten im Hier und Jetzt.

Wir führen einen Krieg, einen heiligen Krieg!
Wir sind auserwählt Sein Ziel in dieser Welt zu erreichen.
All dies tun wir für Ihn, in Seinem Namen!
So lasset uns den Ketzern entgegentreten,
um glorreich für Ihn zu streiten!“

Noch während er spricht senkt sich der Dolch hinab und er zieht ihn an der linken Halsschlagader des Opfers hindurch. Helles Blut sprudelt hervor, als die scharfe Klinge durch Haut, Muskeln und Gewebe fährt. Im Todeskampf stemmt sich das Opfer gen die Ketten. Er hebt die nun sattrote Klinge an und ruft laut in die Menge.

„Für den Allmächtigen, für Seine Ziele!
So erhebt euch Gläubige in Seinem Namen!
Erzittern werden die Feinde, wenn sie heimgesucht werden.
Sie sollen bluten, vor Schmerzen sich winden
und im Staube vor Ihm kriechen, wenn sie Ihn verleugnen.“
Sie sollen alle gerichtet werden!“


Vor den Augen aller hebt er den Dolch an und eröffnet den leblosen Körper, seine sicheren bewegungen lassen erkennen, dass er solches schon öfters getan haben wird. Schlussendlich greift er hinein und holt das Herz des Opfers hervor. Hoch hält er das faustgroße Organ und das Blut läuft ihm dabei über die Hand und seinen Arm.

„Allmächtiger, erhöre unsere Gebete.
Voller Ehrfurcht rufen wir dich an,
denn wir streiten in Deinem Namen.

Allmächtiger, welch Macht verleihst Du uns!
Voller Ehrfurcht senken wir das Haupt
und beugen unser Knie!
Nimm das Opfer wohlwollend an.“

Er greift mit der linken Hand nach dem Buch und legt es in die Feuerschale. Als es langsam zu schwelen beginnt und der Rauch kräuselnd aufsteigen wird legt er das Herz oben auf und sieht mit einem seltsamen Glanz in seinen Augen zu wie die Gaben in dem Feuer langsam begonnen werden zu verzehren. Dann wendet er sich den Anwesenden erneut zu, diesmal den Alleinen direkt ansprechend.

„Ein neues Zeitalter wird anbrechen,
wenn Du hinabfährst auf diese Welt.

Dein Reich wird hier entstehen und
alles wird getan, um dies geschehen zu lassen.

Unsere Macht wird durch Dich endlos sein.
So folgen wir Deinem großen Ziel.

Dazu braucht es Mut und unermüdlicher Eifer.
So wirst du mit Wohlwollen auf uns hinab sehen
und so segne unser Tun!“

So trat er vor in den Mittelgang, wandte sich um und hob die Arme gen Altar. Dann sprach er mit tiefer und dunkler Stimme den Abschlußsegen des Alleinen über die Anwesenden.

„Der Allmächtige segne Euch, möge er den Eifer
in eurem Innern entfachen,
um ein Gefäß seiner Macht zu werden und sie aufzunehmen.

Der Allmächtige sieht auf euch, und am Ende eurer
Tage wird er über euch richten ob ihr einziehen dürft
in Nileth Azur oder dem Seelenfresser Kra'thor gehören werdet.

So geht hinaus in die Welt und verkündet seine Gebote,
bekehrt die die nicht danach leben und richtet über die,
die nicht fähig sind zu verstehen.

Der Allmächtige will es!“


Er hatte ein jedes Gesicht mindestens einmal genau beobachtet während der gesamten Messe und die unterschiedlichsten Emotionen wie in einem offenen Buch auf den Gesichter ablesen können. Die Zeit wird zeigen was sich daraus entwickelt würde...
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 19. Oktober 2012, 20:10, insgesamt 3-mal geändert.
Gast

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25. Goldblatt 255

Ein Räuber wurde gefangen genommen und ins Axorn geschafft, ein Ritual abgehalten und Fragen fanden Antworten. Althan konnte jetzt nicht schlafen gehen sondern musste nachdenken, kurz hatte er bei seinem Hause vorbeigesehen, doch da erhellte keine Kerze die Räume.
So wendete er das Pferd um und verlies die Stadt.

Althan war ein wenig außer Atem als er die schmale Furt im Walde erreichte er war lange und hart geritten in dieser Nacht, als er seinem Pferd die Zügel schießen lies und gen Norden jagte. Einst war dies das Reich der Zweiköpfe gewesen, doch nach ihrer Vertreibung hatte sich der Platz mehr und mehr in einen friedlichen Ort verwandelt. Dunkelheit umgab ihn eine Dunkelheit und einen Ruhe die er zu schätzen wusste, Rahal glich zur Zeit einem Hexenkessel.
Der Wald schwieg, so schien es. Ein sachter Wind strich durch die Blätter vermischend mit den Geräuschen der Nacht eine fast beruhigende Melodie. Uralte Felsen, Bäume, die vor seiner Zeit hier gestanden haben und wohl noch nach ihm viele Jahrzehnte den Hort des Friedens innehalten würden. Doch nicht in ihm, nicht in seinem Inneren, dort loderte ein Feuer was ihn vorwärtsdrängte und er machmal sogar das Gefühl hatte an Seiner Macht nicht nur zu nähren sonder auch sich zu verbrennen und zu Asche zu verglühen, so hell meinte er manchmal Seinen Zorn in sich zu spüren.
Er zitterte am ganzen Leib und es war nicht ob der leichten Brise welche durch seine Robe fuhr. Was soll er als Nächstes tun? Seine Sinne waren geschärft. Er war ruhelos geworden, die Pflichten hatten ihn seine Zeit mehr und mehr diktiert, er hatte nach ihr suchen wollen, er war in Bajard gewesen, doch sie war nicht dort.
Er konnte die Gefahr fast schmecken, als er die eine Temoraanhängerin vor Bajard vertrieb und innerlich fluchte er, dass sie bald mit einem Trupp zurückkommen und er hier schleunigst verschwinden müsse. Vermisste er sie? Grollen befahl er seiner inneren Stimme zu schweigen auf den Boden kauernd starrte er den Weg hinauf gen Westen. Es dauerte eine Weile ehe seine Gestalt sich umwandete und in den Tiefen des Waldes verschwand.

