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Verfasst: Dienstag 7. Februar 2012, 13:43
von Anveena Midame
"Ein Heiler, der die Schwangerschaft überprüft?"
Sie weitete die Augen, als Mariella dies ihr offenbarte. Wut stieg in ihr auf, den Wunsch jemanden am Halse zu packen und so lange quetschend, bis Blut ihre Finger umspielen und frisches Fleisch sich am Boden verteilt.
Ein Heiler solle nur kommen, fluchte Sie. Sie würde jeden, der Sie anfassen würde, die Eingeweiden herausnehmen.
Sie folgte zwar einem anderen Wege nun, aber keiner sollte Glauben, nur weil Sie auf ihre Hinrichtung wartete, dass Sie minder gefährlich ist.
Doch es schien keinen Ausweg zu geben. Sie würden die Schwangerschaft prognostieren und Sie würde es austragen müssen.
Doch wofür?
Wenn es dort war, könnte kein Priester es schützen vor ihm, dem Rabengott, der lechzend sich danach ausstreckte.
Eine reine Seele mit der Essenz der Verräterin, das würde ihm sicher ein Festmahl werden.
Sie seufzte.
Lilian blieb noch da. Sie wusch Sie auf Befehl von Mariella.
Anveena verweigerte die Waschung bewusst, sie wollte stinken, wollte dreckig sein. Ihre wahre Natura preis geben: Ein Monster.
Doch was sollte Sie gegen ihre ehemalige, beste Freundin sagen? Es tat ihr so gut, ihre Stimme zu vernehmen, sie an sich zu spüren, wie Sie sich um Anveena kümmerte.
Es war ein relativ ruhiger Moment, die Vorwurfsvollen Blicke fielen für einen Augenblick, die eiserne Härte in Lilians Gesicht entschwand für den Bruchteil eines Atemszuges und Anveena sog es in sich herein.
Sicher war es würdelos, als Gefangene von der besten Freundin gewaschen zu werden...doch auch in der Not frisst der Dämon fliegen. Mehr Nähe und einen Hauch von der Freundschaft würde Sie wohl nie wieder ergattern und so genoss Sie es einfach.
Es ist egal, was andere denken würden...es ist vergänglich...so wie sie es nun ist.
Sie redeten, natürlich vorrangig um das Kind...und die Kindrettung. Anveena versicherte ihr, gäbe es einen Weg, Hunderprozentig sicher, dass die Seele und der Leib des Kindes gemeinsam gerettet werden könne, sie hätte ihn gefunden und genutzt. Ob Lilian es ihr glaubte, mag anzuzweifeln sein. Sowieso wusste Anveena nicht, was Sie denken mochte, was Sie wirklich fühlte.
Sie bewunderte gar auf eine gewisse Art und Weise diese Beherschung der Emotionen, dieses Abschotten von Mimiken.
Doch sie versuchte nicht, Anveena das alles auszureden, vielleicht hoffte ihre ehemals Beste Freundin, sie würde bald verbrennen. Verübeln konnte Anveena es ihr nicht.
So arg getäuscht, da kann sie sich gut vorstellen, wie Lilian applaudierend noch das Feuer schürrt.
Dann redeten Sie über Freundschaft....über Vertrauen und über das Verzeihen. Sie stellte Anveena die Frage, ob Sie wirklich glauben würde, Lilian könne ihr verzeihen.
Natürlich hat Sie es nie geglaubt...innerlich nur gehofft und als Sie ging, sass Sie dort wieder, in der einsamen Zelle.
Es verging gerade die Nacht, als Sie unsanft geweckt worden ist.
Mariella stand dort, mit Lilian in ihrer Gardistenuniform und einen Mann, den Anveena kannte.
Sie wusste sofort, dass es der angedrohte Heiler war.
Lilians Gesicht schien ein wenig angespannt. Wohl bereit, Anveena zurückzuhalten, wenn Sie ihre Drohungen wahr haben würde. Doch, egal was Lilian glauben würde, würde ihre Freundin Anveena darum beten, es über sich ergehen zu lassen. Sie würde es tun und als Sie seufzend nickte, entspannte Lilians Haltung sich auch leicht, wissend, Anveena würde keinerlei Widerstand leisten.
Der Mann stelle sich vor, mit einem lächeln und erwiederte darauf, ich kenne ja aber schon seinen Namen.
Kilian..natürlich schoss es ihr sofort in den Kopf. Und viel zu unerwartet, hatte Sie sich keinen Plan überlegen können.
So trat er in die Zelle, Lilian direkt hinter ihm positionierte Sie sich an den Gitterstäben.Sie sass ruhig aufrecht auf ihrem Bett, an der steinernen Mauer gelehnt, die Beine zusammen gezogen.
Mariella ging, als sich Kilian neben ihr aufs Bett setzte.
Er war sehr mutig, musste Anveena denken...vielleicht der erste, der sich ohne eine gerüstete Armee in ihre Nähe in die Zelle traute, selbst wenn er Lilians Macht sicher kannte und auf ihre Reaktion vertraute. Andererseits, er war ein Heiler, es liess sich wohl nicht vermeiden.
Er lächelte zart, ehe er dann leise sprach. Er müsse gar nicht lange Anveena untersuchen, um zu sehen, dass Sie Schwanger seie und er würde beiden diesen unangenehmen Moment ersparen, seie Sie ehrlich zu ihm.
Sie wusste nicht, warum, aber aus irgendeinem Grund vertraute Sie ihm nicht nur, nein, Sie sah in ihm ihre letzte Rettung.
So war Sie offen. Sie bejahte die Schwangerschaft nicht nur, nein, sie offenbarte ihm alles. Warum Sie es tat, warum das Kind mit ihr sterben muss und warum dies durch das reinigende, heilige Feuer geschehen muss. Lilian würde dies wohl alles mithören, wenn Sie wollte.
Seine Mimiken waren schwer zu deuten. Eine Mischung aus Erschrockenheit, betrübtheit und mitfühlend. Aber auch ein wenig Abscheu.
Anveena kam eine Träne bei dem Gedanken, ER würde sich nicht nur ihrer Seele bemächtigen, sondern auch die des Kindes und vielleicht war das der Funke, doch der Heiler stand dann auf, nickte einmal zuversichtlich und rief den Gardisten herbei, auf das dieser ihn hinauslassen würde.
Keine Untersuchung...er kannte nun die reine Wahrheit und ging mit Lilian wieder hinaus.
Nun war es abzuwarten, was er in seinem Bericht an Mariella schreiben würde...hoffend, es endete bald.
Verfasst: Dienstag 7. Februar 2012, 15:54
von Kilian Heilsan
Ein Bote des Regimentes brachte eine Nachricht, dass Kilian sich sofort in der Regimentskomanatur einzufinden hat. Die Untersuchung von der Gefangenen Anveena Midame soll beginnen.
Kilian machte sich alsbald auf den Weg und wurde von Lady Mariella von Dornwald als auch von Lilian Valerian empfangen und sofort runter zu den Kerker Zellen gebracht.
Er betrat die Zelle wo Anveena in einem mehr schlecht als Recht errichteten Bett, zusammengekauert in der Ecke saß. Er war etwas erschrocken wie herzlos und brutal die gütigen an Temora glaubenden Adoraner mit einer Gefangenen umgingen.
Er setzte sich an ihr Bett und betrachtete sie. Leise murmelte er mehr zu sich als zu Anveena: “Wo ist da nur die Vergebung geblieben.“ Und schüttelt aus seinen leise gesprochenen Worten entsetzt den Kopf.
Er untersuchte Sie sehr Gründlich und Sprach einige Zeit mit ihr. Er wusste schon nach einer Weile dass sie ein Kind unter dem Herzen trägt, zum einen da sie es ihm sagte und zum anderen weil er schon in ihren Augen jene Auswirkungen erkennen konnte.
Er untersuchte sie trotzdem weiter und versorgte ihre vielen Wunden die durch die Folterungen entstanden waren.
