Verfasst: Samstag 7. April 2012, 10:41
"Hör mir zu, schau mich an!
Geschichte schreibt der Sieger,
Es rette mich wer kann!
Was hast du mir angetan?
Geschichte schreibt der Sieger,
Es rette mich wer kann!"
Schmerzen. Verdammte Schmerzen. Blinzelnd öffnete Fareeda ihre Augen. Wieso hatte sie Schmerzen? Ihr Blick huscht nach links und rechts. Sie lag in der Hängematte in ihrem Haus. Dort lag die junge Menekanerin immer, wenn Radeeh nicht zugegen war. Alleine war ihr das große Bett zu leer und zu kalt. Doch das erklärte immer noch nicht, warum sie sich so gerädert fühlte. Langsam schloss sie wieder die Augen und begann zu überlegen, ehe es sie wie ein Blitz durchfuhr. Der Kampf, die beiden Letharen und dieser Durion.
Sie wollte doch nur Futtertröge kaufen. Hätten diese beiden Personen am Hafen sie nicht in ein Gespräch verwickelt, wäre sie wohl wieder nach Hause gefahren, bevor diese drei Individuen dort auftauchten. Doch so konnte sie nur sehen,wie die Rahaler sie ins Auge fassten und Fareeda wusste, dass das Ganze nicht so glimpflich ausgehen würde, wie ihre letzte Begegnung mit einer Letharin. Im Hinterkopf ratterten die Gedanken rauf und runter. Cetem hatten sie die Hand verbrannt und ihn fürchterlich zugerichtet. Was erst würden sie tun,wenn sie eine menekanische Frau in die Finger bekämen? Nicht auszudenken. Getrieben von Drohungen und von Spott wurde sie vor Bajard befördert. Die drei Personen folgten ihr nach, ebenso zwei andere die wohl schaulustig und sensationsgeil den Kampf beobachten wollten. Entgegen ihren Befürchtungen, dass alle drei sie bedrängen würden,war es nur einer von ihnen. Einer der beiden Letharen und der sogenannte Hauptmann. Durion hatte sich als Heerführer vorgestellt und der dritte wurde als „Alathraxor“ bezeichnet, was auch immer dieses schändliche Wort in der grausigen Sprache der Letharen bedeutete. Diese Sprache machte ihr zu schaffen. Es klang so abartig, so abstoßend und störte sie in ihrer Konzentration. Ihre Sinne waren wie vernebelt. Als der Hauptmann auf sie zutrat mit erhobener Waffe konnte sie nichts anderes tun, als sich zu verteidigen. Die ersten Schläge konnte die Menekanerin noch abwehren, doch die Wucht mit der sie getroffen wurde war zu stark. Eine solche Kraft hatte sie noch nicht erlebt. Sie war nicht so hochmütig zu behaupten, dass sie die Beste Säbelschwingerin war, doch sie wusste, dass sie mit ihrer Waffe umgehen konnte. Doch mehr als ein paar Kratzer auf dem Letharenschild konnte sie nicht hinterlassen. Es war demütigend und der Kampf war kurz. Der Schlaghagel hatte sie irgendwann einfach in die Knie gezwungen und sie spürte, wie sich die Waffe des Letharen ihren Weg durch die Rüstung schnitt. Die Pantherkralle. Der Name war berechtigt.