Es war von jeher wie ein heiliges Ritual gewesen an dieser Stelle seinem Bedürfnis nach einem Bad nachzugeben. Weshalb er heute an diesen Ort ging? Wohl um sich zu reinigen abzuwaschen, all das was ihn berührt hatte an diesem Tag ein Ritual was mehr war, als nur eine einfache Reinigung hier fand er die Ruhe um nachzudenken.
Althan schloss die Augen und atmete langsam die feuchte Luft ein, ein wenig konnte er den Geschmack des Meeres kosten. Ein wenig den erdigen Geruch des Waldes fühlte seinen Herzschlag der hier so laut schien, wie an keinem anderen Orte. Lauschte den Geräuschen der wilden Tiere die in diesem Wald hausten. In dieser Nacht war er einer von ihnen. Er nahm sein Schild vom Rücken und stellte ihn an das nahe Ufer an einem Baum ebenso seine Waffe, dann legte er seine Rüstung ab. Ein erneutes Umblicken, ein Lauschen in der Dunkelheit, bevor er sich aufrichtete und zum Bach ging.
Eine Abkühlung schien ihm mehr als willkommen und die Strömung des Wassers zerrte an ihm als er in die kühlen Fluten schritt. Ein leises Plätschern war zu hören bevor wieder Stille einkehrte. Die eisige Kühle nahm ihm flüchtig den Atem, doch hieß er sie nur allzu gern an dem heutigen Tage willkommen.

Um seinen Mund bildete sich ein harter Zug als er sich erinnerte wie weit er mit seinen Plänen diese Ketzerin betreffend bisher nicht weiter gekommen war. Er spreizte seine rechte Hand, wo die Spuren des Bisses durch den Höllenhund als kleine Male zu sehen waren. Althan ballte sie zu einer Faust und schlug auf das Wasser, sie war entkommen, verflucht soll sie sein!
Doch wer Wind sät der wird Sturm ernten, das hatte er ihr prophezeit. Die Vorbereitungen waren soweit abgeschlossen und er musste sich in Geduld üben, denn schlussendlich sollte Lilian bei vollem Bewusstsein seines Tuns... lernen.
Doch nicht sie würde Gegenstand seiner Rache werden, nein... dafür hatte er sich jemand anderes ausgesucht. Ein düsteres Lächeln umspielte seine Lippen.

Er bildete mit seinen Händen eine Schale und füllte sie erneut mit dem kühlen Nass und wuscht sich damit durchs Gesicht, dann taucht er unter, um nach einer Ewigkeit wie es schien nach Luft schnappend aufzutauchen.
Wachsam sah er sich um ehe er langsam auf dem Bach stieg und zum Ufer ging. Er trocknete sich mit seinem Mantel ab und der herbstliche Wind schnitt in seine Haut, er streifte seine Robe über und lud seine Rüstung in die Packtaschen seines Pferdes.
So vieles zu beachten, zu berücksichtigen und zu bedenken.
Das Gespräch mit den Menekanern und deren Erwartungen, die Unterhaltung mit seiner Heiligkeit und dessen Wünsche, die Jagt nach den Mitgliedern des Ordens der Temora, die Suche nach Nia, die Suche nach dem Rabendiener, der Neyla angegriffen hatte und dann ja und dann sein nächstes Tun, etwas worauf er sich innerlich sogar freute. Die Falle war gestellt und alles vorbereitet, nun musste das Vögelchen nur noch dem Köder folgen und sie würde zuschnappen.
Althan zog sich die Stiefel an und wieder lauschte er in die Dunkelheit und sah sich sichernd um. Dann zog er sich in den Sattel und ritt den schmalen Pfad zurück gen Südwest. Dessen er gestern Nacht Zeuge gewesen war, ein Ritual der Diener Kra'thors um einen Verstorbenen zu befragen war beeindruckend gewesen. Ebenso wie die Antworten die L'ysstyrr und er dem Schädel entlocken konnten. Nun galt es abzuwarten.
Der Wald lichtete sich und er gab seinem Pferd die Sporen es nach Rahal lenkend.
Zuletzt geändert von Gast am Samstag 27. Oktober 2012, 01:40, insgesamt 3-mal geändert.
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02. Rabenmond 255

Markt in Düstersee, ihm schwirrte noch der Kopf von all dem was er heute gesehen und erlebt hatte. Die Schmerzen in seinem linken Rippenbogen ließen ihn diese Nacht keine Ruhe finden, doch der Umschlag den ihm Nia gemacht hatte schien zu wirken. Er musste sich bei Florentine bedanken, dass sie ihm doch noch den Quark dafür gereicht hatte, hatte er es Anfangs als Humbug angesehen war er nun bereit zuzugeben, dass er wirkte.

Er war wirklich wütend gewesen, als sie dort nach fast zwei Wochenumläufen summend auftauchte und sich wunderte warum er in gereizter Stimmung war. Nungut, die Verletzung und die Demütigung durch die Ketzer hatten ihren Teil dazu beigetragen, das leugnete er nicht. Doch, dass sie ihren Pflichten nicht nachkam, das tat ja nichts zur Sache, dass sie scheinbar krank gewesen war, sie hätte ihm ja schreiben können bevor er sich auf die Suche nach ihr machte.
Sein Blick wanderte zu der Schlafenden und er zog sie näher in seinen Arm, ja... ihm ging es deutlich besser wenn er sie in seiner Nähe wusste. Mit einer Bratpfanne gen die Ketzer wollte sie kämpfen, verrücktes Weib, doch er zollte ihrem Mut den sie an den Tag legte seinen Respekt. Wie sie Darkan an der Haustür angegangen hatte, wundervoll... seine Lippen verzogen sich zu einem Grinsen. Die fest umwickelten Bandagen um seinen Brustkorb ließen die Schmerzen nicht weniger werden, doch er wollte sich nicht mit irgendwelchen Tränken betäuben, er musste klar im Kopf sein.

Viele Gespräche waren an diesem Abend geführt worden und einiges hatte sich so geklärt, doch andere würden neue Aufgaben und Pflichten auftun. Nachdenklich lies er die Gesichter des Abends vor seinem inneren Auge passieren. Glaubensgespräche waren geführt worden und viele hatten den Stand am Tempel besucht, um die Schriften des Herrn zu erwerben, für ihre Knappen, für ihre eigenen Bibliothek oder auch um Anderen eine Freude damit zu machen. Die Einbände waren erlesen und er hatte bewusst keine schlichten Bücher gewählt, denn sie sollten ja etwas besonderes sein!

Später am Abend, keiner der Gardisten war mehr anwesend, kam Frau Demarkes auf ihn zu. Es ging um eine Händlerin die wohl von einem Rabendiener belästigt worden war, er hörte Frau Demarkes aufmerksam zu. Er hatte an diesem Abend nur einen Rabendiener gesehen und dieser war ihm wohl bekannt, er hatte ihn im Auftrag der Tetrarchin soweit es ging im Auge behalten.
Nia ging schon einmal vor nach Rahal und kurz sah er ihr nach, es würde noch etwas hinausgeschoben werden bis sie sich allein unterhalten konnten, aber heute wäre sein Haus nicht dunkel und leer wie die vergangenen Tage. Althan drehte sich um zu Florentine und er folgte ihr zu dem Stand.