Die vielen Wunden die durch die Folterung entstanden waren versorgte er so gut es ging, selbst die am Hals wo Krator sie gewürgt hatte waren eine Herausforderung, bis sie ihm Einhalt gebot. Denn es hätte keinen Sinn.
Traurig darüber ihr nicht mehr helfen zu können beendete er seine Untersuchung und sprach noch ruhige Worte mit ihr, ohne ihr die geringsten Hoffnungen zumachen, das sie ihr Kind doch noch vor Krator schützen könne.
Er erhob sich von ihrem Bett und besah sie sich nochmal nachdenklich, drehte sich dann zu Lilien um und schaute ihr überlegt aber nichts sagend beim Rausgehen in die Augen.
Verfasst: Dienstag 7. Februar 2012, 16:05
von Gast
Was da vor ihren Augen und Ohren geschah, war bereits nichts Neues.
Schon einmal hatte sie dieses Geständnis gehört, direkt nach der Verhandlung im Gericht.
Auch wenn jedes Wort von ihr ab nun dreimal hinterfragt hätte werden müssen,
war sie sich bei dieser Aussage sicher, dass es sich um die Wahrheit handelte.
Es ein erneutes Mal zu vernehmen, wenn auch diesmal eigentlich nicht Sie diejenige war, deren die Worte galten, machte es keinesfalls besser.
Nachdem Kilian seine ‚Untersuchung‘ beendet hatte, öffnete sie ihm die Zellentür, ein letzter Blick zu Anveena, dann geleitete sie ihn hinaus.
Ein kurzes Gespräch unter vier Augen?
Die Worte, welche sie nun zu hören bekam, waren allerdings völlig neu für sie.
Vieles hatte sie selbst in Erwägung gezogen, gar zwei Gespräche mit den ehrenwerten Edhil hatte es gegeben und dennoch hatte sie während sie Kilian lauschte das letzte Gespräch noch im Hinterkopf.
Nur das Seelenlied des ungeborenen Wesens könnte darüber Auskunft geben, aber Jemand der sich darauf verstand …
Aber auch ein anderes Gespräch geisterte durch ihre Gedanken und in dem Augenblick, in dem sie Kilian ihre Zustimmung gab, gab sie sich vor dieser Person geschlagen.
Sie glaubte nicht, dass Liam es je erfahren würde – von ihr würde er es niemals hören.
Die Worte, welche heute hier gewechselt wurden, zwischen ihr und dem Heiler würden ihre Lippen niemals ein zweites Mal verlassen.
Und so nahm die kleine ‚Verschwörung‘ ihren Lauf…
An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.
Charlie Chaplin
Verfasst: Dienstag 7. Februar 2012, 16:35
von Kilian Heilsan
Nach dem Gespräch mit Lilian begab sich Kilian zu Lady Mariella von Dornwald und beichtete ihr das er keinerlei Anzeichen einer Schwangerschaft bei Fräulein Midame erkennen konnte und er nun auf das Ergebnis des Krötentests warten müsse, welches im am morgigen Tage vorliegen sollte. So verabschiedete er sich von ihr und ging zurück in die Heilerstube und fertigte den Bericht an, welchen er am Tag darauf bei Mariella ab lieferte.
Bericht
Meine Untersuchungen an Anveena Midame:
Äußere Erscheinung:
Person hat offensichtliche Foltermerkmale und Würgemale, ansonsten ist sie am Leben.
Geistiger Zustand:
Person ist bei klarem Verstand, keine Geistige Störung festzustellen
Schwangerschaft:
Person zeigt keine Äußerlichen Merkmale einer Schwangerschaft und der angewandte Krötentest zeigte zweifelsfrei das besagte Person nicht Schwanger ist.
Gez. Kilian Heilsan,
Heiler und Alchemiemeister
Heilerstube Heilsan in Adoran
Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2012, 16:05
von Anveena Midame
Schritt eines ihres letzten Planes war getilgt.
Mehr ein Glücksfall, erleichterte sich die Überzeugung, als gedacht.
Wer hätte wissen können, dass jener ein Mensch war, den Sie kannte. Es brauchte keinerlei Manipulation, keinerlei Einfluß auf den Geist des Menschen zu geben. Nein, Kilian half ihr, dessen war Sie sich sicher.
Doch er war nur ein Übel, was Sie aufhalten konnte.
Das andere waren die Magier.
Doch wie sollte man Sie täuschen können? In dieser Zelle, vernetzt mit Runen, die jegliches Wirken von Aussen verhindern sollten?
Und Sie selber war des Rabengottes Macht geraubt. Er selber griff Sie am Halse und entzog ihr dessen, was Sie einst so brauchte.
Sie seufzte sacht, der Blick in die Schwärze.
Krathor würde ihr wohl kaum helfen, mehr, Krathor dürfe nicht wissen, was Sie vor ihm verbergen und schützen wollte.
Es musste eine Komponente, einen Weg geben, den Sie nicht bedacht hatte, es gab immer einen.
Doch diesmal schien es ausweglos.
Anveena bemerkte nicht, wie Sie wohl einschlief, doch das letzte, an das Sie sich erinnerte war, wie Nebel in der Zelle aufstieg und ein rotes Licht sie aus dem Bette trieb.
Sie blinzelte einige Male und rieb sich über die Augen...war es möglich?
"Simoen...", hauchte Sie leise, als Sie ihre Schwester in ihrem roten, blutaderpulsierenden Kleide mit diesem hässlichen Hut vor sich kam, ein sachtes, leicht süffisantes Lächeln auf den Lippen.
"Anveena, meine Schwester", entgegnete Sie ihr. "Wie schäbig dich so zu sehen. Du warst doch um soviel Besser als das lichte Pack, dass dich nun wie ein Tier hält."
Anveena musste unweigerlich ob der Worte schmunzeln.
"Sieh dich an, deine Schönheit ist vergangen, deine Macht hinfortgerissen...warum nur, tust du dir das alles an? Du warst doch SEIN Liebling. Du beschertest ihm soviele Seelen und verbreitetes Schrecken und Leid unter unseren Feinden. Deine Schönheit liess Bauern wie Könige bezirrzen, elegant und dennoch bodenständig. Und nun? Dreckig, in schlichter Kleidung, vernetzt mit einem Geflicht aus Eiter und Blut. Es trübt mein Herz, dich so zu sehen."
Anveena blickte auf, erhebte sich dann und trat vor die Geisterhafte Erscheinung. Es schien, als stünde die Zeit still...mehr, als hätte jene keinerlei Relevanz.
"Ich bin machtlos Simoen...und dennoch, ist es der Weg, den ich gehen wollte."
Anveena blickte an sich herab, dann in die Augen Simoens.
"Leider...endet es nun...mein Opfer wird sinnlos sein, abermals wird der Rabengott den Sieg davon tragen und ich ärgere mich nur, es nicht vollenden zu können. Von dieser Welt zu gehen im Wissen, ich konnte nicht alle beschützen."
Sie seufzt und wischt sich eine Träne aus den Augen, als Simoens blasse Hand ihr an die Wange greift.
"Du bist nicht machtlos. Krathor nahm dir deine Macht. Ja. Doch dies war nie die einzige, die du in dir trugest. Du verstandest es immer, deine Macht zu regenerieren, indem du die Lebensessenz anderer an dich gerissen hast."
Anveena musste leicht auslachen.
"Du erheiterst mich Schwester. Woher soll ich ein Opfer finden? Die Gardisten werden mir wohl kaum ein Lebewesen zum aussaugen geben. Zudem, braucht es eine Grundessenz, um dies zu vollführen, nicht einmal die habe ich."
"Und wieder irrst du. Du hast die Grundessenz...erinnere dich an jenen Tage, als Rafael dich in Berchgard niederstreckte. Ich rettete dich, ich gab dir ein neues Leben. Doch dafür musste ich etwas opfern."
