Verfasst: Donnerstag 3. September 2015, 16:49
Die Geschichte, als der Sternenfänger seinen letzten Stern fing …
„Wohin hast Du gesagt, möchtest Du?“, der Schiffsjunge sah den blonden Mann mit großen Augen an. „Nach Adoran. Dort, 'n bisschen außerhalb der Stadt, gibt’s 'n Kloster. Und um's Kloster herum, is' 'ne Siedlung erbaut worden.“, während er dem Jungen bereitwillig die Antworten gab, hatte er den Blick auf die raue See gerichtet. „Und woher, hast Du gesagt, kommst Du?“, die stetige Flut der Fragen wollte seit etwa einer halben Stunde nicht abebben. Es war, als hätte der Bursche einen Narren an Ihm gefressen und würde den Passagier als willkommene Abwechslung zum anstrengenden Leben auf See sehen. „Bin vor zwei Tagen im Hafen an Bord gegangen. Hatte dort im Landesinneren zu tun. 'n paar Portraits von jungen Frau'n für Ihre alten Herr'n gezeichnet. Hier und da 'ne Passage über's Land selbst verfasst.“. „Dann bist Du sowas wie ein reisender Künstler?“, ein kleines Stück weiteten sich die Augen des Burschen, so dass man den Glanz der Träume und Sehnsüchte nach verlorener Kindheit darin entdecken konnte. Zu lange war es her, dass er Landgang hatte, und selbst wenn, das wenige Geld, das man Ihm hier als Lohn gab, reichte gerade einmal so dafür Nahrung und neue, ordentliche Kopftücher zu erwerben. Auftritte vom fahrenden Volk, Bilderbücher oder Künste anderer Art, … Dinge, von denen er nur träumen konnte. Die basslastige Stimme des Gastes riss Ihn aus seinen Gedanken: „So in der Art. Hab' viele Aufgaben und viele Namen.“. „Also ein Streuner?“, erkundigte sich der Schiffsjunge nun vorsichtiger. „Auch so nennt man mich hin und wieder.“, ein Schmunzeln zeichnete sich auf den vom Wetter auf hoher See gezeichneten Gesichtszügen des Blonden ab.
„Und wie noch?“, seine Neugierde war schier unerschöpflich und der nächste Hafen noch so weit entfernt. Es kam selten vor, dass er Passagiere hier an Bord hatte. Die meisten Reisenden bevorzugten eines der großen Schiffe, um Ihrer Bequemlichkeit frönen zu können. Er hier aber nahm Vorlieb mit einem kleines Handelsschiff, beladen mit Kisten und Fässern voller Obst und Gemüse aus aller fernen Länder. Und nicht nur das, bereitwillig half er die Dinge für den Transport unter Deck zu verstauen und mit einigen Metern Hanfseil festzubinden. Die aufgewühlte See ließ lautstark eine der höheren Wellen am Bug des Schiffes zerschellen, woraufhin salzige Meerestropfen auf den Gesichtszügen des Jungen und blonden Reisenden Ihren Platz fanden. Fasziniert beobachtete er das Mienenspiel seines Gastes in diesem Moment. Wo zuvor noch jede Frage mit einem unbekümmerten, regelrecht gutmütigen Schmunzeln aufgenommen wurde, breitete sich jetzt eine, neben der nächsten Falte aus. „Sternenfänger.“, mit zwei Fingern wischte Yannick sich die Feuchtigkeit des Meeres von den Wangen. „Man nennt mich Sternenfänger.“, wiederholte er mit nun gesenkter Stimme, deren Silben vom Wind regelrecht in weite Ferne getragen wurden.