Es ärgerte ihn nun zunehmen, dass Drakhon eine Händlerin hier in Düstersee bedroht hatte. Dort waren anwesend besagte Dame die sich als Leonie vorstellte, Frau Mareaux und ein ihm Unbekannter.
Immerhin konnte er bestätigen, dass der Rabendiener den Namen Drakhon führte und sich hier aufhalten dürfe, da er eine Ausnahmegenehmigung des Alkas besitze. Majalin hielt einen Beutel in der Hand, an dem etwas Blut haftete, nachdenklich nahm er diesen in Augenschein während er sich anhörte was geschehen war. Die Dame, Frau Leonie eine Schneiderin von der Insel La Cazeba, sei von besagtem Rabendiener schon einmal verwundet und gefoltert worden und heute hatte er ihr diesen blutverschmierten Beutel mit dem Versprechen vorbei gebracht, dass er nochmals auf sie zurückkommen wolle. In dem Beutel habe sich anscheinend schon einmal eine dornenverzierte Peitsche befunden, wie Frau Leonie ihm mitteilte.

Gut, kein Gardist weit und breit, drei Frauen und ein Mann vor ihm die wollten das etwas geschah. So kam er nicht umhin ihnen aufzuzeigen, dass er kein Gardist sei er sich aber alles anhören würde. Er erklärte ihr auch, dass sie keine Bürgerin Rahals sei, der erste Angriff des Rabendieners nicht auf Rahalischen Boden stattfand und sie allem Anschein nach auch keine Gläubige des Herrn wäre? Der Rabendiener hatte Leonie nicht einmal angerührt, nur eine Botschaft mit diesem Beutel hinterlassen, dass sie sich dabei nicht wohl fühlte konnte er nachvollziehen.
Seine Fragen muteten für Unwissende sonderbar an, doch er hatte einen Plan.
Er riet ihr die Gardisten über den Vorfall zu informieren, doch sagte er ihr auch, dass seine Vermutung nahe lag, dass nichts geschehen würde da keine Handhabe vorliege und es im Sande verlaufen könne.

So fasste Althan zusammen, dass es zu keinem Angriff gekommen war und der Rabendiener sich an die Gesetze des heiligen Reiches gehalten habe. Ein Gedanke hatte Gestalt angenommen und eindringlich mustere Althan Leonie, als er ihr seinen Vorschlag unterbreitete...

"Ihr konvertiert zum Glauben des Alleinen, werdet im Glauben unterrichtet. Folgt und lebt nach Seinen Geboten, um Sein Ziel auf dieser Welt zu erreichen. Dann als eine Gläubige, werde ich eure Seele vor diesem Rabendiener mit allem verteidigen was Er aufzubieten hat. Denn die Seelen der Gläubigen gehören Alatar und nicht seinem Diener Kra'thor. Überdenkt meine Worte ich werde die Erhabene über den Vorfall unterrichten.
Teilt mir dann mit wie ihr euch entschieden habt."


Er sah, dass Leonie sich fürchtete und er fragte sich, welche Furcht nun größer wäre, die Furcht vor dem Rabendiener und seinen Machenschaften, oder einzutauchen in das Mysterium um den Glauben zu Alatar. Er runzelte kurz die Stirn und fragte sich welchen Lügen sie glaubte, dass sie unsicher war Seinen Lehren zu folgen und anstatt stark weiterhin schwach zu sein.

Die Wahl liegt bei euch.. ich habe euch gesagt was ihr tun werdet damit ich ihn euch vom Hals halten kann.
Ich lasse die Zeit verstreichen die benötigt wird... und erwarte euch im Tempel, Fräulein Leonie.


Selbstverständlich gab es viele Wege einen Rabendiener loszuwerden, doch er hoffte, dass sie erkannte, dass sein Angebot ihr Drakhon ein für allemal vom Hals schaffen könnte...

Er würde in den kommenden Tagen die Erhabene aufsuchen.
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 2. November 2012, 12:30, insgesamt 3-mal geändert.
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11. Rabenmond 255