Und da kam es Anveena wie ein Blitz in den Kopf.
An jenen Tage regenierte Simoen Anveena, erschuf ein neues Abbild jener Person und speiste ihre Seele darein.
Seit jeher hatten beide Erzfeinde eine stetige Bindung zu einander. Es war die Ironie, die Frauen, die sich seit ihrem Eintritt zu den Dienern, am liebsten gegenseitig umgebracht hätten.
Simoen flöste ihr etwas von sich selber ein. Ein Teil in ihr war Simoen. Es speiste Sie mit Leben und raubte Simoen selber einiges an Macht.
"Schwester, das war der Grund, warum deine Macht so heranwuchs. Du nahmest nicht nur die von Krathor auf, nein, du nahmst auch immer etwas von meiner in dich auf. Und diese existiert in dir. Er hat sie dir nicht genommen, da er sie nicht kennt. Du bist im Stande, zu wirken."
Anveena verstand nun. Die Runen an den Wänden hielten Magie von aussen fern, verhinderten auch, dass Magie nach aussen dringe.
Doch es würde ein Wirken auf sich selber nicht verhindern.
Krathor würde diese Essenz als Simoens spüren, der Richter würde ins Lied eingreifen, wenn Simoen darum bete...wenn der Teil von Simoen in ihr die Wirkung fordern würde.
Sie blickt dann auf, ehe Anveena leise spricht: "Wenn ich das tue, Schwester, wird es vielleicht als Verrat gelten und du wirst mit mir hinabreissen. Der Rabengott ist nicht dumm."
Simoen lächelt sacht, ehe sie mit den Schultern zuckt, dann nach Anveenas Hand griff.
"Ich liebte dich immer Schwester. Wenn du zu Grunde gehst, reisst du mich mit...während meine Macht dich in den Tot reisst. Am Ende, haben wir beide, was wir uns immer wünschten."
Anveena musste lachen, als ihre Schwester in diesem sarkastischen Tone sprach. Und dennoch wusste Sie, Simoen würde ihr folgen.
"Ich werde dennoch versuchen, es vor dem Richter zu verbergen Schwester...du weisst doch, ich tue dir ungerne einen Gefallen."
Ihre Finger umschlossen dann Simoens Finger. Es war verrückt...so sehr die beiden sich hassten und verachteten...sie konnten nie ohne einander.
Es lag nicht an der Lebensessenz in Anveena, die sie verbund. Nein, es sollte wohl Schicksal sein, dass diese beiden Sturrköpfe den selben Weg gingen.
Und mag es auch vielleicht Schicksal sein, dass die beiden am Ende gemeinsam hinabfahren. Das mag keiner vorhersehen.
Sie drückt sacht die Hand, Sie verstand nun, was zu tun war. Sie brauchte keine Lebensessenz von einem Fremden, sie hatte selber welche zu geben.
Sie würde einen Schutzwall um das Ungeborene legen, dieser chaotische Eingriff ins Lied, ungewollt von jenen Seelenfresser bewirkt, der diese Täuschung im ersten Moment nicht wahrhaben will, wird ein Schreckensbild für jeden Magier widergeben, der sich diese ansieht.
Wer weiss, was er sehen mag...ein Fluch in ihrer. Die tötliche Klaue Krathors selbst in ihr. Egal was sie interpretieren mögen, sie würden nicht das Ungeborene sehen. Als einziges, reines Licht in ihrem Körper, während Sie sich die Lebensessenz nimmt und in diese fahle Dunkelheit hinabgleitet, die einst Serra zum Dasein berechtigte.
Ein letztes Mal, der letzte Plan, die finale Täuschung...als Anveena Midame...für den Schutz dessen Wesen, das Sie so sehr liebte.
Sie hob einen Mundwinkel, blickte zu Simoen und sprach flüsternd: "Du hattest Recht Schwester...immer...die Liebe prägt auch uns Diener. Wir können uns ihrer nicht entreissen...und wir können ohne Sie nicht leben."
Wieder ein sachtes drücken ihrer Hand.
"Du hattest immer Recht...und ich unrecht."
Ehe die Arme sich um Anveena legten, sie die Gedankengestalt ihrer Schwester drückte, ein leises Flüstern zu vernehmen ist:
"Ich liebe dich Schwester." "Ich dich auch."
Ehe der Nebel die Gestalten umschlang und Anveena die Augen aufriss, auf die Decke der Zelle starrend, die Beine im Bette ausgestreckt.
Ruckartig erhob Sie sich. Blickte sich um. Der wachhabende Gardist war nicht da. Er schien oben etwas zu suchen oder zu tun.
Schnell warf Sie sich auf die Knien, schloss die Augen und entfernte sich den Schal.
Sie betete, leise, gedanklich, konzentriere sich, suchte danach, in ihrem inneren, bis Sie fündig wurde. Ihre Gesichtszüge verhärteten sich. Sie hatte eine Verbindung aufgebaut, man schenkte ihr gehör...nein...man schenkte Simoen gehör.
Sie griff sich an den Hals, wo die Abdrücke von Krathors Klaue noch immer die Wunden frisch hielten. Sie presste selber daran, würgte sich förmlich, als Blut hinausströmte, sich über ihre Finger legten.
Die Macht war da, das Gebet gesprochen, das Blutopfer vorhanden.
Sie spürte innerlich, wie sich eine dunkle, schützende Präsenz um ein Wesen legte, gleichzeitig, wie ihre Lebensenergien sich von ihr lösten mit dem herauspressenden Blut. Noch ein Stück...ein weiteres Stück...bis ihr Schwarz vor Augen wurde und Sie ohnmächtig nach vorne kippte.
Wer weiß, wielange Sie da lag, doch der wachhabende Gardist schien ein wenig Panisch, dass die Gefangene in seiner Dienstzeit stirbt. Er rief ihr zu, er fluchte, aber wollte die Zelle nicht öffnen, aus Angst, es wäre eine List.
Anveena öffnete langsam die Augen und erhebte sich von der Blutlache, auf der Sie lag. Sie atmete tief ein, brauchte einige Sekunden, bevor Sie sich zittrig auf die Beine stellte, den Gardisten anblickend, ihr Haare ins Gesicht fielen.
Sie stapfte vorwärst, an die Waschschüssel, wo ein Spiegel hing und tastete ihr Gesicht ab.
Sie wirkte älter, einige Falten bildeten sich...doch das liess sich überspielen. Mehr aber, ihre Haare haben viele, weiße und graue Strähnen bekommen. Sie kannte die Wirkung dieses Machtraubes, ihr blieb nun nicht mehr lange Zeit, ehe der Schutzwall in ihr Sie vollends verenden liess.
Dem panischen, wissbegierigen Gardisten berichtet Sie, dass ER wieder da war. Er weitete die Augen, stammelte nur vor sich hin, nicht im Stande, seinen Namen aussprechen zu wollen, als Anveena es tat: "Krathor packte mich wieder...und kostete an mir. Er freut sich, mich bald in seine Klauen zu schliessen."
Das, so dachte sich Anveena, sollte reichen, um ihre körperlichen Veränderungen zu erklären. Die Magier waren nicht dumm. Ihr Wissen überstieg das vieler Priester. Doch mit dem Wirken des Seelenfressers, hätten Sie wohl nicht soviel Erfahrung, wie Anveena.
Sie konnte nur hoffen, das Sie es glauben würden. Die Präsenz, die Soe spüren, mag alles andere, als ein ungeborenes Kind sein.
Sollen Sie denken, was Sie wollen. Doch sollen Sie sich beeilen. Lange würde Sie diese Tarnung nicht aufrecht erhalten können...der Scheiterhaufen müsste nun gebaut werden.
Sie liess sich dann seufzend auf das Bett nieder. Legte ihr Gesicht in ihre Hände und lächelt sanft: Und dennoch...es hat geklappt.
Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2012, 18:02
von Alindra de Feruin
"Gut. Ich habe einen Heiler kommen lassen und er hat eindeutig festgestellt, dass sie nicht schwanger ist. Ihr dürft euch ebenso noch davon überzeugen, dass dieser Bericht der Wahrheit entspricht."
Mit den Worten von Mariella von Dornwald im Kopf schritt sie durch die Straßen Adoran, auf dem Weg zur Kommandatur, zum Kerker. Dem Kerker, in dem seit einigen Tagen und Wochen die ehemals liebste Dienerin des Rabendämonen "zu Gast" war und auf ihre Hinrichtung wartete.
Es hat lange gebraucht, bis Alindra ihre Gräfin soweit überzeugt hatte, dass sie noch ein letztes mal eine Untersuchung durchführen soll, eine deren Ergebnisse ein für alle mal über jeden Zweifel erhaben sein sollten. Ein glücklicher Umstand sorgte dafür, dass die Magierin nur einen Tag später auf Shalaryl traf. Die beiden kannten sich schon sehr lange. Alindra war noch ein halbes Kind, eine halbstarke, die frisch am Konvent aufgenommen wurde. Für die Augen der Elfin war die Menschenmagierin wohl noch immer ein Kind, wird es ihr ganzes Leben lang bleiben. Dennoch willigte sie bereitwillig ein mit ihr zusammen die Untersuchung an Anveena vorzunehmen. Sie sollte bestätigen, was man am Tag der Verhandlung und danach auch in ihr sehen konnte: Eindeutig eine zweite Essenz, schwach, rein.
Draußen vor dem Gebäude wartete die filigrane, grüne Gestalt schon. Beide begrüßten sich höflich und kurz und überwindeten dann die schwere Zellentür. Drinnen wartete schon wie üblich ein Gardist, der eindeutig nicht gern hier im Kerker war - wer kann es ihm bei einer ranghohen Krathordienerin und einem Letharen als Nachbarn verübeln.
Die Erscheinung des Untersuchungsobjektes war schlicht gesagt jämmerlich, jämmerlicher als Alindra es in Erinnerung hatte. Sie wirkte nun noch deutlich blasser, hagerer und irgendwie grauer als zuvor. Es schien ihr, als wäre sie innerhalb der Tage seit der Verhandlung schlagartig gealtert. Eine Spur Mitleid machte sich in ihrem Herzen breit. Das ihr gegenüber war ein Monster, eines der schlimmsten, mit denen sie je zu tun hatte, und doch zeigte sie nun Reue, hat etwas im Leben gefunden... Sinn... Liebe. Jetzt war jedoch keine Zeit für derartige Gefühle. Die Gefangene war zum Tode verurteilt, ihre Seele war verloren und ihr Lebenswerk ein Haufen aus Leid, Blut, Perversion und Tod. Krathor würde ihre Seele nie freigeben, egal was sie auch tat.
Damit war zu rechnen: Anveena saß einfach nur da, kalt, unbekümmert, irgendwie innerlich schon lange tot wirkend. Die beiden Magierinnen standen vor ihr, hatten ihre Hände nach ihr gereckt, ihre Sinne aufs feinste geschärft und stimmten sich auf das Lied ein. Alindra suchte routiniert die Umgebung ab, fand sich schnell ein und konnte nach kürzester Zeit die verschiedenen Personen finden. Die Elfe dicht neben ihr, sich selbst, der kakophone, ekelhafte Klang des Letharen. Dann noch etwas, wohl der Gardist. Gezielt lenkte sie den Geist auf die Rabendienerin vor ihr und begann ihre Essenz zu sondieren. Kleine Applikationen, Engriffe, ein vorsichtiges Abtasten und Analysieren. Die Augenbrauen der Erzmagierin hoben sich nach und nach verwundert. Das konnte doch nicht sein? Die Essenz war durch und durch korrumpiert; Die Kralle des Raben hatte sie fest umschlungen. Das war alles nichts neues. Doch dort, wo sie noch vor wenigen Tagen das reine Leben, den Schimmer Eluives Wunder sah, war nurnoch kalter Tod...
Nach weiteren langen Momenten, in denen sich die Magierin versicherte, nahm sie zusammen mit der Elfe die Position vor der Zelle ein. Beide tauschten sehr leise Worte, Einschätzungen und schließlich wurde laut das Ergebnis geäußert:
"Es ist tot. Dein Kind ist tot. Krathor hat es zu sich gerissen." Die Stimme war alles andere als freudig. Es klang sogar ein gewisser anschuldiger Tonfall mit, als hätte die Nexa selbst ihr Kind beseitigt.
"Das ist allein eure Schuld!", Anveenas Temprament flammte auf und sie erhob sich aus dem vorhin noch so lethargischen Zustand auf dem Bett und trat an die Gitterstäbe. "Ihr habt es umgebracht... IHR seid alle schuld, dass die arme Seele Krathor anheim fiel!" Mit den Worten spuckte sie Alindra sogar direkt an. Nur ein erschrockenes zurückzucken verhinderte, dass sie im Gesicht getroffen wurde. So zeigte sich nur ein kleiener Fleck auf der Brust.
Noch einige Minuten wurden mehr oder minder hässliche Worte getauscht, Beleidigungen und Anschuldigungen ausgesprochen, ehe die kleine Magierdelegation den Kerker verließ. Alindra bedankte sich bei Shala für ihre Hilfe und ging zerstreut zur Residenz von Dornwald. Die Gräfin würde gleich erfahren, zu welchem Ergebnis sie gekommen ist. Nichts, absolut garnichts, gab es mehr, das der Hinrichtung im Weg stand. Der kleine Hoffnungsschimmer, das kleine Gute, das Anveena noch in die Welt hätte bringen können war fortgerissen. Noch immer drehten sich die Gedanken: Abtreibung? Hat sie es wirklich selbst getötet? Das konnte nicht sein. Sie wollte das Kind retten, nicht es Krathor einfach überlassen. Vermutlich einfach zu viel Stress und schlechte Bedingungen. Der Kerker ist ziemlich kalt, eine Schwangerschaft im frühen Stadium sehr anfällig. Das Schicksal hat wohl nicht gewollt, dass dieses Monster ein Leben schenkt. Versunken lief die Magierin den Weg entlang, der Schnee knirschte gequält unter ihren Stiefeln...
Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2012, 21:06
von Shalaryl Di'naru
Zugegeben, es war nur recht selten der Fall, dass sie mit einer "Magierin"
übereinstimmte. Dies war eine dieser Ausnahmen. Nach einem sachten
Tasten, suchend nach einem zweiten Klang in der Körpermelodie der
Rabendienerin, zeigte sich in Alindras Miene das Gleiche, was auch sie fühlte:
Dort war kein Leben, kein sachter Klang, der noch zu einer eigenen Melodie
anschwellen musste. Dort war kein Kind mehr.
Die Erlebnisse des letzten Abends und die unruhige Nacht darauf konnte sie
zum Glück kaschieren und selbst wenn man ihr noch etwas ansehen oder
-merken würde...sie war eine Waldelfe und untersuchte hier eine Raben-
dienerin in einer steinernen Zelle ohne Himmel über sich inmitten einer
Menschenstadt. Eine gewisse Anspannung war da nur verständlich. Zumal
es sie nicht ernsthaft einschränkte...zu hören, ob an einem bekannten Ort,
der in diesem Fall der Bauch genau vor ihr war, ein weiterer menschlicher
Klang war oder nicht, stellte keine schwierige Übung dar.
Somit blieb ihr nur, Alindras Ergebnis zu bekräftigen. Dort war kein Kind...
Verfasst: Sonntag 12. Februar 2012, 21:01
von Rafael von Arganta
Alles sollte ein Ende haben auch dies hier.
Rafael wusste kaum noch was er fühlen sollte. Hass?
Immer war es Hass wenn es um diese vermaledeiten Rabendiener ging.
Aber Anvena... Hass...