„Pass' auf Dich auf, Yannick, egal wo Du bist!“, „Ich liebe Dich, Sternenfänger.“, „Wie der Sternenfänger den Vollmond fing.“. Ihre Stimme. Ihr Lachen. Immer wieder hatte er in den letzten Monaten an sie und das Vergangene gedacht. Wie sie Ihn geprägt hatte, sein Leben dort mit den Schaustellern, sein Leben in Zweisamkeit mit Ihr. Die glänzenden Augen der begeisterten Zuschauer, die vielen Hände, die Ihm anerkennend auf die Schulter geklopft hatten. Und immer wieder der Abschied. Immer wieder Ihre Augen, deren Glanz in keinster Weise mit dem der freudigen Zuschauer zu vergleichen war. Tiefe Trauer, Angst und Sorge. Und mit jedem weiteren Abschied brach Ihr Herz ein Stück mehr und riss das Seinige mit in den Abgrund. Wie oft kehrte er zurück, um erneut das Feuer zu entfachen? Und wie oft spürte er ein Ziehen an seinen unsichtbaren Fäden, um Ihn zurück in die Freiheit zu locken?
„He! Du solltest unter Deck gehen. Es wird hier gleich ziemlich unangenehm werden.“, der Junge zeigte mit der rechten Hand voraus in Richtung einer Gewitterfront. Das sowieso schon unruhige Meer schien unter diesen tiefhängenden, schwarzen Wolken wie ein bedrohlicher Strudel zu schäumen. Seine Haare waren inzwischen klitschnass und hingen Ihm lose unter dem Kopftuch in die Stirn. „Wir sagen Dir dann Bescheid, wenn es hier oben wieder sicher ist.“, mit einem eindringlichen Stoß gegen Yannicks Oberarm, bugsierte der Schiffsjunge Ihn in Richtung der Stufen, die in das Innere des Schiffes führten.
„Du solltest sie heiraten. Ihr einen Antrag machen, so wie sich das gehört!“. Ein Herzschlag. „Ach, Yannick. Für ein paar Münzen machen wir zwei Hübschen es uns wieder so gemütlich wie vor einigen Jahren, mh?“. Ein zweiter Herzschlag. „Du hälst mein Herz in Deiner Hand.“. Ein dritter Herzschlag. Ein Donnerschlag. Helle Blitze zuckten vor dem kreisrunden Fenster des Lagerraumes über den pechschwarzen Himmel. Immer wieder knackte und knirschte das Holz des Schiffes unter Ihm, während die Wellen erbarmungslos gegen die Außenwand schlugen. Mit einer Hand neben dem Fenster, lehnte er inzwischen mit der Stirn an der Scheibe. „Du bist nicht gut für sie.“. Ein Stern funkelte zwischen all den schwarzen Wolken kurz am Firmament auf. „Du liebst sie nicht. Rede Dir nicht so einen Unsinn ein. Ein Mann wie Du, kann nicht nur eine Frau lieben.“. Dann legte die nächste große Wolke über den Stern, um ihn verborgen zu halten.
Er ballte die Hand zur Faust, während eine Woge der Hilflosigkeit Ihn packte. Er hätte es Ihnen nie beweisen können. Vertrauen? Das konnten sie nicht. Nur Karawyn. Sein Licht. Sein Licht auch in dieser, heutigen dunklen, stürmischen Nacht. Er wollte es Ihr sagen. Alles. Dass er sie liebte. Dass sie die einzige Frau war, die in all den Jahren sein Herz erobern konnte. Und er wollte bei Ihr bleiben. Diesmal für immer.
Die nächste Welle schaffte es Yannick von den Füßen zu reißen, so dass er unsanft auf den blanken Boden des Lagerraumes geworfen wurde. Noch während er mit schmerzerfülltem Blick nach seiner rechten Schulter griff, gelte der Schrei eines Besatzungsmitgliedes durch die Luft:: „Bei Temora. Was ist, ….“. Ein flammender Blitz ließ die Nacht taghell erscheinen, veranlasste für einen Moment sogar die Wolken dazu, ehrfürchtig vor diesem Spektakel zurückzuweichen. Ein Blick aus dem Fenster. Der leuchtende Stern. Dann … Nichts.
[OOC: Vielen Dank liebe Karawyn, für diese wunderschöne Zeit mit Dir! Vielen Dank auch liebes Nachtvolk, an diese phantastische Zeit mit Euch.]