Sie wurde mit Spott überhäuft und eine der Schaulustigen wollte das Spiel wohl noch weiter treiben. Sie riet den Letharen Fareeda zu entstellen, damit sie kein Ansehen mehr hätte. Innerlich pochte ihr Herz bis zum Hals. Sie hoffte, sie betete, dass es nicht noch schlimmer kommen möge und sie wurde erhört. Der Lethar ließ von ihr ab ohne den „Ratschlag“ der schwarzgekleideten Frau zu befolgen. Drohungen wurden wieder ausgestoßen. Sie sei die letzte Warnung und jeder weitere Menekaner auf dem Boden Gerimors würde in einem Fass den Weg nach Hause antreten. Mühsam richtete sich die Säbelschwingerin auf und ging zwischen den dreien durch. Ihr Gegner hielt sie noch kurz zurück und säuselte in ihr Ohr: „Komm wieder,wenn du stärker geworden bist!“ Ihr Blick ruckte zu ihm hoch, blickte ihm in die widerliche Fratze und beinahe hätte sie ihn angespuckt. Doch sie beließ es bei einem simplen Satz. „Darauf kannst du dich verlassen...!“ Fast sah sie schon die Vorfreude in seinen Augen blitzen, ehe sie sich Bajard zuwendete und den Weg entlang humpelte, bemüht um einen Rest Würde. Auf dem Weg kam ihr ein Sohn der Yazir entgegen. Geistesgegenwärtig fing sie ihn ab, erklärte kurz die Situation und gemeinsam traten sie den Rückweg nach Menek'Ur an. Fürsorglich brachte er Fareeda zum Anwesen der Yazir, wo sie in Empfang genommen wurde von Zaafir und der Heilerin der Familie, Sukaina. Glücklicherweise waren es nur einige Kratzer dort,wo die Pantherklaue die Rüstung zerfetzt hatte und viele blaue Flecken. Sowohl Fareeda als auch Sukaina waren froh darüber. Es hätte weitaus schlimmer ausgehen können. Noch eine Weile saßen sie beisammen, bis Zaafir wiederkam und Fareeda einige Futtertröge hinstellte. Das Ganze war der Säbelschwingerin mittlerweile schon sehr unangenehm, dass sich jeder eine solche Mühe machte für sie. Sie war nicht der Typ Mensch, der gerne Hilfe annahm, schon gar nicht wenn sie in ihrem Stolz so dermaßen gekränkt war wie an diesem Abend. Doch sie bedankte sich für die schnelle Hilfe und ging dann ihres Weges. Zuhause hatte sie noch eine Weile dagesessen und sich gewünscht, dass Radeeh oder Nazeeya bei ihr wären. Irgendjemand mit dem sie so vertraut war, dass sie wirklich offen über alles reden konnte. Jemand, der sie verstand und wusste, wie die junge Menekanerin dachte. Traurig und mehr in ihrem Stolz verletzt legte sich Fareeda in die Hängematte. Und genau dort war sie nun auch aufgewacht. Die Schmerzen fuhren wie kleine Blitze durch ihre Muskeln und sie konnte nicht anders, als den Trank von Sukaina zu trinken, der die Schmerzen stillen sollte. Etwas schwankend tappste die Menekanerin nach draußen,die frische Luft einatmend. Etwas zu Essen würde ihr gut tun. Ihr Magen grummelte in letzter Zeit so oft und sie aß so viel, dass sie fast schon meinte, bald so zu sein wie Tante Zurah vom Körperumfang. Seltsam.
[img]http://de.dreamstime.com/schach-niederlage-thumb945130.jpg[/img]
Geschichte schreibt der Sieger,
Es rette mich wer kann!
Was hast du mir angetan?
Geschichte schreibt der Sieger,
Es rette mich wer kann!"
Schmerzen. Verdammte Schmerzen. Blinzelnd öffnete Fareeda ihre Augen. Wieso hatte sie Schmerzen? Ihr Blick huscht nach links und rechts. Sie lag in der Hängematte in ihrem Haus. Dort lag die junge Menekanerin immer, wenn Radeeh nicht zugegen war. Alleine war ihr das große Bett zu leer und zu kalt. Doch das erklärte immer noch nicht, warum sie sich so gerädert fühlte. Langsam schloss sie wieder die Augen und begann zu überlegen, ehe es sie wie ein Blitz durchfuhr. Der Kampf, die beiden Letharen und dieser Durion.
Sie wollte doch nur Futtertröge kaufen. Hätten diese beiden Personen am Hafen sie nicht in ein Gespräch verwickelt, wäre sie wohl wieder nach Hause gefahren, bevor diese drei Individuen dort auftauchten. Doch so konnte sie nur sehen,wie die Rahaler sie ins Auge fassten und Fareeda wusste, dass das Ganze nicht so glimpflich ausgehen würde, wie ihre letzte Begegnung mit einer Letharin. Im Hinterkopf ratterten die Gedanken rauf und runter. Cetem hatten sie die Hand verbrannt und ihn fürchterlich zugerichtet. Was erst würden sie tun,wenn sie eine menekanische Frau in die Finger bekämen? Nicht auszudenken. Getrieben von Drohungen und von Spott wurde sie vor Bajard befördert. Die drei Personen folgten ihr nach, ebenso zwei andere die wohl schaulustig und sensationsgeil den Kampf beobachten wollten. Entgegen ihren Befürchtungen, dass alle drei sie bedrängen würden,war es nur einer von ihnen. Einer der beiden Letharen und der sogenannte Hauptmann. Durion hatte sich als Heerführer vorgestellt und der dritte wurde als „Alathraxor“ bezeichnet, was auch immer dieses schändliche Wort in der grausigen Sprache der Letharen bedeutete. Diese Sprache machte ihr zu schaffen. Es klang so abartig, so abstoßend und störte sie in ihrer Konzentration. Ihre Sinne waren wie vernebelt. Als der Hauptmann auf sie zutrat mit erhobener Waffe konnte sie nichts anderes tun, als sich zu verteidigen. Die ersten Schläge konnte die Menekanerin noch abwehren, doch die Wucht mit der sie getroffen wurde war zu stark. Eine solche Kraft hatte sie noch nicht erlebt. Sie war nicht so hochmütig zu behaupten, dass sie die Beste Säbelschwingerin war, doch sie wusste, dass sie mit ihrer Waffe umgehen konnte. Doch mehr als ein paar Kratzer auf dem Letharenschild konnte sie nicht hinterlassen. Es war demütigend und der Kampf war kurz. Der Schlaghagel hatte sie irgendwann einfach in die Knie gezwungen und sie spürte, wie sich die Waffe des Letharen ihren Weg durch die Rüstung schnitt. Die Pantherkralle. Der Name war berechtigt.