Er konnte sie nicht wirklich hassen, es war eher Wut. Hilflose Entäuschung darüber das er sie als wahre Freundin gesehen hatte.
Himmel nochmal Temora hilf.. er hatte sie GEMOCHT!
Fast hätte er es in die Nacht hinaus geschrieen.
"Ich habe dich! Eine Rabendienerin gemocht !!!"
Er schnaufte auf, kippte das zweite Glas Wein herab wie einen guten de Winter Cognac, den er jetzt gerne gehabt hätte.
Sie hatte den Scheiterhaufen verdient.
Soviel Tod soviel Verrat wie sie mitbrachte, und Rafael wusste im Moment nicht einmal was ihn mehr schmerzte.
Das sie eine Rabendienerin war oder das er sich so verraten von ihr fühlte.
Freundschaft ...
Was war das schon?
Temora, er hätte sie sogar als FREUND gen Traualtar zu ihrem Niel geführt.
Ihr Trauzeuge vor TEMORA.
Er warf das Glas gegen die Wand wo es zerschellte.
Kra'thor was brinst du uns noch außer Tod und Zerstörung.
Verrat ...
Wie hatte sie nur so nah an ihn herankommen können.
Und jetzt ?
Gleich würde sie brennen... gepeitscht und verbrannt.
Er sollte Genugtuung fühlen und doch war da nichts als ein wenig Bedauern und Leere.
Bedauern über das wie es endete.
Keine Kreatur in seinen Augen sollte leiden müssen. Egal wer oder was es war.
Auch er wünschte sich den schnellen Tod so es ihn einmal ereilen sollte.
Aber hier ging es auch um eine Seele die nicht in Kra'thors Hände fallen sollen.
Und vielleicht gab es wirklich keine andre Möglichkeit.
Nein... und das war noch ein Grund mit, Kra'thor noch mehr zu hassen als er es jetzt schon tat.
Verfasst: Sonntag 12. Februar 2012, 23:33
von Anveena Midame
So läuteten die letzten Stunden in ihrem Leben ein.
Es gab noch ein ausführliches Essen, wobei, angesichts des Frasses, den Sie vorher bekam, wäre alles eine glorreiche Henkersmahlzeit gewesen.
Ein letztes mal bürstete sie sich die Haare, wieso Sie das tat, war ihr nicht klar.
Vielleicht sollte der Henker schönes Haar rasieren dürfen?
Ihr Körper jedoch war dem Zerfallen nah. Dieses letzte Ritual frass Sie förmlich von innen heraus auf. Sie spürte, wie Sie alterte, wie ihre Lebensessenz Sie verliess.
Doch auch, spürte Sie das unschuldige Wesen ihr ihr. Jenes, was ihr Kraft gab, die letzten Schritte zu gehen.
So kam er dann, ein Priester, wandte sich ihr zu, sprach mit ihr. Mag es die Erkennung sein, egal was Sie sagen würde, es wäre egal, offenbarte Sie sich ihm.
Ja, nun wo es so in greifbarer nähe war, zeigte Sie reue und weinte.
Lilian stand da, sie wäre am liebsten zu ihr gerannt, sie in den Arm geschlossen. Doch das konnte und durfte Sie nicht.
Der Priester schloss mit einer Art Ritual ab, vielleicht ein Hoffnungsschimmer, dass ihre Seele aus den Fängen Krathors entreissen würde?
Doch diese Hoffnung sollte Sie erst nicht aufkeimen lassen. Wichtiger war, dass ihr Kind in Sicherheit war.
So erhebte sie sich, ein Gedankenblitz schon ihr in den Kopf, Lilians Stimme, die leise flüsterte: "Vielleicht verzeihe ich irgendwann dem Menschen Anveena."
Sie wünschte, sie hätte mehr Zeit gehabt, sich aufzusprechen, das Gefühl verlierend, alles erledigt zu haben, ehe Sie ihren letzten Gang antrat.
Doch sie wusste, dass dies nicht geschah.
Sie drückte Aaron einige Briefe in die Hand, mit der Bitte, sie Lilian zu geben, sie wüsste, was damit zu tun sei.
Dann kamen Sie, Mariella und all diese Gardisten. Ihr letzter Wunsch, der Schal, den Sie immer um den Hals trug, würde Sie behalten dürfen.
Das letzte Fünkchen nähe, die letzte Art, ihren geliebten Niel an sich zu spüren, ehe Sie durch Adoran gingen.
Es war totenstill, solange, bis Sie den Henkersort erreichten.
Viele Menschen hatten sich zu dem Spektakel eingefunden, viele Gesichter, die Anveena kannte, auch einige Brüder und Schwestern in ihrer Tarnung.
So bestieg Sie den pompösen Scheiterhaufen, liess sich die Hände auf den Rücken verbinden und blickte hinab auf die Meute, wie eine geschlagene Königin auf den Thron.
Sie erblickte Elanora...weit entfernt Rafael...Aram an der Brücke...Magnus in der ersten Reihe...und Drakhon an Rande.
Sie seufzte, diese Beschaulustigung sagte ihr nicht zu.
So wurden Reden geschwungen, von Mariella...von Aaron, ehe der Henker sein Werk begann.
Er rasierte ihr die Haare, wie innerlicher Schmerz besah Sie jene hinabfallend, spürte wie Stiche, als die Schere jene von ihrem Körper trennten.
Sie liebte ihre Haare immer so sehr...und nun, kahlgeschoren, mit faltigem Gesicht, fahlenden Augen, war Sie das Monster, das Sie seit Geburt her war.
Welch Ironie...nach allem, ist Sie nun wieder an diesem Punkt.
Sie hat soviel Leid zugefügt, sovielen weh getan...nur um am Ende nichts zu haben...rein gar nichts.
Dann spürte Sie den kalten Windhauch, als man ihre Robe am Rücken aufriss.
Die Stimmung unter den Menschen war gespalten...einige genossen es wie eine Theateraufführung, schienen keinerlei Respekt oder Ernst diesem zu zollen. Anderen drehte bei jedem Peitschenhieb der Magen um und Anveena fragte sich, weshalb Sie dann zu soetwas kommen würden.
Die Schmerzen durchdrangen ihren Körper, ihr Geist wollte entfliehen, ihr Fleisch gab schon auf.
Eine Melodie drang durch ihren Kopf, eine schöne, seichte Tanzmusik und sie erinnerte sich an jenen Tanz mit ihrem Bruder Drakhon...es liess ihre Gedanken schweifen, fern bringen an einem anderen Ort. Fern von den Schreien, die aus ihrem Mund gepresst kamen.
Und so erblickte Sie dann nur noch die Fackel, die sich in das Holzwerk bohrten und um sie herum das Geschehen in peitschende Flammen und dichtem Rauch verwandelte, während viele Stimmen an ihr Ohr drangen.
Es raubte ihr die Luft, sie keuchte, sie rang nach Atem, während die Flammen sich in ihr Handfleisch bissen und sie von den Fesseln lösten.
Sie wirft diese sofort nach vorne, umschlingt sich und legt die Hände auf den Bauch, leise, nur für sie hörbar flüsternd:
"Es ist geschafft...ihr Lieben...es tut mir so schrecklich leid...aber...es ist geschafft."
Ein letzter Gedanke, ein schönes Bild vor ihr, ihre Freunde, ihre liebsten, wie sie lachen, winkend sie begrüssten, auf sie warteten.
Eine Welt, fern ab von all den Schandtaten, dem Schmerz, den Sie anderen zugefügt hat, sah Sie sie alle. Sie sehnte sich nach diesem Ort, nach den Menschen, die sie so sehr liebte. Möge Niel ihr Kind in Eluives Armen nach seinem Tode finden und es behüten.
So kam ein letzter Aufschrei, als die Flammen ihren Körper durchbohrten und Sie dann für immer verstummen liessen.
Der leblose Körper nach verbranntem Fleisch zusammensackend und weiter nur die Flammen anheizten, bis irgendwann nur noch Asche da war.