Er sollte nicht ohne Begleitung in Bajard auftauchen, jedenfalls nicht unter den Umständen die gerade herrschten, dennoch er musste sie endlich finden. Nicht nur dass er nun nach einer Mutter Ausschau halten solle, die ihr Balg vor dem Tempel abgestellt hatte, er für seine Begriffe hätte das kleine Leben kurz und schmerzlos beendet. Nur ein weiteres Weib was herangewachsen, einen Mann als ihren persönlichen Hampelmann benutzen würde und wird.
In ihm loderte der helle Zorn, als er aus der Kutsche ging und gen Bajard schritt. Wieder war sie verschwunden, seit einigen Tagen nicht aufgetaucht und er fragte sich was nun wieder geschehen war, ein erneutes Fieber was sie aufhielt, ihre Eltern die ihre Tochter sehen wollten oder die Unsicherheit vor was, ja was? Unstet ging der Blick über die Fischerhäuser und er vergrub die Hände, die er inzwischen zu Fäusten geballt hatte tief in die Ärmel seiner Robe und versuchte sich zu sammeln. Er hatte sie nicht einmal zu seiner Hure gemacht, nein entgegengesetzt zu seinen ehemaligen Vorstellung, dass man sich nahm was man wollte hatte er sie sogar mit einem gewissen Anstand und Respekt behandelt, ein weitere dämlicher Fehler der sich anfügte an einer Reihe vieler. Bildung, Wissen, die gemeinsamen Gespräche ein leises Grollen kam über seine Lippen, als er sich an das Gespräch mit Lucien erinnerte, dieser zwar hackedicht, doch seine Worte so klar das sie sich für immer in Althans Gedächtnis eingebrannt hatten. „Irgendwer verarscht dich bestimmt...“, lallende Worte eine betrunkenen Gauklers und dennoch so wahr, dass er sich fragte wie er nur so blind hatte sein können. Diese Frau war Lucien nicht bekannt in Bajard und er kannte hier jeden.
Ein wütender Laut kam über seine Lippen und er sah auf die dunklen Schemen der Häuser, er würde sie hier nicht finden. Kalte graublaue Augen wurden zu schmalen Schlitzen als er sich abwandte und den matschigen Weg zurückging. Eisige Wut hüllte ihn ein und der hell lodernde Zorn in seinem Innern drohte ihn zu übermannen, schon wieder kam er sich dank eines Weibes wie ein Narr vor. Feiner kalter Nieselregen trübte etwas seine Sicht und die Feuchtigkeit zog langsam in seine Robe ein. Es war weit nach Mitternacht als er an seinem Hause ankam, keine Kerze brannte... um seinen Mund bildete sich ein harter Zug als er sich seiner Robe und der Rüstung entledigte. Hatte er etwas anderes erwartet, wenn er ehrlich war, nein.
Mit nacktem Oberkörper griff er nach der Peitsche und ging hinauf in die Bibliothek. Sie hatte für einen kurzen Augenblick einen anderen Menschen aus ihm gemacht, erneut war er verraten worden zuerst von seiner Verlobten und nun von einer Haushälterin aus Alatar weis woher. Es war vermessen gewesen, anzunehmen, dass etwas anderes ein kleiner Teil vielleicht der Frau und Kind gehörte, in seinem Leben Platz haben konnte außer dem Dienst am Herrn. Er betrat den kleinen Raum hinter der Bibliothek und ging dort vor dem Altar auf beide Knie.
Stumm bewegten sich seine Lippen als er zum Alleinen sein Gebet sprach und dann damit begann sich selbst zu strafen, für seine Vermessenheit, für seine Blindheit etwas zu wollen, was nicht vorhanden war und für seine Nachlässigkeit. Immer wieder klatschte die Peitsche auf seinen Rücken und hinterließ ihre Spur aus Rötungen, Striemen die aufplatzten und er spürte wie klebriges Blut hinab rann und seinen Rücken sich immer mehr in eine wunde schmerzende Masse verwandelte. Dennoch hörte er nicht auf, taub und stoisch schlug er weiter auf sich ein, bestrafte sich. Althans Blick war hasserfüllt, zornig und fast könnte man meinen er genoss diese Art von Schmerz die er hinnahm, taub werdend für das Brennen und das Feuer welches sich ausbreitete und seine Welt in einen Schleier aus roten glühenden Zorn verwandelte.
Irgendwann hielt er keuchend inne und sankt nach vorn, seine Stirn berührte den glatten Boden und er sank in sich zusammen sich in diesem Schmerz haltend, Strafe, Vermessenheit, Dummheit, Täuschung... Zorn, Zorn und nochmals Zorn. Wütend schlug er mit seiner geballten Faust immer wieder auf den Boden und über seine Lippen kam ein wütender Schrei der nicht mehr der eines Menschen war.
Sollte er sie finden würde er nicht eher ruhen bis er wusste wer ihre Auftraggeber waren und was sie dazu bewogen hatte dieses Spiel mit ihm zu treiben. Er musste seinen Zorn kontrollieren, sonst würde es ihn verbrennen und er durfte Sein Ziel nicht aus den Augen verlieren. Stöhnend schloss er die Augen und rief Ihn erneut an, die Wunden auf seinem Rücken würden ihn an der Ausübung seiner Pflicht behindern. Unter erneuten Schmerzen schlossen sie sich mit der Macht des Alleinen und diesmal hielt er seinen Zorn nicht zurück, erneut brüllte er sie laut hinaus. Zorn, Hass, Hass und Zorn alles wirbelte durcheinander und nahm ihm die Luft zum Atmen. Zischend lies er sie entweichen als er sich vom Boden erheben wollte und kurz benommen inne hielt. Zu schwach, leer, müde und bitter schmeckte die Enttäuschung in seinem Munde als er einfach dort auf dem Boden liegen blieb und seine Gedanken treiben lies.
Das Kind war im Tempel abgegeben worden, ein Mädchen als er das gehört hatte war seine erste Regung gewesen dieses Balg zu ertränken noch bevor es zu einem Weib heranwachsen konnte, dass nur Ärger machte! Ein kurzes Lachen kam über seine Lippen , ein einziger erstickter Laut nur der ihn das Groteske des Ganzem klar vor Augen führte. Nein, eines hatte ihn dieses kurze Intermezzo deutlich gelehrt, vertraue niemals einem Weib. Wieder und wieder ging er im Kopfe bestimmte Begegnungen durch. Ihr Auftraggeber musste ihn genau kennen, er hatte gewusst welche Art Frau er bevorzugte, ihr Verhalten, ihr Tun und Handeln, ihr Wissensdurst, die Diskussionen die er mit ihr geführt hatte zeugten von einer gewissen Bildung, ihr Lächeln, ihre scheue Art... er hatte es ihr sogar erlaubt ihn zu berühren.
Grimmig verzog er den Mund als er sich erhob und nach der Peitsche griff, bedächtig reinigte er sie mit einer Ruhe die unheimlich wirkte, dann legte er sie neben dem Altar ab und verlies den Raum. Dann nahm er alles was ihr gehört hatte, die Bücher die sie für ihn geschrieben hatte, noch mehr Lügen etwas was nicht war und nie mehr sein würde, ein schwarzes schlichtes Oberteil und auf dem Bett fand er noch einige ihrer Haare, die er in ein Tuch legte. Alles zusammen legte er in eine Truhe die er energisch verschloss. Wollte er heute hier sein, in diesem Bett, wenn er ehrlich war, nein. Mit einem grimmigen Zug ging er die Stufen hinauf und öffnete dann den Käfig, um den Panther frei zu lassen.
Sie war eine Schwäche gewesen, seine Schwäche die für eine kurze Zeit sein Leben beherrscht hatte, auch wenn ihr dies nicht so bewusst gewesen war. Er hatte daraus gelernt und nie wieder würde es jemand schaffen ihm so nahe zu kommen. Seine geheilten Wunden schmerzten und er war müde, dennoch machte er sich auf den Weg nach Düstersee es gab viel zu tun...
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 13. November 2012, 10:47, insgesamt 3-mal geändert.
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28. Rabenmond 255