„Wohin hast Du gesagt, möchtest Du?“, der Schiffsjunge sah den blonden Mann mit großen Augen an. „Nach Adoran. Dort, 'n bisschen außerhalb der Stadt, gibt’s 'n Kloster. Und um's Kloster herum, is' 'ne Siedlung erbaut worden.“, während er dem Jungen bereitwillig die Antworten gab, hatte er den Blick auf die raue See gerichtet. „Und woher, hast Du gesagt, kommst Du?“, die stetige Flut der Fragen wollte seit etwa einer halben Stunde nicht abebben. Es war, als hätte der Bursche einen Narren an Ihm gefressen und würde den Passagier als willkommene Abwechslung zum anstrengenden Leben auf See sehen. „Bin vor zwei Tagen im Hafen an Bord gegangen. Hatte dort im Landesinneren zu tun. 'n paar Portraits von jungen Frau'n für Ihre alten Herr'n gezeichnet. Hier und da 'ne Passage über's Land selbst verfasst.“. „Dann bist Du sowas wie ein reisender Künstler?“, ein kleines Stück weiteten sich die Augen des Burschen, so dass man den Glanz der Träume und Sehnsüchte nach verlorener Kindheit darin entdecken konnte. Zu lange war es her, dass er Landgang hatte, und selbst wenn, das wenige Geld, das man Ihm hier als Lohn gab, reichte gerade einmal so dafür Nahrung und neue, ordentliche Kopftücher zu erwerben. Auftritte vom fahrenden Volk, Bilderbücher oder Künste anderer Art, … Dinge, von denen er nur träumen konnte. Die basslastige Stimme des Gastes riss Ihn aus seinen Gedanken: „So in der Art. Hab' viele Aufgaben und viele Namen.“. „Also ein Streuner?“, erkundigte sich der Schiffsjunge nun vorsichtiger. „Auch so nennt man mich hin und wieder.“, ein Schmunzeln zeichnete sich auf den vom Wetter auf hoher See gezeichneten Gesichtszügen des Blonden ab.
„Und wie noch?“, seine Neugierde war schier unerschöpflich und der nächste Hafen noch so weit entfernt. Es kam selten vor, dass er Passagiere hier an Bord hatte. Die meisten Reisenden bevorzugten eines der großen Schiffe, um Ihrer Bequemlichkeit frönen zu können. Er hier aber nahm Vorlieb mit einem kleines Handelsschiff, beladen mit Kisten und Fässern voller Obst und Gemüse aus aller fernen Länder. Und nicht nur das, bereitwillig half er die Dinge für den Transport unter Deck zu verstauen und mit einigen Metern Hanfseil festzubinden. Die aufgewühlte See ließ lautstark eine der höheren Wellen am Bug des Schiffes zerschellen, woraufhin salzige Meerestropfen auf den Gesichtszügen des Jungen und blonden Reisenden Ihren Platz fanden. Fasziniert beobachtete er das Mienenspiel seines Gastes in diesem Moment. Wo zuvor noch jede Frage mit einem unbekümmerten, regelrecht gutmütigen Schmunzeln aufgenommen wurde, breitete sich jetzt eine, neben der nächsten Falte aus. „Sternenfänger.“, mit zwei Fingern wischte Yannick sich die Feuchtigkeit des Meeres von den Wangen. „Man nennt mich Sternenfänger.“, wiederholte er mit nun gesenkter Stimme, deren Silben vom Wind regelrecht in weite Ferne getragen wurden.