So war es, das Leben der Anveena Midame. Ausgelöscht, am Ende der Scheideweg aus ihren Entscheidungen.
Am Ende vielleicht, doch nur ein Mensch, der Fehler began und soviel versuchte, wie zu retten war...dafür das opfernd, was sie am meisten solange liebte: ihr eigenes Leben und den Tot wie einen Freund in Empfang nahm...erkannte Sie nun, dass Sie ihn nicht fürchten musste.
Verfasst: Sonntag 12. Februar 2012, 23:50
von Anveena Midame
Wenn Aaron wirklich Wort gehalten hat und Lilian die Briefe übergab, mag Sie 5 Umschläge bekommen.
Auf einem steht der Name "Rafael", auf dem zweiten ihr eigener, auf dem dritten steht "Liam", der vierte wird mit "Aaron" betitelt, den sich jener vielleicht schon selbst genommen hat... auf dem letzten mag "Niel" stehen.
Wenn Sie ihren öffnet, kann sie folgendes lesen:
"Meine liebste Lilian,
nun bin ich tot und ich bereue nur, dass ich dir vielleicht nie alles erklären konnte, ebenso, zu wissen, wie sehr ich dir doch am Ende schadete.
Ich weiß, es ist eine Art Grausamkeit, die schändlicher ist, als alles, was ich vorher verbrochen habe: Ich habe dein Vertrauen missbraucht und dir als Freundin soviel Leid zugefügt.
Ich wünschte, ich könnte sagen, wir sehen uns im nächsten Leben wieder.
Ich wünschte, ich könnte versprechen, es von nun an besser zu machen.
Doch das kann ich nicht.
So verbleibe ich mit den Worten, dass nie diese Freundschaft eine Lüge für mich wahr, im Gegenteil, du mir mit eben jener die Augen geöffnet hast und mir den richtigen Weg zeigtest.
Mag er zu spät gekommen sein, wisse, dass du als Mensch es vermagst, selbst den dunkelsten Kreaturen Licht zu schenken und den Hoffnungslosen die Menschlichkeit wieder zu geben.
Ich habe dich geliebt wie eine Schwester und wünschte, wir hätten uns zu einer anderen Zeit unter anderen Umständen kennen gelernt.
Mögest du mir jemals verzeihen.
Deine
P.S.: Das Kind ist vor Krathor gerettet. Ich hätte mehr als mein Leben und meine Seele dafür geopfert. Danke dir, dass du mir beistandest."
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Rafael mag widerrum, sollte der Brief den Weg zu ihm finden, folgendes lesen:
"Rafael, mein lieber Rafael,
welch unbändige Wut muss durch dich fahren. Welch Hass und Zorn du auf mich verspüren.
Es ist verständlich.
Wenn du dies liesst, habe ich meine Hinrichtung bekommen. Doch möchte ich dir einige letzte Worte sagen:
Die Beziehung zu dir war Anfangs ein Plan, ja. Doch ich lernte dich kennen, sah deine Fürsorge, fühlte mich das erste mal in meinem Leben verstanden und geborgen.
Du warst wie ein Vater für mich, den ich immer gebraucht hätte und als du mir die Zustimmung erteilt hast, du würdest mich an den Traualtar führen, war es der schönste Moment mit in meinem Leben.
Ich wünschte, ich hätte viele Dinge korrigieren können. Wünschte, ich hätte einen anderen Weg gefunden, um dir zu zeigen, dass ich nie unsere Freundschaft spielte, noch dich hintergangen habe.
Ich nutzte nie unsere Beziehung für den Rabendämon aus, nie manipulierte ich dich.
Ich weiss, du wirst mir nie verzeihen können. Eine Tatsache, die mich schmerzt, mir zeigte, wieviel Leid ich dir angetan habe.
Und dennoch, will ich dir danken.
Du bist einer jener Menschen, die mich erleuchteten, mir meine Menschlichkeit aufzeigten. Ich wäre für dich gestorben, wie ich es damals bei dem Pfeil getan hätte.
Bitte verliere nicht den Glauben an die Menschheit, im Gegenteil, erkenne, was gutes du getan hast...das schlimmste, verdorbenste Wesen auf den Landen mit Liebe erfüllt und es so auf den, vielleicht, richtigen Weg gebracht hast.
So bitte ich dich, lebe dein Leben...und hoffe, dass du vielleicht irgendwann an mich denkst als Anveena...und daran, dass ich deine Freundin war.
In ewiger, dankbarer Liebe
deine
."
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Aaron mag in seinem Brief folgendes lesen:
"Möget ihr Recht haben...und wir uns vielleicht im Jenseits unter Eluives Gnaden wiedersehen...ich danke euch für euren Beistand und eure Hilfe.
."
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Liams Brief beinhaltet folgende Worte:
"Ich danke dir, Liam. Erkenne an all das, wie Schrecklich der Rabengott sein mag und vergesse nie, wie kalt seine Krallen um einen sein können.
Danke für eure Anwesenheit in den letzten Stunden meines Lebens.
."
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Niels Brief ist versiegelt und wer weiß, ob er jemals den Weg zu ihm finden wird.
Er ist aber mit Anstand der dickste und es scheinen viele Blätter in dem Umschlag zu stecken, welcher feuchte Stellen aufweist, die von Tränen kommen könnten.
Verfasst: Montag 13. Februar 2012, 12:24
von Arlon Benjamin
Er kannte sie nicht... diese Anveena Midame. Jedenfalls hörte er hin und wieder ihren Namen, so glaubt er. Arlon stand in seiner Reichsrüstung da und hörte nur seinen Magenknurren. Der Rekrut stand stramm da mit seiner prächtigen Waffe in der Hand. Vorhin noch stellvertrettender Lord der Allianz, nun ein kleiner Rekrut, innerlich schmuntzelte er amüsiert. Elanora war beeindruckt als sie erfuhr, er sei ebenso der Lord der Adlerfeste. Wieder Schmuntzelte er innerlich amüsiert, während er auf den Scheiterhaufen blickte. Mariellas Rede war eindeutig viel zu lang. Er beobachtete, wie einige der Menschen langsam an der zunehmenden Kälte leiden. Ihm macht jene schon seit Jahren nichts mehr aus. Und auch das betrachten der Frau auf dem Scheiterhaufen brachte keine Glücksgefühle auf. Zehn Peitschenhiebe vor der Verbrennung. Wahrlich, sie muss ja wirklich etwas sehr Schlimmes getan haben. Arlon wusste nur, dass sie eine Rabendienerin sei, aber sie ist nicht die Erste, die er je zu Gesicht bekam. Im Großen und Ganzen sortierte er jene "Gestalten" den Nekromanten zu... oder doch nicht so hoch. Zehntausend willkürlicher Gedanken schwirrten durch seinen Kopf. - Nekromanten? Ach nein... die sind viel sympatischer und auch unheilbringender. Der Blick ging gen Himmel.
"Verdammt viel Vogelvieh für einen eisigen Wintertag..."
Murmellte er leise für sich. Und als dann die Peitschenhiebe zu erklangen begannen und einer der Menschen feurig nachzählte und jubelte, so schien es Arlon, überkamen ihn die alten Erinnerungen. Folter, Schmerz, Hass.. und zu "guter" letzt der Tod. Er befürwortete nie die Folter. Es ist seiner Meinung nach einfach zu unsicher. So gut wie jeder würde ab einen bestimmten Grad an Schmerz alles von sich behaupten und alles bejahen, wenn die Schmerzen dafür aufhörten. Sein Blick viel auf den Henker. Jener machte seine Arbeit gekonnt und scheinbar wollte er danach nur verschwinden. Einige hielten sich einen Taschentuch vorm Mund, als der Henker an ihnen vorbei saußte. Er war auch nur ein Mensch, der seine Arbeit tut. Leider muss es ja scheinbar irgendwer machen und Arlon war nur froh, dass es nicht er war. Das hätte er nicht gekonnt, nicht heute... früher vielleicht aber das hat er hinter sich gelassen. Der Scheiterhaufen fing an zu brennen. Der Duft von verbrantem Fleisch verteilte sich. Arlon steckte ein Klos im Hals und ihm machte das Gedrängel und die stöße nichts mehr aus. Alles prallte an ihm ab und er stand da, das lodernde Feuer spiegelte sich in seinem Augen und sein Herz fing an kräftiger zu Schlagen.