Er hatte sie gefragt, ob sie ihn auf eine Jagt begleiten wollte und sie hatte zugestimmt, dennoch fragte er sich ob nicht eigentlich er eher ihre Begleitung war, denn irgendwie erfüllte es ihn mit einer gewissen Fazination sie in ihrem Element zu betrachten.
So besuchten sie die Orte in einem Tempo, dass er an ihr so zu schätzen wusste einen nach den anderen, während er versucht ihr möglichst nicht im Weg zu stehen, während des Kampfes oder ihren Elementaren.
Dann als er einmal gemeinsam mit den Elementaren voranstürmte, den Namen des Alleinen auf den Lippen merkte er, dass sie nicht folgte und so drehte er sich um.
Ein Menekaner...
Nachdem was ihm die Magistra vor kurzem erzählt hatte und seine Worte daraufhin noch davor in Rahal, bevor sie aufbrachen lies in ihm den wagen Gedanken aufkeimen, dass es zu keiner Eskalation der Dinge kommen würde.
So hörte er schweigend zu wie sie sich unterhielten, mit etwas Abstand natürlich, doch nahe genug bei der Magistra um dem Menekaner verstehen zu geben, dass er ihn angreifen würde, sollte er auf den Gedanken kommen der Magistra etwas anzutun. So lauschte er ihnen, es ging um Respekt den die Magistra auch von einem Menekaner fordern konnte, einem Vorfall der sich vor wenigen Tagen wohl ereignet hatte und um verletzten Stolz in Althans Augen. Dass man nicht grußlos mit seiner Karawane an einer Magistra des Ordens der Arkorither vorbeizog wurde nochmals betont, ebenso sich in solch einer Angelegenheit das nächste Mal an den Emir zu wenden. Immer noch schweigend lauschte er dem Gespräche aufmerksam eine Weile, ehe er leise mit der Magistra sprach um einen Vorschlag machen zu dürfen, welcher ihm gewährt wurde.
Dass in Anbetracht der Verhandlungen mit dem heiligen Reiche und dem Reich der Wüste mit seiner Stadt Menek' ur man im Augenblick doch jeden Konflikt bereinigen sollte und es doch eine Möglichkeit geben muss, dieses Missverständnis aufzuklären. So man doch auf beiden Seiten gegenseitigen Respekt erwarten dürfe. Althans Worte schienen mit bedacht gewählt und darauf aus zu sein den Menekaner zum Einlenken zu bewegen.
Wohl auch deswegen, das momentan die Verhandlungen mit den Menekanern zum Stillstand gekommen waren, so lange sich der Alka nicht mit den Tetrarchinnen getroffen hatte, um weiteres zu befehlen. Die Magistra knirschte mit den Zähnen während er sprach und es schien ihr nicht zu gefallen, doch er konnte noch eins draufsetzen und würde Alatar ihm beistehen, wenn die Magistra auf seine nächsten Worte nicht ihren Ärger auf ihn entladen würde.
Althan bot dem Menekaner an sie zu begleiten, damit er im Sinne der stockenden Verhandlungen bestätigen konnte, dass sie den Ort auch wieder verlassen hatten. Sie stockte, während er sprach und sah ihn mit großen Augen an, er glaubte sogar zu erkennen, dass ihr Mund offen stand. Eindringlich erwiederte er ihren Blick und er hoffte sie würde ihm vertrauen. Kein Wort wurde gesprochen, nur ein Blick... vertraut mir.
Sie ging darauf ein und so stellten sie sich vor... gemeinsam setzten sie ihren Weg fort.

Etwas später am Abend...

Eigentlich war er auf der Suche nach Luninara, als er am Hafen von Bajard von Bord ging. Das rege Treiben des kleinen Fischerdorfes zur Abendstunde, das Löschen der Ladung und der vielen Menschen die sich dort tummelten waren ihn etwas unangenehm, er versuchte eigentlich stets solchen Massen aus dem Weg zu gehen.
So setzte er seinen Weg zielgerichtet fort, gewiss würde er sie in dieser freien Herberge finden. Er hatte es sich es zur Angewohnheit gemacht ein jeden etwas genauer anzusehen, man konnte ja nie wissen, ob sich nicht ein bekannter Ketzer in Bajard befand. So sah er auch einen alten Mann, ein zerlumptes Etwas und vor ihm dann Frau Tagram, wenn auch etwas aufgelöst, gerade als er sie ansprechen wollte sah er aus dem Augenwinkel eine matte Klinge, geführt von diesem zerlumpten Etwas, dass seine Robe auschlitzte und an der Rüstung darunter hinabschabte, er wich aus.
Sichtlich erschrocken aus seinen Gedanken um Frau Tagram gerissen hatte er mit so etwas mitten in Bajard nicht gerechnet! Er sah auf seine Robe hinunter und dann der flüchtenden Gestalt hinterher ehe er sich ebenfalls diesmal deutlich wütend in Bewegung setzte um sie zu fangen. Wie ein Hase schlug sie Haken und versuchte ihm zu entwischen, seine Rufe, dass sie anhalten sollte schlichtweg ignorierend.
Eigentlich durfte er keinen in Bajard angreifen, aber dies war wohl eine Außnahme und so schickte er ihr mit der Macht des Alleinen eine Welle des Zorns hinterher, die ihr kurzzeitig Schmerzen zufügte. Keuchend sah er sie um eine Ecke hetzen sicher getroffen und er hetzte hinter, fluchte leise und sah sie dann als er um die Ecke kam, gerade über einen Hund springen. Ein grimmiges Lächeln huschte über sein Gesicht als sie sah, dass sie gen Ausgang strebte...
Renn nur da hinaus und du gehörst mit, gestärkt das Adrenalin schoss durch seine Adern setzte er ihr nach, entschlossen sie noch vor Adoran zur Strecke zu bringen. Wieder rief er ihr zu anzuhalten, was sie schlichtweg ignorierte.
Er sammelte sich und rief den Alleinen an, ihn darum bittend ihm Seine Macht zu gewähren, als er den Zorn hell in sich auflodern spürte formte er daraus Worte und Gedanken, die sich auf sein flüchtendes Opfer konzentrierten.
Hinter dem Wäldchen nahe von Bajard brachte er sie schlussendlich zur Strecke.
Er durchsuchte sie, fand den Dolch und warf ihn erst einmal in eine sichere Entfernung weg. Dann drehte er die bewusstlose Gestalt um und betrachtete sie eingehend, eine junge Frau in einfachen Gewändern, einem Armband mit einem Schriftzug „Warum...“, Stiefel aus La Cazeba und eine kleine Narbe, langes Haar und klein war sie. Als er merkte dass sie sich regte fasste er mit seiner Hand an ihre Kehle, nur um ihre volle Aufmerksamkeit für sich zu sichern. Mit eisigem Blick der seinen hellen Zorn im Innern widerspiegelte so er auf sie hinab sein Urteil war eigentlich schon gefällt. „Scheiße“, kam es der Fremden über die Lippen, ja in welche Scheiße sie sich da geritten hatte würde sie bald noch erfahren. Gerade als er zudrücken wollte hörte er ein Geräusch und sah Luninara aus dem Wald auf sich zukommen. Etwas erschrocken sah sie auf die Szenerie. Am Leben sollte er sie lassen, fasst musste er lachen... er sollte diese kleine zerlumpte Etwas nicht töten? Er wollte sie nicht töten, sondern ihr eine Lektion erteilen, die hoffentlich sie demütigen und ihren Hass schüren würde, doch das musste Luninara ja nicht wissen. Er sollte sie frei geben, Luninara stand noch in ihrer Schuld. Nachdenklich musterte er Luninara während er das kleine Etwas hieß aufzustehen, dann in ihr Haar und Mantel griff und sie grob mit sich zerrte. Interessant, wenn er die kleine Ratte laufen lies würde Luninara in seiner Schuld stehen, obwohl er sie eigentlich lieber in den Katakomben des Tempels verhört hätte. Immerhin brachte man den Namen aus ihr heraus... Olga... Agata und nachdem er ihr zeigte dass er sichtlich ungehalten war und bald zu anderen Methoden greifen würde.. Ira. Sie ging auf die Knie während er den Griff löste als sie hinab sank, um ihr sanft über das Haar zu streichen und erneut grob zuzupacken. Ob der Name stimmte, er wusste es nicht. So lies er sie ihre Taschen entleeren wies sie an fort zu laufen, dann nahm er ihre Wurfdolche, den Flachmann und den Phantomdolch der etwas weiter im Gras lag an sich und verstaute die Dinge sorgfältig. Er hoffte sie würde kommen um sie sich zu holen...
„Damit ist eure Schuld wohl beglichen...“, er sah Luninara unbewegt an.
„Danke euch vielmals für eure Güte.“, meinte sie.
„Nein, es war keine Güte. Das ist eine Schwäche der Ketzer.“
„Ich hoffe sie ist nicht so dumm und versucht das nochmals.“
„Ich hoffe doch. Ich will doch sehen ob sie etwas gelernt hat. Ich habe sie gedemütigt.“
„Eine sehr interessante Einstellung ihr scheint Herausforderungen zu mögen.“
„Demütigung ob gerechtfertigt oder ungerechtfertigt erzeugt Hass oder Wut, sie ist eine starke Quelle wenn sie genutzt wird.“
„Wenn man sie zu lenken weis.“
„Wenn sie bereit dazu ist werde ich sie hoffentlich wiedersehen. Ja, das ist die wahre Kunst.. da habt ihr recht.“
Dann lud er sie ein ihn zu einer Waffenübung zu begleiten... ein Bericht würde später an die Tetrarchin ergehen.