Sie wurde mit Spott überhäuft und eine der Schaulustigen wollte das Spiel wohl noch weiter treiben. Sie riet den Letharen Fareeda zu entstellen, damit sie kein Ansehen mehr hätte. Innerlich pochte ihr Herz bis zum Hals. Sie hoffte, sie betete, dass es nicht noch schlimmer kommen möge und sie wurde erhört. Der Lethar ließ von ihr ab ohne den „Ratschlag“ der schwarzgekleideten Frau zu befolgen. Drohungen wurden wieder ausgestoßen. Sie sei die letzte Warnung und jeder weitere Menekaner auf dem Boden Gerimors würde in einem Fass den Weg nach Hause antreten. Mühsam richtete sich die Säbelschwingerin auf und ging zwischen den dreien durch. Ihr Gegner hielt sie noch kurz zurück und säuselte in ihr Ohr: „Komm wieder,wenn du stärker geworden bist!“ Ihr Blick ruckte zu ihm hoch, blickte ihm in die widerliche Fratze und beinahe hätte sie ihn angespuckt. Doch sie beließ es bei einem simplen Satz. „Darauf kannst du dich verlassen...!“ Fast sah sie schon die Vorfreude in seinen Augen blitzen, ehe sie sich Bajard zuwendete und den Weg entlang humpelte, bemüht um einen Rest Würde. Auf dem Weg kam ihr ein Sohn der Yazir entgegen. Geistesgegenwärtig fing sie ihn ab, erklärte kurz die Situation und gemeinsam traten sie den Rückweg nach Menek'Ur an. Fürsorglich brachte er Fareeda zum Anwesen der Yazir, wo sie in Empfang genommen wurde von Zaafir und der Heilerin der Familie, Sukaina. Glücklicherweise waren es nur einige Kratzer dort,wo die Pantherklaue die Rüstung zerfetzt hatte und viele blaue Flecken. Sowohl Fareeda als auch Sukaina waren froh darüber. Es hätte weitaus schlimmer ausgehen können. Noch eine Weile saßen sie beisammen, bis Zaafir wiederkam und Fareeda einige Futtertröge hinstellte. Das Ganze war der Säbelschwingerin mittlerweile schon sehr unangenehm, dass sich jeder eine solche Mühe machte für sie. Sie war nicht der Typ Mensch, der gerne Hilfe annahm, schon gar nicht wenn sie in ihrem Stolz so dermaßen gekränkt war wie an diesem Abend. Doch sie bedankte sich für die schnelle Hilfe und ging dann ihres Weges. Zuhause hatte sie noch eine Weile dagesessen und sich gewünscht, dass Radeeh oder Nazeeya bei ihr wären. Irgendjemand mit dem sie so vertraut war, dass sie wirklich offen über alles reden konnte. Jemand, der sie verstand und wusste, wie die junge Menekanerin dachte. Traurig und mehr in ihrem Stolz verletzt legte sich Fareeda in die Hängematte. Und genau dort war sie nun auch aufgewacht. Die Schmerzen fuhren wie kleine Blitze durch ihre Muskeln und sie konnte nicht anders, als den Trank von Sukaina zu trinken, der die Schmerzen stillen sollte. Etwas schwankend tappste die Menekanerin nach draußen,die frische Luft einatmend. Etwas zu Essen würde ihr gut tun. Ihr Magen grummelte in letzter Zeit so oft und sie aß so viel, dass sie fast schon meinte, bald so zu sein wie Tante Zurah vom Körperumfang. Seltsam.
[img]http://de.dreamstime.com/schach-niederlage-thumb945130.jpg[/img]