Selbst wenn er nicht der Henker war und er diese Anveena Midame nicht kannte, irgendwie fühlte er sich wie einer. Der Moment brachte die alten Zeiten hoch... Erinnerung, auf die er ganz und gar nicht stolz war.
Schnell sammelte er sich wieder und schluckte schwer. In diesem Moment wollte er nurnoch eins - Weg hier!
Eine rasche Patroulie zum Eingang Adorans, dort soll angeblich etwas geschehen sein... toten Stille. Nur ein Liebespäärchen oder so.. Er meint Niowe erkannt zu haben, jene Dame ist er auch schon lange nicht mehr über den Weg gelaufen. Sie ist zwar etwas stur, aber wenigstens konnte man sich mit ihr unterhalten...
Aber nun schleunigst zurück und sich abmelden.. mit Erfolg. In Metall gehüllt und mit dem Klingenstab in der Hand huschte Arlon Richtung Strand. Er muss den Kopf wieder frei kriegen.
Verfasst: Montag 13. Februar 2012, 12:24
von Lucien de Mareaux
Es widerte mich an.
Fast grenzenlos alles widerte mich an. Einem jeden, der dort stand, seine Abscheulichkeiten verlauten ließ und sich benahm wie der letzte Pöbel aus der Gosse, widerte mich an in dieser Stunde – und irritierenderweise schämte ich mich inständig für das, was ich war allein, wegen dieser Leute. Keine Skrupel indes hatte ich dabei mir diese Leute danebenstehend sehen zu wollen, damit das Rufen und Geifern nur ein Ende hätte.
Einmal mehr stellte ich fest, dass Hinrichtungen im Grunde dazu da waren, die schäbigste Seite der Menschheit herauszukehren, so wie Eiter aus einem Pickel austrat, wenn er nur reif genug war. Respektlosigkeit war wohl das größte Geschwür auf der Erdkruste, auf der wir uns bewegten. Vielleicht waren die tieffliegenden Witze, die dummen Sprüche, die Schmährufe, das Rumgreinen wegen eines verbrennenden Schals zumindest stellenweise der Grund, das eigene Unbehagen zu überspielen. Für manche von ihnen galt das jedoch ganz und gar nicht. Das Bewusstsein gerade um letztere Anwesende trieb mir die Galle hoch. Das Wissen darum, wer zu eben denen gehörte, machte es kein Stück besser.
Ich empfand keinerlei Freude an dem, was ich sah und hörte an dem Platz. Abscheu, das traf es weit eher. Vielleicht war es auch das, was mich dazu anhielt, den zarter Besaiteten neben mir wenigstens um das wenige beizustehen, was in so einem Moment möglich war. Gehen wollte ich indes nicht.
Es ging mir nicht um die Verurteilte. Ich war aus ganz egoistischen Gründen da, auch wenn ich es mit keinem Wort zugegeben hätte, hätte mich jemand anderes als meine Frau danach gefragt. Ja, ich kannte sie. Ja, ich fand, sie hatte diesen Gang verdient und womöglich noch weit mehr als das. Zugleich aber rief mir dieses ganze Ereignis ins Gedächtnis, wo ich landen würde, machte auch nur eine falsche Person Entdeckung davon, was ich selbst alles verbrochen hatte. In Anbetracht der baldigen Geburt des eigenen Nachwuchses war das der wohl beste Augenblick, um darüber nachzudenken, wie es weitergehen sollte. Nicht so, wie bisher, soviel war mir klar, aber wie, das bei weitem noch nicht.
Die Schreie holten mich oft genug aus den eigenen wirren Gedanken zurück und die Anspannung, die sie bei mir verursachten, war schwer unter Kontrolle zu halten. Die Vorstellung selbst dort oben zu stehen, ließ mich die Stirn runzeln – und das Gefühl, dass die Eingeweide auswandern wollten, machte es keinen Deut besser.
Der Gestank von verbranntem Fleisch am Ende tat noch sein Übriges dazu. Als ich der Auffassung war, das Ganze lang genug ertragen zu haben, nach dem letzten Gebet Ardans, das mir ein weiteres Mal eine kleine Wohltat war, brauchte ich das Fräulein neben mir von dem Scheiterhaufen fort und verabschiedete mich kurz darauf, in dem festen Entschluss, nach einem kurzen Abstecher zur Rückversicherung des Wohlbefindens, heimzukehren.
Über all dem hingen die dunklen bedrohlichen Lettern „Was wäre wenn…“
Verfasst: Dienstag 14. Februar 2012, 14:10
von Jank Laufenbach
Langsam schritt er durch die Gassen Adorans. Unbekannt jede Strasse, überall Neues und ständig seine Angst dass hinter jeder Ecke ein wütender Mob stünde, darauf lauernd jeden Verdächtigen auf einen Scheiterhaufen zu werfen. Doch fast totenstill waren hier seine ersten Momente, in dieser Stadt die auf den ersten Blick gar nichts mit diesem Rattenloch von Bajard z tun hate - offensichtlich alle bei dieser Verbrennung, von der er selber nur wage Gerüchte gehört hatte.
Eine Tochter des Rabenfürsten sollte hingerichtet werden, eine Dienerin des Lakaiens. Es schnürrte ihm Kehle wie Magen zu, doch wollte er mehr darüber erfahren. Und so folgte er in Abstand den erstbesten Menschengestalten, die sichtlich eilend und erregt einem Ziel entgegen gingen - zum Henkersplatz, wie er richtig vermutet hatte.
Am Rande, doch versucht nicht allzu auffällig abseits des Mobs, suchte er sich einen Platz - gut verdeckt in der Menge wo seine Unruhe wie Nervosität sicherlich keinem auffiel.
Sie, Aveena genannte, rief in Jank Neid hervor. Nicht der Wärme wegen, an diesem kalten Wintertag, nein,.. es war ihre Selbstbeherrschung, die sie an den Tag legte. Kein Wehklagen oder Bettelei an die Henker bemerkte Jank, ja gar würde sie würdevoll die Schändung ihres Körpers und den eingehenden Qualen erduldeten. Eine einbrennende Lektion für ihn, wie er sich zu verhalten habe, so diese lichten Gestalten auch eines Tages ihn fordern sollten.
Mit dem ersten Ablflauen der Rauchschwaden vom Scheiterhaufen, schloß er sich der gehenden Menge an... nur keine Auffälligkeiten, vor allem der Stolz der in seinem Gesicht stand, und seine Zuversicht, dass ein Kind von ihrem Richter aufgenommen wurde.
Möge der Rabenfürst seine Schwingen über sie ausbreiten... kam es ihm noch über die Lippen, bevor er stumm seine Gedanken dem All-Einen widmete.
Verfasst: Donnerstag 16. Februar 2012, 16:08
von Liam Ecclesia
Es war das Ende, ein letzter Aufschrei dann sackte Anveena entgültig zusammen. Eigendlich war Liam seinem Lehrmeister Tereus sehr dankbar das er den Unterricht gerade Heute angesetzt hatte. Nun stand er doch hier der Primus hatte entschieden das die Academia einmal Farbe zeigen sollte, ob eine Hinrichtung wirklich der richtige Ort war. Nun wie oft im Leben hatte man keine Wahl.
Er hatte damals auch keine andere Wahl als Anveena zu füttern. Mit Händen und Füßen hatte er sich dagegen gewehrt, sogar Strafen auf sich genommen. Man könnte von einem ehrbarem Mann doch nicht verlangen eine Rabendienerin zu füttern. Wie Dumm er damals doch noch war. Dabei war Damals fast der falsche Begriff, vor ein paar Wochen wäre treffender.