[oc: Althan - Templersache]
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 30. November 2012, 06:17, insgesamt 4-mal geändert.
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31. Alatner 255

Nun seine Pläne mit Arion ihn beim Ahad als seinen Pagen unter zu bringen hatten ja hervorragend geklappt, wenn auch etwas früher als beabsichtigt wurde die Gelegenheit von ihm genutzt Arion dem Ahad vorzustellen. Wieder einen Schritt weiter gekommen in nur einem der vielen Handlungssträngen, welche Althan die letzten Tage beschäftigt hatten. Der Junge war in seinen Augen noch zu weich und so nutzte er die Gelegenheit, als er Arion in Rahal erwischte für einen praktischen Unterricht vor Bajard. Thema: Der Umgang mit verderbten Liedwirkern in Tierform.

Zuerst wurden die grundlegenden Voraussetzungen besprochen während vor Bajard das Kommen und Gehen verschiedenster Personen betrachtet wurde bis schlussendlich beide auf eine Straßenkatze aufmerksam wurden, ein wahrlich zerrupftes Vieh. Arion bekam die Aufforderung herauszufinden, ob es eine richtige Katze war oder etwas anderes.
Aufmerksam beobachtete Althan sein Vorgehen dabei genau ohne die Katze nicht einen Wimpernschlag aus den Augen zu lassen, um eingreifen zu können sollte es notwendig werden. Arions Einfall sich ihr zu nähern und mit der Zwille zu bedrohen fand Althans Zustimmung, nur wenige Liedwirker besaßen die Geduld bei einer direkten Bedrohung nicht, er betonte nicht zu reagieren.
Gemütlich lag sie dort und putzte sich, den Knaben als er sich ihr näherte, nun doch in Augenschein nehmend. Arion sprach mit der Katze und Althans Blick ruhte unbewegt auf den Beiden, er sah dass Arion nicht auf sie schoss sich stattdessen nach einer Weile wieder erhob, ebenso wie die Katze und Althan zu hören bekam, dass es keine richtige Katze war. Zwei Dinge erfuhr er dadurch... es war keine Katze und sie war in der Lage die Gedankenstimme einzusetzen. Abschätzend betrachtete Althan die Katze, also ein Magier der höheren Weihe. Die Frage war nur Freund oder Feind?
Die Katze strich um die Beine des Knaben ihr Fell war glanzlos, dreckig und stumpf eine Straßenkatze eben mit bernsteinfarbene Augen. Für einen kurzen Augenblick wurden Althans Augen schmaler. Scheiße, dachte er im Stillen bei sich gerade hatte er so eine wage Ahnung erhalten, wer es sein könnte.
Er beschloss den Unterricht fortzusetzen und die Katze nun nicht einen Moment mehr aus den Augen zu lassen, immerhin schien sie mehr Interesse an dem Knaben zu hegen als an ihm.

Was wirst du nun tun?
Hmm... weis nicht
Gut weiter... wie gewinnt man einen Kampf?
Gegen eine Katze oder gegen einen Magier?
Nun wir haben schon festgestellt... das ist keine normale Katze ein Magier wohl der höheren Weihen wenn es nicht die Magistra Taruval ist kann es ein Ketzer sein, also ein verderbter Liedwirker. Hier ist es wichtig... wer zuerst zuschlägt hat einen Vorteil und die Möglichkeit ihn für sich zu entscheiden.
Ich wollte nur wissen, ob eine Reaktion kommt, wenn ich damit drohe.
Nun das ist ja schon einmal lobenswert du hast eine Reaktion erhalten.
Was wirst du nun tun?

Während die miteinander sprachen sah er zu wie die Katze schnurrend um die Beine des Jungen strich ehe sie sich wieder setzte und ausgiebig begann sich erneut zu putzen. Er spürte es noch bevor sie in seinen Gedanken sprach, der Ton war neckend und die Augen der Katze ruhten auf ihm während er ihre Worte vernahm.

Du solltest lieber darauf achten mit wem er Umgang pflegt.