„Pass' auf Dich auf, Yannick, egal wo Du bist!“, „Ich liebe Dich, Sternenfänger.“, „Wie der Sternenfänger den Vollmond fing.“. Ihre Stimme. Ihr Lachen. Immer wieder hatte er in den letzten Monaten an sie und das Vergangene gedacht. Wie sie Ihn geprägt hatte, sein Leben dort mit den Schaustellern, sein Leben in Zweisamkeit mit Ihr. Die glänzenden Augen der begeisterten Zuschauer, die vielen Hände, die Ihm anerkennend auf die Schulter geklopft hatten. Und immer wieder der Abschied. Immer wieder Ihre Augen, deren Glanz in keinster Weise mit dem der freudigen Zuschauer zu vergleichen war. Tiefe Trauer, Angst und Sorge. Und mit jedem weiteren Abschied brach Ihr Herz ein Stück mehr und riss das Seinige mit in den Abgrund. Wie oft kehrte er zurück, um erneut das Feuer zu entfachen? Und wie oft spürte er ein Ziehen an seinen unsichtbaren Fäden, um Ihn zurück in die Freiheit zu locken?
„He! Du solltest unter Deck gehen. Es wird hier gleich ziemlich unangenehm werden.“, der Junge zeigte mit der rechten Hand voraus in Richtung einer Gewitterfront. Das sowieso schon unruhige Meer schien unter diesen tiefhängenden, schwarzen Wolken wie ein bedrohlicher Strudel zu schäumen. Seine Haare waren inzwischen klitschnass und hingen Ihm lose unter dem Kopftuch in die Stirn. „Wir sagen Dir dann Bescheid, wenn es hier oben wieder sicher ist.“, mit einem eindringlichen Stoß gegen Yannicks Oberarm, bugsierte der Schiffsjunge Ihn in Richtung der Stufen, die in das Innere des Schiffes führten.
„Du solltest sie heiraten. Ihr einen Antrag machen, so wie sich das gehört!“. Ein Herzschlag. „Ach, Yannick. Für ein paar Münzen machen wir zwei Hübschen es uns wieder so gemütlich wie vor einigen Jahren, mh?“. Ein zweiter Herzschlag. „Du hälst mein Herz in Deiner Hand.“. Ein dritter Herzschlag. Ein Donnerschlag. Helle Blitze zuckten vor dem kreisrunden Fenster des Lagerraumes über den pechschwarzen Himmel. Immer wieder knackte und knirschte das Holz des Schiffes unter Ihm, während die Wellen erbarmungslos gegen die Außenwand schlugen. Mit einer Hand neben dem Fenster, lehnte er inzwischen mit der Stirn an der Scheibe. „Du bist nicht gut für sie.“. Ein Stern funkelte zwischen all den schwarzen Wolken kurz am Firmament auf. „Du liebst sie nicht. Rede Dir nicht so einen Unsinn ein. Ein Mann wie Du, kann nicht nur eine Frau lieben.“. Dann legte die nächste große Wolke über den Stern, um ihn verborgen zu halten.
Er ballte die Hand zur Faust, während eine Woge der Hilflosigkeit Ihn packte. Er hätte es Ihnen nie beweisen können. Vertrauen? Das konnten sie nicht. Nur Karawyn. Sein Licht. Sein Licht auch in dieser, heutigen dunklen, stürmischen Nacht. Er wollte es Ihr sagen. Alles. Dass er sie liebte. Dass sie die einzige Frau war, die in all den Jahren sein Herz erobern konnte. Und er wollte bei Ihr bleiben. Diesmal für immer.
Die nächste Welle schaffte es Yannick von den Füßen zu reißen, so dass er unsanft auf den blanken Boden des Lagerraumes geworfen wurde. Noch während er mit schmerzerfülltem Blick nach seiner rechten Schulter griff, gelte der Schrei eines Besatzungsmitgliedes durch die Luft:: „Bei Temora. Was ist, ….“. Ein flammender Blitz ließ die Nacht taghell erscheinen, veranlasste für einen Moment sogar die Wolken dazu, ehrfürchtig vor diesem Spektakel zurückzuweichen. Ein Blick aus dem Fenster. Der leuchtende Stern. Dann … Nichts.
[OOC: Vielen Dank liebe Karawyn, für diese wunderschöne Zeit mit Dir! Vielen Dank auch liebes Nachtvolk, an diese phantastische Zeit mit Euch.]