So verbrannte dort nicht nur eine Rabendienerin, sondern auch ein großer Haufen der Naivität eines jungen Magiers.
Gestern Nacht hatte er das letzte mal Wachdienst im Kerker, diesmal wollte er die Schicht nicht mit einem Kameraden gegen den Dienst in der Kälte tauschen, sondern ihn wahrnehmen. Anveena lag auf ihren Bett und es brauchte eine Weile bis sie ihn wirklich Wahr genommen hatte. Ein schwall von Wut, Zorn und Vorwürfen wurde ihm sogleich entgegen geschleudert. Die Dienerin behauptete das es seine Schuld war das ihr Kind verloren war, das Krathor gekommen war um es zu hohlen. Für einen Moment machte sich der Rekrut wirklich vorwürfe, doch irgendwie wollte sein Geist diese Gefühle nicht akzeptieren. Er war an nichts Schuld! Sie war es die Schuld war! Anveena hatte ihre Seele dem Rabengott versprochen und das für Macht. Macht die sie nicht einmal befähigte ihrem eigenen Kind zu helfen. Wie erbärmlich muss man sein die eigene Seele für Macht zu tauschen? Viele mussten wegen ihrem Egoistischen versprechen leiden und nicht einmal Reue verspürte diese Mätze dafür. Wütend griff er die Gitterstäbe und beschimpfte die Rabendienerin als sie näher kam, griff sie ihn Blitzartig und schimpfte ebenso. Ein Kamerad kam herein und sie lies von ihm ab.
Als Liams Kamerad Fiedrich wieder abzogen war, waren die Gemüter etwas abgekühlt. Anveena wollte Wissen was Liam eigendlich von ihr will. Fast Mitleidig wurde der Rekrut für dieses narzistische Lebewesen in der Zelle. Wie konnte sie es immer noch nicht begriffen haben. Er wollte Reue! Offene ehrliche Reue! Eine letzte gute Tat bevor sie starb. Sie solle bereuen und ihre letzten Worte der Reue widmen um andere zu warnen sich nicht darauf einzulassen. Sie solle die Wahrheit über diese mächtigen Wesen berichten die dem einfachen Volk als Rabendiener bekannt sind, von einigen Narren ihrer Macht sogar beneidet werden. Verlorene Seelen unglücklich und nicht mehr ihrer selbst Herr, das war die Wahrheit.
Nach diesem Dienst zuhause entdeckte er in seiner Tasche einen Brief, zerknittert und nur schlecht mit Wachs gesiegelt. Mit sich ringend ob er den Brief öffnen solle oder nicht entschied er sich für das letzte und brach am nächsten Tag auf um ihn dem Empfänger zu bringen. In Berchgard bei Malachai Schwarzmoure angekommen bimmelte er erstmal Sturm an der hübschen Glocke. Malachai schien seine Leidenschaft für Glocken leuten, wie viele andere nicht zu teilen und begrüßte ihn stinkig. Nach den üblichen Floskeln unter Bekannten sassen sie am Tisch. Liam einen Dolch unter dem Tisch fest in der Hand. Das giftige Ding jederzeit bereit dem Mann in Leib zu rammen. Auf die offene Frage hin ob er ein Rabendiener ist reagierte Malachai sehr erbost. Aber wohl scheinbar ehrlich. Nachdem er die Erlaubnis hatte den Brief zu öffenen tat er dies und lass ihn Malachai vor. Es war ein Geständnis von Anveena für Sarah der Schwester von Malachai. Malachai war überzeugt davon das dies Sarah helfen würde den Schmerz zu überwinden und dankbar das Liam ihn überbrachte.
Jetzt war sie endlich Tod. Das Ende der Anveena Midame war gekommen. Sie hatte bezahlt. Sie wurde erlöst vom Leben, das sie sich selbst zur Folter gemacht hatte. Es war Zeit den Hass gegen sie los zu lassen.
Einige Tage später bekamm er einen Brief von Lilian. Wohl war es Anveenas letzter Wille gewesen, das dieser Briefe überbracht wurde. Der Brief war ein Dank, sowie Worte die wohl nur jemand Verstand der Krathors griff einmal spürte.
Verfasst: Montag 20. Februar 2012, 12:49
von Gast
Trotzdem ein paar Tage inzwischen vergangen waren, wogen einige der Briefe immer noch schwer in ihrer Tasche und erinnerten sie bei jedem Schritt an diesen einen Tag.
Heute konnte sie gar nicht mehr genau sagen, wie sie ihn hinter sich gebracht hatte…
Kristallklar in Erinnerung blieb ihr der letzte Blick unter zwei ehemals besten Freundinnen, das stille Versprechen
‚Vielleicht werde ich dem Menschen Anveena, eines Tages verzeihen können.‘.
Alles was danach geschah, war eher verschwommen, sie erinnerte sich noch an die Flammen – die vielen Zuschauer.
Irgendwas hatte versucht die Hinrichtung zu stören, war aber unter den anderen Ereignissen völlig unter gegangen.
Dann waren da die zwei Diakonen, wie sie dafür sorge Trugen die Asche zu bewahren.
Sie hatte Beide noch bis zum Kloster begleitet, nach getanem Werk hatte sie dann die Briefe von Aaron entgegen genommen, ebenso wie sein Beileid.
Und schließlich hatte sie ein paar Augenblicke alleine.
Alleine mit dem, was einmal ihre Freundin gewesen war – ein Mensch mit dem sie Vieles geteilt hatte.
Während sie auf dem kühlen Steinboden kniete, dachte sie daran wie alles begonnen hatte.
Immer einmal wieder hatte sie sich in der letzten Zeit ertappt, wenn sich ihre Gedanken davon schlichen, der Arbeit vor sich einfach entkamen und sie sich fragte wie viel sie wohl eigentlich Preis gegeben hatte?
Was wohl von den Worten die sie gesprochen hatte, die traute Umgebung zweier Freundinnen verließ und dort landete wo es großen Schaden anrichten konnte, direkt beim Feind.
In dem Augenblick, als ihre Kniee den Boden berührten war dies völlig gleich.
vor ihren Augen verschwamm der Altar, die Urne mit der Asche und wich einem Bild aus früheren Tagen.
Ein heller Raum, ausgefüllt mit einem reich gedeckten Tisch, an dem zwei Paare sitzen und scheinbar völlig unbeschwert über dem Abendessen scherzen. Die Augen der beiden jungen Frauen leuchten förmlich, als die Rede von einer baldigen Hochzeit ist.
Der vertraute Blick zweier Freundinnen, die sich ohne Worte verstehen und mit einem Mal zurück ziehen, um dann ungestört, zurück gezogen, in völliger Heimlichkeit über das Kleid zu sprechen, den Blumenschmuck – die Gästeliste.
Ein kleiner Tropfen, der auf ihren Handrücken platschte, ließ sie aufschrecken –
wie Nebel, welcher der frühen Morgensonne Platz macht, verschwand die Erinnerung und zurück blieb eine Urne und der kalte Steinboden des Klosters.
Auf ihrem Rückweg begleiteten sie die letzten Worte ihrer besten Freundin.
Den eigenen Brief hatte sie dort aufbewahrt, wo ihn Niemand finden würde, unberührt. Für den Tag aufbewahrt, an dem sie dazu bereit wäre ihn zu lesen.
Und heute, lange nach dem diesem Tag … fanden nun endlich auch die anderen Briefe zu ihren Empfängern…
Der menschliche Körper ist erstaunlich flexibel.
Ebenso die Seele.
Doch es gibt Erlebnisse, von denen keine Rückkehr möglich ist.
Ein Körper ist schnell verstümmelt,
und eine Seele kann verkümmern
– doch jeder Mensch hat auch etwas, das niemals zerstört werden kann.