Gut, damit wurde seine Vermutung bestätigt... sie war es..., was ihn aber nicht davon abhielt, die Katze weiterhin als Übung für Arion zu nutzen.
Weiter ging der Unterricht und man fasste erneut zusammen, dass was kein Freund war wohl der Feind sei und dass man mit Feinden zwar reden konnte um sie von ihrem Irrglauben abzubringen, doch sollte dies fehl schlagen müssten sie gerichtet werden. Arion wusste dies alles und die Antworten auf Althans Fragen verliefen mehr als zufriedenstellend. Das Kätzchen lies sich davon nicht beirren und blieb weiter bei dem Knaben sitzen zu ihm aufsehend, als erwarte sie ein Leckerchen oder ähnliches.

Als Hauptmann Ernard hinzutrat war Althan kurz abgelenkt und er sah von der Katze weg zu Garun, der schlussendlich erfahren wollte was hier vor sich ging. Als er von der Unterrichtung Arions erfuhr sah er eine Weile schweigend und interessiert zu, nicht ohne anzumeken, dass er Althan die kommenden Tage sprechen wollte, sofern es beider Zeit zulassen würde.

Also zu einer Bekehrung würde es heute nicht kommen wie Althan mit einer gewissen Zufriedenheit feststellte, Arion schoss eine Erbse direkt vor die Pfoten der Katze was sie zurückspringen lies.
Diese Katze mit einfachen Fisch zu locken wie Garun vorschlug, auch wenn er exzellent von Thanaya zubereitet war würde nicht ausreichen. Althans Vorschlag den Fisch mit etwas Rum zu tränken, damit er dieser Katze besser schmecken würde löste doch eine Reaktion selbiger aus, ein wütender Blick und ein erbostes Fauchen in Richtung der Männer.
Althan spürte das Knistern arkaner Energien welche sich zusammenzogen, er spannte sich an und dennoch zuckte er mit keiner Wimper als er den Blitz etwas von ihm entfernt einschlug und verbrannte Erde zurücklies. Oh ja, sie war wütend. Eine deutliche Warnung , er lächelte fast.

Na, wie ist es dem Herrn so nahe zu sein.. schon wütend?

Arion erschrak, da war genau das in seinen Augen was Althan sehen wollte, diesmal handelte er ohne zu zögern, ein guter Junge. Eine Ablenkung die Arion sofort nutzte und erneut auf die Katze schoss, diesmal gezielt und er traf, die Katze wurde getroffen. Sie rollte über das Gras und blieb liegen kurz liegen.

Schnell, Arion... hinterher, pack sie.


Immer noch sah Althan sich nicht dazu berufen einzugreifen und dem Knaben zu helfen, er bekam das bisher ganz gut alleine hin. Die Katze wurde am Kragen gepackt und hochgehoben, ein Versuch dem Knaben die Luft abzuschnüren wurde durch heftiges Schütteln seinerseits unterbrochen. Nun zeigte sie Zähne, Krallen und fauchte wütend. Kratzbürstig und missgelaunt hing sie da während sie versuchte ihre Spuren irgendwo am Knaben zu hinterlassen. In der Zwischenzeit fertigte Althan einen provisorischen Sack aus einer Robe an, am Halsteil nur durch eine einfache Schleife verschlossen drehte er ihn herum und hielt den Sack auf.
Als Arion sie in den Sack fallen lies gelang es ihr durch eine Drehung knapp daneben zu landen und brachte rasch einige Sprünge Abstand zwischen die beiden und ging langsam rückwärts sie nicht aus den Augen lassend. Nun schmunzelnd sah er ihr hinterher ehe er gutgelaunt zu Arion meinte.

Ein ganz schön windiges Biest oder?
Aber das hast du sehr gut gemacht... Was haben wir heute gelernt?

Die sind gefährlich!
Richtig, also zuschlagen bevor sie es tun, Arion...

Er spürte erneut ihre Gegenwart und lauschte auf ihre Stimme in seinem Kopf. Er wusste nicht richtig ob es ihm gefiel oder nicht, fast erschien es ihm noch mehr zu sein als eine Berührung ansich, sein Blick verdüsterte sich kurz.

Bring dem Jungen nicht soviel Unsinn bei.

Die Katze nicht angreifend lässt er sie dennoch nicht aus den Augen und musste dann doch bei ihren Worten kurz lachen, dann sah er ihr nach als sie Fersengeld gab und verschwand.
Eins zu Null für Rahal würde ich sagen, dachte er im Stillen.
Sie hatte unbewusst ihren Teil heute dazu beigetragen, dass Arion gelernt hatte bei Liedwirkern in Tierform vorsichtig zu sein und dass manchmal handeln einen weiter brachte als zu zögern und nichts zu tun.
Das Gelernte musste sich setzen, bald würde die nächste Lektion kommen, doch dazu musste er noch einige Vorbereitungen treffen.

Der Unterricht ist für heute beendet, Arion.
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 1. Januar 2013, 09:03, insgesamt 2-mal geändert.
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17. Hartung 256

Man sagt, sobald der Schnee einsetzte hatte man die Muße sich Dingen hinzugeben, welche bisher geruht hatten, nun bedauerlicherweise schien dies in meinem Fall nicht zuzutreffen. Wo ich mich darauf gefreut hatte meine Bibliothek mit Werken aus den Beständen der konfiszierten Bücher der freien Bibliothek zu ergänzen und niederzuschreiben, hielten mich andere Dinge davon ab, die mein Interesse und meine Aufmerksamkeit in eine ganz andere Richtung lenkten. So kam es dann dazu, dass Garun und ich uns in Adoran wiederfanden, Lameriast aufgesucht wurde und ich in dieser Zeit mit meinem Hintern mehr auf einem Sattel sahs anstatt in meiner Bibliothek in einem gemütlichen Sessel.
Nicht, dass ich begann zu verweichlichen und mich auf Müßiggang freute, ich genoss es einfach nur mich meinen Büchern widmen zu können und meine Aufzeichnungen über gewisse Personen zu vervollständigen. Personen die sich im Reiche aufhielten und dort lebten, aber auch über jene die in den Ostlanden beheimatet waren.

Da waren zum Einem die Personen die ich mit meinem kleinen Experiment beglückt hatte, natürlich ohne dass sie etwas davon zu ahnen schienen. Mit Raissa hatte ich mich vor langer Zeit darüber unterhalten, was das Gefühl Liebe in einem Menschen bewirken könnte, war es als Stärke oder Schwäche anzusehen? Ich persönlich hielt es für eine Aneinanderreihung von Erfahrungen und Erlebten, was irrigerweise jene für einige Zeit in eine Art Rauschzustand versetzte, der nach einiger Zeit abklang und sich in dem Alltag verlor.
Dieser Rauschzustand hatte also nur eine begrenzte Lebensdauer und dann hieß es etwas dagegen zu unternehmen, um etwas anderes wachsen zu lassen. So verbrachte man jeden Tag mit jemanden zusammen. Man schien Schwächen des Anderen leichter zu verzeihen und zu tolerieren, was ich als einen fatalen Fehler ansah und nicht nach Seinem Willen war.
Gab sie ihm dadurch Halt? Ich vermutete, dass sie und das Kind der Mittelpunkt seiner kleinen Welt waren. Keine Geheimnisse hatten sie voreinander und genau deswegen hatte ich sie aus dem Tempel gebeten, weil ich es nicht anders wollte und dafür schmollte sie mir nun. Erneute Gefühle die vielleicht in ihr hochkamen Enttäuschung, Verärgerung und eine eisige Verachtung schien sie für mich zu empfinden, obwohl ich ihr nur die Wahrheit über Gesehenes ihres Göttergatten gesagt hatte.
Sie sah sich als zweite Wahl an, als Ersatz den ich mir, nachdem ich Sie nur noch so selten sah, für mich gesucht hatte, so sprach sie. Unsere Gespräche hatten aber eine andere Qualität, eine die mich forderte und die ich genoss, anders als ein übliches Glaubensgespräch. Ihre Fragen hatten alles von mir gefordert und nun bestrafte sie mich indem sie einfach ging, innerlich musste ich darüber schmunzeln. Es war nicht von Belang was ich wollte, es lag nun an ihr.
Bedauerlicherweise hielten mich meine Pflichten im Reiche fest ich konnte nicht einfach hingehen und sie besuchen. Ich erinnerte mich, dass ich schon einmal diesen Gang vor mir gehabt hatte und sie hat es mit nicht leicht gemacht, bis sie wieder mit mir sprechen wollte. Ich war zu ihr immer ehrlich gewesen, doch was hatte mir diese Ehrlichkeit gebracht?
Sie liebte einen Gaukler, den Vater ihres Sohnes, der mit dem Glauben an sich nicht viel zu schaffen hatte. In meinen Augen war er ein Taugenichts und dem Schnaps oft zugetan, über den ich eigentlich wenig wusste. Richtig... ich wusste wenig über ihn, doch lernte ich mit jeder Begegnung dazu. Ich frage mich was beide damit bezwecken wollten, sicher war das Wort mächtiger als das Schwert und so war ich mir doch eigentlich im klaren, dass sie nie Ihm folgen würden. Aber sie hatten dem Reich schon geholfen und dahingehend vertraute ich auf die Erfahrung des Ahads Drugar, der sie besser kannte als ich. Der einzige Grund warum ich an diesem Tage eher in die Rolle eines Zuhörers fiel, der sich nicht die Mühe machte ihn eines besseren zu belehren.
Immerhin schien ihn die Liebe zu seinem Weibe über sich hinauswachsen zu lassen und ich lernte eine neue Seite an ihm kennen. So beende ich hier meinen Gedankengang und hoffe bald mehr davon berichten zu können. Möge der Alleine mir die Möglichkeit geben die Gespräche fortzusetzen, ohne die Anwesenheit ihres Mannes.

Nach meinen Vorstellungen von Liebe im Sinne des Alleinen war eine Zweckverbindung und ein Zusammenschluss der Starken von ihm gewollt und nicht aufgrund von einem Gefühl was man Liebe nannte.
Ein Pakt oder Bund zwischen den Gläubigen des Herrn, ja so sollte es sein.

Selbst ich war nicht von meinem eigenen Experiment verschont worden, die Begeisterung für eine junge Suchende im Glauben, wie es mir damals schien, hatte mir meine eigene Schwäche nur zu deutlich offenbart. Es endete, bevor es überhaupt begann.
Ich hatte nicht der Wollust nachgegeben und sie einfach gefickt, wie es ein Mann tun würde um sich zu erleichtern, wenn ihn ein Weib gefällt, nein ich hatte mir die Mühe gemacht mich auf dieses Gefühl einzulassen und zu sehen wohin es mich treiben würde. Oh ja, sie sah nun nachdem es vorbei war wohin es mich trieb und es schien, sie zu überraschen.
Sie allein war der Auslöser für alles was nun geschah, was noch kommt und kommen würde, sie hatte noch nicht erkannt, dass was sie scheinbar in ihren zarten Händen hielt mir nicht so wichtig war, wie meine Hingabe zu Alatar.
Ich war ein Mann der Tat und diese Taten würden nicht immer erfreulich sein, geschahen sie doch um Sein Ziel in dieser Welt voranzutreiben. Meine Ausbildung sahs tief, sehr tief. Sie sollte ruhig sehen wie ich war, die Wahrheit hatte sie immer erschreckt, doch ich hatte sie nie belogen. Was immer ich tat, getan habe... geschah in dem Bestreben dem Alleinen zu gefallen.

Wer war schon stark genug mit dieser Form von Druck zu leben?
Mit einem Mann wie ich es war, der dominant war und für den es keine verschlossenen Türen gab, die Bestand haben würden? Ich werde weiter Druck auf sie ausüben, dabei ihr aber auch zeigen, dass ich da sein werde, wenn es soweit war.
Ahnte sie, dass ich ihr Dinge von mir enthüllt hatte, um glaubwürdiger zu erscheinen? Dinge die ich bisher keinem anderen Menschen erzählt hatte. Ich habe ihr nie vorgemacht ein guter Mensch zu sein, manche Situationen erforderten besondere Maßnahmen und ich war nun mal sein Werkzeug, dass funktionieren musste.
In der laufenden Zeit waren mir gewisse Dinge in Fleisch und Blut übergegangen und ich war schon lange darüber hinaus, das zu ändern. Mein wahres Ich zu verstehen und zu aktzeptieren, fiel ihr nicht leicht... es sei Wahnsinn, dass es kein Schwarz und Weiß mehr gab sondern alles verschwamm zu einem einheitlichen Grau.

Das Leben ging weiter...

Ich würde weiter ohne sie leben, so wie ich es schon vor ihr getan hatte auch wenn ich nachts nun öfters wach lag und nachdachte wie es mir gelingen würde, ihr all das zu nehmen woran sie glaubte es zu zerschlagen und eine neue Erkenntnis aufzubauen, die Ankündigung mit den Blütenblättern... irgendwann wird meine Zeit kommen. Doch sie war nur eine der vielen Aufgaben, die ich mir gestellt hatte...

Was ich nach diesem Experiment gelernt hatte?

Ich war zu dem Entschluss gelangt, dass es Seine Art war mir zu zeigen, dass in dieser Welt kein Platz dafür war, sondern nur die bedingungslose Hingabe und Liebe zu Ihm existierte.
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 18. Januar 2013, 06:32, insgesamt 4-mal geändert.
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